Mentalista

User
Beiträge
17.586
  • #91
Zitat von Lucilla:
@ Truppenursel: Das werde ich allein deshalb schon machen, weil ich mir klar werden muss, was ich davon halte und wie ich dem gegenüber stehe. nur WENN er sich melden sollte, weiß ich noch nicht ganz, was ich machen soll.

Souverän bleiben, nicht reagieren, so wie er es mit dir gemacht hat? Sei vorsichtig, nicht alles wieder von vorne los geht. Man nennt sowas auch seelischer Missbrauch.
 

Mentalista

User
Beiträge
17.586
  • #92
Zitat von Lucilla:
Ich denke, ich habe primär folgende Probleme:
1. mein "Helfersyndrom" resultiert aus denk ich aus 2 Fakten: Ich bin Perfektionist und immer bestrebt, zielführend die beste Lösung zu finden und möchte anderen Leuten, die das nicht können, diese Aufgabe abnehmen.

Sorry, mit dem Denken wirst du immer wieder auf die Nase fallen, es ist auch den Menschen übergriffig, du benimmst dich unbewusst als "Mama" derern, dass will kein Mann, das macht ihn klein und andere Menschen fühlen sich angegriffen. Perfektionismus ist an sich nicht ungesund, es kommt auf das Maß an.

Sei lieber dir selbst gegenüber etwas mehr perfektionistisch, ich denke, es ist besser, wenn du dich zurück nimmst und schaust, ob die Leute es überhaupt wollen, dass du ihnen Aufgaben abnimmst.


Zudem habe Ich es für ihn getan, weil ich bei ihm das Gefühl hatte, er könne der richtige sein (an dieser Stelle: Selbst meine Familie - und die weiß es ja von allen am besten - hatten diesen Glauben). Ich wollte ih zeigen, dass er mit mir eine Frau gefunden hat, die ihn eben nicht im stich lässt, die sich liebevoll um ihn kümmert und auch in harten Zeiten da ist.

Der Richtige sein? Junge Frau, wie alt bist du? Mach doch erstmal deine hartes, langes Studium zu Ende. Fühlst du dich wirklich schon Persönlichkeitsmässig soweit entwickelt und reif, sich langfristig binden zu können und zu wollen und zu wissen, welcher Mann der Richtige ist?

Ich gebe mir Schuld. Ich war schon immer der Typ von Mensch, der die Fehler bei sich gesucht hat. Auch jetzt denke ich die ganze Zeit nach, was meine Schuld ist und was ich falsch gemacht habe.

Wow, das Denken musst du dir unbedingt ablegen, ich kann mir nicht vorstellen, ich habe über 30 Jahre Berufserfahrung, dass du damit beruflich weit kommen wirst, erst recht nicht in der Medizin-Branche.

I3. Ich kann schwer akzeptieren, dass ich ihn verloren habe und das, obwohl ich keinen Grund kenne. Ich bin ein Kopfmensch, ich brauch was, was ich verstehen kann. Ich habe den verloren, der mir unglaublich viel bedeutet und mit dem ich meine Zukunft geplant habe.

Das Gefühl "das kann doch nicht wirklich alles gewesen sein, das kann er doch nicht ernst meinen" vs. "akzeptier es, er will dich nicht mehr". Und das alles kann ich im moment nicht (mehr) vereinen. Sobald ich etwas esse, erbreche ich. Ich hab innerlich diese Frage nach "Was hast du falsch gemacht", die mich nichts mehr essen lässt und alles erbrechen lässt.

Ach Mensch, Kleene, du hast IHN nicht verloren, du hast deinen großen Traum von großer naiver gutmütiger Liebe verloren. Das tut erst mal weh, aber du wirst drüber hinweg kommen. Es wird der Tag kommen, wo du dich selbst fragen wirst, wie du nur die Idee und den Kummer haben konntest, so an diesem komischen Typen geklebt zu haben, dass du dachtest die Welt geht unter.

