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  • #16
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von carlo:
Liebe Mitforisten,

wir alle bringen mehr oder weniger bewußt Erwartungen an unsere Beziehung mit. Da wir diese in der Kennenlernphase noch nicht gegenseitig kennen, kommt es hier zu Missverständnissen und Konflikten. Eines der in diesem Zusammenhang immer wieder diskutierten Themen ist der Umgang mit Nähe und Distanz.

Wie fühlt sich das an, wenn ihr zu viel oder wenig Nähe bekommt? Wie geht ihr damit um?

Ich selbst scheine immer mehr emotionale Nähe zu wollen als die Männer, die ich mir aussuche, obwohl ich eine sehr selbständige Frau bin und nicht jede freie Minute teilen will. Bloß so ein Mal pro Woche treffen wäre ja doch schön und ein klitzekleines Telefonat jeden Tag? Und nicht ohne Absage geplante Treffen platzen lassen....

Es fällt mir jedenfalls sehr schwer, den anderen einfach laufen zu lassen und das zu nehmen was kommt oder eben auch nicht. Ich will einfach wissen woran ich bin - ohne große Zukunftsplanung - einfach zum Beispiel für diesen Sonntag, an dem er mich eigentlich zu sich eingeladen hatte. Aber jetzt ist er wieder von der Bildfläche verschwunden, wie schon ein paar Mal. Vielleicht empfindet er Druck von mir, den ich gar nicht machen will? Ich weiß es nicht. Über genau dieses Thema können wir uns nicht wirklich verständigen...

Also: wie erlebt ihr das?? Habt ihr Tipps für mich?

Danke
Carlo
Liebe Carlo,
ich hatte vor nicht all zu langer Zeit eine Beziehung angefangen, die auf einer anderen Seite als PS begann. Wir haben uns nächtelang Nachrichten geschrieben, ein Treffen war erst mal nicht möglich, da sie beruflich weit weg war. Als wir uns dann das erste Mal getroffen haben, abgesehen von einem kurzen Sehen, hat es bei beiden Peng gemacht. Wir haben uns getroffen, so oft es möglich war. Ich habe mich bemüht, ihr auf jede Nachricht, auf jede SMS, auf jeden Anruf zu reagieren, habe ihr auch Mails, Nachrichten, SMS geschrieben, sie angerufen, zu ihr gefahren,...
Irgendwann wurde es mir mir zu viel. Ich konnte den permanenten Druck, den ich empfand, wenn ich eben erst auf eine SMS geantwortet hatte und dann schon wieder auf eine Mail antworten sollte, nicht mehr ertragen. Ich hatte glatt das Gefühl erdrückt zu werden, hab versucht, es ihr zu vermitteln, was mir nicht gelang.
Im Nachgang denke ich, es war zu dem Zeitpunkt die Entscheidung, die ich treffen "musste", auch wenn es beiden (!) weh tat, die Beziehung zu beenden.
Ob ich die Entscheidung heute auch noch so treffen würde, bezweifle ich. Das steht in dem Zusammenhang aber nicht mehr im Raum, da ich auf die Frage antworten möchte, wie die Reaktion in der (frühen) Anfangszeit eines Kennenlernens auf "hohen" Druck ausfallen kann und ob dieses Ausweichen unbedingt ein "Nichtmögen", "Nicht mehr vorstellen können" bedeutet.
Man sollte immer vor Augen haben, daß die Anfangszeit ja immer bedeutet, sich umstellen zu müssen, vom Zustand des Alleinseins auf "Plötzlich zu zweit", trotz Verliebtheit Zeit für sich zu brauchen um das zu verarbeiten, was da mit einem "passiert". Man hat ja oft nicht die Übung darin, eine neue Beziehung anzufangen.

Nettmann
 
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  • #17
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Ach Carlo,komm mal her, ich drück dich mal!

