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  • #61
AW: Polyamorie

nun ja, wir sind geprägt von unserer Kultur und von vorgelebtem Verhalten.

Die Tagebücher von Sartre und de Beauvoir habe ich allerdings verschlungen ...
 
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  • #62
AW: Polyamorie

wir sind geprägt von unserer Kultur und von vorgelebtem Verhalten.
Auch, ja, aber eben nicht nur. Zu glauben, wir könnten uns beliebig umformen, wenn wir nur wollten, halte ich für eine Mischung aus Größenwahn und Blödheit. Sorry, nicht persönlich nehmen, aber ich hab gerade meine fünf Minuten.
 
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  • #64
AW: Polyamorie

@andre: eifersucht ist auch für viele ein problem in monogamen beziehungen. manche ziehen daraus den schluß, daß monogame beziehungen nichts für sie sind. andere ziehen diesen schluß nicht. liebe ist oft mit kummer verbunden. manche ziehen daraus den schluß, daß liebe ihnen nicht gut tut und sie von allem, was nach liebe riecht, besser abstand halten. andere lassen sich dennoch drauf ein.
ich hoffe, du siehst die parallele.
große dinge sind meist mit großen schwierigkeiten verbunden. es ist eine frage des wagnisses, ob man sich trotzdem dabei bleibt, oder das "problem", wie du es formulierst, nur davon schaffst, indem man das kind mit dem bade ausschüttet.
ich mag die wagnisvariante mehr.

daß es in deinem mund schal klingen würde, wenn du zwei frauen sagst, sie seien wunderschön, mag so sein. das heißt nicht, daß es bei anderen auch schal klingen muß.
"schönste von der welt" sage ich sowieso nur liebevoll unernst gemeint. im ernst brauche ich solche superlative nicht. sie machen klein.
 
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  • #65
AW: Polyamorie

wer spricht eigentlich von beliebigem umformen?
warum ist hier in dem thread so viel unkenntnis vorhanden?
warum regieren persönliche ängste und unwillen so sehr das verständnis einer anderen lebens/liebesform?

dasselbe argument vom umformen und der natur kommt übrigens sonst von gegnern der monogamie. die sagen: der mensch ist dafür nicht gemacht. das ist ein kulturelle unterdrückung der biologie des menschen, die aufs ganze gesehen in einem äußerst schmalen zeitfenster menschlicher entwicklung halt mal mode war. aber wie sich ständig zeigt, den menschen nicht gut tut. die kriege entfacht hat, unzählige ehren- und eifersuchtsmorde verursacht hat, usw., bis zu den ganzen jammerthreads in diesem forum. :)
 
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  • #66
AW: Polyamorie

@ Andre,

gerade weil du im Laufe der Zeit verschiedene Fackeln hoch gehalten hast ( Zitat: vor 20 Jahren ... "Such dir doch auch einen zweiten Mann" und "Ein Mensch allein kann doch gar nicht alle Wünsche des anderen abdecken" usw.) und ... davon gehe ich jetzt mal aus ... es auch so "wusstest", dann deine weiteren eigenen Erfahrungen erlebtest; wundert es mich schon, dass du einer grundsätzlichen eigenen Formgebung (das eigene Unterbewusstsein gestalten) misstraust. Es ist mit einer gehörigen Portion Selbstreflektion - lt. Verhaltenstherapeuten - schon möglich: einerseits, sich selbst auf die Schliche zu kommen und anderseits, seine Maßstäbe zu ändern und sich somit auch selbst zu formen und Gegebenheiten (z. B. Kindheitsprägungen etc.) zu überwinden.

Sich selbst gegenüber ehrlich zu sein, ist wohl der schwierigste Part dabei!

Deine 5min … was ist los?

Allerdings träum auch ich von einer monogamen Beziehung :).
 
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  • #67
AW: Polyamorie

Jedem das Seine (Jedem Tierchen sein Pläsirchen) allerdings glaube ich auch, dass das hier nicht das richtige Forum und auch nicht die richtige Partnerbörse hierfür ist.

