Beiträge
13.026
Likes
11.087
  • #31
Zitat von Heike:
 
Das mit dem Aua (Leid und Schmerz) hab ich geschrieben, um weitere Ebene zu öffnen. Läßt sich ja auch fragen:
Was würdet ihr vorziehen:
a) drei Monate heftige Verliebtheitsgefühle und anschließend drei Monate heftigen Trennungsschmerz
b) keines von beiden
 
Oder was würdet ihr vorziehen:
a) innige Liebesbeziehung, die zugleich aber viel Leid und Schmerz bereitet
b) sich nicht auf jemanden einlassen, sondern lieber zum Yoga gehen und ein gutes Glas Rotwein lesen
 
Da kommen wir einer weiteren Sache auf die Spur.
Schützt ihr euch lieber vor einem "Verletzwerden" und öffnet euch nicht so schnell/so weit wie früher? Seid ihr eher abwartend, zurückhaltend, gebt nicht so viel von euch preis, um nicht angreifbar zu sein?
Oder ist es nicht doch ein schöneres, befreienderes Gefühl, sich ohne großartiges Nachdenken in die beginnende Beziehung hineinzustürzen, einfach fühlen, sich treiben lassen, ohne Gedanken, ob es denn auch wirklich passen könnte oder die Gedanken zu haben: eigentlich passen wir gar nicht wirklich zusammen?
 
 
 
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #32
Zitat von ent:
Heute gibt es viele Singles und wenig Nachwuchs, weil Generation Y nur noch nachdenkt und sich nichts traut. Keine Investionsbereitschaft oder Unternehmergeist zeigt. Zusätzlich dazu kommt ein eher schüchternes soziales Zusammenleben und schon bleibt man Allein.

Ich sehe das anders, viele Menschen sehen die Welt realistisch, sich selbst auch, möchten vielleicht mehr konsumieren, dass geht mit mehreren Kindern nicht, mir hat ein Kind gereicht, mehr hätte ich, so glaube ich, nicht so gut "geschafft" und mein Unternehmergeist, mein kaufmännisches Denken hat mir gezeigt, lieber kleine Brötchen zu backen, damit die Zahlen weiterhin im schwarzen Bereich sind. Vielleicht denken andere Menschen hinsichtlich ihrer Lebensgestaltung ähnlich? Dazu gibt es genug Kinder auf der Welt, der sogenannte für mich nur begrenzt vorhandene Fachkräfte-Mangel, in meinem Bereich erst recht nicht, wird es durch Zuzüge aus dem Ausland über kurz oder lang kompensiert.

Schüchternes Zusammenleben, ja, ich erlebe leider viele schüchterne Männer, aber das liegt am System und dem Aufwachsen viele Männer ohne positiven und psychisch stabilen gesund Selbstbewussten Vater, der Frauen mag, schätzt und gut mit ihnen umgehen kann. Das hat m.E. wieder was mit unserem letzten Jahrhundert zu tun, warum viele Väter nicht da waren, verstorben sind, einfach weg waren, das hinterlässt langfristig Spuren in der Seele der nachfolgenden Generationen der Männer. Trifft sicherlich auch auf Frauen zu, in wenigen Bereichen auch auf mich.
 
Beiträge
1.144
Likes
286
  • #33
Zitat von IMHO:
Schützt ihr euch lieber vor einem "Verletzwerden" und öffnet euch nicht so schnell/so weit wie früher? Seid ihr eher abwartend, zurückhaltend, gebt nicht so viel von euch preis, um nicht angreifbar zu sein?
Oder ist es nicht doch ein schöneres, befreienderes Gefühl, sich ohne großartiges Nachdenken in die beginnende Beziehung hineinzustürzen, einfach fühlen, sich treiben lassen, ohne Gedanken, ob es denn auch wirklich passen könnte oder die Gedanken zu haben: eigentlich passen wir gar nicht wirklich zusammen?

