remember

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  • #1

tragisches Ende einer Parship Begegnung

Ich möchte hier meine/ seine traurige Geschichte erzählen. Zum einen um sensibel und aufmernsam zu machen und zum anderen, weil es mir vielleicht ein wenig hilft alles was passiert ist zu verarbeiten.
Wir haben uns im Februar hier kennengelernt , ich habe ihn "angelächelt" und er hat mir gleich geantwortet.
Seine Worte und seine Bilder waren so symphatisch und auch unsere Wohnorte lagen nicht allzu weit voneinander weg.
Es folgte ein sehr angenehmer schriftlicher Austausch, der sehr bald hauptsächlich über WhatsApp stattfand. Bald merkte ich, dass irgendwas nicht stimmt..er sich manchmal tagelang nicht medet und Termine zum persönlichen Treffen immer wieder verschob.
Als ich schon nicht mehr an ein Treffen glaubte, nahm er in der Nacht zum 1. Mai meine spontane Einladung plötzlich an und wir verbrachten einen sehr netten Abend, bei dem ich aber auch spürte, dass er seine Trennung noch nicht überwunden hat .
In den folgenden Tagen und Wochen wurde unser schriftlicher Dialog noch intensiver und offener. Er erzählte immer mehr von sich, war aber zu keinem weiteren Treffen bereit.
Ich war zwar ungeduldig , aber ich versuchte ihm Zeit zu lassen. Am Muttertag , nachdem ich wieder 2 Tage nichts gehört hatte und ihm meine Meinung dazu auch deutlich mitgeteilt habe, folgte in einem dramatischen Chat die ganze Wahrheit. Er war tief verzweifelt, steckte in einer tiefen Lebenskrise und sah für sich keine Hoffnung mehr.
Er gab offen zu immer wiederkehrende Suizidgedanken zu habe , von denen aber auch Familie und Freunde wussten. Er erzählte mir immer von den Bemühungen seines Umfelds und wie alle versuchten ihn zu einem erneuten Klinikaufenthalt zu überreden, den er aber nicht wollte und in den er auch keine Hoffnung mehr hegte.
Eine sehr emotionale und sehr belastende Zeit auch für mich, die er zu seiner Vertrauten gemacht hatte.
Die letzten Nachrichten klangen positiv ..er sagte, dass die Familie etwas in die Wege leitet für den nächsten Tag und er hoffe, dass wir uns dann wieder begegnen können, wenn er wieder er selbst ist.
Ich hatte Hoffnung, machte mir seit Wochen zum ersten mal keine Sorgen als ich nichts hörte, wähnte ihn ja in der Klinik.
Bis zum Anruf seiner Frau.
Er hat sich letzte Woche nur wenige Minuten nachdem er mir einen lieben Gruß schickte das Leben genommen.
Ich bin gebrochen, tief traurig und fühle mich schuldig .
Und vor allem frage ich mich nach dem Sinn. Warum musste ich diesem Mann noch in den letzten Monaten seines Lebens emotional so nahe kommen, wenn ich ihm letztendlich doch nicht mehr gut tun und helfen konnte?
 
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*Andrea*

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  • #2
Liebe remember!

Du hast da etwas tief Trauriges erlebt, ich hoffe dass es dich nicht zu stark durcheinander bringt. Wenn ein Mensch entscheidet, dass er nicht mehr leben mag, dann ist das für die Zurückgebliebenen immer ein grosser Schock, der oft ganz unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Gefühle und Emotionen auslöst. Man ist traurig ob des Verlustes, aber auch traurig darüber, dass ein Mensch so verzweifelt sein musste, so stark leiden musste, dass er keinen Ausweg mehr sah, keinen Lebensmut, keine Hoffnung mehr aufbringen konnte. Man ist enttäuscht, dass man nicht helfen konnte und dass auch der Mensch, der einen für immer verlassen hat, keine Zuversicht mehr aus der Beziehung zu einem schöpfen konnte. Man fühlt sich schuldig, fragt sich, was man noch hätte tun können oder gar sollen, ist gleichzeitig vielleicht aber auch wütend, dass das geschehen ist. Es ist ja auch eine Tat gegen die Beziehung, die man mit dem Menschen hatte, der sich das Leben genommen hat, oder zumindest gegen die Vorstellung, die man davon hatte oder auch die Hoffnungen und Zukunftswünsche, die man in dieser Beziehung sah und hegte.

