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Elli

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  • #31
AW: Menschen verhalten sich nicht in allen Lebensbereichen gleich.

Zitat von Ingenieur:
Ist schon witzig, wenn eine Frau in der Küche verbissen darum kämpft, einen(!) Teller weniger abwaschen zu müssen, und mir eine Viertel Stunde später bereitwillig die Füße küsst, um nur einmal das harmloseste Beispiel explizit zu beschreiben.

...oder ist es "nur" die Macht - die Vollmacht - die das Lustgefühl macht?
und bei der Frau die Ohnmacht? Oder - bei der Frau ihr Gefühl der Macht, da sie diese dem Mann verleiht, indem sie sich ausliefert?
...was gibt das alles für Welten in dieser einen - irre!

Ich frage mich gerade, ob die ganz "handelsübliche" Lust beim ganz normalen Sex auch so viel mit Machtgefühlen zu tun hat - grübel...
 

Charina

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  • #32
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Elli:
Danke, Charina - Deine Ausführungen sind für mich hochinteressant, denn ich wußte gar nicht, daß das Leben einer Frau solche - mir fällt wieder nur der Ausdruck "Farben" ein - haben kann.
Ich hatte mit BDSM die Vorstellung verknüpft von irgendetwas "Moribundem", mir kam das so unnormal oder sogar krank im Sinne von zwanghaft, vor (ich hoffe, dich und Ingenieur damit nicht zu verletzen)

Freut mich, wenn ich dazu beitragen kann, wenigstens anderen zumindest ein wenig die Angst und Berührungsängste damit zu nehmen.

Nein, es ist nicht verletztend, ich kann es sogar nachvollziehen. Das Problem ist, dass die meisten Menschen sich von dem was nach außen suggeriert wird, durch SM Pornos (oder sei es nur die klassische Werbung "Ruf mich an" *Peitscheknall*) beeinflussen lassen und dadurch ein völlig falsches Bild entsteht.

Jetzt, durch deine und Ingenieurs Beschreibungen weht mich ein Hauch von LEBEN an - natürlich ganz anders, als alles, was ich kenne - aber diese neu eröffnete Aussicht beschreibt keine "Hölle".

Es ist alles andere als eine Hölle. Es ist ja von beiden freiwillig gewollt! Etwas anderes ist die (unfreiwillige) Unterdrückung der Frau in der Beziehung, Missbrauch und häusliche Gewalt. Das hat aber rein garnichts mit BDSM zu tun und ich würde jeder Frau raten ihren Mann anzuzeigen und das nicht zu ertragen.
Das wird häufig in einen Topf geschmissen. Auch herrscht das Vorurteil, das gerade Frauen die sich unterwerfen ein Problem mit ihrem Selbstbewusstsein hätten und sonst auch recht devot wären. Meiner Erfahrung nach, ist es genau das Gegenteil. Die meisten sexuell devoten Frauen sind erfolgreich, sogar recht dominant in ihrem sonstigen Leben.


Ich stell mir das ähnlich vor wie das comingout eines Homosexuellen - bestimmt ein schwieriger Prozess.

Genauso würde ich es auch beschreiben.

Während ich das hier hinschreibe, fällt mir gerade die Frage ein, warum es in unserer Gesellschaft gerade im sexuellen Lebensbereich so zementierte Festlegungen gibt - was normal und akzeptabel ist - ? Und warum ist das Thema immer noch moralisch so aufgeladen?

Weil "wir" Menschen gerne moralisch sind. Wir mögen den Durchschnitt, das Normale, auch wenn man selbst irgendwie nie so bezeichnet werden möchte. ;)

Momentan gibt es aber sogar eine "Modewelle" was BDSM angeht, ausgelöst durch 50 Shades of Grey, was ich zum Teil sehr bedenklich finde, da Menschen dieses Buch (von einer Autorin, die selbst nie BDSM praktiziert hat) lesen und meinen sie könnten direkt "durchstarten". Die haben von dem BDSM-Kodex (Safe, Sane and Consensual) noch nie etwas gehört, benutzen keine Safewörter und das Elend nimmt seinen Lauf. Habe erst im letzten halben Jahr mehrere Artikel in Zeitungen gelesen, wo darüber berichtet wird, dass sich Menschen teils schwer verletzt haben, weil sie es einfach mal ausprobieren wollten (und das aber auf dumme und extreme Arten).

Wenn ich da in mich hineinhorche, ist es hauptsächlich Angst, die mich dieses Thema auf Abstand halten läßt.

Vielleicht lässt sich diese ja sogar noch ein wenig verringern. :)

..liest sich für mich sehr glaubwürdig und überzeugend! (ganz schön starke Frau!)

Danke :)

Zitat von Elli:
...oder ist es "nur" die Macht - die Vollmacht - die das Lustgefühl macht?
und bei der Frau die Ohnmacht? Oder - bei der Frau ihr Gefühl der Macht, da sie diese dem Mann verleiht, indem sie sich ausliefert?
...was gibt das alles für Welten in dieser einen - irre!

Ich frage mich gerade, ob die ganz "handelsübliche" Lust beim ganz normalen Sex auch so viel mit Machtgefühlen zu tun hat - grübel...

