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  • #1

Sind Beziehungen ab 40 aufwärts immer kompliziert?

Würde mich mal interessieren, wie ihr das seht.....

Ich habe in den letzten zwei Jahren doch mehrfach jemanden kennengelernt - real life oder in letzter Zeit hier - fr den ich mich interessiert hätte und den ich gern näher kennenlernen wollte. Dass ein erstes Date mit einer zweiten Verabredung endet oder auch noch mit einigen weiteren finde ich gar nicht so die grosser Herausforderung. Das Drama kommt sozusagen erst danach ;-) Meine Erfahrungen sind ernüchternd....
Natürlich haben in dem Alter die meisten bereits Verpflichtungen, Kinder, eingebunden im Job etc.. Ich ja auch. Aber damit sollte man ja umgehen können. Viel schwieriger scheinen mir die "emotionalen Baustellen". Aus all diesen Bekanntschaften wurde nie mehr. Und zwar meist nicht, weil die betreffenden Männer nach einem unbeschwerten und schönen Flirt am Anfang irgendwann festgestellt haben, dass sie aus dem einen oder anderen Grund gar nicht bereit sind für eine Beziehung. Da gibt es die ganze Pallette: laufender Scheidungskrieg, Krise im Job, verwitwet und noch nicht wirklich offen, Scheidung/Trennung nicht verarbeitet, Angst vor Verletzung, Zurückschrecken vor der Lebenssituation (in dem Fall war der Mann auch alleinerziehend und hatte Schiss, dass sich unsere Kinder nicht verstehen, weil sie nicht gleich alt waren).

Ich lasse ein Kennenlernen eigentlich langsam angehen, möchte gern Zeit mit dem Anederen verbringen, Dinge gemeinsam unternehmen, um dann langsam festzustellen, in welche Richtung es sich entwickelt. Ein wenig flirten darf schon gern sein. Immer wenn es dann ernster wurde, zunächst gegenseitig und Beteuerungen, wie wichtig ich dem Mann bin etc. kam dann plötzlich auch die Angst. Meist haben die Männer sich zurückgezogen. Mit manchen blieb eine Freundschaft bestehen, so dass ich ihnen ihre Gründe auch glaube, weil sie bis jetzt Single sind.

Jetzt habe ich wieder jemanden kennengelernt. Wir haben sehr viel Kontakt, die ersten Schmetterlinge....er meldet sich mehrmals täglich per sms, wir telefonieren abends und sehen uns so oft wie möglich. Da kam bei ihm die Krise: Job verloren wegen Umstrukturierungen....er muss sich zwar keine Sorgen machen, dass er nichts Neues findet, aber es hat offenbar trotzdem viele Selbstzweifel ausgelöst und geht ih schlecht damit. Und schon kommt der Rückzug. Er sagt Treffen ab, dann will er doch wieder, beteuert, es liegt nicht an mir, er bräuchte nur etwas Zeit....Da er sich weiterhin täglich meldet und sehr offen mit mir über seine Sorgen spricht, glaube ich ihm. Er fährt auch immerhin 150km um mich nur für ein paar Stunden am Abend zu sehen.....auch wenn er jetzt mal abgesagt hat, meist klappt es dann doch oder er schlägt sofot einen neuen Termin vor. Aber ich frage mich langsam, ob ich das noch kann und will, wieder so eine Krise miterleben und mir Hoffnungen machen. Kann das überhaupt gut gehen? Wenn jemand in so einer Umbruchssituation im Leben eine neue Beziehung beginnt?

Momentan nähern wir uns weiter an, sehr langsam halt, aber das ist ja nicht schlecht. Aber ich merke, dass ich jetzt langsam auch Angst habe....wieder so kompliziert....das geht doch nie gut!
Im Gegensatz zu ihm hab ich auch meine Baustellen, aber fühle mich davon längst nicht so beeinträchtigt im Bezug auf eine neue Partnerschaft....ich bin wirklich frei und offen dafür....sehne mich aber inzwischen nur noch danach, dass es mal einmal unkompliziert ist....! Gibt's das noch???
 
