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  • #61
AW: Untreue

Zitat von Lisa:
Und klare Umstände schafft man am besten durch klare Kommunikation. Ich habe das Gefühl, dass das Miteinanderreden irgendwie völlig aus der Mode gekommen ist. Da wird rumspekuliert, es werden Dritte gefragt, Tests gemacht, Ratgeber gelesen.
Nee, wenn ich in meiner Beziehung schon soweit gekommen bin, dann ist es völlig wurscht, ob der andere fremdgeht, dann stimmt schon was Grundsätzliches nicht mehr.
@lisa

Liebe Lisa , ICH habe mit ihm geredet! 100 mal! Immer und immer wieder habe ich bei der Vermutung, dass er ne Andere hat, ihn zur Rede gestellt. Und IMMER und IMMER wieder hatte er mit treuem Blick eine wunderbare Erklärung für alles. Es war ja alles sooooo in Ordnung.....

So, und wenn man merkt, dass man trotz des Willens zu reden, immer noch für dumm verkauft wird, dann hat man nach Monaten der Ungewissheit (die verdammt weh tut!!!) einfach die Schnauze voll und geht an das Handy! Weil man einfach keine andere Wahl mehr hat.
 
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  • #62
AW: Untreue

Vergiß es. Überfrau Lisa weiß garantiert das Patentrezept, wie es richtig wäre und was falsch an deinem verhalten ist :)
 
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  • #63
AW: Untreue

@ Viktoria: ich kann Dich sehr gut verstehen, mir ging es genauso.
Ich habe auch alles versucht, ihm zum Reden zu bringen, aber nichts half. Im Gegenteil, er wurde sogar richtig aggressiv!
Und die Ungewissheit hat mich auch dazu getrieben nachzusehen. Ich bin nicht stolz darauf, aber ich sah da keinen anderen Ausweg.

Und leider hatte ich ja auch recht gehabt mit meinen Verdachtsmomenten...
 
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  • #64
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Vielleicht geht es ihr wie mir, dass ihre Beiträge nicht sofort freigeschaltet werden. So macht das Schreiben hier keine Freude, meine Beiträge werden durch diese Verzögerungen nicht zeitnah wahrgenommen. Somit könnte ich sie mir auch sparen.
das dauert ganz bestimmt keine fünf Tage. Es gibt immer noch keine Reaktion von ihr.
---
Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich so einige der Beiträge lese. E-mails sind privat und ich käme nicht auf die Idee sie unaufgefordert zu lesen oder Telefonnummern zu kontrollieren. Möglicherweise bin ich zu selbstbewußt, oder nur naiv?
 
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Minze

  • #65
AW: Untreue

Zitat von GLÜCKLICH:
das dauert ganz bestimmt keine fünf Tage. Es gibt immer noch keine Reaktion von ihr.
Stimmt.

Zitat von GLÜCKLICH:
Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich so einige der Beiträge lese. E-mails sind privat und ich käme nicht auf die Idee sie unaufgefordert zu lesen oder Telefonnummern zu kontrollieren. Möglicherweise bin ich zu selbstbewußt, oder nur naiv?
Ich wollte das auch nicht und es ist besser, wenn man sich weder in so einer Lage des Überprüfen-Wollens befindet, noch in solch eine begibt. Schwierig ist und bleibt ein vernünftiger Umgang mit Verdachtsmomenten, die auf Fremdgehen hindeuten, aber mit Gesprächen nicht aufzuklären sind. Als mögliche Konsequenz, die Beziehung zu beenden ist ein harter Schritt.
 
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  • #67
AW: Untreue

Ich glaube, wir reden hier von zwei verschiedenen Dingen. Bei dem einen geht's darum, im Falle eines quälenden Verdachtes irgendwann aus Verzweiflung in die Privatsphäre des anderen einzudringen. Bei dem anderen geht's darum, dass die Privatsphäre des anderen von vornherein geringeschätzt wird, ohne dass überhaupt ein Verdacht besteht. Was also soll das?

