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  • #1

"Verbrannte Erde" ?

Bei dem zuletzt doch herrlichen Winterwetter hatte ich eigentlich große Lust auf einen Spatziergang, habe es am Ende dann aber doch gelassen, weil ich an all den schönen Plätzen natürlich auch mit IHR war und die mich jetzt (immer noch) an SIE erinnern. Und ich müßte damit rechnen, IHR dort zu begegnen, womöglich in Begleitung des "Neuen" - das muß ich nicht haben. Ich bin froh, daß ich mittlerweile nicht mehr ständig, sondern nur noch ab und zu an SIE denke - hat ja auch lange genug gedauert ... (gell, Schreiberin ? ;-) ).

Wie geht Ihr damit um : Trotzdem hingehen ? Neue Plätze suchen ? Ganz was anderes ?
 
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Hafensänger

  • #2
Ich grübel noch über "Spatziergang".

Alles neu macht der Mai
macht die Seele frisch und frei
Laßt das Haus, kommt hinaus,
windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein
duftend pranget Flur und Hain
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang

Wir durchzieh’n Saaten grün
Haine, die ergötzend blüh’n
Waldespracht – neu gemacht
nach des Winters Nacht.
Dort im Schatten an dem Quell
rieselnd munter, silberhell
klein und Groß ruht im Moos
wie im weichen Schoß

Hier und dort, fort und fort
wo wir ziehen Ort für Ort
Alles freut sich der Zeit
die verjüngt, erneut
Widerschein der Schöpfung blüht
uns erneuernd im Gemüt
Alles neu, frisch und frei
Macht der holde Mai
 
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  • #3
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Gast

  • #4
Auf verbrannter Erde wächst etwas Neues besonders gut... Es ist gut, wenn du die alten Lieblingsplätze mit jemand neuem besuchst...es sind DEINE Plätze und sie gehören dir! Lass sie dir nicht von häßlichen Erinnerungen nehmen. Einmal durchgeputzt und abgeregnet ist alles, an was du dich erinnerst nur noch Gespenst. Gespenstern kann man erwachsen. Manchmal sind unsere Wege dunkel und beschwerlich, aber es gibt immer Licht am Ende. Wende dich der Wärme anderer Menschen zu und nimm sie mit in deine Welt...
 
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  • #5
@ Fafner :
Im Mai sind's 2 Jahre, aber der Kopf wird jetzt erst langsam wieder "frei" ... !
Als ich mich 2013 hier angemeldet habe, hatte sie die Beziehung gerade beendet. Danach sind wir noch ein paar Mal wieder zusammengekommen - und sie hat sich wieder getrennt, zuletzt dann im Mai 2015.

@ Evelina :
Woher "jemand neuen"nehmen und nicht stehlen ... ?!

@ BoiledFrog : Eieieieiei - Schande über mein Haupt : Ich verkaufe ein "t" ... ! :-((
 
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Dr. Bean

  • #6
Da müsste ich ja meine ganze Stadt meiden :)
 
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  • #7
Ich kenne deine mentale Stärke nicht und kann daher nicht beurteilen, wie gut du mit der Konfrontation umgehen kannst. Dennoch empfehle ich dir, diese Orte nicht zu meiden. Geh anfangs mit einer dir vertrauten Person zu diesen Orten. Stell dich deinen Gefühlen und wenn du z. B. auf eure Parkbank sitzt und du weinen musst oder am liebsten nur laut schreien willst, dann mach es. Lass die Leute um dich herum ruhig blöd gucken. Die "Heilung" ist wichtiger und dabei hilft es, dem Schmerz zu begegnen und ihn zu überwinden, sonst wird er dich noch sehr lange verfolgen.

Ich zum Beispiel wohne immer noch in der Wohnung, in der ich ca. 6 Jahre mit meiner Ex zusammen gelebt hatte. Anfangs war es unerträglich. Aber mit der Zeit habe ich paar Möbel umgestellt, einige entsorgt und dafür neue gekauft. Dem Schmerz Tag für Tag da zu begegnen wo wir früher überall zusammen waren, hat mir letzten Endes geholfen, diesen schneller zu überwinden. Mir hat dabei aber auch meine Schwester mit ihrer kleinen Familie (ihr Mann + ihre beiden Racker) geholfen. Wir waren an Orten, wo ich vorher nur mit meiner Ex war: Park, paar versteckte Spazierwege im Wald, Rummelplatz, Märkte und so weiter. Diese Plätze mit neuen und positiven Erinnerungen zu füllen, war ein wichtiger Teil meiner “Genesung“.
 
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  • #8
Zitat von Wasistdas?:
Die "Heilung" ist wichtiger und dabei hilft es, dem Schmerz zu begegnen und ihn zu überwinden, sonst wird er dich noch sehr lange verfolgen.

Ja, Reframing, den Dingen ihren eigentlichen Wert und ihre eigentliche Bedeutung zurückgeben - das ist ein sehr wichtiger Schritt im Trauerprozess.
 
