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  • #46
AW: Polyamorie

Sarah, ich stimme dir ja zu, nur die Polyamoristen wollen dieses "Übel" austreiben.
 
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  • #47
AW: Polyamorie

andre, ich hab den vergleich mit der ehe angeführt, um einsichtiger zu machen, daß es in sich kein gültiger schluß ist, aus der möglichkeit des scheitern auf kopfgeburtigkeit zu schließen.
es sei denn, du verstehst unter kopfgeburt einfach: etwas, was menschen aufgebaut haben. denn das haben sie natürlich. modell, lifestyle, haltung - wie auch immer man es näher kategorisieren mag.
einen “ismus” kanne ich buchstäblich nicht erkennen. du möchtest es zu einem solchen machen. und vielleicht auch manche “vertreter”. dann laß doch einfach ab von dem ismus und setze dich mit dem modell auseinander.
jemand, der in sein profil schreibt, er glaube an die möglichkeit lebenslanger erfüllender monogamer liebe, muß sich auch nicht gleich als anhänger eines ismus namens monogamismus verstehen. (ich hoffe, du verstehst die parallele; hier nicht von dem einen aufs andere geschlossen; sondern einfach zur erhellung strukturähnlichkeiten aufgezeigt.)
woher hast du deine information, daß polyamouri eifersucht für “schlecht” erklärt? sie ist etwas, was bedacht werden muß, und was sprengkraft hat.
wie steht es bei dir oder in deinem modell mit versuchung und untreue. ist das etwas, was “schlecht” ist?
nun, es gehört zur menschlichen natur. und es geht, wie du sagst, darum, mit ihr auf eine irgendwie gute weise umzugehen.
und je nach modell sind werden menschliche grundgegebenheiten in unterschiedlicher gewichtung zum problem.
wie gesagt, mein eindruck ist, daß du dem dir aus irgendwelchen gründen unlieben alternativmodell sehr viel unterstellst: heilsversprechen, leugnung oder verteufelung von eifersucht usw. - und das nur deshalb entlarven kannst. oder auch umgekehrt: um es entlarven zu können, unterstellst du ihm das.
sicherlich gibt es unter anhängern dieses modells auch solche fanboy-tendenzen, das modell zu vergötzen. aber ein modell dadurch entlarven zu wollen, daß man seine blödesten und fanatischsten anhänger kritisiert, ist doch etwas zu simpel, nicht? du kritisierst dann eigentlich nämlich nur die auswüchse. und um die geht es doch gar nicht.

es gibt sehr unterschiedliche arten von lieben. und trotzdem eifersüchteleien. manch einer ist auf die kinder eines kontaktes aus früher beziehung eifersüchtig. manch kind ist auf die neue freundin des papas eifersüchtig. manch freundin ist eifersüchtig, wenn ihre beste freundin mit neuen freundinnen oder freunden viel zeit verbringt. manch bruder ist auf seine schwester eifersüchtig. usw. das ist doch klar. man zieht deswegen selten den schluß zu sagen: nein, man darf nur ein einziges kind haben. usw.
entsprechend auch mit den arten von liebe, die in den diskutierten poly-beziehungen vorkommen.

@sarah: natürlich, individuell. das kann ein anhänger der polyamorie doch gerade für sich veranschlagen: gerade weil liebe so ganz jeweilig auf ein bestimmtes individuum zählt, ist es miteinander vereinbar, mehrere individuen zu lieben. es ist nicht einfach ein allgemeines gut, was dann auf mehrere aufgeteilt wird, sodaß jeder weniger bekommt. sondern die liebe nimmt jeweils eine ganz eigene form an.
(auch hierbei kann der naheliegende vergleich mit liebe zu den eigenen kindern - trotz aller unterschiede - weiterhelfen: liebt man das eine kind notwendig weniger, weil man ein zweites hat? nun, natürlich ändert es was. aber ... usw.)
 
