lulaline

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  • #1

Scheidung

Folgendes. Ich lebe in Scheidung. Mein Mann hat mich mit Beginn der Ehe mit einer Internetaffaire betrogen. ich fand die Fotos von beiden, Stellte ihn zur Rede - darauf hin nutze er die Gelegenheit, mit zu sagen, das er sich nach 6 Monaten!!!! Ehe und einem 2 jährigen Sohn entliebt hat und zog aus. Jetzt haben wir beide Anwälte.

Er will klarerweise eine einvernehmliche Scheidung, ich bin ihm in dem Fall entgegen gekommen. Nun ist sein Scheidungsangebot, das gesetzliche, nämlich Alimente für das Kind und Ehegattenunterhalt bis zum Eintritt des Sohnes in die Volksschule. Dh. vier jahre, dann ende der zahlung an mich, was heißt ich muss vollzeit arbeiten. ich will 1. für mein kind da sein und habe derzeit auch nur einen Teilzeit-Job mit dem ich uns nicht alleine über Wasser halten kann. Wie es in vier Jahren aussieht weiß ich nicht.
Mein Anwalt rät mir, von meinen Rechten Gebrauch zu machen, und längere Zeit Ehegattenunterhalt einzufordern. Er ist Schuld an der Zerrüttung der Ehe (auszug und Betrug) . Ich weiß nicht, ob er eine neue frau hat, geschweige denn wieso er nicht an der Aufrechterhaltung der ehe arbeiten wollte (es gab meinerseits mehrere Angebote wie abstand, eheberatung usw...) nichts hat er angenommen.
unsere gesprächsbasis ist gleich NULL. ich kann ihn nicht in die augen sehen, wenn ich ihn unseren Sohn über nacht bringe, weil ich so dermaßen enttäuscht und gekränkt bin....
nun meine frage an alle die das hier lesen: hat jemand ähnliches erlebt? soll ich längere zeit von ihm Unterhalt einfordern auch wenn das mit sicherheit zu einer eiseswand zwischen uns führen wird. wer hat erfahrungen? kann mir ratschläge geben? vielen Dank schon mal
 

Susi3000

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  • #2
AW: Scheidung

Den Besten Rat den ich dir geben kann, ist: wende dich an deinen Anwalt. Wenn du dir nicht sicher bist, konsultiere einen weiteren Anwalt, der dir eine zweite Beurteilung der Situation geben kann.
 

Galadriel

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  • #3
AW: Scheidung

Geh auf jeden Fall mehr arbeiten! Mach dich möglichst unabhängig. Dein Sohn wird sowohl im Kindergarten als auch in der Schule bis nachmittags betreut (Volksschule sagt mir jetzt nichts -wo lebst du?). Es wird deinem Kind nicht schaden - im Gegenteil. Ich bin seit 11 Jahren alleinerziehend, mein Sohn war damals 4. Und habe immer voll gearbeitet. Mein Kind ist ein selbstständiger und selbstbewusster junger Mann geworden :)
 
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  • #4
AW: Scheidung

Zitat von lulaline:
Er will klarerweise eine einvernehmliche Scheidung, ich bin ihm in dem Fall entgegen gekommen. Nun ist sein Scheidungsangebot, das gesetzliche, nämlich Alimente für das Kind und Ehegattenunterhalt bis zum Eintritt des Sohnes in die Volksschule. Dh. vier jahre, dann ende der zahlung an mich, was heißt ich muss vollzeit arbeiten. ich will 1. für mein kind da sein und habe derzeit auch nur einen Teilzeit-Job mit dem ich uns nicht alleine über Wasser halten kann. Wie es in vier Jahren aussieht weiß ich nicht.
Mein Anwalt rät mir, von meinen Rechten Gebrauch zu machen, und längere Zeit Ehegattenunterhalt einzufordern.

