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Jenny Treibel

  • #1

unterschiedlicher sozialer Status

kann eine Beziehung langfristig gut gehen, in der der Mann einen niedrigeren sozialen Status als die Frau hat?
 
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  • #2
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Gute Frage, auf die es keine allgemeingültige Antwort gibt.
was genau meinst Du denn mit "niedrigem sozialen Status"?

Im Bekanntenkreis hat jetzt eine Staatsanwältin einen Klempner geheiratet - ob das gut geht, weiß ich nicht. Irgendwie sticht dieses "Ungleichgewicht" sehr stark ins Auge, sie hat jedenfalls "die Hosen an", das fällt sofort auf.

Ich selbst hatte mehrfach die Situation, dass ich deutlich mehr verdient habe als mein Partner - eigentlich war das bis auf einmal in allen meinen Beziehungen so. Aber ansonsten war es "gleich" - also: beide waren Akademiker, hatten also so gesehen einen ähnlichen "Status". Aber schon der unterschiedliche Verdienst war ein echtes Problem, unter dem allerdings nur die Männer gelitten haben. Sie fühlten sich unmännlich und ihrer Rolle als "Ernährer" und "der dominante Part" beraubt, was zu vielfältigen Problemen und letztlich zur Trennung führte. Ich denke, sowas klappt nur, wenn der Mann sehr in sich ruht und viel Selbstsicherheit besitzt. Und natürlich darf die Frau ihm NIEMALS den geringeren Verdienst vorwerfen. Niemals!
 
J

Jenny Treibel

  • #3
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Ich bitte zu beachten, es war nicht die Sprache von niedrigem sozialen Status, sondern von niedrigerem.
Dazu muß der Verdienst nicht unbedingt geringer sein, der Beruf nicht der Arbeiterklasse entstammen, aber es gibt immer noch die soziale Herkunft, das Milieu, das Umfeld, das unterschiedlich ausgerichtet sein kann.
 
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  • #4
AW: unterschiedlicher sozialer Status

es gibt ja nicht nur explizite vorwürfe, sondern implizites spürenlassen. es dürfte sehr schwierig sein, das vollkommen zu vermeiden.
deswegen schiene mir in einer solchen beziehung empfehlenswert, das thema nicht auszusparen, oder sich wechselseitig dessen zu vergewissern, daß es ja keine rolle spiele, sondern tatsächlich umgangsweisen mit den offenen oder unterschwelligen wirkungen einzuüben.
sozusagen impfungen vorzunehmen. sonst weiß man nicht, was man tun soll, wenn irgendwann in einer besonderen situation das thema und die infragestellung doch plötzlich da ist.
 
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  • #5
AW: unterschiedlicher sozialer Status

@ Jenny:
ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich verstehe, was Du meinst. also eher die "soziale Herkunft"? Sprich: einer ist vielleicht in einer Akademikerfamilie aufgewachsen, der andere ein "Arbeiterkind", hat aber trotzdem Abitur gemacht und studiert, beide verdienen in etwa gleich viel, jedoch entstammen sie leicht unterschiedlichen Elternhäusern?

In diesem Fall halte ich den Unterschied für vernachlässigbar, es sei denn, jemand würde überbordenden Wert darauf legen, dass der Partner nicht nur heute ein sozial hochstehender Mensch ist, sondern bereits aus einem solchen Elternhaus kommt.

Insofern kann ich nur sagen: objektiv scheinen mir da keine Gründe für ein "Nein" vorzuliegen, es sei denn, jemand hat subjektiv ein großes Problem damit.
 
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  • #6
AW: unterschiedlicher sozialer Status

@ Jenny:
Noch ein Gedanke: alles, was in der Vergangenheit liegt (z.B. Elternhaus) finde ich vernachlässigbar.
Wenn er aber ein soziales Umfeld (z.B. Freunde, Kollegen, Nachbarschaft) hat, das mir, aus welchen Gründen auch immer, ganz und gar nicht gefällt, dann wäre ich zumindest skeptisch und würde herausfinden wollen, warum er mit diesen Leuten befreundet ist.
Das würde mir bei "prollig" wirkenden Leuten so gehen, sondern auch bei übertrieben materialistisch eingestelltem Umfeld oder eine Vielzahl an besonders oberflächlichen Menschen.

Insofern ist Deine Frage aus meiner Sicht nur dahingehend allgemein zu beantworten, dass jeder für sich selbst schauen muss: könnte ich mit diesem Umfeld meines Partners leben? Würde es mich persönlich stören, wenn ich mit diesen Menschen täglich oder zumindest oft konfrontiert bin? Was mag mein Partner an diesen Menschen? Kann ich persönlich damit leben oder nicht?

Letztlich ist es alles eine Frage der persönlichen Einstellung und der persönlichen Toleranz.
Ich kann Mil aber nur Recht geben: man sollte es rechtzeitig thematisieren.
 
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Evi

  • #7
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Zitat von Jenny Treibel:
kann eine Beziehung langfristig gut gehen, in der der Mann einen niedrigeren sozialen Status als die Frau hat?
Hallo, bin Evi, eine Neue hier ;-).

Haben Mann und Frau in deiner Aussage bewusst einen festen Platz,sprich, es geht dir gezielt darum, ob eine Beziehung bestehen kann, obwohl der soziale Status des Mannes sich von jenem der Frau unterscheidet, indem er ihrem unterliegt?