Ich würde sagen, ich habe meine Offenheit nicht verloren. Bin jedoch insgesamt vorsichtiger geworden. Bremse meine Gefühle zum Teil.
Und ich genieße anders - intensiver.
Vielleicht weil doch die Angst im Nacken sitzt, es könne wieder schnell vorbei sein (so nach dem Motto - wenigstens konnte ich es "richtig" auskosten).
Ich denke ein Stück Unbekümmertheit habe ich sicherlich verloren.
 
Beiträge
1.865
Likes
9
  • #34
Zitat von ent:
Heute gibt es viele Singles und wenig Nachwuchs, weil Generation Y nur noch nachdenkt und sich nichts traut.

Das betrifft sicherlich nicht nur Genration Y. Manche sollten einfach weniger "nachdenken" und weniger "jammern", sondern endlich wieder / selbst zu Potte kommen!

 
 
Beiträge
23
Likes
1
  • #35
Zitat von Mentalista:
Ich sehe das anders, viele Menschen sehen die Welt realistisch, sich selbst auch, möchten vielleicht mehr konsumieren, dass geht mit mehreren Kindern nicht, mir hat ein Kind gereicht, mehr hätte ich, so glaube ich, nicht so gut "geschafft" und mein Unternehmergeist, mein kaufmännisches Denken hat mir gezeigt, lieber kleine Brötchen zu backen, damit die Zahlen weiterhin im schwarzen Bereich sind. Vielleicht denken andere Menschen hinsichtlich ihrer Lebensgestaltung ähnlich? Dazu gibt es genug Kinder auf der Welt, der sogenannte für mich nur begrenzt vorhandene Fachkräfte-Mangel, in meinem Bereich erst recht nicht, wird es durch Zuzüge aus dem Ausland über kurz oder lang kompensiert.

Das Kinderbesipiel war hier falsch platziert von mir. Ich meine, dass die Menschen in der Liebe zu viel nachdenken und zu wenig Investitionsbereitschaft zeigen oder einfach Risikobereitschaft. Für ne Beziehung sind ja keine Kinder wichtig.
Was ich bei Frauen häufig mitbekomme, ist dass sie bevor sie jemanden angesprochen haben oder umgekehrt, sie sich schon ein subjektives Bild von seiner Person machen. Sowas ist nem Mann total fremd. Ich würde nie in jemanden etwas hereininterpretieren den ich null kenne. Ein solches Verhalten ist für mich viel zu viel Kopfarbeit und das nimmt wirklich viel von der Fähigkeit sich einfach mal fallen zu lassen und auf jemanden einzulassen. Es macht auch sehr unattraktiv.

Schüchternes Zusammenleben, ja, ich erlebe leider viele schüchterne Männer, aber das liegt am System und dem Aufwachsen viele Männer ohne positiven und psychisch stabilen gesund Selbstbewussten Vater, der Frauen mag, schätzt und gut mit ihnen umgehen kann. Das hat m.E. wieder was mit unserem letzten Jahrhundert zu tun, warum viele Väter nicht da waren, verstorben sind, einfach weg waren, das hinterlässt langfristig Spuren in der Seele der nachfolgenden Generationen der Männer. Trifft sicherlich auch auf Frauen zu, in wenigen Bereichen auch auf mich.

Ja schüchterne Männer gibts Viele, das merke ich auch. Allerdings sind die ja nicht alle zwangsläufig Leute, die Frauen nicht mögen. Dass die Schüchternheit durch Erziehung geprägt ist, glaube ich nicht. Das ist für mich ein Abwälzen der Verantwortung. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wenn man wirklich will, kann man auch an der Schüchternheit arbeiten, es ist alles nur Übungssache.

Das es Männer gibt, die Frauen hassen, bermke ich auch zunehmends. Fakt ist aber auch hier, sie hassen sich eigentlich selber, die Frauen können dafür gar nix. Nur leider sind sie der Sündenbock und das ist nicht gut. Ich denke nicht, dass es mit vergangenen Generationen zu tun hat, sondern mit Anspruch und Wirklichkeit. Nur wenige Menschen schaffen es Glück in ihrer eigenen Wirklichkeit zu finden, die meisten Leben eher mit völlig überzogenen Ansprüchen. Wahrscheinlich ist das zu weit gesponnen aber ich denke, dass die pure Genügsamkeit mit sich selbst und ein "Stillstehen im Moment" schwer geworden sind durch das schnelle Leben heutzutage.

 
 
Beiträge
1.865
Likes
9
  • #36
Zitat von Mentalista:

Sagt mir irgendwie gar nichts.

Zitat von Mentalista:
ja, ich erlebe leider viele schüchterne Männer, aber das liegt am System und dem Aufwachsen viele Männer ohne positiven und psychisch stabilen gesund Selbstbewussten Vater, der Frauen mag, schätzt und gut mit ihnen umgehen kann. Das hat m.E. wieder was mit unserem letzten Jahrhundert zu tun, warum viele Väter nicht da waren, verstorben sind, einfach weg waren, das hinterlässt langfristig Spuren in der Seele der nachfolgenden Generationen der Männer. Trifft sicherlich auch auf Frauen zu, in wenigen Bereichen auch auf mich.

Das kommt wohl darauf an, auf welche Generation Du Dich genau beziehst. Ich habe in meinem Umfeld naemlich voellig andere Erfahrungen gemacht. Ich hatte nie den Eindruck, dass Maenner, die der Generation meines Vaters angehoeren, ein weniger ungesundes Selbstbewusstsein haben oder Frauen weniger moegen als nachfolgende Generationen. 
Falls es heute besonders viele schuechterne Maenner gibt, dann wuerde ich die Ursachen dafuer woanders suchen.

 
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #37
Zitat von ent:
Das Kinderbesipiel war hier falsch platziert von mir. Ich meine, dass die Menschen in der Liebe zu viel nachdenken und zu wenig Investitionsbereitschaft zeigen oder einfach Risikobereitschaft. Für ne Beziehung sind ja keine Kinder wichtig.
Was ich bei Frauen häufig mitbekomme, ist dass sie bevor sie jemanden angesprochen haben oder umgekehrt, sie sich schon ein subjektives Bild von seiner Person machen. Sowas ist nem Mann total fremd. Ich würde nie in jemanden etwas hereininterpretieren den ich null kenne. Ein solches Verhalten ist für mich viel zu viel Kopfarbeit und das nimmt wirklich viel von der Fähigkeit sich einfach mal fallen zu lassen und auf jemanden einzulassen. Es macht auch sehr unattraktiv.

Gut, dann lassen wir die Kinder aus. Ich war früher zu Risikobereitschaft und habe Glück gehabt, dass mir nichts schlimmes passiert ist. Mein Verstand war mit dem Bauch gut gekoppelt, auch wenn mir das erst ziemlich spät richtig bewusst war.

Ingesamt gesehen, hat dieses sich fallen lassen, den Kopf auszuschalten auch was mit Lebenserfahrung und Reife zu tun, die ich natürlich mit 20 nicht hatte. Inzwischen kann ich das gut, zwischen den Welten hin und her switschen, aber mein Kopf bzw. mein Verstand hat mich vor einiges bewahrt und darüber bin ich sehr sehr froh, denn wenn ich mir die vielen geschiedenen Menschen anschaue, die psychisch und finanziell nicht mehr auf die Beine kommen, da hatte ich wahrlich viel Glück


Ja schüchterne Männer gibts Viele, das merke ich auch. Allerdings sind die ja nicht alle zwangsläufig Leute, die Frauen nicht mögen. Dass die Schüchternheit durch Erziehung geprägt ist, glaube ich nicht. Das ist für mich ein Abwälzen der Verantwortung. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wenn man wirklich will, kann man auch an der Schüchternheit arbeiten, es ist alles nur Übungssache.

