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apfelstrudel

  • #121
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  • #122
Ich hab mal gegoogelt, der Satz taucht auf in einem Briefwechsel Nietzsches aus den 1880er Jahren, Nietzsche ist in einem Zustand äußerster Verzweiflung und empfindet den Gedanken, dem ein Ende setzen zu können, als beruhigend. Da ist nichts "Cooles" dran, sollte es das sein, was @apfelstrudel daran findet. Trakl hat sich während des ersten Weltkriegs mit einer ÜD Koks das Leben genommen, toll, gelle?
 
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apfelstrudel

  • #123
Ich hab mal gegoogelt, der Satz taucht auf in einem Briefwechsel Nietzsches aus den 1880er Jahren, Nietzsche ist in einem Zustand äußerster Verzweiflung und empfindet den Gedanken, dem ein Ende setzen zu können, als beruhigend. Da ist nichts "Cooles" dran, sollte es das sein, was @apfelstrudel daran findet. Trakl hat sich während des ersten Weltkriegs mit einer ÜD Koks das Leben genommen, toll, gelle?
Noch so ein Held.
Danke.
Aber wenigstens waren da Hinweise.
Seit wann interessieren dich Hintergründe?? Lies doch bitte meinen Beitrag nochmal und in welchem Zusammenhang ich den Satz erwähnt habe. Ich denke, wir beide haben hinlänglich bewiesen, dass wir konträrer Auffassung in der Wahrnehmung unserer Umwelt sind. Ich bitte dich, mir keine Motive anzudichten, die da niemals waren. Mein Zugang zu dem Zitat steht klipp und klar in meinem Beitrag.
 
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  • #124
Noch so ein Held.
Danke.
Aber wenigstens waren da Hinweise.
Seit wann interessieren dich Hintergründe?? Lies doch bitte meinen Beitrag nochmal und in welchem Zusammenhang ich den Satz erwähnt habe. Ich denke, wir beide haben hinlänglich bewiesen, dass wir konträrer Auffassung in der Wahrnehmung unserer Umwelt sind. Ich bitte dich, mir keine Motive anzudichten, die da niemals waren. Mein Zugang zu dem Zitat steht klipp und klar in meinem Beitrag.
Hintergründe interessieren mich schon immer, vielleicht verwechselst du da Inhalt und Hintergrund, auch Wörter haben einen Bedeutungshintergrund, und das gekonnte Spiel damit lässt den nicht außer acht.
Erläutere mir bitte, was dir an dem zitierten Nietzsche-Satz so gefällt? Ein einzelner Satz ist - fast - wie ein Punkt, daraus kann auch ein Miro-Bild werden.
@Look: Keiner.
Ich habe dich gefragt, es kam keine Antwort, ich kann da nichts Klippes und nichts Klares entdecken, es bleibt verborgen, da ist nur dieser etwas kryptische Hinweis auf gegenständliche Malerei.

Ich meine, du steigst sehr ein in diese Diskussion, setzt mir förmlich zu, beantwortest meine Fragen dann aber nicht und kommst mir im Gegenteil dann sogar noch relativ unfreundlich und kurz angebunden.

Ich kann dich danach nur noch auffordern, mich künftig in Ruhe zu lassen.
 
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  • #125
Eins noch, dem Lyriker wird gewissermaßen das Spiel mit Worten zum Inhalt, auch in der inhaltsorientierten Literatur kann ja eine gekonnte Formulierung eine große Wichtigkeit haben für die Akzeptanz der ... Philosophie.
 
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  • #126
Dein Vertrauen in die Unterscheidung von Inhalt und Form fürs Verständnis von Literatur wie auch in die Zuordnung zu geäußerter Message bzw. Spiel der Worte scheint schon recht nennenswert.
 
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  • #127
Der Sartre hat ja angeblich, zum Teil unter Drogeneinfluss, in einem irren Tempo geschrieben. Vielleicht so, als ob er sich seinem eigenen Tod davonschreiben wollte. Er hatte viel zu sagen. Sein Hauptwerk ist ein grauenhaft dicker Schinken, und ja, die Sprache ist nicht unbedingt verführerisch.
Mir gefällt an Sartre sein Experimentierdrang, er wollte - in Beziehungen - Verkrustungen aufbrechen, alles Alte und bis zum Erbrechen Praktizierte beseitigen. Wahrscheinlich war das auch sein Motiv für ein Drama, dessen Titel ich vergessen habe, ein paar Leute treffen sich nach ihrem Tod im Vorhof der Hölle und warten, nun irgendwann dort hinein geführt zu werden. Nach einer Weile begreifen sie, dass genau das die Hölle ist, nämlich bis in alle Ewigkeit miteinander auskommen zu müssen, einander nicht aus dem Weg gehen zu können und mit der dürftigen Ausstattung, die im Grunde jeder hat, auskommen zu müssen.

