D

Deer One

  • #301
Bei mir ist es so:
Klassisch männliche Charaktereigenschaften hatte ich schon als Kind. Ich habe immer Verantwortung übernommen, gerne draußen gespielt, meine Helden in der Kindheit waren Männer und Jungs, so die ritterlichen Typen. Mit offenem Visier für das einstehen, was einem wichtig ist, „die Guten“ sein :).
Ich hatte das Glück, Abi machen zu können, studieren zu können und einen guten Job zu haben. Ich musste mir alles erkämpfen, aber die Skills dafür hatte ich ja. Ich bin Chefin eines kleinen Unternehmens. Da muss man führen, oder man geht unter. Als etliche Jahre allein erziehende Mutter braucht man die selben Fähigkeiten.
„Somit“ habe ich viele klassisch männliche Eigenschaften, was mir auch PS bescheinigt.
Diese Eigenschaften hatte ich aber schon immer. Dadurch, dass ich als Akademikerin die Verantwortung für meinen kleinen Betrieb trage, sind meine Skills m.E. hilfreich, besonders in Krisensituationen, wo ich sehr rational handeln kann und auch muss.
Hätte ich eine Lehre gemacht, wären andere Charaktereigenschaften wichtiger gewesen, und ich hätte vermutlich die klassisch männlichen nicht in der Art entwickelt.

Mit Männern, die auf PS auch hohe Werte haben, gibt es früher oder später ein Konkurrenzproblem analog zu dem, was ich schon von der Arbeit her kenne, als ich noch nicht selbstständig war.
Ich kann gar nicht genau sagen, was da im Einzelnen los ist, aber Grundtenor ist, dass sich nichts Liebevolles zwischen uns entwickelt, sondern ich fühle mich dann immer häufiger wie bei harten beruflichen Verhandlungen, muss irgendwie immer ein bisschen aufpassen, was ich sage, damit er sich nicht unterlegen fühlt und dann meint, mir zeigen zu müssen, dass z.B. seine beruflichen Erfolge ja in einer ganz anderen - natürlich bedeutsameren - Liga spielen als meine Sachen :rolleyes:.

Edit: Doch, jetzt ahne ich, was es sein könnte! Bei so einer Konstellation mag keiner Schwäche zeigen, was aber natürlich zu einer Partnerschaft gehört.
Dieses Posting nötigt mir jeden Respekt ab, liebe AlexBerlin. So herrlich authentisch einerseits, bestätigt es andererseits meine Vermutung, die Entwicklung einer Frau hin zur Männerrolle würde durch äußere Umstände gefördert, aber um überhaupt in eine solche Position zu kommen, muss ein gewisses Maß an Männlichkeit vermutlich bereits vorhanden sein.

Chapeau, AlexBerlin! Dieses Posting beantwortet m. E. viele Fragen! *thumbs up* :)
 
D

Deer One

  • #302
Vielleicht bist du auf dem ganz falschen Tripp. Dein Beispiel weist eher auf nicht passendes Kommunikations- und Konfliktverhalten hin. Da geht es eher um Durchsetzungswillen, Rückzugstendenz, Großzügigkeit und ähnliches.
Nach meiner Erfahrung kracht es da schon in der ersten vorsichtigen Anschreibphase, beim ersten Missverständnis....
Liebe Schreiberin, Du kennst mich nicht und kannst deshalb nichts über meinen Beruf wissen, weshalb ich Dir leider sagen muss, grandios daneben zu liegen. ;)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deer One

  • #309
Für uns Intellektuelle ist deshalb die Partnerinnenwahl nicht ganz so einfach, geehrter @Deer One!
Wir bewegen uns da auf einem ganz, ganz schmalen Grat.
Eine Dame, die das Gegenteil einer Akademikerin repräsentiert, dafür sehr weiblich ist, deshalb als ideale Partnerin favorisieren? Eine Dame, mit der wir in punkto Weltensicht, Kommunikation, Freizeitinteressen und Kultur nie auf einen Nenner kommen werden? o_O

Im Prinzip hast Du schon Recht, dass etliche Akademikerinnen durchaus einen vermännlichten Habitus aufweisen. Bei der Anwältin geht es auch nicht anders, wenn sie sich beruflich durchsetzen möchte.

Bei den Akademikerinnen sollte man danach differerenzieren, was sie konkret studiert haben und beruflich ausüben. Ich denke, Studium und Beruf machen mit einem was und wirken auch auf den geschlechtsspezifischen Habitus aus.
Weiblich wirkende Akademikerinnen nehme ich eher bei den Literaturwissenschaftlerinnen, Germanistinnen, in den verschiedenen Bereichen der Pädagogik, Sozialpädagogik, Kunst, Musik, Psychologie, Geschichte Philosophie...wahr als z. B. bei Juristinnen, Mathematikerinnen und Naturwissenschaftlerinnen. Bei den Medizinerinnen sowohl als auch.
Geschätzte @Datinglusche - unsere Erfahrungen decken sich erneut 1:1. Ich wüsste gar nicht, wo ich einsteigen sollte, um etwas Anderes zu schreiben als "Kenn ich... stimmt.... war bei mir genauso... sehe ich Ähnlich" etc..

