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  • #46
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Auch ich finde wichtig, der inneren Stimme vertrauen zu können. Sie ist aber nicht unabhängig von allem anderen, glaube ich. Wenn man sich andauernd viel vormacht, wird einen irgendwann auch die innere Stimme täuschen. Ich glaube, sie sollte in Wechselwirkung mit allen anderen Fertigkeit stehen, über die man verfügt. Und vielleicht muß sie in diesem Sinne auch trainiert werden. Einfach auf der faulen Haut liegen und darauf hoffen, daß die innere Stimme es schon richten wird, ist wohl nicht. :)
 
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  • #47
AW: Trösten mit dem Nächsten?

mir ist unklar wie man sie trainiert.
 
B

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  • #49
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Kimchi:
So ganz weiß ich das auch nicht. Am Anfang bin ich mit meinem in der analogen Welt gewachsenen Urvertrauen auch volle Kanne in die Internet-Vertrauensfalle getappt. Inzwischen 'sagt' mir mein Bauch: bei Kontakten, die über's Internet zustande kommen, erstmal zurückhaltend sein und keine allzu großen Erwartungen haben.
 
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  • #50
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Kimchi:
woran erkennt man den Klang der inneren Stimme? Wie findet man sie?
@Kimchi
Vor ca. 20 Jahren habe ich mich das erste Mal bewußt gefragt, was denn wirklich die innere Stimme ist. Ich habe immer wieder gemeint, sie zu hören und habe mich auf sie verlassen, manchmal hat es gestimmt, manchmal habe ich mich geirrt.

Noch heute benötige ich bei manchen Kontakten zu Menschen (auch bei parship) Zeit, um mir bewußt zu machen, wie denn meine ersten Impulse waren.

Ich muss dann herausfinden, ob mein innerer Impuls mir sagt, "ja, das ist in Ordnung". Dann vertraue ich darauf. Immer wieder ist mein innerer Impuls: "Pass auf!" Dann frage ich mich, ob mich die Situation an etwas erinnert, das ich früher als unangenehm erlebt habe. (z.B. Grenzüberschreitungen, gefährliche Situationen, Kommunikationsprobleme in Form von Mißverständnissen, weil die Bedeutungen von bestimmten Aussagen/Worten unterschiedlich bewertet werden, unterschiedliche soziale Prägungen..). Sind diese Situationen heute noch unangenehm für mich, kann ich mich entscheiden, es sein zu lassen, oder dazuzulernen.
Manchmal weiß ich jedoch nicht, warum mir die Stimme sagt "pass auf!°, dann werde ich sehr unsicher und spreche es vielleicht mit dem anderen Menschen an. Kommt dann eine Klärung zustande, bleibe ich im Kontakt und bin bereit, mt dem Menschen weiter eine Beziehung/Vertrauen aufzubauen. Bleibt mein Gefühl diffus und bin ich mir sicher, dass es nichts mit mir zu tun hat, möchte ich keine Beziehung, weil dies für mich ein sicheres Zeichen ist, das mir diese Beziehung nicht gut tut.

Jetzt weiß ich nicht, Kimchi, ob Dir das hilfreich ist, aber ich dachte mir, ich schreibe es ´mal, da die "innere Stimme" aus meiner Sicht das Wichtigste ist, das gehört werden möchte. Und ich meine mit der "inneren Stimme" nicht die verschiedenen Meinungen, die es zu einem Thema zu durchdenken gibt, und die sich auch widersprechen können. Mit der "inneren Stimme" meine ich das Ureigene, das jeder Mensch in sich trägt. Und immer, wenn ich auf diese "innere Stimme" gehört habe, konnte ich auch die Verantwortung für meine Entscheidung übernehmen.

natalie,53 Jahre alt und noch immer single ;-)
 
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  • #51
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Arbeit an einem selbst. - Dafür sollte es doch schon genug Gelegenheiten geben.
Ist mit dem Vertrauen sich selbst gegenüber doch genauso wie mit dem anderer. Wenn man zu oft von jemandem belogen wird, glaubt man dem nicht mehr. Bei sich selbst ist das vielleicht genauso.
 
