Lisa

User
Beiträge
643
  • #91
AW: Untreue

Zitat von Oliver:
Ich danke Dir, seit 5 Wo. läuft es auch so, hätte nie gedacht, dass ich jemals einer Partnerin offen mein Mobiltelefon in die Hand drücke o.ä., aber es geht tatsächlich. Vertrauen ist ja eine Art Vorschuß wo man hofft, dass er gut angelegt ist.

Aber ich bin da optimistisch...

Das klingt doch richtig schön, herzlichen Glückwunsch!

Dazu fällt mir etwas ein, das ich vor kurzem gelesen habe:

"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."
 
M

Minze

Gast
  • #93
AW: Untreue

Zitat Zitat von Lisa:
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."

Zitat von Oliver:
Der ist gut, den muß ich mir unbedingt merken.

Was daran ist so gut?
Vertrauen ist mehr als Glaube oder Hoffnung, es braucht und hat immer eine Vertrauensgrundlage.
 

Oliver

User
Beiträge
260
  • #94
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Zitat Zitat von Lisa:
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."



Was daran ist so gut?
Vertrauen ist mehr als Glaube oder Hoffnung, es braucht und hat immer eine Vertrauensgrundlage.

Was daran so gut ist? Die Formulierung genau auf den Punkt gebracht, wie bei den meisten weisen Sprichworten.
 
B

Benutzerin

Gast
  • #95
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Zitat Zitat von Lisa:
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."



Was daran ist so gut?
Vertrauen ist mehr als Glaube oder Hoffnung, es braucht und hat immer eine Vertrauensgrundlage.

Die Existenz einer solchen Vertrauensgrundlage wird meiner Meinung nach in dem Zitat ausgedrückt.
 
M

Minze

Gast
  • #96
AW: Untreue

Zitat Zitat von Lisa:
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."

Welche Bedeutung soll das Wissen darum, dass man an selber Stelle lügen würde haben?

Vertrauen hat m.M.n. wenig mit Esoterik zu tun und es ist auch sehr wertvoll ohne abgehobene Interpretationen. Es bildet sich durch Erfahrungen und es beruht auf gegenseitigem Verstehen. Es benötigt Information und Aufklärung, Kommunikationsbereitschaft. Vertrauen entsteht durch Sympathie, emotionale Verbundenheit, Einfühlungsvermögen bezügl. der Bedürfnisse, Werte und Ziele anderer - Identifikation.
 

goldmarie

User
Beiträge
607
  • #98
AW: Untreue

Zitat von Minze:

...um darzustellen, dass man dem anderen (noch) mehr Offenheit, Ehrlichkeit, Mut, Loyalität und was noch so zu einem Vertrauensverhältnis gehör, zutraut als sich selbst? Ich mochte dieses Zitat auch immer ganz gern, bei näherer Betrachtung ist es aber wirklich ein bisschen "schräg".
 
M

Minze

Gast
  • #99
AW: Untreue

Nachtrag: Vertrauen hat ja was mit Risikobereitschaft zu tun, man macht sich verletztlich und setzt oder hofft darauf, dass der andere dies nicht ausnutzt, dass er gut damit umgehen wird. Jemandem zu glauben, obwohl man selbst in dieser Situation lügen würde, bedeutet dann, dass mit dieser Situation gut damit umgegangen werden muss, um das Vertrauensverhältnis zu bewahren.
Ich finde schon den Anfang schwierig, "Vertrauen ist das Gefühl". Vertrauen ist doch vielmehr ein Vorgang, der den Austausch von Gefühlen beinhaltet und dadurch intensivierend wirkt.
 
M

Minze

Gast
  • #100
AW: Untreue

Zitat von goldmarie:
...um darzustellen, dass man dem anderen (noch) mehr Offenheit, Ehrlichkeit, Mut, Loyalität und was noch so zu einem Vertrauensverhältnis gehör, zutraut als sich selbst? Ich mochte dieses Zitat auch immer ganz gern, bei näherer Betrachtung ist es aber wirklich ein bisschen "schräg".

