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Hey zusammen,

ich lese hier schon länger mit und kann für mich durch euer Geschreibsel viel mitnehmen.
Manchmal geb ich meine Meinung ab; meist aber reicht mir das Kennenlernen eurer Ansichten, die ich dann mit meinen abgleiche und für mich oft eine Bereicherung darstellen.
Je öfter ich hier mitlese, desto mehr verfestigt sich ein gewisser Eindruck und da kommt ihr ins Spiel: Interpretiere ich da in eine Richtung, die so gar nicht beabsichtigt ist oder empfinden es andere ähnlich wie ich?
Und falls ich dieses Phänomen nicht alleine wahrnehme: Denkt ihr, dass viele partnersuchende Menschen (auch außerhalb des Forums, in Singlebörsen und im realen Leben) ähnlich pragmatisch an die Partnerfindung herangehen?
Und das ist nicht nur im Kontext der Partnersuche von Belang, sondern in jeglicher zwischenmenschlicher Interaktion, aber hier fällt es mir am stärksten auf.

Aber jetzt mal zum Thema.
Worum geht es mir?
In vielen Beiträgen zu unterschiedlichsten Fragestellungen bekomme ich den Eindruck, dass einige Singles eher wie bei einem Autokauf vorgehen.
Da ich von Autos keine Ahnung habe, denk ich mir da jetzt einfach etwas aus, aber ich denke, ihr werdet verstehen, was ich meine :p
Die potentiellen Partner werden - so wirkt es auf mich - auf Herz und Nieren geprüft. Sobald eine klitzekleine Delle zu sehen ist oder ein Kratzer im Lack, wird das nächste Auto begutachtet. Zum Motor-Anschauen kommt man gar nicht erst, denn es gibt immer schon vorher ein KO-Kriterium: Bei einem passt die Farbe nicht, bei einem anderen sind die Sitze zu hart, der Nächste hat nicht die passende Marke, usw.
Bei einem Auto dürfte man ja vielleicht so vorgehen (wobei ich glaube, dass selbst dort die inneren Werte zählen :p), aber bei einem Menschen?
Spielen da nicht noch viel mehr Dinge eine Rolle?

Ich habe hier oft gelesen von zu langweiligen Profilen oder Nachrichten.
Scheinbar beantworten Männer wie Frauen gewisse Fragen ähnlich einfallslos, nutzen unvorteilhafte Bilder, bauen Rechtschreibfehler ein, wissen sich nicht auszudrücken, tragen eine nicht ansprechende Berufsbezeichnung...die Liste kann beliebig weitergeführt werden.
Ich habe mein Profil so gut ich konnte gestaltet und trete in Konversationen authentisch auf. Habe keine Lust und sehe keinen Sinn darin, mich anders darzustellen als ich bin. Es wird sicher manche Profilbesucher langweilen oder vielleicht auch abschrecken und das ist in Ordnung für mich.
Aber ich finde es traurig, dass gewisse Menschen sofort ausgeschlossen werden ohne dass man mit ihnen überhaupt mal im Austausch war. Klar, wir ordnen unsere Umwelt in Kategorien ein, das macht jeder von uns. Aber über den Tellerrand hinauszuschauen schadet in den seltensten Fällen, oder?
Jeder hat für sich gewisse Ausschlusskriterien - völlig legitim -, doch manche scheinen fast nur noch solche zu haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass da jemand mal ins Raster passt?
Versaut man sich da nicht selbst die Chance aufs große Glück?
Mir ist bewusst, dass wir uns und unsere Erwartungshaltung an einen potentiellen Partner aufgrund unserer bisherigen Erfahrungswerte verändern. Vielleicht ist das in einem höheren Alter als meinen dann auch noch einmal schwieriger und schlicht nicht effizient, sich flexibel auf sein Gegenüber einzulassen. Und deswegen wird sofort grob aussortiert. Aber ob das glücklich macht...ich weiß ja nicht.

