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  • #1

Potentieller Partner chronisch krank. Kann damit nicht umgehen

Hey Community :),

ich habe vor längerer Zeit eine Frau (24 und ich 28) kennengelernt und wir verstehen und super. Sie wohnt jedoch sehr weit weg, wodurch wir uns bis jetzt nicht treffen konnten. Jetzt wollte ich mich vor ein paar Tagen treffen und auf einmal wollte sie nicht mehr. Die Entfernung sei ihr zu weit und bla bla. Nach ewigen hin und her habe ich dann herausgefunden, dass sie eine chronische Krankheit hat. Generell habe ich kein Problem mit "Krankheiten" und kann damit sehr gut umgehen, was ich ihr auch sagte. Nachdem ich sie ewig aufgebaut habe, verriet und erklärte sie mir ihre Krankheit. Es hörte sich nicht soooo schlimm an und wir flirteten wieder und die Gespräche waren tiefer als je zuvor. Sie war überrascht wie einfühlsam ich war und hat sich total geborgen gefühlt. Schwupp die Wupp, jetzt haben wir ein neues Date am nächsten Wochenende.

Jetzt habe ich jedoch mal gegoogled, um mich genauer über die Krankheit zu informieren und .... oh je. Das Problem ist nicht die aktuelle Situation, sondern das was in Zukunft kommen wird. Bitte denkt nicht schlecht von mir, aber damit kann ich nicht umgehen. Mit den Folgen hat meine Mutter zu kämpfen, was mich als Kind stets begleitet hat. Ich weiß wie schlimm es werden kann und kann das nicht ein 2. mal durchstehen.

Was soll ich tun? Sie ist jetzt so stark emotional mit mir verbunden. Am liebsten würde ich das treffen absagen und es dabei belassen, aber mit welcher Begründung?
  • Die Wahrheit, dass es meine Mutter hat und ich damit nicht umgehen kann? Vorallem würde ich ihr dadurch doch nur Angst machen.
  • Lügen und wenn ja, was soll ich denn sagen? Wenn es zu plump ist, durchschaut sie es doch und verliert das Vertrauen gegenüber anderen Menschen.
  • Trotzdem versuchen zu Daten? Man könnte ja sagen, dass ich es probieren könnte und ich vll doch damit zurechtkomme, aber was wenn nicht? Je mehr Zeit verstreicht, desto schmerzhafter ist die ganze Misere.
Ich fühle mich total in die Enge getrieben und weiß nicht so ganz, was ich jetzt sagen und machen soll und wollte euch mal fragen. Was würdet ihr mir raten?

Beste Grüße
 
D

Deleted member 20013

  • #2
Jetzt habe ich jedoch mal gegoogled, um mich genauer über die Krankheit zu informieren und .... oh je.
Mit den Folgen hat meine Mutter zu kämpfen, was mich als Kind stets begleitet hat.
Wiebitte? o_O

Es kommt rüber, dass du mit der Krankheit Erfahrung hast, musstest aber dennoch danach googeln?
Einzige Erklärung: du wusstest nicht, was bei deiner Mutter zu Grunde lag/ liegt und konntest die Verbindung vor dem googeln nicht herstellen.

Wie kann man sich positiv unterstützend zu einer Erkrankung äußern, ohne eine Ahnung zu haben, was es damit auf sich hat?
Da spielen 2 Dinge rein:
1) Sie hat dich unzureichend informiert.
2) Du warst zu unkritisch; hast dir voreilig eine Meinung gebildet.

Ich finde dein Verhalten unter aller Sau, feige und unreif und glaube, dass ihr ohne einander besser dran seid - u.a. auch, weil sie nicht gerade souverän im Umgang mit ihren Umständen ist. Das halte ich für verständlich - in Anbetracht ihres Alters und der (vermeintlichen) Schwere.

Ich rate zur Warheit. Und zwar die Ganze, also auch, dass deine unterstützenden Worte auf Unwissenheit beruhten. Dann kauft sie dir die Geschichte mit der Mutter aber wohl nicht mehr ab.

So oder so ist die Situation scheiße.
Das kannst du nicht mehr kitten.
Nur noch daraus lernen.

Also merken: Erst denken/ nachfragen/ informieren - DANN sprechen.
 
