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  • #1

Transgender

Guten Tag
Ehrlichkeit in einer Beziehung erachte ich als Grundlage - über 35Jahre musste ich mich als Mann durchs Leben schlagen, bis ich endlich den Mut fand, diese Rolle ablegen zu können - heute lebe ich, was ich bin: Frau - Frau mit einer ungewöhnlichen Vergangenheit. Wenn ich heute Menschen begegne, ist es kein Thema, dass ich Frau bin - es ist auch nicht offensichtlich - weder punkto Stimme, noch Aussehen oder Verhalten - es ist sprichwörtlich alles erledigt - ich gelte als attraktive Frau mittleren alters und wirke jünger. Doch nun beginnt das eigentliche Problem: die Partnersuche - wie, wann und in welcher Form kommuniziere ich diesen "Tatsachenbestand". Hinzu kommt, dass ich einigermassen Bekannt bin, weil mein ungewöhnlicher Weg damals in meinem Unternehmen einigen Wirbel auslöste - dies jedoch im Positiven.
Damals lebte ich mit einer Frau - Grundsätzlich jedoch suche ich eine Verbindung wo ich mich wohl fühle, jemand den ich gernhaben und lieben kann - so ist für mich die emotionale Verbindung, das Gefühl füreinander, wesentlich wichtiger als ob es ein Mann oder eine Frau ist. Unabhängig davon, stellt sich dennoch immer die Frage: wann lasse ich eben diese "Bombe", in welcher Form, platzen - ich verstehe, dass dies doch einige Irritation bei meinem Gegenüber auslösen kann. Schon alleine wenn ich heute "über früher" spreche, muss ich wohlweislich mit Bedacht das Thema wählen und angehen, um nicht mit der Tür ins Haus zu fallen - klar ist, dass es sich hier wiederum um eine Art Versteckspiel geht - genau das ist aus meiner Sicht auch problematisch. Hinzu kommt, dass ein neuer Schatz sich mir sehr verbunden fühlen und auch über eine gesunde Portion Selbstbewusstsein verfügen muss, um die Zukunft gemeinsam zu beschreiten - es wird wohl immer wieder mal zu Situationen kommen, bei welchen mich die Vergangenheit einholt und wo es darum geht, dass eben dieser Schatz die Stärke zeigen sollte und allenfalls rechtfertigen muss: ich liebe sie, weil sie ist wie sie ist, die Vergangenheit spielt für mich keine Rolle...

Ich weiss nicht ob ich mich klar ausgedrückt habe - doch über ein paar Tipps aus Ihrer Sicht würde ich mich sehr freuen!
 
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  • #2
AW: Transgender

Liebe Clasame,
sie haben sich klar ausgedrückt und ich denke, ich habe sie auch richtig verstanden. Ihre Frage ist ja auch nachvollziehbar und verständlich – und nicht einfach zu beantworten. Zunächst bewundere ich ihren Mut, kann mir aber auch gut vorstellen, dass die Partnersuche mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Letztlich sehe ich zwei Möglichkeiten, wann sie bei der (Online-Partnersuche) ihre spezielle Vergangenheit und Gegenwart kommunizieren: entweder, sie berichten bereits in der Selbstdarstellung (Profil) darüber, oder sie lernen andere Menschen zuerst kennen und sprechen dann über ihre persönliche Entwicklung. Beides geht, beide Vorgehensweisen beinhalten Vor- und Nachteile, die man abwägen muss. Sprechen sie ihr Thema erst nach dem ersten Kennenlernen an, besteht die Gefahr, dass sich ihr Gegenüber unter Umständen getäuscht fühlt und ihnen mangelnde Offenheit unterstellt. Berichten sie schon im Profil detailliert über sich, halten sich möglicherweise potentielle Partner aus „Angst vor Unbekanntem“ zurück und sie haben noch nicht mal die Möglichkeit, darauf einzugehen. Ich bin der Meinung, es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Aus der Erfahrung heraus würde ich ihnen empfehlen, ihre persönliche Situation direkt in der Selbstdarstellung in geeigneten Worten zu beschreiben. Den Fokus würde ich dabei eher auf die Gegenwart und Zukunft legen: was ist ihnen in einer Partnerschaft wichtig, was wollen sie mit einem Partner erleben, welche Werte spielen eine Rolle? Die Art und Weise, in der sie hier im Forum das beschrieben habe, was sie suchen, finde ich sehr schön und aussagekräftig. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie damit auch entsprechend offene Menschen ansprechen werden.
Herzliche Grüße aus Hamburg und viel Erfolg,
Markus Ernst
(P.S. Überlegenswert wäre hier möglicherweise auch eine Option innerhalb der Suchkriterien. So könnten Partnersuchende von vornherein angeben, ob für sie „Transgender“ grundsätzlich als Partner in Frage kommt oder nicht.)
 
