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  • #1

Pragmatismus vor Schmetterlingen?

Angesichts der doch häufig zu machenden Kompromisse und der Erwartungshaltung des Zurücknehmens von Ansprüchen bei der Partnerfindung, stelle ich die Frage, ob mit zunehmendem Alter der Anspruch an das Gefühl der Verliebtheit (Schmetterlinge) mehr und mehr der Erkenntnis weicht, dass man pragmatischer denken sollte/muss und die eigenen Ansprüche stark auf die wesentlichen Grundpfeiler einer Beziehung (welche sind das eigentlich?) reduzieren sollte.

Von Zeit zu Zeit liest man hier und da, dass viele Partnersuchende viel zu hohe Ansprüche an die Kandidaten hätten und deshalb auch nicht fündig würden. Das Ideal zu finden scheint schier unmöglich. Wohl wahr.

Also treffe ich mich mit Menschen, die annähernd dem entsprechen, was ich mir unter einem möglichen Partner vorstelle

a. in der Hoffnung, mich zu verlieben und vor allem, die gleichen Gefühle im Gegenüber zu wecken?
b. mit der Einstellung, wenigstens ein paar grundsätzliche mir wichtige Eigenschaften zu entdecken, um dann eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der im Großen und Ganzen ganz gut zu mir passt und dem ich auch so einigermaßen genehm bin?

Ich empfinde diese Vorstellung als mehr als unangenehm und kann mir nicht vorstellen, dass eine derartige Beziehung längerfristig andauern kann.

Geht man mit zunehmendem Alter mehr und mehr dazu über, die praktischen Seiten einer Partnerschaft in den Vordergrund zu stellen, da man die Hoffnung auf eine neue große Liebe irgendwann aufgibt, da diese sich offensichtlich nicht einstellen will/wird? Hofft man, dass sich im Laufe der Dauer der Beziehung tiefere Gefühle einstellen, die man allerdings auch als "Gewöhnung" bezeichnen könnte?

Wie seht ihr das?
 

Heike

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  • #2
Zitat von IMHO:
stelle ich die Frage, ob mit zunehmendem Alter der Anspruch an das Gefühl der Verliebtheit (Schmetterlinge) mehr und mehr der Erkenntnis weicht, dass man pragmatischer denken sollte/muss und die eigenen Ansprüche stark auf die wesentlichen Grundpfeiler einer Beziehung (welche sind das eigentlich?) reduzieren sollte.
Wenn du deine Frage neutraler stellen möchtest, empfehle ich Vermeidung des Ausdrucks "reduzieren". Dann wären es zunächst einmal andere Ansprüche und nicht irgendwie geringere. Derjenige, der primär aufs Geschenktbekommen eines Gefühls aus ist, hat nicht höhere Ansprüche, sondern andere.

Geht man mit zunehmendem Alter mehr und mehr dazu über, die praktischen Seiten einer Partnerschaft in den Vordergrund zu stellen, da man die Hoffnung auf eine neue große Liebe irgendwann aufgibt, da diese sich offensichtlich nicht einstellen will/wird? Hofft man, dass sich im Laufe der Dauer der Beziehung tiefere Gefühle einstellen, die man allerdings auch als "Gewöhnung" bezeichnen könnte?
Wen meinst du mit "man": dich? Den Durchschnittsforisten? Der will vermutlich am ehesten folgendes: kein Aua kriegen.
 
 

lone rider

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  • #3
Schmetterlinge sind pragmatisch.
 

Mentalista

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  • #4
Zitat von IMHO:
Angesichts der doch häufig zu machenden Kompromisse und der Erwartungshaltung des Zurücknehmens von Ansprüchen bei der Partnerfindung, stelle ich die Frage, ob mit zunehmendem Alter der Anspruch an das Gefühl der Verliebtheit (Schmetterlinge) mehr und mehr der Erkenntnis weicht, dass man pragmatischer denken sollte/muss und die eigenen Ansprüche stark auf die wesentlichen Grundpfeiler einer Beziehung (welche sind das eigentlich?) reduzieren sollte.

Gute Frage, ich differenziere aber zwischen Verliebtheit (Schmetterlinge) und wachsenden Gefühlen die sich zu dauerhafter Liebe entwickelt.

Früher habe ich in SB öfters Anzeigen gelesen, wo Männer schrieben, dass sie sich endlich mal wieder verlieben wollen. Solche Profile bin ich umgangen bzw. habe Zuschriften von solchen Schmetterlingsmänner höflich abgesagt. Denn ich will ja mehr als nur Schmetterlinge im Bauch. Mag sein, dass den Männern diese Differenzierung nicht klar ist, oder die Männer damit gemeint hatten, sie wollen sich wieder verlieben UND eine dauerhafte Beziehung eingehen.