Ok, dann liegt es nicht ausschließlich an meiner Unfähigkeit solche Zitate zu verstehen ;-). *Erleichtert aufschnauf* ;-)
 

Oliver

User
Beiträge
260
  • #101
AW: Untreue

Also, ich finde man kann aber auch alles zerreden...
 

goldmarie

User
Beiträge
607
  • #102
AW: Untreue

Zitat von Oliver:
Also, ich finde man kann aber auch alles zerreden...

...dafür sind wie schließlich hier! ;D


Ich habe mich eben selbst gefragt, warum ich meinem Partner nahezu uneingeschränktes Vertrauen entgegenbringe, mal abgesehen davon, dass ich weiß, dass er ein Freund von sehr klaren Taten und Worten ist.

Meine Antwort, schlicht wie so oft: Ich sehe einfach keinen Grund, warum er mein Vertrauen missbrauchen sollte. Außerdem ist es mir einfach zu anstrengend, hinter jedem Busch eine Gefahr zu wittern.

Ich habe kein Interesse daran, mir mit vorläufigem Misstrauen das Leben schwer zu machen. Und sollte mein Vertrauen letztendlich doch missbraucht werden, was ich natürlich nicht ausschließen kann, habe ich immer noch mehr als genug Raum und Zeit, mir das Leben zur Hölle zu machen.
 

Oliver

User
Beiträge
260
  • #103
AW: Untreue

Zitat von goldmarie:
Meine Antwort, schlicht wie so oft: Ich sehe einfach keinen Grund, warum er mein Vertrauen missbrauchen sollte. Außerdem ist es mir einfach zu anstrengend, hinter jedem Busch eine Gefahr zu wittern.

Ich habe kein Interesse daran, mir mit vorläufigem Misstrauen das Leben schwer zu machen. Und sollte mein Vertrauen letztendlich doch missbraucht werden, was ich natürlich nicht ausschließen kann, habe ich immer noch mehr als genug Raum und Zeit, mir das Leben zur Hölle zu machen.

Sehr gesunde Einstellung!
 
M

Minze

Gast
  • #104
AW: Untreue

Zitat von goldmarie:
...
Meine Antwort, schlicht wie so oft: Ich sehe einfach keinen Grund, warum er mein Vertrauen missbrauchen sollte. Außerdem ist es mir einfach zu anstrengend, hinter jedem Busch eine Gefahr zu wittern.

Deine Antwort, klug wie so oft :).
Deine Haltung wird als Vertrauensgrundlage auch eine übersichtliche Einschätzung haben. Du weißt um seine Sympathie, Zuneigung, Liebe, spürst sie und umgekehrt, das stärkt ein Vertrauensverhältnis. Gemeinsame Erfahrungen und aktiver Austausch stärken die gegenseitige Vertrauenswürdigkeit. Gemeinsamkeiten und Informationsaustausche wirken vertrauensbildend. So wirken Umgangsweisen und Kommunikationsstrategien, die koopertiv auf Vertrauen aufbauen sich positiv auf die Gemeinsamkeiten aus. Die Risikobereitschaft steigt und das ist auch gut so, denn auch ich habe kein Interesse... siehe dein nächster Abschnitt...

Zitat von goldmarie:
Ich habe kein Interesse daran, mir mit vorläufigem Misstrauen das Leben schwer zu machen.

Zitat von goldmarie:
Und sollte mein Vertrauen letztendlich doch missbraucht werden, was ich natürlich nicht ausschließen kann, habe ich immer noch mehr als genug Raum und Zeit, mir das Leben zur Hölle zu machen.

Nein, niemals deshalb das Leben zur Hölle machen. Es als Erkenntnisgewinn zu sehen und unter Lernen durch Erfahrungen verbuchen ist schonender für Körper und Geist ;-). Vielleicht hilft es, sich der eigenen Risikobereitschaft bewusst zu bleiben. Vielleicht fällt man dann nicht so tief, wenn es doch schief gehen sollte.

Übrigens überflog ich soeben parallell noch schnell in Wikipedia was dort noch so zu Vertrauen steht. Interessant erscheint mir dieser Satz: "Vertrauen ist ein Phänomen, das in unsicheren Situationen auftritt: Wer sich einer Sache sicher sein kann, muss nicht vertrauen."

