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Zitat von http://blogs.faz.net/deus/2015/07/27/generation-y-zu-bloed-fuer-die-liebe-2741/:
Meine Generation ist zu blöd, um sich zu verlieben. Nein, vielleicht wird diese Beziehung nicht halten. Nein, die nächste hat bestimmt straffere Oberschenkel oder stärkere Nerven, wenn sie warten gelassen wird. Wir sehen so viele Möglichkeiten, dass unsere Gehirne sich gar nicht mehr trauen, Liebeshormone auszuschütten. Dabei liegt in der Kooperation in der Regel die glücksoptimale Lösung – beide geben, beide vertrauen darauf, etwas zurück zu bekommen. Vertrauen schafft Wachstum, aber Vertrauen haben wir verlernt.
...
Der Ökonom spricht von individuell rationalem Verhalten. Wie könnten wir uns verlieben, wenn wir wissen, dass auch der andere all diese Möglichkeiten sieht? Liebe ist im ökonomischen Sinn ein Gefangenen-Dilemma: Wenn ich mich verliebe, der andere aber nicht, dann habe ich einen Verlust. Wenn sich keiner verliebt, dann hat wenigstens niemand verloren. Wenn sich beide verlieben, dann wären alle glücklicher, aber die Unsicherheit ist zu groß.

Liebe gehört zu den größten und wichtigsten Dingen, die wir mit unseren Leben machen können. Entsprechend tief können wir fallen. Wir müssten doch verrückt sein, uns an jemanden zu binden, der jederzeit gehen könnte. Wir schützen unsere Herzen. Wir sind zu blöd für die Liebe. Wir haben sie nicht verdient.
Starke Worte. Und das ist womöglich kein Generationenphänomen, sondern eher eins des Internet.

Das spukt immer wieder im Hinterkopf rum: gibt es nicht doch jemand, der besser paßt, wo alles reibungslos verläuft, es keinerlei Probleme und Mißstimmungen gibt, keinerlei Mißverständnisse, dazu noch - das wichtigste - den grandiosesten Sex aller Zeiten...?

Das ist wie ein kleiner Teufel, der da einem irgendwo im Nacken sitzt und was ins Ohr flüstert... o_O
 
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Deleted member 20811

  • #3.183
Starke Worte. Und das ist womöglich kein Generationenphänomen, sondern eher eins des Internet.

Das spukt immer wieder im Hinterkopf rum: gibt es nicht doch jemand, der besser paßt, wo alles reibungslos verläuft, es keinerlei Probleme und Mißstimmungen gibt, keinerlei Mißverständnisse, dazu noch - das wichtigste - den grandiosesten Sex aller Zeiten...?

Das ist wie ein kleiner Teufel, der da einem irgendwo im Nacken sitzt und was ins Ohr flüstert... o_O
Ganz ehrlich fafner, ganz im Ernst und ganz ohne Schleimerei, ich bin sehr dankbar für deine stets mahnende Stimme hier. Das macht mich oft nachdenklich und hilft mir, meine eigenen (mehr oder weniger bewussten) Einstellungen zu sehen.
 
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Dr. Bean

  • #3.184
Starke Worte. Und das ist womöglich kein Generationenphänomen, sondern eher eins des Internet.

Das spukt immer wieder im Hinterkopf rum: gibt es nicht doch jemand, der besser paßt, wo alles reibungslos verläuft, es keinerlei Probleme und Mißstimmungen gibt, keinerlei Mißverständnisse, dazu noch - das wichtigste - den grandiosesten Sex aller Zeiten...?

Das ist wie ein kleiner Teufel, der da einem irgendwo im Nacken sitzt und was ins Ohr flüstert... o_O

Viel grundsätzlicher Frage ich mich noch, warum das Bedürfnis nach Perfektion so groß ist? Müssen ja alle struntztraurig sein.

Ich denke aber in ein paar Jahren wird sich das wieder legen. Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Internet und SocialMedia, damit hab ich da gut 10 Jahre mehr Erfahrung als der Mainstream und irgendwann überwiegt doch das menschliche Bedürfnis nach realen Kontakten wieder. Allerdings wirds dann schon eine nGeneration erwischt haben. :/
 
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  • #3.185
Viel grundsätzlicher Frage ich mich noch, warum das Bedürfnis nach Perfektion so groß ist? Müssen ja alle struntztraurig sein.

Ich denke aber in ein paar Jahren wird sich das wieder legen.Allerdings wirds dann schon eine nGeneration erwischt haben. :/

Ich denke, das Bedürfnis nach Perfektion hängt mit dem riesigen Angebot zusammen, das die Nachfrage anheizt und den unnatürlich hohen Ansprüchen durch entsprechende Sendungen und Berichte in den Medien.

Wenn eine Generation weg ist, verschwindet auch eine Menge an kulturellem Wissen über soziale zwischengeschlechtliche Kommunikation, gerade von Jugendlichen
 
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  • #3.187
Viel grundsätzlicher Frage ich mich noch, warum das Bedürfnis nach Perfektion so groß ist? Müssen ja alle struntztraurig sein.

Davon bin ich auch überzeugt!
Perfektion als Bedürfnis macht Menschen in Bezug darauf "etwas erlangen zu können" glücklich!
In diesem Zusammenhang sehe ich Perfektion, statt dem guten alten Bedürfnis nach "Hoffnung", als Mittel um sich aktuell in der Angelegenheit Liebe ausdrücken zu können. Hoffnung scheint ein zu veralteter Begriff geworden zu sein und Perfektion ist, als ein moderner Ausdruck für die Befriedigung von Bedürfnissen, bei diesem Thema aktueller denn je ("füllen Sie ihr Profil perfekt aus").Ich sehe Perfektion als Hinweis auf den Wunsch nach gesunden Beziehungen und die Traurigkeit darüber als den emotionalen Ausdruck davon, dass da etwas nicht stimmen kann, es schwierig ist.... "so schwer können die Liebesdinge ja nicht liegen", oder "so schwer kann man es ja nicht haben" oder "wie schwer wird es einem gemacht".