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  • #3
AW: Transgender

Zitat von Markus Ernst:
(P.S. Überlegenswert wäre hier möglicherweise auch eine Option innerhalb der Suchkriterien. So könnten Partnersuchende von vornherein angeben, ob für sie „Transgender“ grundsätzlich als Partner in Frage kommt oder nicht.)
Die Idee ist natürlich in erster Sicht bestechend - leider sieht die Realität etwas anders aus - Menschen mit ungewohnter Vergangenheit werden von der Gesellschaft im zentraleuropäischen Raum oftmals zuerst stigmatisiert ohne, dass sich die Mühe gemacht wird, diese näher kennen zu lernen um sich unabhängig von der Geschichte ein Bild über einen Mensche zu machen.

Tatsächlich habe ich mir überlegt, den Hinweis bereits im Profil zu machen, doch erschien es mir eben als problematisch - zumal ja wie erwähnt "alles erledigt" ist und ich mich lediglich als Frau mit ungewöhnlicher Vergangenheit betrachte - die Vergangenheit gehört zwar zu mir, ist aber alles andere als Tagesthema - auch wenn ich die Tatsache nicht explizit verheimliche. Natürlich bin ich der Meinung, dass Angehörige und Partner darüber Bescheid wissen müssen.

Effektiv ist es für Betroffene nicht einfach jemanden zu finden, der diese Vergangenheit einer neuen Partnerin/Partner in einer Partnerschaft annehmen kann - dies vorallem punkto langfristige Beziehung - Interessanter Weise gilt das nicht in Datingplatformen, bei welchen Sex im Vordergrund steht - ich denke mir, dass hier die Neugier des Unbekannten einfach überwiegt - doch dies als Basis für eine Beziehung ist wohl eher dürftig wenig.

Bezüglich Mut und Partnerschaft finden: auch wir Betroffene haben das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit, nach Partnerschaft - schlussendlich auch nach Sex - Mut brauchten wir zu uns zu finden und um zu uns zu stehen. So bleibt zu hoffen, dass die Gesellschaft lernt, dass Transgender lediglich im falschen Körpergeschlecht geboren wurden - es jedoch kaum was verabscheuungswürdiges oder ächtbares ist - niemand der Betroffenen wählt diesen Weg freiwillig oder macht daraus ein Wunschkonzert - es wäre bestimmt einfacher den Weg nicht gehen zu müssen, doch für die Betroffenen ist das eben nicht möglich. So ist es eine Tatsache, dass ein großer Teil der Betroffenen alleinstehend sind oder eben auch werden - obschon es sich bei der Diagnose für Transgender nicht um eine Krankheit oder einen Wahn handelt.

Vielleicht dies noch als Anmerkung und Licht im Dunkeln zu dem Thema.

Natürlich interessiert mich was andere hier im Forum dazu denken - vielleicht entstehen so noch etliche konstruktive Punkte...
 
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  • #4
AW: Transgender

Liebe Casame

ich denke es kommt darauf an, wie du dich selber gibst.

ich an deiner stelle würde das nicht unbedingt im profil erwähnen.

du musst das auch nicht gleich beim 1. mal zur sprache bringen, lass die beziehung "gedeihen" und wenn es weiter gehen soll dann sprich es an...... versuch mit der/dem partnerIn sprechen, wenn sie/er wirklich etwas mit dir aufbauen will, dann hällt er/sie in 90% der fälle auch zu dir.....

