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  • #1

Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Wie geht ihr mit der zunehmenden Sexualisierung in Film Fernsehen, Theater, ja sogar Oper um? Wie kann man(n) einer Frau in diesem Moment noch tiefe Liebesgefühle entgegenbringen, wenn sie vielleicht gerade durch einen nackten, attraktiven Mann im Film (wie z.B. in Shame) erregt wird? Für mich gehört zur Liebe immer noch eine gewisse Ausschließlichkeit, denn sonst könnte ich ja gleich promiskuitiv leben.
 
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  • #2
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Martin_3:
Wie kann man(n) einer Frau in diesem Moment noch tiefe Liebesgefühle entgegenbringen, wenn sie vielleicht gerade durch einen nackten, attraktiven Mann im Film (wie z.B. in Shame) erregt wird?
Ich denke, dass diese Übersexualisierung vielleicht auch zu einer 'Gegenbewegung' führt und man sich nach mehr Romantik sehnt.
Ich fand "Shame" übrigens überhaupt nicht erregend sondern eher ernüchternd und einsam.
 
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  • #3
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Hmmh, heisst das denn für dich, dass romantische Liebe nur ohne Sex funktioniert?
In meiner Erfahrung kann und will ich das nicht trennen, auch wenn ich heute weiss, dass es vielleicht nicht für immer und ewig ist, so will ich doch daran glauben.... und damit ist für mich die Exklusivität meiner gelebten Liebe (partnerschaftliche) mit allen Facetten eben auf meinen einen Partner eingestellt.
Das ist kein Opfer, sondern für mich normal.

Übersexualisierung finde ich als Schlagwort genauso schwierig wie Zölibat, jeder einzelne muss da seinen Weg finden. Und was romantisch ist oder nicht ist ja für viele Menschen verschieden, das ist ja das schwierige sein Pendant zu finden, wo auch das passt.

Und wenn ich nicht an Liebe und Romantik glauben würde, oder besser gesagt, daran, dass ich das leben kann, wäre ich nicht in diesem Forum oder bei PS gelandet.
 
B

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  • #4
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von No_Kitty:
Hmmh, heisst das denn für dich, dass romantische Liebe nur ohne Sex funktioniert?
Nein, das war dann missverständlich.
Aber ich habe den Eindruck, dass man doch etwas 'abstumpft', wenn überall nackte (meist Frauen-)Körper zu sehen sind.
Und wenn ich mir z.B. Liebesfilme ins Gedächtnis rufe, die ich besonders mochte, dann waren es meistens welche, in denen die Darstellung der Sexualität eher diskreter war. Vielleicht auch, weil dann mehr Raum für eigene Wünsche und Sehnsüchte bleibt.
 
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  • #5
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Benutzerin:
Nein, das war dann missverständlich.
Aber ich habe den Eindruck, dass man doch etwas 'abstumpft', wenn überall nackte (meist Frauen-)Körper zu sehen sind.
Und wenn ich mir z.B. Liebesfilme ins Gedächtnis rufe, die ich besonders mochte, dann waren es meistens welche, in denen die Darstellung der Sexualität eher diskreter war. Vielleicht auch, weil dann mehr Raum für eigene Wünsche und Sehnsüchte bleibt.
Hallo zusammen,
da kann ich Benutzerin nur zustimmen und mir geht es genauso, ich mag auch die Filme am liebsten, in denen es gerade keine ausführlich Bettszene gibt. Ich war auch schon ewig nicht mehr im Theater oder in der Oper, weil man heutzutage leider mit exzessiven Darstellungen auf der Bühne rechnen muss und mir dafür das Geld für die Eintrittskarte einfach zu schade ist.
 
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  • #6
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Benutzerin:
Aber ich habe den Eindruck, dass man doch etwas 'abstumpft', wenn überall nackte (meist Frauen-)Körper zu sehen sind.
Ist das wirklich so? Wirkt sich das, was wir in Form von Werbung und ähnlichem vorgesetzt bekommen tatsächlich "abstumpfend" auf das aus, was wir in realer Partnerschaft empfinden und erleben?

