Heppy

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  • #31
AW: Nichtraucher?

Zitat von delfin 1988:
Ihr lernt jemanden kennen, mailt eifrig, seid sehr angetan, in seinem Profil steht Nichtraucher, ihr trefft ihn und riecht sofort, dass er (oder sie) doch raucht. Wiegt für Euch diese Datinglüge schwer?

Aus dieser Frage ergibt sich mir nicht, ob er gefragt wurde, ob er raucht. Man kann auch nach Rauch riechen, ohne zu Rauchen. Woran hat sie es denn gerochen? Oder wurde es nur vermutet? Diese Angaben wären schon wichtig, bevor man dann die Frage beantwortet.
 

equinox

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  • #32
AW: Ich bin militanter Nichtraucher :)

Zitat von Tlaloc:
Es ist aber eben auch nicht weiter verwunderlich, wenn Raucher ihr Gerauche einer neuen Bekanntschaft nicht direkt unter die Nase reiben wollen, denn die Gefahr ist groß, dass sie daraufhin vorverurteilt werden - zu Unrecht.

.. da müssen wir argumentativ aber noch etwas üben. Wer zugibt, Raucher zu sein, schreckt damit bestimmt keine Mitraucher ab und ebensowenig rauchtolerante Nichtraucher, er erspart aber Menschen, die Tabakqualm und -geruch nicht abkönnen, eine frustrierende Erfahrung. Insofern ist jeder, der sein Gequalme verschweigt, zunächst mal eindeutig rücksichtslos gegenüber Nichtrauchern. Das mit den Vorurteilen hat insofern schon eine gewisse Berechtigung.
 
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  • #33
AW: Nichtraucher?

@Heppy

Sie hat ihn darauf angesprochen. Er sagte dann, er rauche ab und an.
 

Tlaloc

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  • #34
AW: Ich bin militanter Nichtraucher :)

Zitat von equinox:
.. da müssen wir argumentativ aber noch etwas üben. Wer zugibt, Raucher zu sein, schreckt damit bestimmt keine Mitraucher ab und ebensowenig rauchtolerante Nichtraucher, er erspart aber Menschen, die Tabakqualm und -geruch nicht abkönnen, eine frustrierende Erfahrung. Insofern ist jeder, der sein Gequalme verschweigt, zunächst mal eindeutig rücksichtslos gegenüber Nichtrauchern. Das mit den Vorurteilen hat insofern schon eine gewisse Berechtigung.

Du bist der Ansicht, dass es keine Nichtraucher gibt, die einen Raucher - auf dem Papier in einer Partnerbörse - konsequent aussieben würden, wenn sie einen Raucher in der Realität träfen, aber nicht derart rigoros wären? Ich habe andere Erfahrungen bzw. Beobachtungen gemacht. Das hat mit argumentativer Übung denn auch nicht allzu viel zu tun. Du schließt lediglich von deiner Haltung auf die aller anderen Rauch-theoretisch-nicht-Akzeptierer.

Zusatz: "Rücksichtslos" ist es erst einmal nur in der Hinsicht, als dass dem Nichtraucher ein wenig seiner kostbaren Zeit für ein Date ohne weitergehende Perspektive abgetrotzt wird. Souverän wäre es dann natürlich, wenn der so missbrauchte Nichtraucher das Beste aus der Situation macht. Vielleicht hat er ja doch noch ein wenig Vergnügen, obwohl er schwer getäuscht wurde.

Und: Schwerlich jeder Raucher verschweigt seine garstiges Laster. Insofern hätte das mit den Vorurteilen wiederum keine Berechtigung, es sei denn, man klammert alle Raucher, die offen und voller Selbstbewusstsein zu ihrem Qualm stehen, mit ein.
 
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Heike

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  • #35
AW: Ich bin militanter Nichtraucher :)

Zitat von Tlaloc:
Natürlich kann man nicht gegen Ekel argumentieren, das ist auch gar nicht mein Anliegen.

Dafür ist der Ekel auch schließlich da: um mal eine Unmittelbarkeit ins Feld zu führen, die einem ncihts und niemand nehmen kann. Wenn die Moral nicht weiterhilft, ist wenigstens noch der Ekel da.
Ich nehme mal an, vor 50 jahren war Zigarettenrauch noch nicht so flächendeckend Gegenstand von Ekelempfinden. Hat sich seither genetisch so viel getan oder ist das eher eine kulturelle Angelegenheit, mit diesem Ekel? Ich nehme mal an: letzteres. Damit ist dem einzelnen, der sich faktisch einfach ekelt, natürlich nicht geholfen.