Hinter einem Mann mit Bierbauch und Rechtschreibfehlern im Profil muss ein fauler, unmotivierter Idiot stecken und hinter einer Frau, die sich selbst das Attribut "attraktiv" zuordnet, ihre Bilder sofort freischaltet und sich gerne figurbetont kleidet, steckt natürlich eine notgeile Frau, die nur ans Geld der Männer ranwill.
Das ist absichtlich überspitzt dargestellt, aber bei manchen Beiträgen bekomme ich den Eindruck, dass einige in diesen Schubladen denken und dort auch direkt bleiben - ist es dort so gemütlich?

Ja, Partnersuche soll sich nicht beliebig gestalten. Man hat eigene Erwartungen und Ansprüche, die erfüllt werden sollen. Aber auch mal von seinem typischen Beuteschema abzuweichen - wäre das so schlimm?
Wer hat noch nie die Erfahrung gemacht, dass sich ein ganz anderer Mensch hinter der Fassade verbirgt als man vermutete?
Ich weiß, dass es müßig ist, sich immer wieder auf Menschen einzustellen und das Besondere in diesem Menschen sehen zu wollen, wenn man zu oft enttäuscht und eines Besseren belehrt wurde. Sich dann irgendwann abzugrenzen und gewisse Wegweiser zur Orientierungshilfe zu installieren ist wahrscheinlich notwendig.

Aber manche scheinen es zu übertreiben.
Dann geht es nur noch darum, eine Checkliste abzuarbeiten. Sobald ein Punkt nicht bedient wird, wird das Komplettpaket in den Wind geschossen und man wartet auf die nächsten überprüfbaren Datingpartner.
Wo ist da noch Raum für Schmetterlinge? Für Begeisterung? Für Neues?

Vielleicht findet man nicht so schnell das passende Gegenstück. Aber wenn man sich mehr auf sein Gegenüber einlässt, so kann man sich selbst besser kennen lernen und seine Schubladensammlung erweitern.
Denn nur weil eine Büroangestellte bieder wirkt, kann sie trotzdem ein Feuer in sich tragen, welches sie allerdings bei Fremden gut zu verhüllen weiß.
Ein Mann im Schichtdienst kann sich trotz seiner nicht angesehenen Arbeit für die Oper, Philosophie und Neurowissenschaften interessieren, auch wenn man es ihm nicht ansieht.

Möchtet ihr von eurem Gegenüber vorschnell in eine Schublade gesteckt werden?
Ich möchte das nicht. Und deswegen bemühe ich mich darum, mich auf mein Gegenüber einzulassen. So treffe ich auf viele unterschiedliche Menschen.
Bei vielen finden wir keine Gemeinsamkeiten und so geht man wieder getrennte Wege. Aber man hat einander zumindest die Chance gegeben, den anderen besser kennen zu lernen. Es wurde mit offenen Karten gespielt und man begegnete sich respektvoll.
Manchmal entwickeln sich ganz unvorhergesehen Freundschaften und andere Beziehungen - obwohl das Offensichtliche doch eigentlich dagegen sprach.
Es gibt eben mehr, als das Auge sehen und der Verstand begreifen kann.
Lasst den Bauch doch auch mitentscheiden!
Aber Vorsicht: Wer sich fortlaufend falsch ernährt, füttert sich selbst so, dass der Bauch vielleicht irgendwann gar nicht mehr weiß, wann er was äußern darf...
Und vielleicht stecken bei dem einen oder anderen ganz andere Faktoren hinter dem Aussortieren? Faktoren, die nur mit einem selbst und gar nichts mit dem Gegenüber zu tun haben. Vielleicht will oder kann man sich ja gar nicht auf einen Menschen einlassen? Wenn das der Fall ist, würde ich es wichtig finden dort genauer hinzuschauen und zu überlegen, wieso man sich selbst ein Bein stellt.
Und ob das so bleiben soll oder geändert werden kann/soll/muss.

Wer von uns ist schon perfekt? Wir tragen alle unseren Rucksack mit uns herum. Jeder sehnt sich nach mindestens einem Menschen, der ihn annimmt und wertschätzt genau so wie er ist. Wo er er selbst sein darf und kann und soll. Ohne eine Maske zu tragen und sich verbiegen zu müssen.
Vielleicht sollten wir einfach mal öfter die ausgetreteten Pfade verlassen und uns auf etwas Neues einlassen.
Vielleicht erwartet uns eine Überraschung...auf jeden Fall aber neue Erfahrungen.
Und die können zu Erkenntnissen führen, über mich, über die Welt.
Mich macht das glücklich, euch auch?