Es ändert nur leider nichts an der Bedauerlichkeit der Gesamtsituation. :(

Es gibt allerdings Hoffnung - just heute habe ich eine Zuschrift via PS bekommen, die eine bessere Passung verspricht, trotz Hochschule und Unternehmertum. Ihr männlicher Anteil im Rollenbild ist zwar nicht durchschlagend geringer als meiner, aber dafür der weibliche sehr hoch ausgeprägt. Wir sind noch bei Level 1, also Schreiben via PS, haben aber bereits Nummern getauscht. Darüber hinaus ist sie optisch sehr feminin und fiele direkt in mein Beuteschema. Ich bin seeehr gespannt. :)
 
D

Deleted member 22408

  • #311
Ahhh - der ewige taxifahrende Student mit Lebenserfahrung. Wie konnte ich nur an deiner Weisheit zweifeln? Natürlich hast du recht - ich denke in Klischees, du aus Erfahrung. Ich dummes Dummerchen.
*Ironie off*
Nein, geehrte @Fraunette, um mein Studium zu finanzieren habe ich in Galabands Tanzmusik gemacht und an der Musikschule unterrichtet. Im Prinzip habe ich als Student schon fast so viel verdient wie heute. Deswegen habe ich das Studentenleben genossen und es nicht wirklich eilig gehabt, fertig zu werden. War einfach eine schöne Zeit! Bloß die Leber hätte das viele Humpenplocken in der Studentenkneipe auf Dauer nicht mitgemacht :D
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deer One

  • #313
Ich kann nur allen empfehlen, dem Klischee nicht per se so viel Schlechtes anzugedeihen.

Erstens haben Klischees/Stereotypen ihre Ursache, sonst gäbe es sie nicht.
Zweitens wollen die allermeisten Menschen sogar einem ganz bestimmten Klischee entsprechen/zugehören - bewusst oder unbewusst, und drittens ist die Stereotypisierung fester Bestandteil der Sozialpsychologie, frei jeder Wertung.

In Klischees zu denken ist nicht im Entferntesten negativ, auch eine Validierung von Klischees nicht, weil wir eigentlich den ganzen Tag nichts Anderes tun. Sieht man auch in diesem Thread. Nur die Verurteilung eines Klischees des eigenen Fremdbilds wegen ist zu verurteilen.
 
D

Deleted member 22408

  • #314
Geschätzte @Datinglusche - unsere Erfahrungen decken sich erneut 1:1. Ich wüsste gar nicht, wo ich einsteigen sollte, um etwas Anderes zu schreiben als "Kenn ich... stimmt.... war bei mir genauso... sehe ich Ähnlich" etc..

Es ändert nur leider nichts an der Bedauerlichkeit der Gesamtsituation. :(

Es gibt allerdings Hoffnung - just heute habe ich eine Zuschrift via PS bekommen, die eine bessere Passung verspricht, trotz Hochschule und Unternehmertum. Ihr männlicher Anteil im Rollenbild ist zwar nicht durchschlagend geringer als meiner, aber dafür der weibliche sehr hoch ausgeprägt. Wir sind noch bei Level 1, also Schreiben via PS, haben aber bereits Nummern getauscht. Darüber hinaus ist sie optisch sehr feminin und fiele direkt in mein Beuteschema. Ich bin seeehr gespannt. :)
Das hört sich sehr gut an, geehrter @Deer One!
Nach Deiner Beschreibung habe ich das Gefühl, dass es was werden könnte. Die Dame würde gut zu Dir passen. Auf jeden Fall wünsche ich Dir da Erfolg!
 
Beiträge
6.850
Likes
10.871
  • #315
Ich kann nur allen empfehlen, dem Klischee nicht per se so viel Schlechtes anzugedeihen.

Erstens haben Klischees/Stereotypen ihre Ursache, sonst gäbe es sie nicht.
Zweitens wollen die allermeisten Menschen sogar einem ganz bestimmten Klischee entsprechen/zugehören - bewusst oder unbewusst, und drittens ist die Stereotypisierung fester Bestandteil der Sozialpsychologie, frei jeder Wertung.

In Klischees zu denken ist nicht im Entferntesten negativ, auch eine Validierung von Klischees nicht, weil wir eigentlich den ganzen Tag nichts Anderes tun. Sieht man auch in diesem Thread. Nur die Verurteilung eines Klischees des eigenen Fremdbilds wegen ist zu verurteilen.
Dein Post passt besser hierzu:
Das wäre der bessere/richtigere Empfänger gewesen.