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Gast

  • #16
An dem Text ist einiges seltsam, in Sprachstil und Anlage. Und dieses drastische Übermaß an Selbststilisierung bei offenbar heftigem Untermaß an Selbstreflexion mags kaum glaubhaft erscheinen lassen. Aber das ist ja das Schöne: alles gibts. In vielen Fällen dürfte die Realität noch grotesker sein als es ein Jux je sein könnte. Aber wir werden es nicht erfahren, und so bleibt beispielsweise für mich eher, wie die Leute so drauf reagieren.

Und wenn einem so ein Text bei all seinen Seltsamkeiten so überhaupt nicht thematisch wird, sondern man durch ihn hindurch so direkt ins Problem zu rutschen glaubt, dann frage ich mich, wieweit das eine herzliche Naivität im Umgang mit Medien im allgemeinen (im bösen Bildungsjargon: Medieninkompetenz) ist oder eher spezifische Blindheit, weil man so begierig auf das da im Schaufenster schaut, daß man nicht mitkriegt, daß ne Scheibe davor ist. Oder es nur draufgedruckt ist. Anders als man zuerst glauben möchte, eignen sich Doppelgänger ja offenbar weniger dazu, mal was mitzukriegen, was man bei sich selbst nicht mitkriegt.
Ich find das eine interessante Entwicklung und bedanke mich schon mal bei allen, die daran auf die ein oder andere Weise mitwirken!

@Tina: wenn ich es richtig zuordne (?), wurde das hiesige Startpost vor den Repliken im Nachbarforum verfaßt. Gewissermaßen als hätte da jemand aus dem hiesigen Post nach und nach Textblöcke als Antworten auf eingehende Kommentare dort kopriert.
 
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  • #17
Zitat von Lischana:
Wie empfindet ihr das? Was soll ich tun? Könntet Ihr mit einer Partnerin / einem Partner zusammen sein, der sich so klein macht neben euch? Ist auf Augenhöhe sein, nicht erstrebenswert in einer Partnerschaft? Ich bin einfach kein Narzisst, der Befriedigung darin findet, wenn die Partnerin sich klein macht.
"Augenhöhe" könnte sich auch entwickeln, wenn der eine sein Bedürfnis sich groß zu machen zurückschraubt: Statt das Leben der Partnerin zu optimieren, sie bei diesem und jenem um ihre Unterstützung und ihre Meinung bitten. Aber ob ihr das tatsächlich gefällt, wenn sie merkt, dass auch du nur mit Wasser kochst? Schliesslich müsste sie dann ihre Idealisierung deiner Person (die Kehrseite der Medaille ihrer Selbstzweifel) zurücknehmen. Und ob das Ganze dann dir gefällt?
 
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fleurdelis

  • #18
Wenn man den Thread im Nachbarforum durchliest, bekommt man tatsächlich den Eindruck, dass es sich um eine wahre Geschichte handeln könnte.

@Lischana: Meine Empfehlung für diesen Fall: Lass sie und ihre Tochter gehen, such dir jemand der dir auf deinem Niveau begegnen kann. Ich denke du weißt genau was ich meine!
 
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  • #19
Zitat von fleurdelis:
Wenn man den Thread im Nachbarforum durchliest, bekommt man tatsächlich den Eindruck, dass es sich um eine wahre Geschichte handeln könnte.

@Lischana: Meine Empfehlung für diesen Fall: Lass sie und ihre Tochter gehen, such dir jemand der dir auf deinem Niveau begegnen kann. Ich denke du weißt genau was ich meine!
Ja...auf seinem Niveau...

Zitat von Butte:
An dem Text ist einiges seltsam, in Sprachstil und Anlage. Und dieses drastische Übermaß an Selbststilisierung bei offenbar heftigem Untermaß an Selbstreflexion mags kaum glaubhaft erscheinen lassen.
 
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  • #20
Zitat von Lischana:
Aufgrund ihres Zauderns und ihrer heftigen Kritik hatte ich oft mit dem bedrückenden Gefühl zu kämpfen, sie sei nicht Loyal zu mir, weil sie dem Vater alles recht machen wollte.
Das spricht doch jetzt auch nicht gerade für ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl bei dir.

Ein Bild, einer höchst verunsicherten, verängstigten Partnerin mit geringem Selbstwertgefühl. Sie konfrontiert mich mit sehr verstörenden Aussagen.
Komisch. Ich habe noch nicht die Erfahrung gemacht, dass höchst verunsicherte und verängstigte Personen in die Konfrontation gehen. Dafür braucht man doch Mut und Selbstvertrauen.