Mir reicht also nicht nur Verlieben, sondern ich will dazu eine Beziehung. Dann gibt es diese Männer, die sich schnell verlieben, aber wo es letztendlich für eine Beziehung aus vielen Gründen nicht reicht, z.B. Mann ist noch verheiratet.

Kommt drauf an, was das für praktische Gründe wären, die mich dazu bewegen sollten, mit einem Mann, den ich intellektuell, sexuell und vom Typ her nicht anziehend finde, eine Beziehung aufbauen sollte. Als einzigen praktischer Grund sehe ich im Augenblick, dass der Mann viel Kohle hat und auch im Alter gut für sich sorgen kann. Bin gespannt auf andere Gründe, die es so geben könnte.
 

lone rider

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  • #5
Also alles Gründe, die gegen Männer sprechen. Schmetterlingsmänner, die nur Liebe wollen, aber keine Beziehung. Gibt es das überhaupt?
Ich dachte immer, die Liebe sei die Beziehung.
 

Mentalista

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  • #7
Zitat von lone rider:
Also alles Gründe, die gegen Männer sprechen. Schmetterlingsmänner, die nur Liebe wollen, aber keine Beziehung. Gibt es das überhaupt?
Ich dachte immer, die Liebe sei die Beziehung.

Logisch gibt es das. Was ist mit den Fremdgängern, Affärenliebhabern und Besucher von Bordells?

Ich sehe einen Unterschied in Verliebtsein und Liebe. Du nicht?
 

lone rider

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  • #8
Zitat von Mentalista:
Ich sehe einen Unterschied in Verliebtsein und Liebe. Du nicht?

Eigentlich nicht. Aber ich denke, Deine Frage zielt auf die Dauer ab.
Die Liebe ist in meinen Augen dauerhaft verliebt. Mal ist sie von kurzer Dauer, mal von längerer.
Die wahre Liebe, also die echte, wahre, große wohnt auf dem Mars und ist wohlauf.
 

Mentalista

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  • #9
Zitat von lone rider:
Eigentlich nicht. Aber ich denke, Deine Frage zielt auf die Dauer ab.
Die Liebe ist in meinen Augen dauerhaft verliebt. Mal ist sie von kurzer Dauer, mal von längerer.
Die wahre Liebe, also die echte, wahre, große wohnt auf dem Mars und ist wohlauf.

Weisst du, Berlin, wo ich lebe, liebe ich, mit den schönen und hässlichen Seiten dieser Stadt, ohne Berlin geht es mir nicht gut.

In Dresden, in Waren/Müritz und noch ein paar andere Orte, wo ich mich sehr wohl fühle, bin ich verliebt, aber mehr auch nicht. Wenn ich nicht dort bin, geht es mir auch gut.

Das ist bei mir der Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe.

Deine Definition liest sich für mich a bissel Bindungsambivalent, sorry.
 

Blanche

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  • #10
Zitat von IMHO:
Angesichts der doch häufig zu machenden Kompromisse und der Erwartungshaltung des Zurücknehmens von Ansprüchen bei der Partnerfindung, stelle ich die Frage, ob mit zunehmendem Alter der Anspruch an das Gefühl der Verliebtheit (Schmetterlinge) mehr und mehr der Erkenntnis weicht, dass man pragmatischer denken sollte/muss und die eigenen Ansprüche stark auf die wesentlichen Grundpfeiler einer Beziehung (welche sind das eigentlich?) reduzieren sollte.

Von Zeit zu Zeit liest man hier und da, dass viele Partnersuchende viel zu hohe Ansprüche an die Kandidaten hätten und deshalb auch nicht fündig würden. Das Ideal zu finden scheint schier unmöglich. Wohl wahr.

Also treffe ich mich mit Menschen, die annähernd dem entsprechen, was ich mir unter einem möglichen Partner vorstelle

a. in der Hoffnung, mich zu verlieben und vor allem, die gleichen Gefühle im Gegenüber zu wecken?
b. mit der Einstellung, wenigstens ein paar grundsätzliche mir wichtige Eigenschaften zu entdecken, um dann eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der im Großen und Ganzen ganz gut zu mir passt und dem ich auch so einigermaßen genehm bin?

Ich empfinde diese Vorstellung als mehr als unangenehm und kann mir nicht vorstellen, dass eine derartige Beziehung längerfristig andauern kann.

Geht man mit zunehmendem Alter mehr und mehr dazu über, die praktischen Seiten einer Partnerschaft in den Vordergrund zu stellen, da man die Hoffnung auf eine neue große Liebe irgendwann aufgibt, da diese sich offensichtlich nicht einstellen will/wird? Hofft man, dass sich im Laufe der Dauer der Beziehung tiefere Gefühle einstellen, die man allerdings auch als "Gewöhnung" bezeichnen könnte?

