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  • #1

Trösten mit dem Nächsten?

Liebes Forum,

erst ganz frisch ist meine Kurzbeziehung mit einem Mann aus PS zu Ende gegangen, weil er merkte, dass er nicht will. Ich bin immer noch traurig, habe mich trotzdem mit einem anderen Mann getroffen und einen wirklich schönen Abend erlebt mit beiderseitigem Interesse am nächsten Treffen. Ich stelle aber fest, dass meine Trauer über das Ende der anderen Beziehung noch so groß ist, dass sie die Freude über den neuen Kontakt überlagert, obwohl mir dieser Mann sehr sympathisch ist und ich potenziell Interesse habe. Was würdet Ihr machen? Weiter treffen? Sagen, dass Ihr noch nicht wieder frei seid und damit einen hoffnungsvollen Kontakt sausen lassen?
 
J

Jenny Treibel

  • #2
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Auch wenn mich jetzt sicherlich viele mit Häme überschütten werden, weitertreffen. Du bist Dir selbst die Nächste und solltest Dir gerade jetzt etwas Gutes tun. Mit uns wird auch nicht immer p.c. umgegangen. Natürlich sollte man dem Anderen aber nicht die große Liebe vorspielen, das wäre in der Tat unfair.
 
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  • #3
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@delfin: Mach erstmal weiter. Die Sache ist nur die: je mehr er in die Rolle des Trösters gerät, desto schwerer wird es für ihn, irgendwann in die Rolle des Geliebten zu kommen.
 
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  • #4
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von delfin 1988:
Was würdet Ihr machen? Weiter treffen? Sagen, dass Ihr noch nicht wieder frei seid und damit einen hoffnungsvollen Kontakt sausen lassen?
Nicht entweder--oder, sondern vielleicht sowohl--als--auch.

Einerseits zeugt in meinen Augen schon die Tatsache, dass Du darüber reflektierst ob Du ihn möglicherweise nur als eine Art Trostpflaster mißbrauchst, dass dem mit guter Wahrscheinlichkeit nicht so ist. Wer selbstrelektierend genug ist sich diese Frage zu stellen, der würde, wenn sie mit "Ja" zu beantworten wäre, auch ein klares "Ja" in sich hören. Der Tatsache, dass Du uns fragst ist wohl zu entnehmen, dass in Dir kein "Ja" zu spüren war, also lautet die Antwort wohl eher "Nein". Und in dem Fall spricht nun wirklich nichts dagegen, einen netten, sympathischen Kontakt weiterzuverfolgen.
Andererseits wäre es ihm gegenüber natürlich fair, mit offenen Karten zu spielen und zumindest anzudeuten, dass Dir die letzte Kurzbeziehung noch ein wenig nachhängt. Nicht überdramatisiert à la "Ich bin im Augenblick nicht beziehungsfähig", sondern ähnlich wie Du das hier auch schilderst: Du bist durchaus wieder offen für etwas neues, hast die letzte Beziehung aber noch nicht ganz verarbeitet. Dann liegt es im Zweifel bei ihm, ob er sich darauf einlässt oder ob er die Gefahr wider Erwarten doch als Trostpflaster zu enden für zu groß hält.

Der Witz dabei ist: Wenn er halbwegs Verstand besitzt und sich zumindest insoweit ernsthaft für Dich interessiert, dass er die Situation für sich durchdenkt, wird er obigen Gedankengang --- wer selbstreflektierend genug ist solche Dinge zu erkennen und offen mit ihnen umzugehen ist eher selten in Gefahr andere als Trostpflaster zu mißbrauchen --- fast nicht entgehen können. Hat er nicht genug Verstand oder Interesse, so dass er das Weite sucht, nun ja, dann wäre es irgendwie auch nicht sonderlich schade drum, oder?
Insofern bringt Dich Ehrlichkeit hier in eine schöne win--win--Situation. ;-)
 
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  • #5
AW: Trösten mit dem Nächsten?

ich sehe das genauso wie meine Vorschreiber.

Du hattest einen schönen Abend, findest ihn sympathisch, also warum solltest Du ihn nicht weiter treffen???

Aber ich würde offen sein: ihm ruhig von seinem "Vorgänger" erzählen.

Ich halte nichts davon, solche Dinge zu verbergen.

Viel Glück
 
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  • #6
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Ich denke dass es das Beste ist, wenn du dich mit dieser neuen Bekanntschaft weitertriffst. Diesen Mann wirklich kennenlernst und dir Zeit gibst. Wenn dieser Mann dich wirklich mag und schätzt und dich will, wird er um dich kämpfen. Und in dieser Zeit wirst du dir deinen Gefühlen immer näher kommen, sie verstehen. Ich würde diesem Mann aber nicht alles sagen. Nichts über deine vergangene Enttäuschung erzählen. Das musst du nicht, denn das könnte ihn vertreiben und für eine eventuelle gemeinsame Beziehung schädlich sein. ich wünsche dir alles Gute!
 
