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  • #1

Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Liebe Foristen,

ich mal wieder ;-))

Über das Thema "Gefühle" gibt es ja schon einige Diskussionen, ich möchte das Gefühlsthema auf einen speziellen Aspekt hin nunmehr eingrenzen...

Statt einer reinen "Zweckbeziehung", die sich m.E. eher an logischen und pragmatischen Gesichtspunkten des Zusammenseins orientieren würde, "suchen" ja die Meisten unter uns eine eher gefühlsorientierte "Liebesbeziehung"...

Nun geht es ans Kennenlernen und "Daten" ... zur weiteren Diskussion: was "erwartet" ihr für einen erfolgreichen Start in eine neue Beziehung?

Sollte man sich "zwingend" vorher in den jeweils anderen verlieben (wie immer man das definiert, mit Schmetterlingen und so) ODER "reicht es aus", anfänglich eine gewisse Grundchemie zu verspüren und man versucht, dann darauf aufzubauen und entsprechende Gefühle mit der Zeit ggf. mehr zuzulassen?


Ich habe beides erleben dürfen - allerdings hatte beides leider aus verschiedenen Gründen nicht "funktioniert"... gibt es einen "Dritten Weg"?


lieben Gruß

koelner
 
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  • #2
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von koelner:
Immer gern.

Statt einer reinen "Zweckbeziehung", die sich m.E. eher an logischen und pragmatischen Gesichtspunkten des Zusammenseins orientieren würde, "suchen" ja die Meisten unter uns eine eher gefühlsorientierte "Liebesbeziehung"...
Ich weiß nicht, was eine Beziehung ist, die sich an logischen Gesichtspunkten orientiert. Aber mir scheint, daß Gefühlsbeziehung und Zweckbeziehung gerade auch dasselbe sein können: eine Beziehung zum Zwecke wechselseitiger Gefühle füreinander. Für viele scheint das der Hauptzweck zu sein.
Ein nicht so zweckorientiertes Vorgehen wird hier meist und tendenziell abgewertet, mit Phrasen wie "der meint es nicht ernst". Ernst meinen wird schließlich definiert mit klaren Zweck verfolgen.

Sollte man sich "zwingend" vorher in den jeweils anderen verlieben (wie immer man das definiert, mit Schmetterlingen und so) ODER "reicht es aus", anfänglich eine gewisse Grundchemie zu verspüren und man versucht, dann darauf aufzubauen und entsprechende Gefühle mit der Zeit ggf. mehr zuzulassen?
Der Appetit kommt zuweilen beim Essen; ein bißchen Projektion erleichtert es einem aber, den Hintern von der Couch zu bekommen.

Ich habe beides erleben dürfen - allerdings hatte beides leider aus verschiedenen Gründen nicht "funktioniert"... gibt es einen "Dritten Weg"?
An welchem Zweck orientiert sich das Funktionieren oder Nichtfunktionieren?
 
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  • #3
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von Heike:
... Ich weiß nicht, was eine Beziehung ist, die sich an logischen Gesichtspunkten orientiert. Aber mir scheint, daß Gefühlsbeziehung und Zweckbeziehung gerade auch dasselbe sein können: eine Beziehung zum Zwecke wechselseitiger Gefühle füreinander. Für viele scheint das der Hauptzweck zu sein.
Ein nicht so zweckorientiertes Vorgehen wird hier meist und tendenziell abgewertet, mit Phrasen wie "der meint es nicht ernst". Ernst meinen wird schließlich definiert mit klaren Zweck verfolgen.
...
Mein Versuch der "künstlichen" Trennung wird durch Heikes Argumentationslinie natürlich wieder zusammengeführt...

eine reine "Zweckbeziehung" könnte sein, dass man sich zusammen findet, weil es einfach "praktisch" ist; man Spaß an gemeinsamer Freizeitgestaltung hat, weil "der andere versorgt bzw. materiell abgesichert ist" - aber eben ohne das "große Liebesgefühl" dahinter (wobei ich einräume, dass solche "logischen" Gesichtspunkte selbstverständlich auch in einer Liebesbeziehung einfach vorhanden sein können)...

