Rise&Shine

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  • #61
@Dreamerin es tut mir leid zu lesen, dass Du das erleben musstest. Aber ich freue mich zu lesen, dass Du einen guten Weg gefunden hast, damit zu leben und es für Dich und Dein Kind einzuordnen . Das war bestimmt nicht leicht. Bewundernswert.
 
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  • #63
Es gibt aber auch viele andere Gründe, aus denen sich jährlich tausende Menschen das Leben nehmen. Soll die Gesellschaft diese Gründe alle respektieren?
Ja, denn die Gesellschaft sollte ja auch jeden einzelnen Menschen zu respektieren - und dessen Wille gehört dazu. Er fügt der Gesellschaft letztlich (im herkömmlichen Sinne) ja keinen Schaden zu. Und da jeder, unter Berücksichtigung der geltenden Regeln und Gesetze, nach seinen Wünschen leben (und hier: sterben) können sollte, wäre auch ein Freitod keine Ausnahme.

Wen in "der Gesellschaft" sollte er auch um "Erlaubnis" fragen?
 
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  • #64
Ich würde wahrscheinlich erst einmal zwischen Gründen und Auslösern unterscheiden. Auslöser können, ob ihrer vermeintlichen Banalität oder Bewältigbarkeit, schwer nachvollziehbar sein. Nimmt man als tieferliegenden Grund jedoch die psychische Struktur des Betroffenen an, kann die Tat verständlicher werden. Das macht m.E. die Entstigmatisierung seelischer Konflikte, als Voraussetzung für eine erfolgreiche Präventionsarbeit, so wichtig.
Für die Hinterbliebenen mögen das Gründe sein, die ein größeres Verständnis hervorrufen könnten. Aber der Suizident hat doch diese für die Hinterbliebenen möglicherweise "hilf- oder trostreichen" Gründe nicht vor seiner Entscheidung zu eruieren, oder?
 

Maron

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  • #67
Für die Hinterbliebenen mögen das Gründe sein, die ein größeres Verständnis hervorrufen könnten. Aber der Suizident hat doch diese für die Hinterbliebenen möglicherweise "hilf- oder trostreichen" Gründe nicht vor seiner Entscheidung zu eruieren, oder?

mit jedem zukünftigen Suizidalen wird man nicht reden können. Vielmehr wird es darum gehen, die Umstände der Beihilfe zum Suizid zu eruieren. Zumindest im institutionellen Kontext.
 
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  • #78
mit jedem zukünftigen Suizidalen wird man nicht reden können. Vielmehr wird es darum gehen, die Umstände der Beihilfe zum Suizid zu eruieren. Zumindest im institutionellen Kontext.

Ist ja in Ö grad ein aktuelles Thema.

 

fraumoh

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  • #81
Me not !!!

Haha, und seit ca gestern morgen wird gaar nix mehr freigeschaltet, siehe platzender Profilberatungsthread.
Alle in Urlaub @Parship oder wie steht' s ?

Danke für deine ; sagen wir, Versuche, @Hoppel
Appreciated !☺
 

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  • #83
Ist ja in Ö grad ein aktuelles Thema.

Oh Mann, die Ärztekammer (und der Klerus) tun so, als ob nun alle Älteren und Schwerkranken "unter Druck gerieten und zwingend ihren Lebenswillen bekunden müssten". Als ob da schon "Gevatter Tod" in der Tür stehen stehen und um "Einsicht" bitten würde.

Der Wille zum Sterben muss zwingend vom Sterbewilligen ausdrücklich und zweifelsfrei bekundet werden. Und bei Schwerkranken, die keine Willensäußerungen mehr tätigen können, bleibt ja alles beim alten. Entweder liegt eine Patientenverfügung vor, oder aber die nächsten Angehörigen entscheiden gemeinsam mit den behandelnden Ärzten.

Mich würde nur viel mehr interessieren: Wie soll den die nun offensichtlich erlaubte "Hilfe durch Dritte" aussehen? Ist hier aktives Handeln, also direktes Eingreifen in die zum unmittelbaren Tod führenden Maßnahmen gemeint? Oder soll/muss es bei der "Bereitstellung" der erforderlichen Mittel bleiben - und die eigentliche Handlung muss zwingend völlig eigenständig vom Suizidenten erfolgen?

Und was bedeutet das für Ärzte? Ist da jeder Mediziner seinem eigenem Gewissen gegenüber verpflichtet? Hängt es von der jeweiligen "Überzeugungsarbeit" des Sterbewilligen ab, ob er den Arzt seines Vertrauens dazu bringt, ihm entsprechende Mittel zu besorgen und zur Verfügung zu stellen?
 
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Deleted member 23428

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  • #85
Oh Mann, die Ärztekammer (und der Klerus) tun so, als ob nun alle Älteren und Schwerkranken "unter Druck gerieten und zwingend ihren Lebenswillen bekunden müssten". Als ob da schon "Gevatter Tod" in der Tür stehen stehen und um "Einsicht" bitten würde.

In Holland steigt die Zahl der Sterbehilfe bei Demenzkranken. Wenn man liest wie die dann gegen ihren " aktuellen" Willen mit Gewalt getötet werden, weil sie das mal unterschrieben hatten...
 

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  • #86
In Holland steigt die Zahl der Sterbehilfe bei Demenzkranken. Wenn man liest wie die dann gegen ihren " aktuellen" Willen mit Gewalt getötet werden, weil sie das mal unterschrieben hatten...
Du zielst auf eine "ehemalige" Patientenverfügung" ab? Ich persönlich kenne keine Passage in den mit bekannten Vordrucken, in denen etwas derartiges angegeben werden kann. Demenz bedeutet ja noch lange nicht, dass diese Menschen auf aktuelle Fragen (und sie müssten ja, da noch bei völligem Bewusstsein und artikulationsfähig), nicht antworten und ihren unbedingten Willen bekunden könnten.
 
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Deleted member 23428

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  • #87
Du zielst auf eine "ehemalige" Patientenverfügung" ab? Ich persönlich kenne keine Passage in den mit bekannten Vordrucken, in denen etwas derartiges angegeben werden kann. Demenz bedeutet ja noch lange nicht, dass diese Menschen auf aktuelle Fragen (und sie müssten ja, da noch bei völligem Bewusstsein und artikulationsfähig), nicht antworten und ihren unbedingten Willen bekunden könnten.

 

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  • #88
Hm, das ist erschreckend und stellt Auswüchse dar, die ich persönlich nicht tolerieren kann. Wenn der Mensch noch Willensbekundungen wie in dem im Artikel benannten Fall (in welcher Form auch immer) äußern kann und diese auch für Außenstehende erkenn- und deutbar sind, so sollte unmittelbar dieser geäußerte Wille berücksichtigt werden - unabhängig von einer wann auch immer unterschriebenen Patientenverfügung.

Hier liegt ja definitiv ein eindeutiges Handeln gegen den deutlichen Patientenwillen vor.

Ich sehe derartige negative Auswüchse jedoch nicht in den Fällen, in denen gesunde Menschen klar und deutlich ihren Willen bekunden, nicht mehr leben zu wollen. Vor allem, wenn diese zwar in der Beschaffung der Mittel, die zum Tode führen, unterstützt werden - die eigentliche zum unmittelbaren Tod führende Handlung jedoch völlig eigenständig durchführen.
 
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