Aber wie man bezüglich der Raucher gerne weitreichende moralische Überlegungen anstellen darf, könnte man ja auch bezüglich der sich Ekelnden überlegen, was damit so zum Ausdruck gebracht werden könnte. Sind Menschen, die das, was gesellschaftlich mittlerweile ja nicht ehr in eine schicke, sondern in eine eher anrüchige Ecke gestellt wird, schnell als persönlich eklig empfinden, leicht beeinflussbar durch die öffentliche Meinung, eher dependente Charaktere usw.? Was meint ihr? :)
 

Pit Brett

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  • #36
Die Frage stellen heißt

sie zu bejahen. Ist wie (umgekehrt) mit dem unsinnigen Dauertrinken – man sieht ja kaum noch jemanden unter vierzig, der nicht was zum Trinken dabei hat und immer wieder kleine Schlucke nehmen muß. Gegen das Austrocknen ... Für diesen Schmäh, dem viele folgen, fehlt es an jeder belastbaren medizinischen Grundlage.
 
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winzling_geloescht

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  • #37
AW: Nichtraucher?

Zitat von delfin 1988:
Ihr lernt jemanden kennen, mailt eifrig, seid sehr angetan, in seinem Profil steht Nichtraucher, ihr trefft ihn und riecht sofort, dass er (oder sie) doch raucht. Wiegt für Euch diese Datinglüge schwer?

Als Raucher stört es mich überhaupt nicht, wenn jemand nicht raucht. Auch wenn sich bei mir Zeiten des Rauchens und Nichtrauchens abwechseln, gibt's da nichts zu beschönigen und im Profil steht natürlich "Raucher". Die militanten Nichtraucher klicken es weg und das ist gut so, Ziel erreicht. Können sie sich nicht in ihrer strikten Ablehnung am Rauchen stören, dann finden sie anderes, um es genauso strikt abzulehnen, keine wirklich gute Verhandlungsbasis für mich.

Ich glaube ja, dass die "Gelegenheitsraucher" hier bei Parship sich lediglich für Nichtraucher etwas positiver darstellen und nicht gleich durch's Raster fallen wollen. Ich hab zwar nur einen davon bei Parship kennengerlernt, aber er hat auch weit mehr geraucht als ich. Seine Antwort auf meine diesbezügliche Frage fand ich schon einleuchtend aus seiner Sicht, er bekommt halt auch Kontaktanfragen von Nichtraucherinnen, die zurückschrecken, wenn sie das Wort "Raucher" lesen, hat also mehr Zuspruch.

Wenn man halt Wert auf möglichst viele Kontakte legt, dann schummelt man hier und da eben ein bissl. Wem mehr daran liegt, was für Kontakte (Betonung auf "was") das so sind, der ist da wohl schonungsloser und ich neige dazu, mich zu letzteren zu zählen. Als Raucher weiß ich, dass man gute und langjährige Beziehungen mit einem Nichtraucher führen kann, grundsätzlich funktioniert es also. Es kommt halt - wie immer - auf die einzelnen Menschen an.
 

faraway

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  • #38
AW: Nichtraucher?

Ach ach ach
ich seh's ganz klar. Ich bin totally out.
Picasso, Sartre, Hesse und company sind leider schon weiland.
Die rauchten, gingen nicht ins Gym und waren auch sonst nicht sportfanatisch, tranken gern ein philosophisches Glas Wein und waren irgendwann auch. still glowing and vital, über Fünfzig.... und lebten ihr durchaus bemerkenswertes Leben, zur grossen Freude vieler anderer.
Problematisch, crazy, alles was wir wollen...aber so Leute mag ich. Vielleicht hätten sie mich auch in gewisser Weise gemocht.
Ohne high heels, elegant fashion (das kommt ja auch noch dazu) und andere Kinkerlitzchen, wie z.B. for ever young Haarfärberei und so... und max. cash flow nicht zu vergessen !!!
und und und....
Wie gesagt. I am totally out: und es tangiert mich von Tag zu Tag weniger. I have lived my life... and I still live it. Manchmal bin ich echt froh, dass ich so weit "vom Schuss" bin.

Ich bezweifle, dass ich erbärmlich stinke (hat mir auch noch nie jemand vorgeworfen) und finde mich auch nicht wirklich zum Kotzen. Alt find ich mich auch nicht.
Ungesund (laut allgemeiner Ansicht) ist in meinem Leben, soweit ich das irgendwie "objektiv" eruieren kann, nur das Rauchen. Der Rest scheint dieses verpönte Übel irgendwie mirakulös aufzuwiegen - zumindest hab ich den"gesunden" Eindruck.

Ich habe gar nichts gegen Nichtraucher, im Gegenteil. Manchmal rauche auch ich nicht.

