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  • #46
Man stelle sich vor, das überall zu lesende Umsichfortzupflanzentheorem gehe einfach auf Böhmermann zurück, der das mal als Scherz in die Welt gesetzt hat und alle habens abgeschrieben. Was würde sich ändern?
Eigentlich nichts.
 
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  • #47
Es gibt einige Theorien über den Sinn von Gemeinschaften. Die für mich plausibelste ist das Motiv der Vergesellschaftung von Lebensrisiken.
Eine Horde tut sich nicht zusammen, weil sie sich so mag, sondern weil es das Überleben sichert. Stark vereinfacht und verkürzt. Daraus entsteht dann das, was allgemein als Kultur bezeichnet wird, Wirtschaft, Künste, Handwerk usw.
Die Paarbildung ordnet sich dabei nicht einem Fortpflanzungsideal unter.
Grundsätzlich ist es aber so, dass Modelle nicht ohne weiteres übertragbar sind. Das Fischschwarmmodell, z.B., ist nur im dortigen Biotop vorteilhaft, nicht in der Wüste oder im 35. Stock.
Auch nur für eine Art, Gattung von Lebewesen. Das Motiv ist aber immer das genannte.
Unsinnig ist die Behauptung, es habe ursprünglich mit Chemie zu tun. Der chemische Prozeß ist selbstverständlich eine Entsprechung, mehr aber nicht.
 
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  • #48
Und vielleicht ketzerisch, mit Liebe hat es auch nichts zu tun. Es sei denn, man bezeichnet Liebe als Notwendigkeit. Sie hat m.E. mehr mit Bedürftigkeit zu tun. Das kann man werten, muss es aber nicht. Bedürftigkeit ist ein kosmologisches Gesetz.
 
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  • #49
Zitat von Butte:
Rosen bleiben schön, auch während sie welken.


Die Natur treibt ja gerne auch mal einen Spaß. Also etwa Anziehungsmuster auf Versprechen von Unmöglichem beruhen zu lassen.
Interessant wird es, wenn dann die Menschen kommen mit ihrer Vorliebe des "um zu". Im Forum ist das beliebteste um zu ja das "um zu helfen". In der (Sofa)Biologie ist es das "um sich fortzupflanzen". Was da auf den ersten Blick nicht so paßt, muß passend gemacht werden. Was kein direktes Umzu hat, ist zumindest ein halt immer mal wieder auftretendes Abfallprodukt eines fremden Umzuprozesses.
Der Natur kann es ja auch egal sein. Sie bringt z.B. auch Hefepilze hervor. Diese siedeln sich irgenwo an und konsumieren und vermehren sich dort so lange, bis entweder ihre Lebensgrundlage wegkonsumiert ist oder sie an ihren eigenen Stoffwechselendprodukten zugrunde gehen.

Wenn die Natur aber etwas hervorbringt, was (auf Dauer) nicht funktioniert, dann gibt es davon (irgendwann) keine Nachkommen (mehr), folglich wird es auch nicht weiter vererbt.

Flexibilität bei der Anpassungsfähigkeit ist anscheinend einfach nur ein funktionierendes Konzept.
 
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  • #50
Zitat von chiller7:
Vielleicht findet sich jemand, der ein endcooles parapsychologisches Video oder einen Zeitungsartikel einer Schmonzgazette verlinkt, dann könnte man das wissenschaftlich aufdröseln. Nach Taillen-Beckenverhältnis und so, seelischem Gleichgewicht et cetera et cetera et cetera.
Wer suchet der findet und wer nicht will der hat.
 
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  • #51
Zitat von t.b.d.:
Rosen bleiben schön, auch während sie welken.
Sie welket, weil sie welket.

Der Natur kann es ja auch egal sein. Sie bringt z.B. auch Hefepilze hervor. Diese siedeln sich irgenwo an und konsumieren und vermehren sich dort so lange, bis entweder ihre Lebensgrundlage wegkonsumiert ist oder sie an ihren eigenen Stoffwechselendprodukten zugrunde gehen.

