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  • #1

Therapie Erfahrungen gesucht

Hallo Zusammen!
Ich wollte nachfragen, wer von Euch schon alles eine Therapie gemacht hat und wie es Euch ergangen ist oder wie es Euch jetzt geht. Vielleicht könnte jemand mir was dazu sagen, da wir ja fast alle anonym sind. Ich soll laut meinem Neurologen zu einem Tiefenpsychotherapeuten.Er arbeitet nach Freud. Ich habe jedoch noch bedenken und bei diesem Gedanken spüre ich Taubheit am Köper, so als ob mich jemand festhalten würde. Kann mir jemand helfen? Liebe Grüsse, Monday
 
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  • #2
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Ich hab von der Fachdisziplin noch nicht mal gehört, aber Wikipedia "tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie" gibt wenigstens mal ein paar Hinweise. Die Beschreibung auch in den Links klingt aber so, dass es gerade kein standardisiertes Verfahren ist, und es wohl deshalb verordnet wird, weil der überweisende Behandler bisher keine Ahnung hat, was nun los ist. Insofern dürfte eine Vergleichbarkeit mit anderen Fällen ausgeschlossen sein. Man probiert eben, und wenn es hilft, ist es gut, wenn nicht, darfst du noch x Runden mehr drehen.
 
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  • #3
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Neurologe heißt doch : Die "Hardware" ist ohne Befund, also muß es die "Software" sein, also das, was man landläufig "psychosomatisch" nennt ... !?!

Das kann alles und nichts sein, und im Prinzip gebe ich Guido recht : Recht hat, wer heilt ! ;-)

Der klassischen "Psychologie" begegne ich indessen mit einiger Skepsis : Sie sucht mir allzu oft nur nach der Ursache, aber nicht nach der Lösung - das reicht nicht : Das ist, wie wenn Du einen Taub-Blinden quer über die Champs Elysée führen willst und ihn irgendwo unterwegs stehen läßt !

Es gibt andere Therapieformen - etwa eine systemische Therapie (http://de.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie) - die genau anders'rum 'rangehen und *LÖSUNGSORIENTIERT* arbeiten. Damit habe ich im Bekanntenkreis schon einige und vor allem um WELTEN schneller durchschlagende Erfolge erlebt : Wofür "klassische" Therapien Monate oder gar Jahre brauchten, benötigten die "Systemiker" Wochen oder Monate.

Jede Methode hat allerdings ihre Grenzen. Nicht jede ich für alle und alles geeignet. Dazu kommt es zu sehr auf den Einzefall an, und ganz wichtig ist auch, daß die "Chemie" zwischen Klient und Therapeut stimmt ! Und bei "echten" seelischen Erkrankungen kann auch die Gabe (und Einnahme !) von (begleitenden) Medikamenten unumgänglich sein.

Als Faustformel würde ich daher auch sagen : Wenn der Klient sich bei einem Therapeuten "gut aufgehoben" fühlt, ist das auch "die/der richtige" !

Gruß,

Joachim.
 
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  • #4
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Wir, die hier antworten kennen natürlich den speziellen Fall nicht.

Aber ich bin insgesamt etwas verwundert, dass die Methode nach Freud mit all ihren Interpretationen noch verschrieben wird. Andererseits weiß ich eben auch nicht, zu welchem Zweck Du Dich in Therapie begeben sollst.

Ich persönlich war einmal in sogenannter "Verhaltenstherapie". Das ist so weit ich weiß auch die Standardtherapie mit der man heutzutage psychische Probleme angeht. Man löst bei einer solchen Therapie nicht das zugrundeliegende Problem sondern gibt dem Patienten lediglich eine andere Sicht der Dinge. Das ist dann sinnvoll, wenn in der Erziehung etwas schiefgelaufen ist, oder wie es bei mir war nach einem traumatischen Erlebnis mit dem man nicht umgehen kann.

Insgesamt kann ich folgendes berichten:
1) Eine Psychotherapie ist etwas sehr langsames. Der Therapeut muss eben den "wunden Punkt" erwischen und das kann dauern. Es kann dann aber ein einzelner Satz des Therapeuten die Sichtweise aufs Leben dermaßen ändern, dass man danach ein anderer viel lebensfroherer Mensch ist. So war es dann bei mir. Meine Probleme selbst wurden leider nicht gelöst ... Aber insgesamt war es für mich eine positive Erfahrung die ich nicht missen möchte.

2) Ich habe die Sitzungen mit meinem Therapeuten immer sehr genossen. In Wahrheit habe ich mich immer schon die ganze Woche darauf gefreut. Das ist glaube ich auch wichtig für den Erfolg. Solltest Du die Sitzungen nicht genießen können, dann würde ich einen Therapeutenwechsel empfehlen und nicht unbedingt die Therapie als solches abzubrechen. Wichtiger Entscheidungspunkt ist, ob Du lieber einen Mann oder eine Frau als Therapeuten haben möchtest.

Psychotherapie ist etwas, wofür sich viele Leute schämen. Aber das ist völliger Blödsinn. Wenn man ein körperliches Gebrechen hat, dann ist es doch selbstverständlich einen Arzt aufzusuchen und wenn man ein psychisches Problem hat, dann sollte es selbstverständlich sein einen Therapeuten aufzusuchen.
Ich war nach einem traumatischen Erlebnis wie paralysiert und nicht mehr wirklich arbeitsfähig. Mir persönlich wurde nie eine Therapie verschrieben aber ich dachte mir, dass ich gerne ein erfolgreiches Leben haben möchte und dazu gehört eine gesunde Psyche. Also habe ich mich in Therapie begeben. Und auch wenn der erste Besuch beim Therapeuten unangenehm war, war er bei weitem nicht so unangenehm wie ein Zahnarztbesuch :)

Ich persönlich gehe mit meinem Psychotherapiebesuch sehr offen um. Und es erstaunt mich wie viele Leute in meinem Bekanntenkreis bereits eine Therapie hatten. Witzigerweise sind das genau die Leute bei denen man es am allerwenigsten vermuten würde. Meist sehr lebensfrohe, unternehmungslustige und soziale Menschen. Und genau so einer bin ich auch geworden auch ohne Medikamente! :)

Also viel Erfolg!
 
