P

Philippa

  • #61
Ich finde ja durchaus, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen meinem Willen zur Autonomie (hinter dem vermutlich Angst steckt) und meiner Schwierigkeit, einen Partner zu finden. Da hast du vermutlich recht, Heike. Und ich denke, das hat rein gar nichts mit Rollenvorstellungen zu tun.

Ob man das aber auf die Gesellschaft übertragen kann?
 
Zuletzt bearbeitet:
P

Philippa

  • #62
Zitat von Heike:
Man könnte auch mal so fragen: Braucht man sich eigentlich selbst?
Wenn ja, wofür?
Ich brauche mich selbst, um zu denken, zu fühlen, zu handeln. Um zu existieren.
Ich brauche mich aber auch stark selbst, weil ich es nicht schaffe, mich gänzlich auf jemanden zu verlassen, auch in Bereichen, wo andere eigentlich qualifizierter sind.

Ich brauche mich auch oft, um über Dinge zu reflektieren, die ich noch nicht verstanden habe. Wenn ich dann bei mir selbst etwas nachvollziehen kann, dann ist es vielleicht auch möglich, auf eine gesellschaftliche Ebene zu gelangen. Aber Heike sagt vermutlich gleich wieder, dass ich mich wie ein dickes Baby in den Weg lege...
 
Zuletzt bearbeitet:
P

Philippa

  • #63
Zitat von t.b.d.:
Ebenso hielte ich Skepsis für angebracht, wenn eine Langeitbeziehung überwiegend oder gar ausschließlich deshalb Bestand hatte, weil sie auf Abhängigkeit oder einseitiger Unterordnung basierte.
Gibt es auch gegenseitige Abhängigkeit? Ist das nicht eher die Regel? Aber wo liegt dann die Grenze zwischen einander brauchen und abhängig sein?

Ich schwanke ja irgendwie hin und her zwischen folgenden zwei Sichtweisen:

A) Nur ein autonomer Mensch kann lieben, denn sonst wäre es Abhängigkeit.

B) Autonomie hat etwas Arrogantes und Vereinzeltes. Wer autonom ist, hat es schwer mit der Liebe.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast

  • #64
Irgendwie lieben kann fast jeder. Die Frage ist doch eher, welcher Gestalt es ist.
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #66
Zitat von Philippa:
Ich brauche mich selbst, um zu denken, zu fühlen, zu handeln. Um zu existieren.
Braucht man sich dafür? Das macht man halt. Wie atmen. Dafür braucht man sich auch nicht selber. Also ohne einen gehts nicht, das ist klar. Aber sich dafür brauchen, das fänd ich eine seltsame Formulierung.
Anders scheint es hingegen dabei zu sein, wenn es heißt, man soll sich vertrauen, oder man soll sich selbst sein bester Partner sein, oder eben: man heiratet sich selbst. Da scheinen Leute sich selbst zu brauchen. Wofür man sonst erstmal einen anderen bräuchte.
 
P

Philippa

  • #67
Zitat von Heike:
Braucht man sich dafür? Das macht man halt. Wie atmen. Dafür braucht man sich auch nicht selber. Also ohne einen gehts nicht, das ist klar. Aber sich dafür brauchen, das fänd ich eine seltsame Formulierung.
Anders scheint es hingegen dabei zu sein, wenn es heißt, man soll sich vertrauen, oder man soll sich selbst sein bester Partner sein, oder eben: man heiratet sich selbst. Da scheinen Leute sich selbst zu brauchen. Wofür man sonst erstmal einen anderen bräuchte.
Sich selbst vertrauen? Ich weiss nicht recht, was ich davon halten soll. Wichtiger ist es meines Erachtens, dem Leben zu vertrauen.
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #68
Zitat von Philippa:
Sich selbst vertrauen? Ich weiss nicht recht, was ich davon halten soll. Wichtiger ist es meines Erachtens, dem Leben zu vertrauen.
DAs ist ja vielleicht die Lebensfeindlichkeit, die hier grassiert. Nicht den anderen Menschen, insbesondere nicht den Menschen fremden Geschlechts, nicht dem Leben vertrauen, sondern dafür umso mehr sich. Das hat den Vorteil, daß man sich vormachen kann, was man will. Was man da vertraut und obs stimmt, ist ja egal, hauptsache man vertraut sich.
 