Ohne ihn zu kennen argumentierte ich weiter vorne in diese Richtung, ja, das meinte ich mit gegenseitiger Aufklärung durch regen Informationsfluss. Wenn dies freiwillig geschieht, dann entsteht Sicherheit, die Ungewissheiten ersetzt und somit auch Vertrauen überflüssig macht.

Dennoch gehört Vertrauen zu unserem Leben dazu. Es gibt einfach Situationen, die Vertrauen voraussetzen und benötigen. Ein weiterer Gedanke aus Wikipedia, der mir sehr gut gefällt, dem ich zustimmen möchte... "Jemandem sein ganzes Vertrauen zu schenken, kann sehr aufregend sein."
 
W

Wasserfee

Gast
  • #105
AW: Untreue

@Goldmarie
@Oliver

Ganz genau! Ich stimme euch voll zu. Das gesunde an dieser Einstellung ist übrigens auch, dass der Partner spürt, wenn man nicht voller Misstrauen ist. Das wiederum wird ihn veranlassen, ganz anders mit dem Thema Vertrauen umzugehen.

Ich habe das bisher immer so gehandhabt, ich war nie besonders eifersüchtig und ich habe in keiner meiner Beziehungen Probleme mit Untreue gehabt - weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Und wenn ich es einfach nicht mitbekommen habe? So what! Dann ist - wie Goldmarie so schön geschrieben hat - immer noch Zeit sich aufzuregen, wenn man es eines Tages herausfindet. Oder es als Chance zu begreifen ...
 

Heike

User
Beiträge
4.669
  • #106
AW: Untreue

Zitat von Lisa:
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.."

Das Verwirrende an dem Spruch und zugleich seine Pointe ist ja schon der Vergleich. Bei dem der andere, was Vertrauenswürdigkeit anbelangt, besser abschneidet als man selbst. Interessant wird es, wenn man den Spruch auf die Perspektive des Partners anwendet. Denn wenn ich weiß, daß ich in der betreffenden Situation lügen würde, bedeutet das, daß mein Partner mir da nicht vertrauen kann. Sprich: entweder ist das Vertrauen nach diesem Spruch ziemlich asymmetrisch: der eine kann dem anderen vertrauen, aber der andere nicht dem einen. Oder die Situation ist symmetrisch, aber beide Partner täuschen sich über die Ehrlichkeit des jeweils anderen (oder über die eigene Unehrlichkeit).
Beide Fälle hören sich ja nicht so attraktiv an.
Und deswegen verstehe, wenn man den Spruch eher als lustig aufrüttelnd ansieht denn als Weisheit letzter Schluß zum Thema Vertrauen.
 
M

Minze

Gast
  • #107
AW: Untreue

Zitat von Heike:
Das Verwirrende an dem Spruch und zugleich seine Pointe ist ja schon der Vergleich. Bei dem der andere, was Vertrauenswürdigkeit anbelangt, besser abschneidet als man selbst. Interessant wird es, wenn man den Spruch auf die Perspektive des Partners anwendet. Denn wenn ich weiß, daß ich in der betreffenden Situation lügen würde, bedeutet das, daß mein Partner mir da nicht vertrauen kann. Sprich: entweder ist das Vertrauen nach diesem Spruch ziemlich asymmetrisch: der eine kann dem anderen vertrauen, aber der andere nicht dem einen. Oder die Situation ist symmetrisch, aber beide Partner täuschen sich über die Ehrlichkeit des jeweils anderen (oder über die eigene Unehrlichkeit).
Beide Fälle hören sich ja nicht so attraktiv an.
Und deswegen verstehe, wenn man den Spruch eher als lustig aufrüttelnd ansieht denn als Weisheit letzter Schluß zum Thema Vertrauen.

