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  • #31
Och, @Butte, jetzt habe ich gehofft, daß ich schon aufgrund der Länge meiner Postings aus der Masse heraus steche...

Was​ schwangere Freundinnen angeht - ab einem bestimmten Alter wird man/frau damit halt konfrontiert, liegt in der Natur der Dinge, als Frau habe ich damit auch persönliche Erfahrung aus erster Hand. Mit Schwangerschaften und schwangerem Umfeld, meine ich. Und da mir solche Gedankengänge wie im Ausgangspost völlig fremd waren, kann ich auch nur in diese Richtung schreiben... Aber da vermutlich mehr Menschen Erfahrungen ähnlich den meinen gemacht haben als umgekehrt, werden sich die Antworten ähneln... Das kann man auf alle Lebensbereiche übertragen: Es wird immer (? Meistens jedenfalls) eine Mehrheit geben, die eine ähnliche Meinung vertritt, durch ähnliche Erlebnisse geprägt, von daher werden in einem Thread Antworten auch normalerweise in eine bestimmte Richtung tendieren. Wobei ich aber auch keine Hemmungen habe, meine persönliche Meinung gegen den Mainstream zu vertreten und auch laut zu äußern.

Bezüglich den trolligen Trollen, die sich am besten trollen: Die kenne ich aus anderen Foren. Leider gibt es solche Gestalten zuhauf, ich frage mich gelegentlich, wie traurig und leer deren Leben sein muß, daß sie für sowas Zeit haben... In einem Forum treibe ich mich inzwischen seit 1999 regelmäßig herum - mit dem Vorwurf, ein Troll zu sein, war ich noch nie konfrontiert, aber mein Ziel ist es auch nicht, andere Menschen bewußt zu verletzen...
 
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Gast

  • #33
Zitat von Philippa:
Ich sehe gar keine Foristen, die von ihren Beiträgen her nicht von anderen unterscheidbar wären. Es gibt einige, die an ähnlichen Problemen herumzuknabbern haben. Ich finde aber gerade interessant, wo dann doch die Unterschiede liegen.
Echt, wenn zwei Leute mit übereinstimmenden Problemen kommen, interessieren dich nicht so sehr die Probleme, sondern die Unterschiede? Wenn dich an einem Nachmittag zwei Leute nach der Uhrzeit fragen, interessierst du dich für die Unterschiede, nämlich ob sie einen Termin im Cafe haben oder zu einer Theatervortellung wollen?

Und irgendwie finde ich es auch seltsam, dass gerade du, Butte, der/die du doch sonst für Differenzierung plädierst, häufig alle Foristen in den selben Topf wirfst.
Manchmal ist das eine Stilfrage, manchmal liegt es darin, daß sie bezüglich des relevanten Gesichtspunktes im selben Topf stecken. Für mich gilt hier ja meist: what you see is what you get.
 
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Philippa

  • #34
Zitat von Butte:
Echt, wenn zwei Leute mit übereinstimmenden Problemen kommen, interessieren dich nicht so sehr die Probleme, sondern die Unterschiede? Wenn dich an einem Nachmittag zwei Leute nach der Uhrzeit fragen, interessierst du dich für die Unterschiede, nämlich ob sie einen Termin im Cafe haben oder zu einer Theatervortellung wollen?
Vielleicht kann man es (sehr überspitzt gesagt!) mit einem Arzt vergleichen, der einfach immer, wenn jemand Bauchschmerzen hat, ein bestimmtes Medikament verschreibt und gar nicht bemerkt, dass der eine Patient Bauchschmerzen hat, weil er etwas Ungeniessbares gegessen hat, und der andere, weil ihm sein ständiger beruflicher Stress ein Magengeschwür eingebracht hat.
 
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Gast

  • #35
Zitat von Philippa:
Vielleicht kann man es (sehr überspitzt gesagt!) mit einem Arzt vergleichen, der einfach immer, wenn jemand Bauchschmerzen hat, ein bestimmtes Medikament verschreibt und gar nicht bemerkt, dass der eine Patient Bauchschmerzen hat, weil er etwas Ungeniessbares gegessen hat, und der andere, weil ihm sein ständiger beruflicher Stress ein Magengeschwür eingebracht hat.
Ja, das wäre ein Unterschied. Und zwar einer, den ich, wenn es darum ginge, sicherlich auch machen würde.
Nicht verwunderlich an deinem Beispiel ist, daß es von Therapie handelt. Was ja deine über alles drübergebügelte, gar nicht so differenzierende Vorstellung und generelles Maß ist. Woran liegt das?

