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  • #1

Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Liebe „eingeschworene“ Foren-Community…

Nachdem ich schon seit geraumer Zeit mal mehr, mal weniger vergnügt mitlese und in letzter Zeit zudem hier und da Kommentare abgegeben habe, möchte ich nun selbst ein Thema in diese illustre Diskussionsrunde einbringen:

Ich bin nun seit einem dreiviertel Jahr „selbstgewählter Single“ (d.h. aus einer längeren Beziehung bewusst ausgestiegen, weil sie nicht das war, was ich mir darunter letztendlich vorstellte bzw. wir diese auch nicht dahin entwickeln konnten). Ich hatte über den Sommer bis heute verschiedene dating-Erfahrung sammeln können (nicht nur über PS); für eine Beziehungsentwicklung hat es aus unterschiedlichsten Gründen allerdings (noch) nicht gereicht … (und ich versuche, mir da auch keinen Streß mit zu machen)
Mitunter schleicht sich neuerdings sogar bei mir der Gedanke ein, doch erst mal eine Zeit lang „richtig Single“ zu bleiben, wobei ich ausdrücklich sage, dass dies nicht meine überzeugte „Lebenseinstellung“ ist und ich sehr gerne in einer Partnerschaft („Stichwort Liebesbeziehung“) leben möchte. (Nein, ich gebe auch nicht die Hoffnung auf, die „Richtige“ zu finden…)

Mich interessieren Eure Einstellungen / Erfahrungen zum Single-Dasein bzw. dem (versuchten) Übergang in eine neue Beziehung:
- Wie lange war der ein oder andere von Euch wirklich „überzeugter Single“, bevor er sich wieder dazu entschied, sich um eine neue Beziehung zu bemühen?
- Was habt ihr so unternommen, um nach einer Beziehung; ggf. aber auch schon nach „Datings“ wieder den „nötigen Abstand zu gewinnen“; „zu sich selbst finden“ etc.? (mir kommt es mitunter so vor, als sei vieles an den „Selbstfindungstheorien“ nichts als blanke Theorie)
- welche „Voraussetzungen“ braucht ihr, um bereit zu sein, sich wirklich wieder auf jemanden einlassen zu können?

Danke im Voraus für Eure Beiträge

Gruß
Koelner

(p.s.: zur „Einsortierung", weil immer wieder aufgrund der Beiträge gerätselt wird - der Fragesteller gehört der unkomplizierten Ü-50 Fraktion an :)
 
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  • #2
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Hallo koelner,

ohh.... ein unkomplizierter Mensch und dann auch noch Mann ....*lachen*.
Ich hab ein bißchen "gerungen", ob ich mich zu deinem Beitrag äußere...aber ich bin heut mal nicht so :)
Ich hab mich nach der Trennung mehr oder weniger bewußt nur auf mich "konzentriert". Außerdem war ja noch mein Kind da und das hatte dann erstmal wieder Priorität...also gab's / waren da auch gewisse Einschränkungen im "auf mich konzentrieren".
Das mit dem zu sich selber finden / in sich gehen, ja das ist so eine Sache für sich. Kommt - jedenfalls bei mir - automatisch, aber eher so in der Form: was ist wie und warum so gelaufen, hätte man was anders machen können / wollen / sollen, warum - warum nur ich etc. ....
Ich hab dann einfach eine Zeit gehabt, wo ich alles "nachgeholt" habe - also eher so, dass ich das gemacht habe, was ich wollte & was mir Spass gemacht hat - natürlich mit gewissen Einschränkungen durch das Kind. Dabei hab ich aber auch ziemlich schnell gemerkt / erkannt, dass vieles was ich wollte nur Wunschdenken war und ich es tatsächlich nicht wollte oder brauchte. War & ist aber halt schön zu entscheiden ob oder ob nicht - nur für mich & mein "Seelenfrieden". Ich hab mich in den letzten Jahren neu sortiert und auch weiterentwickelt - wobei das immer so blöd klingt - ich hab wohl eher Veränderungen an / bei mir anders bewußter wahrgenommen und bin dabei auch mehr auf mich eingegangen. Das ist wiederum für den "Aufbau" einer neuen Beziehung evt. eine Herausforderung, aber der potenzielle neue Partner lernt mich ja nur so wie ich jetzt bin kennen. Also liegt ein evt. Problem ja eher bei mir. Glücklicher Weise nehme ich aber schlechte Erfahrungen / Erinnerungen nicht als Altlast mit, da bin ich zu optimistisch...sind ja nicht alle gleich.
Auch bin ich nicht "verzweifelt" auf der Suche sondern eher so: wäre schön wenn und wenn nicht....hab die letzten Jahre auch überlebt :)
Gott, soviel sollte es garnicht werden und schon garnicht so tiefgründig....na ist egal. Hoffe es bringt dir was.
 