Danke :), ich merkte auch, dass was nicht stimmig ist, mir gefiel die Sache mit dem Lügen sofort nicht, empfand diese Asymmetrie, wie du sie hier beschrieben hast, konnte sie aber nicht so gut auf den Punkt bringen.
Um so häufiger ich dieses Zitat las, umso schwerer fiel es mir ihm etwas Positives abzugewinnen.
Danke für deine klare Sicht auf viele Dinge - deine Beiträge sind mir Bereicherung, ich lerne u.a. zunehmend den Perspektivenwechsel praktisch anzuwenden ;-) :).
 
M

Minze

Gast
  • #108
AW: Untreue

Zitat von Heike:
Und deswegen verstehe, wenn man den Spruch eher als lustig aufrüttelnd ansieht denn als Weisheit letzter Schluß zum Thema Vertrauen.

Würde mich interessieren, was sich der Autor (habe nachgeschaut, es ist Henry Louis Mencken) dabei dachte. Was er beabsichtigte auszusagen. Ob er seinen Spruch ironisch meinte, also die asymmetrische Form von Vertrauen auf die Schippe nehmen wollte.
 

Heike

User
Beiträge
4.669
  • #109
AW: Untreue

Vielleicht ist ja Vertrauen im Quell erst einmal etwas, wo noch keine Symmetrie eine Rolle spielt. Wie bei einem Kind, das sich (im guten Fall) aufgehoben und sicher fühlen kann, ohne daß es entsprechendes selbst schon bieten müßte. Daß die Erfahrung macht, daß es sich fallen lassen kann und aufgefangen wird, ganz unabhängig davon, daß es diese Art von Sicherheit seinerseits noch nicht bieten kann.
Als Erwachsener ist die Symmetrie schon wichtig (also wenn wir "normalere" Konstellationen als die von NPS oder derlei im Hinblick). Aber auch hier kann es ja Momente geben, wo nicht die Symmetrie im Mittelpunkt steht, sondern einfach diese kindliche Erfahrung, ohne Gegenleistung bringen zu müssen vertrauen zu können. Ein Zeitfensterchen der Unreife sozusagen.
Das kann befreiend sein. - Insbesondere als Korrektiv der üblichen Äußerungen, man könne anderen nur vertrauen, wenn man sich selbst schon mindestens ebenso vertraue, man könne andere nur lieben, wenn man sich selbst schon hinreichend liebe usw.
An diesen Äußerungen ist schon was dran; aber irgendwo greifen sie auch zu kurz.
 
M

Minze

Gast
  • #110
AW: Untreue

Zitat von Heike:
Vielleicht ist ja Vertrauen im Quell erst einmal etwas, wo noch keine Symmetrie eine Rolle spielt. Wie bei einem Kind, das sich (im guten Fall) aufgehoben und sicher fühlen kann, ohne daß es entsprechendes selbst schon bieten müßte. Daß die Erfahrung macht, daß es sich fallen lassen kann und aufgefangen wird, ganz unabhängig davon, daß es diese Art von Sicherheit seinerseits noch nicht bieten kann..

Ich würd sagen, in unterschiedlichen Konstellationen ergeben sich unterschiedliche Vertrauensverhältnisse. Ein Kind sammelt ja erstmal (hoffentlich positive!) Erfahrungen mit dem Phänomen Vertrauen. Erwachsene befinden sich Kindern gegenüber in einer Vorbildfunktion und in der Verantwortung das Entwicklungsgeschehen positiv zu unterstützen.
Aber auch zu diesem naturgemäß ungleichen Verhältnis passt dieser Spruch nicht.

Zitat von Heike:
Als Erwachsener ist die Symmetrie schon wichtig (also wenn wir "normalere" Konstellationen als die von NPS oder derlei im Hinblick). Aber auch hier kann es ja Momente geben, wo nicht die Symmetrie im Mittelpunkt steht, sondern einfach diese kindliche Erfahrung, ohne Gegenleistung bringen zu müssen vertrauen zu können. Ein Zeitfensterchen der Unreife sozusagen.


