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  • #1

Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Mir fällt immer wieder auf, dass die meisten Männer hier der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig sind. Entweder sind sie gar nicht in der Lage, mehrere Sätze vernünftig zu formulieren oder es wimmelt vor lauter Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern. Woran liegt das? Es handelt sich oft um Akademiker und gebildete Männer. Ich sehe zwar oft darüber hinweg und denke mir, dass das kein Kriterium für die Partnerwahl sein sollte, aber ich merke doch, dass es mich sehr stört. Ich mag eben Sprache, ich liebe das geschriebene Wort. Wenn ich jemanden im "normalen" Leben kennen lerne und er mir sehr sympathisch ist, würde ich das ja gar nicht sofort bemerken. Dann wären andere Eigenschaften wichtiger, wie z.B. die Ausstrahlung, Humor etc. Aber es ist nun einmal so, dass hier der erste Schritt eine Mail bzw. Nachricht ist. Wie geht Ihr damit um? Und wie kommt es eigentlich, dass die meisten Menschen nicht mehr schreiben können? Übrigens mache ich natürlich auch mal Fehler, perfekt bin ich nicht. Das erwarte ich auch nicht. Aber ich erwarte schon, dass man sich ein bisschen Mühe gibt und vielleicht mal das Rechtschreibprogramm durchlaufen lässt. Was meint Ihr?
 
M

Minja_geloescht

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  • #2
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Hallo Freudentanz,

ich sehe das im Grunde genauso, dass leider viele Profile und Nachrichten vor Fehlern wimmeln.

Klar, niemand von uns ist perfekt und Flüchtigkeitsfehler sind schnell gemacht, aber wenn ich selbst Nachrichten versende, lese ich sie vor dem Versenden nochmal durch. Ich kann mir aber vorstellen, dass nicht alle das machen und es manchen Mitgliedern auch schlicht und ergreifend egal ist. Und das finde ich sehr schade, denn der erste (schriftliche) Eindruck ist schon- aus meiner Sicht- wichtig.

Ob ich eine Kontaktabfrage wegen Fehlern etc. ablehnen würde, hinge jedoch noch von anderen Faktoren ab: Wenn das Profil auf mich keine Wirkung zeigt und die Nachricht mir auch nichts sagt, würde ich den Kontakt z.B. nicht aufbauen wollen. Gleiches gilt bei Nachrichten, bei denen ich Probleme hätte, den Sinn zu entschlüsseln, weil jegliche Interpunktion fehlt.
Hinsichtlich der sprachlichen Gestaltung von Nachrichten, achte ich auf mein Bauchgefühl und ob ich das Geschriebene gut lesen kann. Ich hoffe, Du weißt, was ich meine: Es geht weniger um eine schriftstellerische Leistung als eher um Authentizität, die bei mir ankommt.

Viele Grüße,
Minja
 

vivi

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  • #3
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Ein immer mal wieder auftauchendes Thema, gerade für Menschen, die großen Wert auf die von dir genannten Kriterien legen.
Auch da gibt es m.E. nicht unbedingt Unterschiede in den Geschlechtern und nur weil mir sowas wichtig ist sollte man nicht verallgemeinern - in keine Richtung!
Interessant finde ich, dass du bereit bist es bis zu einem gewissen Punkt/Moment zu tolerieren und dann deine Schmerz- / Toleranzgrenze klar durchkommt. Kann vermtl. zu Verwirrung auf der Gegenseite führen....und manchmal hilft, nutzt ein Rechtschreibprogramm nix oder ist garnicht erst vorhanden :)
Die Frage nach dem "woher" ist ja wohl eher rhetorisch gemeint.
 

Heike

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  • #4
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Wenn man erfährt, was dem anderen an der Sprache wichtig ist, erfährt man vielleicht mehr über ihn als nur, was ihm an der Sprache wichtig ist.
Ich finde ja erstmal bemerkenswert, wie nahtlos die behauptete Liebe zur Sprache und das Schauen auf Rechtschreibung- und Zeichensetzungsfehler ineinandergehen. Gehört dazu, aber hoffentlich anderes auch als nur das bloß keine formalen Fehler machen. Einer befindet sich übrigens in deinem Post. Fällt mir auf, aber daraus ziehe ich keine SChlüsse. Eher daraus, daß ich keine Formulierung, kein Wort und keinen Gedanken darin finde, bei denen ich aufmerkte, das Gefühl hätte: oh, mag ich!
Und sofern das Schreibverhalten auch ein wenig bestimmte Persönlichkeitsmerkmale widerspiegelt, ist es dann ein Spielfeld, auf dem sich Gefallen, Passung oder eben auch nicht zeigt.
Ich fände diese Perspektive auf die Angelegenheit angemessener als so eine Lehrerinnenperspektive, wo man sich über die Unbildung in Rechtschreibsachen beklagt.
 

t.b.d.