Hm, "niedrigerer sozialer Status" ... sozialer Status umfasst soziale Wertschätzung / Stellung/ Haltungen/ Einfluss, Bildung, Beruf, Einkommen... was noch?

Darin spiegelt sich ja schon irgendwie die Sozialisation eines Menschen. Die Entwicklung, die einer nimmt und irgendwann ja auch bewusst beeinflusst, prägt ihn und um auf ähnlicher Augenhöhe miteinander umgehen zu können, sollte sich das Entwicklungsniveau in wesentlichen Bereichen wie soziale Interaktionsentwicklung, soziale Haltungen, Lebensstil, Interessen, Fähigkeiten, Einstellungen wie auch Bildung nicht zu sehr unterscheiden.

Andererseits kristallisiert sich das doch recht selbständig heraus, ob man sich -so wie man eben ist- gegenseitig gewachsen fühlt, ob man miteinander kann.
 
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Evi

  • #8
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Darauf, ob eine Beziehung zwischen zwei Menschen mit unterschiedlichem sozialen Status *langfristig* Bestand haben kann, ist eh schwer eine Antwort zu finden. Diesbezüglich birgt Zukunft wahrscheinlich doch zu viel Geheimnis ;-).
 
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  • #9
AW: unterschiedlicher sozialer Status

in vielen profilen findet sich übrigens in unmittelbarer nähe die formulierung von "gemeinsamer augenhöhe" und "ich möchte einen mann, zu dem ich aufblicken kann".
wobei letzteres gar nicht auf körpergröße gemünzt ist.
schon eine haklige sache mit der metaphorik. :)
aber ich glaub, in vielen fällen liegt das problem nicht nur in mangel an sprachsinn.
 
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Evi

  • #10
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Zitat von mil:
in vielen profilen findet sich übrigens in unmittelbarer nähe die formulierung von "gemeinsamer augenhöhe" und "ich möchte einen mann, zu dem ich aufblicken kann".
wobei letzteres gar nicht auf körpergröße gemünzt ist.
schon eine haklige sache mit der metaphorik. :)
aber ich glaub, in vielen fällen liegt das problem nicht nur in mangel an sprachsinn.
Lach - ja, allerdings, das wirkt haklig, holprig, ja, widersinnig... oje ;-)
Und wie erklären solche Leute solche Formulierungen?
Vielleicht dient die zweite Aussage, die erste zu ermöglichen? ;-) Also, wenn Frau zu Mann aufblickt, dann kommen sie auf "gemeinsame Augenhöhe" ... brrr...;-).
 
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  • #11
AW: unterschiedlicher sozialer Status

stimmt, hat ja niemand behauptet, daß die ebene der gemeinsamen augenhöhe parallel zum erdboden liegen muß. :)
ich bin ja eher für dynamik: ich gucke mal gerne rauf und mal gerne runter. während wenn ich ständig aufpassen muß, gleiche höhe zu halten, ich einen steifen hals bekomme.
wenn ich nachgefragt habe, gabs manchmal verwirrung, manchmal erleuchtung.
die einfachste auflösung des widerspruchs war: daß beides recht ist, hauptsache, frau muß nicht runterschauen - das war dann meist an erzählungen der jüngeren beziehungsvergangenheit geknüpft, wo frau den respekt vor ihrem partner verloren hat, weil er ihr für ihr befinden nicht gewachsen war.
 
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Evi

  • #12
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Nee, Mangel an Sprachsinn müsste nicht zu einer solchen Widerspüchlichkeit führen. Es ist wohl eher ein Verständnis-Problem. Könnte auch was über den "sozialen Status" aussagen ;-), ja und nachdem, was ich so von dir (mil) lesen konnte, wäre ein solcher "sozialer Status" zu deinem nicht besonders kompatibel ;-).
 
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Evi

  • #13
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Hm, gehörte noch zu meinem vorigem posting :)
 
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  • #14
AW: unterschiedlicher sozialer Status

du streichst mir aber honig ums maul!
also, was hier mit sozialem status gemeint ist, ist ja sicherlich vielfältig bis unklar. unter diesen bedingungen meinen eigenen einzuschätzen, fiele mir ziemlich schwer. :)
weiß auch nicht, wieweit das nötig ist. ich hüpfe eher so durch unterschiedliche niveaus oder status und schau mich um. vielleicht ist das und eine damit verbundene gesetzlosigkeit natürlich auch eine flucht vor einer knallharten einordnung in einen status unter kategorien, wie sie von anderen zur verfügung gestellt werden.
 
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Evi

  • #15
AW: unterschiedlicher sozialer Status

Zitat von mil:
stimmt, hat ja niemand behauptet, daß die ebene der gemeinsamen augenhöhe parallel zum erdboden liegen muß. :)
Eben :)

Zitat von mil:
ich bin ja eher für dynamik: ich gucke mal gerne rauf und mal gerne runter. während wenn ich ständig aufpassen muß, gleiche höhe zu halten, ich einen steifen hals bekomme.
Und das bekommt dann deinem Haltungsapparat nicht, verstehe. Die dynamische Variante scheint die gesündere :).

Zitat von mil:
... die einfachste auflösung des widerspruchs war: daß beides recht ist, hauptsache, frau muß nicht runterschauen...
Ich schrieb vorhin von ähnlichem Entwicklungsniveau und jetzt, wo ich das so lese hier, da fällt mir auf, dass für mich dazu auch das integrieren von Spielraum zählt. Spielraum für dynamische Prozesse wie rauf- und runtergucken :).
 
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