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  • #2
Zitat von PfGa:
Kann.

Zitat von PfGa:
...sehne mich aber inzwischen nur noch danach, dass es mal einmal unkompliziert ist....! Gibt's das noch???
Ja, aber das fällt nicht mehr vom Himmel wie im Teenager-Alter. Einerseits nehmen wir Beziehung heute meist ernster als früher, was aber auch bedeuten kann, dass wir uns (und den anderen) mit Idealen und Vorstellungen überfordern. Hier muss man vereinfachen, Ballast abwerfen und sich auch auf Beziehungsmodelle einlassen können, die man bis dato ausgeschlossen hat oder für minderwertig hielt.
 
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  • #3
Wenn Dein Herz Dir sagt, dass Du ihm (wenn auch langsam) näher kommen möchtest, dann lass Deinen Kopf nicht eine Entscheidung fällen, die auf Angst beruht. Höre auf Dein Herz. Lass ihn langsam näher kommen und schaue, was passiert.

Du klingst wirklich bereit. Vertraue auf Dein Herz. Es kennt die Antwort.

[erst wenn Dein Herz Dir zur Vorsicht rät, solltest Du vorsichtig sein.]
 
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  • #4
Eben hat technisch etwas nicht geklappt. Ich bezog mich gerade (#3) auf Deinen Post im Allgemeinen und auf diese Stelle im Speziellen:

Zitat von PfGa:
Momentan nähern wir uns weiter an, sehr langsam halt, aber das ist ja nicht schlecht. Aber ich merke, dass ich jetzt langsam auch Angst habe....wieder so kompliziert....das geht doch nie gut!
Daraufhin schieb ich #3 und endete mit

[erst wenn Dein Herz Dir zur Vorsicht rät, solltest Du vorsichtig sein]

Diese Einschränkung fiel technikbedingt offenbar weg. Zufall oder...?
 
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  • #5
Hallo PfGa!

Du hast hier im Eingangstext gut beschreiben können, was Du bisher für Erfahrungen gemacht hast - ich kann Deine Ängste nachvollziehen...
Vielleicht beschreibst Du ihm einfach auch mal, was Du erlebt hast und dass Du diese Angst verspürst...
Drüber reden - Kommunikation - vielleicht hilft das weiter...

Ich drücke Dir die Daumen!

LG

Blanche
 
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  • #6
Zitat von suzanne:
Wenn Dein Herz Dir sagt, dass Du ihm (wenn auch langsam) näher kommen möchtest, dann lass Deinen Kopf nicht eine Entscheidung fällen, die auf Angst beruht. Höre auf Dein Herz. Lass ihn langsam näher kommen und schaue, was passiert.

Du klingst wirklich bereit. Vertraue auf Dein Herz. Es kennt die Antwort.

[erst wenn Dein Herz Dir zur Vorsicht rät, solltest Du vorsichtig sein.]
Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Das Herz weiß gar nichts. Auf eine Blutpumpe zu hören ist das dümmste, was Du tun kannst.

Verwende dein Gehirn! Dein Wissen, deine Erfahrung, dein Gefühl (denn auch dieses ist in deinem Gehirn lokalisiert, wo denn sonst?).
 
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  • #7
Etwas ist nur dann kompliziert, wenn man es kompliziert macht :)
 
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  • #8
Zu Beginn einer Beziehung eine Umbruchszeit mitzutragen, ist schwer bzw. auch kompliziert, doch es zeigt auch die Bereitschaft, in guten sowie in schwierigen Zeiten zu Einem zu stehen. Es wird in jedem Alter schwierige Zeiten geben, wie Jobverlust, Umzug, Tod der Eltern usw. Meine Meinung: wenn Du diese schwierige Zeit jetzt mit ihm zusammen durchlebst, bindet das Euch noch viel stärker zusammen.
 
