Manou

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  • #31
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Ich klinke mich jetzt doch ein, ich mag den Begriff "Karrierefrau" nicht so gerne, auch wenn ich selber ein Unternehmen leite. Ein großes Problem ist doch, daß die Wahrnehmung von beruflich erfolgreichen Frauen oft eine völlig falsche ist. Ich werde von Männern oft als sehr dominant wahrgenommen, was natürlich im Beruf aus dem Job heraus so passiert. Aber privat möchten wir Mädels uns doch auch mal anlehnen dürfen und wollen nicht immer nur stark sein und uns ständig kümmern müssen. Das wollen aber scheinbar sehr viele Männer und leider habe ich die Erfahrung gemacht, daß doch einige Männer es zwar ganz toll finden, wenn "Frau" beruflich viel leistet und sie erkennen es auch an. Trotzdem können und wollen viele Männer damit im Alltag nicht umgehen müssen. Frauen, die wirklich beruflich viel Verantwortung haben, haben es meines Erachtens doppelt schwer.
 

t.b.d.

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  • #32
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Ich sehe es so ähnlich wie bayer, als eine Frage des Wertesystems.
Was ist ihr im Leben wichtig und wie ist die Reihenfolge.
Wenn sich jemand Karrierefrau nennt, sieht es einfach mal ganz allgemein so aus, als ob an erster Stelle der Job/die Karriere steht und danach erstmal lange nichts kommt.

An welcher Stelle im Wertesystem eines Partners würde sich denn eine Karrierefrau gern wiederfinden? Welchen Prioritäten des Partners möchte sie sich und die Partnerschaft denn unterordnen?
 

Püppi

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  • #33
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Auch ich wurde in der Vergangenheit im RL und hier bei PS als "Karrierefrau", "Starke Frau" o.ä. tituliert, mit den entsprechenden Voruteilen ("Die hat zu hohe Ansprüche, der kann man nichts recht machen etc.) und das nur, weil ich erfolgreich selbständig bin mit 16 Angestellten.
Mein Besuch hier bei PS hat dann entsprechend zu Frustration geführt, (die Erfahrungen der anderen Teilnehmer haben sich gedeckt) zumal ich wohl auch mit ein paar Kilos mehr nicht in die Kategorie "Anschreibenswert" falle.
Ich bin dann "rüber" zur Konkurrenz und, da sich dort noch mehr fake rumtummelt, dann zur Secret-Seite. Dort kann man unabhängig von Status und Einkommen etc. sein Wünsche und Vorstellungen definieren und die Männer von einer ganz authentischen Seite kennenlernen. Auch wenn es dort in erster Linie um Erotik geht... irgendwie sind wir deswegen ja auch hier.
Wie dem auch sei..... mit einigen netten Männern getroffen, eine Tasse Kaffee getrunken, festgestellt, dass man nicht zusammen passt (noch nicht mal für ein Schäferstündchen), weitergesucht, gebundene Männer aussortiert und dann weiter geguckt....
Und: Ich habe immer geschaut, dass ich mit Männern Kontakt aufnehme, die "Dominant sein" in ihrem Profil hatten.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich über diese Schiene viele offene und ehrliche Kontakte hatte und am Ende einen Mann kennengelernt habe, der genau meinen Wünschen entspricht: Selbstbewusst und Dominant, Humorvoll, Höflich etc.

Was ich eigentlich aber sagen will: Für mich (und vielleicht auch für andere "starke Frauen"??) ist dieses Portal nicht das Richtige!
Das Pferd von hinten aufzuzäumen hat mir viele ehrliche Kontakte und nette Flirts gebracht, die immer freundlich und höflich waren, und vielleicht bringt es mir am Ende auch die Liebe meines Lebens.
Parship ist eine Erfahrung in meinem Lebenslauf, mehr nicht.
 

Satjamira

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  • #34
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Hallo Püppi, danke für deine Schreibe.
Interessant welchen Weg du gegangen bist und auch noch fündig geworden. Freut mich sehr.