Die Symmetrie wächst ja irgendwie durch gemeinsame Erfahrungen, durch gegenseitiges Einfühlungsvermögen und Wertschätzung füreinander. Sie zu erhalten geschieht unter günstigen Voraussetzungen in einer natürlichen Wechselseitigkeit. Die Rollen der Vertrauensgeber und Vertrauensnehmer wechseln ja. Als Nehmer nehme ich als Geber gebe ich... wie logisch ;-). Komme ich dadurch dann nicht immer wieder in den Genuss des Nehmens ohne Gegenleistung oder ist die Gegenleistung schon das, dass ich an anderer Stelle wieder gebe?


Zitat von Heike:
Das kann befreiend sein. - Insbesondere als Korrektiv der üblichen Äußerungen, man könne anderen nur vertrauen, wenn man sich selbst schon mindestens ebenso vertraue, man könne andere nur lieben, wenn man sich selbst schon hinreichend liebe usw.
An diesen Äußerungen ist schon was dran; aber irgendwo greifen sie auch zu kurz.

Sie sind zu allgemeingültig formuliert, zu wenig situationsbezogen gedacht. Es gibt Situationen, da erhalte ich durch andere mehr Sicherheit als durch mich selbst, doch deshalb habe ich nicht prinzipiell ein schlechtes Selbstvertrauen.
 

goldmarie

User
Beiträge
607
  • #111
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Nein, niemals deshalb das Leben zur Hölle machen. Es als Erkenntnisgewinn zu sehen und unter Lernen durch Erfahrungen verbuchen ist schonender für Körper und Geist ;-). Vielleicht hilft es, sich der eigenen Risikobereitschaft bewusst zu bleiben. Vielleicht fällt man dann nicht so tief, wenn es doch schief gehen sollte.

Das mit der Hölle war nicht wirklich ernst gemeint. Deine Worte könnten von mir sein – und ich nehme mir ihre Bedeutung schon seit geraumer Zeit zu Herzen.


Zitat von Minze:
"Jemandem sein ganzes Vertrauen zu schenken, kann sehr aufregend sein."

Ja, das kann ich bestätigen. :D


Zitat von Wasserfee:
Das gesunde an dieser Einstellung ist übrigens auch, dass der Partner spürt, wenn man nicht voller Misstrauen ist. Das wiederum wird ihn veranlassen, ganz anders mit dem Thema Vertrauen umzugehen.
.

…oder erst mal vollkommen verwirrt zu sein ob der Tatsache, dass einem überhaupt Vertrauen entgegen gebracht wird, einfach so. Oder dass man keine Liste mit Erwartungen vorgelegt bekommt, die man zu erfüllen hat. Oder dass man es jemandem Recht machen kann, ohne dass man sich dafür wenigstens ein Bein hätte ausreißen müssen. Es ist eine Wohltat mit ansehen zu dürfen, wie ein Mensch, der bis heute ausschließlich oben genannte Erfahrungen gemacht hat, sich von Tag zu Tag mehr entspannt. Und Vertrauen fasst.
 
M

Minze

Gast
  • #112
AW: Untreue

Zitat von goldmarie:
…oder erst mal vollkommen verwirrt zu sein ob der Tatsache, dass einem überhaupt Vertrauen entgegen gebracht wird, einfach so. Oder dass man keine Liste mit Erwartungen vorgelegt bekommt, die man zu erfüllen hat. Oder dass man es jemandem Recht machen kann, ohne dass man sich dafür wenigstens ein Bein hätte ausreißen müssen. Es ist eine Wohltat mit ansehen zu dürfen, wie ein Mensch, der bis heute ausschließlich oben genannte Erfahrungen gemacht hat, sich von Tag zu Tag mehr entspannt. Und Vertrauen fasst.

Oh ja, das ist sehr wertvoll, wenn man sich selber sein darf und damit auch noch liebenswürdig erscheint, anziehend wirkt und dafür geliebt wird. Das ist entspannend und auch aufregend, also keineswegs langweilig, nein ;-).
 

goldmarie

User
Beiträge
607
  • #113
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Oh ja, das ist sehr wertvoll, wenn man sich selber sein darf und damit auch noch liebenswürdig erscheint, anziehend wirkt und dafür geliebt wird. Das ist entspannend und auch aufregend, also keineswegs langweilig, nein ;-).