Zitat von Heike:
An welchem Zweck orientiert sich das Funktionieren oder Nichtfunktionieren?
Mein beabsichtigter "Zweck" war das willentliche Eingehen/Entwickeln einer "Liebesbeziehung" (wie ich mir diese vorstelle).
Es hatte eben einfach auf die von mir eingangs beschriebenen und zur Diskussion gestellten Möglichkeiten ("Total Verliebt" bzw. "vorhandene Grundchemie") nicht funktioniert - weil jeweils die entsprechenden Damen dies zu dem damaligen Zeitpunkt nicht konnten oder nicht wollten...

An welchem "Zweck" sollte sich Funktionieren/Nicht-Funkltionieren orientieren?

gruß
koelner
 
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  • #4
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von koelner:
Mein Versuch der "künstlichen" Trennung wird durch Heikes Argumentationslinie natürlich wieder zusammengeführt...

eine reine "Zweckbeziehung" könnte sein, dass man sich zusammen findet, weil es einfach "praktisch" ist; man Spaß an gemeinsamer Freizeitgestaltung hat, weil "der andere versorgt bzw. materiell abgesichert ist" - aber eben ohne das "große Liebesgefühl" dahinter (wobei ich einräume, dass solche "logischen" Gesichtspunkte selbstverständlich auch in einer Liebesbeziehung einfach vorhanden sein können)...
Eigentlich nicht zusammengeführt. Ich hab einfach nur den Eindruck, daß mit Liebe und Gefühl einerseits und Zweck und Logik andererseits einfach ein völlig schiefer Gegensatz aufgezogen wird.
Liebe ist selten zweckfrei, sondern ein ziemlich starker Zweck und ein ziemlich starkes Bedürfnis für die meisten.
Bei vielen Partnerschaften, die um der Gefühle willen geschlossen werden, hab ihc den Eindruck von Zweckbeziehungen. Beide sind sonst ganz zufrieden mit dem Leben, verspüren aber einen Mangel an Gefühl. Und da braucht jeder dann halt einen Menschen, der ihm ein Gefühl beschert und an dem er seine eigenen Gefühle festmachen kann. Wenn die Voraussetzungen günstig sind, dann klappts und beide sind zum Zwecke des Gefühlehabens nun ein Paar.

Die Gegenüberstellung von Zweck und Liebe gründet vielleicht in uralten Zeiten, als die drängenden Bedürfnisse Mammutfleisch, Feuerwärme und klares Wasser waren. Heute hat in unseren Breiten beinahe jeder genug zu essen und eine Heizung. Da ist der drängende Zweck eher emotionale Wärme, Geborgenheit, Gefühlehaben usw.. Deswegen sind Liebesbeziehung die heutigen Zweckbeziehungen.
 
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  • #5
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

@Heike, Gute und auch einleuchtende Argumentation ...

aber ich denke, sowohl nach meiner als auch nach deiner "Ableitung" bleibt meine Fragestellung bestehen... mit welcher "Grundvoraussetzung" startest Du in eine solche zweckdienliche Liebesbeziehung? Total Verliebt oder reicht Dir die "Grundchemie" aus?

gruß
koelner
 
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  • #6
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von koelner:
@Heike, Gute und auch einleuchtende Argumentation ...

aber ich denke, sowohl nach meiner als auch nach deiner "Ableitung" bleibt meine Fragestellung bestehen... mit welcher "Grundvoraussetzung" startest Du in eine solche zweckdienliche Liebesbeziehung? Total Verliebt oder reicht Dir die "Grundchemie" aus?
Na, immer mit der, die jeweils besteht!
Grundvoraussetzung ist ja vermutlich eine Grundvoraussetzung und nichts, was man macht und somit zur Disposition stünde, oder?
 