Ich sehe mich nicht in einer Erotikseite, weil Sex also die Bettgeschichte, einen Bruchteil vom Ganzen ausmacht, was ich gerne mit einem Mann erleben möchte. Ich stelle mir vor, dass die meisten verheiratet sind und mal ausscheren wollen, oder beruflich so engagiert, dass ihnen einfach nur die Sexkomponente fehlt, weil die Karriere wichtiger ist als Partnerschaft. Wenn einer in einer Erotikseite von sich sagt er sei dominant, dann ist das ja wohl genau auf dieser Schiene gesprochen und nicht unbedingt als Mensch im Alltag? Dort wäre er vielleicht dominanter und weil er es nicht ist, lebt er es im Sex aus. Ist meine Vorstellung davon.

Super dass es bei dir geklappt hat.
 

Püppi

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  • #35
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Hallo Satjamira,

natürlich ist der Sex nur eine Komponente, aber bei mir eben auch eine wichtige.
Viele Männger hier bei PS kommen damit nur bedingt klar, fühlen sich unter Druck gesetzt.
Der Anteil der Männer, die dort nur eine Affäre suchen und aus ihrer Beziehung ausbrechen wollen, ist sicherlich höher als hier, aber ich denke, mit ein paar gezielten Fragen hat man da auch schnell die Spreu vom Weizen getrennt. Beim Treffen fällt man ja auch nicht sofort übereinander her.
Wie gesagt, ich fand's für mich anspruchsvoller und weniger demütigend als hier.
Dominanz im Alltag und beim Sex schließen sich nicht aus, können sich hervorragend ergänzen. Aber darum ging es mir gar nicht alleine. Selbstbewusstsein und Akzeptanz meines Jobs sind ebenso wichtig.
Mir ist auch wichtig, dass ich als ansprechende und attraktive Frau wahrgenommen werde und eben konkret als Frau und nicht als "Objekt" so wie ich es hier meistens empfinde.
Die Beziehung, die ich jetzt habe, ist im Übrigen ganz normal. Wir haben nicht mehr und nicht weniger Sex als andere. Es ist nur eben alles ganz herrlich entspannt und frei von diesen Klischees und wir sind von Anfang an auf einer anderen Ebene unterwegs.
 

Püppi

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  • #36
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

p.s. man kann in seinem Profil ja auch reinschreiben, dass man eine Beziehung sucht. Habe ich auch getan.... Ein kurzes Bett-Hopsen von einem zum nächsten ist auch nicht meins.
 

Manou

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  • #37
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Es werden hier immer wieder Werte angesprochen bzw. das Vorurteil, daß Frauen, die viel arbeiten keinen Platz für einen Partner haben. Das ist ja völliger Quatsch, denn ein Mann der mehr als 40 Stunden arbeitet, hat ja auch nicht immer Zeit und ist beziehungsfähig (meistens). Daß man in höheren Positionen mehr Verantwortung hat, ist doch normal und private Beziehungen definieren sich ja nicht über die Menge der Zeit, die man miteinander verbringt. Die verkürzte verfügbare Zeit, die da ist, kann man sehr schön nutzen, wenn die Basis stimmt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß der Mann keine Minderwertigkeitskomplexe hat und genau das ist bei vielen Männern leider das Problem.
 

Mentalista

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  • #38
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Manou:
Die verkürzte verfügbare Zeit, die da ist, kann man sehr schön nutzen, wenn die Basis stimmt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß der Mann keine Minderwertigkeitskomplexe hat und genau das ist bei vielen Männern leider das Problem.

Ich bin keine Karrierefrau und stimme dir zu. Ich vermute aber, ich hätte schon längst was aufs Dach aus dem Forum bekommen, wenn ich geschrieben hätte, dass viele Männer leider Minderwertigkeitsprobleme haben.

Wichtig ist, dass beide ähnliche Basics haben und dann sollte es auch klappen.
 