G

Gast

  • #69
Und dann gerät das Weltbild auch nicht so schnell ins Wanken. Man hat ja sich. Auch wenn es voller Ambivalenz ist dieses Ich, quasi Quantenmechanik.
Draußen ist böse, innen ist gut.
 
Beiträge
1.557
Likes
1.987
  • #70
Zitat von Philippa:
Gibt es auch gegenseitige Abhängigkeit? Ist das nicht eher die Regel? Aber wo liegt dann die Grenze zwischen einander brauchen und abhängig sein?

Ich meine hauptsächlich wirtschaftliche Abhängigkeit.


Ich schwanke ja irgendwie hin und her zwischen folgenden zwei Sichtweisen:

A) Nur ein autonomer Mensch kann lieben, denn sonst wäre es Abhängigkeit.

B) Autonomie hat etwas Arrogantes und Vereinzeltes. Wer autonom ist, hat es schwer mit der Liebe.
Lieben kann man sicher unabhängig davon. Der Abhängige kann aber nicht weg wenn sich die Liebe davongemacht haben sollte.
 
Beiträge
8.079
Likes
7.870
  • #71
Zitat von t.b.d.:
Ich meine hauptsächlich wirtschaftliche Abhängigkeit.
Lieben kann man sicher unabhängig davon. Der Abhängige kann aber nicht weg wenn sich die Liebe davongemacht haben sollte.
Da ist was dran. Ich denke an meine Freundin, die nun die A-Karte hat. Jahrelang hat sie als Lebenspartnerin mit ihm gearbeitet. Und nach der Trennung (der Unabhängige hat also die Abhängige verlassen) steht sie vor dem wirtschaftlichen Nichts... Als Frau darf man sich auf so etwas nicht mehr einlassen. Aber am Anfang, wenn die Liebe groß ist, denkt man eben nicht zwangsläufig an ein unwürdiges Ende und die Konsequenzen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
1.923
Likes
86
  • #72
Zitat von lisalustig:
Da ist was dran. Ich denke an meine Freundin, die nun die A-Karte hat. Jahrelang hat sie als Lebenspartnerin mit ihm gearbeitet. Und nach der Trennung (der Unabhängig hat also die Abhängige verlassen) steht sie vor dem wirtschaftlichen Nichts... Als Frau darf man sich auf so etwas nicht mehr einlassen. Aber am Anfang, wenn die Liebe groß ist, denkt man eben nicht zwangsläufig an ein unwürdiges Ende und die Konsequenzen.
Wenn er Schneid hätte, würde er sie auch jetzt nach der Trennung gleichberechtigt finanziell behandeln oder auszahlen oder, oder .. schaut sie wirklich in die Röhr? Was ist das nur für ein Mensch! Er hat durch Vorteilnahme gehandelt, beabsichtigt oder nicht, eigentlich egal ... er wäre an der Reihe, das zu ändern.
 
Beiträge
8.079
Likes
7.870
  • #73
Zitat von Yvette:
Wenn er Schneid hätte, würde er sie auch jetzt nach der Trennung gleichberechtigt finanziell behandeln oder auszahlen oder, oder .. schaut sie wirklich in die Röhr? Was ist das nur für ein Mensch! Er hat durch Vorteilnahme gehandelt, beabsichtigt oder nicht, eigentlich egal ... er wäre an der Reihe, das zu ändern.
Ich hatte diesbezüglich einen Thread aufgemacht ("Was machen die, denen das Schicksal den Job nahm, downdaten, gar nicht daten?" oder so ähnlich).

Er ist Millionär. Und es ist ihm nur ein Mensch auf dieser Welt wichtig - er selbst. Er hat sich nebenbei auf Partnerbörsen eine Neue gesucht und dann warmgewechselt. Ihr hat er gesagt, er wäre juristisch zu nichts verpflichtet. Und er hat Recht. Moral und Anstand sind nicht einklarbar.
 
Beiträge
394
Likes
141
  • #75
Zitat von lisalustig:
Da ist was dran. Ich denke an meine Freundin, die nun die A-Karte hat. Jahrelang hat sie als Lebenspartnerin mit ihm gearbeitet. Und nach der Trennung (der Unabhängige hat also die Abhängige verlassen) steht sie vor dem wirtschaftlichen Nichts... Als Frau darf man sich auf so etwas nicht mehr einlassen. Aber am Anfang, wenn die Liebe groß ist, denkt man eben nicht zwangsläufig an ein unwürdiges Ende und die Konsequenzen.
​so richtig leid tun mir diese Abhängigen auch nicht.

