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  • #1

Schlüssel in der Tür

Es begab sich aber zu der Prä-Corona-Zeit, dass sich eine kleine Festung ernsthaft mit dem Gedanken trug, eine Kaltakquise zu betreiben, auf dass sie endlich geschätzt würde...
...stattdessen fing sie an, sich Gedanken zu machen.
Warum übt das, das mir nicht gut tut, den größten Reiz auf mich aus? Warum ist es das Unnahbare, das Vage, das mich honiggleich anzieht? Sehenden Auges ins nächste Dilemma. Warum fühlt sich die Begegnung mit jemandem, der so schön ist, dass man den Mond anheulen könnte, an, wie eine Falle?
Mich würde interessieren, ob ihr ähnlichem Fatalismus verhaftet seid oder inwieweit ihr eure soft spots, also die Punkte, an denen man, wider besseren Wissens, emotional empfänglich ist, händelt. Könnt/wollt ihr euer Herz verschliessen oder habt ihr Wege gefunden, auf wiederkehrende Dynamiken Einfluss zu nehmen? Seufz.
 
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Deleted member 21128

  • #2
Mich würde interessieren, ob ihr ähnlichem Fatalismus verhaftet seid oder inwieweit ihr eure soft spots, also die Punkte, an denen man, wider besseren Wissens, emotional empfänglich ist, händelt. Könnt/wollt ihr euer Herz verschliessen oder habt ihr Wege gefunden, auf wiederkehrende Dynamiken Einfluss zu nehmen?
Ich konnte mich schon immer recht gut rational beeinflussen und es ist mir tatsächlich gelungen, fürderhin zu vermeiden, was ich auf keinen Fall wollte. Damit bin ich dann in der Vergangenheit gern mit Vollgas ins andere Extrem geschlittert, das war weiß Gott nicht besser.
Ich hab lange gebraucht, bis ich mich selber in dem Spiel zumindest deutlich genug gesehen habe, um etwas ausgewogener agieren zu können. Und dann hatte ich einfach Glück.
Das wünsche ich dir auch!
 
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Deleted member 24797

  • #3
 
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Deleted member 24797

  • #4
Alternativ kann man vielleicht auch in eine Therapie gehen. Wenn das Thema reif ist und man eineN guteN TherapeutIn hat, kommt es dort zu einer Katharsis.
 
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  • #7
Ich konnte mich schon immer recht gut rational beeinflussen und es ist mir tatsächlich gelungen, fürderhin zu vermeiden, was ich auf keinen Fall wollte. Damit bin ich dann in der Vergangenheit gern mit Vollgas ins andere Extrem geschlittert, das war weiß Gott nicht besser.
Ich hab lange gebraucht, bis ich mich selber in dem Spiel zumindest deutlich genug gesehen habe, um etwas ausgewogener agieren zu können. Und dann hatte ich einfach Glück.
Das wünsche ich dir auch!
Danke dir! Ich bin eigentlich auch schon viel besser geworden. ☺
Ich glaube, das Grundproblem war bei mir immer eine gewisse Sprachlosigkeit, die sich schleichend eingestellt hat, wenn ich das Gefühl hatte, nicht mehr gehört zu werden. Und wenn der Partner dann ähnlich verfährt, läuft das Ganze dann langsam, aber unmissverständlich gegen die Wand und zwei Menschen sind in der Beziehung alleine. Geht also um die Distanz, die man selber zulässt und ggf. auch selber schafft. Es ist ja vielleicht auch wirklich zu einfach gemacht, sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, dass der Partner halt so strukturiert ist und damit die eigenen Anteile auszublenden.
Hm, das fand ich grad tatsächlich erhellend. Jetzt muß ich wohl versuchen, wenigstens ein bisschen die olle Ratio im Umgang mit Konfliktsituationen, mit an Bord zu holen. Mal schaun. 🙂
 
