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  • #1

On-/Off Beziehungen....Erfahrungswerte?

Ich habe mal eine Frage zu einer Erfahrung, die mich in den letzten zwei Jahren völlig gebeutelt hat:
Mann online kennengelernt, sehr engagiert, zugewandt, "meine Kinder seien kein Problem", er sei Familienmensch, mein Auto zur Werkstatt gebracht, immer Zeit, nach 4 Wochen "ich-liebe-Dich" etc...
Rückblickend "too good to be true".....vielleicht wollte ich das glauben, jedoch war es von meiner Seite aus auch sehr sehr emotional....
Wir dachten nach einigen Monaten an Zusammenziehen, sogar Heiraten....!!

Nach den ersten Wochen dann aber auch einige Punkte, die merkwürdig, und dann krass waren: Extreme Verletzbarkeit, beleidigt sein, Missverständnisse, wo es eigentlich keine hätten sein können, Rückzug mit dann relativ schneller Androhung von Beziehungsende....., sogar Handgreiflichkeiten, extremer Kontrollzwang, (Handy, Mails), Nachfahren zu Terminen, Haus beobachten....
Worte in einer Weise umdrehen, die irgendwie irre wirkten.....

Ein Beispiel aus den ersten Wochen: ich war auf zweitätiger Geschäftsreise, er etwas erkältungsmässig angeschlagen (bei sich zu Hause), wir schreiben SMS hin und her, ich fühle mit, da er Fieber/Erkältung/Schnupfen hat und werfe locker hin: "Dann ruhe Dich aus, dann hast Du mal Deine Ruhe von uns" natürlich mit Smile - Zwinkern....
(Ich habe drei Kinder, die damals 6, 6 und 10 waren, keine Rabauken, aber er hatte doch immer mal wieder eingestreut, dass ihn das belaste, sie seien ja *immer* krank, was überhaupt nicht der Fall war. Die Erkältung hatte er über eine Feier sogar erst zu uns eingeschleppt....).

Postwendend kam von ihm, was das denn für eine blöde Bemerkung sei, das könne man ja wohl auch anders verstehen, dass wir Ruhe vor *ihm* haben wollten.....
Ich war wir vor den Kopf geschlagen. Erklärt, nachgefragt, mehr erklärt, klargestellt.....die ganze Skala....ohne Effekt.

Nein, er würde sich für die Bemerkung "nie und nimmer" entschuldigen, "ich habe angefangen zu schießen, dann müsse ich auch damit rechnen, dass zurückgeschossen würde...."

Aus diesem ganzen ergab sich im Grunde schon die erste Trennung....
Ich stand so unter Unglauben und Schock, nachdem ich ihm per SMS und Telefon ausführlichst versicherte, dass das in keinster Weise so gemeint war.....

Lange Rede kurzer Sinn, das Drama war dann nur der Auftakt einer Kette ähnlicher Abläufe: nach einem Thema, was im Ausmaße immer vermeintlich dramatisch kränkend war kam der laute, manchmal nächtliche Abgang (alle Sachen bis zum angebrochenen Shampoo wurden eingepackt), dann kam er wieder, zerknirscht, bemüht, wenn auch im Grunde ohne Entschuldigung oder Einsicht......meine Versuche darauf hinzuweisen, dass wir uns evt mal mit dem Thema "Umgang mit Kränkung" befassen könnten, wurden vom Tisch gefegt..

Und so ging es weiter....Im Abstand von 4 - 6 Wochen gab es verschiedene Anlässe (mal mochten meine Kinder seine gekochte Suppe nicht so gerne, dann würde ich meinem Vater am Telefon mehr erzählen als ihm, dann würde ich ihn nicht genug lieben....., mein Handy wurde auf WhatsApp von Bekannten durchsucht mit krassesten Reaktionen, ich würde ihn betrügen, lügen....., hätte immer alle schon belogen, ich sei der mieseste Charakter, den er je getroffen habe.....etc ).

Wenn ich das so schreibe, scheint es mir selber unfaßbar, dass man so etwas mit macht.....?
Ich bin - sage ich jetzt mal so - attraktiv, gebildet, habe einen guten Job, selber einen finanziellen Rahmen.... ich rätsele jetzt noch, wie man/frau in so etwas reinschlittern konnte....?