​Klar, es sind in der Regel die Unabhängigen, die die Abhängigen/Abhängigeren verlassen , deshalb hat fafner ja auch so Angst.
 
G

Gast

  • #76
Zitat von lisalustig:
Ich hatte diesbezüglich einen Thread aufgemacht ("Was machen die, denen das Schicksal den Job nahm, downdaten, gar nicht daten?" oder so ähnlich).

Er ist Millionär. Und es ist ihm nur ein Mensch auf dieser Welt wichtig - er selbst. Er hat sich nebenbei auf Partnerbörsen eine Neue gesucht und dann warmgewechselt. Ihr hat er gesagt, er wäre juristisch zu nichts verpflichtet. Und er hat Recht. Moral und Anstand sind nicht einklarbar.
Entschuldigung, aber daß er ein Po Loch ist, dafür gabs vorher keine Anzeichen?
 
Beiträge
16.054
Likes
8.093
  • #78
Zitat von Git80:
Wenn du deine Lebenserfahrung nicht auf fremde Menschen überträgst, bist du (sorry!) vollkommen naiv. Fängst du ernsthaft bei jedem neuen Menschen in deinem Leben mit nem "weißen Blatt Papier" an? Kann ich nicht glauben.
Das mache ich natürlich nicht, aber ich versuche trotzdem differenzierend dabei vorzugehen. Vor allen Dingen habe ich keine Befürchtungen vor starken=selbstbewussten Männer. Ich würde starke Männer auch nicht als zickig bezeichnen. Ich bewundere starke=selbstbewusste=integere Männer. Es gibt so wenig von denen. Ich definiere stark sein anscheinend anders als du.

Meine Fragen an dich in Zusammenhang mit Rechten zu setzen, irritiert mich sehr. Hier ging es um dich, ganz allein um dich.
 
Beiträge
16.054
Likes
8.093
  • #79
Zitat von Dr. Bean:
Naja Frauen interpretieren ja auch in Alles was Mann sagt etwas hinein. Ich hab mir das jetzt auch angewöhnt. :)

Für mich ist ein Mensch, der sagt er sei zu stark, unehrlich mit sich selbst. Weil man kann ja in einer Partnerschaft nicht wirklich zu stark sein, außer man will seinen Partner dominieren. Man kann nur zu schwach und bedürftig sein. Deswegen ist das "zu stark" attribut für mich ein Zeichen, dass da etwas anderes im Argen ist.
Dann finde ich es arrogant, sich selbst stärker als andere zu sehen und sich so einzuordnen. In dem man sagt, ich bin zu stark, also fallen für mich gewisse Partner flach. Es mag zwar stimmen aber höflicher wäre es, wenn man dann einfach nicht drüber spricht oder potentiellen Kandidaten sagt: du bist nicht mein Typ.

Ich kenne mich ein wenig aus mit sehr starken Frauen, meistens sind sie der Typ Frau, auf den ich stehe. Das liegt daran, weil ich in der Partnerschaft gerne jemanden habe, auf den ich bauen kann, mit dem ich planen kann. Dennoch laufe ich nicht durchs Leben und sage, die meisten Frauen sind zu schwach für mich. Das wäre einfach furchtbar unhöflich. Von daher schließe ich auf den Charakter von Menschen, die so etwas sagen, dass sie zumindest in puncto Höflichkeit und Demut nicht viel zu bieten haben. Solche Leute mögen wir nciht im Kohlenpott. :)
Man machst du ein Tara um das Thema und dann sprichst du noch für alle Menschen im Kohlenpott, der längst keiner mehr ist. Das finde ich arrogant. Du stehst doch auf Bescheidenheit und Demut...
 
D

Deleted member 4363

  • #80
Zitat von Mentalista:
Man machst du ein Tara um das Thema und dann sprichst du noch für alle Menschen im Kohlenpott, der längst keiner mehr ist. Das finde ich arrogant. Du stehst doch auf Bescheidenheit und Demut...
Hilfe........................meine Ignorierliste funktioniert nicht mehr.
 
D

Dr. Bean

  • #83
Zitat von Heike:
Ich hab immer den Eindruck, die Leute haben zu wenig zu tun, deswegen insznieren sie ständig Mann-gegen-Frau- und Frau-gegen-Mann-Gefechte.
Interessieren würde mich auch, wie das auf Homosexuelle wirkt. Da lesen doch sicherlich auch ein paar mit.