Ausserdem an @ den Threaderöffner, gleiches Recht für alle, Du solltest mal Deine Rolle überdenken wenn der dritte Partner ein Mann ist und nicht auch eine Frau, Deine Frau hat da vielleicht auch das Recht neben der Lust dazu und dann möcht ich Dich mal sehen, wenn Deine Liebste? von einem anderen mal so richtig gut bedient wird, unter Deinen Augen - viel Spass auch - beim verbiegen und umformen vor allem - ;-)
 
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  • #68
AW: Polyamorie

@mil:
warum regieren persönliche ängste und unwillen so sehr das verständnis einer anderen lebens/liebesform?
Was soll das jetzt? Ich habe in meiner Argumentation genau zwei "Fronten" aufgemacht: die eine richtet sich gegen das ideologische Geschwätz, die andere betraf meine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema. Dass ich irgendjemandem seine Lebensform abspenstig machen will, stand nirgends.

Lest euch mal dieses Erfahrungsbericht durch, dann versteht ihr vielleicht, warum ich von "Kopfgeburt" sprach:

http://www.seitensprung-fibel.de/Polyamorie.php

Ich sage "Superlative" nicht einfach so dahin, da will dann ganz viel raus aus mir, dass ich nicht mehr anders als so artikulieren kann. Davon möchte ich hinterher nichts zurücknehmen oder relativieren. Und die Frage, ob die zwei Frauen das toll finden, ist völlig irrelevant, weil es genau darum nämlich gar nicht geht. Ich sage sowas nicht, weil das jemand hören will, sondern weil ich es sagen will.

Und was die Gegner der Monogamie für -ismen ins Feld führen, ist wahrscheinlich dassele in Grün, was sie für Polyamorie ins feld führen. Da ich ein Gegner von -ismen bin, ist mir beides gleich schnurz.
 
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  • #69
AW: Polyamorie

@Frieda: Es geht bei Umformen nicht um ein bisschen mehr Selbstreflektion hier und ein bisschen mehr Flexibilität da. Es geht um grundlegende Eigenschaften und Wesenszüge.

Du wirst einen Schwulen bzw. eine Lesbe nicht dazu bringen, hetero zu werden - ebensowenig, wie man mein eine Hete dazu bringen kann, homosexuell zu werden. Und das gilt analog auch für Polyamoristen und Monogamisten.

Natürlich gibt es Schwule/Lesben, die zunächst hetero leben und denen dann erst aus der Erfahrung klar wird, dass sie so nicht weiterleben können. Und dasselbe gilt in meinem Falle für meine polyamoren Anwandlungen vor 20, 25 Jahren. Ich hab ja nicht erst kapiert, dass das nichts für mich ist, als ich vor ein paar Jahren auf die "unkomfortablere" Seite dieser Sache geraten bin -- das wäre ja auch zu billig -- sondern ich bin drauf gekommen, als *ich* der Hahn im Korb war und meine schon zitierten lockeren Sprüche absondern konnte.

Ich habe nämlich immer deutlicher gespürt, wie sehr es mit fehlt, die Gefühle und die Freude, für die ich bis dahin zwei Frauen "brauchte", auf nur eine einzige Person zu fokussieren. Ich wollte die volle Dosis, nicht zweimal die halbe. Mich fasziniert nicht Quantität, sonderm Qualität. Klasse statt Masse. Das war der Grund, warum ich eine der beiden "Beziehungen" dann auf Eis gelegt habe. (Allerdings war es da schon zu spät und ich habe es auch sehr schlecht "kommuniziert".)

Wir sind doch hier alle in einem Alter, wo wir uns gegenseitig zutrauen sollten, dass wir unsere eigenen Erfahrungen gemacht haben und wissen, wer wir sind und was wir wollen. Und dann wenn mir dann -- wie in diesem Thread nachzulesen -- jemand erzählen will, wir seien eigentlich auch nur verkappte Polyamoristen ("serielle Monogamie") und wüssten es bloß noch nicht bzw. wollten es uns bloß nicht eingestehen, dann sagt er mir damit nichts anderes, als dass er mich nicht für voll nimmt.
 