Die grundsätzlich innewohnende Hoffnung darauf, dass sich Bedürfnisse von Menschen erfüllen ist notwendig um gesund zu bleiben - diesbezüglich nach Perfektion zu streben macht depressiv.
 
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  • #3.188
Es gibt in dieser Welt nichts Perfektes (außer in der Mathematik).
Wer immer das noch bessere, das Perfekte will, bekommt letztendlich gar nichts. Die Suche endet, falls sie endet, in einer großen Frustration. Man findet nur LEERE
 
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Ich habe den Eindruck, dass es oft in der großen Frustration endet. Wenn nicht 100 %, dann gar nicht. Kompromisse ausloten - Fehlanzeige. Dann lieber aufhören...
 
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Marlene

  • #3.190
Außer man nimmt die Wüste als das Symbol der LEERE. Dann könnte es Einkehr, Besinnung und Umkehr bedeuten. So im Sinne: die Wüste blüht/lebt. Die Grundfrage dafür ist: was will ich?
 
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  • #3.191
Außer man nimmt die Wüste als das Symbol der LEERE. Dann könnte es Einkehr, Besinnung und Umkehr bedeuten. h?
Die Wüste lebt tatsächlich. Sie strotzt sogar vor Leben. Nur sind wir Menschen blind dafür. Unter der heißen Oberfläche kreucht und fleucht es. Andere Pflanzen und Tiere warten auf den seltenen Regen als Zwiebel, Samen oder Eier. Ich hab dort sogar schon Urzeitkrebse gefunden.
 
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  • #3.192
Test eins, zwo, eins zwo
  1. :);):p:p:D:eek::oops::rolleyes:o_O
  2. :oops:
  3. :eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek:
Ah eh super, function follows form, oder so.;):eek:o_O

Schreiberin+, Tina* und fafner, gruezi. :):):p:D

Ist denn Heike noch da? Doof, dass man nicht mehr sehen kann, wer zu den Threads als letzter geschrieben hat.

o_O:rolleyes::oops::eek::D:p:(:(;):) yippie, 9 emotions, that`s life!
 
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  • #3.194
So langsam trudeln alle wieder ein... :):)

S'fehlt noch s'Goldfingerli' :D
 
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  • #3.195
Von dem war auch vor der Umstellung lange nix mehr zu sehen. Hat vielleicht 'ne Freundin. ;)
 
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  • #3.196
Vermutlich ;)
 
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  • #3.198
Doch, zuviele andere, interessantere Aktivitäten...
 
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  • #3.200
Tzzz, doch nicht, wenn man eine feste Partnerin hat!
 
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  • #3.202
Wie meinst Du das denn?
Man kann nie sicher sein...?
 

TPT

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  • #3.207
Man kann sich auch einiges an Türklinken holen.
 
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  • #3.209
Ich glaube nicht, dass wir "zu blöd für die Liebe sind". Wir können sie nur nicht mehr erkennen. Sind verblendet vom angestrebten Perfektionismus, der ohnehin ja nie zu erreichen ist.
Es ist kein Problem des Internets - sondern ein Gesellschaftliches.
Die Welt wird komplexer und komplizierter. Die Ansprüche an Flexibiliät, vor allem geistiger Beweglichkeit, steigen. Immer mehr technische "Gadgets" müssen beherrscht werden. Die Anforderungen auf der Arbeit steigen. Sei es durch Termindruck oder einfach durch ein "Mehr" an abzuwickelnden Aufgaben.
Dadurch entstehen oftmals Stress oder andere gesundheitlich negative Folgen.

Diesen wiederum wird mit diversesten Maßnahmen begegnet. Ob Sabbat-Jahr oder Pilates-Kurs. Ob Selbstfindungsgruppe oder Auspowern beim Spinning.
Und dort beginnt oft die Spirale der sogenannten Selbstoptimierung.

Einerseits wird man durch die zunehmenden Belastungen im Alltag gezwungen, sich relativ gut zu organisieren. Auf der anderen Seite soll das Leben auch nicht nur aus Arbeit bestehen. Um die möglichst verschiedenen ("viel hilft viel") Ausgleichsaktivitäten unter einen Hut zu bringen, muss ich ebenfalls das "Beste" aus der mir zur Vergügung stehenden Zeit holen.

Mit der Konsequenz, dass
a. oftmals gar keine Lust auf eine Beziehung vorhanden ist (Bequemlich-/Müdigkeit), oder
b. für die Partnersuche wenig oder keine Zeit zur Verfügung steht. Dass nur noch wenig Muße und manchmal sogar schlichtweg die Kraft fehlt, loszuziehen, um im RL mögliche Partner zu kontaktieren.

Falls dieses doch passieren sollte, wird sofort das "Optimum" angestrebt.
1. Weil man diese der Perfektion nahe kommende Handlungsweise von der eigenen "Selbstoptimierung" gewohnt ist ("ich biete schließlich auch einen gut gestylten Körper und ein gutes Salär"),
2. Weil man der Meinung ist, dass eine durch Filterung optimierte Partnersuche vor möglichen Problemen in der Beziehung schützt,
3. Weil man beispielsweise bereits im Arbeitsleben mit genügend "Unbill" zu kämpfen hat und sich die Partnerschaft zwar als Rückhalt - aber bitte ohne zusätzliche Mühen oder Anstrengungen - wünscht und vorstellt.