Wie seht ihr das?

Hm - ich würde sagen, einiges wird angepasst, ändert sich mit dem Alter.
Andere Prioritäten. Vorlieben können sich verändern. Schwerpunkte verändern sich.
(Hätte mir als 20 jährige NIE vorstellen können, dass ich mich jemals in einen Menschen "mitohne" Haare verlieben könnte ;-) Ist mir dann doch passiert...)
Das liegt an der gesammelten Erfahrung/ der bis jetzt erreichten Reife.
Manch "Ideale", die ich Anfang 20 hatte, sind verschwunden.
Ich schätze es anders - vielleicht ein Stück "realistischer" ein.
Ich kenne mich inzwischen ein großes Stück besser.
Ich weiß um meine Fehler. Weiß, worauf ich bei mir achten sollte.
Ich weiß, was mir wichtig ist. Was ich brauche.
Ich weiß, wo/ bei was ich bereit bin, mich anzupassen/ Kompromisse zu finden.
Weiß, dass ich auf ein paar Dinge eben nicht verzichten kann, wenn die Beziehung "Bestand" haben soll.

Grundpfeiler einer Beziehung sind für mich: Vertrauen, Ehrlichkeit und Toleranz.
Ich brauche eine Kombination aus "Verstand sagt ja und Bauchgefühl sagt ja" - habe es nie geschafft nur mit einem dieser 2 Elemente in eine Beziehung zu starten - das ist für mich die Grundchemie.
Daraus kann die Liebe wachsen.

Ach - und mir ist noch was eingefallen -
ich denke, ich weiß auch, dass ich in 10 Jahren vielleicht das, was mir JETZT in einer Beziehung wichtig ist, unter Umständen anders sehen könnte...
Das ist es doch irgendwie - eine Entwicklung, ein Lernen, das nicht endet, sich zum Teil auch wieder verändert...
 
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  • #11
Zitat von Mentalista:
Weisst du, Berlin, wo ich lebe, liebe ich, mit den schönen und hässlichen Seiten dieser Stadt, ohne Berlin geht es mir nicht gut.

In Dresden, in Waren/Müritz und noch ein paar andere Orte, wo ich mich sehr wohl fühle, bin ich verliebt, aber mehr auch nicht. Wenn ich nicht dort bin, geht es mir auch gut.

Das ist bei mir der Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe.

Deine Definition liest sich für mich a bissel Bindungsambivalent, sorry.


Berlin, Berlin. Ich mag Berlin auch.

Bindungsambivalent - hm, ja, da hast Du ein wenig recht. Es hat damit zu tun, dass meine Leidensfähigkeit bei einer Liebe an ihre Grenzen gestossen ist. Ich messe alles daran. An dieser Liebe, die beidseitig war. Ich weiß, das ist falsch, aber bekomme diese unsagbar schöne Liebe nicht aus dem Kopf. Es ging in die Brüche aus Gründen, die wir beide nicht zu verantworten hatten. An einer "Pellkartoffelliebe" bin ich seitdem nicht mehr interessiert. Vielleicht kommt das wieder. Dabei geht es nicht um das Nicht-loslassen-können, sondern um den Everest. Seitdem ich auf ihm war, will ich nicht mehr auf einen Zweitausender, bildlich gesprochen. Aber ich weiß, dass so ein Achttausender weiter unten auch ein Zweittausender ist. Ich arbeite an mir. Es ist auch ein Grund, warum ich mich mit dem Thema auseinandersetze.
 
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  • #12
Zitat von Blanche:
Hm - ich würde sagen, einiges wird angepasst, ändert sich mit dem Alter.
Andere Prioritäten. Vorlieben können sich verändern. Schwerpunkte verändern sich.

Manch "Ideale", die ich Anfang 20 hatte, sind verschwunden.
Ich schätze es anders - vielleicht ein Stück "realistischer" ein.
Ich kenne mich inzwischen ein großes Stück besser.
Ich weiß um meine Fehler. Weiß, worauf ich bei mir achten sollte.
Ich weiß, was mir wichtig ist. Was ich brauche.
Ich weiß, wo/ bei was ich bereit bin, mich anzupassen/ Kompromisse zu finden.
Weiß, dass ich auf ein paar Dinge eben nicht verzichten kann, wenn die Beziehung "Bestand" haben soll.

Ich brauche eine Kombination aus "Verstand sagt ja und Bauchgefühl sagt ja" - habe es nie geschafft nur mit einem dieser 2 Elemente in eine Beziehung zu starten - das ist für mich die Grundchemie.

ich denke, ich weiß auch, dass ich in 10 Jahren vielleicht das, was mir JETZT in einer Beziehung wichtig ist, unter Umständen anders sehen könnte...
Das ist es doch irgendwie - eine Entwicklung, ein Lernen, das nicht endet, sich zum Teil auch wieder verändert...

