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  • #47
AW: Über 50 und noch eine Chance auf einen Partner/Partnerin?

Wenn man jemandem anböte, er könne heute schon aussehen wie in zehn Jahren, dürften die wenigsten annehmen. Wenn man jemandem anböte, heute wie vor zehn Jahren auszusehen, dürfte das für die meisten eine weniger starke Horrorvorstellung sein. Also abgesehen von denen, die eine radikale Schlankheitskur gemacht haben oder sich stark für ihre damalige Frisur schämen.
Das heißt nicht, dass die meisten unzufrieden mit ihrem Körper sein müßten.
Und es heißt auch nicht, dass 55jährige, die keine 25jährigen als Partnerinnen suchen, sich das nur versagen, weil sie wissen, dass ihre Chancen gering sind, und deswegen mit dem Zwei- oder Drittbesten Vorlieb nehmen müssen.
Auf der anderen Seite ist eine Vorliebe eines 55jährigen für 25jährige Frauen weder eine Krankheit noch klares Symptom einer Krankheit.

Ich nehme zur Kenntnis, dass die Perspektive der natürlichen Norm sehr verlockend ist. Denn da ist die Diskussion ja wieder angelangt. Weshalb wählt man die, anstatt derjenigen von Angebot und Nachfrage? Weswegen geht es weniger darum, was in welchem Maße aussichtsreich ist, als darum, welche Wünsche normal, richtig und erlaubt sind? Wer einen Partner sucht und einigermaßen zahlreiche Begegnungen hat und keinen Partner findet, ist das angemessen so auszuwerten, dass die ganzen Kandidaten unerlaubte und schlechte Wünsche haben? Oder ist es so, dass man selbst unerlaubte und schlechte Wünsche hat? Oder eben, dass die eigenen Wünsche und diejenigen vieler Kandidaten nicht gut zusammenpassen? Geht es darum, dass mal jeder seine Vorlieben überdenken soll, und derjenige, dessen Vorlieben sich mehr als “mainstream” sind, damit ein Argument hat, sie nicht zu ändern, aber zu fordern, dass die anderen, deren Vorlieben weniger “mainstream” sind, ihre ändern sollen? Und wie ist es, wenn die angenommene Norm gerade deutlich von der faktischne Häufigkeit differiert, wie ja ständig zu lesen ist? Kehrt sich das Verhältnis dann um?
Fragen über Fragen.

Ob die Menschen im allgemeinen oder die Frauen im besonderen oder die Männer im besondere immer schlechter werden, weiß ich nicht. Ich traue mir aber die Fähigkeit zu, nahezu jeden, der da mit einer schnellen Meinung daherkommt, als mindestens ebenso ahnungslos dastehen lassen zu können.

Ich denke, in den letzten Beiträgen wurde viel vermischt.

@Clara: danke! :)
 
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  • #48
AW: Wünscjhen kann man viel

Zitat von wocki:
.... In dieser Traumwelt, behaupte ich mal, sind "fast alle" 57-jährigen krank ;-) ... Aber es werden sich jetzt sicher einige Gutmenschen finden, die hierzu beteuern, dass sie einem alten Körper einen jungen vorziehen... wegen Lebenserfahrung und so. ....
Ich (w, 54) habe hier und anderenorts etwa ein Jahr nach einem neuen Partner gesucht. Dates hatte ich mit zwei Ausnahmen (64 bzw. 46 Jahre) ausnahmslos mit Männern die bis 3 Jahre jünger (die Mehrheit) oder älter waren als ich - also etwa gleich alt. Jetzt bin ich seit einem halben Jahr mit einem eben solchen (18 Monate jünger) zusammen.

Alle diese Männer, mit Ausnahme des Älteren erklärten mir, dass Alter für sie kein vorrangiges Selektionskriterium sei, sie aber eine etwa gleichalte Partnerin bevorzugen würden. Die Gründe rangierten von "wäre mir zu anstrengend" über "gleicher Erfahrungshorizont (z.B. bei Musik)" bis zu Partnerschaftlichkeit. Kann sein, dass die alle krank waren. Mir kamen sie doch sehr normal vor. Dass ich nur solche Männer getroffen habe hat natürlich mit der entsprechenden Vorselektion auf beiden Seiten zu tun. Es wäre wohl gar nicht erst zu einem Date mit einem Mann gekommen, der das anders sieht.

