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Deleted member 24688

  • #931
Thema Schuld.
Finde ich interessant, denn es beschäftigt mich seit ein paar Monaten.

Ich habe erlebt: Eine Frau, die schwanger wird, ist, mal ganz grundsätzlich schuld. In Zahlen vorerst mal 100%, denn sie war ja dabei, soviel ist klar.:rolleyes:

Ja, das Thema unbefleckte Empfängnis ist zwar geklärt, aber die Hoffnung drauf besteht wohl immer noch ... ;)

Wenn diese dann keinen Partner hat, ist es an ihr, den Vater ausfindig zu machen. Zu diesem Zeitpunkt ist diese Schuld immer noch bei ihr, zu 100%.o_O
Dieser wird mittels Vaterschaftstest "beweisen", dass er der Vater ist (oder eben nicht), was einige Wochen dauern kann. Die Schuld der Frau ist in der Zeit bereits klar - 100%.:rolleyes:

Und dann, wenn die allgemeine Aufregung vorbei ist, der Vater feststeht und er eine Teilschuld von 50% eingesteht, teilt sich die Schuld. Die Frau hat nur noch zu 50% Schuld an der Schwangerschaft.o_O

Was bleibt ist ein fahler Nachgeschmack des hinterherlaufens, mit dem Ergebnis, dass der erste Eindruck - die Frau hat Schuld - zählt.:rolleyes:

Das passiert auch Frauen die verheiratet sind ... wenn das Kind nicht geplant ist. Mein Sohn war völlig unerwünscht bei seinem Vater ... er hat sich nie als Vater in Frage gestellt, aber ... wie konnte das nur passieren ... :rolleyes: ... auch da: ja, wie wird man denn nun schwanger ... :rolleyes: ...

Schuld: hat mir mal jemand vom weißen Ring sehr schön verdeutlicht, ein ehemaliger Kripobeamter, der dort ehrenamtlich Opfer unterstützt und begleitet ... und da zeigt das Thema Schuld schon seine Tragweite ... Schuld ist jemand, der mit voller Absicht etwas tut, was bei anderen zu einer körperlichen und/oder seelischen Verletzung oder materiellem Schaden führt, oder in Kauf nimmt, dass jemand Schaden erleidet .... Wenn in anderen Fällen von Schuld gesprochen wird, und schnell jemand schuldig gesprochen wird, deute ich persönlich das als Hilflosigkeit, oder Verärgerung des "selbsternannten Richters" ... oder völliger Ahnungslosigkeit, und man gibt empathie- und geschmacklos seinen Senf dazu.... aber mit Schuld hat das alles gar wenig zu tun. In manchen Fällen ist das "schuldig sprechen" auch nur das Ablehnen der eigenen Verantwortung. Schwierig sind Rechtfertigungen ... und mega lästig, weil der Sachverhalt vom Bildschirm fliegt, und man sich nur noch gegen eine ungerecht unterstellte Schuld verteidigen soll.
 
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Deleted member 21128

  • #932
Ich?
Nun das ist grausam ... wie soll man bei so einer Statistik vertrauen entwickeln, wenn man 100% so nicht tickt und fremdgehen richtig schlimm findet?
Mich würde es nahezu umbringen (und so war es auch), wenn meine jeweilige Langzeit-Partnerin fremd gehen würde.
Meinte ja nur Frauen (nicht Dich persönlich sondern nur die Äquivalenzklasse), die das als kleinen Fehltritt, der mal passieren kann, sehen ... vor denen hüte ich mich ...
Nop ... Keine Nachsicht mit untreuen Frauen .... Ich plädiere dafür sofort Schluss zu machen ...
Für mich ist Treue ein Grundpfeiler einer exklusiven Beziehung und wenn meine Partnerin diesen einreißt, dann bricht halt alles zusammen.
möchte aber keine Partnerin mit dieser Schwäche oder dann halt nicht mehr und glaube, dass wenn man diese Schwäche hat, dann bleibt sie bestehen,
Eine Frau/Mann mit übersteigerten Sexualtrieb oder den Trieb nach abwechelnden Partnern oder ein Aufmerksamkeitstrieb (Mir ist aufgefallen, dass Frauen oft nicht wegen dem Sex sondern wegen dem begehrt sein und der Aufmerksamkeit fremd gehen) wird vieles tun um die nötige Lebensweise zu legitimieren, wie ein(e) Drogensüchtige(r).
Ich sehe das so, entweder ist man seinen tierischen Trieben ausgeliefert oder man hat die Entscheidungshoheit.
:)
 