Liest sich super. Darin finde ich mich auch wieder.
 

Mentalista

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  • #13
Zitat von lone rider:
An einer "Pellkartoffelliebe" bin ich seitdem nicht mehr interessiert. Vielleicht kommt das wieder. Dabei geht es nicht um das Nicht-loslassen-können, sondern um den Everest. Seitdem ich auf ihm war, will ich nicht mehr auf einen Zweitausender, bildlich gesprochen. Aber ich weiß, dass so ein Achttausender weiter unten auch ein Zweittausender ist. Ich arbeite an mir. Es ist auch ein Grund, warum ich mich mit dem Thema auseinandersetze.

Herrlich, Pellkartoffelliebe. Guter Begriff und genau das ist die Art von Bekanntschaft/Beziehung, die mir von Männern "angeboten" wurde. Will ich nicht. Bei mir ist das mit dem Everst in Sachen Sex. Der war für mich so gut, alles was danach kam.... Ich weiss, dass es quatsch ist, aber ich bekomme das nicht aus den Kopf. Da kann der Mann noch so toll sein, es nützt nichts, wenn der Sex dann nicht auch so ist. Ich arbeite auch an mir, ich weiss nicht, ob es was bringt .-(.
 

Gulliver

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  • #14
Ich stelle mir Liebe "verspielt, leicht, locker, flockig, romantisch, leidenschaftlich, aufmerksam, zärtlich, feinfühlig, ein bisserl kindisch, schwärmend, schmachtend, erotisch, lüstern, neckisch, begeistert, hingebungsvoll, ideenreich usw, mit nie endender Verliebtheit vor. Da muss natürlich die Partnerin mitspielen wollen. Das letzte, auf was ich Wert lege, sind Pflichten, Probleme und Zwänge. Die habe ich hinter mir gelassen und trauere denen keinen Augenblick nach. Liebe ist sooo schön :).
 
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  • #15
Zitat von IMHO:
Also treffe ich mich mit Menschen, die annähernd dem entsprechen, was ich mir unter einem möglichen Partner vorstelle

a. in der Hoffnung, mich zu verlieben und vor allem, die gleichen Gefühle im Gegenüber zu wecken?
b. mit der Einstellung, wenigstens ein paar grundsätzliche mir wichtige Eigenschaften zu entdecken, um dann eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der im Großen und Ganzen ganz gut zu mir passt und dem ich auch so einigermaßen genehm bin?

Ich empfinde diese Vorstellung als mehr als unangenehm und kann mir nicht vorstellen, dass eine derartige Beziehung längerfristig andauern kann.
Längerdauernde Partnerschaften leben nicht von Schmetterlingen, sondern von Gemeinsamkeiten.
Man kann es auch als Reife bezeichnen, das zu erkennen.
 
 
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Gulliver

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  • #16
Zitat von Truppenursel:
Längerdauernde Partnerschaften leben nicht von Schmetterlingen, sondern von Gemeinsamkeiten.
Man kann es auch als Reife bezeichnen, das zu erkennen.
Vor 2 Wochen gingen wir ins dritte Jahr und sprühen vor Gemeinsamkeit. Wann bitte hören diese Sch..ß-Schmetterlinge endlich auf zu flattern, die doch eh nichts anderes tun, als der wahren Liebe im Weg zu stehen und einen eh nur daran hindern, endlich reif zu werden. Ich will damit sagen, dass die Liebe mit 50+ genauso ist, wie die mit 20+/- und nur durch scheinbar notwendige Reife abgewürgt wird. Kannst Du mir bitte auf die Sprünge helfen und mir sagen, warum Reife in der Liebe so unglaublich wichtig sein soll? Was die bewirken soll? Ist sie wichtiger, als glühende Leidenschaft?
 
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  • #17
Zitat von Gulliver:
Vor 2 Wochen gingen wir ins dritte Jahr und sprühen vor Gemeinsamkeit. Wann bitte hören diese Sch..ß-Schmetterlinge endlich auf zu flattern, die doch eh nichts anderes tun, als der wahren Liebe im Weg zu stehen und einen eh nur daran hindern, endlich reif zu werden. Ich will damit sagen, dass die Liebe mit 50+ genauso ist, wie die mit 20+/- und nur durch scheinbar notwendige Reife abgewürgt wird. Kannst Du mir bitte auf die Sprünge helfen und mir sagen, warum Reife in der Liebe so unglaublich wichtig sein soll? Was die bewirken soll? Ist sie wichtiger, als glühende Leidenschaft?