nur ein kleiner tip, lass dir zeit mit der suche
 
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  • #5
AW: Transgender

Zitat von Clasame:
So bleibt zu hoffen, dass die Gesellschaft lernt, dass Transgender lediglich im falschen Körpergeschlecht geboren wurden
Viele Transgender beschreiben das so. Und viele beschreiben sich nicht so. In meinen Ohren klingt diese Formulierung meist nach dem Versuch, sich mit einer kleinen Wendung ins traditionelle binärgeschlechtliche Menschenbild einzuschreiben. Man akzeptiert völlig die Vorstellung, es gebe die Natur der Frau und die Natur des Mannes - und vollzieht dann den kleinen Twist, daß es eben auch mal vorkommen kann, daß ein eigentlich echtes Mädchen bei der Geburt fälschlich in einen Jungenkörper oder ein echter Junge in einen Mädchenkörper gesteckt wird.
Ich verstehe, wenn man das so vorstellen möchte. Aber ich finde nicht, daß die Gesellschaft das "lernen" sollte. Denn das transportiert nicht nur eine abstruse dualistische Auffassung von Körper und Wesen, sondern auch ungute Simplifizierungen von Geschlechtlichkeit. Mit der ist es halt "leider" etwas komplizierter und reichhaltiger als sich das die Mann/Frau-Binärnaturdenker so vorstellen. Und die Formulierung vom "im falschen Körper geboren" übernimmt das leider.

Es gibt Menschen, die an irgendwelchen Stellen merklich anders empfinden und sich anders verhalten, als es irgendwelche Geschlechternormen zu erwarten geben. Was "die Gesellschaft" lernen sollte, hier einen Sinn für Großzügigkeit und Feinheit zu entwickeln und nicht jedes "abweichende" Verhalten nur als defizitär gegenüber einem holzschnittartigen Geschlechterbild zu beurteilen und darauf basierend zu verdammen.
Sprich: "die Gesellschaft" sollte das abweichende Empfinden und Verhalten eines Menschen nicht nur dann akzeptieren, wenn er sich brav einer der beiden zur Auswahl befindlichen Rollen fügt (wie ein "Transgender", der sich von den männlichen Rollenerwartungen lossagt und völlig mit den weiblichen identifiziert), sondern genauso dann, wenn er sich nicht fügt.
Ich weiß, Ordnung muß sein. Man möchte sich ja auskennen in der Welt und unter den Menschen. Aber man kann ja mal nachdenken, ob sie denn wirklich in dem Maße sein muß.

Das gilt auch für die Partnersuche. Niemand sollte unter dem Zwang stehen müssen, sich zu 100% einem Geschlechterbild zu verschreiben, weil er glaubt, daß mögliche Kandidaten vom Partner erwarten, zu 100% männlich bzw. weiblich zu sein. Die Menschen sind vielfältiger und bunter, weniger uniform, setzen sich aus mehreren Anteilen und Facetten zusammen, übrigens nicht nur die Transgender, aber eben auch diese.

Natürlich interessiert mich was andere hier im Forum dazu denken - vielleicht entstehen so noch etliche konstruktive Punkte...
Ich vermute, daß sich mehr an der Diskussion beteiligen würden, wenn sie nicht hier in der moderierten "Expertenrat" genannten Rubrik versteckt wäre.
 
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  • #6
AW: Transgender

Zitat von Heike:
....Ich vermute, daß sich mehr an der Diskussion beteiligen würden, wenn sie nicht hier in der moderierten "Expertenrat" genannten Rubrik versteckt wäre.
Vielleicht ist diese Thematik aber einfach nur ein (heikles oder irrelevantes) Thema, mit dem sich nur wenige in diesem Forum beschaeftigen.
 
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  • #7
AW: Transgender

Also nun ist es möglich ein Fazit zu ziehen... Leider ist es so, wenn potentielle Partner erfahren, wo die ursprünglichen genetischen Wurzeln liegen, bevor sie dem Menschen selbst gegenüber sassen, kommt halt dann ein "ups, ähm, tja, sorry..." oder überhaupt nichts mehr - eigentlich bemerkenswert, da ja eben ein Kinderwunsch mit Mitte/Ende Vierzig eher doch in den Hintergrund gerückt sein sollte und es ja auch andere genetische Dispositionen geben kann - Nun ja so scheint wohl die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt obsolet zu sein, dH sicher nicht im Profil erwähnen, beim ersten Treffen dann, da es bei mir in keiner Weise offensichtlich ist, wird dies dann sicher auch etwas verwirrend sein... Viele Männer haben dann halt Angst als homosexuell zu gelten, was ja klar Unsinn ist - Frauen wie ich sind ja nicht schwul, stehen aber auf Männer... ;-)
 
G

Gast

  • #8
AW: Transgender

Hi Clasame,

hab über Transgender einige Dokus gesehen und muss sagen, ich fände es furchtbar im Körper des "falschen" Geschlechts zu landen, zumindest dauerhaft. Die Geschichten einiger dieser Menschen sind wirklich bemerkenswert und ich bewundere diese Menschen wie diese damit umgehen.