Och von mir aus darf das Ganze sehr gern eine lange Weile haben! ;o)
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #114
AW: Untreue

Zur Asymmetrie: Der andere könnte das Zitat ja auch selber anbringen, nur eben in einem anderen "Sachbereich", sodass es unterm Strich durchaus symmetrisch sein kann.

Ich finde, wenn man so denken/empfinden kann, wie in dem Zitat beschrieben, zeigt das auch eine wohltuende Großzügigkeit und - so paradox das klingen mag - auch Ehrlichkeit. Der umgekehrte Fall macht das vielleicht deutlicher: Es gibt 'ne Menge Leute, die andere immer zu genau den "Schandtaten" fähig halten, zu denen sie selber fähig sind oder gar eine Neigung haben. Ein notorische Lügner und Betrüger wird kaum die Menschheit für ehrlich und aufrichtig halten.
 
M

Minze

Gast
  • #116
AW: Untreue

Zitat von Andre:
Zur Asymmetrie: Der andere könnte das Zitat ja auch selber anbringen, nur eben in einem anderen "Sachbereich", sodass es unterm Strich durchaus symmetrisch sein kann.

Ich finde, wenn man so denken/empfinden kann, wie in dem Zitat beschrieben, zeigt das auch eine wohltuende Großzügigkeit und - so paradox das klingen mag - auch Ehrlichkeit. Der umgekehrte Fall macht das vielleicht deutlicher: Es gibt 'ne Menge Leute, die andere immer zu genau den "Schandtaten" fähig halten, zu denen sie selber fähig sind oder gar eine Neigung haben. Ein notorische Lügner und Betrüger wird kaum die Menschheit für ehrlich und aufrichtig halten.

Egal wer das Zitat anbringt, es bleibt das Zitat und die Symmetrie, die du beschreibst entsteht durch die Option der Unehrlichkeit. Der zweite Teil ist nicht schönzureden, er birgt die Option der Lüge. Auch wenn diese für sich behalten wird, ein Vertrauensverhältnis ist damit nicht in Balanvce zu halten. Ok, man kann es so sehen, dass wer zugibt, dass er in einer bestimmten Situation lügen würde, in diesem Punkt ehrlich ist, aber wäre es nicht reifer, klarer und selbstbewusster könnte er in dieser besagten Situation ehrlich und somit auch authentisch sein?
 
M

Minze

Gast
  • #117
AW: Untreue

Zitat von Andre:
Der umgekehrte Fall macht das vielleicht deutlicher: Es gibt 'ne Menge Leute, die andere immer zu genau den "Schandtaten" fähig halten, zu denen sie selber fähig sind oder gar eine Neigung haben. Ein notorische Lügner und Betrüger wird kaum die Menschheit für ehrlich und aufrichtig halten.

Du scheinst dich gerne mit solchen Persönlichkeiten zu befassen. Wer den zweiten Teil des Zitates ständig oder zu oft verwirklicht, der könnte zum notorischen Lügner werden, daher aufgepasst und Finger weg von diesem Zitat ;-), außer es war ironisch gemeint... oder wie es Heike formulierte..."lustig aufrüttelnd"...
 
M

Minze

Gast
  • #118
AW: Untreue

Nachtrag: Wohltuende Großzügigkeit, wohltuendes Verständnis füreinander offen gelebt hat den Vorteil, die Wohltat entsprechend wohltuend rückmelden zu können. So wird die Anerkennung für ein angenehmes oder verständnisvolles Verhalten praktisch und direkt rückgemeldet, was das gegenseitige Verständnis füreinander fördert, dem Umgang miteinander eigentlich gut tun dürfte. Ohne Lügen ;-).
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #119
AW: Untreue

Zitat von Minze:
Ich sehe das positiver: als das ehrliche Eingeständnis, dass wir keine Heiligen sind, sondern auch wunde oder peinliche Punkte haben, auf die wir nicht gern angesprochen werden. - Ein Zitat muss natürlich zuspitzen, um das Prinzip zu verdeutlichen, den zweiten Teil interpretiere ich also nicht so hart, wie er da steht.