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Verdeckter Narzissmus

Hallo
Leider habe ich erst seit kurzem festgestellt das meine Ehefrau starke narzisstische Züge hat. Ich habe mich nie mit Narzissmus auseinander gesetzt und in meinem engen Freunden- und Familiekreis war dieser Begriff auch nicht so geläufig oder kam darauf das es dies sein könnte. Es war nur klar, dass das Verhalten meiner Frau einfach, wie soll ich sagen, komisch anders war.

Nun bin ich mir ziemlich sicher das es verdeckter Narzissmus ist. Ich habe mich intensiv damit befasst und kann sagen das meine Frau wirklich verdeckte narzisstische Züge hat. Leider mehr als weniger.

Wir haben auch ein Kleinkind.
Seit 7 Jahren sind wir zusammen. Eigentlich gab es schon nach den ersten paar Monaten Streits in welchen sie ganz komische Ansichten zeigte. Ich wollte das nie so richtig wahrhaben und dachte immer wieder das wird schon.
Aber immer war ich derjenige welcher wieder einlenkte und probierte. Alle paar Wochen und Monate kamen aber wieder riesen Streits mit wirklich narzisstischen Zügen ihrerseits. Aber wie gesagt, hatte ich dazumal keine Ahnung von diesem Thema.

Meine Frau arbeitet seit der Geburt nicht mehr, aber möchte aktuell sobald als möglich wieder arbeiten gehen.

Ich habe mich bereits bei Selbsthilfezentren in und in der Nähe von Zürich informiert (da ich in der Nähe von Zürich wohne). Die Gruppen sind voll und ich nun auf der Warteliste. Wegen Datenschutz geben sie meine Daten den anderen auf der Warteliste nicht weiter. Auch wenn ich die Erlaubnis gebe. Kann ich auch verstehen. Aber ich möchte mich unbedingt mit anderen Betroffenen persönlich unterhalten können. Leider können mir da die Zentren nicht helfen - schade.
Halt eben erst bis eine Gruppe ein Platz frei hat. Das kann dauern.

Mir ist klar das dies ein heikles Thema ist und ich kann natürlich auch nicht immer weg sein von zu Hause. Möchte kein Aufsehen erregen.
Ich möchte doch nur mit anderen betroffenen darüber sprechen. Sich austauschen und stärken. Selbsthilfegruppen-mässig halt.
Am liebsten solche die auch einen verdeckten narzisstischen Ehepartner haben.
Weil es doch starke Unterschiede gibt zum extrovertierten Narzissmus.

Falls jemand auch betroffen ist und Interesse hat sich zu treffen, oder jemanden kennt der das gleiche Thema hat. Wäre es schön was zu hören/lesen.

Vielen Dank!
 

Markus Ernst

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  • #2
Hallo MickeyMouse,

ich kenne Ihre Frau nicht, möglicherweise haben sie auch Recht, möchte aber zu bedenken geben, dass man mit dem Stellen von Diagnosen vorsichtig sein sollte. Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung, eine entsprechende Diagnose kann erst nach ausgiebiger Diagnostik durch Fachleute gestellt werden. Ich finde es wichtig, darauf nochmal hinzuweisen, weil aktuell so viel darüber berichtet wird und der Begriff „Narzisst“ teilweise inflationär benutzt wird.