Klar, was hier zu Vertrauen usw. gesagt wurde, das kann man ja alles machen. Mir kommt es nur widersprüchlich vor, dass Vertrauen sozusagen zwangsläufig davon abhängig gemacht wird, dass man seine Privatsphäre auf ein Minimum herunterschraubt und sich damit jederzeit "überprüfbar" macht. Das klingt mir son bisschen nach dem guten alten "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Aber dann soll man's auch so nennen, denn Vertrauen ist etwas, was eben *nicht* auf Kontrolle und Kontrollierbarkeit basiert – dann wäre es Misstrauen. Und das ist das genaue Gegenteil.
 
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Minze

  • #68
AW: Untreue

Zitat von Andre:
Ich glaube, wir reden hier von zwei verschiedenen Dingen. Bei dem einen geht's darum, im Falle eines quälenden Verdachtes irgendwann aus Verzweiflung in die Privatsphäre des anderen einzudringen. Bei dem anderen geht's darum, dass die Privatsphäre des anderen von vornherein geringeschätzt wird, ohne dass überhaupt ein Verdacht besteht. Was also soll das?
Um Letzteres ging es mir nicht! Wenn zwei Menschen beschließen, ihr Leben miteinander zu gestalten, ihren Lebensalltag gemeinsam zu organisieren, dann nehmen sie doch ganz selbständig am Privatleben des jeweils anderen teil, so auf Gegenseitigkeit beruhend. Vertrauen kommt dabei doch nicht angeflogen und macht sich ganz selbsttätig breit, nein, das muss doch entstehen, wachsen und ganz praktisch gelebt werden.

Zitat von Andre:
Klar, was hier zu Vertrauen usw. gesagt wurde, das kann man ja alles machen. Mir kommt es nur widersprüchlich vor, dass Vertrauen sozusagen zwangsläufig davon abhängig gemacht wird, dass man seine Privatsphäre auf ein Minimum herunterschraubt und sich damit jederzeit "überprüfbar" macht. Das klingt mir son bisschen nach dem guten alten "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Aber dann soll man's auch so nennen, denn Vertrauen ist etwas, was eben *nicht* auf Kontrolle und Kontrollierbarkeit basiert – dann wäre es Misstrauen. Und das ist das genaue Gegenteil.
Wie mechanisch betrachtest du es eigentlich, Beziehungen zu *leben*? Da wird nichts "heruntergeschraubt", da wird sich doch vielmehr gegenseitig ergänzt und bereichert. Da finden spannende Lernprozesse statt. Es ist ein *anderes* Leben zu zweit zu leben als alleine. Und dieser Unterschied macht sich natürlich bemerkbar. Die Privatleben zweier Menschen vermischen sich, wenn sie es so haben möchten, wenn sie ihrer beider Leben gemeinsam gestalten wollen. Diese Gemeinsamkeit braucht als Basis und zur Stabilisierung Vertrauen, damit das sich öffnen, das Geben und Nehmen, die gemeinsame Intimsphäre behutsam aufgehoben und geschützt bleibt.
Zweie, die sich lieben und wertschätzen, die denken meiner Einschätzung und Erfahrung nach nicht so, dass ihre Privatsphäre durch den anderen eingeschränkt wird, die möchten ihre mit dem anderen teilen, weil sie genau darin eine besondere Erfüllung sehen, eine gewisse "Einzigartigkeit" unter allen Freundschaften, die man sonst noch so hat.

Deine Aussage (und Sichtweise?), ..."würde Vertrauen zwangsläufig davon abhängig gemacht, dass man seine Privatsphäre auf ein Minimum herunterschraubt und sich damit jederzeit "überprüfbar" macht"..., die beachtet mir zu wenig die wertvolle Dynamik von Beziehungen, die intuitiven Prozesse, die solch mechanischen Sichtweisen überflüssig machen. Es geht doch vielmehr um gegenseitig erwünschte Transparenz, die Vertrauen ermöglicht, intensiviert und stabilisiert.

Gerade weil Vertrauen nicht auf Kontrolle und Kontrollierbarkeit basiert, braucht es stabile Bedingungen, um sich zu entwickeln. Sonst bliebe es etwas sehr unsicheres, das zum Kontrollieren verleitete... weil eben Vertrauen und Sicherheit fehlte.