Es ist nicht nur die Ohnmacht/Vollmacht. Es ist sicher ein Teil davon, aber nicht alleine.
Ein Zusammenspiel von vielen Gefühlen. Ich werde da mal etwas genauer drüber nachdenken und eine hoffentlich befriedigendere Antwort schreiben können.

Und natürlich gibt es auch beim "handelsüblichen" Sex Machtgefühle, aber eher im kleinen. Wenn der Mann oder die Frau die "Führung" übernimmt, vielleicht etwas bestimmender ist. Alleine manche Sexstellungen, die dem einen oder anderen Part aktiver und "dominanter" sein lässt.
 

Heike

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  • #33
AW: Menschen verhalten sich nicht in allen Lebensbereichen gleich.

Zitat von Elli:
Soll ich's jetzt wieder löschen - ach ne, ich lass das jetzt so stehen.
Weiß zwar nicht, was du mir oder anderen mit deinem Post sagen wolltest, ist aber vielleicht auch nicth so wichtig.
Um beliebten Mißverständnisketten vorzubeugen: mit Emma meinte ich die gleichnamige Zeitschrift, und in "submisse" fehle natürlich ein "iv".


Zitat von Ingenieur:
Ist schon witzig, wenn eine Frau in der Küche verbissen darum kämpft, einen(!) Teller weniger abwaschen zu müssen, und mir eine Viertel Stunde später bereitwillig die Füße küsst, um nur einmal das harmloseste Beispiel explizit zu beschreiben.

Im Sex gibts so ziemlich alles. Manche können oder wollen nur in grünrosagestreifter Unterwäsche, andere bevorzugen beim Sex ihren Staubsauger.
Über das Wesen des Menschen erfährt man dabei, daß Menschen zuweilen recht ausgefuchste Dinge tun.
Und von deinem Klischeebild der füßeküssenden Emanze erfährt man über das Wesen von Frau und Mann etwa so viel oder vielmehr wenig wie von dem vielleicht noch populäreren Klischeebild des Topmanagers, der einem Straßenmädchen die Absätze lutscht.
Ich glaub, am meisten erfährt man was über dich. Und das ist ja auch ok. Aber weswegen immer diese Ausflüge in die Weltgeschichte, das Wesen von Frau und Mann und andere nicht bewältigte Themen?
Warum solche abstrusen Rechtfertigungsbemühungen? Also mir gegenüber sind die nicht nötig. Ich finds völlig ok, wenn du deine privaten Vorlieben hast und die auslebst. Wenn du selbst projizierst und gerne Projektionsfläche für Phantasien mancher Frauen bist. Ist doch völlig ok. Aber bei diesen Rechtfertigungsorgien und Verwechslungen von Realität und Projektion bekomme ich nur den Eindruck, du selbst könntest nicht einfach zu ihnen stehen als dem, was sie sind.
 
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  • #34
AW: Menschen verhalten sich nicht in allen Lebensbereichen gleich.

Zitat von Heike:
Und von deinem Klischeebild der füßeküssenden Emanze erfährt man über das Wesen von Frau und Mann etwa so viel oder vielmehr wenig wie von dem vielleicht noch populäreren Klischeebild des Topmanagers, der einem Straßenmädchen die Absätze lutscht.
Ich glaub, am meisten erfährt man was über dich. Und das ist ja auch ok. Aber weswegen immer diese Ausflüge in die Weltgeschichte, das Wesen von Frau und Mann und andere nicht bewältigte Themen?
Warum solche abstrusen Rechtfertigungsbemühungen? Also mir gegenüber sind die nicht nötig. Ich finds völlig ok, wenn du deine privaten Vorlieben hast und die auslebst. Wenn du selbst projizierst und gerne Projektionsfläche für Phantasien mancher Frauen bist. Ist doch völlig ok. Aber bei diesen Rechtfertigungsorgien und Verwechslungen von Realität und Projektion bekomme ich nur den Eindruck, du selbst könntest nicht einfach zu ihnen stehen als dem, was sie sind.
Ich habe wahrheitsgemäß erzählt, was ich zwei Jahre lang fast täglich erlebt habe. Und dass ich das irgendwie witzig fand.
Alles andere, was Du mir vorwirfst, entsteht beim Lesen in deinem Kopf. Deshalb betrifft es Dich, nicht mich.
 
L

Löwefrau_geloescht

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  • #35
AW: Menschen verhalten sich nicht in allen Lebensbereichen gleich.

Zitat von Ingenieur:
Ich habe wahrheitsgemäß erzählt, was ich zwei Jahre lang fast täglich erlebt habe. Und dass ich das irgendwie witzig fand.
Alles andere, was Du mir vorwirfst, entsteht beim Lesen in deinem Kopf. Deshalb betrifft es Dich, nicht mich.

Nein, - selten genug - ich stimme Heike zu.
Es ist absolut i.O. Dass Du diese Neigungen ausleben willst.
(Ein anderes Thema als dieses und große Brüste habe ich von Dir noch nicht gelesen ;)

Aber dass du von diesen Neigungen und den Neigungen deiner Partnerinnen auf "DIE" Frauen und "DIE" Männer schließt und das ganze mit einem millionenfach bewährtem Rollenmuster belegen willst, liegt auch mir quer.