Was ich persönlich nicht recht wirklich mag, sind empörte Anti-Strukturen, fanatisches Gehabe, Voruteile... und so halt.

Vielleicht sterb ich ja morgen, weil ich so böse und unvernünftig bin.
wuwei.
 
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  • #39
AW: Nichtraucher?

@faraway

:))) Deine postings mag ich auch, wenn Du sie mit Fluppe im Mund geschrieben hast!
 

Pit Brett

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  • #40
I could not agree more.
 
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  • #41
AW: Nichtraucher?

Mich würde an der ganzen Geschichte auch eher stören, dass er in Bezug auf seine Gewohnheiten von Anfang an nicht die Wahrheit gesagt hat, als dass er raucht. Ich bin selber Nichtraucherin, gehe aber gerne mal wenn wir unterwegs sind mit den Rauchern vor die Tür um eine zu "rauchen" (will heissen, ich geh mit quatschen, rauche aber nicht). Ich finde es auch extrem angenehm, dass man ausgehen kann, ohne hinterher zu stinken wie ein Aschenbecher, und ich bin zutiefst dankbar, dass bei uns im Büro schon von Anfang an nicht geraucht werden darf. Das heisst aber nicht dass ich alle Raucher verdamme, es gibt auf beiden Seiten Menschen, die Rücksicht nehmen, und welche, die es nicht tun.

Ich könnte mich mit einem Raucher arrangieren, der in Maßen raucht und damit klar kommt, dass ich nicht möchte, dass in meiner Wohnung geraucht wird, bzw bei schlechtem Wetter darf auch mal am offenen Fenster geraucht werden. Ich glaube aber, mit jemandem, der schon sobald er die Füße aus dem Bett schwingt die erste anzündet, nach dem Zähneputzen vor dem Frühstück die nächste braucht und gleich nach dem Frühstück zur zweiten Tasse Kaffee die dritte qualmt, käme ich nicht so gut klar (das gibt es, weiß ich aus verlässlicher Quelle ;o)). Also sprich: Kettenraucher no go, "normaler" Raucher oder Gelegenheitsraucher: probieren wir's mal und schauen was draus wird.
 
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winzling_geloescht

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  • #42
AW: Ich bin militanter Nichtraucher :)

Zitat von Bergfex:
Aber in D sind wir ja zum Glück endlich auf einem guten Weg - man kann wieder Ausgehen, ohne anschliessend Duschen und die komplette Garderobe in die Wäsche werfen zu müssen... von den ganzen anderen Nachteilen des Rauchens ganz zu schweigen, die ja mittlerweile jedes Kind kennt...

Das kommt auf das Aftershave und sonstige Duftwässerchen der Männer an, mit denen frau sich mehrere Stunden in einem möglicherweise nicht klimatisierten und recht engem Zimmerchen aufhalten muss. Und das trotz nachgewiesener allergieauslösender Inhaltsstoffe in bisweilen bedenklichem Ausmaß. Von nahezu komatösen Düften mal ganz abgesehen, steh ich's tapfer durch und demonstriere Stärke :-D
 

GLÜCKLICH

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  • #43
AW: Nichtraucher?

Zitat von delfin 1988:
ja, denn es ist eine Lüge, die nichts im Profil zu suchen hat. Ich rauche und stehe dazu, auch in meinem Profil.
Ich bin kein Gelegenheitsraucher, denn ich rauche NICHT bei jeder Gelegenheit -:); ich will weder beim umsteigen zwischen zwei mehrstündigen Flugstrecken schnell eine rauchen, noch beim ICE-Halt auf einem Bahnhof. Rauchen ist (m)ein Genuß und dazu mag ich weder auf die Straße, noch in einen "Glaskasten" gehen.
Ich kann sensible Nichtraucher sehr gut verstehen, es stinkt, daran ist nichts zu ändern.
--
Ich kippe um, wenn ich Knoblauch riechen muß - der ist nur nicht ungesund bei Hypertonie
 
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  • #44
AW: Nichtraucher?

Zitat von delfin 1988:
@Schreiberin

Als verbissen sehe ich mich nicht, und es geht hier auch nicht um Checklisten. Es geht darum, warum einer nicht zu sich steht bei Tatsachen, die ja überhaupt nicht ans Eingemachte rühren. Warum kann man schon bei diesen Angaben nicht einfach ehrlich sein? Es ist nicht schlimm, zu rauchen, warum "schummeln"?

Herzchen - dich meinte ich nicht ! :))
 
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  • #45
AW: Nichtraucher?