"Was bringe ich in die Beziehung? Ich habe das Gefühl, nur du bringst was ein. Du passt als kinderloser Single dein Leben an uns zwei an, obwohl du nie Kinder haben wolltest".
Hm. Das ist halt ihre Wahrnehmung. Und nach deinen eigenen Ausführungen, ist die doch richtig.

Mich schmerzt so eine Aussage, weil ich so das Gefühl habe, sie glaube mir nicht, wie sehr ich die Beiden in mein Herz geschlossen habe.
Vielleicht kannst du ja lernen, mit schmerzlichen Aussagen anders umzugehen. Außerdem stellst du doch weiter unten im Text die gesamte Beziehung mit dieser Frau in Frage, weil ihr gerade wohl nicht so auf Augenhöhe seid. Wirkt jetzt nicht unbedingt so als ob du die beiden so fest in dein Herz geschlossen hast, dass nichts daran rütteln könnte.

Wer jetzt einwenden will, ich gebe ihr das wohl zu wenig zu spüren, den muss ich gleich enttäuschen. Immer wieder hat sie mir gesagt, sie sei noch nie so glücklich und zufrieden mit ihrem Körper gewesen. Noch nie hätte sie so tollen und innigen Sex gehabt. Auch habe sie noch nie jemanden emotional so nah an sich heran gelassen und sei so offen gewesen.
Häh? Sie sagt dir, dass sie glücklich mit ihrem Körper ist und trotzdem sagst du sie hat Komplexe mit ihrem Selbstwertgefühl? Versteh ich nicht.

Dies war bereits am Anfang ein Thema, als ich sie sehr oft ins Restaurant ausführte. Sie konnte kaum Danke sagen, was mich natürlich etwas irritierte.
Vielleicht war ihr das unangenehm. Sie hatte dich wohl nicht darum gebeten. Du machst etwas, von dem du nicht einmal weißt, ob sie das gewollt hat. Wieso muss sie für etwas "Danke" sagen, was sie evt. gar nicht gewünscht hat?

Sie sagte oft, sie wolle auch mal bezahlen, könne aber nicht mit mir mithalten, was die Wahl der Restaurant betreffe. Ich erwiderte immer wieder, dass sie das nicht müsse, ich es einfach sehr schätze, wenn sie mich begleite und mir ihre Gesellschaft schenke.
Ne, sie "muss" nicht. Aber sie wollte es doch. Und hatte auch den Mut, es dir zu sagen. Du hattest nur nicht den Mut, dieses anzunehmen.

Zum völligen Debakel kam es dann aber, als wir zu Zweit in den Urlaub flogen. Ich lud sie ins Hotel ein, was sie als sehr unangenehm empfand und darauf pochte doch wenigstens meinen Flug bezahlen zu dürfen. Natürlich wollte ich das nicht.
Es ist ein Komplex von ihr, weil ihr es unangenehm ist, von dir ins Hotel eingeladen zu werden, aber bei dir natürlich und völlig normal, dass du nicht zum Flug von ihr eingeladen werden willst. Auf Augenhöhe ist das tatsächlich nicht. Aber die legst du fest. Nicht sie.

So kam es zur heftigen Aussage "Ich bin auch jemand! Lass mich bezahlen."
Sie streitet für die Dinge, die ihr wichtig sind und kämpft dagegen an, ungleich behandelt zu werden. Das passt doch zu der anfänglichen Beschreibung, dass sie eine quirlige, aufgeweckte, hoch gewachsene Frau ist :)

Ich konnte es nicht fassen, dass man in einer Beziehung solche Diskussionen führen muss.
Tja, vielleicht bist du diesbezüglich noch etwas unreif. In einer Beziehung kann es auch mal ungemütlich werden. Wieso verkraftest du das nicht?

Kürzlich artete es noch mehr aus. Als sie mir mit süffisantem Ton an den Kopf warf, ich hätte Glück gehabt, an meiner gut bezahlten Stelle zu sein. Hätte sie kein Kind, sie hätte auch mehr erreichen können. Ich war einfach nur sprachlos...
Naja, ohne Kind macht es sich leichter Karriere. Aber mich wundert, weshalb dir so schnell die Worte ausgehen. Bist du ihr so unterlegen? Oder hast du so ein geringes Selbstwertgefühl, dass du nicht mit Kritik umgehen kannst und sie immer gleich so persönlich nimmst?