Du fragst dich nach dem Sinn. Ich weiss es nicht. Es ist eine schwierige Frage, die du vielleicht nur selbst irgendwann beantworten kannst, oder vielleicht auch nicht. Vielleicht musst du sie auch gar nicht beantworten können. Vielleicht liegt gerade darin ein Sinn, vertrauen zu lernen, dass die Dinge auf eine Art gut sind, wie sie sind, obwohl sie schwer sind, obwohl sie auf uns lasten und obwohl wir selbst keine Antwort auf die Frage nach ihrem Sinn finden können. Da geht es vielleicht um ein Vertrauen in die Verantwortung des Menschen, der gegangen ist, und seine sicher umfassenden Versuche, ein Vertrauen, dass sein Engagement für sein Leben da war, soweit es eben möglich war. Vielleicht auch um ein Vertrauen in etwas Höheres oder in das Leben an sich. Vielleicht auch um ein Loslassen des Bedürfnisses, auf alles eine (intellektuelle) Antwort finden zu müssen. Vielleicht geht es einfach ganz simpel ums Annehmen dessen, das ist, mit allem, was da ist, mit allem, was zu fehlen scheint. Um einen Frieden zu finden damit. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen!

Vielleicht hilft dir auch der Gedanke, dass sein Weggang nicht bedeuten muss, dass du und deine Nähe für ihn nichts bedeutet hätten, möglicherweise sogar im Gegenteil. Es könnte ja auch sein, dass du und dein Dasein ihn insoweit mit dem Leben versöhnt haben, dass er es abzuschliessen vermochte.

Ich wünsche dir Kraft und gute Menschen um dich herum, die dich begleiten in deiner Trauer und deinen Zweifeln. Alles Gute!
 
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maxim

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  • #3
Liebe Remember, ja, das ist eine wirklich traurige Geschichte und ich wünsche Dir die nötige Kraft, das Geschehene zu überwinden.
Keinesfalls solltest Du aber Schuldgefühle entwickeln. Du bist nicht schuld an dem Geschehenen!
Depressionen, unter denen er scheinbar gelitten hat, sind schrecklich und häufig mit Suizidgedanken verbunden. Aber sie sind eben eine Krankheit, die nicht allein geheilt werden kann durch eine mehr oder weniger intensive Zweierbeziehung. Ich denke, Du hast alles getan und Selbstvorwürfe wären wirklich verfehlt. Viel Glück für die Zukunft wünsche ich Dir von ganzem Herzen.
 