Der Mensch ist eine Geisel seiner Vorurteile und lässt sich oft zu leicht von anderen beeinflussen.

Ich würde einen Teufel tun und auf einer relativ anonymen Plattform meine Vergangenheit preisgeben.

Es sagt auch keine Frau gleich zuerst, sorry, wegen Krebsverdacht sind meine Eierstöcke rausgenommen worde, also nichts mit Kindern. Und kein Mann schreibt in sein Profil, dass er aufgrund einer Sportverletzung keine Kinder mehr zeugen kann.

ABER ich denke, das sollte so früh wie nötig/möglich angebracht werden.

In Deinem Fall geht es ja "nur" um den angepassten Körper, Du bist ja (innen, seelisch, usw.) eine Frau. Wenn ein Mann Kinderwünsche hat, solltest Du ihm sagen, dass es nicht geht. Im Prinzip bist Du dafür erstmal keine Erklärung schuldig und wenn er auf natürliche Weise Kinder machen möchte hat sich das eh erledigt. Falls es für den Mann ok ist, würde ich eine Weile warten, bis sich jeder seiner Gefühle im Klaren ist.

Was dann kommt ist sehr individuell.

Ist Dein Partner humorvoll, verständnisvoll, schau doch einfach mit ihm eine Doku über Transgender, weil es Dich interessiert. Zwischendrin fragst Du einfach mal nach, was er darüber denkt. Wenn was Positives rüberkommt, fragst Du einfach, ob er sich vorstellen könne, dass Du auch ein Transgender bist. Sollte er blöd rumtun, überspiele die Situation und trenn Dich von ihm. Hat er Verständnis und ist es für ihn ok, ist er vielleicht der "Eine", den Du bis zu Ende an Deiner Seite hast.

Erzählst Du zu früh von Deiner Geschichte ruft das evtl. nur Freaks auf den Plan, die einfach mal mit einem Transgender schlafen wollen... Da wäre ich sehr vorsichtig.

Von meiner Seite aus wünsche ich Dir von Herzen viel Glück und Erfolg bei Deiner Suche.

Lass Dich nicht unterkriegen, zum Glück reagieren Menschen immer offener auf diese Themen. Der Rest ist nicht unbedingt dumm, aber eben unaufgeklärt.

Viele Grüße
Michael
 
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  • #9
Egal wie es angegangen wird... Ob im Profil oder beim Kennenlernen beides hat offenbar seine Tücken...
Ich hab‘ die Vergangenheit schlussendlich nicht im Profil hinterlegt, so traf ich mich mit jemandem der wie ich glaubte auf gleicher Wellenlänge funkte... Wir verbrachten einen wirklich tollen Nachmittag, bei Sonnenschein, Spaziergang und Kaffee mit einem abschliessenden Nachtessen...
Immer wieder versuchte ich das Gespräch in eine gewisse Richtung zu lenken – es gelang mir nicht – ich merkte, dass der Mann wohl effektiv sehr an mir interessiert ist und eigentlich mehr wollte. Es „knisterte regelrecht“ zwischen uns, ich fand ihn sehr attraktiv und anziehend – die Zuneigung bestand also auf Gegenseitigkeit – Nach dem Essen und dem schönen Tag verabschiedeten wir uns – Ich setzte mich zu Hause an den Rechner und schrieb eine Email in welcher ich das „Geheimnis“ lüftete – weil mir eben Ehrlichkeit wirklich wichtig ist...
Kurz darauf bekam ich eine doch gehörige eMail von dem Herrn, wo mir erklärt wurde, welch ein „Scheusal“ ich wäre, so mit den Gefühlen eines Menschen zu spielen und es ungeheuerlich wäre, mich bei Parship anzumelden. Er würde darüber nachdenke mein Profil dem Betreiber zu melden...
Es mutet seltsam an, man verbringt einen wunderschönen Tag zusammen, ich beantwortete seine Fragen ehrlich und aufrichtig, doch für das Geheimnis fand ich keine Gelegenheit, keine Lücke – bemerkt hat er das Geheimnis nicht – gefunkt hatte es bei uns beiden – dennoch wurde ich dann als Scheusal bezeichnet... So sieht dann effektiv eine im Profil „hochgelobte Toleranz“ aus...
Klar sich bei einem solchen Vorfall unterkriegen lassen wäre falsch, schmerzhaft ist ein solches Erlebnis dennoch.
Viele Grüsse
Clasame
 