Ein Phänomen ist aber auch die Nibelungentreue zur Individualisierung und Autonomisierung. Auf die darf man ncihts kommen lassen. Die ist so rein und unschuldig, oder auch einfach so ersehnt wie sonst nur der Selbstwert.
Dabei ist doch der Feuilleton seit vielen Jahren voll von Berichten auch über die Schattenseiten.
Und auch hier im Forum werden von Zeit zu Zeit ja Links gesetzt.
Hat nicht Howlith eben erst was zur Bindungsmüdigkeit von Männern gepostet?
Und gabs nicht vor einigen Wochen hübsche Artikel zum Phänomen der Selbstheirat?
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/egoismus-ich-heirate-mich-ld.113355
Haha, das finde ich gut :). Dann gibts demnächst bestimmt auch die Solo-Ehe für Männer, wo man sein Auto heiraten kann xD. Klar haben die Leute zu wenig zu tun, sind ja alle Single :D.

Ich glaube bei Homosexuellen ist der Bedarf zur Rollenverteilung noch schlimmer ausgeprägt. Ich kenne ein Paar, da ist die Diskussion wer Frau und wer Mann ist schon raumfüllend. Auch werden generell fremde Männer, seien sie hetero oder homo, kategorisiert ob sie eher der männliche oder weibliche Part sind.

Was du als Mann manchmal mitmachen musst, will ich dir gar nich erzählen. :)
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #84
Zitat von Dr. Bean:
Haha, das finde ich gut :). Dann gibts demnächst bestimmt auch die Solo-Ehe für Männer, wo man sein Auto heiraten kann xD. Klar haben die Leute zu wenig zu tun, sind ja alle Single :D.

Ich glaube bei Homosexuellen ist der Bedarf zur Rollenverteilung noch schlimmer ausgeprägt. Ich kenne ein Paar, da ist die Diskussion wer Frau und wer Mann ist schon raumfüllend. Auch werden generell fremde Männer, seien sie hetero oder homo, kategorisiert ob sie eher der männliche oder weibliche Part sind.

Was du als Mann manchmal mitmachen musst, will ich dir gar nich erzählen. :)
Na, du kennst ja Homosexuelle: sind die tatsächlich in ihrem Selbstverständnis so überzeuge Fans vom Mann/Frau-Gerede wie sonst nur die hinterwäldlerischsten Heteros oder machen sie sich mächtig darüber lustig? :)

Objektophile sind übrigens noch mal was anderes als Selbstpartner. Sie haben ja, wenn zwar nicht jemanden, aber eben etwas.
Geheiratet wird da übrigens auch, wie wieder der Blick ins Feuilleton verrät:
http://www.fr-online.de/sexualitaet...-verlieben-sich-in-ding,9563662,28184150.html

Wieso gibts hier keine Threads zu Themen wie "Was würdet ihr Heiraten, da es mit den Männern/Frauen nicht klappt: Tannenzapfen oder Plastiktüte?"

Das sind offenbar die Unterschiede: während die gemeine Japanerin sich glamourhaft selbst heiratet und die gemeine Amerikanerin den Eiffelturm heiratet und seinen Namen annimmt, macht die gemeine Forumsdeutsche was? Sie kauft für 9,90 einen Ratgeber zur Selbstliebe und schreibt in Foren, man solle sich, natürlich nur metaphorisch, aber dafür umso bemühter, unbedingt selbst heiraten, denn man sei sich selbst der nächste.
 
G

Gast

  • #85
Eindeutig Tannenzapfen. Überall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen.

Kann man sich von sich selbst auch wieder scheiden lassen?

Das Internet der Dinge ist die Zukunft. Dies und Autonomes Fahren.
Letzteres aber nur auf ausgewiesenen Straßen.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast

  • #88
Wird Zeit, dass der fafner wieder 'ne Frau findet. Dann kann er erneut erzählen, was er für ein toller Hecht ist und wie Mann es macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
1.557
Likes
1.987
  • #89
Zitat von Heike:
Was mich schon immer mal interessiert hat, aber beim Mangel an Automobiloerotophilen in meinem näheren Umkreis nicht klären konnte: ist so ein Auspuff eigentlich eher phallisch oder vaginal?
Ich hätte ja in Bezug auf Auspuff ob des Austretens gasförmiger Stoffwechselendprodukte eher auf rektal getippt...
 
  • Like
Reactions: Yin