Von Drogenexzessen wusste ich bis jetzt nichts, ist aber verständlich. Er hat meinen vollen Respekt, auch meine Sympathie. Ein bisschen lachen musste ich angesichts der Äußerung, die er nach dem Besuch bei Andreas Bader in Stammheim gemacht hat, er hat gesagt, Bader hätte kein Bett und kein Waschbecken, er kannte wohl keine Besucherzellen. Natürlich war er weltfremd, ich wäre ihm gerne mal begegnet im Café de Flore, zur Zeit meiner Parisaufenthalte war er aber schon nicht mehr am Leben.
 
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  • #128
Dein Vertrauen in die Unterscheidung von Inhalt und Form fürs Verständnis von Literatur wie auch in die Zuordnung zu geäußerter Message bzw. Spiel der Worte scheint schon recht nennenswert.
Das verschwimmt schon ziemlich oft, scharf abgegrenzt ist das natürlich nicht. Es ist analog der Unterscheidung zwischen gegenständlicher und "abstrakter" Malerei, die ganz Wilden wollten gleich alles beseitigen. Später gab es "Kompromisse", man hat beispielsweise auf die Perspektive verzichtet und dadurch ein Stilmittel gefunden, beim Schreiben geht das in kurzen Texten - "Gedichte" - bei Erzählungen wird man ohne Handlung nicht auskommen*g*.

Süskind hat da eine bahnbrechende Idee gehabt, wir sprachen bereits darüber. Es gibt immer mal Texte, die einen förmlich platt machen, Tucholsky hat das manchmal "drauf gehabt", ich finde kein passendes Wort für diese "Art" von Texten, es ist nicht Brillanz, nicht Kraft, mal sehen, vielleicht fällt mir da noch was ein.

Übrigens war ich lange Zeit begeisterter Leser von Stephen King und Ken Follett, der Debutroman des letzteren zeigt auf den ersten Seiten, auf denen er das London des Kriegsjahres 1944 beschreibt, wie unkonventionell und so gar nicht klischeehaft er das beschreibt. Es ist eine schwierige Übung, weil Follett die übliche Praxis von Suspenseautoren ablehnt und nicht mit einem "Kracher" beginnt, etwa der Art, dass bei einem Staatsempfang weiß der Geier was passiert. Die meisten Romane etwa von Dan Brown beginnen so und geraten dann in eine Abwärtsspirale und verflachen immer mehr und verlieren an Spannung.
 

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  • #129
Süskind hat da eine bahnbrechende Idee gehabt, wir sprachen bereits darüber. Es gibt immer mal Texte, die einen förmlich platt machen, Tucholsky hat das manchmal "drauf gehabt", ich finde kein passendes Wort für diese "Art" von Texten, es ist nicht Brillanz, nicht Kraft, mal sehen, vielleicht fällt mir da noch was ein.

Ich nenne das "Knöpfe drücken". Manche können das so gut, da muss man gut aufpassen dass man sich nicht voreilig mitreißen lässt. Bloß weil etwas unmittelbar einleuchtend klingt muss es noch nicht die (ganze) Wahrheit sein.
"Sie dürfen nicht alles glauben, was sie denken!" ;)
 
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  • #130
Die meisten Romane etwa von Dan Brown beginnen so und geraten dann in eine Abwärtsspirale und verflachen immer mehr und verlieren an Spannung.

Naja, ich finde Dan Brown packt eigentlich zuviel Action in zu kurze Zeit. Er hetzt den armen Professor Langdon durch die Gegend wie eine Einmann-Footballmannschaft gegen ein Allstar-Team. Sein Grundrezept ist inzwischen vorhersehbar. Aber er weiß das, deshalb baut er ein oder zwei McGuffins ein und enthüllt er erst kurz vor Schluss, wer der Maulwurf ist. Aber ich schlage ihm ein Schnippchen, denn ich lese einfach langsamer wenn´s mir zu wild wird. :)
 
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  • #133
Natürlich nur für den Nichtinsider, der du ja nicht bist.
Aber da hatte er eine gute Idee. Und erst die Sprache eben! Worte wie Blumen!
 
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  • #134
Äh, welche nochmal?

Von Süskind fand ich übrigens "Die Loreley" am besten.
Er hat einen völlig neuen Stil "aufgelegt", es ist sehr schwer, das zu analysieren, ich habe festgestellt, dass die "Menschheit" da zweigeteilt ist, die einen "verstehen", was er schreibt und sind begeistert, die anderen bleiben kalt. Klingt fast wie eine Banalität, nur ist der Grad der Polarisierung "selten".

Es IST unmöglich, das in einen Film zu packen, der, der es versucht hat, der hat das Buch nicht verstanden.

Süskind versorgt den Leser in jedem Satz mit "interessanten, befriedigenden" Dingen, die nicht unbedingt "Handlung" sind, ich hab zwei Beispiele gegeben weiter oben. Sein Buch erfährt im letzten Drittel noch eine Steigerung, als Grenouille sich dann entschließt, doch noch nach Grasse zu gehen und das Handwerk des Parfumeurs zu erlernen, dort fängt er dann an, planmäßig zu morden.