Vor ca. 2 Jahren war ich selbst so unterwegs. Dachte, ich könnte Sex gar nicht mehr anders als erfüllend empfinden.
Hintergrund war: mir ging es seelisch so schlecht in der Zeit, dass ich komplett abgestumpft in meinen Gefühlen war. Ich brauchte dieses Extrem, um überhaupt noch etwas zu empfinden.
Heute geht es mir wieder psychisch sehr gut und ich könnte mir diese Art von Sex nur noch sehr eingeschränkt vorstellen.

Und eine solche Beziehung als "witzig" zu betiteln, finde ich auch abschreckend. Hast du die ganze Zeit gelacht?
 

Heike

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  • #36
AW: Menschen verhalten sich nicht in allen Lebensbereichen gleich.

Zitat von Ingenieur:
Ich habe wahrheitsgemäß erzählt, was ich zwei Jahre lang fast täglich erlebt habe. Und dass ich das irgendwie witzig fand.
Alles andere, was Du mir vorwirfst, entsteht beim Lesen in deinem Kopf. Deshalb betrifft es Dich, nicht mich.

Nice try. Ich habe im Kopf, was du auf den letzten Seiten geschrieben hast. Das heißt: lesen. Wenn du es nicht mehr im Kopf hast, weil du dich nicht erinnerst, was du geschrieben hast: einfch nachlesen. Es steht noch da. All die abstrusen Äußerungen zur richtigen Frau, Hirschen, Wesen, Natur usw. - Wenn du sie aus Scham vergessen haben solltest: sei stark und ein echter Mann und stehe dazu! :)
Erzählen von irgendwelchen Begebenheiten aus deinem Alltagsleben darfst du natürlich gerne so viel du begehrst. Die interessieren mich nahezu Null. Folgerungen daraus über Weltgeschichten und Wesen von Bevölkerungsgruppen zu ziehen, ist was anderes. Seltsam, daß dir das immer neu gesagt werden muß. Da frag ich mich allmählich: Möchtest du unartig sein oder kannst du nur nicht anders?
 

phia

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  • #37
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich hatte zwei Bekannte mit BDSM-Neigungen.

Beiden Männern war gemeinsam, dass sie unsicher waren, große Probleme mit Nähe hatten und nicht nur in Beziehungsfragen Konflikten konsequent aus dem Weg gegangen sind.

Zufall?
 

Dreamerin

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  • #38
AW: @ Dreamerin

Zitat von Dreamerin:
Ok, ich frage ja auch wegen einer möglichen integrierbarkeit in einen familienalltag. Vier Stunden Sex pro "mal", ist nicht grad wenig und es erscheint dir zu kurz. Von wieviel mal pro Woche reden wir denn in deinem fall? Kriegt man da den Alltag (mit Kindern z.b.) überhaupt noch gebacken? Oh Gott, ich mag schon gar nicht mehr weiterfragen. Du sagst schon, wenns zuviel wird, oder?
Ist doch bestimmt ein Unterschied, ob die Beziehung mit oder ohne Kinder ist, oder?

@ingenieur
Hast du meine fragen überlesen oder möchtest du sie nicht beantworten?
 
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  • #39
@ Heike

Ich schlage vor, wir einigen uns darauf, dass wir ganz gegensätzlicher Meinung sind und von den moralischen und intellektuellen Fähigkeiten des/der Anderen keine allzu hohe Meinung haben.
 
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  • #40
AW: @ Dreamerin

Zitat von Dreamerin:
@ingenieur
Hast du meine fragen überlesen oder möchtest du sie nicht beantworten?
Ich sehe in Bezug auf Kinder keinen Unterschied, ob man nun ein intensives Vanilla-Sexleben hat oder ein BDSM-Sexleben. Ich hatte in zwei Partnerschaften Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter um mich. Der Umgang mit Kindern hat mir viel Freude gemacht, deshalb habe ich die zeitlichen Einschränkungen gerne in Kauf genommen. Klar, Mütter erwachsener Kinder hatten mehr Zeit für Sex. Aber Unvereinbarkeit sehe ich da bestimmt keine.

Du hast nach der Frequenz der der 4 Stunden Sex gefragt. In der Beziehung, in der BDSM am häufigsten gelebt wurde, hatten wir einen Wecker, der täglich um Mitternacht läutete. Um uns daran zu erinnern, dass wir auch zu ein paar Stunden Schlaf kommen sollen, um am nächsten Arbeitstag einigermaßen fit zu sein. Also ein Tag ohne Sex war die Ausnahme, die es auch immer wieder gegeben hat, aber nicht die Regel. Ich glaube, dass zumindest ich in einer BDSM-Beziehung viel öfter und länger Sex habe, weil es ja neben Liebe und körperlicher Anziehung noch ein drittes, sehr starkes Stimulans gibt.
 
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  • #41
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von phia:
Ich hatte zwei Bekannte mit BDSM-Neigungen.

Beiden Männern war gemeinsam, dass sie unsicher waren, große Probleme mit Nähe hatten und nicht nur in Beziehungsfragen Konflikten konsequent aus dem Weg gegangen sind.

Zufall?
Nach dem ja einige Prozent der Bevölkerung BDSM praktizieren, wirst Du da für jede schlechte Eigenschaft ein paar Beispiele finden. Lügner, Idioten, Gewalttäter, Schmarotzer, ...