Vielleicht bin ich hoffnungslos naiv und romantisch.
Aber solch ein Checklisten-Vorgehen macht mich traurig.
Wir können uns nicht einerseits darüber beklagen, der Rest der Welt wäre ignorant, oberflächlich, .. und niemand würde erkennen, wie toll wir sind und uns Liebe und Respekt entgegen bringen, während wir andererseits zum Rest der Welt dazuzählen und uns ganz genauso verhalten.
Ich kenne viele meine Makel und Schwächen. Und ich stehe zu ihnen. Trotzdem finde ich es schade, wenn mich jemand aufgrund dieser ablehnt, ohne auch nur ein Stückchen in die Tiefe gegangen zu sein. Eigentlich weiß er doch gar nichts über mich...und lehnt mich trotzdem ab. Ich komme damit klar. Denn ich mag mich selbst so wie ich bin. Aber schade finde ich es trotzdem.

Ich treffe natürlich auch auf Menschen, bei denen ich mir meinen Teil denke. Und obwohl ich meine Schubladen auch täglich befülle, so gebe ich mir Mühe, den Menschen als Menschen zu sehen und nicht nur so zu interpretieren und einzuordnen, wie es für mich am leichtesten wäre.
Das gelingt mir manchmal besser, manchmal nicht so gut. Aber ich versuche es.
Und das finde ich wichtig.
Denn dein Gegenüber merkt, ob du ihm wertschätzend entgegentrittst und er tatsächlich eine Chance hat - oder ob der Stempel auf seiner Stirn schon eingebrannt und nicht mehr zu entfernen/abzuändern ist.

Und damit könnten einige tatsächlich sogar hier im Forum anfangen ;)

Jetzt bin ich gespannt auf eure Antworten.
Wünsche euch ein angenehmes Wochenende =)
Das ist so nachdenklich und ambivalent, dass es glatt von mir sein könnte. (Wenn ich nicht so faul zum tippen wär.)
Da will ich kurz mal Schillers Glocke anschlagen:
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang.

Ich hörte einmal zum Thema hoher Trennungs- und Scheidungsraten die Vermtung, dass die Leute bei der Wahl ihrer Partner viel weniger Sorgfalt walten ließen als beispielsweise beim Autokauf.

Es sicher kein Fehler sich Gedanken über verschiedene notwendige, wenn auch nicht hinreichende Punkte zu machen die geklärt sein wollen ehe man sich bindet.
 
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  • #80
Das ist so nachdenklich und ambivalent, dass es glatt von mir sein könnte. (Wenn ich nicht so faul zum tippen wär.)
Da will ich kurz mal Schillers Glocke anschlagen:
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang.

Ich hörte einmal zum Thema hoher Trennungs- und Scheidungsraten die Vermtung, dass die Leute bei der Wahl ihrer Partner viel weniger Sorgfalt walten ließen als beispielsweise beim Autokauf.

Es sicher kein Fehler sich Gedanken über verschiedene notwendige, wenn auch nicht hinreichende Punkte zu machen die geklärt sein wollen ehe man sich bindet.
Das kann ich mir nun schwer vorstellen :D.
Vielleicht liegt ein Grund aber darin, dass die große Enttäuschung kommt, wenn man doch so genau ausgewählt und geprüft hat und dann dennoch Krisen und Probleme auftreten. Da muss doch ein Prüffehler passiert sein :eek:. Also zurück an den Start und wieder die casting Maschinerie anwerfen - ein zweites Mal passiert so ein Lapsus sicher nicht mehr :D:D:D
 
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  • #82
Das kann ich mir nun schwer vorstellen :D.
Vielleicht liegt ein Grund aber darin, dass die große Enttäuschung kommt, wenn man doch so genau ausgewählt und geprüft hat und dann dennoch Krisen und Probleme auftreten. Da muss doch ein Prüffehler passiert sein :eek:. Also zurück an den Start und wieder die casting Maschinerie anwerfen - ein zweites Mal passiert so ein Lapsus sicher nicht mehr :D:D:D
...und dann tappst du in eine Falle die du überhaupt nicht auf dem Schirm hattest, weil´s damit bisher noch nie Probleme gab. :(
 