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Fraunette

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  • #4
Ich möchte hier meine/ seine traurige Geschichte erzählen. Zum einen um sensibel und aufmernsam zu machen und zum anderen, weil es mir vielleicht ein wenig hilft alles was passiert ist zu verarbeiten.
Wir haben uns im Februar hier kennengelernt , ich habe ihn "angelächelt" und er hat mir gleich geantwortet.
Seine Worte und seine Bilder waren so symphatisch und auch unsere Wohnorte lagen nicht allzu weit voneinander weg.
Es folgte ein sehr angenehmer schriftlicher Austausch, der sehr bald hauptsächlich über WhatsApp stattfand. Bald merkte ich, dass irgendwas nicht stimmt..er sich manchmal tagelang nicht medet und Termine zum persönlichen Treffen immer wieder verschob.
Als ich schon nicht mehr an ein Treffen glaubte, nahm er in der Nacht zum 1. Mai meine spontane Einladung plötzlich an und wir verbrachten einen sehr netten Abend, bei dem ich aber auch spürte, dass er seine Trennung noch nicht überwunden hat .
In den folgenden Tagen und Wochen wurde unser schriftlicher Dialog noch intensiver und offener. Er erzählte immer mehr von sich, war aber zu keinem weiteren Treffen bereit.
Ich war zwar ungeduldig , aber ich versuchte ihm Zeit zu lassen. Am Muttertag , nachdem ich wieder 2 Tage nichts gehört hatte und ihm meine Meinung dazu auch deutlich mitgeteilt habe, folgte in einem dramatischen Chat die ganze Wahrheit. Er war tief verzweifelt, steckte in einer tiefen Lebenskrise und sah für sich keine Hoffnung mehr.
Er gab offen zu immer wiederkehrende Suizidgedanken zu habe , von denen aber auch Familie und Freunde wussten. Er erzählte mir immer von den Bemühungen seines Umfelds und wie alle versuchten ihn zu einem erneuten Klinikaufenthalt zu überreden, den er aber nicht wollte und in den er auch keine Hoffnung mehr hegte.
Eine sehr emotionale und sehr belastende Zeit auch für mich, die er zu seiner Vertrauten gemacht hatte.
Die letzten Nachrichten klangen positiv ..er sagte, dass die Familie etwas in die Wege leitet für den nächsten Tag und er hoffe, dass wir uns dann wieder begegnen können, wenn er wieder er selbst ist.
Ich hatte Hoffnung, machte mir seit Wochen zum ersten mal keine Sorgen als ich nichts hörte, wähnte ihn ja in der Klinik.
Bis zum Anruf seiner Frau.
Er hat sich letzte Woche nur wenige Minuten nachdem er mir einen lieben Gruß schickte das Leben genommen.
Ich bin gebrochen, tief traurig und fühle mich schuldig .
Und vor allem frage ich mich nach dem Sinn. Warum musste ich diesem Mann noch in den letzten Monaten seines Lebens emotional so nahe kommen, wenn ich ihm letztendlich doch nicht mehr gut tun und helfen konnte?
So sehr ich deinen Kummer auch verstehe und das sicher alles sehr sehr schlimm ist, so denke ich, dass das Forum nicht der richtige Ort ist, darüber zu "reden" und glaube auch nicht, dass du hier die Hilfe bekommst, die du jetzt wohl benötigst. Dafür ist das viel zu Ernst und hier sind zuviele Hobby-Psychologen unterwegs.
Schau doch mal, ob du vielleicht professionelle Hilfe bekommst (muss ja jetzt keine Ewig-Therapie sein, sondern vielleicht helfen dir schon ein oder zwei Gespräche? In vielen Städten gibt es den Verein "Frauen helfen Frauen" oder ähnliche Angebote.
Ich wünsche dir viel Kraft und gute Unterstützung.
 
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IPv6

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  • #5
Weshalb??? Es ist NICHT deine Verantwortung!
Meinst du jetzt weshalb du ihn getroffen hast? --> Schicksal.
Oder weshalb er sich suizidiert hat? --> Weil es für ihn der EINZIGE Ausweg aus seinem Leid war.
Da gibt es auch nichts zum Verstehen, da brauchst du dir gar keine Gedanken drum machen. Menschen mit solch einem Vorhaben, haben eine gänzlich andere Wahrnehmung und andere Glaubenssätze, das ist für Aussenstehende möglicherweise nur nachvollziehbar, wenn sie selber bereits an dieser Schwelle standen oder sie überschritten und überlebt haben.
Ist das deine Aufgabe oder Verantwortung?
Ich denke nicht, wenn du nicht gerade seine Therapeutin gewesen wärest.