Doch, ich denke Schüchternheit hat was mit Erziehung und auch genetische Prägung und letztendlich auch mit allgemeiner Stimmung zu tun. Es gibt bei mir jedenfalls Tage da bin ich draufgängerisch, den nächsten Tag die Schüchternheit in Person. Würde man mir als Typ nicht zutrauen, ist aber so. Von Eigenverantwortung kann ich da gar nicht sprechen, weil ich nicht wüsste, wie ich solche schüchternen Tage selber beeinflussen könnte.

Das es Männer gibt, die Frauen hassen, bermke ich auch zunehmends. Fakt ist aber auch hier, sie hassen sich eigentlich selber, die Frauen können dafür gar nix. Nur leider sind sie der Sündenbock und das ist nicht gut. Ich denke nicht, dass es mit vergangenen Generationen zu tun hat, sondern mit Anspruch und Wirklichkeit. Nur wenige Menschen schaffen es Glück in ihrer eigenen Wirklichkeit zu finden, die meisten Leben eher mit völlig überzogenen Ansprüchen. Wahrscheinlich ist das zu weit gesponnen aber ich denke, dass die pure Genügsamkeit mit sich selbst und ein "Stillstehen im Moment" schwer geworden sind durch das schnelle Leben heutzutage.

Ja, dieses Glück in der eigenen Wirklichkeit zu finden, das habe ich m.E. gefunden. Derzeit habe ich den Luxus immer mehr still stehen zu können, ohne das meine Lebensqualität sinkt, im  Gegenteil.
 
Beiträge
2.427
Likes
78
  • #38
Diese oft beschworene Liebesfähigkeit sehe ich eher im Verstand angesiedelt, als im Gefühl.
Niemand hat was davon, wenn jemand dumpf liebt. Auch ist das Gefühl ein Produkt des Verstandes.
Ein Gefühl für sich ist nicht viel wert. Es ist nicht erhabener als der Verstand, der es kreiert.
 
Beiträge
2.427
Likes
78
  • #39
Genau, mentalista, daher ist ein hoher Anspruch auch immer von Lebensqualität geprägt. Da geht es nicht um geschaffene Ziele, die ein Scheitern implizieren.
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #40
Zitat von lone rider:
Genau, mentalista, daher ist ein hoher Anspruch auch immer von Lebensqualität geprägt. Da geht es nicht um geschaffene Ziele, die ein Scheitern implizieren.

Naja, es kommt drauf an, wie mein seinen hohen Anspruch definiert. Für mich ist es jedenfalls sehr wichtig, kommen wir auf die Schmetterlinge zurück, dass ein Mann, der meinem Denken sehr ähnlich tickt, meine Schmetterlinge aus ihrem derzeitigen Schlaf wecken könnte ,-). Diese Schmetterlinge würde auch bei mir bleiben, weil ich in der Hinsicht schüchtern und konservativ bin. Wenn ich als Schmetterling eine tolle Blume gefunden habe, dann bleibe ich auf der sitzen.
 
Beiträge
2.427
Likes
78
  • #41
Mentalista, mach nur so weiter und ich pflücke Dir Blumen am Bach. Lege sie des nachts vor Deine Tür.
"Sein Blut hat mein Wängelein rosenfarb geziert." (Das habe ich von Ricarda Huch.)
 
Beiträge
13.026
Likes
11.087
  • #42
Zitat von ent:
Ich denke eher, dass das rein praktische und pragamtische Denken eher der wahrste Grund aller Hinderlichkeit in der Beziehungsanbahnung ist. Heute gibt es viele Singles und wenig Nachwuchs, weil Generation Y nur noch nachdenkt und sich nichts traut. Keine Investionsbereitschaft oder Unternehmergeist zeigt. Zusätzlich dazu kommt ein eher schüchternes soziales Zusammenleben und schon bleibt man Allein.

Das sehe ich sehr ähnlich.
Hängt das nicht aber auch mit der enormen Verlustangst zusammen und einem möglichen sehr tiefen sozialen Abstieg, wenn sich eingegangene Risiken, zumindest im Berufsleben, als zu hoch erweisen? Hieß es früher nicht immer: Du sollst nicht denken, sondern nachdenken?

Schauen wir nicht manchmal mit Unverständnis auf Menschen, die für sich und ihr Umfeld Entscheidungen treffen, die absehbar die Gesamtsituation nicht verbessern dürften?
Als Beispiel (wertungsfrei!) hier einfach mal der Hartz IV-Empfänger, der schon drei Kinder hat, in prekären Verhältnissen lebt und weiter auf Nachwuchs setzt, einfach mit dem Gedanken, dass es sich alles schon irgendwie zurechtlaufen wird.
 
 
Beiträge
13.026
Likes
11.087
  • #43
Zitat von Mentalista:
Schüchternes Zusammenleben, ja, ich erlebe leider viele schüchterne Männer, aber das liegt am System und dem Aufwachsen viele Männer ohne positiven und psychisch stabilen gesund Selbstbewussten Vater, der Frauen mag, schätzt und gut mit ihnen umgehen kann. Das hat m.E. wieder was mit unserem letzten Jahrhundert zu tun, warum viele Väter nicht da waren, verstorben sind, einfach weg waren, das hinterlässt langfristig Spuren in der Seele der nachfolgenden Generationen der Männer. Trifft sicherlich auch auf Frauen zu, in wenigen Bereichen auch auf mich.

Liegt es nicht auch am Frauenbild, welches sich stark gewandelt hat in den letzten Jahrzehnten? Männer treffen auf Frauen, die ihnen zum Großteil auf Augenhöhe (oder darüber) begegnen und eben nicht mehr zu ihnen aufschauend. Selbstbewusste Frauen, erfolgreich im Beruf, sozial engagiert, dynamisch, "nebenbei" die Kinder erziehend (womöglich noch allein).

Mögen/wollen Männer derartige Frauen überhaupt? Ich glaube nicht wirklich, auch wenn einige das Gegenteil beteuern.
 
 
Beiträge
1.865
Likes
9
  • #44
Zitat von IMHO:
Das sehe ich sehr ähnlich.
Hängt das nicht aber auch mit der enormen Verlustangst zusammen und einem möglichen sehr tiefen sozialen Abstieg, wenn sich eingegangene Risiken, zumindest im Berufsleben, als zu hoch erweisen? Hieß es früher nicht immer: Du sollst nicht denken, sondern nachdenken?

Schauen wir nicht manchmal mit Unverständnis auf Menschen, die für sich und ihr Umfeld Entscheidungen treffen, die absehbar die Gesamtsituation nicht verbessern dürften?
Als Beispiel (wertungsfrei!) hier einfach mal der Hartz IV-Empfänger, der schon drei Kinder hat, in prekären Verhältnissen lebt und weiter auf Nachwuchs setzt, einfach mit dem Gedanken, dass es sich alles schon irgendwie zurechtlaufen wird.
 

MMn passt das Beispiel nicht wirklich. Zudem sieht der Hartz IV-Empfaenger das evtl nicht als Verschlechterung seiner Gesamtsituation.
 
Beiträge
13.026
Likes
11.087
  • #45
Zitat von Blanche:
Ich würde sagen, ich habe meine Offenheit nicht verloren. Bin jedoch insgesamt vorsichtiger geworden. Bremse meine Gefühle zum Teil.
Und ich genieße anders - intensiver.
Vielleicht weil doch die Angst im Nacken sitzt, es könne wieder schnell vorbei sein (so nach dem Motto - wenigstens konnte ich es "richtig" auskosten).
Ich denke ein Stück Unbekümmertheit habe ich sicherlich verloren.

Ist das nicht traurig, dann zum Teil nur mit "angezogener Handbremse" unterwegs zu sein? Fehlt dann nicht die so schöne Leichtigkeit, Unbeschwertheit?

Und schützt dieses Verhalten wirklich vor Enttäuschung und/oder Verletztwerden? Irgendwann möchte ich mich doch auch wieder richtig von allem lösen und mich gänzlich fallenlassen - ohne Netz und doppeltem Boden. Grenzenloses Vertrauen haben ohne den geringsten Schimmer eines "Plan B" im Hinterkopf, oder?

Trennung ist immer eine Möglichkeit, die passieren könnte.
 
 
Beiträge
23
Likes
1
  • #46
Zitat von IMHO:
Das sehe ich sehr ähnlich.
Hängt das nicht aber auch mit der enormen Verlustangst zusammen und einem möglichen sehr tiefen sozialen Abstieg, wenn sich eingegangene Risiken, zumindest im Berufsleben, als zu hoch erweisen? Hieß es früher nicht immer: Du sollst nicht denken, sondern nachdenken?

Schauen wir nicht manchmal mit Unverständnis auf Menschen, die für sich und ihr Umfeld Entscheidungen treffen, die absehbar die Gesamtsituation nicht verbessern dürften?
Als Beispiel (wertungsfrei!) hier einfach mal der Hartz IV-Empfänger, der schon drei Kinder hat, in prekären Verhältnissen lebt und weiter auf Nachwuchs setzt, einfach mit dem Gedanken, dass es sich alles schon irgendwie zurechtlaufen wird.
 

Extreme gibt es immer aber die sollte man mit gesundem Menschenverstand erkennen können. Ich dachte eher ans das Akademiker Päärchen, dass von Jahr zu Jahr das Kinderkriegen verschiebt, weil sie sich nicht sicher sind (was sie auch nie seien werden).

Ich denk über sowas in der Regel nicht nach.
Wenn mich ein Mensch beindruckt und ich mich in ihn verliebe, dann möchte ich ihm Nahe sein.
Das Einzige was ich festgestellt habe, ist dass im Alter die eigene Liebesfähigkeit nachlässt. Man kennt schon Viel, hat Vieles gesehen und lässt sich nicht mehr so leicht gewinnen. Denke die Liebe wird eher einzigartiger im Alter aber nicht pragmatischer.
 
Beiträge
1.037
Likes
246
  • #47
Zitat von IMHO:
... mit Unverständnis auf Menschen, die für sich und ihr Umfeld Entscheidungen treffen, die absehbar die Gesamtsituation nicht verbessern dürften?
Wer definiert eigentlich, was Verbesserung ist und was nicht? Das Hans-im-Glück-Phänomen scheint mir nun durchaus diskutierbar, denn weniger kann durchaus mehr sein und für andere sind vielleicht viele Kinder (trotz finanzieller Engpässe) ein Reichtum. Man sollte eben nicht immer nur Maßstäbe des mittelständischen Durchschnitts anlegen.

Zitat von IMHO:
Männer treffen auf Frauen, die ihnen zum Großteil auf Augenhöhe (oder darüber) begegnen und eben nicht mehr zu ihnen aufschauend. Selbstbewusste Frauen, erfolgreich im Beruf, sozial engagiert, dynamisch, "nebenbei" die Kinder erziehend (womöglich noch allein). Mögen/wollen Männer derartige Frauen überhaupt? Ich glaube nicht wirklich ...
... tja, da hat sich wohl das Selbstverständnis einiger Männer nicht mit den Realitäten versöhnt - wer heute noch immer nach der aufschauenden Gattin Ausschau hält, sollte dies wohl eher in Regionen dieser Welt tun, in denen solches Selbstverständnis noch Norm ist. Ob er unter diesen Bedingungen aber auf die hehre Liebe trifft, darf allerdings stark angezweifel werden.

Und die Erfüllung in der reinen Liebe wird schließlich solange Schimäre bleiben, wie man sie einerseits risikofrei und andererseits fernab jeden Pragmatismus erwartet. Ohne Pragmatismus gibt es nun mal keine Schmetterlinge.
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #48
Zitat von lone rider:
Mentalista, mach nur so weiter und ich pflücke Dir Blumen am Bach. Lege sie des nachts vor Deine Tür.
"Sein Blut hat mein Wängelein rosenfarb geziert." (Das habe ich von Ricarda Huch.)

Du Süsser, du ... willst du mit mir flirten? Blumen am Bach? Pass auf, da isses gerade matschig, bei der Suche nach Blumen. Mir würde schon reichen, wenn du mir einen weiteren Glühwein holst, während ich am Neptunbrunnen auf dem Weihnachtsmarkt meine Runden auf dem Eis drehe.
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #49
Zitat von IMHO:
Liegt es nicht auch am Frauenbild, welches sich stark gewandelt hat in den letzten Jahrzehnten? Männer treffen auf Frauen, die ihnen zum Großteil auf Augenhöhe (oder darüber) begegnen und eben nicht mehr zu ihnen aufschauend. Selbstbewusste Frauen, erfolgreich im Beruf, sozial engagiert, dynamisch, "nebenbei" die Kinder erziehend (womöglich noch allein).

Mögen/wollen Männer derartige Frauen überhaupt? Ich glaube nicht wirklich, auch wenn einige das Gegenteil beteuern.

Ich bin so eine Frau und ja, die Männer fanden es zum Anfang toll, aber auf die Dauer wohl zu anstrengend, weil ich "weiter" will. Viele Menschen wollen nicht weiter und ja somit sehe ich es auch so, dass solche Frauen es schwer haben, einen passenden Mann zu finden, der ähnlich tickt und dazu noch lekker aussieht.
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #50
Zitat von IMHO:
Schauen wir nicht manchmal mit Unverständnis auf Menschen, die für sich und ihr Umfeld Entscheidungen treffen, die absehbar die Gesamtsituation nicht verbessern dürften?
Als Beispiel (wertungsfrei!) hier einfach mal der Hartz IV-Empfänger, der schon drei Kinder hat, in prekären Verhältnissen lebt und weiter auf Nachwuchs setzt, einfach mit dem Gedanken, dass es sich alles schon irgendwie zurechtlaufen wird.

Ich habe mit so einem Klientel beruflich zu tun und ein weiteres Kind hilft so einer Familie noch besser um die Runden zu kommen. Dazu gibt es div. Tafeln, Kleiderkammern usw., manch dieser Menschen haben ein teures Handy, ich kenne meine Pappenheimer, wo ich mich frage, wie die sich das leisten konnten. Es gibt da welche, die sind sehr geschickt und kommen mit allem Hilfsmöglichkeiten, Anlaufstellen, "Nebenjobs" gut über die Runden und leben nicht ärmlich.
 
Beiträge
1
Likes
0
  • #51
um kurz auf den Unterschied zwischen verliebt sein und Liebe zurück zu kommen:
- man verliebt sich in die Idee die man von jemandem hat
- man liebt jemanden, deshalb und trotzdem.
 
Beiträge
1.144
Likes
286
  • #52
Zitat von IMHO:
Ist das nicht traurig, dann zum Teil nur mit "angezogener Handbremse" unterwegs zu sein? Fehlt dann nicht die so schöne Leichtigkeit, Unbeschwertheit?

Und schützt dieses Verhalten wirklich vor Enttäuschung und/oder Verletztwerden? Irgendwann möchte ich mich doch auch wieder richtig von allem lösen und mich gänzlich fallenlassen - ohne Netz und doppeltem Boden. Grenzenloses Vertrauen haben ohne den geringsten Schimmer eines "Plan B" im Hinterkopf, oder?

Trennung ist immer eine Möglichkeit, die passieren könnte.

Natürlich ist das ein Stück weit traurig.
Es ist jedoch nicht so, dass diese Leichtigkeit, Unbeschwertheit gar nicht da ist oder nicht kommt.
Es dauert nur ein Weilchen länger, bis ich mich traue, sie "freizulassen".
Die "Handbremse" wird ja wieder gelöst.
Also im Prinzip halte ich den Selbstschutz ein Weilchen länger aktiviert als früher.