So, wie Du Deine Ehe und den Scheidungsgrund beschreibst, könnte ich z.B. Rachegelüste gegenüber Deinem Mann total nachvollziehen.
Schwierig finde ich allerdings die Einstellung, dass frau mit einem schulpflichtigen Kind nicht Vollzeit arbeiten kann.
Dass Ehen keine unbegrenzte Haltbarkeitsdauer haben, sollte man als erwachsener Mensch wissen und ich tu mich schwer damit, wenn einem Mann nach einer so kurzen Ehe eine jahrelange Versorgungsleistung für die Ex-Gattin aufgebrummt wird.
Dieser Vorschlag von mir ist natürlich absolut nicht pc: Aber Du könntest ja z.B. vorschlagen, dass Euer Kind bei ihm lebt. Dann könntest Du Vollzeit arbeiten gehen und Unterhaltszahlungen an ihn leisten.
 

Mentalista

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  • #5
AW: Scheidung

Zitat von Galadriel:
Geh auf jeden Fall mehr arbeiten! Mach dich möglichst unabhängig. Dein Sohn wird sowohl im Kindergarten als auch in der Schule bis nachmittags betreut (Volksschule sagt mir jetzt nichts -wo lebst du?). Es wird deinem Kind nicht schaden - im Gegenteil. Ich bin seit 11 Jahren alleinerziehend, mein Sohn war damals 4. Und habe immer voll gearbeitet. Mein Kind ist ein selbstständiger und selbstbewusster junger Mann geworden :)

Sehe ich auch so, aber es kommt drauf an, wo man wohnt und ob man gute Ganztagsschulen hat, wo eine Betreuung bis 16.00 Uhr oder länger angeboten wird.

Ich würde die Zeit jetzt auch Nutzen, um mit Hilfe des AG über Bildungsurlaub oder wie auch immer, mich weiterzubilden, um arbeitstechnisch fit zu bleiben.

Wäre es nicht was, weiterhin Teilzeit zu arbeiten und wenn der Sohn später älter ist, sich einen Nebenjob zu suchen? So mache ich es seit Jahren und komme damit finanziell sehr gut zurecht und hatte trotzdem ausreichend Zeit fürs Kind und auch für mich, weil ich von zu Hause gearbeitet habe, bzw. immer noch tue.
 

Anistou

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  • #6
AW: Scheidung

Ich empfinde es auch als Ausrede, wenn man meint man könne nicht arbeiten gehen weil man für das Kind da sein muss. Man kann alles irgendwie Managen, wenn man nur möchte. Was wäre den gewesen, wenn ihr nie geheiratet hättet? Auch ist es doch nicht wirklich schön, nur wegen dem Kind zusammen zu bleiben. Ich habe auch früher gedacht, wir sollten die Ehe aufrecht erhalten, wegen der Kinder. Aber im nach hinein war die Entscheidung der Trennung doch die Richtige. Es wäre immer Misstrauen vorhanden. Die Ehe stünde unter Spannung und das überträgt sich auch auf die Kinder. Zumal man dann leicht gereizt ist. Wenn du Familie hast, die dich unterstützen kann, dann ist es sogar noch besser.

Ich hatte es dann so gemacht, dass ich Nachts gearbeitet habe und im Kinderzimmer ein Festnetztelefon hingestellt. Das hatte dann beim drücken einer Taste dann automatisch mein Handy angerufen. Somit war ich im Notfall sofort erreichbar. Mein großer war zu diesem Zeitpunkt schon 6, der kleine aber erst 2. Aber es hat funktioniert. Da sie Nachts beide durch geschlafen haben. Sie hatten mich höchstens 1-2 x im Jahr angerufen und ich bin dann sofort heim. Somit gab es keine Probleme. Als sie dann in der Schule / Kindergarten waren, konnte ich schlafen und war entsprechend dann für sie da, wenn sie heim gekommen sind.
 
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  • #7
AW: Scheidung

Ich finde es verständlich, dass Du nicht Vollzeit arbeiten willst. Ich empfinde das für mich als fortwährende Lebenshetze und als Zerreißprobe. Überlege Dir, wie viele Stunden Dir reichen würden, um ausreichend zu verdienen, und an welchen Stellen Du Geld einsparen kannst. Von Deinem Ex weiter als bis nach der 4. Klasse Geld verlangen würde ich an Deiner Stelle nicht.
 

Sesam

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  • #8
eine kleine Anregung

Für die emotionale Seite des Gekränkt- Seins und der Enttäuschung etc. möchte ich dir einen weiteren Gedanken geben:

Nehmen wir einmal an-

Was immer er 'getan' hat, tat er nicht in der Absicht dir zu schaden.
--
Damit will ich dieses Verhalten gewiß nicht "würdigen" - aber versuche mal dich von der Vorstellung zu befreien, daß der andere nun die Schuld für alles hat.