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  • #52
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Ähnlich wie Heike glaube ich, dass eine trügerische oder schweigsame innere Stimme etwas mit SelbstBewusstsein zu tun hat. Also damit, wie gut man sich selbst (er)kennt . Manchmal braucht es einen Spiegel um sich und seine eigenen Verhaltensmuster zu erkennen. Das ist nicht immer schön und deshalb schaut man da auch gern mal schnell wieder weg. Und da liegt das Problem: in der fehlenden Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und die „Fehler“ lieber bei anderen zu suchen.

Meine Spiegel waren mein letzter Partner und einige tolle Freunde, die sich nicht gescheut haben, mich mit meinen (für mich ungesunden) Verhaltensmustern offen zu konfrontieren. Es gab auch einen Gesprächstherapeuten, der im Rückblick allerdings eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Irgendwann ist der Knoten dann geplatzt. Heute weiß ich, wie ich auf meine innere Stimme zu hören habe. Und noch einiges mehr.

Ich würde gern erklären wie genau es dazu kam und worum es überhaupt geht, aber das würde diesen und wohl auch jeden anderen Rahmen sprengen. Grob umrissen geht es um Verlustangst, Einsamkeit, fehlende Selbstbestimmung und die Unfähigkeit, sich selbst genug zu sein. Ich weiß wie es ist, wenn man in sich selbst gefangen ist und ich weiß, dass einem dieses Gefängnis nicht bewusst ist, solange man darin festsitzt.


@natalie: Deinen Beitrag finde ich toll und hilfreich dazu!
 
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  • #53
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von goldmarie:
Grob umrissen geht es um Verlustangst, Einsamkeit, fehlende Selbstbestimmung und die Unfähigkeit, sich selbst genug zu sein. Ich weiß wie es ist, wenn man in sich selbst gefangen ist und ich weiß, dass einem dieses Gefängnis nicht bewusst ist, solange man darin festsitzt.
Liebe goldmarie,
Du bringst es mit wenigen Worten genau auf den Punkt. Vor wenigen Wochen habe ich mich verliebt und es schien bei beiden auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Und dann hat er plötzlich Angst vor Fremdbestimmung bzw fürchtet um seine Selbstbestimmung, geht auf Tauchstation und bei mir schrillen die Alamglocken "oh nein, nicht schon wieder ein Partner mit Beziehungsangst...". Diesmal habe ich meine innere Stimme zwar gehört, hatte aber die Befürchtung, zu schnell selbst den Rückzug anzutreten. Habe mich dann entschieden, mit ihm darüber zu reden und meinte, wir könnten daran arbeiten. Fehlanzeige, wenn jemand sich dann langsam aber sicher komplett zurückzieht.

Wie soll ich denn beim nächsten Mal rechtzeitig erkennen, ob es ein 100 auf Null-Mann ist oder einer, der es ernst meint und nicht nach den ersten Wochen den Rückzug antritt?
 
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  • #55
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Kaffeetasse:
Wie soll ich denn beim nächsten Mal rechtzeitig erkennen, ob es ein 100 auf Null-Mann ist oder einer, der es ernst meint und nicht nach den ersten Wochen den Rückzug antritt?
Ich befürchte, das kannst Du nicht. Denn nicht wenige dieser 100-auf-Null-Menschen(!) meinen es anfangs durchaus ernst. Wollen eigentlich eine Beziehung, haben aber letztendlich zu große Angst davor und ziehen sich dann wieder zurück. Da steckt nicht mal böse Absicht dahinter, es wäre nur sinnvoller und vor allem fairer, sie würden sich erst ihren Ängsten stellen und sich dann auf die Partnersuche machen. Manch einer von ihnen hofft wohl, früher oder später einen Partner zu finden, der sie von dieser Angst erlöst, so wie sehr viele unterschiedlich gestrickte Menschen auf unterschiedliche Weisen hoffen, von einem Partner „gerettet“ zu werden. Auch ein Mechanismus, mit dem ich mich recht gut auskenne.

Was ich raten kann ist, nicht mit allzu großen Zukunftsvisionen in eine Beziehung bzw. in sich wiederholende Begegnungen zu gehen. Das heißt nicht, dass man nicht darauf hoffen soll. Aber darauf bauen würde ich in den ersten Monaten einer Beziehung nicht. Glück (wie auch immer man das interpretieren mag) lässt sich nicht mit Gewalt in die Zukunft zerren.
 