Das einzige, was ich an passender Beschreibung überhaupt dazu gefunden habe im Netz war "Narzistische Persönlichkeiten".....was ziemlich genau paßte...."Toxische Beziehungen".

Selber Mimosen, kränken sie umgekehrt krassester Art, haben keine Einsicht in ihren Anteil, sind Argumenten, Appellen, ja selbst normalen Gesprächen nicht zugänglich und werfen dem anderen genau das vor, was sie selber tagtäglich machen: "Aggression, Lügen, Unwahrheiten, fehlende Emphathie, und vor allem Defizite im Charakter".

Dieser Mann hat mir Anschuldigungen gesagt, geschrieben und sogar an meine Arbeits-Mail Adresse geschrieben, die ich hier überhaupt nicht wiederholen will...

Mich würden mal folgende Fragen beschäftigen:

1) Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
2) Wie seid ihr damit klar gekommen? (Ich bin jetzt noch gebeutelt, habe extreme Schlafstörungen, mein Selbstwert ist nicht gerade auf dem Höchststand und ich habe nur noch die Angst bei vielen Kontakten, wieder an so etwas zu gelangen).
3) Habt ihr bei Euch selber etwas festgestellt, was dazu führt, *so* etwas mitzumachen? In so eine Abhängigkeit zu geraten?

Wäre wirklich sehr dankbar für ernsthafte Rückmeldung!
 
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  • #2
Das klingt echt schlimm was du da erlebt hast.

Mir zum Beispiel.

Ich hab ein breites Kreuz.

3) Habt ihr bei Euch selber etwas festgestellt, was dazu führt, *so* etwas mitzumachen? In so eine Abhängigkeit zu geraten?
Ich hatte gehofft es gibt sich irgendwann mal.
 
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fleurdelis*

  • #3
Du hast das richtig erkannt: toxische Beziehung. Narzissten wissen genau, welche Knöpfe sie drücken müssen, sie sind da geübt, eloquent, charmant und ... hartnäckig. Sie drücken so lange, bis man nachgibt, weil mans irgendwann als echtes Interesse verbucht, aber die verschleierte Taktik dahinter nicht sieht. Wenn man wiederholt entwertet und verletzt wird, sollte man absolut den Kontakt abbrechen. Das muss man sich von niemandem gefallen lassen. Man wird niemals in dieser Beziehung etwas erreichen, weil der Narzisst jede Situation so hindrehen wird, dass der andere Schuld ist. Verantwortungsgefühl ist ihnen fremd und ob dem anderen das Verhalten weh tut, ist ihnen schlichtweg egal. Man kanns nur rational begreifen. Es gibt einen schönen Spruch in punkto Narzissten: Sie zerstören dein Leben mit Lügen, weil die Wahrheit ihres zerstören würde. ... Finger weg, absoluter Kontaktabbruch und nix mehr mit on-off. Der Mensch, der empfindet, und verletzt wurde, steht mit zwei Problemen da: einmal: die Trennung, man verliert einen Menschen, den man wirklich mochte, den es aber nie gab und zweitens: man steht mit den Verletzungen und Entwertungen alleine da, man fühlt sich wie auf verbrannter Erde. Das einzige was man nicht darf: die Schuld bei sich suchen. Die Lügen darf man da lassen, wo sie hingehören, beim Verursacher.
 
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  • #5
zu 1) Ich bin zwar selbst nicht direkt beteiligt, aber sehr nah dran an einer solchen toxischen Beziehung und ich beobachte sehr viele Parallelen zu deiner Beziehung.

zu 2) Sie ist Ernährungsberaterin und hat in dieser Zeit 25 kg zugenommen, was sicherlich für sich spricht. Drei mal musste die Polizei einschreiten und zwei mal kam sie mit Prellungen ins Krankenhaus. Zweimal hat sie den Urlaub abgebrochen und ist vorzeitig nach Hause gekommen. Obwohl sie mich, ihre Freundinnen, eine Frauenberatung zu Rate gezogen hat, schafft sie es nur in Mini-Schritten da raus zu kommen. Aber das ist wohl das Wesensmerkmal einer On-Off-Beziehung.

zu 3) Zu dem Zeitpunkt, als sie in diese Beziehung gekommen ist, war sie in einer extrem schwierigen Lebensphase und - so meine Einschätzung - "anfällig", um sich auf diese Sorte Mann einzulassen.
 