Oftmals wird die Erfassung einer Situation zu schnell durch ein Spekulieren über Ursachen (in der Kindheit oder sonstwo) übersprungen.
Erklärungen dienen oftmals Rechtfertigung dafür, nicht hinzusehen.
 
P

Philippa

  • #36
Zitat von Butte:
Ja, das wäre ein Unterschied. Und zwar einer, den ich, wenn es darum ginge, sicherlich auch machen würde.
Nicht verwunderlich an deinem Beispiel ist, daß es von Therapie handelt. Was ja deine über alles drübergebügelte, gar nicht so differenzierende Vorstellung und generelles Maß ist. Woran liegt das?

Oftmals wird die Erfassung einer Situation zu schnell durch ein Spekulieren über Ursachen (in der Kindheit oder sonstwo) übersprungen.
Erklärungen dienen oftmals Rechtfertigung dafür, nicht hinzusehen.
:)

Genauso wenig verwunderlich ist, dass du das mit der Therapie anmerkst. Ich hätte es fast schon selbst hingeschrieben, habe mich dann aber zurückgehalten.

Ursachen zu verstehen und für den Schmerz Mitgefühl zu haben, wirderspricht doch dem genauen Hinsehen nicht. Ich würde eher behaupten, dass es manchmal erst für den Betreffenden das wirkliche Hinsehen ermöglicht.

Vielleicht können wir uns einfach darauf einigen, dass wir nicht immer dasselbe Ziel verfolgen.
 
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Gast

  • #37
Zitat von Philippa:
Ursachen zu verstehen und für den Schmerz Mitgefühl zu haben, wirderspricht doch dem genauen Hinsehen nicht. Ich würde eher behaupten, dass es manchmal erst für den Betreffenden das wirkliche Hinsehen ermöglicht.
Muß nicht, geht aber faktisch oft auf dessen Kosten. Übrigens für den Betreffenden wie auch für Dritte. Ist ja auch verständlich: da hat man was zu tun, da ist man schnell in gewohnten Bahnen, glaubt es unter Kontrolle zu haben. Was man erklären kann, ist nicht mehr weiter bedrohlich.
Und weil das so ist, und es ja vor allem darauf ankommt, der Bedrohung zu entkommen, ist man umso begieriger nach Erklärung und schnappt schnell zu beim erstbesten Angebot. Dann ist man beruhigt.
Sieht man doch auch hier. Threads, wo jemand einfach traurig ist, werden tendenziell am unerträglichsten empfunden. Lieber wenn gelästert wird ("immerhin Wut"), erklärt werden kann und "geholfen" werden kann. Dann können sich alle befriedigt zurücklehnen.
 
P

Philippa

  • #38
Zitat von Philippa:
Und irgendwie finde ich es auch seltsam, dass gerade du, Butte, der/die du doch sonst für Differenzierung plädierst, häufig alle Foristen in den selben Topf wirfst.
Zitat von Butte:
Manchmal ist das eine Stilfrage, manchmal liegt es darin, daß sie bezüglich des relevanten Gesichtspunktes im selben Topf stecken. Für mich gilt hier ja meist: what you see is what you get.
Ist es nicht genau dieselbe Stilfrage, wie wenn Foristen hier beim Abladen ihres Frustes über fehlende Resonanz in der Frauenwelt (oder Foristinnen über die fehlende Resonanz in der Männerwelt) dann immer von den Frauen (oder den Männern) sprechen, ohne noch Unterschiede wahrzunehmen?
Du ärgerst dich über einen bestimmten Foristen und lädst dann den Frust sprachlich auf alle ab, ohne noch Unterschiede zu machen. Und meist tust du das dann auch, ohne den "relevanten Gesichtspunkt" nochmals klar zu spezifizieren.

Dieser Stil ist sehr verlockend, er macht das Leben einfacher. Ich bin auch nicht gegen ihn gefeit, so z.B. gestern gegenüber Marlene.
 
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Gast

  • #39
Zitat von Philippa:
Ist es nicht genau dieselbe Stilfrage, wie wenn Foristen hier beim Abladen ihres Frustes über fehlende Resonanz in der Frauenwelt (oder Foristinnen über die fehlende Resonanz in der Männerwelt) dann immer von den Frauen (oder den Männern) sprechen, ohne noch Unterschiede wahrzunehmen?
Du ärgerst dich über einen bestimmten Foristen und lädst dann den Frust sprachlich auf alle ab, ohne noch Unterschiede zu machen. Und meist tust du das dann auch, ohne den "relevanten Gesichtspunkt" nochmals klar zu spezifizieren.