 
 
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  • #10
Zitat von Clasame:
Kurz darauf bekam ich eine doch gehörige eMail von dem Herrn, wo mir erklärt wurde, welch ein „Scheusal“ ich wäre, so mit den Gefühlen eines Menschen zu spielen und es ungeheuerlich wäre, mich bei Parship anzumelden. Er würde darüber nachdenke mein Profil dem Betreiber zu melden...
Es mutet seltsam an, man verbringt einen wunderschönen Tag zusammen, ich beantwortete seine Fragen ehrlich und aufrichtig, doch für das Geheimnis fand ich keine Gelegenheit, keine Lücke – bemerkt hat er das Geheimnis nicht – gefunkt hatte es bei uns beiden – dennoch wurde ich dann als Scheusal bezeichnet... So sieht dann effektiv eine im Profil „hochgelobte Toleranz“ aus...
Klar sich bei einem solchen Vorfall unterkriegen lassen wäre falsch, schmerzhaft ist ein solches Erlebnis dennoch.
:-(
Das tut mir leid!
Ist wirklich eine schwierige Situation.
Ich denke, der Mann war einfach stark überfordert.
Kann verstehen, dass es schmerzt.
Und leicht die Situation zu erklären stelle ich mir wirklich sehr, sehr schwer vor.
Dir alles Gute!
 
 
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  • #11
Wieso besteht denn überhaupt die Notwendigkeit, jemanden über deinen "Werdegang" aufzuklären?
Ist es dir eine Herzensangelegenheit?
 
 
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  • #12
@IMHO, Jein... Gegenüber Dritten nicht, bei eigenen Partnern geht das kaum, irgendwann sickert die Vergangenheit durch - sei es durch alte Dokumente, Fotos oder Freunde - dann dürfte die Vertrauensbasis wohl nachhaltig gestört sein... Aber auch die Frage der Herzensangelegenheit: und ja auch, Ehrlichkeit und Vertrauen ist mir in einer Beziehung sehr wichtig.

@Blanche aber ja klar war der Mann überfordert, ich denke es ist jemand der eben meint: "Ich würde eine "Transe" unter 1000 Frauen problemlos erkennen" Nun ja wie auch immer, mir bestätigt es tatsächlich, dass ich wohl nicht auffalle - in einer Partnerschaft gehört wie schon erwähnt für mich Ehrlichkeit dazu
 
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  • #13
Ich hatte neulich im Freundeskreis ein ähnliches Thema. Es war eine Party, Heteros und Homos bunt gemischt und die Diskussion kam dann über diverse Prominenz auf "Concita Wurst" und so waren wir irgendwann beim Thema Transsexualität. Klar waren dort alle Gäste locker drauf und einstimmig waren alle der Meinung, dass es egal ist wer lieber Männlein und wer lieber Weiblein hat, und dass das einfach Privatsache ist.

Und dann kam die Idee auf, was ist, wenn man bei der Partnersuche jemandem begegnet, der im anderen Geschlecht geboren wurde.
Und - so locker und dem Thema offen zugewandt wie alle waren, wurde es doch erst mal ruhiger, und jeder hat nachgedacht. Viele hatten noch nie zuvor diese Idee. Und obwohl sie aktuell nicht in dieser Situation waren, merkte man, dass sie mit dem Thema etwas überfordert waren. Nicht böse, einfach nur überfordert.

Du hast in diesem Zusammenhang gegenüber den meisten Leuten einen Vorsprung - insofern, weil du dich bereits viele Jahre mit dem Thema Transsexualität intensiv auseinandergesetzt hast. Die meisten Menschen wissen darüber bestenfalls die Basics.