Unter einem typischen Narzissten stellen sich die meisten Menschen einen selbstbewussten, egoistischen und manipulativen Charakter vor. Nach einer empirischen Studie aus dem Jahr 2008 kann man Narzissmus in drei Subtypen einteilen: den exhibitionistischen Narzissmus, den grandios-malignen Narzissmus und den vulnerabel-fragilen Narzissmus.
Der exhibitionistische (oder auch offene) Narzisst wirkt auf andere selbstbewusst, kühl und arrogant.
Grandios-maligner Narzissmus ist eine Kombination aus Narzissmus, Aggression, Paranoia und antisozialem Verhalten. Menschen mit dieser Form des Narzissmus, fühlen sich dauerhaft nicht genug wertgeschätzt und sind von ihrer Großartigkeit überzeugt.
Menschen, die an einem vulnerablen Narzissmus leiden, werden meist nicht so schnell als Narzissten erkannt, da sie extrem verletzlich, schüchtern und hypersensibel sind. Man bezeichnet diese Form daher auch als verdeckten Narzissmus. Wie die anderen Typen auch, sind sie aber auf sich selbst fixiert und nicht imstande, anderen gegenüber echte Empathie zu empfinden. Kritik oder Zurückweisungen können in ihnen schwere Krisen auslösen. Diese Form des verdeckten Narzissmus ist gleichzeitig am schwierigsten zu diagnostizieren, da Betroffene nicht durch eine deutlich und übermäßig selbstüberzeugte Art auffallen, sondern sich zurückhaltender und selbstkritischer geben.
Das Ziel ist bei allen 3 Typen aber gleich: Sie wollen Bestätigung, Bewunderung, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Erste Hinweise darauf, dass man es möglicherweise mit einem verdeckten Narzissten zu tun hat, können Kritikunfähigkeit, starkes Selbstmitleid, große Selbstzweifel und die Tendenz sein, andere abzuwerten. Aber, wie gesagt, für eine Diagnose reichen diese Hinweise noch nicht.

Eine Beziehung mit einem Narzissten zu führen, ist sehr schwierig. Kurzfristig können folgende Verhaltensweisen helfen: am eigenen Selbstwert arbeiten, Rückzug aushalten, die Schuld nicht immer auf sich nehmen, sich nicht klein machen lassen, Vorwürfe abwehren.

Ich finde Ihre Idee gut, sich mit anderen auszutauschen und Hilfe zu suchen.

Alles Gute und viele Grüße,
Markus Ernst
 
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Apollonia

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  • #4
Vielleicht wäre eine Paartherapie/Paarberatung der erste Weg, um über gemeinsame Probleme zu sprechen und Lösungen zu finden, bevor man sich in einer eventuellen Diagnose "verliert". Meiner Erfahrung nach betreffen Probleme und deren Lösung in einer Partnerschaft meistens nie nur einen Partner.
Ich wünsche Dir viel Erfolg.
 
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Mentalista

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  • #5
Ich habe mich bereits bei Selbsthilfezentren in und in der Nähe von Zürich informiert (da ich in der Nähe von Zürich wohne).
Wohnst du in der Nähe von Zürich, oder ihr als gemeinsame Familie?
Die Gruppen sind voll und ich nun auf der Warteliste. Wegen Datenschutz geben sie meine Daten den anderen auf der Warteliste nicht weiter. Auch wenn ich die Erlaubnis gebe. Kann ich auch verstehen. Aber ich möchte mich unbedingt mit anderen Betroffenen persönlich unterhalten können. Leider können mir da die Zentren nicht helfen - schade.
Halt eben erst bis eine Gruppe ein Platz frei hat. Das kann dauern.
Was hindert dich daran, selber eine Selbsthilfegruppe in deinem Ort zu gründen bzw. ins Leben zu rufen? Es gibt auch Foren für Betroffene.
Mir ist klar das dies ein heikles Thema ist und ich kann natürlich auch nicht immer weg sein von zu Hause.
Geht doch vieles inzwischen über Internet, Zoom usw.
Inwiefern und warum?
Ich möchte doch nur mit anderen betroffenen darüber sprechen. Sich austauschen und stärken. Selbsthilfegruppen-mässig halt.
Da ein Kleinkind involviert ist, gäbe es auch die Möglichkeit, sich prof. Hilfe beim Jugendamt, oder bei Kinderschutzstellen zu holen. Schon mal daran gedacht?
 
D

Deleted member 28917

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  • #6
Falls jemand auch betroffen ist und Interesse hat sich zu treffen, oder jemanden kennt der das gleiche Thema hat. Wäre es schön was zu hören/lesen.
Hallo,

es ist enorm schwierig für sowas einen Gesprächspartner zu finden, weil diese Thematik vermutlich niemand versteht, auch nicht aus dem gemeinsamen Freundes oder Bekanntenkreis. - Man ist komplett auf sich alleine gestellt.

Weiblicher Narzissmus existiert eigentlich nicht, schon gar nicht bei Frauen, weil eigentlich immer die Männer Schuld sind, alleine aus Prinzip. - Fast die gesamte Fachliteratur verurteilt die Männer, als "Der Narzisst, du musst den Mann loswerden."

