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  • #1

Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Liebe Mitforisten,

wir alle bringen mehr oder weniger bewußt Erwartungen an unsere Beziehung mit. Da wir diese in der Kennenlernphase noch nicht gegenseitig kennen, kommt es hier zu Missverständnissen und Konflikten. Eines der in diesem Zusammenhang immer wieder diskutierten Themen ist der Umgang mit Nähe und Distanz.

Wie fühlt sich das an, wenn ihr zu viel oder wenig Nähe bekommt? Wie geht ihr damit um?

Ich selbst scheine immer mehr emotionale Nähe zu wollen als die Männer, die ich mir aussuche, obwohl ich eine sehr selbständige Frau bin und nicht jede freie Minute teilen will. Bloß so ein Mal pro Woche treffen wäre ja doch schön und ein klitzekleines Telefonat jeden Tag? Und nicht ohne Absage geplante Treffen platzen lassen....

Es fällt mir jedenfalls sehr schwer, den anderen einfach laufen zu lassen und das zu nehmen was kommt oder eben auch nicht. Ich will einfach wissen woran ich bin - ohne große Zukunftsplanung - einfach zum Beispiel für diesen Sonntag, an dem er mich eigentlich zu sich eingeladen hatte. Aber jetzt ist er wieder von der Bildfläche verschwunden, wie schon ein paar Mal. Vielleicht empfindet er Druck von mir, den ich gar nicht machen will? Ich weiß es nicht. Über genau dieses Thema können wir uns nicht wirklich verständigen...

Also: wie erlebt ihr das?? Habt ihr Tipps für mich?

Danke
Carlo
 
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  • #2
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Liebe Carlo,

verstehe ich das richtig: Ihr seht Euch maximal einmal die Woche? Und er lässt geplante Treffen ohne Absage platzen?

Also, ich denke, da darfst Du Dich schon wundern, auch wenn Du kein Distanz-Problem hast. Wohnt Ihr in derselben Stadt? Wie lange im Voraus verabredet Ihr Euch?

Ich z.B. verabrede mich lieber spontan, nicht schon eine Woche im Voraus. Das stresst mich irgendwie. Und die Häufigkeit hängt dann auch davon ab, wieviel beide zu tun haben. Aber ein bis dreimal die Woche darf es schon sein. Zugegeben, so spontan kann man wohl nur sein, wenn man in derselben Stadt bzw. zumindest in der Nähe wohnt und wenn es keine kleinen Kinder gibt.

Seltsam. Wie weit seid Ihr denn? Kann es sein, dass er evtl. noch andere datet oder seid Ihr schon «exklusiv»?
 
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  • #3
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von carlo:
Wie fühlt sich das an, wenn ihr zu viel oder wenig Nähe bekommt?
Ich selbst scheine immer mehr emotionale Nähe zu wollen als die Männer, die ich mir aussuche, obwohl ich eine sehr selbständige Frau bin und nicht jede freie Minute teilen will. Bloß so ein Mal pro Woche treffen wäre ja doch schön und ein klitzekleines Telefonat jeden Tag? Und nicht ohne Absage geplante Treffen platzen lassen....

Es fällt mir jedenfalls sehr schwer, den anderen einfach laufen zu lassen und das zu nehmen was kommt oder eben auch nicht. Ich will einfach wissen woran ich bin - ohne große Zukunftsplanung - einfach zum Beispiel für diesen Sonntag, an dem er mich eigentlich zu sich eingeladen hatte. Aber jetzt ist er wieder von der Bildfläche verschwunden, wie schon ein paar Mal. Vielleicht empfindet er Druck von mir, den ich gar nicht machen will?
Liebe Carlo,
Genauso, wie du es schreibst, empfinde ich es auch. Auch für mich ist es schwer vorstellbar, jeden Tag einen Partner um mich haben zu wollen. Von daher sind wir doch wohl gar nicht diese Klammeraffen, vor denen viele Angst haben. Auch mir wäre das dann zuviel an Nähe.
Doch eine solche Unverbindlichkeit, wie du sie grad beschreibst, hat ja nun mit Nähe irgendwie gar nichts mehr zu tun. Damit könnte ich auch nur schwer umgehen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es doch bereits mehrere Treffen, oder?
Er hat dich zu sich eingeladen und sich dann nicht mehr gemeldet? Um die Details abzusprechen oder die Uhrzeit oder ähnliches? Einfach nichts? Hast du denn nicht nochmal nachgefragt? Jetzt schweigt ihr beide und jeder wartet auf ein Zeichen des Anderen? Das ist ja richtig übel. Und es Klang doch schon recht vielversprechend, was du in letzter Zeit dazu schriebst. Was wirst du jetzt machen?
 