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  • #933
Was bleibt ist ein fahler Nachgeschmack des hinterherlaufens, mit dem Ergebnis, dass der erste Eindruck - die Frau hat Schuld - zählt

Bei einer ungeplanten Schwangerschaft ist das halt auch manchmal etwas kompliziert. Ich habe/würde mir grundsätzlich eine Mitschuld geben, hätte ja dran denken können bzw. müssen. Wenn Frau nun aber sagt, es kann ja nichts passieren wegen xyz und sie kennt sich und ihren Körper ja wohl besser als ein besserwisserischer Mann, könnte man ihr schon einen höheren Schuldanteil zusprechen :).
Hier ist der Mann einfach etwas im Nachteil.
 
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  • #934
@WolkeVier Dann lies richtig, ich habe nur von mir geredet. Darf man mittlerweile noch nicht mal im persönlichen und privaten Rahmen moralkonservative Ansichten haben. Wie es andere handhaben (außer meine Kinder) ist mir völlig Schnuppe und wird von mir nicht verurteilt, auch wenn ich es auch für die Gesellschaft nicht gut finde. Ich hätte es für meine Kinder gut gefunden, wenn sie bis zum Erwachsen sein, eine intakte Elternbeziehung gehabt hätten.
 
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Deleted member 24688

  • #935
Wenn Frau nun aber sagt, es kann ja nichts passieren wegen xyz und sie kennt sich und ihren Körper ja wohl besser als ein besserwisserischer Mann, könnte man ihr schon einen höheren Schuldanteil zusprechen :).
Hier ist der Mann einfach etwas im Nachteil.

Na, im Gegensatz zur Frau ist ein Mann immer "fruchtbar" ... Frauen nicht. Wenn ein Mann keine Kinder will, hat auch er genug Möglichkeiten zur Verfügung, eine Schwangerschaft zu verhindern. Und er kann auch immer auf Nummer sicher gehen ... wenn er sich da auf die Frau verlässt .... keine Verhütungsmethode ist zu 100% sicher .... außer sich einen Apfel zwischen die Knie zu klemmen ... muss er selbst Verantwortung übernehmen.
 
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  • #936
Na, im Gegensatz zur Frau ist ein Mann immer "fruchtbar" ... Frauen nicht. Wenn ein Mann keine Kinder will, hat auch er genug Möglichkeiten zur Verfügung, eine Schwangerschaft zu verhindern. Und er kann auch immer auf Nummer sicher gehen ... wenn er sich da auf die Frau verlässt .... keine Verhütungsmethode ist zu 100% sicher .... außer sich einen Apfel zwischen die Knie zu klemmen ... muss er selbst Verantwortung übernehmen.

ja und weil hier sehr viel Schindluder getrieben wird, auch und in diesem Bereich vor allem von Frauen, schützt das Recht die Gesellschaft vor dieser Art von Schaden. Es gibt genug Männer, die für Kuckuckskinder jahrelang Alimente zahlten.
 
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  • #937
Na, im Gegensatz zur Frau ist ein Mann immer "fruchtbar" ... Frauen nicht. Wenn ein Mann keine Kinder will, hat auch er genug Möglichkeiten zur Verfügung, eine Schwangerschaft zu verhindern. Und er kann auch immer auf Nummer sicher gehen ... wenn er sich da auf die Frau verlässt .... keine Verhütungsmethode ist zu 100% sicher .... außer sich einen Apfel zwischen die Knie zu klemmen ... muss er selbst Verantwortung übernehmen.