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  • #9
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Hafensänger

  • #10
Zitat von Traumichnich:
@ BoiledFrog : Eieieieiei - Schande über mein Haupt : Ich verkaufe ein "t" ... ! :-((
I wo, solange mir niemand mit penetrierender Kleinschreibung und verweigerter Interpunktion die Augen bluten macht, ist mir das im Regelfall nicht der Erwähnung wert. Mich hat nur der "Spatz" abschweifen lassen. Manchmal ergibt sich daraus ein anderer Sinn. Da sind mir selbst schon hübsche Sachen passiert.^^
Zur Sache kann ich weiter nichts beitragen, du wirst es irgendwie abschließen müssen. Das fällt dem einen leichter, anderen nicht. Auf mich selbst hat das Gedicht Wirkung, der Mai ist vegetativ der schönste Monat im Jahr und ich freue mich schon darauf. Die Tage werden wieder länger, es geht aufwärts!
 
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  • #12
Zitat von Traumichnich:
Bei dem zuletzt doch herrlichen Winterwetter hatte ich eigentlich große Lust auf einen Spatziergang, habe es am Ende dann aber doch gelassen, weil ich an all den schönen Plätzen natürlich auch mit IHR war und die mich jetzt (immer noch) an SIE erinnern. Und ich müßte damit rechnen, IHR dort zu begegnen, womöglich in Begleitung des "Neuen" - das muß ich nicht haben. Ich bin froh, daß ich mittlerweile nicht mehr ständig, sondern nur noch ab und zu an SIE denke - hat ja auch lange genug gedauert ... (gell, Schreiberin ? ;-) ).

Wie geht Ihr damit um : Trotzdem hingehen ? Neue Plätze suchen ? Ganz was anderes ?

Du könntest ihr überall begegnen, daher würde ich mir auf jeden Fall überlegen, was Du tust, wenn Du sie alleine triffst und was Du tust, wenn Du sie mit einem Freund triffst. Abhauen, wenn Du sie siehst, ist zwar nicht so elegant, aber ich gestatte mir das, wenn ich für eine reifere Begegnung noch nicht so weit bin :)

Meine Reframing-Strategie - Danke Yvette, jetzt kenne ich den Fachausdruck :)) - ist, mir zu sagen, dass er Ort besonders ist und dass er ja auch nix dafür kann, dass ich dort traurige Gedanken bekomme. Ich würde hingehen und mich an der Schönheit des Ortes erfreuen.

Je nach Verarbeitungsgrad Deiner Beziehung dort entweder daran denken, wieso es eben nicht hingehauen hat (man darf sich, wenn die Beziehung sowieso Geschichte ist, ruhig die Dinge ein bisschen schönreden, sich also besser dastehen lassen und den anderen etwas mies machen, finde ich :)). Merkt keiner, mir hilft's).

Wenn Du dann irgendwann dort und auch sonst überall ohne Groll oder Trauer an die schönen Zeiten mit der früheren Freundin denken kannst, hast Du es geschafft, über die Trennung hinwegzukommen.
 
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  • #13
Zitat von Pat65:
Meine Reframing-Strategie - Danke Yvette, jetzt kenne ich den Fachausdruck :)) - ist, mir zu sagen, dass er Ort besonders ist und dass er ja auch nix dafür kann, dass ich dort traurige Gedanken bekomme. Ich würde hingehen und mich an der Schönheit des Ortes erfreuen.

Sehr gerne! Kenn mich halt auch aus damit! :-(

Das gilt nicht nur für Orte sondern auch für Musik, Essen, Kleidungsstücke und überhaupt alles, was man mit dem anderen in Verbindung bringt.
 
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  • #14
Danke erstmal für Euren "Input". Ich glaube, das wird wie die Verarbeitung der Beziehung selbst : Das wird dauern ... !

Aber gut : Es wird Zeit, gehen wir auch das an !

Nur der Vollständigkeit halber : Ich habe (fast) nur (sehr) schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, daher keine Spur von Groll o. ä., aber reichlich Trauer ob des Verlustes (gehabt).

Das "Hinterhältige" an meinen Gedanken ist eher, daß ich (mittlerweile) eigentlich ganz gut drüber hinweg bin, sie aber mich immer noch viel zu oft an sie erinnern, z. B. "Das Kleid stünde ihr aber toll !" etc. - und diese Gedanken kommen natürlich ohne Vorwarnung und erwischen mich oft auf dem falschen Fuß. Mittlerweile merke ich es aber immerhin schon recht fix, und dann muß ich unmerklich grinsen ... ! ;-)

Wird schon ... ! ;-)
 
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  • #15
Zitat von Traumichnich:
Danke erstmal für Euren "Input". Ich glaube, das wird wie die Verarbeitung der Beziehung selbst : Das wird dauern ... !

Aber gut : Es wird Zeit, gehen wir auch das an !

Nur der Vollständigkeit halber : Ich habe (fast) nur (sehr) schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, daher keine Spur von Groll o. ä., aber reichlich Trauer ob des Verlustes (gehabt).