Ich möchte nun wirklich nicht "sex sells" das Wort reden, schon alleine deshalb nicht, weil die ständige Nutzug dieser einen Methode Werbung auf Dauer stinklangweilig werden lässt. Und wie die ständige mediale Ausschlachtung eher unrealitsitscher Schönheitsideale die Selbstwahrnehmung mancher Menschen verfälscht diskutieren wir hier ja eh alle Nase lang.

Aber stumpfen wir durch diese schon aus rein materiellem Eigeninteresse des Werbenden in aller Regel dann doch eher milde Form der Sexualisierung tatsächlich ab, nehmen wir unsere Partnerinnen und Partner deswegen anders wahr?

Und wenn ich mir z.B. Liebesfilme ins Gedächtnis rufe, die ich besonders mochte, dann waren es meistens welche, in denen die Darstellung der Sexualität eher diskreter war. Vielleicht auch, weil dann mehr Raum für eigene Wünsche und Sehnsüchte bleibt.
Vielleicht aber auch einfach nur, weil wirklich gute Filme problemlos auch ohne übermässige Darstellung von Sexualität wirken, während die eher schlechteren auf solche Mittel angewiesen sind um ihre Gechichte auch nur halbwegs nachvollziehbar zu erzählen?
 
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  • #7
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Martin_3:
Wie geht ihr mit der zunehmenden Sexualisierung in Film Fernsehen, Theater, ja sogar Oper um?

Das ist wahrscheinlich von Person zu Person unterschiedlich. Wenn ich jetzt ganz ehrlich antworten soll, wäre mir das zu intim. Allgemein kann ich jedoch sagen, dass es aus meiner Sicht darauf ankommt, wie ich die zunehmende Sexualisierung betrachte und welchen Stellenwert ich ihr einräume. Ich gehe z.B. davon aus, dass eine sexuelle Szene erotische Bedürfnisse wecken kann. Sie wird jedoch unwichtig, wenn ich zu dem Partner eine gute Beziehung habe, Nähe leben kann und beide das Gleiche wollen. Je schwieriger die Paarbeziehung gelebt wird und je größer das Bedürfnis ist, die erotische/sexuelle Ebene zu leben, desto mehr besteht die Möglichkeit, dass die zunehmende Sexualisierung in der Öffentlichkeit in der einzelnen Person die sexuelle Ersatzbefriedigung weckt und bei anderen Personen gesucht wird. Vorausgesetzt, das Fremdgehen ist kein TABU.

Wie kann man(n) einer Frau in diesem Moment noch tiefe Liebesgefühle entgegenbringen, wenn sie vielleicht gerade durch einen nackten, attraktiven Mann im Film (wie z.B. in Shame) erregt wird?

Für mich würde das in umgekehrter Weise bedeuten, dass der Mann stark auf äußere sexuelle Reize (Film, Fotos ...) reagiert. Es könnte aber aus meiner Sicht auch bedeuten,dass ich nicht oder noch nicht in dem Maße geliebt werde, dass fremde äußere Reize für den Mann unwichtig werden.

Für mich gehört zur Liebe immer noch eine gewisse Ausschließlichkeit, denn sonst könnte ich ja gleich promiskuitiv leben.

Das wäre mein Wunsch. Es ist aber Realität, dass viele Männer (auch manche Frauen) beides leben. Ihre Lust (aktiv oder passiv) außerhalb einer Beziehung und innerhalb ihrer Beziehung, wenn es gerade paßt.

Vielleicht war das jetzt hilfreich, vielleicht nicht, es ist mir jedoch nicht möglich, noch detaillierter darauf einzugehen, da dieses Thema für mich sehr intim ist.