Zum einen um sensibel und aufmernsam zu machen und zum anderen, weil es mir vielleicht ein wenig hilft alles was passiert ist zu verarbeiten.
Ein öffentliches an eine Partnerbörse angeschlossenes Forum kann keine kompetente therapeutische Leistung erbringen. Schon gar nicht kostenlos. Dafür ist es auch nicht gedacht.
Wenn du über das Internet therapeutische Leistungen in Anspruch nehmen möchtest, braucht es dafür ein spezielles Portal mit entsprechenden Fachkräften dahinter. Die Uni Zürich hatte/hat so ein Projekt. Ob es noch läuft weiss ich nicht. Aber auch das ist kostenpflichtig.
 
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Multixx

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  • #6
So sehr ich deinen Kummer auch verstehe und das sicher alles sehr sehr schlimm ist, so denke ich, dass das Forum nicht der richtige Ort ist, darüber zu "reden" und glaube auch nicht, dass du hier die Hilfe bekommst, die du jetzt wohl benötigst. Dafür ist das viel zu Ernst und hier sind zuviele Hobby-Psychologen unterwegs.
Schau doch mal, ob du vielleicht professionelle Hilfe bekommst (muss ja jetzt keine Ewig-Therapie sein, sondern vielleicht helfen dir schon ein oder zwei Gespräche? In vielen Städten gibt es den Verein "Frauen helfen Frauen" oder ähnliche Angebote.
Ich wünsche dir viel Kraft und gute Unterstützung.
Ich würde dir auch raten mit einer Fachkraft darüber zu reden. Ist absolut keine Schande znd die Situation ja auch grenzwertig. Ein Psychologe ist geschult, weiss wie man solche Situationen handelt und kennt auch das Thema Depressionen.
 

remember

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  • #7
Danke , für die zahlreichen und lieben Worte!
Ich kann nicht auf alle persönlich eingehen, aber ich habe alles sehr genau gelesen.
Es ist mir bewusst, dass ich in so einem Forum keine professionelle Hilfe bekomme....denke auch, dass ich diese nicht brauche.
Mir hilft es hier Anteilnahme und Menschlichkeit zu spüren.
Die habe ich auch in meinem Umfeld und ich habe auch einen sehr guten Arzt mit dem ich bereits geredet habe.
Meine Therapie ist es zur Zeit, immer und immer wieder unsere Gespräche zu lesen und mich selbst dabei ehrlich zu fragen wo ich falsch oder auch richtig reagiert habe.
Ich habe immer versucht keinen zusätzlichen Druck auszuüben oder irgendwelche guten Ratschläge zu geben...hab ihm versucht einfach zuzuhören und ihm zu signalisieren, dass ich ihn verstehe.
Das konnte ich auch, bis zu einem gewissen Punkt. Auch ich hatte eine Zeit im Leben in der ich diese seelischen Schmerzen und diese absolute Hoffnungslosigkeit durchlebt habe jedoch ohne dabei jemals Suizid Gedanken zu haben.
Ich wusste, dass die Familie alles tut...oft genug hat er davon erzählt wie sehr er sein Umfeld belastet und allen weh tut.
Viele Fragen blieben offen ...ob schon vor der Trennung psychische Probleme waren z.B.
Er hat immer vom nächsten Treffen gesprochen und davon, dass er mir noch soviel erzählen möchte.
Jetzt bin ich ihm dankbar, dass er letztendlich dieses Treffen die letzten Wochen immer wieder geblockt hat..wer weiss wie es mir ansonsten gehen würde.
Vielleicht war ich ja für ihn doch so etwas wie ein klitzekleiner Hoffnungschimmer und konnte wenigstens zeitweise noch einige positive Gedanken schenken.
Mein Kopf weiss alles: dass ich keine Schuld habe, ihn nicht hätte retten können und auch welch furchbare und so oft tödliche Krankheit Depressionen sein können, aber mein Herz trauert um einen sehr wertvollen Menschen und wohl auch um eine für mich verlorene Hoffnung.
Auch leide ich mit der Familie, obwohl ich sie nicht persönlich kenne.
Ich habe versucht schriftlich mitzuteilen dass da keine Vorwürfe waren und mit wieviel Liebe er immer von allen gesprochen hat.
Habe eine sehr liebe Antwort erhalten und auch den Wunsch bzw. das Angebot von seiner Frau uns , sobald die dazu fähih ist auszutsuschen...vielleicht hilft uns das beiden.
Er hat mehrmals erwähnt, dass er 50 Jahre vielleicht zuviel Sonnenschein hatte, zuviel Glück im Leben.
Ich hoffe er hat jetzt seinen Frieden und die schrecklichen Qualen haben ein Ende.
Gestern hatte ich den Gedanken...vielleicht ist auch der Freitot einfach vorbestimmt .
Genauso wie der Tod durch eine andere schwere Krankheit und wir können das nur nicht erkennen.....
 