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  • #5
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Mir fällt ganz allgemein seit vielen Jahren auf, dass das geschriebene Wort von vielen Menschen (und nicht nur Männern) seiner angestammten Form beraubt und teilweise fürchterlich entstellt wiedergegeben wird. Teilweise von Menschen, die es wirklich besser können sollten.

Ich habe kürzlich entdeckt, dass es an den Tablet-PCs liegen kann.
Ich habe damit mal versucht, einen Beitrag zu verfassen. Nachdem ich endlos lange brauchte, um die mir vertraute Form zu erreichen, stellte ich beim Senden fest, ich war längst schon ausgeloggt worden. Weil der Fun-Faktor nach der qualvollen Prozedur eh schon weit im Minus war, habe ich schließlich aufgegeben.

Mancher ist da evtl. schmerzfrei und tippt seinen Text zusammen, wie es gerade kommt.

Also wenn es wirklich stört, kann man ja mal fragen, ob der Schreiber einen Tablet-PC benutzt.
 

infi

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  • #6
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Das ist mir bei vielen Frauen auch aufgefallen. Wenn schon im Profil die Texte kaum verständlich geschrieben waren, habe auf die Kontaktaufnahme gänzlich verzichtet.
Und wenn eine mangelnde Grammatik/Rechtschreibung erst im Nachrichtenaustausch erkennbar wird, ist das für mich zumindest ein Kriterium weiteren Kontakt zu meiden.

Also ja, ich finde eine deutliche Ausdrucksform (in diesem Fall die Schrift) schon sehr wichtig für die Kommunikation.
 

Marvin

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  • #7
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Zitat von Freudentanz:
Mir fällt immer wieder auf, .........
Und wie kommt es eigentlich, dass die meisten Menschen nicht mehr schreiben können? Übrigens mache ich natürlich auch mal Fehler, perfekt bin ich nicht. Das erwarte ich auch nicht. Aber ich erwarte schon, dass man sich ein bisschen Mühe gibt und vielleicht mal das Rechtschreibprogramm durchlaufen lässt. Was meint Ihr?

Ich meine dazu, das deine Beobachtung - wie viele hier - recht einseitig ist. Immerhin kommt am Schluss ein wenig Einsicht hinzu. Ich stimme dir zu - die Kunst sich mitzuteilen versteht nicht jeder. Unter ca. 30 Kontakten hatte ich einen - wo nie Langeweile oder Frust aufkam - wo ich beim Lesen das Gefühl hatte das Beschriebene zu erleben. Bewegende, spannende Texte schreiben kann eben nicht jeder. Bei der Rechtschreibung bin ich nachsichtig solange der Inhalt stimmt und keine Rekorde gebrochen werden. Erbsenzählerei führt zu nichts womit ich etwas anfangen könnte.
 

Sesam

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  • #8
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

deshalb kauft man sich Bücher,
dummerweise antworten die nicht..

Es gibt auch Frauen, wo sogar nebst akademischem Grad noch Rechtschreibfehler im Profil sind
- na- und -?

In manchen Berufen, wo nicht täglich das geschhriebene Wort produziert wird,
redet man(n) eben mehr. - kann sogar sympatisch sein .
--

Soll das denn hier ein Vorstellungsgespräch mit Lebenslauf werden ?
Wen's nicht stört macht daraus kein Thema..