Mir ist früher ähnliches passiert, Anderen hier im Forum bestimmt auch und heute, ich denke nur an diesen einen Typen, mir ging es damals ähnlich wie dir, kann ich mich innerlich nur schütteln und froh sein, dass ich den Absprung von ihm geschafft habe. Es wäre mit uns nie gutgegangen, ich wäre heute geschieden, traumatisiert, finanziell pleite usw.

Sei froh, wenn du diesen Typen, denn ich nicht Mann nennen mag, los bist. Er tut dir nicht gut, er respektiert dich nicht, er scheint über wenig liebevolle, partnerschaftliche Fähigkeit zu verfügen, er überschreitet Grenzen, er macht dich klein usw.

Wenn dir meine Zeilen zu hart und direkt vorkommen, entschuldige bitte, so sind sie nicht gemeint. Ich hoffe sehr, dass es dir bald besser geht!!!

HG Mentalista
 
Beiträge
7
  • #93
Bin als Schreiberin neu, als Leserin schon länger immer wieder einmal hier.

Vieles, was du schreibst, ist mir (leider) sehr vertraut, liebe Lucilla. Mir ist bewusst, dass Du aktuell wahrscheinlich wenig Kraft/Muße/Nerv zum Lesen hast - trotzdem empfehle ich Dir einige Bücher, die für mich als Katalysatoren im Selbsterkennensprozess gewirkt haben. Am Ende stand die Erkenntnis in meinem Fall, dass die Wurzel meiner destruktiven Partnerbeziehungen meine Kindheit im Hause zweier narzisstischer Eltern war (diese tun sich leider sehr gerne zusammen). Narzissten meine ich nicht in der Schlagwortbedeutung, die in der Öffentlichkeit kursiert, sondern in der pathologischen. Ich habe sehr lange gebraucht, all das und die Zusammenhänge zu verstehen.

Wenn wir "solche" Männer in unser Leben ziehen/lassen, haben wir die entsprechenden Gift-Rezeptoren. Das passt wie Schloss und Schlüssel. Da alles sehr unbewusst geschieht, nützen auch (Selbst)Vorwürfe à la "Wie konnte eine intelligente Frau wie ich|du...." nichts.

Mein allererster Weckruf kam - es gab damals noch keine Internetforen - über ein Buch. "Wenn Frauen zu sehr lieben" von Robin Norwood. "Witzigerweise" hatte ich um dieses Buch jahrelang einen Riesenbogen gemacht. Ich wollte das nicht lesen. Dafür war ich noch nicht so weit. Dann kaufte ich es. Und: BANG! Augenöffner. Es geht um die Sucht, gebraucht zu werden.

Sehr hilfreich waren für mich weitere Bücher, die ich einfach erwähne (wie bei einem Büfett):

Nah und doch so fern von Steven Carter & Julia Sokol - bahnbrechend für mich, weil mir davor niemals klar war, dass wir zwischen den Polen passiver Vermeider und aktiver Vermeider hin- und herswitchen. Der passive Vermeider sucht sich immer wieder nicht verfügbare Partner (gebunden, weit weg, emotional unerreichbar), der aktive Vermeider rennt weg, weil er die Nähe nicht erträgt, obwohl er/sie sich diese doch sehr wünscht.

Worte, die wie Schläge sind von Patricia Evans

Ich lasse deines bei dir von Susanne Hühn

Will I ever be good enough - Healing the daughters of narcissistic mothers von Karyl McBride (bisher leider nicht ins Deutsche übersetzt)

Ich wünsche Dir auch von Herzen das Beste und dass Du Deinen (Heilungs)Weg findest.

Liebe Grüße
B
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #94
Zitat von Mentalista:
Sei lieber dir selbst gegenüber etwas mehr perfektionistisch, ich denke, es ist besser, wenn du dich zurück nimmst und schaust, ob die Leute es überhaupt wollen, dass du ihnen Aufgaben abnimmst.