Die Schuld für die innere Verletzung, die Schuld für das Scheidungs- Geplänkel, die Schuld für die neue Lebens- Situation, die Schuld dafür, daß weniger Zeit für das Kind da sein könnte, etc. etc.

- laß´mal "Schuld" heraus aus den Gedanken und erkenne, daß die "Neue Dame" voll die A-Karte gezogen hat... sie wird es aber dann später auch noch bemerken. Das Leben ist immer gerecht.

Weißt du wir Menschen können alles tun, was wir wollen, wir bekommen grundsätzlich immer auch die Quittung dafür, manchmal noch Jahre später. ( z.B. wenn das große Bereuen einsetzt )

Den Konsequenzen unseres Verhaltens werden wir niemals entgehen, deshalb empfehle ich dir, damit aufzuhören die Opfer-Täter Gedanken weiter auszumalen.

Mache ein abgeschlossenes Kapitel daraus und lebe den Tag für die neue Konstellation. Sorge dafür, daß es Unterhalt für das Kind gibt und baue eine schöne neue Welt mit den eigenen Möglichkeiten, der eigenen Phantasie und bestimmt findest du auch schon bald wieder Bereitschaft für eine neue Partnerschaft, neue Liebe und neues Vertrauen.. es liegt nur an der inneren Eistellung dazu.

Eine neue innere Haltung: - wir haben immer eine Wahl -

Geht man aus einer Partnerschaft mit der Einstellung " der andere war Schuld " ist das zugleich die Erbschaft für die nächste.
Versuche gut für dich selbst zu sorgen, laß los von der Vorstellung, daß jemand dein "Leben" zerstört hat. Nimm Geld- Zuwendungen als sachliche Komponente in der Menge, wie sie gerechtfertigt ist und freu dich, daß du eine 'schlechte' Erfahrung hinter dir lassen kannst.

ich wünsche dir Gutes ~* Gruß von Sesam
 

Mentalista

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  • #9
AW: Scheidung

Zitat von lulaline:
unsere gesprächsbasis ist gleich NULL. ich kann ihn nicht in die augen sehen, wenn ich ihn unseren Sohn über nacht bringe, weil ich so dermaßen enttäuscht und gekränkt bin....

Unabhängig von der Geldfrage wäre es wichtig für dich, dass du deine eigene Gefühlswelt wieder stabilisierst und das Scheitern deiner Ehe vielleicht mit einer prof. Fachkraft aufarbeitest. Gerade für deinen Sohn ist das wichtig, dass er mit einer psychisch stabilen Mutter, die die Trennung erwachsen und differenzierend betrachten kann, aufwächst.

Sehr gute Tipps bezüglich der Schuld-Frage sind dir hier ja geschrieben worden.

Nimm die Tips und Erfahrungswerte der Mütter an, die später wieder Vollzeit gearbeitet haben und deren Kinder trotzdem was gutes geworden ist. Auch hierbei gibt es Hilfen, die ich u.A. vor Jahren immer wieder in Anspruch genommen habe. Die Beratung war kostenlos, anonym und hat immer geholfen.

Bau dir ein gutes Netz aus guten Kitas und Schulen auf, ich bin damals extra in einen anderen Kiez von Berlin gezogen, wo ich wusste, dass es dort gute/angenehme Kitas, Horte und Schulen gibt und habe es nie bereut, diesen Kraftakt gestemmt zu haben. Denn unabhängig von meiner Erziehungsleistung hat ab einem gewissen Alter das Umfeld, indem das Kind sich bewegt, einen oft größeren Einfluss, als die Eltern. All meine Investition hat sich voll ausgezahlt.

Ich hätte meinen Kindesvater an die Wand stellen können... ich kann deine Enttäuschung usw. gut nachvollziehen, aber ich habe mich gehütet, dass im Beisein meines Kindes zu äussern. Ich musste sehr an mir arbeiten und mich immer wieder zurücknehmen. Es wird der Tag kommen, wo mein Kind reif genug ist, die Wahrheit zu erfahren, was wirklich damals passiert ist und warum ich mich getrennt habe. Vorher hat mein Kind das Recht, den Vater lieben zu dürfen, ohne von meinen Gefühlen beeinflusst zu sein. Vom Typ her kommt mein Kind eh nach dem Vater, also ich hätte den größten Fehler meines Lebens gemacht, da negativ dazwischen zu funken.