Das "Hinterhältige" an meinen Gedanken ist eher, daß ich (mittlerweile) eigentlich ganz gut drüber hinweg bin, sie aber mich immer noch viel zu oft an sie erinnern, z. B. "Das Kleid stünde ihr aber toll !" etc. - und diese Gedanken kommen natürlich ohne Vorwarnung und erwischen mich oft auf dem falschen Fuß. Mittlerweile merke ich es aber immerhin schon recht fix, und dann muß ich unmerklich grinsen ... ! ;-)

Wird schon ... ! ;-)

Meine Erfahrung ist ohnehin, dass die blöden Situationen und Streitigkeiten verblassen und die schönen Erinnerungen bleiben.

Wird schon! :)
 
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  • #16
Zitat von Yvette:
Na also, in Sachen Schnellwechsel kann ich sicher noch von Dir lernen...

Zitat von Yvette:
Meine Erfahrung ist ohnehin, dass die blöden Situationen und Streitigkeiten verblassen und die schönen Erinnerungen bleiben.
Das ist doch genau sein Problem. Er konserviert schöne Erinnerungen und ist dadurch ständig wie auf Entzug. Er braucht etwas (jemand), womit er sich nach vorne konzentrieren kann.
 
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  • #17
Fafner, da könnte was dran sein !

Ich muß zugeben, daß ich es so noch nicht gesehen habe - ja, ja, die Geschichte mit dem Wald und den Bäumen ... !

Danke !
 
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  • #18
Wenn du nun nur noch das gewichten würdest, was nicht so schön war, um von ihr wegzukommen, sähe ich das mehr als Loyalitätskonflikt als das Tragen im Herzen. Du liebst sie, warum willst du dir das ausreden? Jemanden zu lieben bedeutet nicht auch jemanden anderen zu lieben.
 
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  • #19
Man kann doch nicht jemanden über zwei Jahre praktisch ohne Kontakt lieben. So quasi in der Erinnerung. Wirklich nicht.
 
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  • #20
Zitat von fafner:
Na also, in Sachen Schnellwechsel kann ich sicher noch von Dir lernen...

Das ist doch genau sein Problem. Er konserviert schöne Erinnerungen und ist dadurch ständig wie auf Entzug. Er braucht etwas (jemand), womit er sich nach vorne konzentrieren kann.

Es gibt Kommentare, die man sich auch einfach hätte sparen können!
 
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  • #23
Zitat von Traumichnich:
Begründung ... ? A priori würde ich sagen : Das sehe ich anders !

Ob man damit glücklich wird/sein kann, steht auf einem anderen Blatt ... !

Ich denke, du hast kein reales Bild mehr von ihr...Du hast dir alle positiven Dinge zusammen gesucht und liebst nur dieses Bild...Genauso kõnntest du einen Filmstar lieben...Das ist nicht die Wirklichkeit..
Lass dich mal von der Wirklichkeit abholen....
 
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  • #24
Hm ...
 
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  • #25
Zitat von fafner:
Man kann doch nicht jemanden über zwei Jahre praktisch ohne Kontakt lieben. So quasi in der Erinnerung. Wirklich nicht.
Nur weil es für dich nicht vorstellbar ist, heißt es noch lange nicht, dass es nicht so sein kann! Du kannst es doch gar nicht beurteilen, weil du, nachdem, was du hier bisher hier geschrieben hast, nach deiner Ehe noch nie zwei Jahre allein warst. Andere Menschen können anders sein als du, emotionaler, wehmütiger, eher halbleeres Glas als halbvolles etc. Einer verarbeitet schneller, ein anderer langsamer. Manch einer schaut eher melancholisch zurück mit verklärtem Blick. Der andere richtet nur bald sein Krönchen und blickt suchen nach vorn. Die Welt ist bunt.....
 
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  • #26
Zitat von fafner:
Man kann doch nicht jemanden über zwei Jahre praktisch ohne Kontakt lieben. So quasi in der Erinnerung.

Doch, warum auch nicht? Es wird immer Menschen in deinem Leben geben, die du liebst. Unabhängig davon, ob sie noch weiter aktiv daran teilhaben, gegangen sind oder vielleicht nicht mehr leben. Liebe für jemanden trägst du in dir, unabhängig von der Person selbst. Ich liebe nicht, weil ich jemanden küsse, sondern ich küsse jemanden, weil ich ihn liebe. ;)

Von daher, Traumichnich, machst du alles richtig. Mit der Zeit wird deine Liebe verblassen, aber wenn es Liebe ist, wird sie immer ein Teil von dir sein. Lass dich nicht verbiegen... ;)
 
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  • #27
Zitat von Dreamerin:
Nur weil es für dich nicht vorstellbar ist, heißt es noch lange nicht, dass es nicht so sein kann!
Gemeint war nicht, daß es faktisch unmöglich ist.

Zitat von Jett Rink:
Weil es nicht gesund ist.

Es wird immer Menschen in deinem Leben geben, die du liebst. Unabhängig davon, ob sie noch weiter aktiv daran teilhaben, gegangen sind oder vielleicht nicht mehr leben.
Deswegen meide ich aber nicht Plätze, wo ich ihnen begegnet bin. Und darum geht es hier. Das beeinträchtigt eindeutig die Lebensqualität. Daher kann ich nur jedem raten, etwas dagegen zu unternehmen.