Nettmann

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  • #39
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Mentalista:
Ich bin keine Karrierefrau und stimme dir zu. Ich vermute aber, ich hätte schon längst was aufs Dach aus dem Forum bekommen, wenn ich geschrieben hätte, dass viele Männer leider Minderwertigkeitsprobleme haben.
Hallo Mentalista,
ich denke, das mit den Minderwertigkeitsgefühlen ist durchaus weiter verbreitet, als mancher das gerne zugeben möchte. Das trifft für Männer genauso zu, wie für Frauen. Für viele Männer ist es halt so, daß sie das nicht zugeben dürfen, weil ihre Rolle (bzw. ihr eigenes Rollenbild) das nicht zulässt. Frauen setzen das dagegen sogar mal ganz gern für sich ein, in dem sie sich in die Rolle der Beschützten flüchten und so dem Widerspruch ausweichen. Aus einem "Mann" wird dabei halt schnell die "Memme". Welcher Mann will sich den Schuh schon gern anziehen?
So, jetzt kassier ich die Prügel, hab mich schützend vor dich gestellt, auch wenn du das gar nicht willst,... ;-)
Nettmann
 

Mentalista

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  • #40
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Nettmann:
So, jetzt kassier ich die Prügel, hab mich schützend vor dich gestellt, auch wenn du das gar nicht willst,... ;-)
Nettmann

Ach Nettmann, das finde ich aber echt süss. Ich schätze Männer, die sich vor mich stellen und denken, ich will das angeblich nicht, machen es aber trotzdem. Dabei bin ich doch nur ne kleene manchmal hilflose Waagefrau ,-).

Schlimm und unverständlich, dass überhaupt "geprügelt" wird. Naja, so ist das mit der bunten Krähe in einem Haufen grauer Krähen.
 

t.b.d.

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  • #41
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Ich sehe es weniger als Problem mit Minderwertigkeitsgefühlen. Ich denke die Passung der Werte und Prioritäten ist wichtiger. Damit Meine ich, welcher Wert wird welchem in Zweifelsfall geopfert.
Was muss hinter was zurückstehen.
Hat die Karriere im Zweifelsfall Vorrang vor der Partnerschaft? Haben die Kinder Vorrang vor dem/der Partner/in? Sieht das der/die Partnerin genauso?

Durch die Priorisierung der Werte wird dem Partner u.U. ein minderer Wert zugewiesen.
Beispiel:
Jemand hat ein Haustier. Dieses darf seit jeher mit im Bett schlafen. Der Neue Partner mag aber keine Haustiere im Bett.
Es soll Menschen geben, die in diesem Fall dem Haustier den Vorrang geben. Entsprechend weisen sie demzufolge automatisch ihrem Partner ebenfalls seine Priorität zu. Er ist dem Haustier nachgeordnet, denn sein Interesse muss hinter dem Haustier zurückstehen.

Dem Partner Minderwertigkeitsgefühle vorzuwerfen, weil er mit der ihm zugewiesenen minderen Wertigkeit unzufrieden ist, finde ich schon sehr zynisch.

Nachtrag: Zynisch wäre es natürlich nur, wenn es absichtlich geschähe.
Andernfalls läge ein gravierender Mangel an sozialer Kompetenz (EQ) vor.
 
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Mentalista

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  • #42
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von t.b.d.:
Durch die Priorisierung der Werte wird dem Partner u.U. ein minderer Wert zugewiesen.
Beispiel:
Jemand hat ein Haustier. Dieses darf seit jeher mit im Bett schlafen. Der Neue Partner mag aber keine Haustiere im Bett.
Es soll Menschen geben, die in diesem Fall dem Haustier den Vorrang geben. Entsprechend weisen sie demzufolge automatisch ihrem Partner ebenfalls seine Priorität zu. Er ist dem Haustier nachgeordnet, denn sein Interesse muss hinter dem Haustier zurückstehen.

Mit Minderwertigkeitsgefühlen meine ich aber was anderes. Ich hatte auch noch nie ein Problem mit einem Mann, wenn meine Katze zu mir ins Bett kam. Ausserdem sind Katzen klug und verziehen sich von alleine, wenns zu "bunt" wird :). Ich hatte schon bei den ersten Dates gefragt, ob er Katzen mag oder nicht. Wer keine Katzen mag, der kommt auch nicht in mein Bett ,-).
 

bayer

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  • #43
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Mentalista:
Mit Minderwertigkeitsgefühlen meine ich aber was anderes.