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  • #4
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hi suzanne,

danke für deine schnelle Antwort.

Also: wir kennen uns seit ca. 6 Wochen. Er hat am Anfang sehr (!) intensiv um mich geworben, tja und jetzt ist es wieder so ein Spiel um Nähe und Distanz.

Wir wohnen etwa eine Autostunde entfernt, was kein Problem ist, weil wir eh beide beruflich Vielfahrer sind. Ich arbeite meist nicht hier zu hause. Er hat aber auch eher "überregionale" Einsätze. Dazu kommen jeweilige Hobbies. Heißt: man muß sich schon verabreden, um sich zu treffen. Muß für mich auch nicht ewig im Vorhinein sein. Aber irgendwie wüßte ich dann schon gerne, wann das nächste Treffen realistisch ist. Besonders schwierig ist für mich, wenn man sich erst verabredet und dann verschwindet dieser Mann, der sonst dauern lustige Nachrichten schickt, so plötzlich komplett von der Bildfläche. Inzwischen hab ich ´raus, er kann dann nicht sagen, dass es ihm zu viel wird. Das kann ich aber nicht einfach rational "schlucken". Ich fühl' mich damit so mies!!! Als es schon mal so war habe ich sehr(!) indirekt in den Raum gestellt, dass er ja vielleicht noch andere datet. Da war er ehrlich so sauer! Das nehme ich ihm schon alles ab. - Aber es fällt mir unendlich schwer! Offensichtlich bedeutet für mich Verläßlichkeit und Regelmässigkeit sehr viel mehr als für ihn....

Ratlos
Carlo
 
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  • #5
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Zitat von carlo:
Ich will einfach wissen woran ich bin - ohne große Zukunftsplanung - .
hallo carlo, mir scheint wir ticken da ähnlich :). ich trenne es für mich: das bedürfnis nach freiräumen (also nach nicht allzu großer nähe) meinerseits, bei commitment und verbindlichkeit andererseits. sich ein wochenende nicht zu sehen wäre also ok für mich, keine absage für eine anvisierte verabredeung allerdings nicht. aber wie suzanne schon fragte: in welchem "stadium"seid ihr denn?
 
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  • #6
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo Carlo, hallo Suzanne,

im Augenblick gibts einige Threads, bei denen ein sehr guter Austausch stattfindet. Solche, in denen ich mich auch wieder finde.
Zu deinem hier, liebe Carlo, kannst du gern bezüglich erwartungen meine lesen: "Wenn Dates immer wieder abgesagt werden" und "Wenn Männer nur SMS schreiben".
es gibt ein paar Aspekte, die sich überschrneiden.
Ich bin m.E. auch keine Frau, die zu sehr klammert. Im Gegenteil - ich lasse eher zu viel Spielraum, bin aber dann oft mit reaktionen, meinungen und worten wohl eher zu nah. ich weiß nicht, ob ich das genug erklären kann. man betrachtet sich selbst eben nciht objektiv.
Ich habe den letzten Kontakt nur alle 8 Wochen gedatet. Das ging von ihm aus. Ich war nciht glücklich damit, habe es aber geschehen lassen. Zum einen, weil ich das als alleinerziehnde Mutter oft nicht besser einrichten kann und auch Verständnis habe.
Zum anderen, weil ich ihn und seine Gesellschaft wikrlich mochte, wenigstens für die wenige Zeit.
Und wie Wandelröschen in ihrem Thread so schön schrieb: da war auch Hoffnung. Aber Suzannes zeilen zu lesen, gibt mir Aufschlüsse, wie es wohl auch aussehen kann.
ich denke aber, dass jede Verbindung auch eigene Wege gehen kann und findet, wenn man sich genug und vertrauensvoll artikuliert.
Aber wenn man erst mal Kinder hat oder sogar auf beiden Seiten Kinder eine große Rolle spielen, dann ist Zeit schnell ein knappes Gut und man verliert sich in Missverständnissen und zu schnellen und zu hohen Erwartungen.
Und dann fällt mir wieder Wandelröschen ein: .... sehen, was noch zu retten ist. ich mag ihn nämlich, auch wenn er weiterklickt. - So geht es mir auch.
Nach so viel Nähe, kann ich erst mal nicht weiter. Da ist noch eine verbindung, wenigstens für mich. Und diese gefühlte Nähe kann ich dann erst mal nciht loslassen.
Ich würde gern, wenns euch nciht zu weit geht, in verbindung zu Nähe und Distanz eure meinung zu meinen Threads hören. danke
 