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  • #3
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von koelner:
- Wie lange war der ein oder andere von Euch wirklich „überzeugter Single“, bevor er sich wieder dazu entschied, sich um eine neue Beziehung zu bemühen?
Lieber koelner!
Das ist ja super strukturiert hier bei dir ;-) hier meine Erfahrungsschätze:
Nach meiner Scheidung war ich 7 Jahre ohne Partner, hatte mit meinen Kindern, Beruf und Verarbeitung aber auch so genug um die Ohren. Dann kam allmählich das Gefühl, mich wieder einlassen zu wollen.

- Was habt ihr so unternommen, um nach einer Beziehung; ggf. aber auch schon nach „Datings“ wieder den „nötigen Abstand zu gewinnen“; „zu sich selbst finden“ etc.? (mir kommt es mitunter so vor, als sei vieles an den „Selbstfindungstheorien“ nichts als blanke Theorie)
...mir Zeit lassen, Sport oder jedenfalls Bewegung helfen (mir) sehr gut, Gefühle (möglichst) nicht verdrängen, vor allem Trauer und Wut und Enttäuschung nicht runterwürgen, sondern mit Menschen meines Vertrauens besprechen, beweinen, was eben grad dran ist...

- welche „Voraussetzungen“ braucht ihr, um bereit zu sein, sich wirklich wieder auf jemanden einlassen zu können?
Ich kann das nur ganz altmodisch ausdrücken: Ich brauche das Empfinden, mein Herz (wieder) rückhaltlos öffnen zu können.
Ich gehöre wohl zu den Menschen, die leicht Herzen gewinnen :) meist hatte ich das Gefühl, die Auswahl zu haben und nur zugreifen zu müssen. Natürlich nicht immer und nur; hier bei PS hatte ich einen kurzen, intensiven Kontakt, der daran scheiterte, daß mir sein Herz nicht zuflog - da war ich :-(

Kurz darauf ergab sich (ohne PS) ein Kontakt zu einem Mann, der äußerlich hier durch etliche NoGo-Raster fallen würde - aber nicht für mich. Für mich ist er richtig.
Wir sind seit August zusammen und ich bin sehr zufrieden, oft glücklich, und kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.
Wir fühlen, denken und wollen beide "für immer" :))
Er ist alles andere als perfekt (ich bin das auch gar nicht;-) - aber richtig. Ich werde durch ihn in der Tiefe ruhig. Bin sicher. Geborgen. Warm. Zu Hause.

Dir alles Liebe!
Elli (52, vielleicht deshalb so unkompliziert ?!;-)
 
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  • #4
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von koelner:
...
- Wie lange war der ein oder andere von Euch wirklich „überzeugter Single“, bevor er sich wieder dazu entschied, sich um eine neue Beziehung zu bemühen?
Nie überzeugter Single gewesen! Das Single-Gefühl hatte ich lang genug in meiner Ehe...

Zitat von koelner:
- Was habt ihr so unternommen, um nach einer Beziehung; ggf. aber auch schon nach „Datings“ wieder den „nötigen Abstand zu gewinnen“; „zu sich selbst finden“ etc.? (mir kommt es mitunter so vor, als sei vieles an den „Selbstfindungstheorien“ nichts als blanke Theorie)
Nettmann: Mit Freunden, speziell einem (gleichzeitig Freund, Kenner der Familie, Vater von zwei Söhnen, Landarzt, dadurch mit unterschiedlichsten Familiensituationen bestens vertraut und -ganz wichtig- selbst seit ein paar Jahren geschieden, neu verbandelt mit Frau mit Kind, einer Freundin meiner Tochter) nächtelang in Gesprächen Analyse betrieben, (wie schon Jahre im Vorfeld der Trennung), Tanzen gegangen, In Kneipen, Cafés, Kino, Sport getrieben, wieder "gelebt", Kontakt zu alten Freunden aufgenommen, bei anderer Singlebörse angemeldet, neue Freunde kennen gelernt...