Was ist daran so schlimm? Lass sie doch flattern, ist doch schön. ;) Ohne Schmetterlinge geht doch nicht´s. Das Kribbeln, Kennernlernen und die Gemeinsamkeiten herausfinden und einfach glücklich sein. Ein Erfolgsrezept wirst du wieso nicht bekommen. Es muss stimmen. Das musst du doch merken. Es ist doch schön, dass ihr nach dieser Zeit noch Schmetterlinge im Bauch habt. Sei froh und glücklich darüber!!! Ich verstehe deine Zweifel nicht. Wenn ihr Gemeinsamkeiten und Fehler feststellen könnt, kann man doch darüber reden/diskutieren. Es wird nie ein 100iges Einvernehmen herrschen. Streitigkeiten gibt es immer, mann muss nur alles gemeinsam lösen können, Offenheit, Ehrlichkeit und Optimismus sind da "gute Ratgeber". Also, euch viel Glück! lG 
 

lisalustig

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  • #18
Schmetterlinge sind was Feines. Sie sind auch nicht unbedingt vom Alter abhängig, vielleicht nur derart, dass sie im "fortgeschrittenen Alter" bewusster, dankbarer zur Kenntnis genommen werden. Auch können Schmetterlinge und Pragmatismus eine durchaus schöne Symbiose eingehen....
 

Mentalista

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  • #19
Zitat von Gulliver:
Ich stelle mir Liebe "verspielt, leicht, locker, flockig, romantisch, leidenschaftlich, aufmerksam, zärtlich, feinfühlig, ein bisserl kindisch, schwärmend, schmachtend, erotisch, lüstern, neckisch, begeistert, hingebungsvoll, ideenreich usw, mit nie endender Verliebtheit vor. Da muss natürlich die Partnerin mitspielen wollen. Das letzte, auf was ich Wert lege, sind Pflichten, Probleme und Zwänge. Die habe ich hinter mir gelassen und trauere denen keinen Augenblick nach. Liebe ist sooo schön :).

Ha, das ist wahrscheinlich der feine Unterschied zwischen Mann und Frau in der Definition von Liebe. Kindisches Denken, mag ich nicht und deine Beschreibungen lesen sich sehr romantisch, aber auch verklärend, für mich etwas Teeniemässig, denn für mich äußert sich wahre echte Liebe vordergründig in anderen Dingen, wie das gute Meisten in Pflichten (z.B. zur Treue), in der guten Lösung von Problemen und Zwänge, hey, das ist sehr negativ bezeichnet, da solltest du überlegen, warum du das Wort Zwänge überhaupt im Kopf hast.

Letztendlich für mich in der guten Balance zwischen guten und nicht so guten Seiten und dem Gefühl angekommen zu sein, sich wohl zu fühlen, ein gute Lebensqualität zu haben, meine Seele bekommt hier alles, was ich brauche, viel Toleranz zu erleben und das Gefühl, dass es weiter so gehen wird. Genauso beschreibe ich meine Liebe zu Berlin. So kann ich sexy sein, hingebungsvoll, schwärmend, ideenreich, begeistert erotisch und schmachtend nach meiner Stadt.

Ich denke, jeder Erwachsene müsste wissen (ich setze anscheinend zu viel voraus), das es gewisse Dinge gibt, die nun mal so sind, wie sie sind. Siehe den "Zwang" sich so oft wie möglich die Zähne zu putzen, auf den Körper zu achten, gesunde Ernährung, Achtsamkeit mit sich und der Umwelt usw., denn wenn ich mit mir selbst nicht gut umgehe, kann ich meine Liebe nicht pflegen und auch nicht geniessen. Wenn ich mit mir nicht achtsam umgehe, werde ich es mit dem Mann an meiner Seite auch nicht machen. Ersetze bei mir Mann mit Berlin ,-). Pünktlich und Verbindlich dem Partner usw. gegenüber zu sein. Wenn du das als Zwang ansiehst, na dann gute Nacht. Ich denke auch, dass du nicht der einzige Mann bist, der so eine Definition von "Liebe" hat.

Deine Definition würde ich eher der Verliebtheit, Affäre zuschreiben, auch wenn der Inhalt traumhaft schön ist, aber nur die eine Seite der Medaille ist. Die dunkle Seite scheinst du auszublenden, oder?
 
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  • #20
Zitat von lone rider:
Es hat damit zu tun, dass meine Leidensfähigkeit bei einer Liebe an ihre Grenzen gestossen ist. Ich messe alles daran. An dieser Liebe, die beidseitig war. Ich weiß, das ist falsch, aber bekomme diese unsagbar schöne Liebe nicht aus dem Kopf. Es ging in die Brüche aus Gründen, die wir beide nicht zu verantworten hatten. An einer "Pellkartoffelliebe" bin ich seitdem nicht mehr interessiert. Vielleicht kommt das wieder. Dabei geht es nicht um das Nicht-loslassen-können, sondern um den Everest. Seitdem ich auf ihm war, will ich nicht mehr auf einen Zweitausender, bildlich gesprochen. Aber ich weiß, dass so ein Achttausender weiter unten auch ein Zweittausender ist. Ich arbeite an mir.