Es geht ja nicht ums wollen. Beide wollen ja in dem Gedankenspiel nicht.
Wenn meine Partnerin mir sagt, es kann nichts passieren, vertrau mir, rechne ich selbst schon alle Infos durch, muss dann halt damit rechnen sie entweder zu verärgern oder im anderen Fall, Vater eines /vieler Kindes zu werden :)
 
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Deleted member 24688

  • #938
Es geht ja nicht ums wollen. Beide wollen ja in dem Gedankenspiel nicht.
Wenn meine Partnerin mir sagt, es kann nichts passieren, vertrau mir, rechne ich selbst schon alle Infos durch, muss dann halt damit rechnen sie entweder zu verärgern oder im anderen Fall, Vater eines /vieler Kindes zu werden :)

Das Thema ist schwierig ... schon immer. Es sind schon oft genug Kinder entstanden, wenn man sicher war ... es kann nix passieren. Aber da trägt halt niemand Schuld daran, oder wenn dann beide ... 50% ... und es ist sicherlich blöd, beim Sex daran zu denken: genauso funktioniert die Entstehung von neuem Leben ... aber außer bei einer Vergewaltigung ... geht es doch nicht um Schuld .... also so sehe ich das, aber ich bin ja nicht alleine auf der Welt .... :)
 
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  • #939
ja und weil hier sehr viel Schindluder getrieben wird, auch und in diesem Bereich vor allem von Frauen, schützt das Recht die Gesellschaft vor dieser Art von Schaden. Es gibt genug Männer, die für Kuckuckskinder jahrelang Alimente zahlten.

Darum gehts ja erstmal nicht. Wenn der Mann sagt, er kann keine Kinder bekommen weil er verantwortungsvoll vorgesorgt hat und hier sind auch die Unterlagen und Tests, dann bleibt euch ja trotzdem auch nur das "Vertrauen".
 
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  • #940
ok, jetzt gehts aber in einen ganz anderen Kontext zum Thema "Vertrauen".....eine Unterbindung hat jetzt nichts mehr mit "Fremdgehen" zu tun. Das Vertrautsein wird oft nur mit körperlicher Vertrautheit in Verbindung gebracht.
 
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  • #941
Das Thema ist schwierig ... schon immer. Es sind schon oft genug Kinder entstanden, wenn man sicher war ... es kann nix passieren. Aber da trägt halt niemand Schuld daran, oder wenn dann beide ... 50% ... und es ist sicherlich blöd, beim Sex daran zu denken: genauso funktioniert die Entstehung von neuem Leben ... aber außer bei einer Vergewaltigung ... geht es doch nicht um Schuld .... also so sehe ich das, aber ich bin ja nicht alleine auf der Welt .... :)

Schuld ist halt ein großer Begriff, bei nem Kind klingts auch etwas blöd. Ich denke es ist klar was ich meine. Bei "Beziehungen" kann die Verhütung und der Umgang damit schon ein interessantes Thema sein. Grad bei Ökos oder emanzipierten, körperbewussten Frauen :D.
 
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  • #943
@WolkeVier Ja, aber die Unterstellung von Insouveränität oder der Förderung extremistischer Ansichten geht zu weit.
 
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  • #945
Na, im Gegensatz zur Frau ist ein Mann immer "fruchtbar" ... Frauen nicht. Wenn ein Mann keine Kinder will, hat auch er genug Möglichkeiten zur Verfügung, eine Schwangerschaft zu verhindern. Und er kann auch immer auf Nummer sicher gehen ... wenn er sich da auf die Frau verlässt .... keine Verhütungsmethode ist zu 100% sicher .... außer sich einen Apfel zwischen die Knie zu klemmen ... muss er selbst Verantwortung übernehmen.

Mich verwundert die Auffassung, dass man keine 100%ige Verhütungsgarantie hat. Wenn man nicht schwanger werden will, kann man doch einfach verschiedene Verhütungsmethoden kombinieren und im Zweifelsfall die Pille danach nehmen.
 