Pass auf, mir ging es ähnlich und genau das, was du schreibst war es bei mir auch, ich dachte anfangs ebenfalls: "Das wird schon wieder." oder ich habe einen Hörfehler oder meine Ex-Partnerin braucht ihre Freiheit oder ich hatte das Gefühl völlig im falschen Raum zu sein, nachdem sie dir was verbal an den Kopf geworfen hat. (Morgens im Bett nach 4 Monaten und einem geplanten Urlaub, haufenweise Inventar für's Home-Office und meinem Pedelec im Keller: "Wenn du gehen geh, ich werde dich nicht aufhalten." (Aus heiterem Himmel.) - Bei mir war es nach einem Jahr zum Glück vorbei... Sexuell lief am Ende nichts mehr, nur noch Schuldzuweisungen, sie hat zuletzt einfach angefangen zu schweigen, wochenlang, den Telefonkontakt blockiert, die Beziehung wurde nie richtig beendet, erst als ich sagte, dass ich das nicht mehr möchte... Natürlich war ich dann Schuld, weil ich egoostisch bin, keine Rücksicht auf sie nehme.... - Ich hatte in der Coronazeit eine Fernbeziehung mit so einer Person und leider darin auch ziemlich viel investiert.

Ausstehende, denen du das erzählst, würden fragen, ob sie testet, wie weit sie gehen kann! - Es ist aber viel mehr, tatsächlich wirst du in dieser Beziehung, wenn es so ist, schleichend vergiftet.

Eine Selbsthilfegruppe kann ich dir an Herz legen.

Bei mir wurde der komplette Freundes und Familienkreis durch sie abgesägt, ich kann niemanden mehr kontaktieren, vermutlich hat irgendeinen Mist erzählt... - Du bist nach so einer Beziehung nur noch ein Haufen Asche. - Du wirst vermutlich sehr lange brauchen, wieder richtig innerlich klar zu kommen.

Du brauchst auf jeden Fall Menschen zum Reden, die dich verstehen! Vielleicht hilft auch eine Familienberatungsstelle... Tu es für dich und dein Kind!

Mir hat das Reden enorm geholfen, da ich durch Zufall jemanden kennengelernt habe, der das auch durchgemacht hatte. - Wir waren unsere eigene Selbsthilfegruppe und konnten uns eben verstehen, weil so viele Parallelen gab.

Du bist nicht alleine... - Narzissmus zu behandeln ist sehr schwierig und erfordert dauerhafte Medikamenteneinnahme... der Mensch hat quasi graue Materie im Kopf, an der Stelle wo andere Menschen Empathie empfinden können, ist das Gehirn abgestorben. - Möglich ist alles, aber dieser Mensch muss wollen!

Du kannst deine Frau fragen, ob sie weiß, was in ihrer Kindheit passiert ist. - Prägend sind wohl die ersten 3 Jahre. - Vielleicht wurde sie auch missbraucht. (Vielleicht bekommst sie damit zu einer gemeinsamen Therapie bewegt.) - Mir ist endloser Fragenkatalog durch den Kopf gegangen, weil ich meine Exfreundin oder einen Teil von ihr sehr geliebt habe.

Liebe Grüße! 🍀
 
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  • #8
Das ist so... das, was im Kopf fehlt, ist irreversibel geschädigt. - Ich rede natürlich von pathologischem Narzissmus.

Solche Menschen haben gegenüber anderen Menschen kein Mitgefühl, empfinden keine Liebe. - Sie brauchen die verletzten Gefühle anderer Menschen nur zur Selbstbestätigung. Sie sehen sich selbst als perfekt, haben keine Fehler und wenn, sie dir irgendwas davon mitteilen, dient das nur einem Ziel, dass du das widerlegen sollst und du sie damit rein wäschst... - Narzissten handeln auf der für andere Menschen sichtbaren Gefühlsebene rein mechanisch und sehen das als Überlegenheit.