Exakt das ist es, was mich umtreibt. Habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Die ganz große Liebe. Mit anfänglicher Verliebtheit und den dazugehörigen Schmetterlingen, aus denen dann letztlich eine sehr langjährige Beziehung erwachsen ist, die auch vielen Stürmen getrotzt hat - und dennoch irgendwann zerbrach.

Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Warten auf ein neues Gefühl der Verliebtheit? Oder praktische Erwägungen unter dem Motto "der kleinstmögliche gemeinsame Nenner"?



 
 

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  • #21
Zitat von Heike:
Wenn du deine Frage neutraler stellen möchtest, empfehle ich Vermeidung des Ausdrucks "reduzieren". Dann wären es zunächst einmal andere Ansprüche und nicht irgendwie geringere. Derjenige, der primär aufs Geschenktbekommen eines Gefühls aus ist, hat nicht höhere Ansprüche, sondern andere.

Nein, die Frage war bewusst mit dem Ausdruck "reduzieren" gestellt, denn für mich fühlt es sich so an, als ob ich Abstriche machen müsste. Und das bedeutet Verzicht.


Wen meinst du mit "man": dich? Den Durchschnittsforisten? Der will vermutlich am ehesten folgendes: kein Aua kriegen.
 

Na ja, die üblichen Verdächtigen halt, die Forengemeinde, Männlein wie Weiblein. Du weißt wohl besser als fast jeder hier, was und wen ich damit gemeint habe.
Ich werde versuchen, das nächste Mal präziser formulieren (Geht IHR....,  gebt IHR irgendwann die Hoffnung auf...., ....hofft IHR, dass.....)

Aber ich verstehe nicht genau, was du mit "kein Aua kriegen" gemeint hast.
Seelisch verletzt werden?
 

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  • #22
Zitat von Truppenursel:
Längerdauernde Partnerschaften leben nicht von Schmetterlingen, sondern von Gemeinsamkeiten.
Man kann es auch als Reife bezeichnen, das zu erkennen.
 

Aha, ich bin also unreif, naiv und infantil, wenn ich die Hoffnung auf derartige wunderschöne Gefühle einfach nicht aufgeben möchte?
Reife zeigt sich also in einer nüchternen Betrachtung der "Fakten"?

Anfängliche "Schmetterling" schließen doch eine spätere, tief verbindende Partnerschaft in keiner Weise aus.
Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen das Gefühl der Verliebtheit als kurzfristig ansehen, aus denen keine Liebe erwachsen kann.
Das ist bedauerlich und klingt für mich resignierend.

 
 

Mentalista

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  • #23
Zitat von IMHO:
Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Warten auf ein neues Gefühl der Verliebtheit? Oder praktische Erwägungen unter dem Motto "der kleinstmögliche gemeinsame Nenner"?

Warten bringt nichts, sondern das Leben richtig lieben lernen, an sich arbeiten, sich weiter zu entwickeln, sich gut zu tun in jeder Hinsicht, Achtsam mit sich umgehen, in jeder Hinsicht, das macht attraktiv, das tut gut, das strahlt aus, das bringt gute Voraussetzungen auf dem Weg, dass einem ein neuer Mensch über den Weg läuft, der ähnlich drauf ist, der vom "Glück" getroffen ist und auch froh ist, auf ähnliches "Glück" zu treffen. Ja, das hat viel mit Glück zu tun.

Vielleicht habe ich schon zu viel Glück im Leben gehabt, meine derzeitige große Liebe ist Berlin, vielleicht denkt mein "Freund da oben", dass muss mir genügen ,-)?
 

Heike

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  • #24
Zitat von IMHO:
Nein, die Frage war bewusst mit dem Ausdruck "reduzieren" gestellt, denn für mich fühlt es sich so an, als ob ich Abstriche machen müsste. Und das bedeutet Verzicht.

Aber ich verstehe nicht genau, was du mit "kein Aua kriegen" gemeint hast.
Seelisch verletzt werden?

Na, die meisten werden natürlich sagen: Verliebheitsgefühle UND Beziehung mitsamt Gemeinsamkeiten. Deswegen ja mein Hinweis, ob das Fragedesign so geschickt ist. Du fragst: Verliebtheit oder pragmatische Beziehung. Und wenn dann jemand sagt: Beziehung braucht Gemeinsamkeiten, dann schreibst du: ja, aber Verliebtheit und Beziehung schließen sich nicht aus.