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  • #70
AW: Polyamorie

@ Andre,
wir reagieren häufig aus dem Unterbewusstsein (Wesenszüge) heraus - obwohl wir meinen, uns wissentlich entschieden zu haben. Mit "Umformen" ist meinerseits das Ergründen der eigenen Beweggründe, das Erkennen der Mechanismen, welche wir wieder und wieder und wieder bedienen und letztendlich das Durchbrechen derselbigen gemeint – keine Flexibilität der Verhaltensweisen.

Homosexualität ist angeboren - Polyamorie eine Entscheidung!

Freunde von mir leben seit ca. 5 Jahren polyamor … ich höre mir immer fasziniert ihre Geschichten an (sie hat einen weiteren festen Partner). Doch meine Vorstellungen von einer Partnerschaft sind eben anders und auch gut!
 
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  • #71
AW: Polyamorie

Zitat von Frieda:
Homosexualität ist angeboren - Polyamorie eine Entscheidung!
Ersteres ist klar, bei zweiterem weiß ich es nicht. Wäre es eine reine Entscheidung, käme ich wieder auf die Kopfgeburt zurück. Ich halte es zumindest zum großen Teil auch für ein Gefühl, das einfach so da ist.
 
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  • #72
AW: Polyamorie

da gehts wirklich wie kraut und rüben. serielle monogamie als form von polyamorie? quark.
seitenlange abhandlungen darüber, daß der polyamor lebende eifersucht leugnet. alles quark.
nicht die praxis der polymoren ist eine kopfgeburt, sondern dieser pappkamerad, der da bekämpft wird. weswegen eigentlich, zur selbstverständigung? oder kann man sich den kampf gegen die windmühlen als galante romantik anrechnen?
die gegenüberstellung von natur und sogenannter und bemühter kopfgeburt: unzureichend. das damit nicht erfaßte nennt sich beispielsweise: kultur.
 
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  • #73
AW: Polyamorie

Wenn ich dem polyamoren Modell folge, würde es eine besondere Form der emotionalen Reife bei allen Beteiligten voraussetzen, weil sie ja von vorneherein mit der Eifersucht anders umgehen müssen. Was mich daran so stört, ist dieses stoische Edikt, das über allem steht, um das Gleichgewicht des ganzen nur nicht zu zerstören. Wenn den einen nun die nun ja maßlose Leidenschaft zu einem der anderen besonders hinreißt - was ist dann?
 
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  • #74
AW: Polyamorie

dann gibts unstoische dramatik.
was ist, wenn eine von zwei eheleuten in heftiger leidenschaft zu einer/m arbeitskollegin/en entbrennen?
was genau ist das argument, wenn man problemszenarien auffährt? ist es: es kann und wird probleme geben, also ist das modell/ist die praxis nichts?

manchmal habe ich den eindruck, daß hier viele unterwegs sind, die weil sie keinen partner, keine partnerin habe, umso stärker in idealen denken. und man sich als ersatz für die beziehungsrealität wechselseitig an absoluten gefühlen und idealer paßform berauscht.
dazu paßt auch die ideologie des passens, der so eine kontaktbörse ja nahrung gibt. man glaubt, man müsse nur jemanden finden, der so hundertprozentig paßt, und schon wäre alles bis in ewigkeit gut.
und findet deswegen überhaupt keinen partner, weil niemand 100%ig paßt, oder erwacht nach einem jahr beziehung aus seinen träumen, weil man auf den boden der realität geholt wird und erkennt, daß man bei allem passen doch auch kompromisse schließen muß, die man bei aller romantischen selbsttäuschung zu trainieren vergessen hat.
probleme kann und wird es in jeder lebensliebesform geben. das gilt für polyamore praxis genauso wie für monogame.
 
J

Jenny Treibel

  • #75
AW: Polyamorie

wer spricht von 100 %, es würden schon 60 % genügen.
 
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