Und was mich betrifft, kannst ja einmal darüber nachdenken, ob meine Beiträge hier sehr dafür sprechen, dass ich unsicher bin (würde ich mich dann als Vertreter einer gesellschaftlichen Außenseiterposition outen?), Probleme mit Nähe habe (warum würde ich dann Sex nur in einer Partnerschaft leben? Warum würde ich dann Angebote für ONS ablehnen?), Konflikten aus dem Weg gehe (dann hätte ich keine 2 Jahre mit meiner devoten Emanze zusammengelebt, denn Konflikte im Alltag gab es da mit schöner Regelmäßigkeit).
 

phia

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  • #42
AW: @ Dreamerin

Zitat von Ingenieur:
Ich sehe in Bezug auf Kinder keinen Unterschied, ob man nun ein intensives Vanilla-Sexleben hat oder ein BDSM-Sexleben. Ich hatte in zwei Partnerschaften Kinder im Kindergarten- und Volk

.....und die haben von 20 - 24 Uhr stillgehalten? Das geht doch nur mit einem Eierlikörchen im Abendbrei........

Klar, Mütter erwachsener Kinder hatten mehr Zeit für Sex. Aber Unvereinbarkeit sehe ich da bestimmt keine.

Ich schon. Ich habe eine 19-jährige Tochter, die schon mal nachfragen würde, was Mami denn stundenlang im Schlafzimmer so treibt

Du hast nach der Frequenz der der 4 Stunden Sex gefragt. In der Beziehung, in der BDSM am häufigsten gelebt wurde, hatten wir einen Wecker, der täglich um Mitternacht läutete. Um uns daran zu erinnern, dass wir auch zu ein paar Stunden Schlaf kommen sollen, um am nächsten Arbeitstag einigermaßen fit zu sein. Also ein Tag ohne Sex war die Ausnahme, die es auch immer wieder gegeben hat, aber nicht die Regel.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
 

phia

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  • #43
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Ingenieur:
Nach dem ja einige Prozent der Bevölkerung BDSM praktizieren, wirst Du da für jede schlechte Eigenschaft ein paar Beispiele finden. Lügner, Idioten, Gewalttäter, Schmarotzer, ...

Und was mich betrifft, kannst ja einmal darüber nachdenken, ob meine Beiträge hier sehr dafür sprechen, dass ich unsicher bin (würde ich mich dann als Vertreter einer gesellschaftlichen Außenseiterposition outen?),

beide Männer waren intelligent und studiert und hatten sehr bürgerliche Berufe.

Probleme mit Nähe habe (warum würde ich dann Sex nur in einer Partnerschaft leben?

Man kann auch in einer Partnerschaft große Probleme mit Nähe haben. Da ist doch BDSM ein gutes Mittel, diese Angst abzureagieren


Warum würde ich dann Angebote für ONS ablehnen?),

ach komm, machen wir uns doch nix vor. Sooo oft wirst du nun keine Angebote für ONS bekommen. Du wärst eine große Ausnahme!
 

faraway

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  • #44
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

@Heike
wenn ich recht verstehe: du distanzierst dich trotz Unvoreingenommenheit von einem männlich-weiblichen Urgrundmuster, das in der von Ingenieur beschriebenen Weise sozusagen "gesetzmässig" verwirklicht wird.
Auf jeden Fall distanziere ich mich diesbezüglich, Im Sinne von: yin -yang, wenn wir wollen, ich meine damit die Einsicht, dass männlich und weiblich ja auch ihre counterparts enthalten und es dementsprechend schwierig ist, die Legitimität (male/ female attitude) polarisiert zu verankern.
Die grossbrüstige und breithüftige weibliche Ur"gottheit" würde ich nicht wirklich als devot beschreiben, z.B. ich sehe sie als powerful. merciless and mercifull, gebend nd nehmend; creating and destroying.
Und das männliche Dominanzsyndrom könnte durchaus auch okkulte ängstliche Ursachen haben.
Usw. alles sehr unvollständig.

Ha, geht schon wieder alles zu weit nach hinten.:) und dann noch fragmentarisch.

Wahrscheinlich suchen wir alle nach einem für uns möglichen möglichen Gleichgewicht. paradoxalem Ausgleich, (Selbstverständnis). Diesbezüglich legt ja Ingenieur die "eigentliche" Macht in die Hände der Submissivität, wenn ich ihn recht verstehe.

Hingabe kann ja auch anders ausgelebt werden. Man kann sich auch hingeben um dem anderen seine Angst zu nehmen. und ihm gleichzeitig eine Schutzfunktion zusprechen. und damit etwas gegen die eigene Angst tun. It ain't easy. Wir sind alle stark und schwach - genderunabhängig.
Wie bewusst, extrem oder mild - man das auslebt?
Hauptsache bewusst, letztlich.
 
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  • #45
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Oh ah, ganz schön viel los hier. :)

Ich verbinde mit "Dom und Sub" ein komplett anderes Bild als mit "BDSM". Bei "Dom und Sub" interessiert mich die Beziehung der beiden - der Umgang, insbesondere diese starke Abhängigkeit... bei dem Begriff "BDSM" denke ich immer an irgendwelche Extreme, um noch das Gefühl (welches auch immer) um jeden Preis aufs Maximum zu bringen. Was ich aber nicht weiß: Sind die Begriffe so unterschiedlich? Zählt zu BDSM nicht mehr der gesamte Umgang zwischen Dom und Sub? Stehen da Sex bzw. sexuelle Reize so stark im Vordergrund? Hatte es bisher immer anders vernommen...