( die Männer / die Frauen ?? )

Gruß, "Sesam"
 
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equinox

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  • #9
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Also vor nicht allzu langen Zeiten, so knapp vor der Jahrtausendwende, waren zum Zwecke der Partnersuche noch Kontaktanzeigen (nicht nur in der ZEIT, sondern auch in banalen Stadtmagazinen) Usus. Meinem Kenntnisstand zufolge wurden damals Antworten üblicherweise in Briefform und HANDschriftlich abgefasst. Jetzt tät' mich ja schon mal interessieren, wie die Erfahrungen in Sachen Rechtschreibung & Grammatik & Syntax seinerzeit so waren, und ob elementare Kulturtechniken tatsächlich so schnell verloren gehen. Das wäre zumindest aus anthroplogischer Perspektive sehr aufschlussreich.
 
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  • #10
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Das wird damals, ohne technische Unterstützung (Rechtschreibhilfe, etc.) schlimmer gewesen sein. Zwischenzeitlich hat sich aber bei den rücksichtslosen - d.h. anderen, aufgrund eigener Faulheit, den eigenen Schrott zumutenden - Zeitgenossen die elende Kleinschreibung etabliert. ichkönnteauchschreibenleerzeicheninterpunktionsindmirzuvieldieseoffensichtlichzugemutetebequemlichkeitvermittelteingeeignetesbilddesschreiberlings

Mind. für Android gibt es immer intelligentere Wortvervollständigungen. Habe vergessen wie sie heißt, es wird nur noch der erste und letzte Buchstabe getippt und erhält darauf hin eine nach Wahrscheinlichkeit sortierte Wortauswahl. So lässt sich schnell und richtig schreiben. Und auch bei der Sprachfunktion der Smartphones/Tablets muss nicht mehr soviel korrigiert werden.
 

Heike

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  • #11
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Wen das arg beutelt mit der Rechtschreibung, dem seien die Spaßfragen empfohlen. Vielleicht kann PS dies Angebot ja noch ausbauen und im Sinne einer intelligenten Sinnvervollständigung einfach ein paar wohlformulierte Phrasen anbieten, die man dann nur noch ankreuzen/bestätigen muß.
Ich denke da an Bausteine wie "Dein sympathisches Profil macht mich neugierig auf den Menschen, der sich dahinter verbirgt. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir ein bißchen mehr über Dich erzählst." oder "Bist Du gebildet, gehst gerne in Konzerte und stehst mit beiden Beinen im Leben? Dann haben wir schon mal etwas gemeinsam. Ich persönlich wünsche mir einen Partner auf Augenhöhe." (NIcht, daß man nochmal so ein ungehobeltes "auf Konzerte" lesen muß.)
Angeboten werden sollten unbedingt auch unverzichtbare Ausdrücke wie "positiv denkender Mensch", "gute Kinderstube", "Achtsamkeit", "Bauchgefühl" usw., mit denen man es richtig macht und somit alle Sprachliebhaber voll auf ihre Kosten kommen!
 
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  • #12
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Hi,

also ich versuche auch auf Rechtschreibung zu achten, sowohl beim Schreiben als auch bei den Antworten, die ich bekomme. Flüchtigkeitsfehler passieren eben, aber so manche Dinge find ich tatsächlich sehr störend. Z.B. fehlende Groß- und Kleinschreibung. Akademiker hin oder her, ich arbeite beruflich auch mit vielen "schlauen" Leuten zusammen, und da ist kaum eine Mail fehlerfrei.

Kurzum: Ein gewisses Maß an Fehlern ist tolerierbar, aber irgendwo gibt es da Grenzen. Ich gehöre auch zu der Generation die quasi am Ende der Schulzeit mit der neuen Rechtschreibreform gefoltert wurde, da bin ich auch heute noch bei vielen Schreibweisen unsicher. Aber dank Google krieg ich das in den Griff. :)
 