Zitat von koelner:
- welche „Voraussetzungen“ braucht ihr, um bereit zu sein, sich wirklich wieder auf jemanden einlassen zu können?
„Voraussetzungen“ meinerseits oder ihrerseits?

Nettmann
 
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  • #5
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Nach meiner Trennung und rascher Scheidung war ich mit allen Papier- und Verwaltungsangelegenheiten im Zusammenhang mit der Scheidung komplett ausgelastet. Gleichzeitig hatte ich eine Riesenbaustelle und bin da mit Tunnelblick nach vorne schauend durchspaziert. Für die sogenannten „Selbstfindungstheorien“ oder um sich selbst kreisen war kein Raum, keine Lust, keine Zeit. Die Gründe, warum ich mich getrennt hatte, waren und sind klar, daran musste ich nicht weiter laborieren und mein gesamtes privates Umfeld strapazieren.

Einen warmen Übergang habe ich nicht versucht, statt dessen in den letzten zwei Jahren meine knapp bemessene Freizeit genossen und so manches Mal über die Stränge geschlagen, egal wo und mit wem, ob online oder offline.

Diesen weiteren Erfahrungsschatz möchte ich nicht missen, weil genau dieser mit Beginn meiner Ehe ( ich habe mit 49 geheiratet und dafür die Fliegerei aufgegeben ) wie abgeschnitten war. Nun habe ich etwas mehr Zeit und gerade auch bei parship meinen Horizont erweitert. Vor 14 Tagen stellte ich aktuelle neue Fotos ein, seit dem quillt mein Postfach über, obwohl mein Profil alles andere als handzahm ist und vor allem jenseits von lebensfremden altphilosophischen Lebensweisheiten, die für eine Partnerschaft unerheblich sind. Dazu lese in diesem Forum und möchte das in männlicher Ausführung nicht näher kennen lernen.

Derzeit bin ich gerne beneidete Junggesellin, die weiß, wer zu ihr passt.

:)
 
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  • #6
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

@ Nettmann... Deinerseits...

Bislang Danke für Eure Offenheit!

Gruss
Koelner
 
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  • #7
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Schönes Thema! Und bringt die Summe einiger separater Threads hier auf einen gemeinsamen Nenner.

Ich befinde mich zur Zeit in der 2. Singlephase meines Lebens und muss dazu sagen, dass es in meinem Leben bisher auch "nur" 2 sehr lange Liebesbeziehungen gegeben hat. Geliebt habe ich 3 Männer in meinem Leben, einen davon habe ich nicht haben können.

Mit 14 lernte ich meine große Jugendliebe kennen, 10 Jahre später haben wir geheiratet. Ich habe mich im 3. Ehejahr von ihm getrennt, nicht weil ich jemand anderen hatte, sondern weil ich ihn nicht mehr genug liebte um unser Leben zu teilen. Für diesen Schritt, mich zu trennen habe ich über ein Jahr gebraucht und als ich es ausgesprochen hatte, war es für mich vorbei. Er hat mir bis heute nicht verziehen und ich glaube mir auch nie geglaubt, dass es keinen anderen Mann gab. Die Trennungszeit verlief trotz anderslautender Vorsätze unschön und letzten Endes bin ich sehr weit weg gezogen, um dem zu entkommen, habe fast alles aufgegeben und Brücken hinter mir abgebrochen, mit Ende 20 wieder von vorne angefangen.
Ich war nach der Trennung relativ genau ein Jahr alleine - und habe in den Monaten vieles von dem gemacht, was andere vermutlich in ihrer Jugendzeit tun, allerdings ohne dass sich aus irgendeinem Flirt oder sogar ein paar Dates irgendwas entwickelt hätte. Ich denke, ich war nicht wirklich bereit für eine ernsthafte neue Beziehung. Habe nette Menschen kennen gelernt, zu denen ich teilweise heute noch losen Kontakt habe.