Was dir bei der Suche passiert ist, tut mir leid - eine solche Reaktion ist einfach unangebracht. "Nein" kann er ja sagen, (das passiert jeder von uns mal) aber das muss man nicht so formulieren.

Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, deine Geschichte zu erzählen - ich bin jedenfalls der Meinung, du darfst es nicht als Problem darstellen.
Ich würde die Interessenten bereits vor dem Treffen ein wenig ausfragen, wie sie zum Thema Trans- aber auch Homosexualität stehen. Triff dich nur mit Leuten, die bei dem Thema aufgeschlossen sind. Die anderen können damit einfach nix anfangen. Das kannst du ja auch thematisieren in dem du über Veranstaltungen, Partys, Promis, Konzerte, Filme, Bücher, Reisen,... ec. redest.
Wie das weitere Gespräch verlaufen kann, hängt finde ich davon ab, welcher Typ du bist... eher die freche, oder die schüchterne?
 
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  • #14
Clasame,
verzeih', wen ich sehr offen spreche.
Ich sehe das Problem nicht. Du bist eine Frau, warst immer ein weibliches Wesen. (Ich maße mir kein endgültiges Urteil darüber an, ob Seelen ein femine oder maskuline Zugehörigkeit haben. Vermutlich ist das so, zumindest eine Weile, das ist aber nur eine Vermutung.)
Also - was ist das Problem? Wo ist die Bombe? Ich sehe keine.
Wenn ein Mann sich in Dich verliebt, Dich Clasame, die Frau, wird ihm das ziemlich schnuppe sein.
Und wenn nicht und es ist ein Problem, dann liebt er Dich nicht und dann schieß' ihn in den Wind.
Keinesfalls würde ich da ein großes Ding daraus machen. Findest Du nicht, dass Du genug gelitten hast?
 
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  • #15
Mir ist es selber passiert, dass ich eine Transsexuelle kennengelernt habe, wir haben uns angefreundet (wobei ich am Anfang nicht gemerkt habe, dass sie ein Mann ist) und zwischenzeitlich wollte sie etwas mehr von mir, was ich zwar locker und humorvoll ablehnen musste - wir sind immer noch gute Freunde und ich bin mir sicher, dass wir es immer bleiben werden.

Wäre mir das allerdings wie eingangs geschildert passiert, dass ich sie übers Dating kennengelernt hätte, wäre meine Reaktion wohl anders gewesen und ich weiß nicht ob ich so cool reagiert hätte. Die Härte, die der Typ den Clasame gedatet hat, hätte ich wohl nicht gezeigt, aber ich hätte mich sicher zurückgezogen und hätte reflektieren müssen - also ein massiver Dämpfer für jegliche Beziehung.

Dann darf man nicht vergessen, dass da noch der Kinderwunsch mitspielt. Nicht jeder kann es sich vorstellen ein Kind zu adoptieren, überhaupt wenn man so sozialisiert wurde, dass leibliche Kinder die Krönung jeder Beziehung sind. Eine spezielle Frau braucht auch einen speziellen Mann, einfach nicht aufgeben und keinen Wert auf die Aussagen bigotter und bornierter Menschen geben!
 
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  • #16
Zitat von Kirsche:
Ich hatte neulich im Freundeskreis ein ähnliches Thema. Es war eine Party, Heteros und Homos bunt gemischt und die Diskussion kam dann über diverse Prominenz auf "Concita Wurst" und so waren wir irgendwann beim Thema Transsexualität. Klar waren dort alle Gäste locker drauf und einstimmig waren alle der Meinung, dass es egal ist wer lieber Männlein und wer lieber Weiblein hat, und dass das einfach Privatsache ist.
Nun "Concita Wurst" ist eine reine Kunstfigur, der Mensch dahinter fühlt und bekennt sich klar als Mann – er distanziert sich ja auch offen von der Transsexualität – so gesehen ist es einfach eine Dragqueen. Leider wird eben oft hier die Trennlinie verwässert, bei Drag’s geht’s um die Parodie, bei Transvestiten um die Kleidung – bei Transmenschen/Transsexuellen um die Wahrnehmung in dem Geschlecht welches wir spüren aber uns genetisch verwehrt blieb. Wo und woher es kommt darüber scheiden sich die Geister, aus meiner Sicht ist es auch unerheblich – fakt ist: Es ist so und es ist keine „Freiwilligkeit“, kein Wunsch mal einfach im Gegengeschlecht leben zu wollen – ohne zu jammern und belehrend zu wirken: fühlt es sich etwa so an wie in einer unpassenden, falschen Rüstung aus der man nicht raus kann einfacher noch: wie ein Paar sehr schlecht passende, drückende, schmerzende Schuhe auf einem Lebensmarsch...