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Markus Ernst

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  • #8
Liebe remember,

was Sie erlebt haben, ist schrecklich und nur schwer zu verstehen und ins Leben zu integrieren.
Wie gut, dass Sie sich in Ihrem Umfeld austauschen und auf diese Weise, Schritt für Schritt, das Geschehene verarbeiten können.
Es ist extrem wichtig, sich bei einem so traumatischen Erlebnis nicht nach innen zu kehren, sondern sich mitzuteilen, über die eigenen Gedanken und Empfindungen zu sprechen und den Kontakt nach außen zu suchen. Ich finde es wunderbar, dass Sie das tun!
Sie schreiben selbst, dass Ihnen klar ist, dass hier keine therapeutische Aufarbeitung stattfinden kann - gut, dass Ihr Arzt involviert ist und er Ihnen - bei Bedarf - entsprechende Unterstützung empfehlen könnte.
Auch Ihren Beitrag hier im Forum sehe ich als einen wichtigen Schritt bei der Verarbeitung und Bewältigung dieses Schicksalsschlages.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft!
Herzliche Grüße,
Markus Ernst
 
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remember

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  • #9
Danke!!
 

Inge21

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  • #10
@remember
Das ist wirklich eine tragische Geschichte, die mich sehr berührt. Ich habe gerade im Realen Leben jemanden kennengelernt, der suizidgefährdet ist und mir letzte Woche abends plötzlich ohne Zusammenhang schrieb ich möchte nicht mehr leben.
Gerade heute hab ich mit einer Kollegin darüber gesprochen, die dieses Verhalten sehr gut kennt. Ich bin kein Hobbypsychologe und weiß auch nicht wie ich damit umgehen soll oder kann.
Und jetzt Deine Geschichte....
 

remember

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  • #11
Liebe Inge,
Kann Dir nur raten dass Du Dich sofort an jemanden wendest der sich auskennt und
Dich berät!!!
Ich wusste, dass sein ganzes Umfeld Bescheid weiss und alles mögliche versucht wird
 

Inge21

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  • #12
Liebe Inge,
Kann Dir nur raten dass Du Dich sofort an jemanden wendest der sich auskennt und
Dich berät!!!
Ich wusste, dass sein ganzes Umfeld Bescheid weiss und alles mögliche versucht wird
Danke für Deinen Rat. Ich habe beschlossen die Finger weg zu lassen, ich muss mich da selbst schützen. Ich kann auch mit dem ständigen up und down nicht umgehen. Und die Illusion, dass er sich ändert hab ich nicht.
 
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Mentalista

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  • #13
Danke für Deinen Rat. Ich habe beschlossen die Finger weg zu lassen, ich muss mich da selbst schützen. Ich kann auch mit dem ständigen up und down nicht umgehen. Und die Illusion, dass er sich ändert hab ich nicht.

Finde ich eine sehr gute Einstellung, sich selbst zu schützen.

Liebe Remember, warum bist du diesen Weg nicht gegangen, die Finger von der Bekannschaft zu lassen, zudem der Mann ja noch verheiratet war?
 