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  • #7
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

... na dann scheint bei Heike ja alles klar und einfach zu sein...

wie sieht es denn bei den anderen eifrigen Mitlesern und Schreibern hier aus?
 
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  • #8
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Also wenn ich das richtig verstehe fußen Zweckbeziehungen nur auf einer ausgeprägten grundlegenden Sympathie und verfolgen nur das Ziel die Vorteile einer Partnerschaft zu nutzen?
Seien es finanzielle oder die Erfüllung diverser Bedürfnisse?
Doch würde ich auch heutzutage eine Liebesbeziehung klar von einer Zweckbeziehung distanzieren.

Hingegegen setzt eine Liebesbesziehung das Vorhandensein von Liebe dem Namen nach bereits vorraus.

Es stimmt, dass aus der zweckdienlichen auch die Liebesbeziehung erwachsen. Ebenso kann auch die Liebesbeziehung zur Zweckbeziehung verkommen.

Ich weiß nur, eine Zweckbeziehung käme für mich und vermutlich auch viele anderen gar nicht in Frage.
 
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  • #9
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Lustig. Ähnliche Thematik habe ich die Tage erst mit jemandem diskutiert, als ich gesagt bekam ich solle mir doch einfach einen Mann für gemeinsames Ausgehen und Spaß im Bett suchen, alles andere bräuchte ich doch nicht.

Also den dritten Weg, wie Du ihn erfragst, weiß ich nicht. Irgendwas zwischen "Beziehung der Liebe wegen" und "Beziehung auf Basis gemeinsam verfolgtem (Mittel zum) Zweck" ist wohl eher nicht machbar, denn ein Gefühl Liebe lässt sich nicht so gut "halb" konsumieren / geben. Und ich meine damit nicht die unterschiedliche Liebe zu unterschiedlichen Menschen oder die unterschiedlich verteilte Liebe an die Kinder ;-) Ein wenig erinnert mich die Fragestellung übrigens an die Haltung der Zwangsverheiratung in einigen Kulturen, es soll vorkommen, dass dann auch eine Liebesbeziehung zwischen den Verheirateten entsteht auf Basis eines zunächst rein auf den Zweck ausgerichtetes als gemeinsam bezeichnetes Leben. Aber das war nicht die Frage / Diskussionsgegenstand.

Ich glaube nicht, dass ich zu einer Beziehung fähig bin, in der nicht als Startschuss gegenseitiges weitreichendes Vertrauen, große gegenseitige Anziehung und Sympathie vorhanden ist, die über eine "normalregulierte" Gefühlsebene die ich anderen Menschen gegenüber empfinde hinaus geht. Der Mensch, mit dem ich eine Beziehung einzugehen gewillt bin, muss sich für mich und in meinen Augen in irgendwas - nichts Materielles - derartig von den restlichen Menschen abheben / unterscheiden, dass dieses in mir den dringenden Wunsch nach gemeinsam verbrachter Zeit auslöst und, auch das, körperlicher Annäherung. Mich besonders (nenn es Herz oder Seele oder einfach Dopaminausschüttungszentrale) berühren.
In dem Zusammenhang sofort von Liebe zu sprechen finde ich generell schwierig, denn Liebe als Resultat einer Faszination für einen Menschen (= Verliebtheit) braucht, zumindest bei mir, Zeit und ist im Gegensatz zu o.a. nicht - peng! - einfach da, sondern im Idealfall das was übrig bleibt, wenn das Dope der Verliebtheit seine Wirkung verliert. Die Ärzte haben es mal sehr schön besungen "Jetzt weiß ich nicht was ich denken soll. Ist es wirklich Liebe, oder finde ich dich nur toll?" Verliebt war ich eindeutig öfters, als dass ich geliebt habe, was ich natürlich erst in der Rückbetrachtung auf mein Leben als bisheriges Fazit ziehen kann.