Unsicherheit verunsichert gute Gefühle und wirkt sich somit destruktiv aus. Eine sehr verliebte Freundin gab ihre guten Gefühle wegen solcher Unsicherheiten auf. Sie liebte ihn sehr, aber die Verunsicherungen wirkten dagegen. Er liebte auch sehr, aber hielt an seiner ureigenen, ganz persönlichen, undefinierten "inneren Intimsphäre" so fest, dass Verunsicherung sich fast unumgänglich breit machte. Fragen wie, was jemand wohl zu verstecken hat, kommen dann zwangsläufig auf. Und genau darauf wollte ich hinaus.

Es geht doch nicht darum, kein Eigenleben mehr zu haben, nein, aber es geht darum, dass es einer Partnerschaft auf Dauer meist nicht so gut bekommt, wenn man dieses verheimlicht oder gezielt und vehement auf dessen Abschirmung besteht. Wenn dieses unverhandelbare und selbstverständliche Recht auf ureigene Privatsphäre so überbetont wird, dann kann das schon Misstrauen hervorufen, also eben das Gegenteil von Vertrauen.

Es ist doch schön, nichts verstecken zu müssen, ein besonderes Gefühl der Freiheit. Gegenseitiges Vertrauen beinhaltet solche Freiheit. Wie sonst will man spüren und wissen woran man ist, wenn nicht über praktisches Verhalten und Handeln?
 
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  • #69
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Es ist doch schön, nichts verstecken zu müssen, ein besonderes Gefühl der Freiheit. Gegenseitiges Vertrauen beinhaltet solche Freiheit. Wie sonst will man spüren und wissen woran man ist, wenn nicht über praktisches Verhalten und Handeln?
Vielleicht ist das der Single in mir, aber es gibt Bereiche - und dazu gehören Tagebücher, Mails und Handy-Nachrichten -, die für die Augen/Ohren Dritter tabu sind. Und da geht es gar nicht darum, dass ich irgendwelche 'dunklen' Geheimnisse vor einem Partner verbergen, hinterrücks über ihn ablästern o.ä. tun wollen würde. Aber es gibt ja auch andere 'gewachsene' Beziehungen, etwa zu FreundInnen oder Familienmitgliedern, in denen Diskretion und Loyalität selbstverständlich sein sollten. Und manchmal auch Gedanken, die man nicht (oder nicht gleich) mit dem Partner diskutieren möchte.
Zum Vertrauen gehört für mich, dass man dem/der anderen auch Geheimnisse lassen kann.
 
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Minze

  • #70
AW: Untreue

Zitat von Benutzerin:
Zum Vertrauen gehört für mich, dass man dem/der anderen auch Geheimnisse lassen kann.
Ja, klar, wenn es Geheimnisse sind, die für den anderen keine Bedeutung, keine negativen Folgen haben. Dies meinte ich auch mit Freiheit durch Vertrauen. Das Wissen um eigene/persönliche Kontakte/ Freundschaften verhindert Misstrauen und erübrigt das Preigeben von Inhalten. Ungewissheit ist der beste Freund von Misstrauen. Gewissheit schenkt Sicherheit. Dazu gehört für mich eine gewisse Überschaubarkeit, eine grobe Einschätzung der Bedeutung der Konstellationen außerhalb der Partnerschaft.
 
B

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  • #71
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Das Wissen um eigene/persönliche Kontakte/ Freundschaften verhindert Misstrauen und erübrigt das Preigeben von Inhalten.
Ich hab es allerdings auch schon erlebt, dass Partner von Freundinnen auf mich (oder unsere Beziehung) 'eifersüchtig' bzw. misstrauisch gewesen sind.
Das wäre übrigens für mich ein ziemliches 'No-Go' (blödes Wort...) in einer Partnerschaft: Eifersucht auf bereits bestehende Bindungen.
 