Ihr beide sprecht von unterschiedlichen Dingen. Ich gebe hier t.b.d. recht. Es geht nicht darum, ob Mann sich gegenüber einer Karrierefrau minderwertig fühlt, sondern welchen Stellenwert man als potentieller Partner einnimmt.
 

t.b.d.

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  • #44
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von bayer:
Ihr beide sprecht von unterschiedlichen Dingen. Ich gebe hier t.b.d. recht. Es geht nicht darum, ob Mann sich gegenüber einer Karrierefrau minderwertig fühlt, sondern welchen Stellenwert man als potentieller Partner einnimmt.

... und wie der sich damit fühlt.
Hat der potenzielle Partner das gleiche Wertesystem und lebt es, dann kommt er vlt. als Alpha rüber. Ordnet er sich bewusst ins Wertesystem der Karrierefrau ein bzw. dem unter, dann kommt er vlt. als devot rüber. Wie das gesehen und beurteilt wird, hängt ja auch von der sozialen Kompetenz des Beurteilenden ab. Dazwischen gibt es imho nicht wirklich viele Möglichkeiten, außer man probiert und scheitert und kriegt anschließend seine Minderwertigkeitsgefühle als Komplex angekreidet.
 

Mentalista

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  • #45
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von bayer:
Ihr beide sprecht von unterschiedlichen Dingen. Ich gebe hier t.b.d. recht. Es geht nicht darum, ob Mann sich gegenüber einer Karrierefrau minderwertig fühlt, sondern welchen Stellenwert man als potentieller Partner einnimmt.

Die Frau hat doch aber bei ihm das gleiche "Problem". Welchen Stellenwert kann er ihr einräumen, denn auch er wird seinen beruflichen Karriere-Alltag haben?

Mein Eindruck ist, dass der Mann Minderwertigkeitsgefühle zeigt, obwohl er mit Recht seinen Stellenwert in Frage stellt. Das sollte er aber dann sachlich, männlich, souverän und integer mit der Frau besprechen. Das kommt zugleich sexy und selbstbewusst rüber.

Warum kommt hier das Wort Minderwertigkeit rein, wenn Frau einen gut dotieren Job plus Kind hat, wenn es anders rum normal zu sein hat, dass Frau, die so einen Job nicht hat, dafür aber einen Mann mit super Job, der Frau dann keine Minderwertigkeitskomplexe zugeschrieben wird, denn dieses "Gefälle" ist ja von Frau zu akzeptieren.

Ich löse das Problem schon vorher. Wer Katzen nicht mag, passt nicht zu mir und auf Karierre-Männer stehe ich nicht. Die haben einfach zu wenig Zeit und Energie für eine gesunde Beziehung. Auf die Dauer macht das nur Stress. Ich date auf meine Ebene und hinsichtlich des Stellenwert gab es da ganz selten Probleme.
 
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bayer

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  • #48
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Mentalista:
. Die haben einfach zu wenig Zeit und Energie für eine gesunde Beziehung. Auf die Dauer macht das nur Stress. Ich date auf meine Ebene und hinsichtlich des Stellenwert gab es da ganz selten Probleme.

Das ist doch genau die Antwort auf dieses Thema. Dir als Frau geht es mit Karrieremännern genauso, wie es vielen Männern mit Karrierefrauen geht. Ich glaube es gibt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Ich kann jede Frau verstehen, die nicht an x-ter Stelle nach Beruf und Karriere stehen möchte und genauso geht es eben auch vielen Männern.

Wenn man seinen Fokus auf Karriere legt, heißt es noch lange nicht, dass man nicht das Bedürfnis hat, manchmal eine starke (weibliche oder männliche) Schulter zum Anlehnen zu haben. Nur ist die dann meist nicht da, weil die Karriere die Suche behindert.

Im Geschäftsleben ist es mir persönlich egal, ob ich mit Männern oder Frauen arbeite. Hier geht es um Kompetenz und die ist bei beiden (behaupte ich einfach) gleich verteilt. Tendenziell arbeite ich sogar lieber mit Frauen zusammen. Nur ist es leider immer noch so, dass es prozentual weniger Frauen als Männer in Führungspositionen gibt.