Frau vs. Mann: Ich glaube, dass es hier gerade so krass wirkt, weil Ingenieur als Mann auch den Dom-Part mag - und folglich natürlich auch in diesem Sinne argumentiert. Ich habe aber das Gefühl, dass die neuen Generationen da komplett anders sind: Ich sehe in meinem Umfeld kaum noch Unterschiede zwischen Mann und Frau - und ich glaube auch nicht, dass der Dom-Part so stark dem Mann zufällt. Kann aber auch ne verzerrte Wahrnehmung sein.

Die füßeküssende Emanze: Ich fand das gar nicht so unlogisch. Es gibt garantiert viele Menschen, die auch mal loslassen möchten und nicht immer die ganze Verantwortung tragen wollen. Ich denke nicht, dass das bei jedem so ist und noch weniger denke ich, dass es aus jedem einen Sub macht. ;) Ich weiß es nur von mir persönlich, dass ich total froh wäre, wenn ich eine Frau hätte, die an bestimmten Punkten einfach mal Entscheidungen trifft und sich um diverse Sachen kümmert. Solange sie meinen Rahmen kennt und akzeptiert, ist das einfach nur genial. Aber: Das würde sich bei mir nicht im Sinne von BDSM äußern, sondern in ganz anderen Alltagsdingen. Das Grundprinzip dürfte aber ähnlich sein (daher finde ich den Topmanager, der einer Dame die Absätze lutscht, gar nicht so komisch - in doppelter Hinsicht: Sowohl bezogen auf die Bewertung seines Verhaltens als auch bezüglich der Einschätzung der Häufigkeit einer solchen Konstellation).

Gerade der erste Punkt würde mich interessieren (BDSM/ Dom+Sub/ nur Sex?) - eventuell auch noch von anderen als Ingenieur (ich liebe Sex ja total... wohl auch zu oft... aber 4 Stunden am Stück... so viel Freizeit muss man erst mal haben *g*). Es fühlt sich da gerade so einseitig an - vielleicht kann das noch jemand ergänzen? Charina etc.?

Zitat von Ingenieur:
Nach dem ja einige Prozent der Bevölkerung BDSM praktizieren, wirst Du da für jede schlechte Eigenschaft ein paar Beispiele finden. Lügner, Idioten, Gewalttäter, Schmarotzer, ...
Es ging um unsichere Menschen... wieso diese stark negativen Assoziationen? Ich dachte eher, dass es phia darum ging, dass dominante Männer (oh ah - sie hat nie von dominant gesprochen und ich assoziiere es ;)) im Alltag auch sehr unsicher sein können.
btw: Wobei der Hinweis zu "dominant" wohl eher aus der gefühlt angestrebten kognitiven Dissonanz abgeleitet (sie betonte ja "unsicher)... :)

Zitat von faraway:
Wahrscheinlich suchen wir alle nach einem für uns möglichen möglichen Gleichgewicht. paradoxalem Ausgleich, (Selbstverständnis). Diesbezüglich legt ja Ingenieur die "eigentliche" Macht in die Hände der Submissivität, wenn ich ihn recht verstehe.

Hingabe kann ja auch anders ausgelebt werden. Man kann sich auch hingeben um dem anderen seine Angst zu nehmen. und ihm gleichzeitig eine Schutzfunktion zusprechen. und damit etwas gegen die eigene Angst tun. It ain't easy. Wir sind alle stark und schwach - genderunabhängig.
Wie bewusst, extrem oder mild - man das auslebt?
Hauptsache bewusst, letztlich.
Das mit dem Ausgleich ging mir auch durch den Kopf (daher oben auch noch der Absatz). Wer nun Macht und Kontrolle hat, ist auch fragwürdig - ich würde dies dennoch nicht beim Part "Sub" sehen. Er hat zwar genauso die Chance zur Kontrolle, aber er nimmt sie ja nicht wahr (also er sieht sie auch wirklich gar nicht - nicht nur, dass er sie nicht nutzt).
 

Heike

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  • #47
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich hab gerade keine Statistiken parat, die mich darüber informieren würden, ob es unter den BDSM-Männern mehr männliche Subs oder Doms gibt und wie das bei den Frauen aussieht.
Ich weiß auch nicht, zu welchen Anteilen entsprechende sexuelle Vorlieben genetisch disponiert sind und zu welchem frühkindlich erworben und zu welchem noch später herausgebildet und zu welchem Experimentierlust oder sonstiges. Ich nehme mal an, daß es da alle möglichen Varianten und Mischungen gibt.