Alles Gute für dich, du kannst es gut schaffen!
 

passion67

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  • #10
AW: Scheidung

Ich rate Dir auch ganz eindeutig zu mehr Unabhängigkeit. Ich bin seit 12 Jahren alleinerziehend mit zwei Kindern. Mir war es einfach wichtig, mich unabhängig von meinem ExMann zu machen, obwohl oder gerade weil ich Diejenige war, welche sich getrennt hat.
Es ist nicht immer ganz einfach gewesen, aber ich würde es immer wieder so machen.
Meine Kinder sind sehr eigenständig und selbstbewusst durch diese Lebensumstände.
Und ich bin sehr stolz, dies allein geschafft zu haben.
Hab keine Angst, es tun sich immer Wege und Lösungen auf.
 

vivi

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  • #11
AW: Scheidung

Hallo lulaline,

es ist schwer in diesem - wie in jedem - Individualfall irgendwelche Hilfe in Form von Ratschlägen, Selbsterfahrungen o.ä. zu geben.
Aus deinem Text schließe ich mal, dass du aus Österreich kommst und da sind ganz andere gesetzliche Grundlagen, die in solchem Falle greifen.
Meine ersten Gedanken zu deinem Post waren / sind sehr sachlich und nüchtern:
* es ist nie Einer alleine Schuld
* in diesem Stadium geht es nicht um die Klärung der Schuldfrage, sondern um verträgliche Lösungen. Gern auch einvernehmlich...was ja bei euch (lt. Scheidungsrecht) durchaus machbar ist.
* Emotionen sind kein guter Entscheider in solch einem Falle, da jeder Beteiligte andere Beweggründe zu Emotionen hat. Mit diesen musst du - leider - alleine zurechtkommen bzw. sie verarbeiten. Da hilft dir im Übrigen auch keine Unterhaltszahlung drüber weg ;-)
* Was willst letztendlich du? Was ist dir wichtig?
* Wenn eh schon ein Schweigen vorhanden ist, worauf willst du jetzt Rücksicht nehmen? Da gibt's im Laufe der nächsten Jahre bestimmt noch tausend Momente wo sowas entstehen kann.
* Es ist - aus meiner Sicht - wichtig JETZT klare Verhältnisse zu schaffen und es geht dabei in erster Linie um das Kind bzw. die "abgesicherte" Entwicklung des KIndes.
* Egal was du machst, es kann immer irgendwann richtig oder falsch gewesen sein. Aber für den Augenblick geht es um eine möglichst vorausschauende Entscheidung.

Ich hab mal kurz gegooglet und drei Sachen gefunden, die dir vlt. eine Anregung sein können:

1. die gesetzliche Schulpflicht in Österreich ist 9 Jahre (!!!)

2. Gemäß § 95 Abs. 1a AußStrG ist es ab dem 1. Februar 2013 Eltern mit minderjährigen Kindern nicht mehr möglich, sich ohne vorherige Elternberatung einvernehmlich scheiden zu lassen. Hintergrund dieser Regelung ist die Intention des Gesetzgebers, Eltern bestmöglich über alle Folgen, die sich aufgrund der Scheidung für ihre Kinder ergeben, aufzuklären und zu informieren. Dabei steht das Wohl der Kinder an oberster Stelle.

3. Scheidungen ohne Schuldausspruch = einvernehmliche Scheidung
Das Ehegesetz besagt außerdem, dass einer geschiedenen Ehegattin/einem geschiedenen Ehegatten unabhängig vom Verschulden an der Scheidung Unterhalt nach deren/dessen Lebensbedarf zu gewähren ist, so lange ihr/ihm aufgrund der Pflege und Erziehung eines gemeinsamen Kindes nicht zugemutet werden kann, sich selbst zu erhalten.

Ist jetzt zwar ein bißchen lang geworden...aber vlt. hilft es ja beim Sortieren deiner Gedanken.
Im Übrigen stimme ich toni zu: Berate dich mit deinem Anwalt.

Alles Gute dir!
 
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  • #12
AW: Scheidung

...Es wird der Tag kommen, wo mein Kind reif genug ist, die Wahrheit zu erfahren, was wirklich damals passiert ist und warum ich mich getrennt habe. Vorher hat mein Kind das Recht, den Vater lieben zu dürfen, ohne von meinen Gefühlen beeinflusst zu sein. Vom Typ her kommt mein Kind eh nach dem Vater, also ich hätte den größten Fehler meines Lebens gemacht, da negativ dazwischen zu funken.



Super das du das so gemacht hast. Du hast meinen grössten Respekt.
 

lulaline

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  • #13
AW: Scheidung

danke euch für eure antworten. also ich bin aus Österreich/wien und wir haben hier ja sicher sehr gute betreuungsplätze - jedoch hat der ein oder andere user hier total recht, das viel rache hier auch mitspielt. mir wurde der boden unter den füßen ganz einfach weg gezogen - er verschwand aus heiterem himmel ohne jedlichen voranzeichen.
das mit den guten und schlechten zeiten hat er absolut nicht ernst genommen, denn wir hatten gesundheitliche schwierigere zeiten mit unserem Sohn.
ich will sein geld am liebsten sowieso nicht nehmen.
ich habe noch eine andere frage an euch: und zwar haben wir unsere ehewng bereits gekündigt. die scheidung ist noch am laufen. in drei monaten muß ich mit meinem sohn hier raus.
reicht ein unterhaltsnachweis für die anmietung einer kleinerrein wng und mein lohnzettel aus?
noch eine frage: ab wann seid ihr so mit kind vollzeit arbeiten gegangen und wo habt ihr das kind am nachmittag betreuen lassen?
Danke schon mal
 

Nettmann

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  • #14
AW: Scheidung

Zitat von lulaline:
...
ich will sein geld am liebsten sowieso nicht nehmen.
...

Hallo lualine,
auch wenn du es nicht annehmen möchtest, dann nimm es an und lege es ansonsten, wenn du es dir leisten kannst, für deinen Sohn an. Ich vermute allerdings, dass dir eine Bestandsaufnahme zeigen wird, dass es nicht leicht sein wird ohne den Unterhalt. Da hilft dann kein Stolz. Denke auch daran, dass du manchmal Unterstützung, z.B. "Babysitter" brauchen wirst, um mal wieder durchatmen zu können, einen Urlaub zu finanzieren, etc.

Ich denke, die alleinerziehenden Frauen werden dem zustimmen können.
Bzgl. der Wohnung kann ich wenig sagen, da ich die Verhältnisse bei euch nicht kenne, habe aber gelesen bzw. eine Reportage vor ein paar Tagen gesehen, dass der soziale Wohnungsbau in Österreich wesentlich stärker vorhanden ist, als dies in Deutschland noch der Fall ist.
Ich denke aber, auch dazu wirst du in einer Beratungsstelle Informationen bekommen, wenn du danach fragst.
Nettmann
 

Mentalista

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  • #15
AW: Scheidung

Zitat von Tintenfrosch:
...Es wird der Tag kommen, wo mein Kind reif genug ist, die Wahrheit zu erfahren, was wirklich damals passiert ist und warum ich mich getrennt habe. Vorher hat mein Kind das Recht, den Vater lieben zu dürfen, ohne von meinen Gefühlen beeinflusst zu sein. Vom Typ her kommt mein Kind eh nach dem Vater, also ich hätte den größten Fehler meines Lebens gemacht, da negativ dazwischen zu funken.

Super das du das so gemacht hast. Du hast meinen grössten Respekt.

Danke, dass hat meine Sachbearbeiterin beim Jugendamt auch gesagt.
 

lulaline

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  • #16
AW: Scheidung

hallo passion 67,

danke für deine meinung. wie alt waren deine kinder, als du sie alleine groß gezogen hast? wie hast du es mit nachmittagsbetreuung gehandhabt?
 

lulaline

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  • #17
AW: Scheidung

vielen dank. das sind aufbauende worte
 

Fotografie

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  • #18
AW: Scheidung

Hi, ich bin auch ein ÖSI aus Linz -
Zitat: " Er ist Schuld an der Zerrüttung der Ehe (auszug und Betrug)"

Ich habe das selbe mitgemacht - man ist gekränkt und versteht eigentlich nicht warum. Doch um ehrlich zu sein, der Auslöser liegt woanders...... - und man sollte auch über sich selbst nachdenken, denn nur zu sagen - der andere ist schuld - ist zwar einfach, doch es ist die Frage ob es dich weiterbringt - persönlich meine ich für neue Beziehungen.

Zweifelsohne ist eine Nichtkommunikation sicher tragisch wie du es schilderst.

Und zu den Zitaten "Es wird der Tag kommen, wo mein Kind reif genug ist, die Wahrheit zu erfahren, was wirklich damals passiert ist und warum ich mich getrennt habe. Vorher hat mein Kind das Recht, den Vater lieben zu dürfen, ohne von meinen Gefühlen beeinflusst zu sein. Vom Typ her kommt mein Kind eh nach dem Vater, also ich hätte den größten Fehler meines Lebens gemacht, da negativ dazwischen zu funken.

Ein Kind liebt seine Mutter und Vater gleich - dem ist egal wer und warum....

Wir hatten eine einvernehmliche Scheidung und meine Ex Frau ist als unser jüngeres Kind 2,5 Jahre war wieder arbeiten gegangen (Lehrerin) da geht das besser.

@ Scheidung - ich würde mich nicht auf google verlassen, sondern einen Experten fragen :)

Alles Gute - die Zeit heilt alle "Wunden" - wie man so schön sagt....

Generelle Aussagen - wann ist wer wieder arbeiten gegangen wird dir wenig helfen, das hängt von deinem Beruf und den Umständen ab (Betreuungseinrichtung, Diesnstzeiten - Wegzeiten, etc.)
 

Dreamerin

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  • #19
AW: Scheidung

Ich habe immer volltags gearbeitet. Bei mir gab es immer Kitas und Hort. Das ist ja die Voraussetzung, die nicht in jeder Gegend ausreichend vorhanden ist. Mir war es immer wichtig, finanziell unabhängig zu sein und nicht den Anschluss im Beruf zu verlieren. Auch habe ich aus (sicher falschem) Stolz auf Unterhaltszahlungen für mich verzichtet, auch wenn er mir zustand.
Schon deshalb ging es gar nicht anders als volltags. Meine Kinder waren bei der Trennung sechs und 14 Jahre alt. Doch dadurch, dass ich auch schon in der ehe volltags gearbeitet hatte, was es für die Kinder in dieser Hinsicht keine Umstellung.
 

carlo

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  • #20
AW: Scheidung

OT @ Dreamerin:

Wow, das schreibst du so leicht dahin. Das ist eine tolle Lebensleistung, die du da für dich und deine Kinder gebracht hast.

LG
Carlo
 

Dreamerin

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  • #21
AW: Scheidung

Zitat von carlo:
Wow, das schreibst du so leicht dahin. Das ist eine tolle Lebensleistung, die du da für dich und deine Kinder gebracht hast.
Danke! Aber ich bin schon so aufgewachsen. Bei uns gab es kaum berufliche Auszeiten wegen Kindern. Alle haben so gelebt und es hat gut funktioniert. Aber, es gab und gibt eben auch immer Kindereinrichtungen, die bis zum frühen Abend geöffnet sind. Berufstätigkeit und Kinder waren daher für mich nie ein entweder - oder. Meine Kinder, die inzwischen ja längst aus dem Haus sind, sagten mir erst vor kurzem, dass sie das auch ganz normal fanden, immer gleichaltrige Freunde hatten, die Hausaufgaben im Hort gemacht haben und wenn sie dann zu Hause waren, wirklich Freizeit war. Und eine zufriedene Mutter hatten.
 

carlo

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  • #22
AW: Scheidung

@ Dreamerin

Ja, ich weiß, dass das regional ganz normal sein kann. ;-)) Trotz allem wollt´ ich´s dir gerne schreiben !

LG
Carlo
 

Dreamerin

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  • #23
AW: Scheidung

Zitat von carlo:
@ Dreamerin
Ja, ich weiß, dass das regional ganz normal sein kann. ;-)) Trotz allem wollt´ ich´s dir gerne schreiben !
Das ist lieb von dir!
Ich will daraus auch absolut kein "Politikum" machen. Es war eben nur MEIN Weg und für mich war er genau richtig.
 