@Schreiberin

Dann ist ja gut, Schätzchen! :))
 

Pit Brett

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  • #46
Zitat von GLÜCKLICH:
ich will weder beim umsteigen zwischen zwei mehrstündigen Flugstrecken schnell eine rauchen, noch beim ICE-Halt auf einem Bahnhof. Rauchen ist (m)ein Genuß und dazu mag ich weder auf die Straße, noch in einen "Glaskasten" gehen.
ganz einverstanden – aber ich glaube, SOLCHE (Genuß-)Raucher sind gar nicht gemeint.
 

Else

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  • #47
AW: Nichtraucher?

Ich mag Rauchen gar nicht, manche Raucher durchaus. Ich hielt auch dies zunächst für mich für ein no-go. Mittlerweile bin ich dabei zu sagen, wenn es sonst zu passen scheint, kann man sich ja mal angucken und beschnuppern. Dann kann es sein, dass mich bei dem einen das Rauchen stört und beim anderen nicht. Insofern bin ich in dieser Frage zwar nicht tolerant, aber zumindest mal offen.
 

equinox

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  • #48
AW: Nichtraucher?

Warum denn nicht einfach dazu stehen, sagen "Ich bin RaucherIn und das ist gut so!". Nur weil man, wenn man sein "Laster" verschweigt, erst mal mehr Kontaktanfragen (von Nichtrauchern) erhält hat oder weil man mehr Erstdates (mit Nichtrauchern) absolvieren kann? Das scheint mir eine etwas merkwürdige Auffassung von "ernsthafter Partnersuche" zu sein, wo bleibt da die üblicherweise erwartete Offenheit?

Dass Rauchen nicht unbedingt eine gesundheitsfördernde Veranstaltung ist, dürfte selbst dem allerletzten Genuss- und Überzeugungsraucher klar sein. Dass man damit auch andere beeinträchtigt und schädigt ebenso. Also, wo ist das Problem, wenn sich Menschen dagegen abgrenzen wollen - und von rauchenden Zeitgenossen nur erwarten, dass sie Gewohnheiten, von denen allgemein bekannt ist, dass sie andere beeinträchtigen können, offenlegen.

Nein, es ist bestimmt nicht schön, wenn jemand mit einer Checkliste vor dem ersten Treffen eventuelle "No-Gos" abfragt. Aber Menschen, die versuchen, ihre (für andere oft unangenehmen) Gewohnheiten bewusst zu verbergen, fordern solches Verhalten heraus. Ich habe keine Probleme, mit RaucherInnen zusammen zu arbeiten, zu diskutieren, zu feiern, nur mein Bett ist und bleibt eben rauchfreie Zone.
 
S

Sid_geloescht

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  • #50
AW: Nichtraucher?

Schwerwiegend für mich.
Ich finds albern, nicht zu seinen Gewohnheiten,Vorlieben und Eigenheiten zu stehen. Und auch dreist dem Anderen gegenüber, wenn ich diese verheimlichen will.
Wenn ich rauche, rauche ich. Wenn ich einen dicken Bauch habe,dann habe ich einen dicken Bauch. Ja.
Ich rauche.
 
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  • #51
AW: Nichtraucher?

Ich geh' mal eine rauchen.

(auf meinem Balkon, wie immer, bedingungslose Freiluftraucherin).

Unfassbar, was man hier manchmal so lesen muss. Muss man nicht, vielleicht sollte ich einfach damit aufhören.
 

Tlaloc

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  • #52
AW: Nichtraucher?

Zitat von equinox:
Aber Menschen, die versuchen, ihre (für andere oft unangenehmen) Gewohnheiten bewusst zu verbergen, fordern solches Verhalten heraus.

Naja, das ist ein bisschen wie die Frage nach der Henne und dem Ei, oder? Und persönlich würde ich tendentiell eher umgekehrt sagen, dass Raucher manchmal ihren Rauchstatus zunächst verschweigen, weil sie befürchten, ansonsten durch No-Go-Checklisten totgeschlagen zu werden. Erst dann macht das Verschweigen ja überhaupt ansatzweise "Sinn", es sei denn, man schämt sich ganz allgemein dafür.

Ich meine, ich kann es schon verstehen - ich wäre auch nicht gerade begeistert, hätte ein Date im Vorfeld bezüglich bestimmter Dinge gravierend geflunkert (bei mir wäre der oberflächliche Knackpunkt das Gewicht.. oder eher, die Proportionen ;-)), und ich muss ehrlich zugeben, dass dieses Date dann wohl auch kaum noch eine Chance hätte. Aber... "kaum noch eine Chance" ist besser als "keine Chance", weil man erst gar nicht die Möglichkeit für ein Date bekam. Nehme ich an. