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  • #571
Also auf schriftlichem Wege eher nicht. Ich denke so persönliche Sachen kommen erst beim Daten heraus.
Sehr wahrscheinlich, sehe ich auch so. Ich hab aber keine große Lust auf viele Treffen, um dann immer wieder eine Nichtpassung festzustellen... o_O
Würde die gerne vorher "aussortieren". Unrealistisch? Ich schreibe ja sowieso nicht jedes Profil an, da hätte ich vielleicht bis zum Lebensende zu tun...
Die erste Antwort galt fafner. Weil er fragte, ob leidenschaftlich immer sexualisiert sein muss. Nein, muss es nicht.
Was glaubst Du, meint jemand in einer Partnerbörse damit? Kochen? Mode? Wirklich...? :rolleyes:

Bei babe merkt man ja, daß er null Erfahrung mit Onlinedating hat. Bei Dir weiß ich's jetzt nicht so, aber im Grunde auch nicht, richtig...? ;)
 
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  • #572
Wenn ich das richtig verfolgt habe, gibt es deswegen beim Erstellen von Profilen (egal welches Online-Portal) immer den ungeschriebenen Codex, dass man möglichst konkret werden soll. Statt "attraktiv" dahinzuklatschen, beschreibt man sich so gut es geht.

Ah, der ungeschriebene Codex. Das Geheimwissen der eingeweihten Adepten des Onlinedating.

Aber es macht schon Sinn, sich den Telegrammstil zu verkneifen wenn man von möglichst vielen Menschen gut verstanden werden will. Aber so ein scheinbar absichtsvolles Missverstehen kann ja auch als Aussage über denjenigen aufgefasst werden. Und zwar dass derjenige sich seinerseits mehr für die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse als den Menschen ansich interessiert.
 
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  • #573
Was glaubst Du, meint jemand in einer Partnerbörse damit? Kochen? Mode? Wirklich...?
Nun es ist wohl eher der Auswahl-Matrix geschuldet, dass man aus einer Liste "klick,klick,klick" ganz schnell ein paar Attribute herausfischt und diese ohne Kontext stehen. Es gibt aber auch Portale, die auf Freitext setzen und nicht so viele enge Vorgaben haben, wie z.B. vorgefertigte Auswahl-Listen.

Wenn man sich gerne "leidenschaftlich" bezeichnen möchte, sollte man das nicht ohne Kontext stehen lassen.

Mir ist das bisher nicht untergekommen, dass jemand sich als leidenschaftlich beschrieben hat im Profil. Ich hatte da eher Begegnungen beim Dating, wo schnell klar wurde, hier bin ich einem Lustmolch aufgesessen ;) Flucht-Modus an ! (Auch beim Schreiben mit Unbekannt, kann da so eine Assoziiation entstehen. Dann habe ich den Kontakt abgebrochen).
 
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  • #574
Ah, der ungeschriebene Codex. Das Geheimwissen der eingeweihten Adepten des Onlinedating.

Aber es macht schon Sinn, sich den Telegrammstil zu verkneifen wenn man von möglichst vielen Menschen gut verstanden werden will. Aber so ein scheinbar absichtsvolles Missverstehen kann ja auch als Aussage über denjenigen aufgefasst werden. Und zwar dass derjenige sich seinerseits mehr für die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse als den Menschen ansich interessiert.

Argwohn und Mißtrauen können sich ja auf alles erstrecken. Jede Angabe kann prinzipiell so interpretiert werden, daß sie Ausdruck von was ganz Schlimmes ist. Für Angaben wie "attraktiv" wird das hier manchmal durchgespielt. Für andere ginge es genauso. Für die Angabe "(sexuell) leidenschaftlich" scheint aber was Spezielleres vorzuliegen. Offenbar ist hier Argwohn und Mißtrauen nicht nur vereinzelt vertreten, sondern sehr weit verbreitet, gar so etwas wie eine Norm, also zumindest für eine nicht kleine Gruppe von Nutzern.
Und da ist doch interessant, weswegen. Was an Sexualität macht es aus, daß da solche Codes etabliert werden oder daß eine Gruppe von Foristen regelmäßig entgeistert aufspringen und automatisiert CD rufen, aus dem Reich der Seriösität wegschieben wollen, Schmuddelecke herbeizitieren usw.? Welche Vorstellungen von Sexualität müssen dem zugrundeliegen?
 
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  • #575
Aber so ein scheinbar absichtsvolles Missverstehen kann ja auch als Aussage über denjenigen aufgefasst werden. Und zwar dass derjenige sich seinerseits mehr für die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse als den Menschen ansich interessiert.
Verstehe ich nicht.
Absichtsvolles Missverstehen?

Ich denke nicht, dass FRAU missversteht, wenn das männliche Gegenüber unangemessen anzüglich wird :rolleyes:
 
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  • #576
@t.b.d.
Meine Erfahrung ist, wenn Männer stark sexuell werden/sind, dass sie dann entweder schon länger Druck auf der Pipeline haben, oder schlechte Liebhaber sind. Letzteres, weil die Erfahrung gezeigt hat: "Viel Wind um nichts".
Jene, die understatement waren, sind meistens Volltreffer gewesen.
Die Kunst der Erotik besteht nicht darin, anzügliche Kommentare zu machen oder irgendwelche schleimigen Phrasen von sich zu geben, oder bedrängend zu werden oder gar übergriffig.
 
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  • #577
Liest du all das aus dem Wort 'leidenschaftlich' in einem Profil?
 
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  • #579
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  • #580
Es geht um den Kontext. Das ist ja nicht das einzige, was in deinem Profil steht, oder?
Ich tue ja nur hier im Forum mit und habe keinen direkten Einblick ins Profilwesen. Mich verwundert halt gelegentlich welche Blüten da so sprießen.
Ich wäre völlig naiv und würde mich sogar als sinnlich und hingebungsvoll bezeichnen und das nicht nur in sexueller Hinsicht. :oops:
Aber ich würd auch auf den berühmten Kaffee mitgehen und keine weiteren Absichten vermuten.
 
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  • #581
Wenn man sich gerne "leidenschaftlich" bezeichnen möchte, sollte man das nicht ohne Kontext stehen lassen.
Diese Etiketten bei PS werden eigentlich selten erläutert. Oder eher gar nicht. Hab da allerdings noch nie gezielt drauf geachtet, ob das, was oben dransteht dann auch weiter unten rauskommt...
Eine Nummer kleiner hast Du's nicht? Was ist mit "unterschiedliche Präferenzen, Prioritäten"? :rolleyes:
 
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  • #582
Das mags im Einzelfall psychologisch miterklären. Aber erklärt vermutlich nicht die allgemeine Sonderstellung von Sexualität, beispielsweise was Exklusivität anlangt. Für sehr viele Leute etwa ist Humor, sofern vorhanden, auch außerhalb der Partnerschaft erlaubt, Sexualität aber nicht. Das dürfte nicht nur in unaufgearbeiteten Traumata begründet liegen.
Es steht aber sicherlich in engem Zusammenhang mit Ängsten. Und diese Ängste sorgen dann in besonderem Maße für Mißtrauen und Argwohn und allerlei Irrationalität wie der häufig zu lesenden Meinung, wem Sexualität sehr wichtig wäre, bei dem müsse man immer Angst haben, daß er sie auch außerhalb der Beziehung auslebt. Das kann aus verallgemeinerten schlechten Erfahrungen erklärlich sein, aus der Angst, sexuell nicht zu genügen, aus der Erfahrung, daß die eigene Sexualität sich vielleicht gar nicht so primär auf den jeweiligen Menschen, den Partner richtet, sondern so ins Offene strömt, was man sich selbst dann vielleicht nicht zugesteht, aber dafür umso mehr auf andere überträgt usw.
Da ließe sich herrlich psychologisieren. Und natürlich spricht jeder aus Erfahrung. Und so ist das mit der Erfahrung, lesen wir ja ständig. So wie es Foristen gibt, für die alle Männer beziehungsunfähig sind, weil das eben ihre Erfahrung ist und ja auch in Foren zu lesen ist, so gibt es Foristen, für die jeder, der angibt, daß ihm Leidenschaft oder Sexualität wichtig ist, ein Lustmolch, weil das eben ihre Erfahrung ist und ja auch in Foren zu lesen ist. Wenn jemand das so erfährt, dann ist es für ihn halt so, da gibts ja nicht viel zu diskutieren.
 
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  • #583
Ich tue ja nur hier im Forum mit und habe keinen direkten Einblick ins Profilwesen.
Bist du denn noch auf der Suche, oder schon wieder in festen Händen und glücklich vergeben?

Mich verwundert halt gelegentlich welche Blüten da so sprießen.
Mich wundert hier gar nichts mehr :D

Ich wäre völlig naiv und würde mich sogar als sinnlich und hingebungsvoll bezeichnen und das nicht nur in sexueller Hinsicht. :oops:
Aber ich würd auch auf den berühmten Kaffee mitgehen und keine weiteren Absichten vermuten.
Aus "Wörtern" etwas herauszulesen, ist eben schwierig. Im persönlichen Umgang mit jemanden, wird man schneller merken, wie das Gegenüber so tickt.
Ich möchte behaupten, eine Frau weiß ziemlich genau ihr Gegenüber einzuschätzen, wenn sie ihn um einen spätlichen Kaffee zu sich bittet, nachdem sie ein Date mit diesem hatte.

Ich kann nur für mich sprechen. Aber "hungrige Wölfe" mag ich nicht. Erstens hat es etwas Bedürftiges (was schrecklich langweilt) und zweitens empfinde ich es als unerotisch. Ich bevorzuge die scharfsinnige, feinfühlige Erotik, die sich in kleinen, unscheinbaren Details ausdrückt.

Was ist also "leidenschaftlich" ?
Jemand, der beim Küssen die Mandeln hingebungsvoll abschleckt ? (sorry, mich gruselts gerade auch). Oder, jemand der feinfühlig ist beim Küssen?
 
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  • #584
Mir war nur wichtig, dass sie eine Elfe war. Der Rest war mir egal. Mit etwas Fingerspitzengefühl konnte ich das herauslesen und auch sehen. Es ist nämlich meistens nicht offensichtlich. Elfen sind gewissermaßen etwas scheu und unabhängig.
 
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  • #586
Man kann genereller Fan von understatement sein. Das kann dann so aussehen, daß man nicht "humorvoll" als Attribut angibt, sondern einfach Humor zeigt. Wobei Zeigen ja auch kein understatement ist. Also muß man ihn verbergen. Was man am besten tut, indem man stocksteif und vollkommen humorlos schreibt.

Was gibts eigentlich noch an Attributen? Und wie sähe da jeweils Understatement aus?

Ach, ich glaub, die Sache mit der Sexualität ist spezieller. Aber ich verstehe, daß viel Aufwand getrieben wird, das zu undertablen.
 
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  • #587
Ich habe mir jetzt länger überlegt, ob ich auch etwas zum Thema "leidenschaftlich" schreibe. Bei mir steht das im Profil drin, weil ich finde, dass es mich einfach gut beschreibt. Ich hatte mir da auch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, bis ich vor einiger Zeit hier im Forum las, dass das auch "falsch" verstanden werden könnte. Ich kann natürlich nicht sagen, ob ich dadurch auch schon Leute abgeschreckt habe, aber ich wurde weder je darauf angesprochen noch kamen anzügliche Kommentare dazu... Von daher gehe ich davon aus, dass das (vielleicht auch in der Kombination mit meinem restlichen Profil) nicht so beim Gegenüber ankommt.
Für mich bedeutet "leidenschaftlich" einfach, dass man von etwas begeistert ist, dass man sich mit ganzem Herzen und voller Konzentration in etwas hinein gibt. Ich denke, entweder man kann/will das generell (dann wird man es in unterschiedlichen Lebenslagen (auch beim Sex) leben), oder eben nicht. Ich bin zum Beispiel total begeistert von schönen Naturschauspielen oder von tollen Musikstücken oder besonders klugen Überlegungen oder von neuen Erkenntnissen aus der Forschung oder von aussergewöhnlichen Geschmackskombinationen in einem Gericht oder von einem sehr bewegenden Gedicht... Und natürlich auch beim Sex. Ich finde das ist einfach etwas sehr schönes, was mich mit einem Partner auf einmalige Weise verbindet und es ist eine sehr schöne Art ihm nahe zu sein.
Leidenschaftlichen Sex gibt es für mich übrigens nur in einer Beziehung, ausserhalb wäre es für mich nicht leidenschaftlich, sondern irgendwie begeisterungslose Befriedigung. Für mich gehören zur Leidenschaft ganz viel Emotionalität hinzu und das gibt es nur, wenn ich von jemandem so richtig begeistert bin!
 
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  • #589
@Ariadne_CH So werden die meisten wohl heutzutage auch Leidenschaft verstehen. Es ist eine positiv annotierte Begrifflichkeit.

Es gibt aber auch andere Interpretationsmöglichkeiten.
Etwas schafft Leiden und diesem Leiden muss Abhilfe verschafft werden.
Affektkontrolle und Mäßigung halte ich für eine Tugend.

Ist jemand, der mit Inbrunst vor sich hinschlemmt und schmatzt und sabbert, ein leidenschaftlicher Liebhaber von Essen? Oder einfach nur ein maßloser Lustbefriediger (Lustmolch)?

Da wo "Lust" ein Leiden erschafft, im Sinne einer fokussierten, schnellen Befriedigung, da ist mir Leidenschaft zu wider.

Das kann man auch auf Sexualität beziehen.
 
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Hafensänger

  • #591
Dabei fiel mir auf, dass es bestimmte Begrifflichkeiten gibt, die teilweise gemeinschaftlich eine bestimmte Interpretation erfahren und dass dies widerum argwöhnische Reaktionen auslöst, die auf Außenstehende, die solche Begriffe arglos verwenden, recht befremdlich wirken.
Das ordnete ich eher "argwöhnisch" bzw. dem weit verbreiteten Misstrauen zu. Ansonsten ist leidenschaftlich eine allgemeine Beschreibung, die für den Sex zutreffen kann.
Wurde hier das erste Mal erwähnt
Argwohn und Mißtrauen können sich ja auf alles erstrecken.

Dass das mit allgemeinem, ungerichteten Misstrauen zusammenhängt, könnte sich auch daraus ergeben, dass solche misstrauischen Betrachtungen irgendeines Begriffs, hier leidenschaftlich, idR zu einer negativen Konnotation führen.

Deshalb fände ich die Betrachtung von leidenschaftlich über die Klärung der Bedeutung hinaus nicht interessant. Viel interessanter ist doch, wie der Umfang des eigenen Misstrauens das allgemeine "Weltbild" beeinflusst. Je misstrauischer, desto negativer ist es - und umgekehrt.
 
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  • #594
Nachdem es von der Erwähnung von 'leidenschaftlich' so ein kurzer Weg zu 'sexueller Übergriffigkeit' war schien mir die Frage naheliegend.
Das hab ich nicht gelesen, daß sie sexuell übergriffig wurden. Nur daß sie gerne möglichst bald im Bett gelandet wären. Das ist doch ein Unterschied. Also dieses Ansinnen oder die Abwehrung desselben gleich als "Trauma" zu empfinden, na ja, wie gesagt, finde ich äußerst weit hergeholt... :rolleyes:
Leidenschaftlichen Sex gibt es für mich übrigens nur in einer Beziehung, ausserhalb wäre es für mich nicht leidenschaftlich, sondern irgendwie begeisterungslose Befriedigung.
Genau. So seh ich das ja auch. Ist ja absurd, das irgendwie pathologisieren zu wollen. Aber na ja, ist halt hier so.
Ich lese das andauernd, so ca. in jedem 3./4. Profil.
Ja und ist Deine Erfahrung auch so, daß diese Herren dann möglichst bald mal "zur Sache" kommen wollten? Oder sind die eher mehr mode- und kochinteressiert...? ;)
 
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Dr. Bean

  • #595
@Ariadne_CH So werden die meisten wohl heutzutage auch Leidenschaft verstehen. Es ist eine positiv annotierte Begrifflichkeit.

Es gibt aber auch andere Interpretationsmöglichkeiten.
Etwas schafft Leiden und diesem Leiden muss Abhilfe verschafft werden.
Affektkontrolle und Mäßigung halte ich für eine Tugend.

Ist jemand, der mit Inbrunst vor sich hinschlemmt und schmatzt und sabbert, ein leidenschaftlicher Liebhaber von Essen? Oder einfach nur ein maßloser Lustbefriediger (Lustmolch)?

Da wo "Lust" ein Leiden erschafft, im Sinne einer fokussierten, schnellen Befriedigung, da ist mir Leidenschaft zu wider.

Das kann man auch auf Sexualität beziehen.

Und was ist wenn ein nackter Frauenkörper Leiden verursacht, während marinierte gedämpfte Spareribs nach der 3-2-1 Methode, die pure Leindeschaft wecken?
 
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  • #596
Explizit formulierte Leidenschaft bringe ich eher mit B-Literatur in Verbindung.
 
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  • #597
Ob Lustmolch oder Sexmuffel, beide Sorten von Menschen gibts. Das ist voll ok so. Und ok ists auch, daß es auch noch Menschen gibt, die mit einer von diesen beiden Bezeichnungen nur recht unangemessen erfaßt werden.
Aber das muß Schwarzweißdenker und Grobschubladisierer nicht kümmern, das ist einfach außerhalb ihrer Welt.
Feine Differenzierungen gibts auch bezüglich der Leidenschaft. Manch einer spürt oder entwickelt nur im Rahmen einer Liebesbeziehung Leidenschaft, andere auch ohne. Auch das ist ok so. Und eigentlich gehts nicht darum. Frage war ja eher, was aus der Erwähnung von "leidenschaftlich" geschlossen werden kann.
Da könnte man als Zwischenstand festhalten: daraus allein recht wenig.

Weil das etwas mau klingt, gabs noch ne Lernzugabe. Nämlich daß das erste Forumsgesetz "Pathologisch sind immer die anderen!" unbedingt noch zu ergänzen ist durch das zweite: "Pathologisieren tun immer die anderen!"
 
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  • #599
Das mags im Einzelfall psychologisch miterklären. Aber erklärt vermutlich nicht die allgemeine Sonderstellung von Sexualität, beispielsweise was Exklusivität anlangt. Für sehr viele Leute etwa ist Humor, sofern vorhanden, auch außerhalb der Partnerschaft erlaubt, Sexualität aber nicht. Das dürfte nicht nur in unaufgearbeiteten Traumata begründet liegen.
Es steht aber sicherlich in engem Zusammenhang mit Ängsten. Und diese Ängste sorgen dann in besonderem Maße für Mißtrauen und Argwohn und allerlei Irrationalität wie der häufig zu lesenden Meinung, wem Sexualität sehr wichtig wäre, bei dem müsse man immer Angst haben, daß er sie auch außerhalb der Beziehung auslebt. Das kann aus verallgemeinerten schlechten Erfahrungen erklärlich sein, aus der Angst, sexuell nicht zu genügen, aus der Erfahrung, daß die eigene Sexualität sich vielleicht gar nicht so primär auf den jeweiligen Menschen, den Partner richtet, sondern so ins Offene strömt, was man sich selbst dann vielleicht nicht zugesteht, aber dafür umso mehr auf andere überträgt usw.
Da ließe sich herrlich psychologisieren. Und natürlich spricht jeder aus Erfahrung. Und so ist das mit der Erfahrung, lesen wir ja ständig. So wie es Foristen gibt, für die alle Männer beziehungsunfähig sind, weil das eben ihre Erfahrung ist und ja auch in Foren zu lesen ist, so gibt es Foristen, für die jeder, der angibt, daß ihm Leidenschaft oder Sexualität wichtig ist, ein Lustmolch, weil das eben ihre Erfahrung ist und ja auch in Foren zu lesen ist. Wenn jemand das so erfährt, dann ist es für ihn halt so, da gibts ja nicht viel zu diskutieren.
Sexualität ist ja viel stärker mit Intimität verknüpft als Humor. Innerhalb unserer Intimspäre sind wir praktisch schutzlos. Innerhalb der Intimsphäre stehen dann unsere ganzen Fettnäpfchen, das Tafelsilber, das gute Porzellan und werweißwasnochalles (darüber ließe sich sich bestimmt herrlich psychologisieren) auf engstem Raum.
Das Spektrum reicht dabei vielleicht von der unaufgeräumten dunklen Rumpelkammer derer man sich schämt bis zum gut ausgeleuchteten geordneten Schatzkämmerlein das man zwar selbstbewusst herzeigt, aber trotzdem nicht jedem zugänglich macht.
Die Kunst ist nun rauszufinden, wer würdig ist das Allerheiligste zu betreten. Da feilt sich jeder seine eigene Strategie zurecht.
Aber ein Restrisiko dafür, dass derjenige welche dann doch etwas vom guten Porzellan zerdeppert oder sich mit nem Silberlöffel davonmacht bleibt wohl immer.
Da stellt sich u.a. die Frage, wie sehr man sich bei seinem persönlichen Sicherungskonzept von Geschichten über das zerdepperte Porzellan anderer beeinflussen lassen darf, kann oder soll.
 
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  • #600
Ja und ist Deine Erfahrung auch so, daß diese Herren dann möglichst bald mal "zur Sache" kommen wollten? Oder sind die eher mehr mode- und kochinteressiert...? ;)
Ehrlich gesagt - ich weiß es nicht. Ich hatte noch nie weiterführenden Kontakt (außer einigen wenigen Nachrichten). Insofern blieb mir verborgen, wofür sie denn Leidenschaften entwickeln. Es sind ja meist Herren 60+. Gleichwohl denke ich dabei eher nicht an Mode und Kochen. Das ist MEINE Interpretation. Und ehrlich, ich für mich finde, es gibt interessantere Merkmale. Auch wenn die Auswahl größer sein könnte (und vor allem freigestaltet).
 
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