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  • #3
Hallo, lieber @DerPunkt , jetzt mal davon abgesehen, dass chronische Krankheiten auch individuell verlaufen und Du nicht unbedingt den Verlauf Deiner Mutter als Maßstab zugrunde legen kannst, denke ich anhand Deiner Zeilen, dass es besser wäre, ihr ehrlich mitzuteilen, dass Du gemerkt hast, nicht damit umgehen zu können. Und zwar so:
Die Wahrheit, dass es meine Mutter hat und ich damit nicht umgehen kann? Vorallem würde ich ihr dadurch doch nur Angst machen.
Warum solltest Du damit Angst machen? Der Betroffene weiß selber am Besten Bescheid, wie seine Krankheit auf andere wirken kann und braucht niemanden, der selber Angst davor hat oder in Zweifeln schon zu Beginn dazu steht.
Auf keinen Fall würde ich sie anlügen und plötzlich irgendetwas von Entfernung oder so schwafeln, bis jetzt habt Ihr Euch ja gut verstanden, auch wenn es nur virtuell war. So wäre das dann unglaubwürdig.
Vielleicht ergibt sich auch aus Deiner Ehrlichkeit die Chance, weitreichender über die Krankheit und wie sie bei ihr verläuft, zu reden, ohne, dass Du Deine Mutter dabei im Hinterkopf hast und dann kannst Du vielleicht das Ganze unbefangener betrachten.
Aber, wenn es nicht geht, geht es nicht. Steh dann dazu.
Alles Gute!
 
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  • #4
Ich fühle mich total in die Enge getrieben und weiß nicht so ganz, was ich jetzt sagen und machen soll und wollte euch mal fragen.
Ähhm, Moment mal...
Du hast gefragt (oder vielleicht sogar gedrängelt) und eine Antwort erhalten, also beschwer dich jetzt nicht.

Ansonsten gibt es doch nur 3 Möglichkeiten:
  • du teilst ihr mit, dass du von den Auswirkungen der Krankheit durch deine Mutter persönlich betroffen bist und diese Erlebnisse noch nicht so weit verarbeitet hast, als dass du einen Versuch mit ihr wagen würdest, oder..
  • du suchst dir einen Vorwand und beendest es so, oder
  • du ziehst in Erwägung, das es anders ist, weil sie nicht deine Mutter ist. Du lernst sie kennen und die Zeit wird zeigen was sich entwickeln kann
Und ganz wichtig, du bist und du musst nicht ihr Therapeut sein, dafür gibt es Spezialisten und das ist nicht deine Verantwortung...
 
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  • #5
Ohne Dir konkret helfen zu können : Was mir bei der Lekture Deines Postings durch den Kopf ging, ist die Frage, ob Du nicht kannst - oder nicht willst ? Will sagen : Bist Du tatsächlich nicht dazu in der Lage - oder ist Dir das "nur" zu unangenehm, zu aufwändig ... ?

Zugleich scheint mir das erneut ein Beleg dafür zu sein, mit chronischen Krankheiten nicht zu lange hinterm Berg zu halten ...
 
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  • #6
Jetzt habe ich jedoch mal gegoogled, um mich genauer über die Krankheit zu informieren und .... oh je. Das Problem ist nicht die aktuelle Situation, sondern das was in Zukunft kommen wird. .... Mit den Folgen hat meine Mutter zu kämpfen, was mich als Kind stets begleitet hat. Ich weiß wie schlimm es werden kann und kann das nicht ein 2. mal durchstehen.
Genau das würde ich ihr mitteilen. Und mich nicht mit ihr treffen, wenn Du da für Dich keine Hoffnung hast, mit dieser Krankheit klar zu kommen. Es ist natürlich hart für sie. Viel härter wäre es aber, Du würdest ihr etwas vorspielen und sie dann fallen lassen.
 
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  • #7
Erstmal danke für die schnellen Antworten!

@Marlene
Also ich habe halt etwas bedenken, dass sie fragt, wie es sich bei meiner Mutter entwickelt hat und dann davon Angst bekommt. Aber ich will sie auch nicht anlügen und du hast mich da bestärkt.