Topmanager, der im Sex mal die Kontrolle abgeben will, oder der so sehr das Sagen hat, daß er auch mal beherrscht werden will, oder der sich sonst so a.schig verhalten muß, daß er zum Ausgleich dafür mal ordentlich erniedrigt werden will - leuchtet ja völlig ein und ist auch medial gut vertreten. Kann man natürlich problemlos auf weibliche Führungskräfte übertragen. Oder auf die "starken" Frauen. Oder auch auf die sogenannten "emanzipierten" Frauen, was auch immer damit in solchem Kontext gemeint ist (meist ja von eher Uninformierten eher als Schimpfwort gebraucht). Paßt dann so wie die Intellektuelle, die einem Proll hörig wird oder so.
Wenn einem die Richtung (Machtvoller will auch mal Machtlosigkeit erleben) einleuchtet, dann müßte einem auch die entgegengesetzte einleuchten: Machtloser will auch mal Macht erleben und spielt deswegen den Dom, jemand, der sonst seinem Partner in vielen Bereichen unterlegen wäre, konzentriert sich auf den Sex als Möglichkeit, ihm auch mal das Wasser reichen zu können, also emanzipiert zu wirken.
Aber ich hab so das Gefühl, daß manche zwar gerne die erste Interpretationsschiene fahren (Topmanager, Emanze unterwerfen sich, als Korrektiv zu ihrem üblichen Stand), aber nicht so gern die zweite (schwacher, angstbehafteter Mensch stilisiert sich zum Dom hoch, als Korrektiv zu seinem üblichen Stand).
Wie auch immer, beides ist was anderes als aus der füsseküssenden Frau zu schließen, das Wesen der Frauen bestehe aus Unterwerfen, und ne Stunde später, aus dem stiefelleckenden Mann zu schließen, das Wesen des Mannes bestehe darin, Loser zu sein. :)
 
A

Alice_geloescht

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  • #48
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich hatte mal ne kurze Affaire mit jemandem, der auf SM stand (er wollte dominant sein). Ich hab mich ein Stück weit für ein paar Wochen interessehalber drauf eingelassen. Bei ihm war es so, dass er überhaupt nicht anders als in diesem Schema Sex haben konnte. Auf mich hatte das den Effekt, dass es mich erotisch vollkommen abkühlte - ihm gegenüber insgesamt. Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.
 

phia

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  • #49
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe )

Ich glaube, dass sich viele dies wirklich nicht trauen.

Und mir fehlt auch der Glaube, dass Menschen, die in einer liebevollen und intakten Familie aufgewachsen sind, ein gutes Verhältnis zu sich selbst haben und einen unverkrampften Umgang mit Frauen / Männern pflegen, im Erwachsenenalter Gefallen an BDSM-Praktiken finden.

Ich selbst habe mit meinen Partnern deren Neigungen nicht ausgelebt. Jedenfalls nicht in extremer Form.

Mir wäre das alles viel zu gekünstelt. Und wenn dazu noch einer schlechte Schauspielerqualitäten hat, müsste ich mich zusammennehmen, um nicht laut in Gelächter auszubrechen.
 

Heike

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  • #50
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von faraway:
@Heike
wenn ich recht verstehe: du distanzierst dich trotz Unvoreingenommenheit von einem männlich-weiblichen Urgrundmuster, das in der von Ingenieur beschriebenen Weise sozusagen "gesetzmässig" verwirklicht wird.
Damit nicht gleich stumpf bloße Meinungen aufeinandertreffen, gucke ich ja oft, wie was begründet wird. Wenn jemand das Vorliegen einer Lust bei einer "emanzipierten" Frau, sexuell devot zu sein, als Zeichen dafür interpretiert, daß diese Frau der Unnatürlichkeit ihres sonstigen Auftretens und Status' innewird und in diesen Stunden des Sexes sich endlich mal erlauben darf, ihre eigentliche Bestimmung auszuleben und ihr Wesen zu erfüllen, dann frag ich einfach: und wie ist das mit stiefelleckenden Managern? :)
Wenn darauf keine Antwort bekommt, weiß ich schon mal was.

Die grossbrüstige und breithüftige weibliche Ur"gottheit" würde ich nicht wirklich als devot beschreiben, z.B. ich sehe sie als powerful. merciless and mercifull, gebend nd nehmend; creating and destroying.
Und das männliche Dominanzsyndrom könnte durchaus auch okkulte ängstliche Ursachen haben.
Weibliche Urgottheiten kann auch ich mir auch eher weniger als devot vorstellen. Und es gibt ja genug so kulturnarrative Ansätze, die die ganze Natur und Zivilisation als Resultat männlicher Emanzipation gegen das Urweibliche sehen. Alles aus Angst und Emanzipation geschaffen. Sozusagen die ältere Emanzipation; alle heutigen Männer somit: Emanzen! :) Naja, kennt so mancher vielleicht auch heute noch, in bezug auf die eigene Mutter. Wobei immer die Möglichkeit besteht zu leugnen, daß die auch eine Frau ist. Is ja die Mudda.
Da ist viel Raum für Spekulation. Und ich weiß nicht, ob das hier so seinen rechten Ort hat. Kann man aber natürlich mal so erzählen. Und wenn das einigermaßen in wissender Heiterkeit stattfindet, spüre ich eine andere Atmosphäre, als wenn ich den Eindruck habe, jemand müsse sich seine sexuellen Vorlieben schön saufen, und das auch noch ernst meint.

Hingabe kann ja auch anders ausgelebt werden. Man kann sich auch hingeben um dem anderen seine Angst zu nehmen. und ihm gleichzeitig eine Schutzfunktion zusprechen. und damit etwas gegen die eigene Angst tun. It ain't easy. Wir sind alle stark und schwach - genderunabhängig.
Wie bewusst, extrem oder mild - man das auslebt?
Hauptsache bewusst, letztlich.