Wenn die Natur aber etwas hervorbringt, was (auf Dauer) nicht funktioniert, dann gibt es davon (irgendwann) keine Nachkommen (mehr), folglich wird es auch nicht weiter vererbt.

Flexibilität bei der Anpassungsfähigkeit ist anscheinend einfach nur ein funktionierendes Konzept.
Eher umgekehrt. Wenn es etwas auf Dauer gibt, dann nennen wir das wohl funktionieren.
Die Natur kümmert sich selbst nicht ums Funktionieren, sie kennt weder Funktion noch Norm. Das ist keine Kategorie für sie, weder das Funktionieren noch das Nichtfunktionieren, weder Regeln noch Ausnahmen. Es gibt einfach, was es gibt. Unter anderem Homosexuelle, die sich nicht fortpflanzen.
 
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  • #52
Eben. Die Interaktion mit "der Natur" (das wäre auch eine Begriffsklärung vonnöten) folgt keinem Trial-and-error-Prinzip, das eine höhere Ordnung nachzuvollziehen hätte. Die Vielgestaltigkeit beruht nicht auf der Anbetung oder Unterwerfung. Beide können Bestandteile sein, um Bindung zu festigen, Ausgestaltung zu ermöglichen. Bedingung ist es nicht. Es würde auch dem Wesen der Freiheit widersprechen.

Lebensraum und Person sind immer eine individuelle Entscheidung, dessen Gänze nicht in allen Facetten erkennbar ist und eine intellektuelle Überforderung darstellt.
Aber der Bär ist schon ein Bär, weil er das sein möchte und nicht weil die Natur ihn dazu zwingt.
 
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  • #53
Zitat von Butte:
"Nach dem Untergang des Römischen Reiches haben nur die widerstandsfähigsten Rosen überlebt."


Eher umgekehrt. Wenn es etwas auf Dauer gibt, dann nennen wir das wohl funktionieren.
Die Natur kümmert sich selbst nicht ums Funktionieren, sie kennt weder Funktion noch Norm. Das ist keine Kategorie für sie, weder das Funktionieren noch das Nichtfunktionieren, weder Regeln noch Ausnahmen. Es gibt einfach, was es gibt. Unter anderem Homosexuelle, die sich nicht fortpflanzen.
Wir nennen es Natur und wir nennen es funktionieren. Vermutlich weiß die Natur nicht einmal dass es sie gibt... oder uns.... und sicher hat die Natur auch keinen Willen in Form einer verbalen Äußerung oder eines Testament.

Es gibt aber Gesetzmäßigkeiten, die alles zulassen was ihnen nicht zuwiderläuft. Diese Naturgesetze (ob wir sie nun kennen und benennen können oder nicht) bilden den Rahmen dessen was möglich ist und was nicht. Vielschichtig, verschachtelt, voneinander abhängig, aufeinander aufbauend.

Oder die ganze Erde ist ein Supercomputer der im Auftrag der Mäuse gebaut wurde um die richtige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest zu finden. In diesem Fall wäre der Mond vermutlich aus Käse um den weitgereisten Mäusen als Wegzehrung zu dienen.
 
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  • #54
Wer ist wir? Und Du verwendest sehr häufig den Begriff "Natur", ohne zu erklären, was Du darunter verstehst.
 
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  • #55
Wenn Du Dich auf "die Naturwissenschaften" berufst, so geben diese nur den Stand der Kenntnisse wieder, nicht eine allumfassende Wahrheit.
Auch möchte ich zu Bedenken geben, dass es innerhalb der Naturwissenschaften sehr konträre Ansichten und Forschungsergebnisse gibt.
Keinesfalls jedoch sollten da die Religion und die Esoterik andocken. Beides machen es gerne, Dinge zu erklären, für die die Wissenschaft keine hat.
Vieles weiß man halt nicht. Vielleicht ist das auch gut so.
Schön wäre es, wenn die Naturwissenschaften sich ein wenig an die Gepflogenheiten der Geisteswissenschaften halten würde. Dialektik, zum Beispiel. Und nicht bei jedem Fund gleich noch die Moral mitliefert. Was bleibt denn dann dem Handwerk.
 