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fleurdelis*

  • #6
Narzisstisch zu sein sucht sich ja keiner aus.
Stimmt, es ist auch ein Dilemma, für alle Beteiligten. Mir gings um die Beschreibung einer toxischen Beziehung mit einem Narzissten. Man kann durchaus partnerschaftliche Verbindungen eingehen mit Narzissten, wenn man weiß wie's geht. Nur, das geht nur, wenn der Narzisst auch bereit ist, sich auf etwas einzulassen, und bereit ist, eine Grenze nicht zu überschreiten. Wenn beide eine vertrauensvolle Basis schaffen können. Es gibt genug faszinierende und interessante Narzissten. Aber einer alleine, kann eben nicht alles tragen.
 
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  • #7
ich finde mich auch in einigen deiner beispiele wieder.
insbesondere was das mimosenhafte des vermeintlichen traummannes anbelangt. er kann austeilen, aber nicht einstecken.
leider weiß er genau, dass er eine unerklärliche anziehungskraft auf mich ausübt und bringt mich immer wieder dazu, nach einer begegnung zu "betteln".
u.a. habe ich mich hier angemeldet, um eine weniger toxische "ersatzdroge" zu finden, aber das war ein trugschluss.
leider kann ich dich nicht dahingehend beraten, jeglichen kontakt abzubrechen, weil mir das auch selbst nicht gelingen mag.
wünsche dir viel kraft - interessanterweise scheinen solche menschen immer gerade auf die zu wirken, die eigentlich fest und unerschütterlich in ihrem leben stehen, familie und finanzen meistern und auch sonst "nicht auf der brennsuppe dahergeschwommen sind".
bonne chance!
 
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  • #8
Ich habe mal eine Frage zu einer Erfahrung, die mich in den letzten zwei Jahren völlig gebeutelt hat:
Mann online kennengelernt, sehr engagiert, zugewandt, "meine Kinder seien kein Problem", er sei Familienmensch, mein Auto zur Werkstatt gebracht, immer Zeit, nach 4 Wochen "ich-liebe-Dich" etc...
Rückblickend "too good to be true".....vielleicht wollte ich das glauben, jedoch war es von meiner Seite aus auch sehr sehr emotional....
Wir dachten nach einigen Monaten an Zusammenziehen, sogar Heiraten....!!

Nach den ersten Wochen dann aber auch einige Punkte, die merkwürdig, und dann krass waren: Extreme Verletzbarkeit, beleidigt sein, Missverständnisse, wo es eigentlich keine hätten sein können, Rückzug mit dann relativ schneller Androhung von Beziehungsende....., sogar Handgreiflichkeiten, extremer Kontrollzwang, (Handy, Mails), Nachfahren zu Terminen, Haus beobachten....
Worte in einer Weise umdrehen, die irgendwie irre wirkten.....

Ein Beispiel aus den ersten Wochen: ich war auf zweitätiger Geschäftsreise, er etwas erkältungsmässig angeschlagen (bei sich zu Hause), wir schreiben SMS hin und her, ich fühle mit, da er Fieber/Erkältung/Schnupfen hat und werfe locker hin: "Dann ruhe Dich aus, dann hast Du mal Deine Ruhe von uns" natürlich mit Smile - Zwinkern....
(Ich habe drei Kinder, die damals 6, 6 und 10 waren, keine Rabauken, aber er hatte doch immer mal wieder eingestreut, dass ihn das belaste, sie seien ja *immer* krank, was überhaupt nicht der Fall war. Die Erkältung hatte er über eine Feier sogar erst zu uns eingeschleppt....).

Postwendend kam von ihm, was das denn für eine blöde Bemerkung sei, das könne man ja wohl auch anders verstehen, dass wir Ruhe vor *ihm* haben wollten.....
Ich war wir vor den Kopf geschlagen. Erklärt, nachgefragt, mehr erklärt, klargestellt.....die ganze Skala....ohne Effekt.

Nein, er würde sich für die Bemerkung "nie und nimmer" entschuldigen, "ich habe angefangen zu schießen, dann müsse ich auch damit rechnen, dass zurückgeschossen würde...."