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  • #5
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Hallo Monday,

hier eine Beschreibung zu der dir empfohlenen Methode:

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine Abwandlung der klassischen Psychoanalyse, denn sie basiert auf den gleichen Wurzeln. Allerdings gibt es einige wesentliche Unterschiede. Der tiefenpsychologische Ansatz geht von aktuellen psychischen Konflikten aus. Das "Jetzt" ist wichtig. Von da aus werden dann Erinnerungen an Kindheits- und Jugenderlebnisse aufgegriffen mit dem Ziel, die aktuellen Lebenseinstellungen zu verändern. Verschiedene tiefenpsychologische Verfahren beruhen auf diesem Prinzip. Deshalb kann man sagen, dass die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie eigentlich ein Sammelbegriff für diese Verfahren ist. Die Therapie findet immer im Sitzen statt. Der Klient kann Mimik und Gestik des Therapeuten sehen und deuten. So ergibt sich eine mehr alltägliche Gesprächssituation zwischen Therapeut und Klient. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kann in Einzel- oder in Gruppensitzungen durchgeführt werden. Die Sitzungen finden meisten einmal, seltener zweimal wöchentlich statt. Die Dauer beträgt etwa 50 Minuten. Wie lange die Therapie dauert, richtet sich nach den Beschwerden und Bedürfnissen der Klienten. In der Praxis ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie die am häufigsten durchgeführte Form der Psychotherapie. Sie findet Anwendung bei Neurosen, Psychosen, psychosomatischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen.

Ich habe eine systemische Therapie gemacht.
"Symptome, Konflikte oder Krisen sind häufig Ausdruck eines Übergangs von einer Lebens- bzw. Entwicklungsphase in die nächste. Auf diesem Hintergrund werden Symptome oder Störungen nicht als ein individuelles Problem, sondern im Zusammenhang mit dem sozialen Beziehungsnetz des Einzelnen betrachtet.
Dabei werden vorhandene Ressourcen und Stärken genutzt, um neue Lösungen anzustoßen."

Meine therapeutische Begleitung und Unterstützung basierte auf den Grundlagen des systemisch-, ressourcen- und lösungsorientierten Therapiekonzepts und dem tiefenpsychologischen Verstehen und Bearbeiten unbewusster Beziehungs- und Konfliktdynamiken.

In Einzelsitzungen habe ich Zusammenhänge erkennen gelernt, warum ich mich wie in Lebenssituationen verhalte. Dazu wurde zuerst erarbeitet, wo bei mir der Schuh drückt, d.h. welche Themen arbeiten in mir und daraus folgend habe ich meinen Auftrag an die Therapeutin formuliert; es ergab sich ein dringendes Hautpthema und zwei Nebenthemen. Das hat mehrere Sitzungen gedauert. Dann zeigte mir die Therapeutin die möglichen Ursachen auf: es wurde ein Blick auf meine Ursprungsfamilie gelegt, dann haben wir uns meine persönliche Entwicklung und damalige Lebenssituation angeschaut. Parallelen aus beiden Welten habe ich erkannt, mir ging ein Licht nach dem anderen auf. Das war sehr aufwühlend und anstrengend. Zwischendurch ich habe ziemlich blockiert. Die Blockade wurde durch einige Sitzungen mit dem Schwerpunkt Körpertherapie gelöst. Meine Therapeutin hat mich begleitet und mir Wege aufgezeigt, wie ich selbst Lösungen erarbeiten kann, ganz praktisch für den Alltag, für meine Gefühlswelt, für mein Selbstbild ... Ganz allmählich ging es mir besser, alles in allem habe ich 6 Monate (2 Sitzungen pro Woche anfangs, dann 1 Sitzung pro Woche) gebraucht um aus einer desaströsen Lebenslage herauszukommen. Körperliche Symptome sind verschwunden (und bis heute nicht wieder aufgetaucht), ich kann klar sehen, fühle mich gut und habe mich weiterentwickelt. Das ist 10 Jahre her, heute kann ich "immer öfter" gelassen mein Leben leben, weil ich weiß, wer ich bin, was mich ausmacht, wie weit ich mich koordinieren muss/soll/kann, wann ich nein sagen sollte ;-)

Die Suche nach einem Therapeuten/-in ist nicht einfach. Hör dich mal in deinem Bekanntenkreis um, frage deinen Hausarzt. Die erste Stunde ist immer eine Probestunde, dann kannst du entscheiden, ob du dich angenommen fühlst und mit der Therapie beginnen. Wenn du Selbstzahler bist, bitte dies beim ersten Kontakt ansprechen, wenn vom Therapeuten keine Ansage zur Probestunde kommt.
Und nicht gleich hinschmeißen, wenn es unangenehm wird. Es wird manchmal unangenehm und anstrengend - jedoch ist die Aussicht auf Besserung jede Mühe wert.

Viele Grüße Silberlocke
 
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  • #6
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

@monday
Vielleicht ist die Logotherapie von Viktor E. Frankl was für dich. Die puhlen weniger in der Tiefe und haben doch recht schnell die Zusammenhänge klar. Es gibt einige Bücher von ihm. 'Der Seele Heimat ist der Sinn' habe ich gelesen und als sehr wertvoll empfunden.

Alles Gute :)
 
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  • #7
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Therapie - wenn ich das schon höre! Die verdienen sich dumm und dämlich an Problemen, die sich selber lösen können! Überlege dir doch einfach, ob du das wirklich brauchst! Oft hilft da nämlich einfach nur gesunder Menschenverstand!
Wir leben in einer Gesellschaft, wo es "in" ist, eine Therapie zu machen. Die ist nur dann angesagt, wenn die Probleme, die man halt einfach so hat, auch wirklich aus einer psychischen "Krankheit" entstehen. Also, ist es eine "Krankheit" deinerseits, oder entstammen deine Probleme einfach aus der "kranken Gesellschaft"?
 
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  • #8
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Highlander:
Therapie - wenn ich das schon höre! Die verdienen sich dumm und dämlich an Problemen, die sich selber lösen können! Überlege dir doch einfach, ob du das wirklich brauchst! Oft hilft da nämlich einfach nur gesunder Menschenverstand!
Wir leben in einer Gesellschaft, wo es "in" ist, eine Therapie zu machen. Die ist nur dann angesagt, wenn die Probleme, die man halt einfach so hat, auch wirklich aus einer psychischen "Krankheit" entstehen. Also, ist es eine "Krankheit" deinerseits, oder entstammen deine Probleme einfach aus der "kranken Gesellschaft"?

Du hast das herzfest vergessen, Highlander.

(Da sítzt grad ein böses Teufelchen auf meiner Schulter)
 
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  • #9
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von tina*:
Du hast das herzfest vergessen, Highlander.

(Da sítzt grad ein böses Teufelchen auf meiner Schulter)

LOL

Nur für dich! Irgendwie mag ich dich! Du forderst mich zum Nachdenken heraus!
Also nur für dich: Ich wünsche dir einen wundervollen Sonntag, liebe tina!
Herzfest! Deine Highlander =))
 
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  • #10
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Highlander:
Therapie - wenn ich das schon höre! Die verdienen sich dumm und dämlich an Problemen, die sich selber lösen können! Überlege dir doch einfach, ob du das wirklich brauchst! Oft hilft da nämlich einfach nur gesunder Menschenverstand!
Wir leben in einer Gesellschaft, wo es "in" ist, eine Therapie zu machen. Die ist nur dann angesagt, wenn die Probleme, die man halt einfach so hat, auch wirklich aus einer psychischen "Krankheit" entstehen. Also, ist es eine "Krankheit" deinerseits, oder entstammen deine Probleme einfach aus der "kranken Gesellschaft"?

Du vergißt, daß jede (gute !) Therapie "nur" HILFE ZUR SELBSTHLFE ist !

Will sagen : Ein guter Therapeut stellt die richtigen Fragen, auf die der Klient nicht von alleine gekommen ist - die er aber sehr wohl alleine beanworten kann !

Ein Beispiel : Deine Gedanken "drehen sich immer im Kreis", und alleine kommst Du aus disem Teufelskreis nicht mehr raus. Da kann jemand, der mal VON AUSSEN d'raufguckt, äußerst hilfreich sein, wenn man mitunter vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.

Ich gebe Dir recht : Auf dem Gebiet tummeln sich - aleine schon deshalb, weil der Begriff des Psychologen m. W. nicht geschüzt ist - eine Menge Scharlatane und Beutelschneider.

Deswegen kannst Du aber nicht die ganze Branche verteufeln.

Gruß,

Joachim.
 
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  • #11
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Traumichnich:
Deswegen kannst Du aber nicht die ganze Branche verteufeln.

Gruß,

Joachim.

Lieber Joachim!
Tu ich doch auch nicht! Habe ich doch selber schon therapeutische Hilfe in Anspruch genommen! Und zwar sehr gute und professionelle! Denn ich habe zu hören bekommen: Sie reflektieren ihre Situation so gut, dass sie keine Therapie brauchen. Bleiben sie einfach bei sich!
Das ist eine professionelle Beratung und DAS hat mir geholfen! Man kann eine Situation auch einfach zu Tode diskutieren. Oder anders ausgedrückt: Ausnützen!
 
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  • #12
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Hallo,
ich habe mich zu Beginn des vorigen Jahres entschlossen, eine Psychotherapie zu machen. Ich hatte bis dahin selbst erkannt, warum in meinem Leben etwas so oder so verlaufen war, welches die Ursachen dafür waren, weshalb ich ich bestimmte Wege gegangen war und andere nicht. Ich verfügte also über sehr viel Wissen, hatte aber nicht den Eindruck viel damit anfangen zu können.
Auch ich hatte mich für einen Therapeuten entschieden, der auf tiefenpsychologischer Basis arbeitet.
Allerdings hatte ich mich bereits zuvor, mit den unterschiedlichen Analyseformen befasst und ich hatte klare Vorstellungen, wohin dieser Weg mich führen sollte.
Es sind ja immer 30 Sitzungen, die man als Ersttherapie bekommt (5 "Probesitzungen"), um herauszufinden, ob man überhaupt miteinander arbeiten kann, danach 25 Sitzungen.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit (bei Notwendigkeit) die Therapie weiter zu führen.
Ich hatte nach diesen 30 Sitzungen beschlossen, dass dies für mich genug war, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Meinung war, mein Therapeut hätte mir nichts mehr zu geben.
Alle Themen waren bearbeitet.
Ich hatte mich ja hinlänglich mit meiner Vergangenheit, insbesonderem meiner Kindheit auseinandergesetzt, dies allerdings nur auf rein mentaler Ebene. In den Sitzungen ging es darum, sich den damit verbundenen Gefühlen zu stellen. Dies war in manchen Fällen sehr, sehr hart.
Ich kann für mich sagen, es war gut, diese Therapie gemacht zu haben.