Mir fällt, bis auf die Angst vor Einsamkeit im Alter, nichts ein was ein Zweck für das Eingehen einer Beziehung - im Sinne wie eingangs gemeint - sein könnte für mich. Und da würde ich z.B. in eine Senioren-WG ziehen, um nicht einsam / alleine und in welchem Maße auch immer versorgt zu sein. Aber mit den davon betroffenen Menschen habe ich dann auch eine reine Zweckbeziehung.

Ab wann sprechen wir eigentlich davon, eine (Liebes)Beziehung zu haben?

Viele Grüße
Nina
 
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  • #10
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von Heike:
Die Gegenüberstellung von Zweck und Liebe gründet vielleicht in uralten Zeiten, als die drängenden Bedürfnisse Mammutfleisch, Feuerwärme und klares Wasser waren. Heute hat in unseren Breiten beinahe jeder genug zu essen und eine Heizung. Da ist der drängende Zweck eher emotionale Wärme, Geborgenheit, Gefühlehaben usw.. Deswegen sind Liebesbeziehung die heutigen Zweckbeziehungen.
Damn it :)
Wo ist die Hintertür?
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  • #11
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von koelner:
... na dann scheint bei Heike ja alles klar und einfach zu sein...

wie sieht es denn bei den anderen eifrigen Mitlesern und Schreibern hier aus?
Ich koennte mit einem Mann nur eine Beziehung eingehen, wenn ich auch Gefuehle fuer ihn haette. Das ist fuer mich eine Grundvoraussetzung, weil ich eine Liebesbeziehung suche und keine Zweckgemeinschaft.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Blitz sofort einschlaegt oder sich die Gefuehle langsamer entwickelt haben, denn das kommt ja auch immer auf die Situation an. Diese Gefuehle sind schon staerker als eine gewisse Grundchemie. Die Grundchemie ist eher eine Voraussetzung dafuer, dass ich einen Mann weiter kennenlernen moechte und dann entwickelt sich mehr, so dass man sich voll und ganz auf ihn einlaesst.
Eine Zweckbeziehung (so wie Du sie verstehst) kaeme fuer mich nicht in Frage, da wuerde mir die emotionale Waerme / Naehe fehlen.
 
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  • #12
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von koelner:
Liebe Foristen,

...

Statt einer reinen "Zweckbeziehung", die sich m.E. eher an logischen und pragmatischen Gesichtspunkten des Zusammenseins orientieren würde, "suchen" ja die Meisten unter uns eine eher gefühlsorientierte "Liebesbeziehung"...



koelner
Zweckbeziehung klingt lustig - von Brecht gibt gibt es da wohl so ein Zitat das die Ehe 'ein Kontrakt zur gegenseitigen Benutzung der Geschlechtsorgane ist' :)-
 
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  • #13
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von faraway:
Damn it :)
Wo ist die Hintertür?
Where is love?
Genau da, wo sie auch davor war. Ich hab sie ja nicht versteckt.
Irgendwie hat das schon was Absurdes: Gerade auf einem Portal, wo sich viele Nutzer einer Partnerbörse zum Zwecke der Partnerfindung herumtreiben, wird umso heftiger geleugnet, daß Liebe ein Zweck ist. Suchen die Suchenden denn nur einen Partner, weil ihnen das die Nachbarin befohlen hat? Oder weil sie da was bezwecken, einen bestimmten Zustand haben wollen? Und offenbar wünschen sie sich den nicht nur und warten, bis die Liebe, der Gott für jedermann, auf ihr Haupt herniederfällt, sondern versuchen, gute Bedingungen zu schaffen, daß dieser Wunsch Wirklichkeit wird. Ergreifen Maßnahmen, wie etwa das Anmelden bei einer Partnerbörse.
Und mein bescheidener Hinweis, daß wer etwas sucht meist auf einen Zweck aus ist, wird ofenbar als Verstecken oder Leugnung oder so der Liebe aufgefaßt.
Gehört es denn zu den notwendigen Voraussetzungen der Partnersuche, daß man sich und anderen so viel vormacht? Ist die Liebe denn so bösartig, daß sie als Bezahlung für ihre Dienste den Selbstbetrug fordert?
Ich glaube nicht.
 