Es gibt ja keinen Zweifel, dass Jugendlichkeit in unserer Gesellschaft als attraktiv bewertet wird. Es ist aber einerseits nicht das alleinige Kriterium für Attraktivität (genauso wie Schlankheit). Eine junge Schlanke mit mürrischem Gesicht und unweiblichen Proportionen ist nach meiner Beobachtung für Männer weniger attraktiv als eine wohlgeformte Dralle mit hübschem Lächeln. Und andererseits ist Attraktivität nur eines unter vielen Kriterien in der Partnerwahl. Je mehr man natürlich eine(n) Partner(in) als Statussymbol betrachtet, desto wichtiger ist Äußeres, also jedenfalls rein äußerlich betrachtet...

Zitat von wocki:
.... was an Lebenserfahrung im Alter dazu kommt (wenn überhaupt), gleicht sich durch Frustration zumeist mehr als aus. ...
Von welcher Frustration sprichst du denn hier?

Zitat von wocki:
... "arme sau" emfinde ich als beleidigend; auch dass man "krank" sein soll, wenn man Phantasien äußert empfinde ich kränkend. ...
Naja, wer austeilt sollte auch einstecken können. Wenn ich recht erinnere kam das "krank" Argument ja zuerst von dir.

Zitat von wocki:
... Im Grunde genommen wird die Situation mit zunehmendem Alter sicher nicht einfacher; darüber sollte man sich keine Illusionen machen. Auch in jungen jahren ist es schwieriger geworden; ich beobachte das bei meinem Sohn. -- Die Frauen werden zunehmend abweisender und zickiger und wollen alles und jedes dominieren, ohne kompetent dafür zu sein. ...
Nun ja, wer seine(n) Partner(in) vornehmlich nach äußeren Kriterien auswählt, darf sich natürlich nicht wundern, wenn dann die inneren Werte fehlen. ;-)

C.
 
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  • #51
AW: Wünscjhen kann man viel

Wir brauchen wieder mehr Bolzplätze. Gerade zum WM-Zeiten kann das nicht oft genug betont werden!

Zitat von carlo:
Alle diese Männer, mit Ausnahme des Älteren erklärten mir, dass Alter für sie kein vorrangiges Selektionskriterium sei, sie aber eine etwa gleichalte Partnerin bevorzugen würden.
Meiner Vermutung nach ist das Alter nach dem Geschlecht das poplärste Selektionskriterium. Ob man dabei einen sehr viel jüngeren, bißchen jüngeren, gleichaltrigen, bißchen älteren oder sehr viel älteren Partner bevorzugt, ist dann eine andere Sache. Aber die wenigsten dürften den Altersfilter gänzlich offen lassen.
Viele dürften sich explizit Gedanken machen, welche Alterskohorte sie bevorzugen und aus welchen Gründen. Viele machen sich da vielleicht auch wenig Gedanken und landen trotzdem bevorzugt innerhalb derselbe Gruppe. Man muß ja nicht immer alles so genau wissen, wofür man empfänglich ist. Und oftmals ist es auch einfach die Üblichkeit, die für alles weitere sorgt.
Ein Anlaß zur Reflexion könnte für viele gegeben sein, wenn sie bemerken, wenn ihnen abweichende Alterspräferenzen anderer ein Dorn im Auge sind.
Es könnte ja tatsächlich interessant sein, Gründe für ein bevorzugtes Alter auszutauschen. Meiner Forumserfahrung hier nimmt das aber vergleichsweise wenig Raum ein. Der Schritt wird insbesondere bei dieser Thematik oft schnell übersprungen und gleich zum beurteilen und pathologisieren übergegangen.

Kann sein, dass die alle krank waren.
...
Naja, wer austeilt sollte auch einstecken können. Wenn ich recht erinnere kam das "krank" Argument ja zuerst von dir.
Ich glaub, das ist bloß ein Mißverständnis von Wockis Kommentierung der (nicht von ihm stammenden) Krankdiagnose.
 
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  • #52
Wünschen kann man sich viel

Zitat von carlo:
Naja, wer austeilt sollte auch einstecken können. Wenn ich recht erinnere kam das "krank" Argument ja zuerst von dir.
C.
Liebe Carlo!

Das Wort "krank" kam zuerst von mir allerdings schrieb ich:
Für mich ist ein 57 Jähriger, der sich eine 25 jährige wünscht, eher krank...
Da kann ich nichts dafür, dass Wocki sich dazu zählt.