Das mit dem Aua (Leid und Schmerz) hab ich geschrieben, um weitere Ebene zu öffnen. Läßt sich ja auch fragen:
Was würdet ihr vorziehen:
a) drei Monate heftige Verliebtheitsgefühle und anschließend drei Monate heftigen Trennungsschmerz
b) keines von beiden

Oder was würdet ihr vorziehen:
a) innige Liebesbeziehung, die zugleich aber viel Leid und Schmerz bereitet
b) sich nicht auf jemanden einlassen, sondern lieber zum Yoga gehen und ein gutes Glas Rotwein lesen

 
 
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  • #25
Zitat von IMHO:
Aha, ich bin also unreif, naiv und infantil, wenn ich die Hoffnung auf derartige wunderschöne Gefühle einfach nicht aufgeben möchte?
Reife zeigt sich also in einer nüchternen Betrachtung der "Fakten"?

Anfängliche "Schmetterling" schließen doch eine spätere, tief verbindende Partnerschaft in keiner Weise aus.
Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen das Gefühl der Verliebtheit als kurzfristig ansehen, aus denen keine Liebe erwachsen kann.
Das ist bedauerlich und klingt für mich resignierend.

Horche mal in dich selbst hinein. Es hat keiner geschrieben, dass du unreif, naiv und infantil bist. Wie kommst du darauf, gerade diese Ausdrücke zu verwenden?

Keiner will diese schönen Gefühle der Liebe aufgeben, es gibt nur unterschiedliche Blickwinkel.

Bezüglich der Schmetterlinge bist du der Erste, der hier von Anfänglichkeit und Übergehen in eine tiefe Partnerschaft schreibt. Ich denke auch, dass aus einer Verliebtheit eine tiefe Liebe erwachsen kann.

Mich irritiert nur, dass gerade Männer, die so viel von Schmetterlingsgefühlen erzählen, oft selber gute Schmetterlinge sind, die nur diese erfrischenden kurzzeitigen Gefühle des Verliebtseins auskosten wollen und wenn die weg sind, dann zur nächste Blüte fliegen, um sich wieder von den leckeren Necktar der Schmetterlingsgefühle berauschen zu lassen.
 

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  • #26
Zitat von Mentalista:
Warten bringt nichts, sondern das Leben richtig lieben lernen, an sich arbeiten .....


Ist es nicht genau das, was viele von uns zu gewollten "Perfektionisten" macht? Dieses permanente "an sich arbeiten"? Dem Ideal wieder ein wenig näher kommen?
Und dann, wenn ich denke wieder einen großen Schritt in meiner Entwicklung weitergekommen zu sein, diesen Stand der Entwicklung auch von einem potenziellen Partner zu erwarten/erhoffen?

Wo bleibt da die Nachsichtigkeit mit sich selbst.
Einfach nur "man selbst sein".
Ohne Konventionen oder Erwartungen erfüllen zu müssen/wollen.

Führt dieses "an sich arbeiten" nicht unweigerlich zu einer Art Verkrampfung? Das Wort Arbeit an sich drückt ja schon etwas nicht ganz Freiwilliges aus.


 
 

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  • #27
Zitat von IMHO:
Ist es nicht genau das, was viele von uns zu gewollten "Perfektionisten" macht? Dieses permanente "an sich arbeiten"? Dem Ideal wieder ein wenig näher kommen?
Und dann, wenn ich denke wieder einen großen Schritt in meiner Entwicklung weitergekommen zu sein, diesen Stand der Entwicklung auch von einem potenziellen Partner zu erwarten/erhoffen?

Wo bleibt da die Nachsichtigkeit mit sich selbst.
Einfach nur "man selbst sein".
Ohne Konventionen oder Erwartungen erfüllen zu müssen/wollen.

Führt dieses "an sich arbeiten" nicht unweigerlich zu einer Art Verkrampfung? Das Wort Arbeit an sich drückt ja schon etwas nicht ganz Freiwilliges aus.


 

Finde ich nicht. Man selbst, das sind auch die anderen und wenn man an dem Verhältnis zu anderen arbeitet, arbeitet man auch an sich selbst. Das Selbst, seperat betrachtet, ist einem ständigen Wandel unterzogen und es kann nicht schlecht sein, wenn man daran aktiv beteiligt ist.
Ein Kind kommt nicht mit einem ausgebildeten Geschmackssinn auf die Welt, um nur ein Beispiel zu nennen. Arbeit kann auch Spaß machen, kann spielerisch sein, erweitern.
 
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  • #28
Zitat von IMHO:
Ist es nicht genau das, was viele von uns zu gewollten "Perfektionisten" macht? Dieses permanente "an sich arbeiten"? Dem Ideal wieder ein wenig näher kommen?
Und dann, wenn ich denke wieder einen großen Schritt in meiner Entwicklung weitergekommen zu sein, diesen Stand der Entwicklung auch von einem potenziellen Partner zu erwarten/erhoffen?