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  • #14
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von Heike:
[...]
Gehört es denn zu den notwendigen Voraussetzungen der Partnersuche, daß man sich und anderen so viel vormacht? Ist die Liebe denn so bösartig, daß sie als Bezahlung für ihre Dienste den Selbstbetrug fordert?
Ich glaube nicht.
Klar, denn ansonsten wäre man ja verletzbar. Liebe hätte ja was mit Gefühl zu tun. ;-)

Nein, ich denke auch nicht, dass dieser Selbstbetrug sein sollte. "Hintenrumkruschteln", Herumdrucksen, Verdacht, Liebesbeweiß, ... - glaubt jemand, auf dem Weg findet man Liebe / hält man eine nicht liebende Person?

Liebe ist etwas Schönes, ein Bedürfnis beim Menschen. Man weiß, dass es sich positiv auf die Menschen auswirkt, beim Verlust zu Schäden, seelischer, wie auch körperlicher Art führt. Gehört doch ganz offensichtlich zum Menschsein dazu.

Eine reine "Zweckehe" käme für mich nicht in Frage. Es wäre für mich auch nicht vorstellbar, mit jemandem eine Beziehung anzufangen, nach dem Motto: Vielleicht entwickeln sich ja Gefühle,... Irgendwie sollte ich schon das Gefühl haben, da ist irgendetwas. Klar kann man sich dabei täuschen, irgendwann, egal ob früher oder später feststellen, man hat sich getäuscht. Das spricht ja aber nicht dagegen.

Bei meinem letzten Date hätte ich eigentlich nach 5 Minuten sagen können, lass uns abbrechen. Das hatte nichts mit Optik zu tun, hatte nichts damit zu tun, dass wir uns nicht gut unterhalten hätten (immerhin 4,5 h), nichts mit irgendwelchen NO GOs. Es war einfach nicht die Spur von "das könnte es sein" da.

Nettmann
 
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  • #18
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Ja, vielleicht gibt oder gab es mal einen dritten WEg. Meine Großeltern, Kriegsgeneration 2.WK, sind den eingegangen: die Vernunftsehe.
Vielleicht war der Begriff Zweckgemeinschaft damals noch nciht modern. Aber vielleicht umschreibt es das auch nicht treffend. Und es hat derer viele gegeben.
Was ich heute bei der Vernuftsehe interpretiere und von meiner Oma weiß: erster Mann gefallen, tiefe Trauer, Kind tot, Verzweiflung... die Jahre gehen dahin, der Krieg scheint nciht enden zu wollen, sie ist Ende 20 und hat den Wunsch in der zerstörten Welt auf heiles Leben und noch einen Neuanfang. Dann trifft sie eine Jugendbekanntschaft wieder, er war schwer verwundet, die Narben der zeit verbinden ohne eine tiefe Liebe, aber mit gleichen Wünschen.
Klar, könnte auch eine Zweckgemeinschaft sein. Für mich ist es mehr ... Sie haben das Leben gemeistert, sind zusammen geblieben, 50 Jahre Ehe.
Obwohl ich immer gespürt habe, dass es mehr Vernunft als Liebe war, haben sie es angenommen, weil sie zu zweit besser waren als sich ewig, weiter hoffend, verloren zu fühlen.
 