natalie
 
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  • #8
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von SineNomine:
Vielleicht aber auch einfach nur, weil wirklich gute Filme problemlos auch ohne übermässige Darstellung von Sexualität wirken, während die eher schlechteren auf solche Mittel angewiesen sind um ihre Gechichte auch nur halbwegs nachvollziehbar zu erzählen?
Naja, es kommt doch auf den Film an. Man kann eine Abendessenszene gut oder schlecht machen. Und man kann eine Sexszene gut oder schlecht machen. Weshalb das Ressentiment, Sexdarstellungen verwiesen auf einen Mangel an guter Geschichte?
Also, die ganzen Romantikschmonzetten, die gerade auf explizite Sexdarstellungen verzichten müssen, verdienen sicherlich in den seltensten Fällen das Prädikat "besonders wertvoll". Viele gucken sie sich dennoch gerne an. Auch ich, ab und an. :)
Sexdarstellungen haben in guten Film oft ein deutliches Gewicht von Realismus. Das verträgt sich nicht so gut mit Romantikschmonzetten, wo es eher darum geht, Menschen ein bißchen rosapudrig träumen zu lassen: Opium fürs Volk halt. Ist ja in Maßen auch ok. Man sollte aber solche abgegriffenen Klischees nicht unbedingt zu rechtfertigen versuchen, indem man sich vormacht, durch den Verzicht würde die Phantasie besonders kreativ angeregt. :)
 
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  • #9
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von SineNomine:
Vielleicht aber auch einfach nur, weil wirklich gute Filme problemlos auch ohne übermässige Darstellung von Sexualität wirken, während die eher schlechteren auf solche Mittel angewiesen sind um ihre Gechichte auch nur halbwegs nachvollziehbar zu erzählen?
Naja, das finde ich auch ein bisschen zu einfach. Es gibt auch "wirklich gute Filme" mit expliziter Darstellung von Sexualität - aber die sind dann eher nicht romantisch.
 
B

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  • #10
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Heike:
Also, die ganzen Romantikschmonzetten, die gerade auf explizite Sexdarstellungen verzichten müssen, verdienen sicherlich in den seltensten Fällen das Prädikat "besonders wertvoll".
Ist das so?
 
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  • #11
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Die Bezeichnung Schmonzette trägt natürlich schon einen negativen Bewertungsaspekt in sich. Um zu gucken, was in welchem Sinn wertvoll ist, müßte man konkrete Filme durchgehen.
Die Zuordnung von expliziter Sexualität und minderwertigem Film erschließt sich mir auf jeden Fall schon in der Tendenz nicht. Eben eher die von romantischem Film und Harmlosigkeit. Wobei es da natürlich Ausnahmen gibt. Und vermutlich auch nicht jeder dasselbe meint, wenn er von Romantik spricht.
 
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  • #12
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Martin_3:
Wie geht ihr mit der zunehmenden Sexualisierung in Film Fernsehen, Theater, ja sogar Oper um? Wie kann man(n) einer Frau in diesem Moment noch tiefe Liebesgefühle entgegenbringen, wenn sie vielleicht gerade durch einen nackten, attraktiven Mann im Film (wie z.B. in Shame) erregt wird? Für mich gehört zur Liebe immer noch eine gewisse Ausschließlichkeit, denn sonst könnte ich ja gleich promiskuitiv leben.
hallo Martin, es ist gerade sensationell, dass ein mann diese gedanken macht!
ich danke dir Martin für dein thread, denn ich dachte immer, es seien uns frauen, die sich darüber gedanken machen.
hier meine einstellung
-als, frau, zu mir selbst
die allgemeine darstellung der FRAU in unserer gesellschaft macht es mir sehr zu schaffen. mein schon sehr kleines selbstwertgefühl schrumpft andauernd. es ist eine große arbeit für mich, mich nicht mit diesen allen bildern zu vergleichen. ich muss sagen, dass es mir sehr schwer tut, obwohl ich auf der intellektuellen ebene natürlich verstehe und weiß, dass die bilder korregiert sind, dass die frauen keine "normalen" so wie ich sind, sondern professionnellen, und dass ich mich nicht vergleichen soll. ich habe oft bemerkt, dass ich mich sehr erleichtert fühle, wenn ich mich auf aulaub in einem land befinde (zb in einem arabischen land), wo die plakate nicht so extrem sind. es erleichtert mich ungemein, ich kann besser meinen platz in dieser welt spüren, mich akzeptieren, mich normal fühlen.
-als frau, zu meinem partner.
persönlich kann ich nicht auf einem anderen mann fantasieren, wenn ich jemanden liebe, auch nicht, wenn ich jemanden mag+. ich bin auf meinem partner ganz bezogen, alle meine fantasien haben mit ihm zu tun, und es dauert noch lang nach der beendigung der beziehung. ich sehe die sexszenen sachlich, womöglich vergleiche ich mich mit der frau und schäme mich für mich selbst und frage mich, was er denkt, während er das sieht, aber nie käme ich auf die idee, ihn mit dem schauspieler zu vergleichen. das "bild" von einem mann interessiert mich emotionell nicht, es erzeugt in mir nichts, es berührt mich nicht.
danke für deinen beitrag Martin
sg
w/46
 