Vor Enttäuschung oder Verletztwerden schützt es in einer gewissen Hinsicht. (Aber auch nur bedingt).
Mein letzter Beziehungsversuch - da war bei mir alles am Wachsen, hat sich gut angefühlt, ich habe es genießen können.
Die berühmten 3 Worte konnte ich noch nicht sagen (das konnte ich früher sehr schnell).
Dann kam die Trennung - die tat weh - jedoch hatte ich noch nicht so viele Gefühle entwickelt wie früher - würde sagen es tat mindestens genauso weh - nur nicht so lange.

Vertrauen wird aufgebaut - Stück für Stück.
Wenn ich eine "angezogene Handbremse" habe, dann nicht, weil ich einen Plan B im Hinterkopf habe.
Wenn ich mit jemanden den Schritt wage, eine Beziehung zu versuchen, dann weil derjenige mein Plan A ist (und ich für ihn).
Wenn es nicht funktioniert - dann wird das Ganze erst einmal verdaut und ich suche anschließend weiter nach Plan A.
Will für niemanden "nur Plan B" sein und niemanden "Plan B" antun.

Das Thema "Handbremse" ist doch so ein wenig wie dieses "Urvertrauen".
Das haben kleine Kinder - bis zu dem Tag, an dem sie eine schlechte Erfahrung machen...
Dann verändert sich etwas.
Heißt aber nicht, dass es dann nicht mehr schön sein kann.
 
Beiträge
2.427
Likes
78
  • #53
Zitat von Mentalista:
Du Süsser, du ... willst du mit mir flirten? Blumen am Bach? Pass auf, da isses gerade matschig, bei der Suche nach Blumen. Mir würde schon reichen, wenn du mir einen weiteren Glühwein holst, während ich am Neptunbrunnen auf dem Weihnachtsmarkt meine Runden auf dem Eis drehe.

Das sieht bestimmt anmutig aus. Du auf dem Eis. Nicht ich mit dem Glühwein in der Hand.
Keine Hol-und-bring-Quests. Jedoch, ja. Du nicht?
Berlin, Berlin.
 
Beiträge
16.200
Likes
8.219
  • #54
Zitat von lone rider:
Das sieht bestimmt anmutig aus. Du auf dem Eis. Nicht ich mit dem Glühwein in der Hand.
Keine Hol-und-bring-Quests. Jedoch, ja. Du nicht?
Berlin, Berlin.

Ich stelle mir gerade vor, wie ich vor Lachen, weil ich schon wieder auf dem Eis liege, dir verzeifelt näher rutschen will und der Glühwein in deinen Händen inzwischen kalt geworden ist. Als Retter machst du großen Eindruck auf die anwesenden zarten Fee-Frauen, die du so magst und wenn ich dich als Bruderherz anspreche, hast du freie Bahn, auch aufs Eis zu kommen und die Feen kennenzulernen ,-).

Was meinst du mit Hol- und bring-Quets? Ich nicht? Hee?

 
 
Beiträge
2.427
Likes
78
  • #55
Zitat von Mentalista:
Ich stelle mir gerade vor, wie ich vor Lachen, weil ich schon wieder auf dem Eis liege, dir verzeifelt näher rutschen will und der Glühwein in deinen Händen inzwischen kalt geworden ist. Als Retter machst du großen Eindruck auf die anwesenden zarten Fee-Frauen, die du so magst und wenn ich dich als Bruderherz anspreche, hast du freie Bahn, auch aufs Eis zu kommen und die Feen kennenzulernen ,-).

Was meinst du mit Hol- und bring-Quets? Ich nicht? Hee?

 

Ich vergaß, die Berliner sind direkter: Ob Du nicht flirten willst? Ob es Dir unangenehm ist?
 
Beiträge
13.026
Likes
11.087
  • #60
Zitat von ent:
Das Einzige was ich festgestellt habe, ist dass im Alter die eigene Liebesfähigkeit nachlässt. Man kennt schon Viel, hat Vieles gesehen und lässt sich nicht mehr so leicht gewinnen. Denke die Liebe wird eher einzigartiger im Alter aber nicht pragmatischer.

Wirklich die Liebesfähigkeit? Oder das Tempo sich zu öffnen, Vertrauen zu fassen?