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Deleted member 24797

  • #10
Das sehe ich ebenso und würde das, bei Bedarf, auch machen. Man muß nicht durch alles alleine gehen.
Man braucht auf jeden Fall eine Begleitung und muss Halt und Vertrauen haben. Das kann mit guter therapeutischer Begleitung und/oder auch mit der ständigen, immer ansprechbaren, zutiefst "sensiblen" und einem bestmöglich gesonnenen :) Begleitung "von oben" geschehen, wenn man da einen guten Draht dazu entwickelt hat. Beides hat je spezifische Vor- und Nachteile. Und nicht alle Menschen sind gleich. :) Ideal ist vielleicht, wenn beides gelingen kann oder man auch als Agnostikerin oder Atheist genügend Vetrauen ins Leben und die von ihm gestellten Aufgaben und bereitgehaltenen Lösungsmöglichkeiten entwickeln kann, sodass man es auch schafft, sich jeder Situation mit den verbundenen Emotionen und Einsichten zu stellen und daraus heraus Veränderungen zu wagen und einen neuen, gesunderen Weg zu gehen.

Ich wünsche dir alles Gute dabei!
 
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Deleted member 24797

  • #11
Wie kommt es eigentlich?

Da stand doch zuerst ein ganz anderer Threadtitel.

Was meinst du mit "Kaltaquise"? Wenn da noch kein Kontakt bestand, wieso beklagst du dich, dass du nicht geschätzt wurdest?
 
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  • #13
Wie kommt es eigentlich?

Da stand doch zuerst ein ganz anderer Threadtitel.

Was meinst du mit "Kaltaquise"? Wenn da noch kein Kontakt bestand, wieso beklagst du dich, dass du nicht geschätzt wurdest?
Ja, das mit dem Thread-Titel ist mir ein bisschen peinlich. Ich hätte beim Beuteschema bleiben sollen, aber die Mods nochmal zu bitten, ist mir dann doch komisch, also bleibts so. Ich stand den Abend sehr unter dem Eindruck eines Telefonats mit einer, sich in Scheidung befindenden Freundin, das sehr traurig war und der jetzige Titel hat eine persönliche Bedeutung für mich.
Mit Kaltakquise meine ich, dass ich überlegt habe, jemanden anzusprechen, den ich nur vom Sehen, Anlächeln und so kenne. Das ist halt schlecht planbar, weil er zwar offensichtlich hier irgendwo in der Nachbarschaft lebt oder arbeitet, ich aber natürlich nie weiß, wann man sich sieht. Ich bin da aber auch noch unsicher.
Der erste Satz ist eine Anspielung auf das Lukas-Evangelium. Ich fand die doppelte Bedeutung des Wortes "Schätzen" im Sinne von Zählen einerseits und von Wertgeschätztwerden andererseits interessant und baue gerne mal literarische Anspielungen ein. Das mache ich auch im RL und ist einfach eine Gewohnheit. Das kann natürlich missverständlich sein. Geschätzt werden von einem Partner hat für mich eine andere Qualität, als von Familie, Freunden, Kollegen und das hätte ich ganz gerne mal wieder. Und den Mangel kann man auch mal beklagen, finde ich.
Ich finde die Impulse des Threads sehr nützlich für mich, eure Antworten haben meinen Denk- und Fühlprozess unterstützt und auch beschleunigt, so dass ich glaube, mir einiger Warnsignale jetzt deutlich bewusster zu sein.
Ich habe mich darüber gefreut, dass du mir geantwortet hast und danke dir herzlich für deine Wünsche und Ratschläge. Das fand ich sehr freundlich von dir und du hast das sehr einfühlsam und treffend formuliert. :)
 
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Deleted member 24797

  • #14
@Bastille
Ich möchte dir noch etwas sagen, habe aber etwas Sorge, dass es dich eventuell verletzen könnte.

Mir ist gerade etwas durch den Kopf gegangen, das mit deiner Art, dich hier im Forum zu zeigen, zu tun hat.

Soll ich's wagen?