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  • #13
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Hallo Freudentanz,
danke für diese sehr anregende Diskussion. Ich selbst habe genau das von Dir erwähnte Problem. Zum einen bin ich Akademiker, als gebildet würde ich mich auch ansehen. Leider, klappt es mit der Rechtschreibung nicht immer...
Da ich ja solche Diskussionen liebe und mir auch gleich ein paar Gründe einfallen, wieso bei mir die Rechtschreibung gerade hier hin und wieder nicht klappt. Und ich wohl einer der wenigen Männer bin die sich rechtfertigen wollen, hier eine kurze Erklärung, was unser Problem bei einem textbasiertem Internet Tool ist:
Unser (das der Männer) Problem:
Zum einen müssen wir hier probieren eine interessante, vielleicht sogar lustige, auf alle Fälle aber gefühlvolle und niveauvolle und nicht einfach kopierten Text zu schreiben (das gleiche gilt natürlich für Anschreiben oder Antworten).
Absetzen von der Menge sollen wir uns auch, natürlich den ersten Schritt machen, romantisch, aber nicht zu verträumt, verspielt aber voll im Leben stehend, am besten klar wissen was wir wollen, aber doch nicht zu bieder sein.
Und ja! Das kann man sicher noch alles hinbekommen! Aber wenn wir uns jetzt mal hinsetzten, den Verstand etwas ausschalten – Gefühl ist ja wichtig bei so was - und einfach drauf losschreiben, dann kann es durchaus auch mal sein, das ein Wort vertauscht wird, wir in Gedanken einfach einen Satz weiter sind oder einfach trotz hundert Mal lesen was übersehen haben. (In Fachsprache, würde man das dann als „Betriebsblindheit“ abtun). Hinzu kommt beim Profil, das die Korrektur der Texte ewig dauert, schreibt man einfach mal drauf los, drückt auf Speichern, dann wars das! Weil wenn man jetzt liest was man da geschrieben hat und denkt sich, „Mist“ ein Fehler oder es passt was nicht so wie es soll…. dann ist es einfach erst mal zu spät, der Text wird dann von der Plattform „geprüft“, das kann am Wochenende auch mal eins bis zwei Tag dauern… Und das bei jeder Änderung, hat man zu viel Text, dann geht’s gar nicht mehr….
Nein, es ist uns Männern sicher nicht egal, aber ich denke der Inhalt ist das was zählen sollte, nicht unbedingt die Rechtschreibung und Interpunktur. Und ja dieser Text habe ich vorgeschrieben, zig mal gelesen und über ein Rechtschreibprogramm laufen lassen und doch werdet Ihr zig Fehler finden… .
Wozu führt diese Denkweise: Ich habe mir, nach ein paar Mal ändern im Profil, einfach überlegt, dass lange Profiltexte und die Beantwortung der Fragen, mich nicht wirklich wiederspiegeln können und einfach alles durch ein kurzes: „Frag mich einfach! „ ersetzt. Auch werden meine erst Nachrichten immer kürzer, da oft hier weniger mehr ist. Und man auch, wenn kreativ nur ca. bei jeder 20-30 Nachricht eine Antwort bekommt….
ABER bedenkt einfach nur eines, wir sind nur Männer, damit definitiv nicht perfekt!  Die meisten hier, sind angemeldet, weil sie (in Ihrem Leben nicht mehr so viele neue Menschen kennenlernen, vielleicht auch etwas verzweifelt sind, weil Sie nicht alleine bleiben möchten und es einfach nicht so einfach ist, die Traumfrau zu finden…. (das spricht aber wohl kaum wer aus….)) somit heißt es: einfach jemanden finden möchten, mit dem Sie Ihre Zukunft verbringen können, vielleicht eine Familie gründen oder zumindest hoffentlich eine schöne Zeit haben können…
Schade, wenn das wegen ein paar Rechtschreibfehlern oder ein paar falschen Satzzeichen oder gar der nicht so perfekten Sprache, nicht gelingt….
 
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equinox

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  • #14
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

schön, das wären dann spassfragen jenseits des humoristischen niveaus von comedy et al. - dürfte aber kaum jemand verstehen und insofern sind da missverständisse in serie vorprogrammiert. dann wahrscheinlich besser allein bleiben.
 

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  • #15
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Auch ich mache ähnliche Erfahrungen im beruflichen Schriftverkehr. Es sind jedoch beide Geschlechter zu annähernd gleichen Teilen beteiligt.

Ein gesellschaftliches Phänomen und Unsitte leider. Es interessiert einfach nicht, WIE das gesandte Dokument beim Empfänger ankommt und welche Probleme eventuell auf der Empfangsseite entstehen könnten (durch Misinterpretationen oder Verständnisfehler).

Wichtig ist den Sendern dieser Nachrichten nur, dass für sie selbst die Sachverhalte klar sind (logisch, die haben ja auch die entsprechenden Daten und Fakten im eigenen Kopf).

Und das Hauptargument bei diesen Leuten ist:
Der Empfänger weiß doch, was gemeint ist.