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  • #19
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Jetzt ist auch noch die Vernunft da.
Also meinem Eindruck nach werden hier zu 99,9% Vernunftbeziehungen empfohlen. Vernünftig ist, daß es einem mit Partner besser geht als ohne. Daß man sich wohlfühlt. So ziemlich alle Ratschläge hier zielen darauf, daß der, dem da Rat gegeben wird, sich besser fühlen soll.
Selbst als ich vor einigen Tagen mal so etwas wie eine Szene empfohlen habe, gabs eine Menge Reaktionen, wie böse und unvernünftig das doch wäre.
Meine ich ganz ernst: hier gehts doch ständig fast ausschließlich um Vernunft. Daß in "Wohlfühlen" Fühlen drinnensteckt schließt das doch nicht aus, ganz im Gegenteil. Vernünftig ist es, so zu rechnen, daß man sich wohl fühlt. Ich hab fast noch keinen Ratschlag hier gelesen, der was anderes empfohlen hätte.
Rationalität ist heute doch nicht mehr die Maximierung der Anzahl von VW-Käfern, sondern eben von Wohlgefühl.
Und den Gipfel der kalten Vernunft beim Partnerthema stellt eben die beliebte Rechnung dar: mit Partner soll man sich besser fühlen als ohne.
 
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  • #20
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Wäre dies nicht auch ein dritter Weg: ?

Man ist sich freundschaftlich ausserordentlich zugetan und teilt eigentlich alles ausser der Wohnung und der Benutzung der Geschlechtsorgane. Und – wer weiss? – vielleicht mag man diese zwei Ausnahmen mit der Zeit ebenfalls aufheben?

Ich glaube, so ein Mann wäre genau der richtige für mich. Ich muss ihn nur noch finden.
 
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  • #21
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Was soll man darauff sagen Frau Meier?

Nichts.

Und es gibt ja so einige Gesellschaften, auch heute noch, die sagen, die Liebe wächst dort, wo man sie pflanzt; die z. B. die Ehen ihrer Kinder vorplanen und vollziehen, usw. so auf love or love, no proper alternative... und es geht auch nicht schiefer als so manches andere.
obwohl es mir trotzdem gruselt.
Der Gedanke, dass "love" und wohltuende Gemeinsamkeit EIN Begriff sind, ist relativ modern.
Die Grenzen sind vielleicht fliessend... oder waren es; was weiss ich.
ach wie schwierig ist es, zwei Menschen auf einen Nenner zu bringen...

und wir sind ja ziemlich viele.
 
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  • #22
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

@ Heike:

:) Danke für die zwar indirekte, aber unmittelbar Rückmeldung. Eine Beziehung überhaupt einzugehen, hat selbst in der postmodernen Zivilisation wie unserer einen gewissen Druck.
Auch wenn wir heute "freier" sind, die Frauen angeblich emanzipierter, aber wehe man hat es nicht in eine "normale" Partnerschaft geschafft.
Da kommen sogar heute noch Fragen auf; und zwar in der Familie und Nachbarschaft.
Singlezeiten, wie wir sie heute erleben, waren einfach schlichweg verpönt zu früheren zeiten. Man mußte heiraten, wurde verheiratet oder hatte, wenn der Mann eben in den Krieg zog, zu warten oder eben wieder neu anzufangen. Große Überlegungen wie nach der Selbstfindung - Fehlanzeíge.
Ob man das nun Vernunft nennen mag oder nicht ... Diese gedanken haben sie sich womöglich nciht gemacht. und natürlich haben sie ein Wohlempfinden gehabt. Man muss das aber sehr in der betreffenden zeit stehen lassen. das lässt sich so auf das Heute nciht übertragen.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass man für das Eingehen einer Partnerschaft Liebe und zweck nicht voneinander trennen sollte oder kann.
Wenn es keinen Zweck hat, warum verliebe ich mich oder liebe ich dann? das klingt nach einer sehr naiven Einstellung von Liebe.
Alle gemeinsamen Lebensprojekte, alle Wünsche etc. und Sehnsüchte sind mE. zweckdienliche Konsolidierungsvorhaben. Ohne Zweck gehts nicht, auch wenn das von uns fälschlicherweise so negativ behaftet wird.
 
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  • #23
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Die Höhlenmenschen, die Dorfgemeinschaft, die schönen zweckmässigen Beziehungen... und sogar bei den Ägyptern war in einem unbedarften Dorf schon die Hölle los (alles in Tonscherben belegt), aus genau dem gleichen Grund.