Ich habe das Wort "krank" gewählt - weil ich - wenn ich mir einen 57jährigen Mann vorstelle, der sich nach einer 25jährigen Frau sehnt - den Gedanken habe - "das könnte seine Tochter sein".
Das fühlt sich nicht normal (gesund) an.

Zitat von carlo:
...
Alle diese Männer, mit Ausnahme des Älteren erklärten mir, dass Alter für sie kein vorrangiges Selektionskriterium sei, sie aber eine etwa gleichalte Partnerin bevorzugen würden. Die Gründe rangierten von "wäre mir zu anstrengend" über "gleicher Erfahrungshorizont (z.B. bei Musik)" bis zu Partnerschaftlichkeit. Kann sein, dass die alle krank waren. Mir kamen sie doch sehr normal vor. Dass ich nur solche Männer getroffen habe hat natürlich mit der entsprechenden Vorselektion auf beiden Seiten zu tun. Es wäre wohl gar nicht erst zu einem Date mit einem Mann gekommen, der das anders sieht.

Es gibt ja keinen Zweifel, dass Jugendlichkeit in unserer Gesellschaft als attraktiv bewertet wird. Es ist aber einerseits nicht das alleinige Kriterium für Attraktivität (genauso wie Schlankheit). Eine junge Schlanke mit mürrischem Gesicht und unweiblichen Proportionen ist nach meiner Beobachtung für Männer weniger attraktiv als eine wohlgeformte Dralle mit hübschem Lächeln. Und andererseits ist Attraktivität nur eines unter vielen Kriterien in der Partnerwahl. Je mehr man natürlich eine(n) Partner(in) als Statussymbol betrachtet, desto wichtiger ist Äußeres, also jedenfalls rein äußerlich betrachtet...
C.
Das hast du schön geschrieben.
Ja - bzgl. Attraktivität - es ist einfach die individuelle Ausstrahlung ausschlaggebend.
Jeder definiert oder empfindet sie anders.
Ist nicht unbedingt am "Alter" gebunden, hat viele Faktoren...
 
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  • #53
AW: Wünscjhen kann man viel

Zitat von Heike:
... Meiner Vermutung nach ist das Alter nach dem Geschlecht das poplärste Selektionskriterium...
Ich hatte ja nur meine Erfahrungen geschildert. Und die sagen ja auch, dass nach Alter selektiert wird. Eben nur, dass die Männer die ich getroffen habe, alle eher nach gleichem Alter zu suchen vorgaben.

C.
 
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  • #54
AW: Wünscjhen kann man viel

Zitat von Blanche:
Das Wort "krank" kam zuerst von mir allerdings schrieb ich:

Da kann ich nichts dafür, dass Wocki sich dazu zählt.
Naja, man muß doch nicht unbedingt zu einer diskriminierten Gruppe dazuzählen, um eine Diskriminierung zu kommentieren.

Ich habe das Wort "krank" gewählt - weil ich - wenn ich mir einen 57jährigen Mann vorstelle, der sich nach einer 25jährigen Frau sehnt - den Gedanken habe - "das könnte seine Tochter sein".
Das fühlt sich nicht normal (gesund) an.
Krankheit hat doch etwas damit zu tun, ob der Betreffende selbst auf eine bestimmte Weise funktional und in seinem Befinden gestört ist. Wenn jemand beim Segelturn voll abgeht und sich dir aber, als du das Urlaubsvideo davon siehst, der Magen umdreht - dann ist doch nicht ihm übel, sondern dir.
Und was meinst du mit "normal": so etwas wie "üblich" oder eher etwas wie "soll von Natur aus so sein"?
 
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  • #55
Wünschen kann man sich viel

Zitat von Heike:
Naja, man muß doch nicht unbedingt zu einer diskriminierten Gruppe dazuzählen, um eine Diskriminierung zu kommentieren.
Die Frage ist - war mein Kommentar eine Diskriminierung?
Nein - es war meine persönliche Empfindung.
(Hast es mit deiner Segelbeschreibung auch als Empfindung beschrieben).

Zitat von Heike:
Und was meinst du mit "normal": so etwas wie "üblich" oder eher etwas wie "soll von Natur aus so sein"?
Der Duden meint bzgl. normal:
a. der Norm entsprechend; vorschriftsmäßig
b. so [beschaffen, geartet], wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt
c. (umgangssprachlich) normalerweise

2.(veraltend) in [geistiger] Entwicklung und Wachstum keine ins Auge fallenden Abweichungen aufweisend

Ich wähle 1a) b) und c).