In einem virtuellen Chatforum - ein völlig normales Diskussionsforum - lief mir dann jemand über den Weg, mit dem sich über viele Wochen ein immer persönlicher und intimer werdender Mail- und Telefonkontakt entwickelte. Aus diesem wurde meine letzte Beziehung, die nach mehr als 12 schönen Jahren im letzten Frühjahr für mich völlig unerwartet zu Ende ging. Und genau dieses Ende hat mir völlig den Boden unter den Füssen weggezogen, ich bin verletzt worden wie noch nie in meinem Leben und bin sehr lange einfach nur wie in Watte gepackt und betäubt herumgelaufen. Im Gegensatz zum Ende meiner Ehe verlief die Trennung "harmonisch" im Sinne von, ich bin nicht sofort ausgezogen sondern hatte Zeit für die Suche nach einer neuen Wohnung, es gab keine lauten Streitereien oder Vorwürfe und es ist uns gelungen, unsere über die Jahre gewachsene tiefe Freundschaft zu bewahren. Was mich glücklich macht. Ich habe lange gebraucht, um mich genau darauf einzulassen, denn es hing einzig und allein von mir ab ob das überhaupt funktionieren kann. Es sind viele deutliche Worte (und noch härtere Gedanken, die mir gerade die Schamesröte ins Gesicht treiben) auf dem Weg dahin gefallen und es gab Phasen der völligen Funkstille. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht zu ergründen, woran wir letztendlich gescheitert sind, ohne zu einem wirklichen befriedigenden Ergebnis zu kommen. Ich ziehe das Fazit, dass uns irgendwann irgendwo unterwegs die einzigartige Liebe zueinander abhanden gekommen ist und wir haben es zu spät gemerkt. Ich habe alle Phasen der Bewältigung durchlebt: die der tiefen Trauer und der unbändigen blinden Wut, die Phase der Gleichgültigkeit und Verleugnung, des Selbstmitleides und der ungerechten einseitigen Schuldzuweisung. Letztendlich die Phase des Akzeptierens und damit abschließen können, habe mich voll und ganz entliebt und bin sehr sicher, dass es keine Chance gibt für eine Wiederholung.