Dass es auch deutlicher und einfacher hätte gehen können, in dem auf Interpunktion und Groß- und Kleinschreibung geachtet wird, interessiert nicht. Hätte ja etwas mehr Arbeit bedeutet.

Und das mnschlche Ghrn st n dr Lge, Wrt hn Vkl z rknnn....

Und immer dran denken:
Komm wir essen Opa!
(Satzzeichen können Leben retten).
 

Heike

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  • #16
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Interessant scheint mir, was einen da so stört.
Verständnisprobleme durch Tippfehler, falsche Rechtschreibung und Zeichensetzung dürfte eher die Ausnahme sein. Da muß man sich doch nichts vormachen. Das ist doch ne ziemlich durchschaubare Rationalisierung.
Es scheint doch eher darum zu gehen, daß man das einfach so als mangelnde Aufmerksamkeit, mangelnde Mühe beim Gegenüber erlebt.
Vielleicht auch mit einem mehr oder minder ausgeprägten Hauch Sprachliebe, im Sinne so von Ordnungsliebe, wie man es halt vielleicht auch liebt, wenn im Straßenverkehr alles seine Ordnung hat und jeder selbst dann, wenn keinerlei Gefahr droht, bei Rot stehenbleibt. Einfach weil sich das so gehört. Frauen tragen Kleider oder Röcke, Männer Hosen. Daß man die Geschlechter dann von Weiten besser auseinanderhalten mag, mag so sein, aber die eventuelle Empörung, wenn das durcheinander geht, dürfte andere Wurzeln haben als daß es einem da jemand das Fernerkennen erschwert.
Je mehr Gebildete und Akademiker schludrig schreiben, desto weniger kann man aus schludriger Schreibweise Schlüsse auf den Bildungsgrad ziehen. Vielleicht wurmt auch das ein bißchen. Noch schlimmer wirds natürlich, wenn selbst achtsame und rücksichtsvolle Menschen immer schludriger schreiben, weil dann kann man von schludriger Buchstaben- und Zeichensetzung ja nicht einmal auf Unachtsamkeit und Rücksichtslosigkeit in anderen Bereichen schließen. Ugh!

Ich glaub, die Beliebtheit des Themas Rechtschreibung und Zeichensetzung hat auch was damit zu tun, daß solche Fehler so leicht und objektiv festzustellen sind. Andere Sprachverbrechen wie dümmliche Worthülsen oder falsche Schlußfiguren sind für viele wohl subjektiver bzw. weniger leicht festzustellen. Da wird es dann schnell unübersichtlich. Da freut mich sich dann über die Rechtschreibung, wo alles - zumindest in gewissen Grenzen - so seine Ordnung hat, klar und im Prinzip bewältigbar. Da darf endlich mal jeder Lehrer oder vielmehr Richter sein.
 

vivi

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  • #17
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Also die Antwort von 'Diskussionsfreudig' - für die Männer - klingt ja irgendwie logisch / glaubwürdig. :)
Gibt's jetzt noch eine Einzelerklärung für die Frauen? ;-)
Ansonsten geh ich gern mit 'Heikes' letzten Absatz mit, ist vlt. oftmals (womöglich auch unbewußt) der HIntergrund.
Könnte natürlich auch sein, dass es das Finden von Negativem ist...für den Fall der Fälle.
 
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  • #18
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Hallo Heike,
ich wollte gar nicht "lehrerhaft" verstanden werden. Aber man sieht: So einfach kann das passieren.
Du hast mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht. Sagst Du mir auch welchen? Ich lerne gern dazu!
Natürlich klicke ich jemanden nicht gleich weg bzw. drücke den "Mach`s gut-Button", wenn es sich um ein paar Flüchtigkeitsfehler handelt. Natürlich achte ich auch auf den Stil, ob etwas verständlich geschrieben ist, ob es witzig ist, ob mich irgendetwas anspricht. Das ist klar. Aber trotzdem habe ich eine Schmerzgrenze und meine wirklich, dass man sich ein bisschen Mühe geben kann. Ich habe ja auch davon gesprochen, dass es in manchen Mails nur so vor Rechtschreibfehlern wimmelt. Perfektion erwarte ich nicht.