Es gibt ja Gründe, weshalb Dein Arzt Dir rät, einen solchen Weg zu gehen. Ich glaube nicht, dass diese Behandlungen nur aus rein finanziellen Aspekten verordnet werden.
Ob nun allerdings eine Therapie auf tiefenpsychologischer Basis für Dich die richtige ist, vermag hier wohl niemand einzuschätzen.
Letztendlich wirst Du wohl Deinem Arzt vertrauen müssen.
Und, wie bereits geschrieben, wird in den ersten fünf Sitzungen abgeklärt, ob Du und Dein Therapeut "zusammenpassen" und es wird sicherlich auch darum gehen, ob diese Art der Therapie überhaupt die geeignete für Dich ist.
Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg.
 
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  • #13
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von monday:
Hallo Zusammen!
Ich wollte nachfragen, wer von Euch schon alles eine Therapie gemacht hat und wie es Euch ergangen ist oder wie es Euch jetzt geht. Vielleicht könnte jemand mir was dazu sagen, da wir ja fast alle anonym sind. Ich soll laut meinem Neurologen zu einem Tiefenpsychotherapeuten.Er arbeitet nach Freud. Ich habe jedoch noch bedenken und bei diesem Gedanken spüre ich Taubheit am Köper, so als ob mich jemand festhalten würde. Kann mir jemand helfen? Liebe Grüsse, Monday

hallo monday,
ich habe in etwa das gemacht, wozu man dir jetzt rät. an den tiefenpsychologischen (oder psychodynamischen) therapierichtungen schätze ich die behutsamkeit und die gründlichkeit, die durch den längeren zeitraum bzw. dichtere (als im vgl. zu anderen behandlungsmethoden) frequenz möglich ist. 'tiefe' bedeutet nicht wie weithin angenommen, dass du ständig über die kindheit redest, sondern, dass du dir deine gedanken und gefühle und vor allem deiner innerlichen konfliktreichen gegensätzlichkeiten/ ambivalenzen (die sich in verhalten äußern) und dann zu krankheitssymptomen führen (können), bewußt machst und - ganz wichtig - in dieser methode erlebst. (ebenso wie deine art 'beziehung' zu gestalten; was du mittels der therapeutischen beziehung erlebst und reflektierst) 'tiefe' bedeutet in dem sinn also ein eintauchen in deine innere welt, im vergleich zu anderen verfahren unternimmst du sozusagen eine weltreise, dafür hast du dann auch wirklich viel gesehen :). du - bzw. dein leidensdruck und deine neugier - entscheidest, ob du diese art von therapie machen willst. du kannst dich ja über die verschiedenen ansätze schlau machen: z.b. www.psyonline.at (das gilt aber in teilbereichen speziell für ö; in d gibt es weniger anerkannte therapieverfahren); wichtiger als die jeweilige schule erachte ich die passung zwischen dir und deinem therapeuten/in: sympathie und vertrauen. das kannst du über vor- bzw. erstgespräche herausfinden. hilfreich ist auch, wenn du freunde/ bekannte hast, auf deren meinung du wert legst, und die dir jemanden empfehlen können.
hast du eigentlich deinen neurologen gefragt, warum er dir gerade diese therapierichtung empfohlen hat?
zum schluss: ich selbst bin unendlich dankbar für diese erfahrung. es hat mich von vielem befreit; meine möglichkeiten mit mir, anderen, dem leben an sich gut umgehen zu können, enorm erweitert; also hab nicht soviel angst - auch wenn der prozess zum teil auch schmerzhaft ist, kann er sehr heilend sein (für wunden, die nicht von selbst heilen, sondern immer wieder aufreißen). alles gute!

ps: ich ergänze noch was: psychoanalytiker arbeiten heutzutage nicht 'wie freud' und ausschließlich 'nach freuds' theorien. wer die freudianische analyse um 1900 mit moderner psychoanalyse bzw. psychoanalytischer psychotherapie gleichsetzt und abwertet, gibt zu erkennen, wie wenig er darüber weiß UND gleichzeitig aber groß darüber tönt.
 
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  • #15
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von monday:
Hallo Zusammen!
Ich wollte nachfragen, wer von Euch schon alles eine Therapie gemacht hat und wie es Euch ergangen ist oder wie es Euch jetzt geht. Vielleicht könnte jemand mir was dazu sagen, da wir ja fast alle anonym sind. Ich soll laut meinem Neurologen zu einem Tiefenpsychotherapeuten.Er arbeitet nach Freud. Ich habe jedoch noch bedenken und bei diesem Gedanken spüre ich Taubheit am Köper, so als ob mich jemand festhalten würde. Kann mir jemand helfen? Liebe Grüsse, Monday

Hallo Monday, Ich habe nur deinen Einstieg gelesen und den Rest überflogen, dass einige dir schon geraten haben.
Als Therapeutin und langjähriges Mitglied des Dachverbandes Xund in der Schweiz, http://www.xund.ch/d/ der die Seriosität der Methoden überprüft und dann die Methoden aufnimmt. Ich weiss nicht wo du wohnst aber es gibt ähnliche Organisation rundum. Ich werde ich hier nicht ins Blaue eine Therapie empfehlen, sondern rate dir, auf deinen Körper zu hören. Er reagiert bei der Vorstellung einer Tiefenpsychologie bereits.
Es scheinen mir jedoch eher allgemein Ängste vor einer Therapie zu sein. Wenn du diese nur bedingt hast (was normal ist), dann sind es gefühlte Widerstände vor dieser Therapieform.Letzteres kann ich gut nachvollziehen. Eine freudsche Therapie kann sehr einseitig sein, kombiniert mit modernerem Wissen mit welchem sich ein Therpeut weitergebildet hat hilfreicher. Ich bin keine Anhängerin von Freud und finde seine Ansätze überholt.