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  • #56
Zitat von chiller7:
Wer ist wir? Und Du verwendest sehr häufig den Begriff "Natur", ohne zu erklären, was Du darunter verstehst.

Gespräche sind recht mühsam wenn die Teilnehmer sich, um ins Gespräch kommen zu können, zuvor jeweils auf die Bedeutung verwendeter Begriffe verständigen müssen.
Ich verwende oft Begriffe ohne zu erklären was ich darunter verstehe. Ich gehe davon aus, dass die Bedeutungen geläufig sind oder falls nicht im WWW nachgeschlagen werden können.
 
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  • #57
Mir sind viele geläufig, es gibt keine einheitliche Definition des Begriffs "Natur".
Ein WWW brauche ich dazu nicht.
Auch weiß ich gerne, wovon die Rede ist, sonst bringt die Diskussion nichts.
 
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  • #58
Zitat von t.b.d.:
Wir nennen es Natur und wir nennen es funktionieren. Vermutlich weiß die Natur nicht einmal dass es sie gibt... oder uns.... und sicher hat die Natur auch keinen Willen in Form einer verbalen Äußerung oder eines Testament.

Es gibt aber Gesetzmäßigkeiten, die alles zulassen was ihnen nicht zuwiderläuft. Diese Naturgesetze (ob wir sie nun kennen und benennen können oder nicht) bilden den Rahmen dessen was möglich ist und was nicht. Vielschichtig, verschachtelt, voneinander abhängig, aufeinander aufbauend.

Oder die ganze Erde ist ein Supercomputer der im Auftrag der Mäuse gebaut wurde um die richtige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest zu finden. In diesem Fall wäre der Mond vermutlich aus Käse um den weitgereisten Mäusen als Wegzehrung zu dienen.
Wir projizieren eine Menge auf die Natur, aber nicht alles ist im selben Maße und von der selben Art Projektion. Ein Romantiker projiziert üblicherweise mehr Seele in die Natur als ein Physiker, wenn er ordentlich seine Arbeit macht. Mit Fragen wie denen, ob es Naturgesetze unabhängig von denen gibt, von denen sie gemacht werden, müssen wir uns hier nicht beschäftigen. Es genügt festzustellen, daß Umzu-Erklärungen einen ganz anderen Status haben als "Ursach"-Erklärungen.
In der Sofabiologie sind die Umzu-Erklärungen sehr beliebt. Weil man sich da wenig um Klarheit kümmert und schnell vergißt, welche Abkürzungen man da beschreitet, ist der Übergang zu Humbug und Esoterik fließend. Die Esoterik ist ja gewissermaßen die Spitze der Umzu-Erklärungen: alles hängt miteiniander zusammen, nichts geschieht ohne Zufall, und daß die Nachbarin heute überfahren wird, hat seinen Sinn, weil sie hätte morgen sonst ihre Familie vom Balkon gestürzt oder so.
Die sofabiologischen Umzus sind selbstverständlich nciht ganz so schlimm. Aber weil sie so geläufig sind, gerät ihr "Projektionscharakter" leicht in Vergessenheit. Manch begeisterter Fan kommt vielleicht schon ins Nachdenken, wenn er sich fragt, warum dei Natur eigentlich mit schöner Regelmäßigkeit Homosexuelle hervorbringt, die ihre Gene ja sehr viel seltener weitergeben. Das ist kein Wunder, es könnte nur helfen oder zumindest motiveiren, über die Eigenart von Umzu-Erklärungen nachzudenken.
 
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  • #59
Die Sofabiologie gehört neben der Sofapsychologie zu den beliebtesten geisteswissenschaftlichen Sportarten. Die Philosophie ist halt die Mutter aller Wissenschaften. Nur die Kunst ist frei. Sie ist die Schwägerin.
 
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