In seinem Falle war ihm das nur zu Recht.. Seine Mutter hat(te) keinen Job, ich hab Bewerbungen für sie geschrieben, weil sie "nicht im Stande" dazu war. Ich habe nach Wohnungen gesucht, erst für sie und ihn, weil sie es nicht auf die Kette bekommen hat. Dann nach langem hin und her hat sie ihm gesagt, sie geht doch zurück zu dem Typen, er wollte dann ausziehen (an dieser Stelle: Wie man sieht, wurde er immer wieder von seiner Mutter im Stich gelassen. Ich war immer gut genug, dann seine starke Stütze zu sein. Was ich dabei gefühlt habe, war außen vor.). Für die Wohnung hab ich dann gesorgt, nachdem er durch "kurzes Stöbern" im Internet "nichts gefunden hatte".

Aber aufzwingen: Mh, da fällt mir was ein. So kurz vor Schluss des Studiengangs fiel ihm ein, dass er noch ein Praktikum machen muss. Hat er monatelang schleifen lassen, ich hab ihn immer wieder darauf hingewiesen, er müsse das endlich in die Hand nehmen (darauf gab es schon einen Streit). Im Nachhinein meinte er mal kleinlaut, dass ich eigentlich Recht hatte. Aber wahrscheinlich ist er einfach der Typ Mann, der sowas nicht zugeben kann und jetzt in dieser Situation seinen Stolz nicht überwinden kann und möchte.
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #95
Zitat von Mentalista:
Sei froh, wenn du diesen Typen, denn ich nicht Mann nennen mag, los bist. Er tut dir nicht gut, er respektiert dich nicht, er scheint über wenig liebevolle, partnerschaftliche Fähigkeit zu verfügen, er überschreitet Grenzen, er macht dich klein usw.

Er hat mich grundsätzlich respektiert. Ich habe z.B. eine Krankheit, die immer wieder in Schüben auftritt. Er hat sich in der Zeit IMMER (!) liebevoll um mich gekümmert! Er hat auch in der schweren Zeit immer dafür gesorgt, dass ich seine "Liebe" gemerkt habe. So kam dann mal eine Mail "Schau mal in das und das Studienbuch auf Seite XYZ". Da war dann ein Brief drin von ihm. Erst seit diesen 2 Monaten ist er so seltsam. Es kamen auch Sätze wie "Ich kann einfach nicht mehr, mir fehlt die Kraft, nach allem mit meiner Mutter". Oder "ich muss endlich die Wohnung als mein zu Hause einrichten, ich habe sonst kein zu Hause mehr".

JA, er behandelte mich zuletzt wie ich nicht behandelt werden möchte. Es stellt sich trotzdem für mich immer wieder die Frage, ob er das tut, wiel er es so MÖCHTE oder weil er nicht mehr KANN.
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #99
Zitat von fafner:
Na ja, die Vorstellung, dass er Dich so behandeln MÖCHTE, ist ja schlicht grusig. Und dass er womöglich nicht anders KANN, ist das besser? Leichter zu akzeptieren? Macht es das liebenswert...?


Solang ich nicht weiß, welches Motiv es ist, kann ich es nicht leichter akzeptieren und liebeswert empfinde ich an dieser Stelle nichts mehr, denn liebenswert hätte er gehen können, in dem er mit Anstand das problem geschildert hätte, statt mir dauerhaft immer wieder weh zu tun.
 

Mentalista

User
Beiträge
17.586
  • #100
Zitat von Lucilla:
Erst seit diesen 2 Monaten ist er so seltsam. Es kamen auch Sätze wie "Ich kann einfach nicht mehr, mir fehlt die Kraft, nach allem mit meiner Mutter". Oder "ich muss endlich die Wohnung als mein zu Hause einrichten, ich habe sonst kein zu Hause mehr".

JA, er behandelte mich zuletzt wie ich nicht behandelt werden möchte. Es stellt sich trotzdem für mich immer wieder die Frage, ob er das tut, wiel er es so MÖCHTE oder weil er nicht mehr KANN.