Guter Rat ist hier wirklich teuer. Ich bin ja nicht so der optimistischste Mensch. Männertechnisch hatte ich eigentlich immer ganz schnell ein Bauchgefühl, alle Alarmglocken gingen an, wenn irgendwas für mich komisch war. Und immer hatte mein Bauchgefühl recht.
Jetzt wurde dir hier schon geraten, auf Stumm zu schalten, zu warten, dass er wieder ankommt.
Ich hätte in deiner Situation nicht so die Ruhe dazu. Würde das dann gern sehr zeitnah ansprechen wollen. Zumal, wenn er sich vielleicht gar keiner Schuld bewußt ist. Dann wäre es an der Zeit, dass ich meine Erwartung, was Kommunikation und Verbindlichkeit von Verabredungen an geht, ansprechen würde. Wäre natürlich schöner im persönlichen Gespräch.
Wenn sonst alles schön war bisher mit ihm, dann gib noch nicht auf! Manches braucht vielleicht seine Zeit und wenn es nur ist, dass man klären muss, wie was kommuniziert und eingehalten werden muss.
 
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  • #18
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Liebe Sid,

vertraut ist mir das nicht aus meinen gelebten Beziehungen. Die waren immer sehr (!) verbindlich. Manchmal vielleicht zu verbindlich...

Ich habe das früher auch so gesehen. So einer, der ist es nicht für mich. Bindungsunfähig oder sonst was. Heute verstehe ich besser, dass es ein Übergangsphänomen sein könnte. Ich bin in meiner Bindung an ihn weiter als er an mich. Er muß erst mit den Emotionen, den aufkommenden Erinnerungen an frühere Beziehungen klar kommen.

Er hat mir schon sehr früh gesagt und geschrieben, dass er mich "lieb hat" und dass ich "genau die Frau bin, nach der er gesucht hat" und er ist kein Charmeur oder Blender, der das sagt um einen einzulullen. Da bin ich mir ganz sicher.

Es ist einfach eine "ungünstige Verteilung von Empfindlichkeiten". Es fällt mir so schwer zu akzeptieren, dass seinen Gefühlen für mich andere Gefühle im Weg stehen, die erst weggeräumt werden müssen. Es fällt mir so schwer zu verstehen, dass er mir sagt und schreibt "du fehlst mir" und dann ein ganzes Wochenende vergehen lässt, ohne mich sprechen oder sehen zu wollen (?). Vielleicht will er ja, aber er will noch mehr auch was anderes?

Ach!

Ich muß raus aus diesem Gedankenkarussel!!

Carlo
 
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  • #19
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo Carlo,
ich hatte für meiner letzte Nachricht ziemlich viel Zeit gebraucht, da ich mehrfach dabei unterbrochen wurde. Daher "passt" die Antwort vielleicht nicht mehr so richtig in den Thread. Sie bezog sich eigentlích auf dein erstes Posting im Thread. Ich werde mir mal den Rest nochmal durchlesen und dann vielleicht auf den Rest einzugehen.

Nettmann
 
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  • #20
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von carlo:
Aus dieser Erfahrung denke ich, wenn ich nur abwarte, warte ich bis ich schwarz werde und das kann ich nicht... :-( Da will ich lieber Klarheit und wenn sie noch so unschön ist.
Wenn er sich nicht meldet, kein neues Treffen vorschlägt, DANN hast Du Klarheit.
Wenn Du ihn erneut kontaktierst, windet er sich vielleicht irgendwie, weil er sich nicht sicher ist oder weil er Dir nicht weh tun will oder, oder...

Nicht schön, ich weiss...
 
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  • #21
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Lieber Nettmann,

bei uns war es ja eher er, der am Anfang dieses Feuerwerk entfachte. Und wir haben auch Phasen des nicht in Kontakt seins hinter uns.

Er ist eher der Kontaktjunkie, in dem Sinne, dass er das Smartphone ständig bei sich hat und immer gleich antwortet. Ich lasse es auch mal bewußt liegen oder antworte nicht gleich, obwohl ich ihn online sehe. Oft antworte ich aber auch sofort.