Zitat von Heike:
Wenn man erfährt, was dem anderen an der Sprache wichtig ist, erfährt man vielleicht mehr über ihn als nur, was ihm an der Sprache wichtig ist.
Ich finde ja erstmal bemerkenswert, wie nahtlos die behauptete Liebe zur Sprache und das Schauen auf Rechtschreibung- und Zeichensetzungsfehler ineinandergehen. Gehört dazu, aber hoffentlich anderes auch als nur das bloß keine formalen Fehler machen. Einer befindet sich übrigens in deinem Post. Fällt mir auf, aber daraus ziehe ich keine SChlüsse. Eher daraus, daß ich keine Formulierung, kein Wort und keinen Gedanken darin finde, bei denen ich aufmerkte, das Gefühl hätte: oh, mag ich!
Und sofern das Schreibverhalten auch ein wenig bestimmte Persönlichkeitsmerkmale widerspiegelt, ist es dann ein Spielfeld, auf dem sich Gefallen, Passung oder eben auch nicht zeigt.
Ich fände diese Perspektive auf die Angelegenheit angemessener als so eine Lehrerinnenperspektive, wo man sich über die Unbildung in Rechtschreibsachen beklagt.
 
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  • #19
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Erbsenzählerei finde ich auch nicht besonders sympathisch. Es ist mir nur in letzter Zeit extrem aufgefallen, dass sehr viele Fehler gemacht werden. Als ich vor ein paar Jahren schon einmal bei parship angemeldet war, war das ganz anders. Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung. Oder ich habe es verdrängt. :)

Zitat von Marvin:
Ich meine dazu, das deine Beobachtung - wie viele hier - recht einseitig ist. Immerhin kommt am Schluss ein wenig Einsicht hinzu. Ich stimme dir zu - die Kunst sich mitzuteilen versteht nicht jeder. Unter ca. 30 Kontakten hatte ich einen - wo nie Langeweile oder Frust aufkam - wo ich beim Lesen das Gefühl hatte das Beschriebene zu erleben. Bewegende, spannende Texte schreiben kann eben nicht jeder. Bei der Rechtschreibung bin ich nachsichtig solange der Inhalt stimmt und keine Rekorde gebrochen werden. Erbsenzählerei führt zu nichts womit ich etwas anfangen könnte.
 

Galadriel

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  • #20
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Also wirklich....obwohl mir die deutsche Sprache in Wort und Schrift auch sehr am Herzen liegt, fällt mir gerade nur ein: Ihr habt Probleme.....
 

Heike

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  • #21
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Zitat von Freudentanz:
Hallo Heike,
ich wollte gar nicht "lehrerhaft" verstanden werden. Aber man sieht: So einfach kann das passieren.
Du hast mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht. Sagst Du mir auch welchen? Ich lerne gern dazu!
Natürlich klicke ich jemanden nicht gleich weg bzw. drücke den "Mach`s gut-Button", wenn es sich um ein paar Flüchtigkeitsfehler handelt. Natürlich achte ich auch auf den Stil, ob etwas verständlich geschrieben ist, ob es witzig ist, ob mich irgendetwas anspricht. Das ist klar. Aber trotzdem habe ich eine Schmerzgrenze und meine wirklich, dass man sich ein bisschen Mühe geben kann. Ich habe ja auch davon gesprochen, dass es in manchen Mails nur so vor Rechtschreibfehlern wimmelt. Perfektion erwarte ich nicht.

Ich käme in bezug auf Rechtschreibung und Zeichensetzung gar nicht so auf die Idee, mehrmals zu betonen, ich erwartete keine Perfektion. Aber nun.
Persönlich finde ich, wenn mich etwas sehr stört, meist sinnvoll, mich zu fragen, was genau mich daran stört. Das hilft mir oft, damit besser umzugehen. Wie machst du das? Was genau stört dich denn an den Fehlern? Du unterscheidest ja offenbar Flüchtigkeitsfehler von anderen Fehlern und bezüglich Flüchtigkeitsfehlern scheinst du großzügiger. Ist das so? Aber gerade die gründen doch in einem Mangel an Mühegeben, oder?

P.S. Ich bin ja eigentlich nur für die Kapitalsprachverbrechen zuständig; für Zeichensetzung und derlei eher zum Amtsgericht. Aber ok, also im zweiten Satz deines Eingangsposts sind zwei Fehler: ein Komma fehlt und eine Präposition ist falsch. Dieselbe falsche Präposition findet sich übrigens auch in deinem neuerlichen Post.
 