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  • #7
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@brubaker
Ich kann ihm nur nicht sagen, dass ich in seiner Gegenwart noch Trauer wegen der vergangenen Beziehung spüre. Sollte diese nicht erst vorbei sein, bevor man/Frau etwas neues startet? Gerade in diesem Fall ist mir diese Frage wichtig, denn der neu kennengelernte Mann ist mir sehr sympathisch.
 
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  • #8
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Hallo Deflin,
wenn die Freude an der neuen Bekanntschaft wirklich deutlich von der Trauer nach der alten überlagert wird, scheinen mir das nicht die besten Voraussetzungen für eine Liebesbeziehung zum jetzigen Zeitpunkt zu sein. Es spricht nichts dagegen, daß du den Mann weiter triffst, aber ich finde, du solltest ihn dann auf jeden Fall einweihen. Um seiner willen und um deiner willen.
Ich finde es schön, daß du dir gedanken machst. Wie würdest du empfinden, wenn du nach einigen Wochen von ihm erführest, daß er eigentlich die ganze Zeit noch an eine andere Frau gedacht hat und sich nicht frei fühlt? Die Seiten in diesem Forum sind voll von Klagen über ein solches Verhalten. - Nun zu sagen, weil es andere gibt, die aus Eigennutz andere verletzen, darf ich das auch einfach, ist kein guter Ratgeber. So wie ich deine Beiträge hier einschätze, bist du dir auch zu viel wert, um so zu "argumentieren".
Ich spüre ja, daß es für dich ein wirkliches Problem ist. Deswegen hilft, denke ich, nichts, außer: offen mit ihm darüber zu reden.
Viel Erfolg dabei!
 
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  • #9
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@Heike
Danke Dir, damit hast Du mir weitergeholfen. Es fühlt sich garantiert ätzend an, wenn mann das nach einigen Wochen erfährt. Deshalb mache ich mir die Gedanken. Mich erstaunt, wie unterschiedlich Eigen- und Fremdwahrnehmung sein können. Du liest mich als eine, die sich selbst viel wert ist. Ich erlebe mich vor allem im Hinblick auf die vergangene Beziehung genau anders. Es tut sehr gut, dass Du das geschrieben hast! :)
 
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  • #10
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@alle

Das Traurigkeitsgefühl beim Kontakt mit dem anderen Mann will nicht weggehen. Ich kann den Vorgänger auch nicht richtig loslassen. Vielleicht ist es besser, hier einige Zeit alle Aktivität zu stoppen, den ersten Mann richtig loszulassen (was mir einfach nicht gelingen will, wie macht man das?) und dem anderen reinen Wein einzuschenken.

Was meint Ihr?
 
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  • #11
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@ Delfin: Jemanden loslassen ist sehr schwierig....
Wie lange dauerte denn Eure Kurzbeziehung und wie lange ist sie her?
Und: woran scheiterte sie?

Unabhängig von diesen Dingen hilft beim Loslassen vor allem eins: dass man wirklich und richtig eine Trennung vollzieht. Eine Freundin (42) von mir, probiert seit Monaten, ihre letzte Verbindung (verheirateter Mann, der sich dann zwar trennte, aber nur, um danach mit einer 29jährigen zusammen zu sein) loszulassen. Meines Erachtens ist es kein Wunder, dass sie das nicht schafft. Denn sie macht zwei große Fehler:
- Sie bleibt in Kontakt in mit diesem Mann, via Facebook und sms-sen, beide halten sich ständig auf dem Laufenden und berichten aus ihren Leben
- Sie hat nie einen richtigen Schluss-Strich gezogen im Sinn von: alles offen auf den Tisch gelegt und gesagt: aus den und den Gründen ist jetzt Schluss für mich.

Der Grund: sie will sich ein Hintertürchen offen halten, hofft, dass sich seine Verbindung zur 29jährigen erledigt ("sie ist ja viel zu jung für ihn!") und dass er sich dann wieder ihr zuwendet.

So geht Loslassen auf keinen Fall!

Also: beim Loslassen hilft, sich komplett klar zu machen, warum dieser Mann nicht geht und auch nicht gehen wird. Eine Liste machen, auf der alles draufsteht. Wenn man die Hoffnung hat, dass er sich irgendwann ändert, dann entweder diese Hoffnung begraben oder ein finales Mal mit ihm reden und klipp und klar sagen: mit uns hat es nur eine Chance, wenn Du Dich in diesen Punkten änderst - ist Dir das möglich?
Auf jeden Fall muss ein Schluss-Strich offen gezogen und vor ihm ausgesprochen werden. Ein "Ausschleichen" gilt nicht! Wenn man Loslassen will, darf man nicht insgeheim hoffen, dass es weitergeht.
Sämtliche Kontaktmöglichkeiten (Facebook etc) müssen gekappt werden, sollte es gemeinsame Bekannte geben, denen sagen, dass sie in der nächsten Zeit nichts über ihn erzählen sollen.
Fotos verbannen (nicht, dass er einen vom Computer-Desktop aus täglich anlächelt)
Jedes Mal, wenn der Gedanke an ihn kommt, nicht darin "schwelgen", wie schön alles war, sondern immer sagen: NEIN! Es geht nicht.
Und sich die Liste hervorholen, auf der steht, warum es nicht geht.
Und: sich ablenken, weggehen, sich Gutes tun. Das hilft auch...
 