Es ist also wichtig, dass du auf deinen Körper hörst, Vertrauen findest, dass der empfohlene Weg dir weiterhilft und dann können es viele Richtungen sein. Jede Therapie hat gute Ansätze und ich bin vor, während und nach meiner Ausbildung, als ich bereits mit Menschen arbeitete, immer wieder zum eigenen Wohlbefinden und auch Coaching gegangen und würde mich auch heute noch einem zuwenden, fände ich die Antworten nicht meistens selbst.
Alles Liebe
Satjamira
 
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  • #16
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Satjamira:
Als Therapeutin und langjähriges Mitglied des Dachverbandes Xund in der Schweiz, http://www.xund.ch/d/ der die Seriosität der Methoden überprüft und dann die Methoden aufnimmt.
wir sprechen hier von psycho(!)therapie.
ich hab es jetzt auf die schnelle gegoogelt: für psychotherapie gibt es in der schweiz 4 zuständige verbände (schweizer charta für psychotherapie, schweizer berufsband für angewandte psychologie, assoziation schweizer psychotherapeutInnen, förderation schweizer psychologen), die für methodenanerkennung und qualitätssicherung zuständig sind.
unter dem dachverband 'Xund.ch" finde ich unter der bezeichnung "komplementär.therapie" ansätze von ayurveda über atlaslogie, aquatische körperarbeit usw. bis hin zu rebalancing, rolfing u.ä. - das ist alles keine psychotherapie, im besten fall nette wellness oder selbsterfahrung; im schlechtesten fall esoterischer schwurbel, der auf unwissenschaftlicher basis menschen mit psychischen krankheiten schaden zufügt.

ich ergänze: körpertherapeutische verfahren können sinnvoll sein (zum beispiel als begleitend zu einer psychotherapie als zusätzliche zugangsform), wenn der anwendende nicht den anspruch stellt, damit psychische erkrankungen zu behandeln/ und auch erkennen kann, wo und bei wem seine methode grenzen hat und er jemanden anderen beiziehen muss.
 
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  • #17
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Hallo Monday,

ich finde ja immer, jeder sollte sich als erstes für sich überlegen, ob er eine Therapie machen möchte oder nicht. Ein Arzt kann mir nur den Rat/Tipp geben, es zu versuchen. Jedoch muss ich mich entscheiden, ob ich es möchte. Werde ich nur vom Arzt geschickt und habe ein schlechtes Gefühl dabei, wird es nicht gerade von Erfolg gekrönt werden.
Von daher ist es doch sinnvoll sich damit zu beschäftigen, was es alles an verschiedenen Therapieformen gibt. Genau das machst Du hier ja gerade und es wurde auch schon einiges hier benannt. Horche in Dich rein, was Dich ansprechen könnte, bzw. was Dir Mut machen könnte, diesen Weg einschlagen zu können. Wenn Du das konkreter hast, wirst Du sicherlich auch weitere konkretere Antworten zusätzlich bekommen können. Ich würde Dir empfehlen, überprüfe doch erstmal Deine Bereitschaft, Deine Bedenken, Deine Körperlichen Symptome und was Du Dir von einer Therapie erwartest. Und welche Möglichkeiten für Dich sonst noch in Betracht kämen. Das ist auch ein Kriterium. Denn wie von „nuit“ angesprochen, gibt es auch Körpertherapeutische Verfahren. Du siehst die Vielfältigkeit von verschiedenen Therapien. Wieso Dein Arzt Dir die Tiefenpsychologie nach Freud empfiehlt, musst Du ihn wohl selber fragen.
Einige Therapieformen haben die Foristen hier schon benannt. Google sie doch mal und lies sie Dir durch und was Dich anspricht, darüber informierst Du Dich genauer, um Deine Bedenken evtl zu schmälern. Letztendlich musst Du es dann ausprobieren. Alles Gute wünsche ich Dir.
 
A

authentisch_gelöscht

  • #18
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Highlander:
Therapie - wenn ich das schon höre! Die verdienen sich dumm und dämlich an Problemen, die sich selber lösen können! Überlege dir doch einfach, ob du das wirklich brauchst! Oft hilft da nämlich einfach nur gesunder Menschenverstand!
Wir leben in einer Gesellschaft, wo es "in" ist, eine Therapie zu machen. Die ist nur dann angesagt, wenn die Probleme, die man halt einfach so hat, auch wirklich aus einer psychischen "Krankheit" entstehen. Also, ist es eine "Krankheit" deinerseits, oder entstammen deine Probleme einfach aus der "kranken Gesellschaft"?

@Highlander
Warum reagierst du da so empfindlich?
Hast du selbst negative Erfahrungen mit einer Therapie gemacht, oder entspringt es einer Haltung, in der es als negativ angesehen wird, Hilfe zu suchen?
Auch wenn das Problem einer kranken Gesellschaft entspringt, so kann eine Therapie doch helfen, besser mit dieser Gesellschaft umzugehen, auf eine Weise, die uns entspricht und die uns gesund macht oder gesund hält. Auch Medikamente würde ich nicht pauschal verteufeln, obschon psychische Probleme natürlich nicht rein mit Medikamenten behandelt werden sollten. Aber es kann Zeiten geben, wo Medikamente durchaus hilfreich sind, wo sie einem die Chance geben, am und im Leben zu bleiben, z.B. bei Menschen, die psychotisch sind und vielleicht auch bei anderen Krankheiten. Aber weder eine Therapie noch Medikamente an sich können auf einfache Weise heilen, es braucht vor allem die Bereitschaft, an sich und seinen Haltungen zu arbeiten, vielleicht sein Leben umzustellen, aktiv nach Freundschaften zu streben und diese zu pflegen, eine Arbeit zu suchen, die als eine sinnvolle Herausforderung empfunden wird, aber weder eine Über- noch eine Unterforderung darstellt etc. Ausserdem kann man nicht immer, wenn es keine Heilung gibt, diese Tatsache dem Therapeuten/der Therapeutin oder der Psychologie/Psychiatrie generell anlasten. Wer lastet es etwa einem Onkologen/einer Onkologin an, wenn es krebskranke PatientInnen gibt, die nicht geheilt werden können? Ich finde, das ist genau dasselbe.