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  • #56
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von goldmarie:
Was ich raten kann ist, nicht mit allzu großen Zukunftsvisionen in eine Beziehung bzw. in sich wiederholende Begegnungen zu gehen. Das heißt nicht, dass man nicht darauf hoffen soll. Aber darauf bauen würde ich in den ersten Monaten einer Beziehung nicht. Glück (wie auch immer man das interpretieren mag) lässt sich nicht mit Gewalt in die Zukunft zerren.
Genau das habe ich mir auch schon gesagt, nicht zuviel zu schnell erhoffen. Aber das ist gar nicht so leicht in die Tat umzusetzen. Wenn mir ein Mann wirklich gut gefällt und ich den Eindruck habe, das ist wechselseitig, dann tue ich mich unglaublich schwer, mit "angezogener" Handbremse zu fahren. Ich meine damit, alles locker zu nehmen und mir nicht zu viel zu erhoffen. Es kommt mir dann so vor als müsste ich meine Gefühle zurücknehmen und dann liegt da so ein Schatten über der Verliebtheit. Ich möchte gegenüber einem Mann so sein wie ich bin und nicht irgendwie vernünftig reduziert.

Wie kann man sich denn authentisch verhalten wenn man gleichzeitig seine Gefühle zurückhält, um sich nicht allzusehr in etwas hineinzusteigern?
 
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  • #57
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Kaffeetasse:
Wie soll ich denn beim nächsten Mal rechtzeitig erkennen, ob es ein 100 auf Null-Mann ist oder einer, der es ernst meint und nicht nach den ersten Wochen den Rückzug antritt?
Hallo Kaffeetasse,

ich habe deine "Tauchstation-Geschichte" verfolgt und gelesen, dass du dich bemüht hast, nicht sofort auszusteigen und die Beziehung abzubrechen. Jetzt ist es anscheinend doch so gekommen und das ist natürlich schade. Dennoch finde ich es sehr stark, dass du die Kraft hattest, auszusteigen und ich hoffe, dass es dir mit deiner Entscheidung noch immer gut geht. Ich war selbst schon einige Male in dieser Situation und das Ende dieser Beziehungen war immer schmerzhaft, auch wenn es die richtigen Entscheidungen waren.

Wie kann frau also rechtzeitig erkennen, ob es sich um einen "100 auf 0"-Mann handelt? Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es sofort zu erkennen ist. Wenn man jemanden kennenlernt, weiß man nichts über ihn und man ist sehr darauf angewiesen, sich von den ersten Kontakten eine Meinung zu bilden und vor allem in sich selbst nachzuspüren, wie der andere wirkt. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass frau das "eigene Gespür" schon schärfen kann oder anders ausgedrückt: auf die eigene innere Stimme zu hören kann man "üben". Und je dringender ich eine Beziehung wollte, umso eher habe ich Warnsignale übersehen und überhört und war bereit, Unstimmigkeiten ins positive zu interpretieren.

Eine Möglichkeit, solche "Pannen" bei der Partnerwahl zu begrenzen, war früher gang und gäbe, ist allerdings heute für uns nicht mehr vorstellbar: die potentiellen Partner wurden eben nicht persönlich ausgewählt, sondern die Beziehungen wurden zwischen Familien, Großfamilien, Clans usw. geknüpft. Die persönliche Freiheit ist dabei aber sehr eingeschränkt und wer möchte das heute schon so leben? Ich jedenfalls nicht.

Ich denke somit bleibt es dabei, mit dem Risiko einer schlechten Wahl umgehen zu lernen und aus einem "Reinfall" zu lernen und nicht zu resignieren. Weil das wäre ja wirklich schade!

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!
 
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  • #58
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Kaffeetasse:
Wie kann man sich denn authentisch verhalten wenn man gleichzeitig seine Gefühle zurückhält, um sich nicht allzusehr in etwas hineinzusteigern?
Hmmm, also aus meiner Sicht heraus kann man durchaus authentisch zu seinen Gefühlen stehen und sie auch ausleben ohne sich allzu sehr in etwas hineinzusteigern. Ich glaube, man kann durchaus das verliebt sein genießen ohne sich in Zukunftsvisionen zu verstricken.
Keine Partnerschaft hat eine Lebenszeitgarantie, egal ob sie seit drei Monate oder seit 30 Jahren besteht.