Aus diesem ganzen ergab sich im Grunde schon die erste Trennung....
Ich stand so unter Unglauben und Schock, nachdem ich ihm per SMS und Telefon ausführlichst versicherte, dass das in keinster Weise so gemeint war.....

Lange Rede kurzer Sinn, das Drama war dann nur der Auftakt einer Kette ähnlicher Abläufe: nach einem Thema, was im Ausmaße immer vermeintlich dramatisch kränkend war kam der laute, manchmal nächtliche Abgang (alle Sachen bis zum angebrochenen Shampoo wurden eingepackt), dann kam er wieder, zerknirscht, bemüht, wenn auch im Grunde ohne Entschuldigung oder Einsicht......meine Versuche darauf hinzuweisen, dass wir uns evt mal mit dem Thema "Umgang mit Kränkung" befassen könnten, wurden vom Tisch gefegt..

Und so ging es weiter....Im Abstand von 4 - 6 Wochen gab es verschiedene Anlässe (mal mochten meine Kinder seine gekochte Suppe nicht so gerne, dann würde ich meinem Vater am Telefon mehr erzählen als ihm, dann würde ich ihn nicht genug lieben....., mein Handy wurde auf WhatsApp von Bekannten durchsucht mit krassesten Reaktionen, ich würde ihn betrügen, lügen....., hätte immer alle schon belogen, ich sei der mieseste Charakter, den er je getroffen habe.....etc ).

Wenn ich das so schreibe, scheint es mir selber unfaßbar, dass man so etwas mit macht.....?
Ich bin - sage ich jetzt mal so - attraktiv, gebildet, habe einen guten Job, selber einen finanziellen Rahmen.... ich rätsele jetzt noch, wie man/frau in so etwas reinschlittern konnte....?

Das einzige, was ich an passender Beschreibung überhaupt dazu gefunden habe im Netz war "Narzistische Persönlichkeiten".....was ziemlich genau paßte...."Toxische Beziehungen".

Selber Mimosen, kränken sie umgekehrt krassester Art, haben keine Einsicht in ihren Anteil, sind Argumenten, Appellen, ja selbst normalen Gesprächen nicht zugänglich und werfen dem anderen genau das vor, was sie selber tagtäglich machen: "Aggression, Lügen, Unwahrheiten, fehlende Emphathie, und vor allem Defizite im Charakter".

Dieser Mann hat mir Anschuldigungen gesagt, geschrieben und sogar an meine Arbeits-Mail Adresse geschrieben, die ich hier überhaupt nicht wiederholen will...

Mich würden mal folgende Fragen beschäftigen:

1) Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
2) Wie seid ihr damit klar gekommen? (Ich bin jetzt noch gebeutelt, habe extreme Schlafstörungen, mein Selbstwert ist nicht gerade auf dem Höchststand und ich habe nur noch die Angst bei vielen Kontakten, wieder an so etwas zu gelangen).
3) Habt ihr bei Euch selber etwas festgestellt, was dazu führt, *so* etwas mitzumachen? In so eine Abhängigkeit zu geraten?

Wäre wirklich sehr dankbar für ernsthafte Rückmeldung!
Das kling ja furchtbar.
1) Nein, kommt mir nicht bekannt vor.
2) Da ich sowas noch nicht erlebt habe, muss ich Gott sei Dank nicht damit klar kommen, aber ich kann schon nachvollziehen, dass du fertig bist.
3) Ich denke wenn man verliebt ist, kann es passieren dass man sich auf irgendwelchen Unsinn einlässt, man ist zu nah dran. Wenn es einer Freundin passiert wäre, hätten bei dir wahrscheinlich alle Alarmglocken geschrillt und du hättest sehr schnell gemerkt, dass da nur rascheTrennung hilft.
Bei dem was du beschrieben hast, würden halt meine persönlichen Grenzen auf so vielfältige Weise überschritten werden, da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll... Mein Handy z Bsp ist absolut tabu, das hat niemand anzufassen. Nicht weil ich was zu verbergen hätte, sondern weil das meine Privatsphäre ist. Ich würde auch das Handy von meinem Partner nicht anfassen. Von Mails kontrollieren oder sonstigen Kontrollaktionen mal ganz abgesehen. Sowas kann ich unmöglich tolerieren. Also ich denke ich hätte ziemlich bald Schluß gemacht. Dann schreibst du noch was von Handgreiflichkeiten... Ich denke, an deiner Stelle würde ich die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen, einerseits um das Erlebte zu verarbeiten und andererseits um dahinter zu kommen weshalb du solche Grenzüberschreitungen zugelassen hast. Ich wünsch dir alles Gute!
 