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  • #24
AW: Scheidung

Liebe Lulaline,

ich wurde vom Vater meiner Tochter verlassen, als ich im 5. Monat schwanger war. Als sie 4 Wochen alt war, habe ich mir eine Tagesmutter gesucht und ging wieder Vollzeit arbeiten. Sozialleistungen, Solzialamt kam niemals für eine Sekunde infrage. Ich wollte meinem Kind Stabilität und Unabhängigkeit geben. Ich habe nie einen Cent Unterhalt gesehen und das Wichtigste war, dem Vater meiner Tochter zu verzeihen. Menschen handeln selten aus boshaften Beweggründen heraus, sie sind Menschen und sie alle machen Fehler. Hass und Rache richtet sich nur gegen dich selbst und dein Kind. Meine Tochter ist jetzt 22 und das Beste, was mir je passieren konnte. Und alles, alles war es wert, das heute sagen zu dürfen. Dein Kleiner braucht eine starke Mama, die liebt und nicht hasst, die verzeiht und ihm ein Urvertrauen vermittelt, das von deiner Stabilität lebt. Du schaffst das, ich bin ganz sicher. Packe dein Leben an, es ist deins.
 

lulaline

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  • #25
AW: Scheidung

Hallo. Danke auch für diese Antworten und Meinungen. Die meisten hier und auch in meinem Umfeld raten mir, das Gute in der Trennung zu sehen und meinen Exmann auch nicht zu hassen. Zu versuchen zu verstehen das immer 2 dazu gehören. Ich kenne meine Fehler, weiß welche ich gemacht habe. Doch beim besten Willen kann ich diese Kampflosigkeit zur Rettung der Ehe nach 6 monaten Ehe nicht verstehen. Wir haben kaum bis gar nicht gestritten. Störte ihn etwas hat er es in sich gefressen, was ich auch erst jetzt weiß. Zu Beginn unserer Ehe war sogar der WUnsch eines zweiten Kindes noch da, ich war schwanger, verlor es aber in der 12. SSW. und dann war es 4 Monate später aus und vorbei. Wie kann ich das verstehen? ihn noch versuchen zu mögen? Ich bin so verletzt , so traurig, das er sich einfach umdrehte und ging. ich bin es nicht nur wegen mir, sondern auch wegen unserem Sohn. Aber zurück will ich ihn sowieso nie wieder. Er hat gelogen, betrogen und irgendetwas nicht mehr ausgehalten und ging. Jetzt kann ich nichts mehr ändern und will auch nichts mehr ändern. Immer wieder höre ich "laß ihn gehen" , "du wirst sein Geld sowieso nicht wollen"....ja das alles stimmt. Es ist richtig. doch was ist ein mittelweg? er bietet an Ehegattenunterhalt bis zum Schuleintritt des 2 Jährigen Sohnes zu zahlen....ich habe die Möglichkeit dies zu verlängern , bin aber so sehr im Hin und Her ob ich soll oder nicht.....
 
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  • #26
AW: Scheidung

1) Du hast das Recht, traurig, enttäuscht und hasserfüllt zu sein. Ich finde das mit dem Vergeben in dieser Situation fast eine unmenschliche Forderung, auch wenn ich nur Deine Seite kenne. Du hast jetzt nunmal diese Gefühle. Sie werden vielleicht und hoffentlich nachlassen.

2) Was Du auf keinen Fall tun darfst und dazu gehört mitunter sehr viel Selbstkritik und Selbstbeherrschung: Du darfst dem Kind nicht den Vater entziehen, im Gegenteil, Du solltest ihn fördern. Und Du musst Dich so schwer es ist, dem Kind gegenüber neutral über den Vater äußern und die Liebe des Kindes zum Vater und das Recht des Kindes, den Vater zu lieben, trennen von Deinen Gefühlen. Nicht leicht, aber möglich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

3) Du solltest nicht über das 4. Schuljahr hinaus auf Unterhalt klagen, sondern dann wieder Vollzeit arbeiten gehen. Ewige Rechtsstreitigkeiten kosten Kraft, Geld, fördern das Zerwürfnis zwischen den Eltern und schaden Eurem Kind.
 