Karrierefrau heißt für mich nicht primär, dass diese Frau erfolgreich im Berufsleben steht, sondern, dass sie Ihren Fokus auf die Karriere gelegt hat; also die Karriereleiter nach oben klettern möchte. Das hat aus meiner Sicht fast immer mit einem Verzicht im Privatleben zu tun (z.B. Sonntagabend...und der Meetingbericht muss auch noch gemacht werden oder Geschäftsessen mit Kunden am Abend).

Ich gebe Dir völlig recht: Jemand der mehr Energie und Zeit in eine Beziehung investieren kann, sagt mir mehr zu.
-----
PS: Das möchte ich sehen, wenn Dir Dein Traummann gegenübersteht und Du Dich doch zwischen Mann oder Katze entscheiden mußt.
 
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  • #49
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Hat man da eigentlich heutzutage groß die Wahl ? Mein Eindruck ist immer mehr, dass man sich entweder totschuften muss oder eben keinen Job hat. Mal ganz unabhängig davon, ob die Berufstätigkeit eine "Karriere" darstellt oder einfach nur undankbare Sisyphus-Arbeit ist.

Von Belang für mich ist eher, wie man mit der Restzeit umgeht. Regeneriert man sich am besten innerhalb der Beziehung in der netten Zweisamkeit oder gibt es noch andere Säulen, die auch genauso wichtig sind (allein sein, unter Freundinnen, beim Sport). Das hat für mich nichts mit mangelnder Wertschätzung oder Rangliste zu tun - ich bin einfach nicht der Typ, den exzessive Zweisamkeit genügend ausfüllt. In einer Beziehung muss das passen - sonst ist man ständig dabei sich zu rechtfertigen oder wird in die Ego-Ecke gedrängt. Wenn der andere einen jedoch versteht und ähnlich gestrickt ist, dann ist die gemeinsame Zeit vielleicht nicht im Überfluss vorhanden, aber immer sehr bewusst genossen und von einer hohen Qualität.
 

Püppi

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  • #50
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Manou:
Es werden hier immer wieder Werte angesprochen bzw. das Vorurteil, daß Frauen, die viel arbeiten keinen Platz für einen Partner haben. Das ist ja völliger Quatsch, denn ein Mann der mehr als 40 Stunden arbeitet, hat ja auch nicht immer Zeit und ist beziehungsfähig (meistens). Daß man in höheren Positionen mehr Verantwortung hat, ist doch normal und private Beziehungen definieren sich ja nicht über die Menge der Zeit, die man miteinander verbringt. Die verkürzte verfügbare Zeit, die da ist, kann man sehr schön nutzen, wenn die Basis stimmt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß der Mann keine Minderwertigkeitskomplexe hat und genau das ist bei vielen Männern leider das Problem.

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t.b.d.

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  • #51
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Ich sehe, dass der Begriff Karrierefrau zwei Bedeutungen haben kann.
Evtl. sollte die TE bzw. auch diejenigen die sich als Karrierefrau bezeichnen mal erklären in welcher Rolle sie sich sehen, damit klarer wird wovon sie eigentlich reden.

Ich beziehe mich sinngemäß auf eine Frau, deren vorrangiges Anliegen im beruflichen Aufstieg besteht oder bestanden hat und die ihr Privatleben dem weitgehend unterordnet.
Die Karrierefrau die ich meine, zieht für eine bessere Stelle auch kurzentschlossen in eine weit entfernte Stadt auch in einem anderen Land oder Kontinent. Sie sagt ganz selbstverständlich private Termine ab, wenn ihr etwas geschäftliches dazwischen kommt aber nie anders herum und erwartet dafür vollstes Verständnis.

Ich meine nicht die berufstätige Frau ansich, auch nicht die gut ausgebildete Frau, die sich erfolgreich engagiert und ggfls. sogar regelmäßig Überstunden macht oder hier und da mal ein dienstliches Telefonat in der Freizeit führt.

Mir geht es darum darzustellen, wie sich diese Prioritätenverteilung auf eine Partnerschaft auswirken kann, wenn diese nicht auf Gegenseitigkeit beruht (er wird als Alpha wahrgenommen) oder okklusiv zusammenpasst (er wird als devot wahrgenommen).