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  • #9
1) Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
2) Wie seid ihr damit klar gekommen? (Ich bin jetzt noch gebeutelt, habe extreme Schlafstörungen, mein Selbstwert ist nicht gerade auf dem Höchststand und ich habe nur noch die Angst bei vielen Kontakten, wieder an so etwas zu gelangen).
3) Habt ihr bei Euch selber etwas festgestellt, was dazu führt, *so* etwas mitzumachen? In so eine Abhängigkeit zu geraten?
1. Ja

2. Gar nicht, mein Körper und meine Psyche haben genau so reagiert. Ich gerate dank meiner Muster, auch an solche Männer. Dank Therapie erkenne ich sie heute aber, korrigiere meine Sichtweise auf diesen Mann und gehe schnellstmöglich.

3. Es ist das Schlüssel-Schloß-Prinzip und sie merken scheinbar das Du gerade "schwach" bist, häufig sind Selbstwertgefühl, Selbstliebe und Selbstvertrauen am Boden. Für mich kann ich sagen, es kommt aus der Kindheit und Jugendzeit.
 
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  • #10
[QUOTE="mona mour, post: 343949, member: 2275]interessanterweise scheinen solche menschen immer gerade auf die zu wirken, die eigentlich fest und unerschütterlich in ihrem leben stehen, familie und finanzen meistern und auch sonst "nicht auf der brennsuppe dahergeschwommen sind".
bonne chance![/QUOTE]
Wer immer stark ist, kann trotzdem "bedürftig" sein nach Liebe und Nähe. Mir ist so ein Mann noch nie untergekommen, weil ich sehr schnell zumache, wenn jemand mir zu schnell zu nahe kommen möchte. Das schützt, aber sobald eine bestimmte Schwelle überschritten ist, wäre ich vermutlich auch manipulierbar.
 
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  • #11
[QUOTE="mona mour, post: 343949, member: 2275]interessanterweise scheinen solche menschen immer gerade auf die zu wirken, die eigentlich fest und unerschütterlich in ihrem leben stehen, familie und finanzen meistern und auch sonst "nicht auf der brennsuppe dahergeschwommen sind".
bonne chance![QUOTE/]

Was bedeutet "nicht auf der Brennsuppe...", kenne ich nicht?
Was bedeutet "nicht auf der Brennsuppe...", kenne ich nicht?
 
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  • #12
Ich habe mal eine Frage zu einer Erfahrung, die mich in den letzten zwei Jahren völlig gebeutelt hat:
Mann online kennengelernt, sehr engagiert, zugewandt, "meine Kinder seien kein Problem", er sei Familienmensch, mein Auto zur Werkstatt gebracht, immer Zeit, nach 4 Wochen "ich-liebe-Dich" etc...
Rückblickend "too good to be true".....vielleicht wollte ich das glauben, jedoch war es von meiner Seite aus auch sehr sehr emotional....
Wir dachten nach einigen Monaten an Zusammenziehen, sogar Heiraten....!!

Nach den ersten Wochen dann aber auch einige Punkte, die merkwürdig, und dann krass waren: Extreme Verletzbarkeit, beleidigt sein, Missverständnisse, wo es eigentlich keine hätten sein können, Rückzug mit dann relativ schneller Androhung von Beziehungsende....., sogar Handgreiflichkeiten, extremer Kontrollzwang, (Handy, Mails), Nachfahren zu Terminen, Haus beobachten....
Worte in einer Weise umdrehen, die irgendwie irre wirkten.....