Es ist überhaupt keine Schande, in eine Therapie zu gehen, im Gegenteil, es zeugt davon, dass frau bereit ist, für sich Verantwortung zu übernehmen und an sich zu arbeiten.

Ein guter Therapeut/eine gute Therapeutin begleitet auf diesem Weg und gibt Anregungen, gibt vielleicht Sicherheit und Rückhalt in schwierigen Zeiten. Es ist aber natürlich wichtig, die richtige Person und die richtige Art von Therapie zu finden, und das ist nicht immer so einfach. Wichtig ist, auf seine Empfindungen dazu zu vertrauen und es zu wagen, eine neue Therapeutin/einen neuen Therapeuten zu suchen, wenn frau ein schlechtes Gefühl bekommt.
Manchmal kann es lange dauern, bis es einem besser geht. Aber es ist wichtig, die Hoffnung nie aufzugeben, und - je nach aktueller Phase, in der man sich befindet - mehr oder weniger an diesem Thema zu arbeiten. Es ist nämlich auch wichtig, ob der Therapie das Leben nicht zu vergessen!

Liebe monday, ich wünsche dir von Herzen alles Gute! Glaub an dich!
 
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  • #19
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von nuit:
wir sprechen hier von psycho(!)therapie.
ich hab es jetzt auf die schnelle gegoogelt: für psychotherapie gibt es in der schweiz 4 zuständige verbände (schweizer charta für psychotherapie, schweizer berufsband für angewandte psychologie, assoziation schweizer psychotherapeutInnen, förderation schweizer psychologen), die für methodenanerkennung und qualitätssicherung zuständig sind.
unter dem dachverband 'Xund.ch" finde ich unter der bezeichnung "komplementär.therapie" ansätze von ayurveda über atlaslogie, aquatische körperarbeit usw. bis hin zu rebalancing, rolfing u.ä. - das ist alles keine psychotherapie, im besten fall nette wellness oder selbsterfahrung; im schlechtesten fall esoterischer schwurbel, der auf unwissenschaftlicher basis menschen mit psychischen krankheiten schaden zufügt.

ich ergänze: körpertherapeutische verfahren können sinnvoll sein (zum beispiel als begleitend zu einer psychotherapie als zusätzliche zugangsform), wenn der anwendende nicht den anspruch stellt, damit psychische erkrankungen zu behandeln/ und auch erkennen kann, wo und bei wem seine methode grenzen hat und er jemanden anderen beiziehen muss.

Liebe nuit, danke, dass du dich orientiert hast. Mein Schwiegervater ist Psychologe im ausgebildeten diplomierten Sinne, und war sicher ein guter ohne Zweifel. Es gibt gute Psychologen und solche die vor lauter Theorie, den Menschen als fühlendes Individuum vergessen. Da spielt sich viel mental ab, was nicht unbedingt für jedermann hilfreich ist.

Es gibt schon länger in der Schweiz gesetzliche Bestrebungen, die Psychologen Charta mit derjenigen der Naturheilärzte und komplementär Therapien zu verbinden. Was hinderlich ist, dass die Grundlagen der Ausbildungen, wie Unistudium oder die medizinischen Kenntnisse eines Arztes oder einer Krankenschwester Voraussetzung wären.

Manchmal ist der Einstieg über eine körperorientierte Therapie gut als Einstieg, manchmal ist sie ergänzend oder genügt sogar. Was ich eher kontraproduktiv finde ist eine Psychoanalyse.
Die Schulen meiner Ausbildung haben den Gesprächstherapeutischen Ansatz hoch gewichtet . Eine Ausbildung die mindestesn 3 Jahre dauert kann nicht Wellness gleichgesetzt werden.
Tatsächlich gibt es Methoden vom DVXund die ich nicht nutzen würde, wie die von dir erwähnte Atlaslogie, doch das liegt bei jedem einzelnen wofür er sich entscheidet. Mehrere der angeschlossenen Therapierichtungen haben inzwischen die Gesprächsbegleitung auch eingeführt.


Was mich angelangt: Ich habe mich der körperorientierten Psychologie zugewandt, als ich nicht mehr weiter wusste, depressiv wurde und mich körperlich langsam wie ein Wrack fühlte. Damals war ich 29 Jahre alt. Die einzige Therapie die mir half die Familienmuster und Prägungen verdeutlichen zu können und darüber hinauszuwachsen, war als sie körperorientiert war und gesprächsbegleitend. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich dann selbst diese Ausbildung gemacht und 15 Jahre praktiziert, bis mein Weg ein anderer wurde.
 
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  • #20
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

@ satjamira,
gut, dass du für dich einen weg aus deiner depression gefunden hast.
ich finde es auch ok, wenn jemand mittels tarotkarten, energiesteinen, engelsenergie, astralfotografie u.ä. eine psychische krise bewältigt. hauptsache, es hilft.
was ich nicht ok finde, sondern darüber hinaus grob fahrlässig, ist einem anderem leidenden menschen (unter dem deckmantel von pseudokompetenz) dies zu empfehlen. und das hauptproblem bei all diesen esoterischen behandlungstanten ist, dass sie eine psychische erkrankung nicht erkennen, wenn sie eine vor sich haben, dafür aber mit viel "mitgefühl" wissen, was das beste ist. "gesetzliche bestrebungen" - streben kann man nach vielem. solange es nicht legitimiert ist, ist es (kur)pfuscherei.
(daneben gibt es tatsächlich auch ausgebildete in körpertherapie und körperpsychotherapie, die ihre methode genau in dem bereich, für den sie ausgebildet korrekt, anwenden).