Es geht um einmalige Begabung, die lange unterdrückt wird und sich dann doch noch Bahn bricht, darum, dass auch Brutalität und menschliche Kälte sie nicht aufhalten, um eines der größten Genies der Menschheit, das nahezu unerkannt bleibt und nach einem einmaligen Auftritt unbeachtet verschwindet, das Opfer wird seiner eigenen Begabung - die Bettler fressen ihn auf vor lauter Entzücken -, und noch vieles mehr. Er selbst ist ohne jede Sozialisation, schon die Umstände seiner Geburt sind einmalig, es ist die Rede von blutigem Gekröse auf dem Fischmarkt, das später weggespült werden wird, nur macht seine Mutter, 28 Jahre alt und noch etwas Haare auf dem Kopf, einen Fehler, wofür man ihr ein paar Tage später den Kopf abschlägt.

Es sind spannungsreiche, stark besetzte Positionen, die auftauchen, und die den "Kick" ausmachen, den das Buch gibt.

"Die Loreley" hab ich nicht gelesen, ich merke mir den Titel aber.

Ich nenne das "Knöpfe drücken". Manche können das so gut, da muss man gut aufpassen dass man sich nicht voreilig mitreißen lässt. Bloß weil etwas unmittelbar einleuchtend klingt muss es noch nicht die (ganze) Wahrheit sein.
"Sie dürfen nicht alles glauben, was sie denken!" ;)
Ich glaube, ich weiß, was du meinst, aber das ist es nicht bei diesen Texten. Das Mitreißende an Tucholskytexten, jedenfalls an einigen davon, ist auch nicht, ob sie jetzt "wahr" sind, es geht nicht um Aussage oder Information.

Kennst du Robert Ludlum? Den hab ich förmlich gefressen ein paar Jahre lang, die ersten auf Deutsch veröffentlichten Titel kenne ich alle, "Die Matlockaffäre", "Das Ostermanwochenende", "Der Rheinmanntausch", "Das Kastlermanuskript" und noch acht oder neun andere. "Illuminati" von Brown hab ich mal angefangen, hat mich aber gelangweilt.
 
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  • #135
Er hat einen völlig neuen Stil "aufgelegt", es ist sehr schwer, das zu analysieren, ich habe festgestellt, dass die "Menschheit" da zweigeteilt ist, die einen "verstehen", was er schreibt und sind begeistert, die anderen bleiben kalt. Klingt fast wie eine Banalität, nur ist der Grad der Polarisierung "selten".
Also ich hab "Das Parfüm" gern gelesen und bin aber von deiner Empfindung der großen Polarisierung da so entfernt, daß ich offenbar den Gegenpol zu deiner Aufteilung der Leserschaft darstelle.
Vielleicht ist auch der Lesekontext einfach ein anderer. Ich lese unter den Bestsellern eher solche, die nicht als Bestseller beworben werden.
 
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  • #136
Und was hat für dich den Lesespaß ausgemacht? Dass das ein Bestseller war, war mir übrigens egal. Es gibt einen Film - um mal das Genre zu wechseln -, der in den Kinos gefloppt hat, weil er zu abgehoben, zu seltsam ist, der mir aber bis heute als "Leckerbissen" gilt, nämlich "Der Kontrakt des Zeichners."
 
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  • #137
Und was hat für dich den Lesespaß ausgemacht?
Uff, da fragste was. Also es ist ne nette Geschichte mit saftiger, suggestiver Darstellung, während zugleich das, was da beschworen wird, die Gerüchte, ephemer sind. Es befriedigt sozusagen basale Gelüste, ohne blöd zu sein. Jeden Gedanken, das man das ja alles kennt, was man da erfährt, kontert es mit einem: ja, macht doch nix, weiß ich doch, und gesteh doch zu: du liests doch gern!

Dass das ein Bestseller war, war mir übrigens egal.
Es ging auch nicht darum, ob man ein Buch aus dem Grund liest, weil er als Bestseller beworben wird. Aber es gibt eben schon unterschiedliche "Literaturen".

Es gibt einen Film - um mal das Genre zu wechseln -, der in den Kinos gefloppt hat, weil er zu abgehoben, zu seltsam ist, der mir aber bis heute als "Leckerbissen" gilt, nämlich "Der Kontrakt des Zeichners."
Ja, super Film. Sperriger als das Parfum, stellt seine Reflexivität unversteckter vor. Du scheinst auf jeden Fall ne Vorliebe für 80er Postmoderne zu haben. :)
 
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  • #140
Ich lese aus den Zeilen die vermeintliche Erkenntnis eines (vom bisherigen Leben?) enttäuschten, frustrierten, wenn nicht gar verbitterten Mannes, der gewahr wird, dass ihm zum krassen Ändern seines bisher nicht so tollen Lebens nicht mehr ganz so viel Zeit bleibt. Ob ihm dabei allerdings diese "mantra-artig" formulierten "Leitsätze" helfen werden, bezweifle ich stark. Das klingt eher nach selbstermutigendem "Tschacka, ich schaff' das", als nach wirklicher Selbstreflexion.
 
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