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  • #72
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Ja, klar, wenn es Geheimnisse sind, die für den anderen keine Bedeutung, keine negativen Folgen haben. Dies meinte ich auch mit Freiheit durch Vertrauen. Das Wissen um eigene/persönliche Kontakte/ Freundschaften verhindert Misstrauen und erübrigt das Preigeben von Inhalten. Ungewissheit ist der beste Freund von Misstrauen. Gewissheit schenkt Sicherheit. Dazu gehört für mich eine gewisse Überschaubarkeit, eine grobe Einschätzung der Bedeutung der Konstellationen außerhalb der Partnerschaft.
Eine Schwierigkeit in dem Zusammenhang ist schon, daß man selbst meist glaubt, besser mit solchen Konstellationen, in denen man sich sonst noch befindet, umgehen zu können als der Partner. Also wenn der Partner bei deren näherer Kenntnis Unwohlsein und Eifersucht verspürt, man selbst der Ansicht ist, daß dies gar nicht nötig wäre, eben weil man das selbst gut unter Kontrolle hat und der Partner nichts befürchten muß.
Das kann ein Grund sein, dem Partner nicht alles zu erzählen: eben weil er es gleichsam notwendig mißverstehen würde, anders einschätzt als man selbst, es stärker als Gefährdung erlebt als man selbst.
Vielleicht ist das auch eine Überschätzung der eigenen Kontrolle und Unterschätzung des Verständnisses des anderen. Vielleicht hingegen auch eine realistische Einschätzung.
 
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Minze

  • #73
AW: Untreue

Zitat von Heike:
Eine Schwierigkeit in dem Zusammenhang ist schon, daß man selbst meist glaubt, besser mit solchen Konstellationen, in denen man sich sonst noch befindet, umgehen zu können als der Partner. Also wenn der Partner bei deren näherer Kenntnis Unwohlsein und Eifersucht verspürt, man selbst der Ansicht ist, daß dies gar nicht nötig wäre, eben weil man das selbst gut unter Kontrolle hat und der Partner nichts befürchten muß.
Das kann ein Grund sein, dem Partner nicht alles zu erzählen: eben weil er es gleichsam notwendig mißverstehen würde, anders einschätzt als man selbst, es stärker als Gefährdung erlebt als man selbst.
Vielleicht ist das auch eine Überschätzung der eigenen Kontrolle und Unterschätzung des Verständnisses des anderen. Vielleicht hingegen auch eine realistische Einschätzung.
Eifersucht kennen wahrscheinlich die meisten Menschen in irgendeiner Form, unterschiedlich ausgelöst und ausgeprägt. Sie ist ein altes Menschheitsthema... wie ich dieses letzten Satz so schrieb, kam mir soeben folgender Link in den Sinn, den ich vor einiger Zeit meinen Lesezeichen hinzufügte... http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/eifersucht-die-dunkle-seite-der-liebe-a-712671-2.html
Es gibt keine Patentrezepte zur Gestaltung von Beziehungen und es geht ja auch nicht darum Konfliktpotential aus der Welt zu schaffen, nein, vielmehr geht es darum mit Konflikten lösungsfokussiert umzugehen, aus ihnen zu lernen, sich durch sie weiterzuentwickeln.

Ich bin keine Freundin von möglichen Annahmen, ich möchte wissen wie andere zu etwas stehen. Ich mag nicht denken, dass mein Partner etwas missverstehen könnte, ich möchte ihn fragen wie er etwas versteht, ob er mein Verhalten versteht, damit umzugehen weiß. Ich finde Austausch über gegenseitige Einschätzungen spannend. Sich auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren, schafft ja auch Vertrauen.

Ich möchte diesem "vielleicht" in deiner letzten Aussage auf die Spur kommen ;-), erfahren wie es um meine Einschätzung steht und sie, wenn nötig mit Hilfe des Gegenübers korrigieren können. Dies setzt eine gewisse gegenseitige Verlässlichkeit voraus, also, dass man sich keine Bären aufbrummt, sondern nah an den Tatsachen bleibt.
 
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  • #74
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Ich bin keine Freundin von möglichen Annahmen, ich möchte wissen wie andere zu etwas stehen. Ich mag nicht denken, dass mein Partner etwas missverstehen könnte, ich möchte ihn fragen wie er etwas versteht, ob er mein Verhalten versteht, damit umzugehen weiß. Ich finde Austausch über gegenseitige Einschätzungen spannend. Sich auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren, schafft ja auch Vertrauen.