Ich mache vieles mit mir selber aus und auch in der Hinsicht, ich habe zwar viel mit engen Freunden darüber gesprochen, aber noch viel mehr mich zurück gezogen und meine Wunden geleckt. Ich kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat bis zum Punkt des Abschließens zu kommen. Es war zumindest lange, um wieder so weit zu sein, dass ich einen anderen Menschen so nahe an mich heranlassen würde, dass man mir weh tun könnte, ich meinen Schutzwall durchlässig mache, wenn nur der richtige daran kratzt. Tja, und wieso weiß ich, dass ich eine neue Liebesbeziehung haben und leben möchte? Dazu gibt es eine kleine Geschichte aus meinem Berufsleben: im späten Frühjahr dieses Jahr hatten sich ein paar Kolleginnen von mir auf einem meiner letzten Projekte in den Kopf gesetzt, mir einen neuen Mann zu suchen. Erklärung dazu: ich arbeite in einer deutlich von Männern dominierten Branche und Umgebung und führe ein Tingeltangelvagabundenleben (ich gehe dort hin, wo von mir betreute Projekte sind mit einer tiefen Verwurzelung in meinem Zuhause), das Verhältnis beträgt so 1:50 in etwa wenn nicht sogar mehr. Und da sollte doch einer für mich dabei sein, meinten diese Verrückten. Und damit sie zumindest eine Vorstellung von einem möglichen Objekt der Begierde hatten, musste ich natürlich so etwas wie ein Beuteschema (= Wunschprofil) erstellen. Leider kam es nicht mehr zum ersten Catwalk-Abend, aber es würde mich schon interessieren wen sie sich da ausgeguckt hätten. Die Frage nach dem Wunschprofil hat damals einen Denkprozess bei mir in Gang gesetzt, der spannend und interessant und auch schmerzhaft war. Habe mich sehr intensiv und ausführlich damit auseinander gesetzt, was ich wirklich will. Ob ich wirklich bereit bin, einen Menschen an meinem Leben teilhaben zu lassen und umgekehrt ihn durch sein Leben zu begleiten. Welche absoluten wenigen No Gos es gibt. Ich bin alleine aber nicht einsam, geschweige denn unglücklich, aber ich bin eindeutig nicht fürs Alleinsein geschaffen. Ich habe wenige Freunde und sehr viele Bekannte, die über die gesamte Republik verstreut leben. Diese bilden mein Netzwerk neben meiner Familie, bin eingebettet in ein forderndes und spannendes berufliches Umfeld mit sehr vielen Menschen um mich herum und kann auf eigenen Beinen stehen, ich brauche ganz sicher niemanden zu meiner Versorgung. Ich habe mich damit auseinander gesetzt, was ich von einem Partner erwarte und was ich umgekehrt zu geben bereit bin. Und ja, ich möchte wieder Sternchen vor den Augen haben und durch das pure Denken des Namens Herzklopfen bekommen. Und ich muss auch klar sagen, dass eine Liebe und gemeinsames Leben heute auf einem völlig anderen Fundament stehen muss als bisher. Eine Beziehung wäre allein schon durch das (Lebens)Alter völlig anders und würde unter völlig anderen Voraussetzungen beginnen, als zu Jugendzeiten oder mit Ende 20, denn jeder von beiden bringt sein Paket an Leben = Vergangenheit mit sich. Es würde niemals die völlige Aufgabe meiner Selbst bedeuten, und ich bin nicht bereit mich in ein Korsett zu quetschen, das mir zu groß / zu klein ist. Leider besteht das Risiko, dass der Verstand über das Herz regiert, leider kann zu oft die Vernunft siegen wo doch Unvernunft das Glück bedeuten könnte. Ich bin nicht krampfhaft auf der Suche, aber werde es zulassen wenn sich dieser Rausch einstellen sollte und daraus eine neue Liebesbeziehung wachsen kann. Ich weiß, dass mein eigenes Leben und -stil eine hohe bis unüberwindbare Hürde ist für die meisten Männer, aber dieses Risiko gehe ich ein, denn mich gibt es nur so oder gar nicht. Ich kann sehr deutlich formulieren, was ich will und was nicht. Das betrachte ich als Vorteil, denn so lässt sich sehr schnell abklären, ob der Gegenüber mir und meinem Leben gewachsen ist und gilt auch umgekehrt für mich, kann ich mich in sein Leben einbinden. Möchte ich Single sein? Nein, möchte ich nicht. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird bis ich einen Mann durch sein und er mich durch mein Leben begleitet und bis es soweit ist werde ich mich nicht in meinem Singledasein betrauern. Werde auch nicht auf Biegen und Brechen und egal auf welchem Wege einen Partner suchen - das kann in meinen Augen nur schief gehen und wäre dem Anderen gegenüber nicht fair. Natürlich gibt es Momente, in denen ich melancholisch bin und denke, alle anderen Menschen auf der Welt außer mir selber sind glücklich liiert, was natürlich völliger Blödsinn ist. Ich lasse die Melancholie zu und dann geht sie auch wieder ihrer Wege. Ich kann von mir behaupten, aufrecht durchs Leben zu gehen, schaue mit offenen Augen nach links und rechts und völlig unerwartet und unplanbar wird es mich (hoffentlich) erwischen. Ob das nun Tage, Wochen oder Monate, gar Jahre dauert keine Ahnung, erzwingen lässt sich nichts und so halte ich es auch mit PS "Alles kann, Nichts muss".

Einen schönen Tag & Grüße
Nina
 
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  • #8
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von koelner:
Liebe „eingeschworene“ Foren-Community…

Nachdem ich schon seit geraumer Zeit mal mehr, mal weniger vergnügt mitlese und in letzter Zeit zudem hier und da Kommentare abgegeben habe, möchte ich nun selbst ein Thema in diese illustre Diskussionsrunde einbringen:

Ich bin nun seit einem dreiviertel Jahr „selbstgewählter Single“ (d.h. aus einer längeren Beziehung bewusst ausgestiegen, weil sie nicht das war, was ich mir darunter letztendlich vorstellte bzw. wir diese auch nicht dahin entwickeln konnten). Ich hatte über den Sommer bis heute verschiedene dating-Erfahrung sammeln können (nicht nur über PS); für eine Beziehungsentwicklung hat es aus unterschiedlichsten Gründen allerdings (noch) nicht gereicht … (und ich versuche, mir da auch keinen Streß mit zu machen)
Mitunter schleicht sich neuerdings sogar bei mir der Gedanke ein, doch erst mal eine Zeit lang „richtig Single“ zu bleiben, wobei ich ausdrücklich sage, dass dies nicht meine überzeugte „Lebenseinstellung“ ist und ich sehr gerne in einer Partnerschaft („Stichwort Liebesbeziehung“) leben möchte. (Nein, ich gebe auch nicht die Hoffnung auf, die „Richtige“ zu finden…)