Das mit der Hingabe find ich auch spannend. Welche Arten es da gibt.
Und wo nun die Macht ist, oben oder unten, und welcher art jeweils - dazu gabs ja schon letzt in anderen Threads Überlegungen, ohne starken Bezug zu Sexpraktiken.
Und unter BDSMlern gibts ja so ein berüchtigtes "topping from the bottom". Das mögen die meisten Doms eigentlich nicht so gerne. :)
 
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Oregano

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  • #51
AW: @ Dreamerin

Zitat von Ingenieur:
Ich war 2 Jahre mit einer Dame liiert, die im Beruf tüchtig und ehrgeizig war, im partnerschaftlichen Alltag eine Emanze, die mir mit ihrem dauernden "nur weil ich ein Frau bin ...." oft sehr auf die Nerven ging.

Warum habe ich das zwei Jahre hingenommen? Weil sie beim Sex wunderbar devot und masochistisch war. Dazu noch sehr phantasievoll und eine begnadete Hobbyschauspielerin, die zB einen Abend lang eine prüde Schweizerin spielte, tags darauf eine italienische Mama, eine elegent-verführerische Französin usw. Und als Standardprogramm die Sexsklavin.

Ist schon witzig, wenn eine Frau in der Küche verbissen darum kämpft, einen(!) Teller weniger abwaschen zu müssen, und mir eine Viertel Stunde später bereitwillig die Füße küsst, um nur einmal das harmloseste Beispiel explizit zu beschreiben.

Das klingt für mich so als ob du nur mit dieser Frau zusammen warst, weil der Sex so gut war. Hast du auch Gefühle für die Frau gehabt? Von dem was du geschrieben hast klingt das nicht so.

Zitat von Ingenieur:
Du hast nach der Frequenz der der 4 Stunden Sex gefragt. In der Beziehung, in der BDSM am häufigsten gelebt wurde, hatten wir einen Wecker, der täglich um Mitternacht läutete. Um uns daran zu erinnern, dass wir auch zu ein paar Stunden Schlaf kommen sollen, um am nächsten Arbeitstag einigermaßen fit zu sein. Also ein Tag ohne Sex war die Ausnahme, die es auch immer wieder gegeben hat, aber nicht die Regel. Ich glaube, dass zumindest ich in einer BDSM-Beziehung viel öfter und länger Sex habe, weil es ja neben Liebe und körperlicher Anziehung noch ein drittes, sehr starkes Stimulans gibt.

Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?
Wie ist das, wenn du eine Frau neu kennenlernst? Muss man da nicht erst langsam vertrauen aufbauen?
 

Dreamerin

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  • #52
AW: @ Dreamerin

Zitat von Oregano:
Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?

Was um alles in der Welt ist denn Vanilla-Sex?
Ok, ok, ich bin blond und frag mal Tante google....;-)....Wat man hier noch so alles lernt auf seine alten Tage.......ts, ts, ts....
 

faraway

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  • #54
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich frage mich nicht täglich, was es mit BDSM auf sich hat.
Was die von Alice wahrgenommene Stereotypie anbelangt, könnte ich in diese auch eine trance-induktive Bedeutung interpretieren...man tritt sozusagen in einen Spielplan ein... unser Hirn liest ja ganz gern systematisch, wir reagieren meistens lieber/leichter auf Knopfdruck als "frei".
x wird mit y gekoppelt. ich vergleiche da jetzt auch mit Suchtverhalten (sprich Rauchen).Funktioniert auf mentaler Ebene auch als automatischer Lustgewinn. Irgendwo auch ein Ritual.(natürlich ein ziemlich bescheuertes)
Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung. Und in vielen Fällen decontextualization, Verlegung in einen magic circle (illo tempore) usw. magic tools, clothing, was auch immer.
Ich finde die Ritualisierung im BDMS Kontext recht auffällig.
 
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  • #56
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Ich hatte mal ne kurze Affaire mit jemandem, der auf SM stand (er wollte dominant sein). Ich hab mich ein Stück weit für ein paar Wochen interessehalber drauf eingelassen. Bei ihm war es so, dass er überhaupt nicht anders als in diesem Schema Sex haben konnte. Auf mich hatte das den Effekt, dass es mich erotisch vollkommen abkühlte - ihm gegenüber insgesamt. Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.
Mann oder Frau können BDSM natürlich aus Interesse ausprobieren. Aber wenn keine Veranlagung dafür da ist, wird es im besten Fall als stereotyp und langweilig, im schlechtesten Fall als erniedrigend und Folter erlebt. Ihre Persönlichkeit können und werden nur zwei Menschen mit kompatibler Veranlagung einbringen können.

Ich kann zB nicht tanzen. Ich habe es probiert, bin in die Tanzschule und auf Bälle gegangen, und für mich war es immer mühsam, aber kein Vergnügen. Ich bin nur klug genug, aus meinen persönlichen Eindrücken keine Rückschlüsse auf das Tanzen an sich oder die Eigenschaften von begeisterten Tänzern abzuleiten.

Ich behaupte nicht, dass BDSM geeignet wäre, die Erotik von Jedermann/Jederfrau aufzupeppen. Im Gegenteil, wer nicht wirklich die Veranlagung dazu hat, sollte am besten die Finger (und alle anderen Körperteile auch) davon lassen.
 