Wie empfindet ihr das? Was soll ich tun? Könntet Ihr mit einer Partnerin / einem Partner zusammen sein, der sich so klein macht neben euch? Ist auf Augenhöhe sein, nicht erstrebenswert in einer Partnerschaft? Ich bin einfach kein Narzisst, der Befriedigung darin findet, wenn die Partnerin sich klein macht.

Danke und Lieber Gruss
Ich empfinde das so, dass dein Verständnis von Augenhöhe beschränkt ist. Sie darf dich nicht einladen, weil du das natürlich nicht willst. Sie muss sich einladen lassen und wenn ihr das unangenehm ist, dann stimmt etwas mit ihrem Selbstwertgefühl nicht. Du verhältst dich gerade wie ein ziemlicher Idiot.
 
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Dr. Bean

  • #23
Ich denke wenig Selbstwertgefühl haben 99% der Frauen. Die meisten fischen damit nach Komplimenten, während die Anderen gefährlich werden können. Denn in Kombination mit einer ausgeprägten Fantasie kann das schnell in Hysterie enden.

Mann kann Selbstwertgefühl in einer Frau aufbauen, manchmal aber auch nicht. Wenn sie sich zu sehr mit anderen Frauen vergleicht.

Abstriche in ner Partnerschaft muss man immer machen, außer man ist Straight-Edge-Dauersingle. Man muss wissen, ob man mit den Abstrichen leben kann. Ändern sollte man niemanden.

Vielleicht wächst ja was bei ihr, über die Jahre. Musst du wissen, ob es die Investition wert wäre. Da gibt es kein Ja oder Nein und kein Wahr oder Falsch, nur deinen Willen.
 
D

Dr. Bean

  • #24
Labern könnse alle aber machen nur wenige.
 
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Gast

  • #25
"Ins Restaurant ausführte."
 
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  • #27
Zitat von nuit:
"Augenhöhe" könnte sich auch entwickeln, wenn der eine sein Bedürfnis sich groß zu machen zurückschraubt: Statt das Leben der Partnerin zu optimieren, sie bei diesem und jenem um ihre Unterstützung und ihre Meinung bitten. Aber ob ihr das tatsächlich gefällt, wenn sie merkt, dass auch du nur mit Wasser kochst? Schliesslich müsste sie dann ihre Idealisierung deiner Person (die Kehrseite der Medaille ihrer Selbstzweifel) zurücknehmen. Und ob das Ganze dann dir gefällt?
wenn der eine sein Bedürfnis sich groß zu machen zurückschraubt... Sollte es so einfach sein?
Sollte man Optimierungspotenzial bewusst ignorieren? Ist es nicht irgendwie verlogen, um Rat zu fragen, obwohl man sich selbst schon Rat weiß? Soll man sich notfalls doof stellen um zu vermeiden, dass andere sich beschämt fühlen? Schafft das nicht eine nur scheinbare Augenhöhe? Ist es nicht noch beschämender, wenn der andere irgendwann doch merkt, dass der eine sich nur verstellt hat?

Und was ist denn mit dem "gemeint sein wollen" und dem "gesehen werden wollen"? Funktioniert das nur unidirektional?

Fragen über Fragen...
 
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  • #28
Zitat von t.b.d.:
Sollte man Optimierungspotenzial bewusst ignorieren? Ist es nicht irgendwie verlogen, um Rat zu fragen, obwohl man sich selbst schon Rat weiß? Soll man sich notfalls doof stellen um zu vermeiden, dass andere sich beschämt fühlen? Schafft das nicht eine nur scheinbare Augenhöhe? Ist es nicht noch beschämender, wenn der andere irgendwann doch merkt, dass der eine sich nur verstellt hat?
Kommt ja immer drauf an, was man möchte. Wenn man die berühmte "Augenhöhe" als Ausgangslage sieht, gibt es nach meinem Verständnis kein „besser“ oder „schlechter“ (competition), sondern nur anders. Somit entfällt auch der Optimierungsgedanke für andere (darf ja immer gern an sich selbst ausgelebt werden ;) ). Und das Andere zu sehen UND zu akzeptieren, tolerieren, gut zu finden, nicht verändern zu wollen - das würde ich unter "gesehen werden" verstehen.

Ein Partner, der einen optimieren möchte, ist doch ein Graus. Er sendet quasi unaufhörlich die Botschaft: so wie du bist, bist du nicht gut genug. Für das Threadthema ziemlich kontraproduktiv.
Nach meiner Wahrnehmung finden sich da allerdings immer die richtigen Muster ...
 