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Pit Brett

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  • #22
Zitat von Heike:
Ich bin ja eigentlich nur für die Kapitalsprachverbrechen zuständig
Eigentlich. Aber es juckt Dich dann doch in den Fingern, es den Besserwissern zu zeigen.

… und eine Präposition ist falsch. Dieselbe falsche Präposition findet sich übrigens auch in deinem neuerlichen Post.
Das geht Dich nichts an, das ist höchstens eine Sprachordnungswidrigkeit. Der Duden lässt es nicht zu, aber ich habe ich das schon oft so gehört. Und ich neige dazu, es nicht für die falsche Präposition zu halten, sondern für das falsche Adverb …
 

Heike

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  • #23
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Zitat von Pit Brett:
Der Duden lässt es nicht zu, aber ich habe ich das schon oft so gehört.
Tja, das ist ja der Witz: je häufiger ein solcher Sprachfehler gemacht wird, desto weniger Fehler wird er. Jeder, der einen seltenen Fehler macht, kann sich gleich als Avantgarde fühlen.
Aber ich glaube nicht, daß Freudentanz diesen Halm ergreifen wird. Sie scheint ja eher sprachkonservativ zu sein. Ich vermute, daß sie sich freimütig zu diesen beiden Fehlern bekennt, in bezug auf den Wimmelfehler vielleicht mit etwas Schamesröte oder -bleiche, weil es sich dabei doch schon um einen merklichen Verstoß gegen Anstand, Sitten und Sprachgefühl handelt, und freut sich aber darüber, was gelernt zu haben, und wird diesen Fehler in den nächsten Monaten vermutlich nicht mehr machen.
Weiterhin schließt, was über Grammatikfehler zu lernen, nicht prinzipiell aus, auch was über seine Haltung zu Grammtikfehlern zu lernen.
 

equinox

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  • #24
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

mein gott, vor statt von und ein paar kommata, wenn's weiter nix ist.

Zitat von Diskussionsfreudig:
ich denke der Inhalt ist das was zählen sollte, nicht unbedingt die Rechtschreibung und Interpunktur. Und ja dieser Text habe ich vorgeschrieben, zig mal gelesen und über ein Rechtschreibprogramm laufen lassen

jenseits der debatte um rechtschreibschwächen oder schludrigkeit: hätte obiger text tatsächlich die kontrolle eines rechtschreibprogramms erfahren, dann hätte dies immer 'Interpunktur' bemängelt.

Zitat von Benutzer:
das Hauptargument bei diesen Leuten ist: Der Empfänger weiß doch, was gemeint ist.

... eher wohl vermuten, was gemeint sein könnte. als beispiel ein satz wie dieser (gleiche quelle wie das zitat oben):

"Auch werden meine erst Nachrichten immer kürzer, da oft hier weniger mehr ist. Und man auch, wenn kreativ nur ca. bei jeder 20-30 Nachricht eine Antwort bekommt..."

... sollte vermutlich heißen:

"Auch werden meine Erstnachrichten immer kürzer, da an dieser Stelle weniger oft mehr ist. Und man bekommt auch dann, wenn man (beim Abfassen der Erstnachrichten) kreativ ist, nur auf jede 20. bis 30. Nachricht eine Antwort."

das scheint mir allerdings eher eine legasthenische störung zu sein, wobei das problem weniger die störung selbst als der umgang damit ist. eine einschränkung zu aktzeptieren, verbesserungen anzustreben und strategien zur bewältigung zu entwickeln, könnten auch möglichkeiten sein, damit umzugehen. aber da mittlerweile akademische abschlüsse ja via multiple-choice zu erreichen sind, stößt in solchen fällen die immanente botschaft auf, dass der anspruch anderer, sich zumindest um eine halbwegs verständliche schreibweise zu bemühen, eine unzulässige forderung ist.
 

vivi

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  • #25
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Allmählich wird mir klar, warum Kommunikation in der heutigen Zeit nicht / kaum mehr zur Anwendung kommt. Da traut man sich ja vor lauter LOS-Hürden & Hütern garnicht mehr was zu sagen, geschweige denn was zu schreiben :))))))
Es sei den man steht zu sich inkl. seinen Schwächen und nimmt das Eine oder Andere als Anregung an / hin ... kann übrigens auch außerhalb von "Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion" angewendet werden. ;-)
Aber immer wieder schön für's Mitlesen....da kann man auch draus lernen.
 