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  • #9
Naja, ich habe ehrlich gesagt keine Angst davor, eine Krise mit ihm gemeinsam durchzustehen. Eher davor, dass er zur Zeit gar nicht in der Lage ist, sich wirklich zu binden in einer neuen Beziehung.
Meiner Meinung nach steht er mit einem Bein im Burnout, womit ich mich berufsbedingt etwas auskenne. Sowas ist keine kurze Krise, die schnell verfliegt, sobald es jobmässig wieder läuft. Das zieht sich.
Und ich habe einfach Angst, dass ich mich einlasse und hinterher wieder die "Dumme" bin. Mein Leben mit einem Kind (das andere ist schon aus dem Haus aber kommt noch häufig) und Job ist auch nicht immer locker und easy. Und ich bin nicht so frei, jetzt einfach endlos lang mit ihm sehr viel Zeit nur zu zweit zu verbringen. Klar, die haben wir und momentan will ich es auch noch nicht anders, aber das geht ein paar Wochen so, nicht viele Monate.

Ich habe schon mit ihm gesprochen und glaube, dass er es versteht, aber man spürt auch sehr deutlich, dass er sich jetzt nicht auf weitere Sorgen einlassen mag. Und auch ein wenig beleidigt reagiert, er wäre schliesslich nicht so wie andere, die mir vielleicht schon begegnet sind. Ich finde es ehrlich gesagt auch immer schwierig, wenn zu viel über alte Beziehungen erzählt wird.....und bin froh, dass er seinerseits mir nichts von seinen ziemlich erfolglosen Versuchen erzählt, mit einer anderen alleinerziehenden Mutter. Dann hätte ich ständig das Gefühl, ihm beweisen zu müssen, dass ich mit meinem Leben nicht so überfordert bin wie sie es war und keinen Ernährer suche....

Aber was mich interessiert: wie habt ihr beginnende Beziehungen in dem Alter erlebt, mit allen Belastungen drumherum: Gab es da noch ein wenigstens teilweise unbeschwertes Verliebstsein und den Glauben daran, dass man es schaffen kann zusammen?
 
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  • #10
In einer so frühen Phase bist Du nicht Teil des Problems.
Fraglich, ob es dir guttut, Teil der Lösung werden zu wollen ...
 
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  • #11
Zitat von PfGa:
Aber was mich interessiert: wie habt ihr beginnende Beziehungen in dem Alter erlebt, mit allen Belastungen drumherum: Gab es da noch ein wenigstens teilweise unbeschwertes Verliebtsein und den Glauben daran, dass man es schaffen kann zusammen?
Im Prinzip ja...

Wobei sich hier die exogenen Belastungen bisher doch sehr in Grenzen hielten, was natürlich ungemein hilft.

Mein Problem ist, daß ich zu viel alleine und dann auch noch megaperfekt können möchte; also das ist halt so'n Tick, auch wenn ich weiß, daß das ja gar nicht geht, kann ich's irgendwie nicht abstellen... Das führt dann zwangsläufig zu Streß. Vielleicht ist er ja auch so einer.

Zitat von PfGa:
....sehne mich aber inzwischen nur noch danach, dass es mal einmal unkompliziert ist....! Gibt's das noch???
Tja also, mit einem Mann dann eher nicht... :-/
 
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  • #12
Zitat von PfGa:
Aber was mich interessiert: wie habt ihr beginnende Beziehungen in dem Alter erlebt, mit allen Belastungen drumherum: Gab es da noch ein wenigstens teilweise unbeschwertes Verliebstsein und den Glauben daran, dass man es schaffen kann zusammen?
Jenseits der 40 eine Beziehung beginnen? Wie kann man nur so eine Frage ernsthaft stellen, wir haben alle schon den Sarg in Auftrag gegeben……. Tze!
 
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Gast

  • #13
Real Life, als ob es das gäbe. Das Real Life sieht doch bei jedem anders aus. Es ist immer im Geiste, dieses Real Life.
 
G

Gast

  • #14
Und klar gibt es Frau Unkompliziert. Sie ist die Schwester von Frau Sehnsucht.