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  • #29
Für Optimierung wird in einem Neusprech häufig "nachbessern" verwendet. Es inkludiert, dass etwas gut ist, jedoch noch verbessert werden muss. Auch beinhaltet es, dass man sich negative Kritik zu Herzen nahm. Ein anderes Sprech wäre dann: danke, da gehe ich mit ihnen konform, möchte jedoch zu Bedenken geben bla...
 
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  • #30
Zitat von tina*:
Kommt ja immer drauf an, was man möchte. Wenn man die berühmte "Augenhöhe" als Ausgangslage sieht, gibt es nach meinem Verständnis kein „besser“ oder „schlechter“ (competition), sondern nur anders. Somit entfällt auch der Optimierungsgedanke für andere (darf ja immer gern an sich selbst ausgelebt werden ;) ). Und das Andere zu sehen UND zu akzeptieren, tolerieren, gut zu finden, nicht verändern zu wollen - das würde ich unter "gesehen werden" verstehen.
Augenhöhe wird also NICHT durch unterschiedliche Kompetenzen in verschiedenen Lebensbereichen aufgehoben.
Dann macht es doch gerade Sinn, wenn in einem Team die unterschiedlich ausgeprägten Kompetenzen so zur Entfaltung kommen, dass man die jeweils beste davon nutzt und vielleicht sogar, aber nicht notwendigerweise voneinander lernt.




Ein Partner, der einen optimieren möchte, ist doch ein Graus. Er sendet quasi unaufhörlich die Botschaft: so wie du bist, bist du nicht gut genug. Für das Threadthema ziemlich kontraproduktiv.
Nach meiner Wahrnehmung finden sich da allerdings immer die richtigen Muster ...
Ich sehe das noch nicht so entschieden oder jemand oder etwas optimiert wird.
Wenn einer Optimierungspotenzial in einer Sache erkennt und der andere das als "jemand als Person optimieren" auffasst, dann ist das einfach missverständlich. Wie man diese Situation verbessert wäre dann die Frage die ich aus dem EP herauslese.

Beispiel, Wenn der eine aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen dem anderen der eben andere Kenntnisse und Erfahrungen hat, zeigen kann, wie dieser ohne Verzicht, sondern nur durch geringfügige Änderung seiner Gewohnheiten pro Monat ein paar hundert Euro einsparen wird, soll er das lassen, obwohl er vielleicht sogar weiß, dass der andere Wünsche hat, die er sich sonst nicht erfüllen könnte oder weiß, das Konto des anderen bereits im Minus ist?

Was macht er, wenn die Kacke erst richtig am dampfen ist und der andere ihn um Hilfe bittet obwohl es längst zu spät ist und der Kuckuck schon überall klebt? Soll er dann so tun als hätte er von nichts gewusst oder bei der Wahrheit bleiben? Wie reagiert der andere, wenn ihm dann gesagt wird, man hätte schon helfen können, aber man wollte nicht das Gefühl vermitteln den anderen optimieren zu wollen. Wird er sich dann wohl gesehen oder eher veralbert fühlen?

Also ich würd es nicht so kategorisch sehen. Es muss einen Korridor geben in dessen Rahmen ein soziales Miteinander auch Verbesserungsvorschläge von außen zulässt.

Angenommen die Situation ist genau so wie es im EP beschrieben wird: Da ist einer, der es mit der Beziehung ernst meint und fleißig mithilft auch die besonderen Herausforderungen die das Leben in einer Beziehung mit erweitertem Umfeld (in dem Fall Dinge die mit dem Exmann und Kindsvater der es sicher auch nicht bös meint) auftauchen zu meistern. Nicht dass es ein besonderer Verdienst ist, aber eben auch nicht alternativlos.
Manch anderer lässt sowas von vornherein und zieht sich mit "Sorry, aber das passt nicht zu 100%." aus der Affäre.

Jetzt ist das Paar in einer Situation wo sie sich ihm gegenüber klein fühlt und der andere nicht weiß wie man damit umgeht. In der besten aller Welten wäre das natürlich nicht passiert. In der besten aller Welten hätte sich die Familie aber auch gar nicht erst getrennt.
Für künftige Paare und Situationen wäre sicher interessant, wie man eine solche Situation hätte vermeiden können. Für den Fragesteller ist das im Moment akademisch. Für ihn stellt sich die Frage: Wie kriegt man die Kuh wieder vom Eis?

Nuits Ansatz, sich zurückzunehmen ist bestimmt ein Anfang, scheint mir aber nicht der Weg zur Lösung zu sein. Vielleicht erklärt sie es nochmal für Laien wie mich. Ich habe ein vitales Interesse an der Lösung einer solchen Frage.