Ein Beispiel aus den ersten Wochen: ich war auf zweitätiger Geschäftsreise, er etwas erkältungsmässig angeschlagen (bei sich zu Hause), wir schreiben SMS hin und her, ich fühle mit, da er Fieber/Erkältung/Schnupfen hat und werfe locker hin: "Dann ruhe Dich aus, dann hast Du mal Deine Ruhe von uns" natürlich mit Smile - Zwinkern....
(Ich habe drei Kinder, die damals 6, 6 und 10 waren, keine Rabauken, aber er hatte doch immer mal wieder eingestreut, dass ihn das belaste, sie seien ja *immer* krank, was überhaupt nicht der Fall war. Die Erkältung hatte er über eine Feier sogar erst zu uns eingeschleppt....).

Postwendend kam von ihm, was das denn für eine blöde Bemerkung sei, das könne man ja wohl auch anders verstehen, dass wir Ruhe vor *ihm* haben wollten.....
Ich war wir vor den Kopf geschlagen. Erklärt, nachgefragt, mehr erklärt, klargestellt.....die ganze Skala....ohne Effekt.

Nein, er würde sich für die Bemerkung "nie und nimmer" entschuldigen, "ich habe angefangen zu schießen, dann müsse ich auch damit rechnen, dass zurückgeschossen würde...."

Aus diesem ganzen ergab sich im Grunde schon die erste Trennung....
Ich stand so unter Unglauben und Schock, nachdem ich ihm per SMS und Telefon ausführlichst versicherte, dass das in keinster Weise so gemeint war.....

Lange Rede kurzer Sinn, das Drama war dann nur der Auftakt einer Kette ähnlicher Abläufe: nach einem Thema, was im Ausmaße immer vermeintlich dramatisch kränkend war kam der laute, manchmal nächtliche Abgang (alle Sachen bis zum angebrochenen Shampoo wurden eingepackt), dann kam er wieder, zerknirscht, bemüht, wenn auch im Grunde ohne Entschuldigung oder Einsicht......meine Versuche darauf hinzuweisen, dass wir uns evt mal mit dem Thema "Umgang mit Kränkung" befassen könnten, wurden vom Tisch gefegt..

Und so ging es weiter....Im Abstand von 4 - 6 Wochen gab es verschiedene Anlässe (mal mochten meine Kinder seine gekochte Suppe nicht so gerne, dann würde ich meinem Vater am Telefon mehr erzählen als ihm, dann würde ich ihn nicht genug lieben....., mein Handy wurde auf WhatsApp von Bekannten durchsucht mit krassesten Reaktionen, ich würde ihn betrügen, lügen....., hätte immer alle schon belogen, ich sei der mieseste Charakter, den er je getroffen habe.....etc ).

Wenn ich das so schreibe, scheint es mir selber unfaßbar, dass man so etwas mit macht.....?
Ich bin - sage ich jetzt mal so - attraktiv, gebildet, habe einen guten Job, selber einen finanziellen Rahmen.... ich rätsele jetzt noch, wie man/frau in so etwas reinschlittern konnte....?

Das einzige, was ich an passender Beschreibung überhaupt dazu gefunden habe im Netz war "Narzistische Persönlichkeiten".....was ziemlich genau paßte...."Toxische Beziehungen".

Selber Mimosen, kränken sie umgekehrt krassester Art, haben keine Einsicht in ihren Anteil, sind Argumenten, Appellen, ja selbst normalen Gesprächen nicht zugänglich und werfen dem anderen genau das vor, was sie selber tagtäglich machen: "Aggression, Lügen, Unwahrheiten, fehlende Emphathie, und vor allem Defizite im Charakter".

Dieser Mann hat mir Anschuldigungen gesagt, geschrieben und sogar an meine Arbeits-Mail Adresse geschrieben, die ich hier überhaupt nicht wiederholen will...

Mich würden mal folgende Fragen beschäftigen:

1) Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
2) Wie seid ihr damit klar gekommen? (Ich bin jetzt noch gebeutelt, habe extreme Schlafstörungen, mein Selbstwert ist nicht gerade auf dem Höchststand und ich habe nur noch die Angst bei vielen Kontakten, wieder an so etwas zu gelangen).
3) Habt ihr bei Euch selber etwas festgestellt, was dazu führt, *so* etwas mitzumachen? In so eine Abhängigkeit zu geraten?