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  • #48
AW: Polyamorie

Mil, du betrachtest Polyamorie als theoretisches Modell. Nur leider geht es hier um Menschen, die nie idealtypisch fühlen und handeln. (denken kann man das noch). Ich bleibe bei meinem og. Kriterium und würde es dann als Bereicherung empfinden, wenn es allen wirklich gut tut. Ein Polyamorer hat mir erzählt, dass seine „“Hauptfrau“, die schwanger wurde, ihn bat, die Beziehung zur anderen Liebsten abzubrechen. Da aber allen Beteiligten klar war, worauf sie sich eingelassen hatten, so seine Äußerung, entwickelten sich aus dieser Forderung solche Konflikte, an denen dann die Beziehung aller scheiterte, inklusive eines weiteren Nebenpartners.
 
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  • #49
AW: Polyamorie

nein, sarah, ganz im gegenteil. ich betrachte es gerade als eine praxis. die NICHT mit idealen menschen rechnet. wo NICHT angenommen wird, daß es so etwas wie eifersucht gibt. sondern eben damit umgegangen wird. hab ich wirklich so mißverständlich geschrieben? :)
wie bereits geschrieben, ist mein eindruck, daß ihr das modell so stilisiert, als etwas gänzlich lebensfernes, und es dann kritisiert, daß es so lebensfern ist. :)

daß beziehungen scheitern, hast du sicherlich auch schon erlebt. daß auch polyamoure beziehungen scheitern, ist für dich ein argument wofür?
 
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  • #50
AW: Polyamorie

korektur: ... wo NICHT angenommen wird, daß es etwas wie eifersucht nicht gibt.

bitte endlich korrekturfunktion hier! das ist wirklich ärgerlich, ohne sie auskommen zu müssen. oder dient das auch der sicherheit der user?
 
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  • #51
AW: Polyamorie

@mil: ich habe für meine Betrachtungen die Postings aus diesem Thread und den Wiki-Artikel herangezogen. (Aber im Grunde erklärt sich Polyamorie von selbst, denn dass Eifersucht und Polyamorie sich nicht gerade gegenseitig ergänzen, liegt doch wohl in der Natur der Sache.)

Du fragst, wie die Dinge in meinem Modell stehen. Mein Modell habe ich bis auf die Knochen abgerüstet. Es basiert lediglich auf Lieben und Geliebtwerden zwischen genau zwei Menschen. Letzteres (den monogamen Ansatz) kann man oberflächlich betrachtet als -ismus sehen, allerdings mit dem Unterschied, dass er die Probleme, die er mit sich bringt, nicht verleugnet oder "austreiben" will. Und: Wenn bei einem oder beiden die Liebe weg ist, dann ist damit auch die "Forderung" nach Monogamie hinfällig, da ja die Beziehung als ganzes hinfällig ist. Anders gesagt: Mit dem Wegfall der Sache (Beziehung) fallen auch alle ihre Attribute (monogam) weg.

Was du am Ende über Eifersucht schreibst, dem habe ich doch zugestimmt, ich will doch Eifersucht gar nicht "austreiben", sondern einen sinnvollen Umgang damit finden.

Du schriebst an Sarah: "liebt man das eine kind notwendig weniger, weil man ein zweites hat?"

Das nicht, aber die praktische(!) Zuwendung, die jedes einzelne Kind bekommt, ist doch salopp gesagt durch die Zahl der Kinder dividiert. Und das gleiche gilt dann auch in polyamoren Beziehungen, denn jemand, der zwei Partner hat, kann ja -- nochmal salopp gesagt -- nicht gleichzeitig bei beiden im Bett liegen. Nun könnte man ja sagen, nagut, wenn die beiden sich "unterversorgt" fühlen, können sie sich ja auch jemanden suchen, der diese Lücke füllt. Nur, das ist dann ein klassisches Schneeballsystem.
 
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  • #53
AW: Polyamorie

In welcher Kombination? ;-)
 
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  • #54
AW: Polyamorie

Ich bin da nicht sehr wählerisch, was eben so da ist :)
 
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  • #55
AW: Polyamorie

Also Quasimodo und Paris Hilton?
 