Mich interessieren Eure Einstellungen / Erfahrungen zum Single-Dasein bzw. dem (versuchten) Übergang in eine neue Beziehung:
- Wie lange war der ein oder andere von Euch wirklich „überzeugter Single“, bevor er sich wieder dazu entschied, sich um eine neue Beziehung zu bemühen?
- Was habt ihr so unternommen, um nach einer Beziehung; ggf. aber auch schon nach „Datings“ wieder den „nötigen Abstand zu gewinnen“; „zu sich selbst finden“ etc.? (mir kommt es mitunter so vor, als sei vieles an den „Selbstfindungstheorien“ nichts als blanke Theorie)
- welche „Voraussetzungen“ braucht ihr, um bereit zu sein, sich wirklich wieder auf jemanden einlassen zu können?

Danke im Voraus für Eure Beiträge

Gruß
Koelner

(p.s.: zur „Einsortierung", weil immer wieder aufgrund der Beiträge gerätselt wird - der Fragesteller gehört der unkomplizierten Ü-50 Fraktion an :)
Hallo Koelner,
puh, ich musste schon ordentlich grinsen bei so einem Text. Aber eigentlich schockiert mich sowas auch...
Ich weiß, deine Fragen sind in keinster Weise böse gemeint. Aber mir klingt das zu sachlich. Letztlich ist aber viel wahres dran was du erzählst. Jedoch hat es bei mir nie funktioniert, die Suche nach dem Partner, weil ich gerade gemeint habe, jetzt bin ich bereit für einen Partner. Waren leider alles Fehlgriffe, aus diversen Gründen.

Aber du schreibst, was macht man nach einer gescheiterten Beziehung um zu sich selbst zu finden? Wie das, war man in einer Partnerschaft keine eigenständige Person? Fängt man dann plötzlich an, Hobbys zu lernen, die man vorher während der Partnerschaft nicht gemacht hat? Uah, sowas hört man oft. Ich wollte schon immer mal tanzen lernen, sagen viele Singles... Komisch, sind alle Menschen so gleich gestrickt? Letztlich gehts da wohl eher um sich auf dem Markt zu präsentieren und orientieren. Warum machen die Menschen nicht innerhalb der Partnerschaft ihre Träume bzw. Wünsche wahr?

Die nächste Frage: bereit sein für eine Beziehung?
Muss man das? Nein... ich kenne einige Leutchen, die im größten Chaos in ihrem Leben, den Partner fürs Leben gefunden haben. Und es funktioniert. Weil es Liebe ist.

"Ich gebe die Hoffnung auf die oder den Richtigen nicht auf."

Oh, diesen Satz hasse ich so... Ist ein Partner die Erlösung oder warum? Hat man kein eigenes Leben oder ist es nur mit Partner lebenswert?


"Welche Voraussetzungen braucht man um bereit zu sein für eine Beziehung"?

Ich glaube das es Ausreden sind, wenn an einem Punkt von Kennenlernen jemand behauptet, ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung... meistens liegt es daran, dass man dann nicht die richtige Person für denjenigen ist. Manchmal kommt auch nie wieder die richtige Person, weil die Vorschäden und Erfahrungen einfach zu verletztend waren und man selber nicht aus der Misere rauskommt.

Letztlich bin ich mittlerweile der Meinung: Beziehungen halten heute nur noch, wenn echte Liebe im Spiel ist. Alles andere sind oft Zweckbeziehungen, weil die Leute nicht allein bleiben wollen, Gewohnheite oder finanzielle Aspekte etc.. Diese Beziehungen halten aber nur in den seltensten Fällen, oder nur, weil einer der Partner zu viele Kompromisse macht... aber wie gesagt, meistens merkt man doch, wenn die Liebe nicht groß genug ist.

Jedenfalls sind das meine Beobachtungen in meinem Freundeskreis und leider werden es immer mehr.

Ich jedenfalls habe für mich entschieden, eine echte Liebesbeziehung ( wie wir uns alle wohl wünschen), kann man nicht suchen, sondern: Beziehungen (Liebe) passiert.

Außerdem sollte man sich von dem Gedanken "Der/oder die Richtige kommt" verabschieden.
Denn der wichtigste Mensch im Leben ist man immer selber (ohne egoistisch sein zu wollen).

LG Anida
 
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  • #9
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

@Nina, Danke für den intensiven und offenen Einblick den Du allen Mitlesern hier gewährst!
Ich finde, bei jedem mögen vielleicht die Umstände und äußeren Bedingungen anders sein, aber in vielem von dem was Du wie beschreibst, kann man sich und seine eigenen Vorstellungen bzw. heutigen Herangehensweisen an diese Themen wiederfinden!

All die offenen Worte hier zeugen von offenen und interessanten Menschen, die dahinter stehen... Was mich zu einer "Ergänzungsfrage" bringt... Wie kann man Forenmitglieder persönlich kennen lernen?

Lieben Gruss
Kölner
 
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  • #10
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von Anida:
Außerdem sollte man sich von dem Gedanken "Der/oder die Richtige kommt" verabschieden.
Denn der wichtigste Mensch im Leben ist man immer selber (ohne egoistisch sein zu wollen).
LG Anida
Danke für das Filletieren meiner Fragen und ich stimme Dir in vielen Punkten zu, besonders in Bezug auf das Thema Liebesbeziehung... Dies setzt m.E. ein intensives Gefühl füreinander voraus, aus dem sich die Liebesbeziehung entwickeln kann. Auch das will ich nicht ausschließen selbst im größten Chaos wie Du schreibst, alles richtig... Wenn es passiert, passiert es eben... (Und dann ist " die Richtige " eben gekommen... Da ist doch nichts Falsches dran?)

Gruss
Koelner
 
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  • #11
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von koelner:
@ Nettmann... Deinerseits...

Bislang Danke für Eure Offenheit!

Gruss
Koelner
Hallo Kölner,
kann ich dir nicht sagen. Manchmal denke ich es passt bei dem Gegenüber, manchmal denke ich, für mein Gegenüber wäre ich meinerseits nicht bereit. Ich habe einmal die Erfahrung gemacht, dass beide in einem Stadium waren, dass das Sich auch noch mit der Situation des anderen beschäftigen vermutlich die Kräfte überbelastet hätte, auch wenn andererseits ein gegenseitiges Verstehen in einer solchen Phase auch helfen kann.
Was ich halt nicht möchte, ist das Gefühl zu haben, durch mein eigenes Bedürfnis nach Nähe, Reden, ... dem anderen (zu viel) Energie zu entziehen.
Auch möchte ich nicht irgendwie das Gefühl haben, ich suche einen Partner um jeden Preis und gehe dafür Kompromisse ein, die auf Dauer nicht tragfähig sind. Hier kreist so gern der Begriff Basics dafür auf.

Nettmann
 
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  • #12
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von koelner:
Liebe „eingeschworene“ Foren-Community…

Nachdem ich schon seit geraumer Zeit mal mehr, mal weniger vergnügt mitlese und in letzter Zeit zudem hier und da Kommentare abgegeben habe, möchte ich nun selbst ein Thema in diese illustre Diskussionsrunde einbringen:
Lieber Koelner, da du der 50+ Fraktion angehörst will ich dir gerne antworten, denn in unserem Alter sind die Wünsche denke ich schon anders gelagert.

>>
-Wie lange war der ein oder andere von Euch wirklich „überzeugter Single“, bevor er sich wieder dazu entschied, sich um eine neue Beziehung zu bemühen?
>
- Was habt ihr so unternommen, um nach einer Beziehung; ggf. aber auch schon nach „Datings“ wieder den „nötigen Abstand zu gewinnen“; „zu sich selbst finden“ etc.? (mir kommt es mitunter so vor, als sei vieles an den „Selbstfindungstheorien“ nichts als blanke Theorie)
 
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  • #13
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von Nettmann:
Hallo Kölner,
kann ich dir nicht sagen. Manchmal denke ich es passt bei dem Gegenüber, manchmal denke ich, für mein Gegenüber wäre ich meinerseits nicht bereit.

Was ich halt nicht möchte, ist das Gefühl zu haben, durch mein eigenes Bedürfnis nach Nähe, Reden, ... dem anderen (zu viel) Energie zu entziehen.
Auch möchte ich nicht irgendwie das Gefühl haben, ich suche einen Partner um jeden Preis und gehe dafür Kompromisse ein, die auf Dauer nicht tragfähig sind. Hier kreist so gern der Begriff Basics dafür auf.