Dieser Mensch hat ein innerlich zerbrochenes Selbst und eine dauerhafte Hirnschädigung, die aus den ersten Lebensjahren kommt und sich bis ca. zum 30. Lebensjahr zur Perfektion weiterentwickelt. (Sie töten ihr eigenes Gehirn auf der Gefühlsebene.) - Das ist eine ziemlich moderne Sicht der Dinge:
https://warda.at/magazin/lifestyle/warum-narzissten-nicht-aus-fehlern-lernen/
 
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Erin

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  • #9
Das ist so... das, was im Kopf fehlt, ist irreversibel geschädigt. - Ich rede natürlich von pathologischem Narzissmus.

Solche Menschen haben gegenüber anderen Menschen kein Mitgefühl, empfinden keine Liebe. - Sie brauchen die verletzten Gefühle anderer Menschen nur zur Selbstbestätigung. Sie sehen sich selbst als perfekt, haben keine Fehler und wenn, sie dir irgendwas davon mitteilen, dient das nur einem Ziel, dass du das widerlegen sollst und du sie damit rein wäschst... - Narzissten handeln auf der für andere Menschen sichtbaren Gefühlsebene rein mechanisch und sehen das als Überlegenheit.

Dieser Mensch hat ein innerlich zerbrochenes Selbst und eine dauerhafte Hirnschädigung, die aus den ersten Lebensjahren kommt und sich bis ca. zum 30. Lebensjahr zur Perfektion weiterentwickelt. (Sie töten ihr eigenes Gehirn auf der Gefühlsebene.) - Das ist eine ziemlich moderne Sicht der Dinge:
https://warda.at/magazin/lifestyle/warum-narzissten-nicht-aus-fehlern-lernen/
es wird vermutet, dass genetische Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Mittels intensiver Psychotherapie kann geholfen werden. Medikamente braucht es nicht in jedem Fall lebenslänglich.
Weiblicher Narzissmus existiert eigentlich nicht, schon gar nicht bei Frauen,
was soll denn die Aussage? Frauen sind weiblich. Das ist ja wie eine tote Leiche.
 
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  • #10
was soll denn die Aussage? Frauen sind weiblich. Das ist ja wie eine tote Leiche.
Dann lies mal in der Literatur, fast immer sind es dort die Männer.
es wird vermutet, dass genetische Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Mittels intensiver Psychotherapie kann geholfen werden. Medikamente braucht es nicht in jedem Fall lebenslänglich.
Das ist primär nichts Genetisches, sondern liegt an der Erziehung/Behandlung des Kindes in den ersten Lebensjahren, bezüglich elterlicher Fürsorge und Beachtung, in denen sich das Gehirn entwickelt, ein Kind ist den ersten Lebensjahren abhängig von den Eltern und passt sich an, um weiterhin überleben zu können, die erste Sprache ist Fürsorge, elterliche Liebe und das Belohnungsverhalten, Dinge richtig zu machen. - Wird das falsch kanalisiert, lernt es das Gehirn und weiß, dass es durch Missachtung von sozialem Verhalten ans Ziel kommt, Menschen, die Gefühle haben schwach sind, und es beim Überleben darum geht, sich darüber hinweg zu setzen... Die Gefühlskomponente fehlt irgendwann völlig, sodass der Mensch unvollständig ist, sich anderen gegenüber dissozial verhält. - Im Grunde will dieser Mensch immer anderen überlegen sein, strebt selber das an, was andere Menschen haben, aber erreicht es nie, Gefühle und Sozialverhalten.

Das würde ja sonst bedeuten, dass ein Psychopath bereits von der Geburt an einer ist... das stimmt nicht. - Außerdem kommen wir damit auf eine schiefe Bahn bezüglich von Verurteilungen unschuldiger Wesen...

Das Gehirn ist unglaublich leistungsfähig, denn funktioniert ein Areal nicht, kann ein anderes auch dessen Funktion übernehmen... (Jedoch funktioniert der "Autopilot" nur in den ersten Lebensjahren komplett, danach steuert das Bewusstsein immer mehr.)

Es gibt Verhaltenstherapien, Psychopharmaka zur Impulskontrolle... etc... Das Spektrum reicht weit und vermutlich macht es die Mischung und sehr viel Offenheit gegenüber einem Partner.

Ein Narzisst ist dauerhaft gefühlsbehindert.
 
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Erin

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