Ich möchte diesem "vielleicht" in deiner letzten Aussage auf die Spur kommen ;-), erfahren wie es um meine Einschätzung steht und sie, wenn nötig mit Hilfe des Gegenübers korrigieren können. Dies setzt eine gewisse gegenseitige Verlässlichkeit voraus, also, dass man sich keine Bären aufbrummt, sondern nah an den Tatsachen bleibt.
Ja, das verstehe ich gut - und meine eigene Tendenz geht auch sehr stark in diese Richtung. Dennoch, es handelt sich da schon um ein Ideal - und mit einem solchen kann man die Beziehung auch leicht überfordern.
Nimm mal an, dein Partner habe einen deutlichen Hang zur Eifersucht. Ihr habt darüber gesprochen, und das einigermaßen in die Schranken gewiesen, aber der Hang bleibt - als Resultat früherer Erfahrungen oder wie auch immer. Du selbst aber bist vielleicht jemand, der sich viel Freiheit zugesteht, weil er glaubt, sie aushalten zu können und dem Partner damit auch nicht zu schaden. Du triffst Männer, die dich interessieren und vertraust dir selbst, daß du eine bestimmte Grenze dabei nicht überschreiten wirst. Du hältst dich für sehr willensstark und aufmerksam und glaubst, dich und deine Gefühle ganz gut im Griff zu haben. Du möchtest dich in diesen anderen Kontakte nicht stärker einschränken, nur um deinen Partner in Sicherheit zu wiegen - denn du hältst seine Eifersucht ja zwar für von seiner Perspektiven und Erfahrungen aus für verständlich, aber für in der Sache unbegründet und versicherst ihm, daß eure Beziehung gut und sicher ist.
Ich finde, es kann dann schon sinnvoll sein, dem Partner nicht alles mitzuteilen - eben um ihn nicht in unnötige Aufregung und Sorge zu versetzen.
Miteinander reden ist wichtig, aber die Erwartung, damit alle Probleme auch zu lösen, kann sehr kontraproduktiv sein. Da ist dann eher ein Kompromiß zu schließen zwischen dem Wunsch nach Transparenz und gemeinsamem Teilen einerseits und Rücksicht auf die konkreten Gegebenheiten wie Ängste und dergleichen andererseits.
 
M

Minze

  • #75
AW: Untreue

Zitat von Heike:
Ja, das verstehe ich gut - und meine eigene Tendenz geht auch sehr stark in diese Richtung. Dennoch, es handelt sich da schon um ein Ideal - und mit einem solchen kann man die Beziehung auch leicht überfordern.
...
Ich finde, es kann dann schon sinnvoll sein, dem Partner nicht alles mitzuteilen - eben um ihn nicht in unnötige Aufregung und Sorge zu versetzen.
Miteinander reden ist wichtig, aber die Erwartung, damit alle Probleme auch zu lösen, kann sehr kontraproduktiv sein. Da ist dann eher ein Kompromiß zu schließen zwischen dem Wunsch nach Transparenz und gemeinsamem Teilen einerseits und Rücksicht auf die konkreten Gegebenheiten wie Ängste und dergleichen andererseits.
Ich stimme dir bezüglich der Ideal-Haltung zu. Das beschriebene Ideal ist die Orientierungshilfe, die meine Tendenz / Richtung prägt. Sie unterstützt mich somit auch dabei, Überforderungen wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen. Der Wille macht's - die Bereitschaft, sich auf Lösungssuche zu begeben ist auch hilfreich um mit Überforderung umzugehen. Dies kann ja ruhig spielerisch geschehen, nicht mit perfektionistischer Haltung, eher gelassen und gerne auch etwas selbstironisch und "lieb-frech" ;-).

Zum zweiten Absatz: Ich meine, es kommt darauf an, was man dem Partner vorenthalten möchte. Ich kenne das nicht. Vielleicht habe ich ja in der Vergangenheit meine Partner (es waren nicht viele, nein ;-)) überfordert und es nicht bemerkt. Ich kann mit einschätzbaren Freiheiten anderer gut umgehen, wenn ich spüre, dass dies der Bedeutung der Partnerschaft nichts nimmt. Mit dieser Sichtweise lebe ich auch eigene Freiheiten. Allerdings hatte ich bisher ausschließlich Partner, die von wesentlichen Grundsätzen wie "das, was ich selbst nicht mag und wollte, füge ich auch einem anderen nicht zu" ebenso viel hielten wie ich es selbst tu', so viel, dass sich diese Haltungen in der Lebenspraxis spiegelten.