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  • #57
AW: @ Dreamerin

Zitat von Oregano:
Das klingt für mich so als ob du nur mit dieser Frau zusammen warst, weil der Sex so gut war. Hast du auch Gefühle für die Frau gehabt? Von dem was du geschrieben hast klingt das nicht so.
Ja, natürlich habe ich auch Gefühle für die Frau gehabt, sonst wäre Sex bei mir ausgeschlossen. Aber Liebe wäre ein zu großes Wort für meine Gefühle gewesen, Freundschaft wieder ein zu kleines Wort.

Zitat von Oregano:
Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?
Wie ist das, wenn du eine Frau neu kennenlernst? Muss man da nicht erst langsam vertrauen aufbauen?
Ja, ich habe auch Vanilla-Sex.
Ja, Vertrauen ist mehr noch als Liebe Voraussetzung für BDSM. Subs mit Erfahrung können mich schnell richtig einschätzen. Bei Anfängerinnen dauert es etwas länger, und ich beginne mit einer unerfahrenen Frau mit harmlosen Dinge wie Augen verbinden, dann einmal fesseln, so dass parallel zu ihren Erfahrungen auch das Vertrauen wachsen kann. Ich frage in jedem Fall vorher, was sie schon kennt und liebt, was sie gerne versuchen möchte, was sie auf keinen Fall machen möchte. Und ich frage sie nachher, wie es ihr dabei ergangen ist, welche Gefühle und Eindrücke sie gehabt hat. Ich erzähle ihr natürlich auch über meine Gefühle und Eindrücke. Sehr vertrauensvolle, offene, ehrliche Kommunikation ist - egal ob Vanilla oder BDSM - eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gelungenes und wirklich befriedigendes Sexualleben.
 
A

Alice_geloescht

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  • #58
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von faraway:
Was die von Alice wahrgenommene Stereotypie anbelangt, könnte ich in diese auch eine trance-induktive Bedeutung interpretieren... (...) ich vergleiche da jetzt auch mit Suchtverhalten (sprich Rauchen).Funktioniert auf mentaler Ebene auch als automatischer Lustgewinn. Irgendwo auch ein Ritual. (...) Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung.

Ja, ja, das Rauchen .... Hab vor 9 Jahren aufgehört und vermisse es manchmal noch heute ... Jedenfalls ein schönes Bild, das Du da gemalt hast, faraway. :)
 

Heike

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  • #59
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.

Zitat von faraway:
Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung. Und in vielen Fällen decontextualization, Verlegung in einen magic circle (illo tempore) usw. magic tools, clothing, was auch immer.
Ich finde die Ritualisierung im BDMS Kontext recht auffällig.

Ich denke, wenn wir nicht annehmen, daß es den meisten Involvierten bloß so passiert, dann kommt es ihnen gerade darauf an. Masken, Rollenspiel, Verkleidungen, Klischees, Typisierungen, Entpersönlichung, Regeln, Sprachordnung, eindeutige Erkennungszeichen, einfache Symboliken, all das "Spielzeug" usw. - vielleicht ist das einfach so etwas wie ein Stereotypfetisch, der da eine große Rolle spielt.
An so etwas wie Rosenblätter, Duftöl und derlei habe ich beim Lesen des Threads auch häufig gedacht. Verwöhnen, stundenlangen Sex, alle Zutaten für natürlich "prickelnden" Sex usw. - manchmal hat es sich angefühlt wie Werbung für irgendein Piccolöchen.
Ich glaub, daß es diese Klischees zum einen bei jeder Art von Sex und sexueller Spielart gibt. Sie scheinen mir aber im SM-Bereich da noch mal eine besondere Rolle zu spielen. Als ginge es gerade stark darum. Das steht auf einer Ebene vielleicht schon im Gegensatz zum Individuellen und Persönlichen. Auf einer anderen ist es aber vielleicht gerade eine Möglichkeit, wie jemand Persönliches zeigen kann.
Ich denke, auch diesbezüglich gibt es im BDSM-Bereich große Unterschiede von Person zu Person. Auffällig finde ich dann allerdings auch diese ganzen Konvergenzen, die Läden mit dem immer selben Angebot usw. - Aber das sind vielleicht einfach übliche Angleichungsprozesse, wie man sie in anderen Bereichen auch hat. Abgrenzung nach außen, "Vanilla", spannungslos, dabei auch mal wieder alles über einen Kamm scherend, was nicht den eigenen (SM-)Konventionen folgt. Das wurde ja auch in diesem Thread an mehreren Stellen deutlich: die Abwertung dessen, was nicht der eigenen Spielart folgt. Ich denke auch das sind übliche Selbstbestätigungsmechanismen.
 

Dreamerin

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  • #60
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

@ingenieur
Warum genau hast du eigentlich diesen thread eröffnet? Es hat sich doch schon vorher abgezeichnet, dass es hier im Forum offenbar nur eine wirklich Gleichgesinnte gibt!
Daran, dass du mit ihr persönlichen Kontakt aufgenommen hast, hast du uns ja auch alle teilhaben lassen, anstatt einfach die admins anzuschreiben und abzuwarten.
Warum jetzt also nochmal ein eigenes Thema?
 
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