Zitat von Kirsche:
Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, deine Geschichte zu erzählen - ich bin jedenfalls der Meinung, du darfst es nicht als Problem darstellen.
Es ist tatsächlich im Zusammenhang einer möglichen Beziehung nicht einfach, sich wiederkehrend „entblättern“ zu müssen – es ist, als müsste man sich nackt ausziehen, nur damit das Gegenüber sich ein Bild machen kann, derweil die andere Person angezogen bleibt – weil Du weisst, dass es sich um eine „beziehungskritisches“ Tatsache handelt, mit welcher etliche Menschen schwer umgehen können. Da es ja bei mir niemand merkt, ist es im Alltag ja auch kein Problem/Thema...
Naja letztes Ereignis hat noch ein bisschen Nachhall – im Moment hab‘ ich etwas wenig Lust auf weitere Parshipdates...
Das mit dem Ausfragen ist nicht ganz so trivial per Mail – klar versuchte ich ja eben am Date, das Thema darauf zu lenken – was mir nicht gelang – naja vielleicht auf Grund fehlender Erfahrung?

Zitat von Kirsche:
Wie das weitere Gespräch verlaufen kann, hängt finde ich davon ab, welcher Typ du bist... eher die freche, oder die schüchterne?
Ich bin ein Gemisch aus frech - schüchtern von extrovertiert bis still-geniessend – ich kann ein recht grosse Klappe haben, bin aber auch mal recht schüchtern. Flirte gerne bekomme aber auch mal „kalte“ Füsse, vor allem wenn mir jemand gut gefällt...
 
Zitat von lone rider:
Keinesfalls würde ich da ein großes Ding daraus machen. Findest Du nicht, dass Du genug gelitten hast?
Ja im Prinzip hast Du recht – who care’s, dennoch schmerzt ein solches Erlebnis – denn er merkte ja eigentlich nichts – ich erzählte nur „etwas“ aus meiner Vergangenheit, etwas was zu mir gehört wie meine Zukunft – etwas was er wissen sollte, damit es nicht wie ein Damoklesschwert über der Beziehung hängt – dennoch hast Du vom Grundsatz her recht: der Weg war steinig genug und es ist ja SEIN Problem...
 
Zitat von Arthur:
(wobei ich am Anfang nicht gemerkt habe, dass sie ein Mann ist)
Arthur sei mir nicht böse, aber: sie ist kein Mann, sie hat lediglich genetisch einen XY-Chromosomensatz ;-)
Bei mir hat der Typ ja tatsächlich nichts gemerkt – was ja eigentlich auch richtig ist – vielleicht auch daher die doch übermässige Reaktion, nach dem Motto: ich würde eine Transe aus 1000Frauen erkennen...


Zitat von Arthur:
Dann darf man nicht vergessen, dass da noch der Kinderwunsch mitspielt. Nicht jeder kann es sich vorstellen ein Kind zu adoptieren, überhaupt wenn man so sozialisiert wurde, dass leibliche Kinder die Krönung jeder Beziehung sind.
Klar wäre das bei jüngeren ein Thema, wohl aber weniger bei Frauen die gegen die 50 reisen. Der Typ fragte mich ja gar, wie es denn mit Kindern aussehen würde - ich sagte, dass ich keine bekommen könne – versuchte da schon einzufädeln, doch das Thema glitt halt dann ab und wir sprachen darüber warum ER keine Kinder haben wolle...
Zitat von Arthur:
Eine spezielle Frau braucht auch einen speziellen Mann, einfach nicht aufgeben und keinen Wert auf die Aussagen bigotter und bornierter Menschen geben!
Ja Arthur da hast Du wirklich Recht – so suche ich halt weiter nach der Nadel im Heuhaufen  ;-)
 
 
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