Wäre wirklich sehr dankbar für ernsthafte Rückmeldung!
hallo, ich kenn das auch...
war mit einem narzissten 20 jahre zusammen u. davon 14 jahre verheiratet...
was soll ich sagen? mir hatte mein exmann sogar einen finger gebrochen und trotzdem bin ich solange geblieben. ich dachte immer, der ändert sich. im nachhinein betrachtet u. auch nach therapie habe ich erkannt dass ich verlustängste hatte. habe als kleinkind vater u. als jugendliche meinen stiefvater bei einem unfall verloren. meine mutter konnte nach diesen 2 verlusten nicht wirklich für uns, 3 mädels, da sein...
ich habe mit meinem exmann eine tochter, die mittlerweilen 21 jahre ist u. auch schon therapie hinter sich hat. das beenden dieser ehe war das beste was ich je in meinem leben getan habe. nach meiner ehe hatte ich dann den wundervollsten mann der welt, er war eheberater u. diplomtheologe. er hatte es am anfang sehr schwer mit mir und hat mir immer wieder gezeigt, dass ich ein wertvoller mensch bin. es war eine wundervolle beziehung, heilsam. im nachhinein kann ich sagen, dass das die schönsten 10 jahre meines lebens waren. leider ist er vor 3 jahren plötzlich verstorben u. heute kann ich dankbar auf diese zeit zurückblicken u. gestärkt nach vorne schauen...
in diesen 3 jahren hatte ich auch wieder einen narzissten kennengelernt, war mit ihm ein paar monate zusammen u. brach aber dann die beziehung ab. war überrascht, dass mir das nochmal passiert ist u. stolz dass ich es beendet hatte...
jetzt bin ich wieder in einer liebevollen beziehung, mein freund hat zwar einige altlasten, aber ist kein narzisst.
also, lass diesen mann nicht mehr in deine nähe, du hast jemanden verdient, der dich respektiert u. dir auf augenhöhe begegnet...und eine therapie für deinen selbstwert wäre gut, es gibt angebote von der caritas, die sehr gut helfen können...
 
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  • #13
Allgemein gilt gerade in der Liebe immer die Unschuldsvermutung, Vertrauen als essentielles Attribut. Das wurde hier klar nicht beherzigt und zwar von seiner Seite aus, auch mit deutlicher Eifersucht involviert, das ist natürlich untragbarer Zustand. Sorry dass du es durchmachen musstest.

Ich würde schon auch sagen dass hier etwas narzisstisches zugrunde liegt, denn wer einander vertraut lässt sich nicht kränken. Er muss ja nur fragen ob er dir vertrauen kann, sagst du ja und er nimmt es ab gibst keinen Grund für narzisstische Tendenzen. Jedoch ist er innerlich offenbar so schwach dass er von unberechtigten Zweifeln geplagt wurde, mühsamer Zustand. Narzissmus ist einfach dann latent wenn man das Gegenüber nicht mehr brauchbar wahrnehmen kann, ständig auf der eigenen Position verharrt und sobald etwas unpassend daherkommt ständig alles zu eigenen Gunsten rumbiegend, das ist wirklich äusserst mühsam und ein Beziehungskiller da man so nicht zusammen wachsen kann.
 
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  • #15
Narzissmus ist nur eines vieler möglichen Symptome und beiweitem nicht das Einzige denn auch Borderline-Tendenzen u.a. werden eher häufiger. Es ist nicht die Ursache, die wirkliche Ursache ist eine innere Leere/Schwäche hervorgerufen durch äusserlich verursachte Zustände. Es trifft alle mehr oder weniger, auch wenn es nur bei einer Minderheit eine krankhafte Form annimmt. So klar abgetrennt oder dediziert ist das Ganze nicht und Übergänge oft fliessend.

Frage ist nur ob genügend geistige Beweglichkeit und Wille zur Veränderung noch da ist, dann kann man es therapieren, ansonsten oft kaum noch. Es ist also schon nicht so dass man dem ausgeliefert wäre sofern man innere Stärke zeigt, auch wenn das Übel ursprünglich vom aussen kam. Es ist nicht angeboren, jedoch sind manche von Natur aus anfälliger, genauso wie manche auf Knopfdruck aufhören können Alk/Zigarren zu konsumieren und andere nicht; jedoch ist auch hier Hauptmerkmal "innere Leere oder Schwäche", ansonsten könnte man es trotz Entzugserscheinungen langsam abstellen.
 
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