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Deleted member 21128

  • #946
Mich verwundert die Auffassung, dass man keine 100%ige Verhütungsgarantie hat. Wenn man nicht schwanger werden will, kann man doch einfach verschiedene Verhütungsmethoden kombinieren und im Zweifelsfall die Pille danach nehmen.
Hundertprozentig sicher ist keine Methode, und beim Kombinieren müssen meist beide mitspielen. Eine Pille danach ist soweit ich weiß auch kein Spaziergang.
Und wenn du als (zeugungsfähiger) Mann ganz sicher sein willst, musst du ein Kondom benutzen.
 
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  • #947
Hundertprozentig sicher ist keine Methode, und beim Kombinieren müssen meist beide mitspielen. Eine Pille danach ist soweit ich weiß auch kein Spaziergang.
Und wenn du als (zeugungsfähiger) Mann ganz sicher sein willst, musst du ein Kondom benutzen.

Die Methoden einzeln für sich sind nicht 100%ig sicher aber in Kombination eine ziemlich sichere Sache. Die Pille danach ist eine Pille zum einwerfen - einmal runterspülen und das wars.
 
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  • #953
Natürlich nicht - die Pille danach ist für Notfälle - also wenn z.B. das Kondom während der empfängnisbereiten Tagen reißt - und nicht generell zur Verhütung.
Das ist eine ziemlich starke Hormonbelastung für den Körper.

Ja, das ist absolut klar! Ich würde aber nie nur einem Kondom vertrauen - das Risiko ist doch viel zu hoch, dass da was passieren kann.
 
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  • #958
@Magento73 "Habe halt immer eine Beziehungsrahmenvereinbahrung" (...) "Damit überfordert Ihr einen kleinen Naturwissenschaftler." (Vgl. auch Post #932 von WolkeVier)

Ich denke, da liegt das Problem. Es mag ein verständlicher Wunsch sein, Realitäten überschaubar und kontrollierbar zu gestalten, nur ist dieser Wunsch leider unrealistisch. Nach meinem Eindruck finden sich solche Wünsche recht häufig bei Naturwissenschaftlern - oder vielleicht präziser, Menschen werden Naturwisssenschaftler, weil sie den Umgang mit Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten nur schlecht ertragen können und nach umfassender Kontrolle und Vorhersehbarkeit streben.

Allerdings, sobald Menschen im Spiel sind, ist's mit der Kontrollierbarkeit vorbei. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob es um zwischenmenschliche Beziehungen oder die Steuerung einer technischen Anlage geht. Da helfen weder Vereinbarungen und noch Algorithmen, Erklärungen, warum etwas nicht funktioniert hat oder weshalb sich jemand auf die eine oder andere Weise verhalten hat, lassen sich eben häufig erst ex post rekonstruieren.
 
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  • #960
wie wirken sich geschlossene Gesellschaftsstrukturen vs. offene Gesellschaftsgestaltung als Beurteilungsgrundlagen auf die Beziehungsgestaltung aus?


Macht, und mit ihr Repression, seien so nicht nur unterdrückend, sondern auch produktiv. Das heißt, dass erst die Machtstrukturen überhaupt die Subjekte konstituieren, die dann eine Gesellschaft bilden. Foucault macht dabei drei große Machttechniken aus:

  1. Einschluss der Individuen in einen nach außen abgeschlossenen Bereich, wobei jeglicher Transfer zwischen dem eingeschlossenen Bereich und der äußeren Welt, etwa von Menschen oder Gütern, kontrolliert werden kann.
  2. Parzellierung, das heißt jedem Individuum wird ein fester Platz und feste Funktion zugewiesen, wodurch eine Kontrolle der Individuen und ihrer Leistungen effektiviert wird.
  3. Hierarchisierung, das heißt die Individuen werden nach Rang und Status klassifiziert. Jedes Individuum ist dann durch einen ganz bestimmten Abstand zu anderen definiert und wird versuchen, sich jener Norm, welche der Klassifikation zu Grunde liegt (z. B. gute Noten, hohe Produktivität), anzupassen.
 
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