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  • #26
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Ich finde das alles sehr amüsant. Ich habe nicht geahnt, welche Ausmaße das hier annehmen wird. Aber gut, interessant ist es auf jeden Fall. Und danke für den Hinweis bzgl. vor/von. Umgangssprachlich ist das - glaube ich - okay, aber ich werde es mir auf jeden Fall merken.
Was mich nur etwas stört: Ich finde den Ton hier im Forum manchmal etwas zu aggressiv. Ich habe doch niemanden angegriffen, oder? Ich habe einfach geschildert, wie ich etwas empfinde und gefragt, wie andere das sehen. Ich kann mich bestätigt fühlen, ich kann auch noch einmal darüber nachdenken, ob ich meine Meinung zu dem Thema ändere. Was weiß ich, deswegen tauscht man sich ja aus. Oder?
 
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  • #27
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

hmm lustig. Ich schreibe gerne schludrig... kürze ab.. und das macht mir Spaß...

Beispiel: Weißtu statt weißt Du, oda statt oder usw usf

Welche Schlüsse man daraus ziehen sollte und welche nicht? Vermutlich dass es stimmt, daß ich unkonventionell bin und mich nur ungern an Regeln halte... dass ich eher 80% statt 100% bin und nicht alles so bierernst sehe?

Wenn ein Mann wegen meiner evtl. nicht ganz regelkonformen Orthographie den Kontakt beendet, bin ich da echt tiefenentspannt, weil.. er hätte mit dieser Einstellung eh nicht zu mir gepasst.

Insofern gehts den Menschen wie de Leut... den einen ärgert es, den anderen lässt es völlig kalt... der berühmte Tippfehler. Ist wohl letztendlich eine Charakterfrage.

glg (alles klein, weil es schneller geht)
Tiefdunkelblau
 

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  • #28
AW: Sprache/Rechtschreibung/Interpunktion

Zitat von Freudentanz:
Mir fällt immer wieder auf, dass die meisten Männer hier der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig sind. Entweder sind sie gar nicht in der Lage, mehrere Sätze vernünftig zu formulieren oder es wimmelt vor lauter Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern. Woran liegt das? Es handelt sich oft um Akademiker und gebildete Männer.
Also bei mir liegt's daran, dass ich
a) Programmierer bin und seit der Diplomarbeit praktisch kaum Prosa verfasst hab, die über eine Urlaubskarte oder Email hinausging,
b) eben als Programmierer, zweisprachig lebe und dann ab und zu mal Sachen durcheinanderbringe und
c) Tippfehler auf einer Tastatur einfach passieren. Grad wenn man im Berufsleben (Autocomplete, Intellisense & Co.) kaum noch Worte komplett ausschreiben muss.

Zitat von Freudentanz:
Ich sehe zwar oft darüber hinweg und denke mir, dass das kein Kriterium für die Partnerwahl sein sollte, aber ich merke doch, dass es mich sehr stört. Ich mag eben Sprache, ich liebe das geschriebene Wort.
Hab eine Verwandte, die war früher Sekretärin und die hat das gleiche Problem wie Du. Zeitung lesen ist für sie praktisch unmöglich, weil sie sich ständig über die ganzen Rechtschreibfehler drin aufregt.

Zitat von Freudentanz:
Aber es ist nun einmal so, dass hier der erste Schritt eine Mail bzw. Nachricht ist. Wie geht Ihr damit um?
Wenn sich Fehler häufen, vermute ich erstmal eine Einwanderin. Die darf das. :)
Spätestens beim ersten Treffen kriegt man sicher mit, ob es nur ein Rechtschreibproblem ist oder eine Frage des Niveaus.

Oder ein Stilmittel:

„W8e auf. Zoch mich an. Aas frühschdük. Unterhield mich mit ameise Agathe sie s8e: In ledzder zeid hazd du nur xocht xocht xocht meizder Baskül warum lekzd du nüch x n freien tach 1? Isch gab ihr räschd + so kam unz die ide mr. Soloparia im augappel dez Rosbrith-mammuments zu besuchen.“
– Iain M. Banks: Förchtbar Maschien
 
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