im namen von luft, liebe, licht und sachwissen, nuit
 
S

Sid_geloescht

  • #21
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

@nuit
Danke für Deinen Einsatz
 
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  • #22
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Liebe monday,

mach dir nicht so viele Gedanken darüber was andere davon halten könnten, wenn du eine Therapie machst. Du wärst überrascht, wie viele schon einmal in psychologischer Behandlung waren.
Ich bin seit etwa 2 Jahren in psychologischer Behandlung. Am Anfang war ich in stationärer Behandlung mit verhaltenstherapeutischen Ansatz, jetzt bin ich ambulant bei einer Tiefenpsychologin.
Mir persönlich gefällt der tiefenpsychologische Ansatz besser, da ich mich dadurch besser verstehe. Wie dir andere hier schon geraten haben, guck einfach im Internet was es für Therapieformen gibt und welche du dir bei dir am besten vorstellen kannst.
Am wichtigstens finde ich aber, dass du das Gefühl hast deinem Therapeuten alles sagen zu können und dich dort gut aufgehoben fühlst. Dafür hast du am Anfang einige Sitzungen um für dich zu prüfen, ob die Chemie mit dem Therapeuten stimmt und ob dir der Therapieansatz zusagt und auch der Therapeut kann gucken, ob er dir helfen kann.
Jeder Therapeut hat eine andere Herangehensweise (selbst wenn sie Tiefen- oder Verhaltenstherapeuten sind). In einer Probesitzung meinte eine Psychologin zum Beispiel zu mir, dass sie viel mit Bildern arbeitet, meine jetztige Psychologin hat am Anfang viel mit Videoaufnahmen gearbeitet.

Ich wünsche dir viel Kraft für deine Therapie.
 
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  • #23
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Die Probesitzungen können auch aus anderem Grund wichtig sein. Nicht nur, ob man als Patient mit dem Therapeuten zurecht kommt. Auch umgekehrtes kann passieren.
Ich hatte im Rahmen eine Chemotherapie eine durch das Medikament ausgelöste Depression. Als mir deshalb eine begleitende Psychotherapie empfohlen wurde, lehnte die erste Therapeutin von sich aus die Behandlung nach einer Probesitzung ab. Aus dem Grund, weil sie keine Erfahrung mit Depressionen hatte, die durch Medikamente als Nebenwirkung ausgelöst werden.
 
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  • #24
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Wurde dir ein konkreter Psychotherapeut empfohlen? Oftmals haben Ärzte ja so ihre "Lieblinge", an die man dann die Klienten schickt. Ist aber eh egal, weil du sowieso 5-8 Probesitzungen hast... und erst dann muss der Therapeut den Behandlungsplan erstellen und einreichen. Von daher kannst du es in Ruhe ausprobieren und schauen, ob es passt.

In Deutschland sind m.E. bei den Krankenkassen nur Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie anerkannt. Alles andere wird nicht von der Kasse übernommen - aber das betrifft nur die Abrechnung. Letztlich ist das unabhängig von der eigentlichen Therapie: Du kannst also schauen, was der Therapeut an Zusatzqualifikationen hat und darauf zurückgreifen. Es wird dann einfach als etwas anderes abgerechnet. ;)

Generell haben die 3 Therapieformen schon ihre Berechtigung. Du hast leider nicht geschrieben, mit welcher Diagnose du zum Psychotherapeuten gehen sollst. Z.B. würde ich bei einer spezifischen Phobie ganz stark Verhaltenstherapie empfehlen - weil es leichter kaum noch geht (das sollte dann selbst der Hausmeister als Therapeut schaffen :p). Also schaue doch einfach mal anhand der Diagnose (falls dein Neurologe schon eine grobe Idee hat?!), was da jeweils empfohlen wird. Aber: Sei vorsichtig mit den Sachen, die da z.T. empfohlen werden. Leider ist das ein Gebiet, auf dem sich jeder für kompetent hält, weshalb sehr viel Unsinn verkündet wird. :/

Ich glaube, dass der PID recht unabhängig und gut war. Eventuell kann man da nochmals nachfragen: http://www.psychotherapiesuche.de

Alles Gute dir. :)
 
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  • #25
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

hallo sid, ich fänd`s auch schön von dir wieder mehr zu lesen. (über strukturniveau oder unterlack :)).
 
W

winzling_geloescht

  • #26
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Sid:

Kann es sein, dass es dir beim Lesen dieses Threads genauso geht wie mir? Ich weiß grad nicht, warum mich dieses Gefühl beschleicht, aber ich schließ mich dir der Einfachheit halber einfach mal an. Und freu mich ein weiteres Mal, dass nuit sich nicht abmelden darf.

Liebe monday, hast du schon herausgefunden, wovor du da Angst hast? Das würde mich bei deiner Fragestellung sehr interessieren. Natürlich nur, wenn du dazu etwas schreiben magst. Wenn nicht, wär's auch okay.
 
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  • #27
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von nuit:
@ satjamira,
gut, dass du für dich einen weg aus deiner depression gefunden hast.
ich finde es auch ok, wenn jemand mittels tarotkarten, energiesteinen, engelsenergie, astralfotografie u.ä. eine psychische krise bewältigt. hauptsache, es hilft.
was ich nicht ok finde, sondern darüber hinaus grob fahrlässig, ist einem anderem leidenden menschen (unter dem deckmantel von pseudokompetenz) dies zu empfehlen.

im namen von luft, liebe, licht und sachwissen, nuit

Nuit, interessant, dass du so gut über mich Bescheid weisst.Somit auch, dass ich über 15 Jahre in einer Zürcher Arztpraxis Menschen zugewiesen bekommmen habe, die wegen verschiedenster psychischer und gesundheitlicher Problem zu mir in Behandlung waren und meine Behandlungen/inkl. Beratungen wurden von der Krankenkasse getragen, ebenso Seminare die ich gab. Dies nur mal nebenbei punkto Pseudowissen erwähnt.