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  • #13
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Gab es da im Psychoprofiltest nicht eine entsprechende Frage, also dazu, wie man zu offensiver Sexdarstellung etwa in der Werbung steht?
Für solche Punkte wären also die vielgescholtenen Matchingspoints doch relevant.
Den einen stören explizite Sexdarstellungen im Alltag, manchen widern sie gar an, andere stumpfen sie ab, manchen regen sie an, andere bringen sie in die Gefahr der Untreue, andere läßt es kalt, zumindest die Bilder von Personen des Geschlechts, aus denen sie ihre Partner wählen, reagieren aber vergleichend und damit vermutlich ängstlich emotional auf Bilder von Personen ihres eigenen Geschlechts, ... Ich glaube, da gibts alles. Gut, wenn es paßt zwischen den Partnern.
In manchen Fällen kann es der romantischen Liebesbeziehung gerade zuträglich sein, eben weil sie inmitten der bedrängenden Bilderwelt eine Ruheoase des Gefühls zu bieten vermag.
 
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  • #14
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von Heike:
Weshalb das Ressentiment, Sexdarstellungen verwiesen auf einen Mangel an guter Geschichte?
Das entscheidende Wort in meiner Ausführung war "übermäßig". Es spricht nichts dagegen, die Wirklichkeit halbwegs real darzustellen, und zu der gehört natürlich auch Sexualität in allen möglichen Formen. Aber eben bitte in Maßen und nicht in Massen als vermeintliches Allheilmittel zum Vertuschen inhaltlicher Schwächen, quasi als Film- und Fernsehversion von Ketchup.


Also, die ganzen Romantikschmonzetten, die gerade auf explizite Sexdarstellungen verzichten müssen, verdienen sicherlich in den seltensten Fällen das Prädikat "besonders wertvoll".
D'accord, aber das hat ja auch niemand behauptet.


Sexdarstellungen haben in guten Film oft ein deutliches Gewicht von Realismus. Das verträgt sich nicht so gut mit Romantikschmonzetten, [...]
Mit Schmonzetten sicher nicht, aber "Romantik" und "Sexualität" schließen sich nun wirklich nicht aus, insofern kann durchaus auch ein romantischer Film recht explizite Sexdarstellungen enthalten, dann allerdings wohldosiert und stimmig und nicht mit der Gießkanne großflächige über das Drehbuch verteilt.
 
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  • #15
AW: Romantische Liebesbeziehung in dieser Zeit überhaupt noch möglich?

Zitat von SineNomine:
Das entscheidende Wort in meiner Ausführung war "übermäßig". Es spricht nichts dagegen, die Wirklichkeit halbwegs real darzustellen, und zu der gehört natürlich auch Sexualität in allen möglichen Formen.
Also übermäßig ist natürlich zuviel, das steckt im Wort. Wobei die Frage ist, was übermäßig ist. Die Wirklichkeit ist dafür nicht der einzige Gradmesser. Drastik ist von je her eine Strategie der Ästhetik.
Also, um ein extremes Beispiel zu bringen: beispielsweise Pasolinis 120 Tage von Sodom ist schon ein ganz guter Film, obwohl Sexualität in allen möglichen Formen vermutlich "im Übermaß" vorkommt. - Realistisch im üblichen Sinne ist er nicht.
Wobei Realismus andererseits auch nicht heißt, den durchschnittlichen Tagesablauf eines Durchschnittsmannes eins zu eins auf die Leinwand zu bringen.
Welche Filme hast du im Blick, die du unter "Romantikfilm" einreihen würdest und denen du zugleich gute künstlerische Qualität zuschreibst?