Dieser Stil ist sehr verlockend, er macht das Leben einfacher. Ich bin auch nicht gegen ihn gefeit, so z.B. gestern gegenüber Marlene.
Ne, nicht jede Generalisierung gehört in einen Topf. Die einen sind eher Ausdruck von ner bestimmten Art von Temperament und Stilmittel, andere eher Ausdruck von dem Sprecher vielleicht selbst gar nicht so offenbaren Ressentiments. Was es im konkreten Fall ist, sieht man öfter auch daran, wie ein Gespräch weitergeht. Ist Differenzierung dann möglich oder bleibt es undifferenziert. Wenn jemand große Töne spuckt und übertreibt, anschließend aber durchaus in einen "sachlichen" Ton schalten und differenzierend argumentieren kann, bin ich zuversichtlicher als wenn jemand auf den Hinweis aufs Generalisieren völlig zu macht. Bei dem sitzt es dann wohl tief.
Und manchmal hat das Generalisieren auch die Funktion zu verhindern, daß jemand sich in einem bestimmten Sinn "persönlich" getroffen fühlt.
 
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Philippa

  • #40
Zitat von Butte:
Und manchmal hat das Generalisieren auch die Funktion zu verhindern, daß jemand sich in einem bestimmten Sinn "persönlich" getroffen fühlt.
Die Unklarheit, wer im Moment genau angesprochen ist, kann aber im Gegenteil auch bewirken, dass sich jemand auch immer dann angegriffen fühlt, wenn er eigentlich gar nicht gemeint ist. Was die "Feindschaft" und das Fehlen der Bereitschaft, das konkrete Problem zu reflektieren, verschärft.
Man kann dann dem Gegenüber (dem Angreifer) leichter unterstellen, falsch zu liegen, wenn man auch dessen Aussagen auf sich selbst bezieht, wo man gar nicht wirklich angesprochen war.
Bei mir hat das jedenfalls stellenweise so funktioniert.
 
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Gast

  • #41
Zitat von Philippa:
Die Unklarheit, wer im Moment genau angesprochen ist, kann aber im Gegenteil auch bewirken, dass sich jemand auch immer dann angegriffen fühlt, wenn er eigentlich gar nicht gemeint ist. Was die "Feindschaft" und das Fehlen der Bereitschaft, das konkrete Problem zu reflektieren, verschärft.
Man kann dann dem Gegenüber (dem Angreifer) leichter unterstellen, falsch zu liegen, wenn man auch dessen Aussagen auf sich selbst bezieht, wo man gar nicht wirklich angesprochen war.
Bei mir hat das jedenfalls stellenweise so funktioniert.
Ja, so kanns wirken. Also ich schreibe ja hier eher selten 100% Polemik. Meist ist doch einiges Gehalt und dann eben ein bißchen Polemik dazu. Und da liegt es beim Leser, was er damit anfängt. Leute, die ausschließlich auf die Polemik zugreifen, haben offenbar einen Sinn dafür. Lustigerweise beschweren die sich dann oft bei mir, daß ich meine inhaltlich so interessanten Gesichtspunkte nicht anspielungs- und polemikfrei und 100%-KinderTÜV-zertifiziert vortrage. Damit drücken sie aus, in welcher Rolle sie sich sehen wollen.
Es ist Quark, daß man sich alle Gefühle nur selbst macht (diesen Quark tragen übrigens vor allem Foristen vor, die ständig andere für ihre eigenen negativen Gefühle verantwortlich machen). Aber ein bißchen liegt es schon an einem selbst, was bei einem ankommt.
Und daß ich es hier selten als meine Aufgabe sehe, jemanden "abzuholen" (sagt man das in der der Sozialpädagogikszene eigentlich noch?), hab ich ja schon mehrmals mitgeteilt. Du scheinst sehr interessiert, mir davon unbeirrt diese Aufgabe und Absicht unterstellen zu wollen.
 
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  • #42
Nur weil jemand auf ein bestimmtes Thema zumacht, muss da nicht zwangsläufig etwas tief sitzen bei dem/derjenigen. Es kann hundert andere Gründe auch haben. Das ist deine Vermutung, Butte, nicht zwangsläufig die Wahrheit und ich dachte, um die geht es dir. Warum dann so eine Schublade?
 