@IPv6
Ich habe das vielleicht falsch ausgedrückt. Ich fühle mich von mir selbst in die Enge getrieben. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht erst nachgelesen habe, sondern dass ich wieder geflirtet habe. Auf Basis ihrer Erklärung habe ich es als unproblematisch abgetan habe, was dumm von mir war. Außerdem komme ich mir böse und oberflächlich vor. Ich mache ihr kein Vorwurf oder etwas dergleichen.
Mir ist bewusst, dass ich kein Therapeut sein muss, aber es sagt sich einfacher als es ist.

@Traumichnich
Der Mensch kann mit allem umgehen, er darf nur nicht mehr vor der Wahl stehen. Also als Partner hast du relativ wenig aktiv zu tun. Es sind mehr die mentalen Auswirkungen und das Zusehen, wie es schlechter wird.

@lisalustig
Danke, es deckt sich ungefähr mit Marlene, was mich bestärkt.
 
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fleurdelis*

  • #8
Generell habe ich kein Problem mit "Krankheiten" und kann damit sehr gut umgehen, was ich ihr auch sagte.
Das stimmt ja nicht so wirklich ... weil es da ein großes Problem für dich gibt, welches für dich eine Belastung war/ist ... und wohl noch nicht verarbeitet ist.

Mit den Folgen hat meine Mutter zu kämpfen, was mich als Kind stets begleitet hat. Ich weiß wie schlimm es werden kann und kann das nicht ein 2. mal durchstehen.

Was soll ich tun?
Warum sagst du ihr nicht offen, dass du jetzt, da du weißt um welche Krankheit es sich handelt, du das von deiner Mutter her kennst.

Vorallem würde ich ihr dadurch doch nur Angst machen.
Das sind Befürchtungen die du hast, die sie selbst nicht betreffen müssen. Du könntest bei dir bleiben und sagen wie es ist: dass du in dem Bezug Sorgen wegen deiner Mutter hattest, und die alleine für dich belastend genug sind, dass du das nicht schaffst. Dann hätte es sehr wenig mit ihr zu tun. Ich denke, du kannst auch nicht in den gleichen Prozess gehen, weil dich da zu viele Sachen aus deiner Kindheit triggern.
 
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  • #9
Es gibt einen Punkt, den ich gerne noch nennen möchte. Natürlich kannst du deine Freundin verlassen und irgendwann eine neue Beziehung eingehen. Aber auch dort kann es passieren, dass deine Freundin eine chronische Krankheit hat oder vielleicht eines Tages bekommt. Niemand von uns kann die Zukunft vorhersehen. Wenn man seine Partnerin wirklich liebt, dann macht einem eine Krankheit nichts aus. Denn es kann immer auftreten. Und jeden treffen. Auch dich - und gerade in so einer Situation möchte man einen Partner, auf den man sich verlassen kann.
 
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  • #10
Fair wäre, wenn du dem Mädl sagst, dass das Date am Wochenende nix wird. Eine mögliche Lüge ist, dass du zwischenzeitlich/parallel noch einen anderen Kontakt hast, der sich in den letzten Tagen intensiviert hat. Das tut zwar auch weh, aber ihr habt euch noch nie getroffen, so ist eben das Leben.

Zum virtuell unattraktiv machen ist es wahrscheinlich zu spät, aber eventuell könntest du am Telefon eine anstrengende Diskussion vom Zaun brechen oder ihr irgendein Geständnis machen, von dem du weißt dass es total gegen ihre Prinzipien verstößt.
Letztendlich kann man sich auch beim Date unattraktiv präsentieren. Das finde ich aber in deiner Situation (wenn man schon vorher entschieden hat) unfair. Schade um die Zeit. Ich habe das sehr selten gemacht, und zwar nur wenn ich gemerkt habe, dass mein Gegenüber rasch klammert und mir nicht gefällt. Dann endet der Kontakt von ihr aus ;)
 
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Deleted member 7532

  • #11
Es gibt einen Punkt, den ich gerne noch nennen möchte. Natürlich kannst du deine Freundin verlassen und irgendwann eine neue Beziehung eingehen. Aber auch dort kann es passieren, dass deine Freundin eine chronische Krankheit hat oder vielleicht eines Tages bekommt. Niemand von uns kann die Zukunft vorhersehen. Wenn man seine Partnerin wirklich liebt, dann macht einem eine Krankheit nichts aus. Denn es kann immer auftreten. Und jeden treffen. Auch dich - und gerade in so einer Situation möchte man einen Partner, auf den man sich verlassen kann.
Natürlich kann das sein. Es macht aber einen Unterschied, ob zuerst die Beziehung und Liebe da ist und dann die Erkrankung als Herausforderung dazukommt, die die Beziehung hoffentlich aushält - oder ob man sehenden Auges in etwas Schwieriges hineingeht.
 