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  • #85
Ich hörte einmal zum Thema hoher Trennungs- und Scheidungsraten die Vermtung, dass die Leute bei der Wahl ihrer Partner viel weniger Sorgfalt walten ließen als beispielsweise beim Autokauf.
Ich habe sehr viel Sorgfalt beim Autokauf walten lassen und habe jetzt ein Auto, was perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Da der Motor ein 2,0 Diesel ist, hält diese Ehe jetzt lebenslang. Aber etwas Glück war doch dabei, da der Motor keine Schummelsoftware hat, darf er vom VW-Konzern nicht verschlimmbessert=nachgerüstet werden.
 
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  • #86
...und dann tappst du in eine Falle die du überhaupt nicht auf dem Schirm hattest, weil´s damit bisher noch nie Probleme gab. :(
Die Wahrscheinlichkeit, dass du nochmal Gleiches oder Ähnliches hast ist auch nicht so gering, sofern du nicht DEINE Beziehungsmuster angeschaut hast - dann suchst du dir (unbewusst) wieder wen, der da gut dazu passt ;)
 

???

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  • #87
Ich habe sehr viel Sorgfalt beim Autokauf walten lassen und habe jetzt ein Auto, was perfekt auf meine Bedürfnisse
Das versucht Mann ja auch bei der Frau!:)
Doch wie sieht die triste Wirklichkeit aus?
Prüfen wir ernsthaft genug?
Lässt die Frau es zu?
Schauen wir uns mal ein Fallbeispiel an!:)

Da der Motor ein 2,0 Diesel ist, hält diese Ehe jetzt lebenslang
Hier sieht es noch wunderbar aus.:)
Die Frau strotzt dank gesunder Ernährung und Yoga geradezu vor Lebensenergie.
Hier ruckelt nur frühzeitig der Motor des Mannes.:(
Warum schwächelt er?
Er muss seinen Fehlkauf ertragen!:D
Fehlkauf?o_O
Da fängt die Fehlerliste an und kein VW oder sonst wer rüstet nach.;)
Aller Anfang ist grausam.:(;)
Hat die Frau auch!:eek:
Doch merkt Mann es, dann ist es zu spät!:eek::(
Am Anfang noch liebreizend, entwickelt sie sich schnell zu Mordors Foltermeister.:eek:
Durch Hinterlist fühlt sich der Mann für alles schuldig. Er lernt schnell die Worte, "Tut mir leid, ich mache es wieder gut.", zu sagen, noch bevor er den Grund der Entrüstung kennt.
Der Weg vom stolzen Hengst;), zum erbärmlichen Hänschen, ist rasend schnell.
Seine Software ist leider austauschbar.:oops:
Auch mit der Karosserie hat die Frau einen Hang zum
n
So manch ein Mann wacht morgens auf, möchte seiner Frau einen Kuss aufdrücken, doch sie ist nicht da.o_O
Da liegt ja eine ganz andere Frau?:eek:
Blasses Gesicht, schwarze Ränder um die Augen, wild zerzauste Haare ... schnarchend;) ... und das Kissen hat sie auch noch mit Farbe bemalt:eek:
Plötzlich torkelt dieses Wesen grunzend:D, bekleidet mit einem T-Shirt des Mannes ins Bad.
Der Mann fürchtet sich:eek: und stellt sich schlafend:oops:
Nach exakt 57 Minuten, erscheint plötzlich seine Frau aus dem Badezimmer.o_O
"Guten Morgen Schatz, stehst du jetzt auf?!" Zirpt sie
Völlig verwirrt, antwortet der gebrochene Mann "Es tut mir leid, ich mache es wieder gut!":(
"Ich weiß!" Kommt es schnippisch zurück.

Wie soll ein einzelner Mann so etwas vorm "Erwerb" wissen?
Wir sind die Opfer eines ganzen Geschlechts:eek::(
Wo bleibt unser TÜV?o_O;)
 
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Mimimimimi
 
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@??? TOLL, BRAVISSIMO, ENCORE, ZUGABE

Genau so habe ich es immer und immer wieder erleben müssen.
Endlich fühle ich mich verstanden:);):)
 
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