Wo bleibt da die Nachsichtigkeit mit sich selbst.
Einfach nur "man selbst sein".
Ohne Konventionen oder Erwartungen erfüllen zu müssen/wollen.

Führt dieses "an sich arbeiten" nicht unweigerlich zu einer Art Verkrampfung? Das Wort Arbeit an sich drückt ja schon etwas nicht ganz Freiwilliges aus.

Hey? Gibt es nur schwarz und weiß? An sich zu arbeiten, hat bei mir was mit Training zu tun. Anders ausgedrückt: Wenn ich Fussball liebe und viel an mir arbeite, also trainiere, kann ich dieses Training als Entspannung empfinden und geniesse dieses regelmässige Training als Ausgleich zum Alltag, ich freue mich darüber, dass ich immer besser Fussballspielen kann, geniesse die Komplimente der anderen Fussballspieler, bin somit seelisch viel ausgeglichener. Natürlich bin ich dabei nachsichtig mit mir, wenn ab und zu was nicht klappt, aber da ich ein Mensch bin, bei dem das Glas immer voll ist, trainiere ich weiter und lerne aus meinen Fehler.

Das ist aber eine Typ-Frage, ich habe kein Problem mit Erwartungen anderer Menschen an mich, ich bin ja Frau genug, da mir bzw. den besagten Menschen Grenzen zu setzen. Wer da allerdings nicht fit ist, der/die ist dann von Erwartungen und Weiterentwicklung genervt, alles ist anstrengend, muss das sein...... Da frage ich mich, wie hier die RESILIENZ ausgeprägt ist.

Ich stelle mir gerne selber Erwartungen, weil mir das Spass macht, weil mich das intellektuell interessiert und Spass macht. Wäre ich nicht so drauf, würde ich auch in Berlin nicht so ein gutes Leben haben. Ich habe gerne vieles in guter seelischer Balance, passt gut zu meinem Sternzeichen :))))).
 
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  • #29
Denke das hängt von deiner inneren Einstellung ab. Eine rein praktische oder pragmatische Beziehung ist für mich ne Stundenten-WG aber keine Beziehung. Den Alltag schaff ich alleine, dafür brauch ich keinen Partner.
Ich denke eher, dass das rein praktische und pragamtische Denken eher der wahrste Grund aller Hinderlichkeit in der Beziehungsanbahnung ist. Heute gibt es viele Singles und wenig Nachwuchs, weil Generation Y nur noch nachdenkt und sich nichts traut. Keine Investionsbereitschaft oder Unternehmergeist zeigt. Zusätzlich dazu kommt ein eher schüchternes soziales Zusammenleben und schon bleibt man Allein.

Also ich könnte in keinem Lebensabschnitt eine rein pragmatische Beurteilung empfehlen. Sicherlich hat man mehr Erfahrung und neigt dazu vielleicht auch negativere Gedanken im Alter zu haben aber wenn man sich verliebt, ist einem das doch meistens scheissegal (wenn mans zu lassen kann).
 

Heike

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  • #30
Zitat von IMHO:
Ist es nicht genau das, was viele von uns zu gewollten "Perfektionisten" macht? Dieses permanente "an sich arbeiten"? Dem Ideal wieder ein wenig näher kommen?
Und dann, wenn ich denke wieder einen großen Schritt in meiner Entwicklung weitergekommen zu sein, diesen Stand der Entwicklung auch von einem potenziellen Partner zu erwarten/erhoffen?

Wo bleibt da die Nachsichtigkeit mit sich selbst.
Einfach nur "man selbst sein".
Ohne Konventionen oder Erwartungen erfüllen zu müssen/wollen.

Führt dieses "an sich arbeiten" nicht unweigerlich zu einer Art Verkrampfung?

NIcht nur zur Verkrampfung, sondern vor allem zum Selbst- und Fremdbetrug. Aufgrund der ständigen Erfahrung eines Auseinanderklaffens von Vorstellung und Wirklichkeit und weil Ichstärke fehlt, an seiner Haltung zum Idealbild zu arbeiten, wird gerade gar nicht mehr gearbeitet, sondern mit einem Taschenspielertrick identifiziert man sich einfach mit dem Ideal.
Der Preis ist Verlust der Realität und Ernstzunehmbarkeit. Das gleicht man aber aus, indem man alle, die das erkennen, für böse erklärt. So kommt man wieder ins Reine mit sich.
Kein Wunder, daß die, die so besonders anspruchsvoll auftreten mögen, oft gerade niedrigste Ansprüche haben: denn sie begnügen sich mit dem Selbstbetrug; er verschafft ihnen die Art Glück, die sie es sich wert sind.