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fleurdelis*

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  • #14
Danke für Deinen Rat. Ich habe beschlossen die Finger weg zu lassen, ich muss mich da selbst schützen. Ich kann auch mit dem ständigen up und down nicht umgehen. Und die Illusion, dass er sich ändert hab ich nicht.

Mir ist mal so etwas ähnliches passiert. Eine Bekannte hat ständig davon gesprochen sich umzubringen. Einmal hat sie es mir eindringlich versichert und war dann nicht mehr erreichbar. Ich habe daraufhin die Polizei informiert und die sind dann mit Feuerwehr und Notarzt in ihre Wohnung. Bei so etwas übernehme ich keine Verantwortung sondern, wenn mir jemand ernsthaft vermittelt sich umzubringen gibt es drei Möglichkeiten: Polizei, Psychosozialen Notdienst anrufen, oder über einen Arzt einweisen lassen, mit der Begründung, dass diese Person eine Gefahr für sich selbst darstellt. Alle Institutionen unterhalten sich erstmal ausführlich mit einem, wie ernsthaft die Situation ist, und reagieren dann auch dementsprechend. Für denjenigen, der den Suizid plant ist es dann auch wichtig, etwas zu unternehmen, vor allem weiß er dann auch, dass man seine Warnung ernst nimmt.
 
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*Andrea*

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  • #15
Finde ich eine sehr gute Einstellung, sich selbst zu schützen.

Liebe Remember, warum bist du diesen Weg nicht gegangen, die Finger von der Bekannschaft zu lassen, zudem der Mann ja noch verheiratet war?
Ja, Menta, es gibt Leute, denen liegt massivst am Herzen, sich zu schützen, offenbar sogar, wenn sie unterdurchschnittlich sensibel sind. Andere interessieren und engagieren sich manchmal auch für andere Menschen.
 
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SeTi

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  • #16
Hallo liebe remember,

Ich muss jetzt einfach meinen Senf dazu geben, da ich sonst anhand einiger Posts hier platze.

Ich möchte dir und allen anderen mal erzählen, was in einem Menschen vor geht, der in den Suizid geht oder eben "nur" daran denkt.
So hart es klingt, aber in dem Moment, wo man den Entschluss fasst und vielleicht dann auch ausführt ist nichts wichtiger, als der Mensch selber.
In dem Moment, fällt jeglicher Druck und Schmerz von einem ab und ich bin mir sicher, er ist mit einem lächeln gegangen.
Ich würde mich hier eher für ihn freuen, dass er einen für sich optimalen Weg gefunden hat und den auch durchgezogen hat. Denn das war SEINE Entscheidung, und die gilt es zu akzeptieren. Ich finde, das würde von Respekt und Verständnis für ihn zeichnen.

Natürlich tut es weh wenn ein Mensch geht, es macht traurig und hinterlässt eine leere, die nur schwer zu füllen ist. Dafür hast du und seine Familie auch mein tiefstes Mitgefühl.
Depressionen sind so eine Sache, viele meinen, dass ist alles nicht so schlimm und man könne sich ja auch einfach zusammenreißen. Andere können damit gar nicht umgehen und wenden denjenigen dann den Rücken zu um sich selber zu schützen.

Das muss auch jeder für sich selbst entscheiden, wie man damit umgeht.

Was aber das schlimmste ist für jemanden mit Depressionen, sind diejenigen, die einfach meinen alles besser zu wissen. Liebe Leute, … Psychologen sind auch nur Menschen und die kochen auch nur mit Wasser.
Die meiste Zeit teilen sie nur den seelischen Schmerz und genau deswegen bin ich auch dir, liebe remember, dankbar für diesen Post, denn das beste Mittel um Kummer zu lindern ist ihn zu teilen. Also lass dir bitte nicht einreden, dass man für alles und jedes gleich einen Psychologen zu rate ziehen soll.
Wenn es dir damit gut geht, dies hier im Forum zu deppateiern, dann ist das auch gut so und sicherlich legitim.