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  • #7
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo Dreamerin,

ich war einmal bei ihm, er ca. 3 oder 4 mal bei mir und ein paar mal haben wir uns auf unseren Dienstreisen besucht...; er spricht so, als wären wir ein Paar, ich vermeide das tunlichst.... Er war auf einer öffentlichen Veranstaltung als mein Begleiter...

Bei unserem letzten Abschied hatte er gesagt, es wäre ja schön, wenn ich ihn am Sonntag wieder besuchen würde. Danach nichts Konkretes. Ich wartete immer auf die Gelegenheit, bis er dann am Freitag abend so merklich von der Bildfläche verschwand. Ich habe dann gestern abend mal gefragt, wie es geht, bekam wortreich aber irgendwie distanziert Auskunft. Heute Morgen nix; heute Mittag bekam ich auf meine Frage eine ziemlich unwirsche Antwort. :-((

So und nun?

Ich merke so deutlich, dass es nicht gut tut, was da in mir abläuft und dass das gar nicht hilft. Aber ich komme nicht dagegen an.

Carlo
 
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  • #8
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Liebe Carlo,

ich denke (natürlich vollkommen aussenstehend), dass es ganz natürlich ist, was derzeit in Dir abläuft. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ihn jetzt kommen zu lassen. Sich gar nicht mehr bei ihm zu melden. Und wenn er sich meldet, dann knapp und distanziert zu sein, bis zum nächsten Treffen, das ER vorschlägt und auch organisieren muss.

An diesem würde ich das Thema aber ansprechen: Wie sieht er Eure Beziehung? Liegt ihm etwas an Dir oder ist er sich noch nicht sicher? Falls er sagt, dass ihm etwas an Dir liegt, dann konkret nachfragen, wie er sich das mit Euch bzgl. Treffen vorstellt. Wie häufig, wie lange im Voraus abgemacht etc.? Damit meine ich nicht, dass du ihn zur Rede stellst und schon gar nicht vor den Pranger, sondern, dass es gilt herauszufinden, wie der jeweils andere das so sieht. Einfach mal reinen Tisch machen. Vielleicht liegt hier einfach ein Missverständnis vor. Dabei kannst Du ihm mE ruhig sagen, dass es Dich sehr enttäuscht hat, dass er Dich einlädt und dann nichts mehr von sich hören lässt. Das ist vollkommen ok und hat nichts damit zu tun, dass Du klammerst oder ein Distanz-Problem hättest.
 
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  • #9
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

du hast also ein inneres Warnsignal? Das gerade in betrieb ist?
 
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  • #10
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Carlo, ich würde dir wirklich gern mehr Mut machen. Doch irgendwie gelingt mir das nicht so recht.
Wenn ihr doch gestern Abend telefoniert habt, wieso habt ihr dann nicht über heute gesprochen? Immerhin wohnt ihr ja nicht um die Ecke. Da kam nichts von ihm und du hast auch nicht gefragt? Und wieso hat er denn heute "unwirsch" reagiert? Oder hast du es beim letzten treffen als Einladung für heute verstanden, er hat es aber gar nicht so konkret gesagt? Ist es vielleicht nicht so ein Nähe-Distanz-Problem, sondern ein Kommunikationsproblem?
 