Möchte mich nicht auf einen Punkt festlegen.
 
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  • #56
AW: Wünschen kann man sich viel

Liebe Blanche,

Zitat von Blanche:
... Ich habe das Wort "krank" gewählt - weil ich - wenn ich mir einen 57jährigen Mann vorstelle, der sich nach einer 25jährigen Frau sehnt - den Gedanken habe - "das könnte seine Tochter sein".
Das fühlt sich nicht normal (gesund) an. ... ...
Hm, das kann ich so nicht finden. Ich finde, junge Männer können durchaus sehr attraktiv sein. (Also es gibt diese jugendliche Attraktivität, die mit dem Alter verloren geht, Genauso gibt es für mich eine Attraktivität der Lebenserfahrung, die erst mit dem Alter wächst.) Ich habe nur nicht die Vorstellung, mit jungen Männern eine Beziehung haben zu wollen. Wäre ich noch Solo und es ergäbe sich, würde ich schon mit einem jungen Mann ins Bett gehen. Keine Ahnung, ob sich daraus eine "ernsthafte" Beziehung ergeben könnte....

C.
 
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  • #57
AW: Wünschen kann man sich viel

Zitat von Blanche:
Die Frage ist - war mein Kommentar eine Diskriminierung?
Nein - es war meine persönliche Empfindung.
(Hast es mit deiner Segelbeschreibung auch als Empfindung beschrieben).
Eben nicht. Beim Segelbeispiel ist die Empfindung des erwähnten Zuschauers Übelkeit. Aber ihm ist übel. Nicht unbedingt auch dem, den er da im Video sieht. Der Schluß von der eigenen Übelkeit beim Ansehen des Videos darauf, daß dem, der im Video zu sehen ist, übel ist, geht eben fehl.
Und zu sagen "der ist krank" ist eben etwas anderes als wenn einem selbst übel ist.
Entsprechend deine Krankheitsdiagnose. Wenn du dich unwohl fühlst, wenn ein anderer eine Präferenz für jüngere Partner hat, ist es dein Unwohlsein. Daraus auf eine Krankheit bei ihm zu schließen, geht fehl.
Und man kann natürlich jede Diskriminierung als "ich hab doch nur meine Empfindung ausgedrückt" verkaufen. Eine hier häufig anzutreffende Ausrede. Das ist aber doch eher untere Schublade. Und die bin ich von dir hier ja nicht so gewöhnt.

Der Duden meint bzgl. normal:
a. der Norm entsprechend; vorschriftsmäßig
b. so [beschaffen, geartet], wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt
c. (umgangssprachlich) normalerweise

Ich wähle 1a) b) und c).

Möchte mich nicht auf einen Punkt festlegen.
Also in etwa so, wie es nicht normal ist (in unserem Breiten), dunkle Hautfarbe zu haben, gleichgeschlechtliche Partner zu präferieren usw.?
Hinsichtlich a) würde mich interessieren, welche Vorschrift du meinst, also wo die steht. Im bürgerlichen Gesetzbuch ja nicht. Steht die sozuagen im Buch der Natur?
 
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  • #58
AW: Wünschen kann man sich viel

Zitat von carlo:
Hm, das kann ich so nicht finden. Ich finde, junge Männer können durchaus sehr attraktiv sein. (Also es gibt diese jugendliche Attraktivität, die mit dem Alter verloren geht, Genauso gibt es für mich eine Attraktivität der Lebenserfahrung, die erst mit dem Alter wächst.) Ich habe nur nicht die Vorstellung, mit jungen Männern eine Beziehung haben zu wollen. Wäre ich noch Solo und es ergäbe sich, würde ich schon mit einem jungen Mann ins Bett gehen. Keine Ahnung, ob sich daraus eine "ernsthafte" Beziehung ergeben könnte....
C.
Natürlich können 25 jährige attraktiv sein!
Vielleicht habe ich mich da unglücklich ausgedrückt - ich meine, dass es "für mich" nicht normal wäre eine "ernsthafte" Beziehung (mit einem solch hohen Altersunterschied) haben zu wollen bzw. es als "Wunschgedanken" nicht haben könnte.

Große Altersunterschiede in einer Beziehung - das kann im Einzelfall funktionieren.
Habe es im RL nur selten erlebt, dass diese Beziehung ausgewogen & ausgeglichen war (mein subjektives Empfinden).
Wobei ich kein Paar persönlich kenne, das 32 Jahre auseinander liegt.
 