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  • #12
Natürlich kannst du deine Freundin verlassen und irgendwann eine neue Beziehung eingehen. Aber auch dort kann es passieren, dass deine Freundin eine chronische Krankheit hat oder vielleicht eines Tages bekommt. Niemand von uns kann die Zukunft vorhersehen. Wenn man seine Partnerin wirklich liebt, dann macht einem eine Krankheit nichts aus. Denn es kann immer auftreten. Und jeden treffen. Auch dich - und gerade in so einer Situation möchte man einen Partner, auf den man sich verlassen kann.
Gerade das sehe ich hier als einen gravierenden Unterschied. Sie ist (noch) nicht seine Freundin. Es gibt (noch) keine Partnerschaft. Sie ist (noch) nicht seine Partnerin. Es geht noch gar nicht um Liebe! Sie haben sich noch nicht einmal persönlich getroffen. Und sie sind beide noch sehr jung. Für mich macht es einen gravierenden Unterschied, ob ich in einer festen Partnerschaft bin oder gerade erst im Erstkontakt. In guten, wie in schlechten Tagen, das gilt für mich für eine gefestigte Partnerschaft. In der Phase, in der der TE sich gerade befindet, sehe ich es als durchaus legitim an, jetzt die Reißleine zu ziehen. Ausserdem wissen wir nicht, um welche Krankheit es sich handelt und welche Erfahrungen der TE durch die Betroffenheit seiner Mutter gemacht hat. Eine Wertung durch anonyme Forumsmitglieder halte ich daher für unangemessen.
 
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Deleted member 21128

  • #13
@DerPunkt Wenn ich mich jetzt mal in sie hineinzuversetzen versuche...
Sie bekommt kalte Füße, wahrscheinlich fürchtet sie deine Abweisung. Dann bezirzst du sie mit deinem Einfühlungsvermögen und erreichst ein Date. Was meinst du, was für eine unbeschreibliche Hoffnung sie jetzt hat?! Was meinst du, was es mit ihr macht, wenn du sie jetzt nicht mal triffst?
Sei ein Mann und löffle die Suppe auch aus! Triff dich mit ihr, zeig ihr deine Achtung und deinen Respekt. Und schau einfach mal ganz offen und menschlich, was passiert.
 
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  • #14
@DerPunkt - Das ist dumm gelaufen. Aber Du solltest nicht zu hart mit Dir sein. Aus ihrer Sicht ist auch noch nichts schief gegangen. Sie freut sich auf Dich.

Ich würde ehrlich zu ihr sein und ihr von Deinen Erfahrungen mit Deiner Mutter erzählen. Und auch von Deinen Ängsten (denen man sich durchaus stellen kann). Vielleicht hat sie Infos über ihre Krankheit, mit denen ein anderer Verlauf denkbar ist. Ich an ihrer Stelle wäre doppelt gekränkt, wenn ich einen vorgeschobenen Grund für einen plötzlichen Rückzieher wahrnehmen würde.

Offenheit hilft Dir vielleicht auch im Umgang mit Deiner Geschichte.

Insgesamt verstehe ich hier auch die teilweise Empörung nicht. Es gibt ja nun deutlich banalere Gründe eine Kennenlernphase zu beenden.
 
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Friederike84

  • #15
Insgesamt verstehe ich hier auch die teilweise Empörung nicht. Es gibt ja nun deutlich banalere Gründe eine Kennenlernphase zu beenden.
Das stimmt sicherlich.
Hier ist aber mehr passiert als es ein banaler Grund liefern könnte: Sie hat sich bereits zurückgezogen und wollte diese vertrauliche Ebene nicht mehr erreichen mit ihm. Er hat es geschafft ihr den Grund zu entlocken und das Problem bagatellisiert, um festzustellen dass es seine Kräfte übersteigt. Sie fühlt sich nun eventuell doppelt abgewiesen. Das macht es in meiner Vorstellung härter als irgendwann wegen banaler Gründe abgewiesen zu werden.
 
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