Es gibt mannigfaltige Formen einer Depression, jede ist für sich einzigartig und sollte auch so gesehen werden. Nichts ist schlimmer für einen Betroffenen, wenn der/diejenige dann über einen Kamm geschert werden. Deswegen sind ja auch diverse Kliniken und Institutionen so wichtig für diese Menschen und hinterlassen meist auch einen bleibenden Eindruck. Ich kann ihn auch gut verstehen, wenn er nicht mehr in die Klinik zurück wollte, aber auch die Bemühungen seiner Familie, dass sie ihn "retten" wollten. Aber, … vielleicht wollte er gar nicht gerettet werden. Vielleicht hatte er den Entschluss für den Suizid schon seid langem gefasst und nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet?
Ich bin mir aber ziemlich sicher, er hat jede Sekunde, die er mit dir schreiben, telefonieren oder persönlich verbringen durfte, genossen. Vielleicht warst du sein letzter Gedanke und das würde ich als einen Vertrauensbeweis sondergleichen sehen.

Also Kopf hoch, dich trifft ganz sicher keine Schuld an alle dem, ganz im Gegenteil, … du hast ihm sicher einige Stunden versüßt und dafür war er dir auch sicherlich dankbar.

lg
SeTi
 
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  • #17
Ich würde mich hier eher für ihn freuen, dass er einen für sich optimalen Weg gefunden hat und den auch durchgezogen hat. Denn das war SEINE Entscheidung, und die gilt es zu akzeptieren. Ich finde, das würde von Respekt und Verständnis für ihn zeichnen.

Hier möchte ich doch unbedingt ein Veto einlegen. Aus medizinischer Sicht betrachtet ist ein Mensch, der Suizid begeht, nicht unbedingt Herr seiner Sinne, aufgrund einer Depression. Gerade in einer Depression verändert sich das reale Bild. Das seine Entscheidung akzeptiert werden muss, da bleibt den Hinterbliebenen nichts anderes übrig. Nur, wenn ein Mensch die Hoffnung verliert, entspricht dieses Bild nicht immer der Realität und unter anderen Umständen, würde er wohl möglicherweise einen anderen Weg wählen. Insofern kann ich es nicht unterschreiben, dass man sich für ihn freuen kann, geschweige denn es der optimale Weg ist. Diesen Gedanken zu übernehmen ist schwierig und steht im Grunde niemandem zu.
 
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  • #18
Ja, Menta, es gibt Leute, denen liegt massivst am Herzen, sich zu schützen, offenbar sogar, wenn sie unterdurchschnittlich sensibel sind. Andere interessieren und engagieren sich manchmal auch für andere Menschen.

Dich hatte ich nicht gefragt;):rolleyes:... Weil ich sensibel bin, antworte ich dir aber:D.

Ob sich selbst schützen, ein Zeichen von Unsensiblität sein soll, wage ich zu bezweifeln.

Sich für andere Menschen zu interessesieren und engagieren halte ich für wichtig, aber dabei sollte der Mensch sich selbst schon einschätzen können, ob er dafür alles hat und ob er dem Anderen überhaupt helfen soll/kann, gerade wenn jemand in so eine psychischen Verfassung, wie hier beschrieben ist, und bereits ein großes Umfeld mit auch schon geleisteter Hilfe hat.

Mich da in eine fremde Familie mit Ehefrau reinzuhängen, schon aus Respekt denen gegenüber, nee, hätte ich nicht gemacht.
 
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*Andrea*

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  • #19
@SeTi, @fleurdelis*: Das ist ein sehr schwieriges Thema, auf das man meines Erachtens keine sichere Antwort geben kann. Ich kann beide Sichtweisen gut verstehen.

@Mentalista: ich sprach nicht von unsensibel, weil du dich schützen wollen würdest, sondern weil du hier so unsensibel intervenierst. Ich will aber hier keinen Streit mit dir, lassen wir's dabei bewenden, ok?
 