Nettmann
Ja, ich denke ähnlich, vor allen Dingen gibt es zwischen Mann und Frau eh Unterschiede, und was bei ihm Passend sein mag, kann bei ihr genau das Gegenteil sein, weil sie auf anderes "passendes" am meisten Wert legt. Daher wünsche ich mir einen Mann, wo wir gemeinsam schnell merken, und uns auch darüber austauschen können, was für ihn passend ist und was für mich. Das fängt beim Sex an, ähnliches Nähe-Distanz-Bedürfnis, geht über gemeinsame Interessen, Wertvorstellungen, ähnlicher Typ, Geschmäcker, usw.
 
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  • #14
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von Mentalista:
Ja, ich denke ähnlich, vor allen Dingen gibt es zwischen Mann und Frau eh Unterschiede, und was bei ihm Passend sein mag, kann bei ihr genau das Gegenteil sein, weil sie auf anderes "passendes" am meisten Wert legt. Daher wünsche ich mir einen Mann, wo wir gemeinsam schnell merken, und uns auch darüber austauschen können, was für ihn passend ist und was für mich. Das fängt beim Sex an, ähnliches Nähe-Distanz-Bedürfnis, geht über gemeinsame Interessen, Wertvorstellungen, ähnlicher Typ, Geschmäcker, usw.
Mentalista,
ich glaube erst heute, dass es mir nicht mehr um das geht, schnell zu merken was Sache ist, sondern den Prozess mitarbeiten zu lassen. Im Kennenlernen offen sein, dass man zusammenwachsen kann, dass man sich immer besser kennenlernen kann und insbesondere auch akzeptiert, dass jeder sich verändern kann und darf.

Darum bin ich auch der Meinung das PS dieses Dating nicht das Richtige ist für mich, weil sovieles so schnell klar sein soll und sein müsste und bei vielen ist.

Es gab kürzlich eine Sendung über Menschen die über's Internet Dating jemanden suchten und diverse Begegnungen hatten. Ich habe leider nur den Schluss gesehen. Quintessenz war bei einer sehr hübsch aussehenden, sicher auch klugen und selbstsicheren Frau um die 30, dass sie Männer kennenlernte die von ihr begeistert waren, umgekehrt war es dann doch nicht so. Nun hat ein Bekannter von ihr diese Erfahrungen begleitet, eben als Freund, sie hat ihm auch immer erzählt was gerade gelaufen war. Sie war nun am Punkt angelangt,wo sie sagte, sie würde sich nun abmelden. Das veranlasste diesen Freund den sie schon länger kannte ihr zu sagen, dass sie ihm als Frau gefalle, er aber gewusst habe wie wählerisch sie sei und darum gar nie etwas gesagt habe. Sie fiel zuerst aus allen Wolken, war sprachlos, doch so wie es am Schluss des Filmbeitrages aussah, kann man sich sehr gut vorstellen wie es dann weiterging :)
 
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  • #15
AW: Single - Erfahrungsschätze gesucht...

Zitat von Satjamira:
Mentalista,
ich glaube erst heute, dass es mir nicht mehr um das geht, schnell zu merken was Sache ist, sondern den Prozess mitarbeiten zu lassen. Im Kennenlernen offen sein, dass man zusammenwachsen kann, dass man sich immer besser kennenlernen kann und insbesondere auch akzeptiert, dass jeder sich verändern kann und darf.
Hallo Du Liebe,

richtig, wichtig ist es im Kennenlernen offen zu bleiben, aber ich schaue mehr als früher zuerst genau hin, ob gute Muttererde und gutes Saatkorn da ist, damit auch gut was wachsen kann. Es nützt ja nichts, wenn ich weiss, was ich will, was ich kann, was ich habe, wenn der Mann sich nur auf seine Gefühle verlässt, die oft nur aus Sehnsucht nach geliebt werden und Sehnsucht nach Sex besteht, aber er dafür keine Basics hat, eine Partner!-Beziehung auch mitgestalten kann und will. Dazu gehört halt auch die Fähigkeit, die Intelligenz, damit umgehen zu können, dass man sich jeden Tag verändert, somit der Partner auch. Viele haben vor dieser Veränderung Angst, fürchten sich davor und lehnen somit Veränderung ab. Da kann also nichts wachsen. Das hat für mich auch was mit Neugierde, Wissenshunger und einer guten Portion (im großen und ganzem) gesehen Selbstbewussstsein zu tun.
 
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