Selbstverständlich trifft das auch auf das männliche Pendant der Karrierefrau zu, aber der ist hier gerade nicht Thema.
 
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  • #52
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Hallo tbd
Deine Präzisierung ist hilfreich, aber natürlich sehr überspitzt.
Relativ einfach ist dann zu beantworten, dass so eine Beziehung GAR NICHT funktioniert, wenn sie so extrem Beruf gewichtet und er nicht. Es passt dann einfach nicht.

Schwieriger sind sicher die Zwischentöne : sie hat nicht immer so gehandelt, hat aber plötzlich Aufstiegschancen und verhält sich plötzlich krasser oder er hat eine schwächelnde Lebensphase und Dinge, die vorher okay waren, funktionieren nicht mehr. Oder die immerwährende Gratwanderung- sehr oft berufliche Entscheidungen, dann eine Weile nicht, dann plötzlich wieder krass.... Kann der Partner das hinnehmen oder reicht es irgendwann ?

Dabei geht es dann sicher nicht nur um Zeitmengen, sondern auch um Fixierung - kann sie abschalten, auch andere Themen intensiv diskutieren, entspannt sein, Vorgesetzten-Rollen ablegen ? ...
 

carlo

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  • #53
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Nettmann:
... Für viele Männer ist es halt so, daß sie das nicht zugeben dürfen, weil ihre Rolle (bzw. ihr eigenes Rollenbild) das nicht zulässt. ...

Ja, und dieses "das" kann neben "Minderwertigkeitsgefühlen", die ich eher bei Frauen als bei Männern wahrnehme, genauso gut Schwäche, Unvermögen, Angst, oder irgend was anderes sein.

C.
 

carlo

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  • #54
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von t.b.d.:
... Ich beziehe mich sinngemäß auf eine Frau, deren vorrangiges Anliegen im beruflichen Aufstieg besteht oder bestanden hat und die ihr Privatleben dem weitgehend unterordnet.
Die Karrierefrau die ich meine, zieht für eine bessere Stelle auch kurzentschlossen in eine weit entfernte Stadt auch in einem anderen Land oder Kontinent. Sie sagt ganz selbstverständlich private Termine ab, wenn ihr etwas geschäftliches dazwischen kommt aber nie anders herum und erwartet dafür vollstes Verständnis.
....

Wo ist da der Unterschied zum "Karrieremann" ??

C.
 

suzanne

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  • #55
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von Manou:
Es werden hier immer wieder Werte angesprochen bzw. das Vorurteil, daß Frauen, die viel arbeiten keinen Platz für einen Partner haben. Das ist ja völliger Quatsch, denn ein Mann der mehr als 40 Stunden arbeitet, hat ja auch nicht immer Zeit und ist beziehungsfähig (meistens). Daß man in höheren Positionen mehr Verantwortung hat, ist doch normal und private Beziehungen definieren sich ja nicht über die Menge der Zeit, die man miteinander verbringt. Die verkürzte verfügbare Zeit, die da ist, kann man sehr schön nutzen, wenn die Basis stimmt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß der Mann keine Minderwertigkeitskomplexe hat und genau das ist bei vielen Männern leider das Problem.
Zitat von Nettmann:
Das trifft für Männer genauso zu, wie für Frauen. Für viele Männer ist es halt so, daß sie das nicht zugeben dürfen, weil ihre Rolle (bzw. ihr eigenes Rollenbild) das nicht zulässt. Frauen setzen das dagegen sogar mal ganz gern für sich ein, in dem sie sich in die Rolle der Beschützten flüchten und so dem Widerspruch ausweichen. Aus einem "Mann" wird dabei halt schnell die "Memme". Welcher Mann will sich den Schuh schon gern anziehen?

Also, die Form, wie hier zitiert wird, macht es schwer, den Gedankengängen zu folgen. Daher nicht Mentalistas Zitat, sondern das Ursprungszitat von Manou (hoffentlich mache ich dabei keinen Fehler)

Frauen, die sich in die Rolle der Beschützten flüchten: Gibt es die wirklich? So mit Rehblick und allem drum und dran? ME sind manche Frauen so, wenn sie um die 20 sind. Sie testen Rollenmodelle aus. Frauen mit 30 oder 40 sind nach meiner Erfahrung nicht mehr so. Oder ich lebe in anderen Kreisen.