Hm, wenn ich deine Zeilen auf mich wirken lasse. Er scheint aus einem Haushalt zu kommen, wo die Mutter ihm wenig gute Lebensfähigkeit und Organisationsvermögen des Alltags vorgelebt hat. Daher auch die Probleme mit Wohnung usw.

Jetzt hat er dich als tatkräftige taffe Frau erlebt, was zum Anfang für ihn eine Wohltat war, aber mit der Zeit nicht mehr aushalten konnte, daher vielleicht der Satz" er muss endlich die Wohnung als MEIN zu Hause einrichten...", weil er in sich selbst kein zu Hause hat und dein zu Hause, deinen Anspruch nicht ertragen kann. Es ist zu viel für ihn, dein Perfektionismuss und für sein männliches Ego überhaupt nicht ertragbar. Daher vielleicht, ich philosophiere gerade mal, seine Abwertung von dir. Es stecken irgendwie zwei Seelen in ihm, der Teufel und der Engel.

Letztendlich, er KANN nicht anders, er ist so geprägt, er scheint aus einer Familie zu kommen, wo einiges anscheinend nicht gut lief, siehe daher auch der Satz: "...nach allem mit meiner Mutter".

Deine Zeilen wirken auf mich, als ob er in der Persönlichkeit noch einiges zu lernen und aufzuarbeiten habt und ihr gerade in der Hinsicht sehr konträr seid, was zum Anfang als tolle Ergänzung lief, aber dann logischer Weise kippen musste.
 

Mentalista

User
Beiträge
17.586
  • #101
Zitat von Lucilla:
Solang ich nicht weiß, welches Motiv es ist, kann ich es nicht leichter akzeptieren

Er weiss doch selber nicht, was mit ihm richtig los ist, wie soll er dir da sein Motiv ehrlich und mit Reue sagen?

Sorry, vergiss es, warte nicht darauf, sondern geh einen Schritt zurück, konzentriere dich auf dich, alles andere ist pure Zeit- und Energieverschwendung.

Du willst wieder perfektionistisch eine für ich brauchbare Antwort erhalten, ich kenne das selbst von früher.. ,-), und musste lernen, dass es nicht immer Antworten gibt, oft keine passenden und dass ich mir oft meine Antworten selber suchen muss, oder akzeptieren muss, dass es auf viele unangenehme Dinge im Leben keine Antwort gibt. Man muss es einfach hinnehmen, beiseite legen und hoffen, dass man vielleicht Jahre später erfährt, Warum und Weshalb.
 

Mentalista

User
Beiträge
17.586
  • #102
Zitat von Lucilla:
Er hat mich grundsätzlich respektiert. Ich habe z.B. eine Krankheit, die immer wieder in Schüben auftritt. Er hat sich in der Zeit IMMER (!) liebevoll um mich gekümmert!

Irgendwie kommt mir deine Geschichte bekannt vor... Hast du schon mal in einem Forum was über deine Beziehung gefragt?
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #103
Zitat von Mentalista:
Irgendwie kommt mir deine Geschichte bekannt vor... Hast du schon mal in einem Forum was über deine Beziehung gefragt?

Nein, ich bin neu hier. Kann also wenn nur eine ähnliche Geschichte sein.

Ich würde ihn halt gerne nochmal sehen, um IHN zu sehen, wenn ich bestimmte Dinge sage. Wäre es ratsam, mit ihm persönlich noch ein Mal zu reden und sich zu trennen? Oder besser, einen wohl überlegten Brief zu schreiben?
 