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  • #11
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

danke suzanne, deine beiträge helfen auch mir :) Klar und übersichtlich, gute transparenz
 
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  • #12
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo @carlo,

das ist ja witzig!
Dieses Thema geht mir heut auch grad so im Kopf rum und ich hab mich in *rum-ge-eiert* auch dazu mal "geoutet" ;-)

Mir geht es ähnlich - ich "erwarte" eine gewisse Nähe und auch eine gewisse Distanz. Es sollte / muss aber ein ausgewogenes Verhältnis sein und man sollte sich nicht unter Druck setzen oder so fühlen - man hat ja schließlich auch noch ein Alltagsleben ;-).
Ich habe aber manchmal das dumme Gefühl, dass wir (Mann / Frau) irgendwie oft "zur falschen Zeit am falschen Ort" sind.
Doch wie soll man sich kennenlernen und in Folge vlt. mehr draus werden lassen, wenn man nicht jetzt die Möglichkeiten wahrnimmt sich auszuloten bzw. etwas mehr Nähe zulässt? Das gehört nun mal dazu und man muss - um Gottes Willen - nicht ständig aneinander hängen.
Eine Lösung oder Erklärung habe ich für mich da leider auch noch nicht gefunden. Interessant wäre ja, ob / wie die Männer (!!!) das so sehen.
 
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  • #13
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Hallo Dreamerin,

wir hatten Freitag telefoniert. Da habe ich ihn ganz spontan vom Flughafen angerufen - er war gerade im Auto. Wir haben geplauscht, es war herrlich. Auch von Zukunft, nix konkretes mehr so gesponnen. Usw. usf. und dann habe ich gesagt, 'ich muß jetzt da rein' und er 'ich bin jetzt da und da und dort und dann zu hause'; darauf ich: ' dann können wir ja noch mal sprechen, würde mich freuen... '. Als ich hier war habe ich getextet, dass man mich auf Festnetz erreichen kann. Seither ist dieses laute Schweigen wieder da.

Letzte Woche war er krank. Kriegte ich sofort Bilder geschickt, durfte jederzeit telefonisch trösten...

Ach ich weiß nicht. Warum ist das schon wieder alles so verfahren?!?!?!?

Carlo
 
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  • #14
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Liebe Suzanne,

ich habe natürlich schon versucht, das in Ruhe anzusprechen. Dieser sonst so grundintelligente Mann geht umgehend hoch wie eine Rakete. Von jeder ich-Botschaft fühlt er sich sofort angegriffen.

Wir hatten auch schon mal 2 Tage "Schluß" nachdem er mir an einem Samstag, für den wir lose verabredet waren zuerst telefonisch für zwischen 6 und 7 einen Besuch ankündigte, sich auch dann noch x Mal per Whatsapp meldete und dann abends nicht erschien, auf keine Nachricht oder Telefon reagierte... und dann um halb elf eine ziemlich kurze Nachricht schickte. Aus dieser Erfahrung denke ich, wenn ich nur abwarte, warte ich bis ich schwarz werde und das kann ich nicht... :-( Da will ich lieber Klarheit und wenn sie noch so unschön ist.

Kein gutes Zeichen - ich weiß.

:-(
Carlo
 
S

Sid_geloescht

  • #15
AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen

Ich würde mich fragen, ob mein Gegnüber weiß, was er will. Und wie ers mit der Verbindlichkeit hält.
Für mich geht Unverbindlichkeit nicht. Ich kann und will das nicht. Egal zu welchem Zeitpunkt des Kennenlernens. Da gibts ja dann inhaltliche Abstufungen. Aber nicht im Prozess. Und ich würde fürchten, daß der Prozess bliebe. Den ich nicht will. Mit zunehmendem Alter glaube ich zunehmend weniger an Veränderungsmöglichkeit, die ich mir bzgl. meines Gegenübers wünsche. Und ich würde mich fragen, ob mir diese Geschichte irgendwoher vertraut ist. Und mich dann wiederum fragen, ob ich dem Vertrauten unbedingt treu bleiben muß oder will.