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  • #12
AW: Trösten mit dem Nächsten?

@Fenster

Danke Fenster! Das insgeheim hoffen hält mich fest, dabei weiß mein Verstand, dass ich umsonst hoffe und mir damit schade.
Bei Deiner Freundin sollte auch der Mann so fair sein, den Kontakt abzubrechen. Mich wundert nicht, das sie weiter hofft, wenn er immer wieder reagiert. In meinem Fall ist das ähnlich. Das macht das Loslassen schwer.
 
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  • #13
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Fenster_zum_Hof:
- Sie hat nie einen richtigen Schluss-Strich gezogen im Sinn von: alles offen auf den Tisch gelegt und gesagt: aus den und den Gründen ist jetzt Schluss für mich.
Ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Man muss eine Beziehung auch selbst beenden. Es ist nur manchmal schwierig mit den Gründen – nämlich dann, wenn man keinen anderen Grund hat als den, dass der andere die Beziehung beendet hat. Andersrum gesagt: man liebt die/den "Ex" noch genauso wie vorher, und ebensowenig, wie man vorher Gründe hatte, die Beziehung von sich aus zu beenden, hat man hinterher welche. Es ist ja hinterher immer noch derselbe Mensch mit all dem, was man an ihm geliebt hat.

Man kann natürlich – was viele verständlicherweise machen – sich den Ex-Partner im Nachhinein schlecht reden. Da findet sich immer was, was man hinterher nach Herzens"lust" aufbauschen kann (obwohl es einen vorher nicht gestört hat). Ich weiß aber auch nicht, ob das so eine gute Lösung ist, denn man macht sich damit ja auch selber etwas vor. Aber in der schlimmsten Phase hilft es erstmal.

Tja, was also tun, wenn man keine quasi "objektiven" Gründe findet, die auch in rückfallgefährdeten Momenten noch Bestand haben? Ich denke, irgendwann muss man sich die ganz harte Nummer geben – hart deswegen, weil dieser Grund so furchtbar wehtut und übermenschliche Kraft kostet, ihn als Grund zu akzeptieren: nämlich, der andere liebt mich nicht mehr.

So weh das wie gesagt tut, aber ich finde, das ist ein sehr guter Grund. Er ist sozusagen ein objektiver, harter Fakt. Leider stirbt die Hoffnung, dass das nur ein böser Traum ist, zuletzt. Der eigentliche Kampf ist der gegen diese Hoffnung, um die innere Überzeugung, dass sie vergeblich ist, gegen die schönen Erinnerungen, in denen alles noch gut war, aber die eben unwiderbringliche Vergangenheit sind und keinerlei Aussagewert fürs Heute haben. Und das tut höllisch weh. Aber es gibt keinen anderen Weg.
 
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  • #14
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von Andre:
Ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Man muss eine Beziehung auch selbst beenden. ...
Ich denke, irgendwann muss man sich die ganz harte Nummer geben – hart deswegen, weil dieser Grund so furchtbar wehtut und übermenschliche Kraft kostet, ihn als Grund zu akzeptieren: nämlich, der andere liebt mich nicht mehr. ...

So weh das wie gesagt tut, aber ich finde, das ist ein sehr guter Grund. Er ist sozusagen ein objektiver, harter Fakt. Leider stirbt die Hoffnung, dass das nur ein böser Traum ist, zuletzt. Der eigentliche Kampf ist der gegen diese Hoffnung, um die innere Überzeugung, dass sie vergeblich ist, gegen die schönen Erinnerungen, in denen alles noch gut war, aber die eben unwiderbringliche Vergangenheit sind und keinerlei Aussagewert fürs Heute haben. Und das tut höllisch weh. Aber es gibt keinen anderen Weg.
@ andre und ...
Das ist nach meinen persönlichen Erfahrungen und meinem Erleben sehr klar und treffend ausgedrückt. Es gibt immer wieder Situationen im Leben, die sind nicht schön zu reden, denn sie sind hart und schwierig. Doch auch danach - manchmal auch währenddessen - tun sich Lichtblicke auf, die ich nicht missen möchte.

Alles Gute
natalie


natalie
 
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  • #15
AW: Trösten mit dem Nächsten?

Zitat von natalie:
Es gibt immer wieder Situationen im Leben, die sind nicht schön zu reden, denn sie sind hart und schwierig.
Und so banal es immer wieder klingt: Die Zeit heilt alle Wunden. Irgendwann geht es von alleine weg. Und vielleicht um so schneller, je frontaler und ungeschminkter man sich dem aussetzt.