JackBack

User
Beiträge
1
  • #104
Hi Lucilla also man sieht schon das es dir nicht leicht fällt das ganze, so viel Energy und Zeit die du in diese Beziehung gesteckt hast tut man nicht für jemanden der einem egal ist :) aber am ende muss man auch abwiegen ob man das Risiko eingeht und auf besser Zeiten hofft oder es besser ist sich davon zubefreihen, ich glaube am ende kannst nur du das wirklich beurteilen(in die zukunft zublicken wäre toll).

zum thema Persönlich oder Brief nun ich schätze dich eher als eine Person ein die den direkten Kontakt vorzieht und ich denke das sollte man bei sowas wichtiges auch tun (solange die eigene gesundheit nicht in gefahr wäre).
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #105
Zitat von Lucilla:
Naja, seitdem ich gesagt habe, dass ich ihn vielleicht engeengt hätte, sagt er das dauernd als Grund. Aber irgendwie war ja vorher was, bevor ich das gesagt habe. Sprich: das schnappt er sich jetzt als Argument, ich habs ihm quasi in den Mund gelegt
Ich finde das billig. Es gibt nicht wenige Leute, die das Eingeständnis eines Fehlers für Schwäche halten. Es sind Feiglinge, die sich durch die vermeintliche(!) Schwäche des anderen ermutigt fühlen, auch mal zu beißen. So jemand kann nicht mein Freund sein. Und deiner auch nicht.
 
  • Like
Reactions: Mentalista

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #106
Zitat von Lucilla:
Er hat mich grundsätzlich respektiert. Ich habe z.B. eine Krankheit, die immer wieder in Schüben auftritt. Er hat sich in der Zeit IMMER (!) liebevoll um mich gekümmert! Er hat auch in der schweren Zeit immer dafür gesorgt, dass ich seine "Liebe" gemerkt habe.
Hm, vielleicht war das mit dem "Feigling" eben etwas zu hart. Mir kam der Gedanke, dass er immer dann liebevoll auf dich zugehen kann, wenn dein "Perfektionismus" sozusagen abgedimmt ist und er Raum und Gelegenheit spüren kann, auch mal etwas tun zu können, was in seiner "Unperfektheit" nicht neben deinem "Glanz" verblasst. Wo er nicht das Gefühl hat, es würde von ihm gefordert, sondern es von sich aus ihm heraus durfte. -- Sobald du wieder auf'm Damm bist, also ihm "überlegen" und er "überfordert", macht er einen Schritt zurück in die Defensive.

Ich muss gestehen, dass ich das verstehen könnte. Liebe -- liebevolles Verhalten -- muss heraus DÜRFEN! Niemals müssen! Mir fällt in diesem Zusammenhang gerade ein, dass du weiter vorn den Begriff der Dankbarkeit (bzw. Undankbarkeit seinerseits) verwendet hast. Ich kann nur händeringend prachern und predigen, solche Konzepte aus einer Liebesbeziehung herauszuhalten, die den anderen beschämen und/oder unter Zugzwang setzen. Liebe/liebevolles Verhalten ist immer! immer! immer! ein Geschenk! Das darf man niemals als Selbstverständlichkeit oder gar Bringeschuld betrachten. Aber das passiert (meist ohne böse Absicht) den Menschen wie den Leuten -- mich eingerechnet.

Zitat von Lucilla:
Es stellt sich trotzdem für mich immer wieder die Frage, ob er das tut, wiel er es so MÖCHTE oder weil er nicht mehr KANN.
Hm, viele betrachten Liebe (das Gefühl) und Beziehung (die "praktische Ausübung" dieses Gefühles) als ein und dasselbe. Ich sehe das anders, man kann durchaus in dem Dilemma stecken, dass man Liebe empfindet, diese aber aufgrund der speziellen Beschaffenheit der Beziehung nicht ausleben/ausdrücken kann.
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #107
Zitat von Mentalista:
Mir ist früher ähnliches passiert, Anderen hier im Forum bestimmt auch ...
Ja, klar. Als wir so alt waren wie die beiden, haben wir auch eine Menge Quark verzapft und waren dabei auch nicht immer nur Opfer. Eingedenk dessen finde ich das folgende zu hart:

Zitat von Mentalista:
Sei froh, wenn du diesen Typen, denn ich nicht Mann nennen mag ...
Mir hat der schon genannte Begriff "Kindergarten" und "Flachpfeife" auch schon auf der Zunge gelegen, aber das tun wir doch vom hohen Ross des Älterseins. Vor 30 Jahren -- so sehe ich das heute -- waren wir selber auch dieser Kindergarten und wir waren mehr oder weniger auch Flachpfeifen. Etwas anderes nehme ich niemandem ab. Gestehen wir ihm also "altersweise" zu, dass aus diesem "Typen" noch ein Mann werden kann, so wie wir ja auch den "Typinnen" zugestehen, dass aus ihnen erwachsene Frauen geworden sind. Oder siehst du das anders? ;-)
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #108
Zitat von Andre:
Hm, vielleicht war das mit dem "Feigling" eben etwas zu hart. Mir kam der Gedanke, dass er immer dann liebevoll auf dich zugehen kann, wenn dein "Perfektionismus" sozusagen abgedimmt ist und er Raum und Gelegenheit spüren kann, auch mal etwas tun zu können, was in seiner "Unperfektheit" nicht neben deinem "Glanz" verblasst. Wo er nicht das Gefühl hat, es würde von ihm gefordert, sondern es von sich aus ihm heraus durfte. -- Sobald du wieder auf'm Damm bist, also ihm "überlegen" und er "überfordert", macht er einen Schritt zurück in die Defensive.

Akzeptiert. Nehmen wir an, so sei es. Ich würde ihm nicht den Raum geben, sich zu entfalten und ich mit meiner - ich nenn es "dominanten perfektionistischen Art" - ihn insofern einengen, dass er gar nicht die Möglichkeit hat, mir zu zeigen, dass er mich liebt. Könnte man darüber nicht reden? Ich bin einer der letzten Menschen, mit dem man nicht reden kann. Und ich hab so oft das Gespräch gesucht, ich hab es ihm ja quasi noch leicht gemacht. Muss er sich erst trennen, dann um Verzeihung bitten, dann so einen "Dreck" abziehen, wenn durch ein Gespräch ein für alle Mal etwas geklärt werden könnte?

Um ehrlich zu sein, ich würde - wenn er das mir sagen würde als Grund - mich für ihn ändern. Aber weil ich nichts weiß, kann ich es nicht riechen und dementsprechend auch nichts ändern. Weil unter'm Strich ist es ja Spekulation..
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #110
Zitat von Andre:
Das ist der Punkt. Aber ich hab den Eindruck -- und das wird hier im Forum ja auch sehr häufig beklagt -- dass das viele tatsächlich nicht können.

Ich finde das sehr traurig. Denn so wie es ja jetzt ist, weiß ich ja nicht mal den wirklichen Grund und der Stress müsste ja unter Umständen gar nicht sein (oder zumindest wesentlich milder). Aber da wären wir wieder bei einem weiteren Punkt: Ich bin so oft auf ihn zugegangen, zuletzt, wo er so fies zu mir war. Wenn ICH mich wieder melde, enge ich ihn dann (wie er ja meint) nicht genau dann wieder ein? Ich weiß einfach absolut gar nicht, was mehr richtig und falsch in dieser Angelegenheit ist.
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #111
Zitat von Lucilla:
Wenn ICH mich wieder melde, enge ich ihn dann (wie er ja meint) nicht genau dann wieder ein?
Das kann sein. Es kommt immer wieder vor, dass eine Diskussion irgendwann an einen Punkt kommt, wo der eine (oder beide) sich bis zur völligen Bewegungsunfähigkeit in seinem Schützenloch eingegraben hat. Für den anderen, der die Sache in Bewegung halten möchte, ist das in der Tat zum Verzweifeln. Wenn du das Gefühl hast, dass es genau so ist, dann lass ab. Entweder er kriecht irgendwann von allein aus seinem Loch oder eben nicht. Wenn du stattdessen deine Aktivitäten noch steigerst, treibst du ihn bloß noch tiefer hinein.