Wenn ich nun auf die zwei Zitate zurückkomme, dann sagt Manou mE: Auch Frauen, die beruflich stark engagiert sind, haben noch «Platz» für einen Mann. Wenn denn die Qualität stimmt. Dem kann ich nur zustimmen.

Dazu sagt Nettmann, so wie ich ihn verstehe: «Sie (Männer) dürfen es nicht zugeben.» Weil dann mitunter das eigene Rollenbild pervertiert wird.

@Nettmann: Kannst Du das bitte ausführen? Ich verstehe den Gedanken noch nicht.
 
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equinox

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  • #56
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von carlo:
Wo ist da der Unterschied zum "Karrieremann" ??

da gibt es keinen. entspeechendes verhalten ist für menschen, in deren lebenskonzept karriere keinen vorrang hat, schlicht abschreckend.

und dann sollte man doch noch den kleinen, aber feinen unterschied zwischen zuschreibung und selbstverständnis nicht vergessen: wer als "karrierfrau" bezeichnet wird, muss die typischen verhaltensweisen dieses sozialtypus noch lange nicht durchgängig und ohne widersprüche akzeptieren. wer sich selbst als "karrierfrau" bezeichnet, der wird diese rolle dagegen gerne annehmen, oder es sich zumindest wünschen ...
 

suzanne

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  • #57
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von t.b.d.:
Ich beziehe mich sinngemäß auf eine Frau, deren vorrangiges Anliegen im beruflichen Aufstieg besteht oder bestanden hat und die ihr Privatleben dem weitgehend unterordnet..

«Oder bestanden hat»? Das heisst, für Dich ist auch «Karrierefrau», wenn man mal so verfahren ist? Und das wäre dann ein NoGo?

Hui, das ist harter Tobak. Nahezu jede Frau, die im akademischen Kontext unterwegs ist, scheidet dann für Dich aus? Einfach aufgrund der Tatsache, dass ihre Anstellungsverhältnisse immer zeitlich beschränkt waren? Auch, wenn diese es mittlerweile nicht mehr sind?

Das gibt mir zu Denken, so habe ich das noch nicht gesehen.
 

carlo

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  • #58
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von t.b.d.:
... Durch die Priorisierung der Werte wird dem Partner u.U. ein minderer Wert zugewiesen. ....

Eine der Herausforderungen in einer dauerhaft glücklichen Beziehung, vor allem aber auch der Kennenlernphase ist nach meiner Erfahrung der Abgleich der gegenseitigen Prioritäten und deren individueller Bewertung. Natürlich sind der Beruf (materielle Sicherheit ?), die möglicherweise vorhandenen Kinder, Familie, Freunde, meinetwegen auch Haustiere, Hobbies oder andere wesentliche Inhalte des bisherigen Lebens wichtig. Noch dazu sind Menschen Gewohnheitstiere.

Ein noch neuer Partner sollte daher nicht unbedingt erwarten, dass ihm in diesen Wertigkeiten umgehend die oberste Priorität zugewiesen wird / werden kann. Aus meiner Erfahrung – und ich habe diesen Fehler selbst gemacht – kann das zum Rückzug führen. Der neue potentielle Partner wird mit Ansprüchen konfrontiert, die er so nicht (so schnell) beantworten kann oder will. Das entwickelt sich bei manchem erst mit der Zeit. Vielleicht muss der andere sich erst wieder an den Gedanken gewöhnen, dass es da noch einen anderen Menschen gibt, vielleicht muss er erst Zutrauen zu der beginnenden Beziehung fassen, oder, oder, oder….