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  • #20
So hart es klingt, aber in dem Moment, wo man den Entschluss fasst und vielleicht dann auch ausführt ist nichts wichtiger, als der Mensch selber. [...] Ich finde, das würde von Respekt und Verständnis für ihn zeichnen.
Respekt mag ich da keinen aufbringen, weil die totalste Freiheit sich bewusst das Leben zu nehmen, die Freiheit der Familie einschränkt. Wie auch @fleurdelis* anmerkt, bei allem Verständnis für die zugrundeliegende Ursache so einer Entscheidung.
 
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Mestalla

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  • #21
So, und nun passiert genau das, was @Fraunette befürchtet hat. Es schlägt die Stunde der Hobbypsychologen, die sich nicht damit begnügen einen Rat zu geben, sondern nachhaken müssen und dabei eine empathiefreie Zone betreten.
Warum nicht "die Finger von der Bekanntschaft gelassen"? Tut mir leid, aber diese Frage ist komplett daneben.

Remember, mein Mitgefühl hast du. Ich selbst habe meinen Vater auf diese Weise verloren und mich danach intensiv mit dieser Krankheit auseinandergesetzt. Ich wünsche Dir alles Gute!
 
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Julianna

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  • #23
@SeTi Wie kommst du zu der Annahme, dass du dich in einen Menschen mit schwerer Depression hineinversetzen kannst?
Jeder Mensch durchläuft ab und an Krisen in seinem Leben, die mit einer leichten Depression zu vergleichen sind, und diese Krisen dienen der Persönlichkeitsentwicklung und werden (meist) gut überstanden.
In eine schwere Depression kann man sich aber nicht eindenken.
Und der "freie Wille" wäre an dieser Stelle zu hinterfragen. Beispielsweise ist Tryptophan ein Molekül, dass im Gehirn benötigt wird, um Glück und Freude zu empfinden (Serotonin-Synthese). Leider ist Tryptophan als Molekül zu groß, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und muss deshalb im Gehirn aus den Bausteinen (Vorstufen) zusammengesetzt werden. Was ist nun, wenn jemand ein Problem mit diesem Signal-Transduktons-Weg hat und Tryptophan nicht mehr in ausreichender Menge im Gehirn gebildet wird? . Ist es dann noch der freie Wille, den Freitod zu wählen? Oder ist es viel mehr eine (Stoffwechsel) Erkrankung?
 
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*Andrea*

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  • #25
Für mein Gefühl hat's hier zu viele Elefanten im Porzellanladen.
 
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  • #27
So, und nun passiert genau das, was @Fraunette befürchtet hat. Es schlägt die Stunde der Hobbypsychologen, die sich nicht damit begnügen einen Rat zu geben, sondern nachhaken müssen und dabei eine empathiefreie Zone betreten.
Warum nicht "die Finger von der Bekanntschaft gelassen"? Tut mir leid, aber diese Frage ist komplett daneben.

Remember, mein Mitgefühl hast du. Ich selbst habe meinen Vater auf diese Weise verloren und mich danach intensiv mit dieser Krankheit auseinandergesetzt. Ich wünsche Dir alles Gute!

Es darf verschiedene Blickwinkel geben, warum darf darüber nicht geschrieben werden? Warum wird jeder Blickwinkel, der seinem nicht entspricht, sofern er Respektvoll geschrieben wurde, gleich als komplett daneben betitelt?

Wie würdest du dich fühlen, wenn ich deinen Beitrag als komplett daneben bezeichnen würde?
 
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Mestalla

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  • #29
Es darf verschiedene Blickwinkel geben, warum darf darüber nicht geschrieben werden? Warum wird jeder Blickwinkel, der seinem nicht entspricht, sofern er Respektvoll geschrieben wurde, gleich als komplett daneben betitelt?

Wie würdest du dich fühlen, wenn ich deinen Beitrag als komplett daneben bezeichnen würde?
"Die Finger von der Bekanntschaft lassen" ist für mich empathiefrei und komplett daneben. Punkt.
 
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