Es gibt da leider nur einen sehr verführerischen Gedanken, dem man aber widerstehen muss: nämlich zu glauben, man müsse nur hartnäckig genug an der Sache dranbleiben, dann würde man irgendwann schon zum Erfolg kommen. So nach dem Motto "Ohne Fleiß kein Preis" oder "Von nix kommt nix". Da muss man aufpassen, dass man nicht mehr von seinem Ehrgeiz getrieben wird als von der Sache selbst.
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #112
Zitat von Andre:
Das kann sein. Es kommt immer wieder vor, dass eine Diskussion irgendwann an einen Punkt kommt, wo der eine (oder beide) sich bis zur völligen Bewegungsunfähigkeit in seinem Schützenloch eingegraben hat. Für den anderen, der die Sache in Bewegung halten möchte, ist das in der Tat zum Verzweifeln. Wenn du das Gefühl hast, dass es genau so ist, dann lass ab. Entweder er kriecht irgendwann von allein aus seinem Loch oder eben nicht. Wenn du stattdessen deine Aktivitäten noch steigerst, treibst du ihn bloß noch tiefer hinein.

wie lange brauchen denn Männer zum "Rauskriechen"?
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #113
Zitat von Lucilla:
wie lange brauchen denn Männer zum "Rauskriechen"?
Kann man pauschal nicht sagen. Kann sein, dass es gar nicht passiert, deswegen wartet man am besten nicht darauf. (Aber das ist leichter gesagt als getan.) Aber wenn es doch passiert, ist die Frage, ob es danach dauerhaft besser geht, oder ob nicht jeder früher oder später wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückfällt und alles wieder von vorn beginnt.
 

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #114
UPDATE an alle die mitlesen: Er hat mir gerade eine SMS geschickt, in der er mir viel Glück und Erfolg für die morgige Klausur wünscht und dass er mir die Daumen drücken wird.


Und jetzt? Also geantwortet habe ich nicht! Das werde ich auch erstmal nicht tun. Aber dass er sich gemeldet hat, wirft mich jetzt schon wieder aus der Bahn, weil ich gerade nicht mehr damit gerechnet habe.
 
Beiträge
2.399
  • #115
Zitat von Lucilla:
UPDATE an alle die mitlesen: Er hat mir gerade eine SMS geschickt, in der er mir viel Glück und Erfolg für die morgige Klausur wünscht und dass er mir die Daumen drücken wird.


Und jetzt? Also geantwortet habe ich nicht! Das werde ich auch erstmal nicht tun. Aber dass er sich gemeldet hat, wirft mich jetzt schon wieder aus der Bahn, weil ich gerade nicht mehr damit gerechnet habe.
Sehr gut!!! Mir war aber ziemlich klar, dass er sich wieder melden wird.

Nichts jetzt.!Du wirst dem NICHT antworten! Ansonsten gibts als Strafe 100 Liegestütze!
 
Beiträge
2.399
  • #117
sehr gut!!!
Der soll jetzt mal schön erstmal in seinem eigenen Saft schmoren. Bleib eisern, halte durch!
 
  • Like
Reactions: Mentalista

Lucilla

User
Beiträge
70
  • #118
Mein Plan: Schauen, ob da in den nächsten Tagen/Wochen mehr kommt. Oder ob das eine einmalige Angelegenheit war.
 
Beiträge
2.399
  • #119
ich vermute, da wird noch mehr kommen. Wenn er erstmal begreift, dass du nicht alles mit dir machen lässt.
 

Blanche

User
Beiträge
1.149
  • #120
Zitat von Lucilla:
Mein Plan: Schauen, ob da in den nächsten Tagen/Wochen mehr kommt. Oder ob das eine einmalige Angelegenheit war.
Klingt vernünftig.
Etwas Abstand kann auch helfen, klarer zu sehen.
Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es verdammt schwierig ist, in so einer Situation "richtig" zu reagieren.
Man weiß einfach nie im Voraus, wie sich etwas entwickeln wird.
Manchmal kann was bei einer Person das Richtige sein, bei einer anderen Person das komplette Gegenteil bewirken.
Wichtig ist, dass Du Dich nicht verlierst und Deinen Weg gehst.
Der Rest stellt sich zu gegebener Zeit heraus.
Viel Glück Dir!