Das ist alles hier im Forum schon häufig diskutiert worden. In diesem Zusammenhang bleibt mir daher nur anzufügen, dass man von solcherlei Priorisierung in der Frühphase des Kennenlernens nicht zu direkte Rückschlüsse ziehen sollte. Und wer sagt eigentlich, dass die Wertigkeit eines Partners oder einer Beziehung sich an solch alltäglichen Entscheidungen ablesen lässt. Das kann in einem anderen Menschen ganz anders aussehen als in mir selbst – vielleicht sogar ohne dass dies demjenigen wirklich bewusst ist. Wäre ja schade, wenn ich einen ansonsten sehr attraktiven Partner nur wegen solcher Fehlschlüsse verpasse…

C.
 
W

winzling_geloescht

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  • #59
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von carlo:
Das entwickelt sich bei manchem erst mit der Zeit.

Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Satz. Sich Zeit zu nehmen und zu geben, damit sich etwas entwickeln kann. Auch in dem Wissen, dass Prioritätensetzung Verhandlungssache sein kann, wenn nicht dogmatisch an der eigenen Sichtweise festgehalten wird. Es muss sich entwickeln können, das gemeinsame Setzen von Prioritäten, wenn's um das gemeinsame Miteinander geht.
 

Nettmann

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  • #60
AW: sicher, dass karrierefrauen so gute chancen haben?

Zitat von suzanne:
Also, die Form, wie hier zitiert wird, macht es schwer, den Gedankengängen zu folgen. Daher nicht Mentalistas Zitat, sondern das Ursprungszitat von Manou (hoffentlich mache ich dabei keinen Fehler)

Frauen, die sich in die Rolle der Beschützten flüchten: Gibt es die wirklich? So mit Rehblick und allem drum und dran? ME sind manche Frauen so, wenn sie um die 20 sind. Sie testen Rollenmodelle aus. Frauen mit 30 oder 40 sind nach meiner Erfahrung nicht mehr so. Oder ich lebe in anderen Kreisen.

Wenn ich nun auf die zwei Zitate zurückkomme, dann sagt Manou mE: Auch Frauen, die beruflich stark engagiert sind, haben noch «Platz» für einen Mann. Wenn denn die Qualität stimmt. Dem kann ich nur zustimmen.

Dazu sagt Nettmann, so wie ich ihn verstehe: «Sie (Männer) dürfen es nicht zugeben.» Weil dann mitunter das eigene Rollenbild pervertiert wird.

@Nettmann: Kannst Du das bitte ausführen? Ich verstehe den Gedanken noch nicht.

Hallo suzanne,
der thread wird allmählich wirklich unleserlich und ich muss mich ganz schön sammeln, um den verschiedenen Strängen zu folgen.
Zu deiner Beaobachtung, daß das Flüchten von Frauen in die Rolle, die du so nett mit dem Rehblick beschreibst, nur in jüngeren Jahren, so um 20 auftritt, kann ich dir aus eigenen erfahrungen und Beobachtungen klar widersprechen. Das soll aber nicht als Verallgemeinerung gelten. Ich habe es halt nur schon bei einer ganzen Reihe von Frauen auch um die 40-45 so beobachtet.
Während ich über das Rollenverständnis beim Mann geschrieben habe, ist in der Tat so nicht verständlich. Ich hab da wohl nicht sauber formuliert bzw. meine Sätze aufgebaut.
Was ich ausdrücken wollte, ist, daß Männer mehr Probleme damit haben,
-- zuzugeben, daß sie versagt haben,
-- zuzugeben, daß sie Angst haben zu versagen
Diese Probleme resultieren oft daraus, daß sie nicht aus dem Rollenbild herauskommen, das man ihnen seit früher Jugend "eingetrichtert" hat. Ein Rollenbild, in dem Versagen nicht vorkommt, der Mann stark zu sein hat, die Beschützerrolle übernehmen soll.
Dieser Mensch trifft nun in eine Phase, in der er als Verlierer gelten muß, er hat es ja z.B. nicht geschafft, erfolgreich seine Familie vor dem Auseinanderbrechen zu retten oder überhaupt erst zu gründen und trifft nun eine Frau, bei der erfolgreiches Handeln ihm wie ein Spiegel seines eigenen "Versagens" vors Gesicht gehalten wird. Wird er begeistert zugreifen?

Hoffe, damit für etwas weniger Unklarheit gesorgt zu haben.
Nettmann

p.s. möchte jetzt aber nicht weiter am thread mitschreiben