Er sagt, ich könne ihn jederzeit kontaktieren und dass er sich freue. Es gab auch schon die Situation, wo er mir am Ende eines kontaktlosen Tages sagte, er habe immer wieder auf sein Handy geschaut und auf eine Nachricht gewartet. Er ist nicht der "klassische-angst-vor-zu-viel-Kontrolle-Typ".

Danke für dein Post!

Carlo
 
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  • #22
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Vielleicht will er ja, aber er will noch mehr auch was anderes?

Was könnte das sein, was meinst du?
 
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  • #23
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo Frau Meier,

das weiß ich nicht. Seine Freiheit?

Was meinst Du?

Carlo
 
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  • #24
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Ich hab keine Idee. Aber deine Aussage klang so nachdrücklich.

bei mir war es so, dass er einfach kommen und gehen wollte, wann er die zeit dafür fand. Aber auch das kann eine emotionale frage sein.
Meine Single zeit hatte mehr Überschaubarkeit und ich war ihm näher als er mir sein konnte. Du hast das vorhin ebenso anvisiert.
Für mich lag die gefahr darin, seine Muse zu sein, wenn es ihm mal schlecht geht, wenn er mich eben braucht. Umgekehrt war es nicht so ausgewogen.
Seine Singelzeit war noch nciht so lang und jede Menge offene baustellen mit der ex. Ich will auch keine Übergangsfrau sein, die nur durch die Krise hilft.
 
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  • #26
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von Dreamerin:
... Zumal, wenn er sich vielleicht gar keiner Schuld bewußt ist. ....
Das war zwar bisher im Versuch zu einem klärenden Gespräch so. Aber danach ließ er dann mal so eine Bemerkung einfliessen, die durchaus zu erkennen gab, dass er seinen Anteil im Nachhinein sah. LOL das ist jetzt kompliziert gesagt... Er sagte einfach 'und dann habe ich auch noch das Wochenende versaut'.

Tja. Guter Rat ist teuer....

Danke für Deinen Beistand, das tut gut. Meine Schwester und Freundin haben gerade kein Ohr mehr - oder es kommt so bei mir an. Und andere will ich da nicht mit belatschern...

Danke
Carlo
 
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  • #27
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von vivi:
... Doch wie soll man sich kennenlernen und in Folge vlt. mehr draus werden lassen, wenn man nicht jetzt die Möglichkeiten wahrnimmt sich auszuloten bzw. etwas mehr Nähe zulässt? ...
vivi, das ist genau mein Gefühl. Wenn man es jetzt so dahin plätschern lässt, so lauwarm, sich treffen, wenn denn gar nix anderes ansteht, bloß nicht zuviel Verbindlichkeit... dann entsteht doch nix Gemeinsames...

Das ist meine Angst dabei.

Liebe Grüße
Carlo
 
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  • #29
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

@ Frau Meier

Ja, Baustellen.

Er meint, ich hätte mehr.

Ich meine, er setzt weniger abgestufte Prioritäten.

Er ist nicht der Typ für Muse. Der meint schon mich. Und will auch mit mir als Paar sein.

Das ist es ja. Es passt alles. Und doch so schwierig.

Carlo
 
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  • #30
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von carlo:
vivi, das ist genau mein Gefühl. Wenn man es jetzt so dahin plätschern lässt, so lauwarm, sich treffen, wenn denn gar nix anderes ansteht, bloß nicht zuviel Verbindlichkeit... dann entsteht doch nix Gemeinsames...

Das ist meine Angst dabei.

Liebe Grüße
Carlo

Und wenn die andere Seite es nicht hin bekommt, diese Angst aufzuheben, weil er möchte, dass es dir nämlich einfach nur gut geht ... Dann ist das nicht gut und irgendwie zu wenig.