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  • #59
AW: Wünschen kann man sich viel

Zitat von Heike:
Eben nicht. Beim Segelbeispiel ist die Empfindung des erwähnten Zuschauers Übelkeit. Aber ihm ist übel. Nicht unbedingt auch dem, den er da im Video sieht. Der Schluß von der eigenen Übelkeit beim Ansehen des Videos darauf, daß dem, der im Video zu sehen ist, übel ist, geht eben fehl.
Und zu sagen "der ist krank" ist eben etwas anderes als wenn einem selbst übel ist.
Entsprechend deine Krankheitsdiagnose. Wenn du dich unwohl fühlst, wenn ein anderer eine Präferenz für jüngere Partner hat, ist es dein Unwohlsein. Daraus auf eine Krankheit bei ihm zu schließen, geht fehl.
Und man kann natürlich jede Diskriminierung als "ich hab doch nur meine Empfindung ausgedrückt" verkaufen. Eine hier häufig anzutreffende Ausrede. Das ist aber doch eher untere Schublade. Und die bin ich von dir hier ja nicht so gewöhnt.
So gesehen gebe ich dir recht und ändere hiermit meinen Satz von -
Für mich ist ein 57 Jähriger, der sich eine 25 jährige wünscht, eher krank...
Zu:
Wenn ein 57 jähriger, sich eine 25 jährige wünscht, wird mir übel.
(so ist es dann nicht mehr beleidigend? Oder?)

Liebe Heike, ich schätze deine Kommentare - und bin von deiner Sprachgewandtheit & Liebe zum Detail (vor allem bzgl. Definitionen) beeindruckt.
Ich habe diese nicht immer, benutze beim Schreiben hier im Forum die Wörter, die mir in den Sinn kommen.
Und bin da auch nicht unfehlbar.

Zu deiner Frage bzgl. wie ich a) definiere -
ich habe da an keine Vorschrift gedacht.
Spontan das Wort normal geschrieben. Mehr nicht ;-)
 
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  • #60
AW: Wünschen kann man sich viel

Zitat von Blanche:
So gesehen gebe ich dir recht und ändere hiermit meinen Satz von -
Für mich ist ein 57 Jähriger, der sich eine 25 jährige wünscht, eher krank...
Zu:
Wenn ein 57 jähriger, sich eine 25 jährige wünscht, wird mir übel.
(so ist es dann nicht mehr beleidigend? Oder?)
Je nach Kontext. Schau doch als Vergleich mal an Äußerungen wie "Wenn ein Mann einen Mann küßt, wird mir übel." oder "Wenn ich den Namen Blanche lese, wird mir übel."
Je nachdem, in welchem Kontext so eine Äußerung steht, ist sie diskriminierend und laut AGBs wohl auch verboten, oder nicht.
Wenn du ein Thema startest wie "Oje, mir wird übel, wenn ich einen 57jährigen sehe, der sich eine 25jährige zur Partnerin wünscht. Was kann ich tun gegen diese meine Phobie?" wäre das was anderes. - So aber scheint es von dir gerade nicht gemeint zu sein. Du möchstest nicht dein Übelkeitsempfinden als Problem verstanden wissen, sondern das, was dir da Übelkeit verschafft.

Zu deiner Frage bzgl. wie ich a) definiere -
ich habe da an keine Vorschrift gedacht.
Spontan das Wort normal geschrieben. Mehr nicht ;-)
Du merkst aber mit der Zeit schon, daß du dich im Denke und Sprache da ganz in den BAhnen bekannter üblicher Diskriminierungen wie beispielsweise von Homosexuellen bewegst, oder?
Natürlich, so ganz "spontan" geschrieben. Da hat keiner groß vorher nachgedacht. Man hat Parolen gehört: "nicht normal, krank" usw., und dann gibt man die halt wieder.
Aber vielleicht ist es dann mal Zeit, drüber nachzudenken.
Und nicht einfach nur zu sagen: "Ach, ich drücke ja nur meine Empfindung aus. Und nach meiner ganz persönlichen Empfindung sind Schwarze, Homosexuelle und Männer, die deutlich jüngere Partnerinnen suchen, halt nicht ganz normal im Kopp, krank und überhaupt A.schlöcher. Und damit diskriminiere und beleidige ich niemand. Weil ich sage ja nicht, daß die A.schlöcher sind, sondern ich drücke nur meine ganz persönliche subjektive Empfindung aus, daß die A.schlöcher, krank und das ENde der Menschheit sind."