Ich habe zu nichts Konkretem geraten oder abgeraten, wie es einige getan haben, sondern weitere Möglichkeiten erwähnt, was ebenso ein Einstieg sein könnte, falls die Vorstellung von einem Psychologen "auseinandergenommen zu werden" zu starke Ängste verursacht, denn das ist es was ich wahrnehme.
 
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  • #28
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Zitat von Satjamira:
Ich habe zu nichts Konkretem geraten oder abgeraten,
doch:
Zitat von Satjamira:
Manchmal ist der Einstieg über eine körperorientierte Therapie gut als Einstieg, manchmal ist sie ergänzend oder genügt sogar. Was ich eher kontraproduktiv finde ist eine Psychoanalyse.
unter verweis auf deine pseudokompetenz:
Zitat von Satjamira:
Als Therapeutin und langjähriges Mitglied des Dachverbandes Xund in der Schweiz, http://www.xund.ch/d/ der die Seriosität der Methoden überprüft
pseudo, da es im anliegen der to um psychotherapie ging. dein eigener verweis auf den angeführten dachverband (wie die 'zuweisungen' von diversen badern) soll vielleicht kompetenz simulieren, disqualifiziert dich - wie oben bereits geschrieben - aber; hindert dich aber nicht an folgender aussage:
Zitat von Satjamira:
Eine freudsche Therapie kann sehr einseitig sein, kombiniert mit modernerem Wissen mit welchem sich ein Therpeut weitergebildet hat hilfreicher. Ich bin keine Anhängerin von Freud und finde seine Ansätze überholt.
ah eh ;).

esoteriktanten und schamanenonkel sind mir normalerweise wurst, außer sie raten jemandem, der von seinem neurologen (achtung: hinweis auf ein ernsteres problem) eine psychotherapie empfohlen bekam, davon ab und (ihre) schwindligen methoden an.

ps: kann das sein, dass du mit diesem nick in verschiedenen foren unterwegs bist? faszinierend. ;)
 
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  • #29
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Bin seit fast 3 Jahren bei einer psychologischen Psychotherapeutin in der Verhaltenstherapie und die ist nach nun über 80 Stunden demnächst zu Ende. Sie wähnte mich auf einem guten Weg, teilweise wurden die Gespräche auch mit der Partnerin geführt. Das letzte Gespräch 3 Wochen vor der Trennung nach über 2 Jahrzehnten...

Vieles habe ich mit Erfolg bewältigen können, neue Baustellen sind aber hinzu gekommen. Habe aufgehört zu leben (unter Menschen zu gehen) und mich verkrochen bzw. in irgendwelche Hobbies exzessiv geflüchtet.

Heute bereue ich mein Verhalten und habe es radikal geändert, aber aktuell ist es mit der Beziehung nicht mehr zu retten. Vielleicht kann die Trennung auch wieder bedeuten, irgendwann Nähe zu wollen. Leider fischt sie aber schon wieder im See (sie weiß nicht, dass mir das bekannt ist) und aufgrund dieser Tatsache lasse ich mich völlig gehen mit allem, was man(n) so hat für die Trauerbewältigung. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mit wirklich sehr vielen Menschen darüber gesprochen habe, und da waren z. T. nur Bekannte dabei. Gefruchtet hat das alles bisher nichts.

Mein Arbeitgeber weiß von meiner Situation, ohne seine Unterstützung wäre ich wahrscheinlich nicht mehr auf Erden. Trennung und Job los wäre wohl mein Untergang gewesen.

Meine Therapeutin riet mir darauf hin zu einem stationären Aufenthalt in einer psycho-somatischen Klinik, selbst mein bester Freund machte diesen Vorschlag und der kann aus persönlicher Erfahrung sprechen. Leider ist Jack Daniels derzeit immer noch stärker als alle anderen :-(

Einzige Möglichkeit für eine Weiterführung wäre nur noch ein Kassenwechsel.

Irgendwie bin ich da jetzt etwas abgedriftet, aber vom Grundsatz ist eine Therapie schon gut. Man muss sich halt auch selber ändern wollen.
 
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  • #30
AW: Therapie Erfahrungen gesucht

Hallo Ihr lieben!
Ich danke Euch allen für Eure Beiträge. Ich brauchte nur etwas Auszeit vom Internet. Recht herzlichen Dank an Alle, die mir ihre Lebensgeschichten und Mut zugesprochen haben. Ich kann jetzt nicht auf jeden einzelnen Beitrag zurück greifen,denn es sind ja viele. Ich bemühe mich einpaar Fragen zu beantwortet.
Also, es ist so, dass ich sehr viel negatives in meiner Vergangenheit erlebt habe und eine "Meisterin des Verdrängens" bin. Jedoch passieren immer wieder Situationen wo ich nicht weiss, warum ich dann so handle oder Angst habe. Die Neurologin gab mir eine Nr.der Zentrale für diese Ärzte und meinte Mefikamente wären vorrübergehend gut. Ich nehme sie aber nicht. Ich habe Angst davor. Auch habe ich Angst vor der Therapie, weil ich befürchte etwas schlimmes ist mir mal passiert. Ich müsste es erfahren, denn ich newege mich wie im Hamsterrad. Jetzt habe ich meine über 20 Jahre alten Tagebücher rausgeholt und hab mich sehr gewundert und viel geweint. Obwohl es von mir ist, kann ich texte nicht nachvollziehen. Als ob es fremd wäre. Sätze von einem Kind wo drinnen steht es will Tod sein. Das ist nicht normal, nur warum steht nicht drinnen. Ich werde in den sauren Apfel beissen müssen und das ohne viel realer Unterstützung. Ich suche auch den Grund, warum ich Gewalt in der langen Beziehung erduldet habe. All das ist macht mich zu einem "Wrack". Ich hoffe ich konnte einige Fragen beantworten.