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  • #27
AW: Scheidung

Zitat von lulaline:
Er will klarerweise eine einvernehmliche Scheidung, ich bin ihm in dem Fall entgegen gekommen. Nun ist sein Scheidungsangebot, das gesetzliche, nämlich Alimente für das Kind und Ehegattenunterhalt bis zum Eintritt des Sohnes in die Volksschule.

Einvernehmlich ist vermutlich für beide Seiten besser, insbesondere dann, wenn man ein gemeinsames Kind hat. Ich denke, mehr als die gesetzliche Regelung wirst Du auch mit Anwalt nicht "herausholen". Wieso auch?
 

lulaline

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  • #28
AW: Scheidung

die gesetzliche regelung wäre unterhalt bis zum selbsterhalt da er schuldig ist. (betrug, auszug)
eine klage will ich nicht einbringen, weil ich das psychisch auch nicht mehr mitmachen kann. ich will eine lösung haben, die für uns beide in ordnung ist. meine idee wäre bis ende volksschule. das wäre sozusagen mein vorschlag. was meint ihr dazu.`? ich habe vor auf jeden fall bald mehr stunden arbeiten gehen zu können, doch eigentlich will ich das jetzt noch nicht, da mein sohn erst 2 jahre ist und ich noch nachmittags für ihn da sein möchte. wie es dann in der volkschúle sein wird, sag mir zumindest auch jede alleinerziehende MAMA das die kinder dann noch mehr aufmerksamkeit wie geld benötigen. daher bin ich ziemlich in der großen Frage "Was soll ich tun"
 

Viola

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  • #29
AW: Scheidung

Zitat von lulaline:
die gesetzliche regelung wäre unterhalt bis zum selbsterhalt da er schuldig ist. (betrug, auszug)

Du bist also voellig unschuldig?!!

Dass die Schuldfrage in der heutigen Zeit ueberhaupt noch eine Rolle spielt, ist unglaublich.

Zitat von lulaline:
eine klage will ich nicht einbringen, weil ich das psychisch auch nicht mehr mitmachen kann. ich will eine lösung haben, die für uns beide in ordnung ist.

Er hat Dir doch schon eine Loesung angeboten! Warum nimmst Du die nicht an?! Dafuer, dass Du nur kurz verheiratet warst, verlangst Du ziemlich viel! Welchen finanziellen Zugewinn hast Du denn der Ehe beschert?
Das Argument, dass Du nicht (bzw. nicht mehr Stunden) arbeiten willst, weil Du fuer Deinen Sohn da sein moechtest, ist fuer mich kein Grund. Was ist denn mit dem Vater?! Der kann sich den A.... aufreissen, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, aber ob er Zeit fuer seinen Sohn hat, scheint Dir egal zu sein. Was machst Du denn, wenn er arbeitslos werden wuerde und seinen Zahlungen nicht mehr nachkommen koennte?!

In meinen Augen machst Du es Dir echt ziemlich einfach und solltest Dich nicht wundern, wenn es doch noch vors Gericht geht. Als Mann wuerde ich mich nicht so abzocken lassen.
 
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  • #30
AW: Scheidung

@lulaline

Liest Du auch manchmal, was die Leute Dir antworten? Bis Ende Grundschule ist ja gut. Schlug er das nicht auch selbst vor? Schröpfen bis zum Selbstbehalt würde ich allerdings niemanden wollen. Wäre das so? Das mit der "Schuld" würde ich schleunigst streichen. Das gibt es kaum, dass wirklich und wahrhaftig nur einer "Schuld" hat. Überhaupt, wer möchte diesen Begriff an dieser Stelle definieren? Meine Erfahrung: ab Grundschule cooles Leben. Die Kinder werden immer selbst- und eigenständiger. Sie wollen und brauchen das auch. Höchstens, Deines würde zum Sorgenkind. Weiß man vorher nie, allerdings gibt es auch Mütter, die ihre Kinder zu Sorgenkindern machen, um nicht loslassen zu müssen, nicht arbeiten gehen zu müssen, unbewusst natürlich. Euer Kleiner hat ganz viel Kraft. Er wird das meistern, auch wenn Du mehr arbeitest oder gerade dann.