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  • #56
AW: Polyamorie

andre, ich habe gerade mal den wikipediaeintrag angesehen; da gibt es einen ausführlichen passus zum thema eifersucht. und der bestätigt eben deine unterstellung, eifersucht werde dort geleugnet oder solle einfach ausgetrieben werden, eben in keinster weise.

ja, das, was du praktische zuwendung nennst, wird auf mehrere aufgeteilt. das ist so. natürlich sind kompromisse nötig. bestreitet doch niemand. auch wenn man mehrere kinder hat, sind kompromisse nötig. auch was zeit für beruf, freunde, hobbys usw. anlangt. im hinblick auf zeit, aufmerksamkeit, budget und sonstiges.
manche paare ziehen daraus den schluß, daß sie nur ein einziges kind wollen. andere ziehen den schluß nicht und möchten und haben mehrere.
so ists doch auch hier. wer nur einen partner möchte, dem wirds doch nicht ausgeredet. aber weshalb sollten anhänger einer monogamen beziehung eine polyamore lebenspraxis irgendwie "entlarven" wollen, als kopfgeburt abtun usw.? das ist eben etwas ganz anderes als selber sich für etwas anderes zu entscheiden.
 
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  • #58
AW: Polyamorie

Ja, klar meinte ich das auf die Geschlechter bezogen. Da kommt's ja drauf an, wo die Konkurrenzsituation vorliegt.
 
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  • #59
AW: Polyamorie

@mil: ich muss dir Recht geben, was den Wiki-Abschnitt angeht, den habe ich wohl selektiv gelesen, weil ich da privat in einer Situation war, in der ich dieses Thema nicht neutral betrachten konnte. Die Kernsätze aber sind diese:

"Polyamory praktizierenden Autoren zufolge stellt Eifersucht das wohl größte Hindernis in polyamoren Beziehungen dar."

Jetzt erkläre mir mal jemand, warum man eine Beziehungsform anstrebt, wenn die einen so dermaßen gegen den Strich bürstet. Wenn ich eine Beziehungsform wähle, dann doch eine, die meinem Naturell am nächsten kommt und mir gut tut.

Aber der eigentliche Aufhänger, der hier auch in den Postings durchschimmert, ist der:

"Grundlegend für einen Umgang mit Eifersucht ist der Gedanke, dass jeder Mensch selber für seine eigenen Gefühle und Gedanken verantwortlich ist, wie auch für den Umgang mit seinen Erfahrungen und Konditionierungen …"

Das ist so wahr wie es banal ist, und hilft im konkreten und objektiv(!) vorliegenden Fall niemandem weiter -- es sei denn, man löst dieses Problem durch Ignorieren der objektiven Gegebenheiten.

Ziemlich haarsträubend finde ich ja auch das hier:

"Idealerweise würde der Partner einer eifersüchtigen Person diese liebevoll, akzeptierend und begleitend behandeln, ähnlich wie jemand mit der Trauer eines Freundes umgeht, der eine nahestehende Person verloren hat …"

Der Vergleich hinkt, da im ersten Fall der Bock zum Gärtner gemacht wird. Der Vergleich funktioniert -- besser gesagt: funktioniert *nicht* -- wenn der Freund den Tod der nahestehenden Person herbeigeführt hat.

Meine Art von Lösungen sieht nunmal so aus: wenn ich jemandem ein Problem bereite, dies aber nicht will, dann schaffe ich das Problem aus der Welt anstatt dem anderen einzureden, dass es gar kein Problem gibt.

Aber die Lösung für alles ist ja so einfach: "bewusstes und systematisches Atmen"

quo errat demonstrator
 
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  • #60
AW: Polyamorie

Aber von all dem mal abgesehen: wenn ich mehr als einer Frauen in Ohr flüstern würde, dass sie die süßeste und begehrenswerteste Frau der Welt ist, es würde sich wie kalte Asche auf meiner Zunge anfühlen, ich würde es auskotzen.
 
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