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Philippa

  • #43
Zitat von Butte:
Ja, so kanns wirken. Also ich schreibe ja hier eher selten 100% Polemik. Meist ist doch einiges Gehalt und dann eben ein bißchen Polemik dazu. Und da liegt es beim Leser, was er damit anfängt. Leute, die ausschließlich auf die Polemik zugreifen, haben offenbar einen Sinn dafür. Lustigerweise beschweren die sich dann oft bei mir, daß ich meine inhaltlich so interessanten Gesichtspunkte nicht anspielungs- und polemikfrei und 100%-KinderTÜV-zertifiziert vortrage. Damit drücken sie aus, in welcher Rolle sie sich sehen wollen.
Es ist Quark, daß man sich alle Gefühle nur selbst macht (diesen Quark tragen übrigens vor allem Foristen vor, die ständig andere für ihre eigenen negativen Gefühle verantwortlich machen). Aber ein bißchen liegt es schon an einem selbst, was bei einem ankommt.
Und daß ich es hier selten als meine Aufgabe sehe, jemanden "abzuholen" (sagt man das in der der Sozialpädagogikszene eigentlich noch?), hab ich ja schon mehrmals mitgeteilt. Du scheinst sehr interessiert, mir davon unbeirrt diese Aufgabe und Absicht unterstellen zu wollen.
Fühlst du dich irgendwie angegriffen, Butte? Es ging doch gar nicht um deine Absicht, sondern um die Wirkung. Behauptest du, das sei bei dir immer identisch?

Du hast mal geschrieben, du wärst Anwalt der Wirklichkeit. Mir ist noch nicht ganz klar, an wen sich das Plädoyer richtet. Sind wir im alten Rom, wo das Publikum den Daumen hebt oder senkt?

Ich hatte, nebenbei bemerkt, noch nie etwas mit der Sozialpädagogikszene am Hut, ausser dass ich mit etwa 18 Jahren mal eine Woche oder zwei in einem Kinderheim geschnuppert habe. Ich fands dann aber nicht so cool, weil der Heimleitung vor allem anderen wichtig war, den Kindern Reinlichkeit und Putzfimmel anzutrainieren... Das fand ich ziemlich absurd und fühlte mich nicht dazu berufen, ich habe ja selbst lieber ein gewisses Chaos im Griff und kein Problem, wenn die Wohnung nicht auf Hochglanz poliert ist.
Du scheinst aber immer wieder daran interessiert, mir Sozialpädagogikszene zu unterstellen. :)
 
M

Marlene

  • #44
Ich glaube, Du hast Angst, Philippa, vor Butte. Weil Du immer ein smiley hinter Deinen Text an Butte setzen mußt. Warum machst Du das?
 
G

Gast

  • #45
Zitat von Philippa:
Fühlst du dich irgendwie angegriffen, Butte? Es ging doch gar nicht um deine Absicht, sondern um die Wirkung. Behauptest du, das sei bei dir immer identisch?

Du hast mal geschrieben, du wärst Anwalt der Wirklichkeit. Mir ist noch nicht ganz klar, an wen sich das Plädoyer richtet. Sind wir im alten Rom, wo das Publikum den Daumen hebt oder senkt?

Ich hatte, nebenbei bemerkt, noch nie etwas mit der Sozialpädagogikszene am Hut, ausser dass ich mit etwa 18 Jahren mal eine Woche oder zwei in einem Kinderheim geschnuppert habe. Ich fands dann aber nicht so cool, weil der Heimleitung vor allem anderen wichtig war, den Kindern Reinlichkeit und Putzfimmel anzutrainieren... Das fand ich ziemlich absurd und fühlte mich nicht dazu berufen, ich habe ja selbst lieber ein gewisses Chaos im Griff und kein Problem, wenn die Wohnung nicht auf Hochglanz poliert ist.
Du scheinst aber immer wieder daran interessiert, mir Sozialpädagogikszene zu unterstellen. :)
Klang so, als wolltest du mir was schreiben oder erläutern. Unter deser Voraussetzung fallen wir auf die Schnelle zwei Möglichkeiten ein, was du mir mitteilen möchtest. Also entweder meinst du, ich wüßte um diese Wirkung nicht so. Oder du nimmst an, daß ich um sie weiß, wunderst dich dann aber über mein Agieren - eben weil sie nicht zu mir unterstellten Absichten passen. Da du in älterer und jüngerer Vergangenheit insbesondere diesen zweiten Weg explizit beschritten hast, habe ich vermutet, du hättest auch jetzt das im Sinn. Wenn nicht dies, was dann?

Das Plädoyer richtet sich an denjenigen, der es zu verstehen imstande ist.

"Sozialpädaogik" ist halt ein running gab. Vermutlich ist das meine Kreuzung aus dem, was ich so als deine Ausbildung vermute (eher was Sozialwissenschaftliches, Ethnologie oder so) zusammen mit dem Helferthema und Kindthema.
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