We still can't handle it.
 
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  • #24
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Sorry, wollte den Thread nicht zum Erlahmen bringen oder mit der Familienstory Mitleid einheischen...
 
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  • #25
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Mich würde mal interessieren wie moderne wissenschaftliche Erklärungen hier ankommen - etwa der 'Oxytocin Rausch' - also letztlich Liebe als chemische Reaktion. Das die Chemie (pralle Oxytocin Ausschüttung) stimmt - bekommt dann eine fast bizarre Bedeutung.
 
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  • #26
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von FrauMeier:
Ja, vielleicht gibt oder gab es mal einen dritten WEg. Meine Großeltern, Kriegsgeneration 2.WK, sind den eingegangen: die Vernunftsehe.
Vielleicht war der Begriff Zweckgemeinschaft damals noch nciht modern. Aber vielleicht umschreibt es das auch nicht treffend. Und es hat derer viele gegeben.
Was ich heute bei der Vernuftsehe interpretiere und von meiner Oma weiß: erster Mann gefallen, tiefe Trauer, Kind tot, Verzweiflung... die Jahre gehen dahin, der Krieg scheint nciht enden zu wollen, sie ist Ende 20 und hat den Wunsch in der zerstörten Welt auf heiles Leben und noch einen Neuanfang. Dann trifft sie eine Jugendbekanntschaft wieder, er war schwer verwundet, die Narben der zeit verbinden ohne eine tiefe Liebe, aber mit gleichen Wünschen.
Klar, könnte auch eine Zweckgemeinschaft sein. Für mich ist es mehr ... Sie haben das Leben gemeistert, sind zusammen geblieben, 50 Jahre Ehe.
Obwohl ich immer gespürt habe, dass es mehr Vernunft als Liebe war, haben sie es angenommen, weil sie zu zweit besser waren als sich ewig, weiter hoffend, verloren zu fühlen.
Zitat von FrauMeier:
Sorry, wollte den Thread nicht zum Erlahmen bringen oder mit der Familienstory Mitleid einheischen...
Ich fand Deine Geschichte sehr interessant. Eine Geschichte, die das Leben schrieb. Eine Vernunftsehe ist auch ein interessanter Aspekt. Mir würde momentan allerdings kein Grund einfallen, der mich (heute) dazu bewegen würde, „nur“ eine Vernunftsehe einzugehen. Auch da würde mir was fehlen.
 
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  • #27
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

Zitat von Marvin:
Mich würde mal interessieren wie moderne wissenschaftliche Erklärungen hier ankommen - etwa der 'Oxytocin Rausch' - also letztlich Liebe als chemische Reaktion. Das die Chemie (pralle Oxytocin Ausschüttung) stimmt - bekommt dann eine fast bizarre Bedeutung.
Chemie kommt hier in der Regel gut an. In jedem dritten Post steht so was wie "wenn die Chemie stimmt"!
 
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  • #28
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

@FrauMeier - fand den Beitrag recht wertvoll als Beispiel - und ich glaube, die Eltern / Großeltern waren ja nicht unglücklich...

@ Marvin, gegen chemische Reaktionen ist man machtlos, habe ich in besagtem Beispiel selbst erlebt und finde es heute noch schade, dass es bei der Frau offensichtlich nicht zu einer solchen Ausschüttung kam... wäre zwar alles keine "Garantie" für ein Gelingen der Beziehung gewesen, hätte mir aber damals statt Schmerz und Tränen wohl mehr Freude beschert....

@ Heike, wenn Du "Chemie" erlebst, stellst Du keine Fragen mehr :)))
 
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  • #29
AW: Verlieben = "Grundvoraussetzung" für eine "Liebesbeziehung"?

@Heike
Dachte ich jetzt nicht. Da könnte ich jetzt auch denken, das ich mich nicht grossartig von einer Prärie Wühlmaus unterscheide.
 
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  • #30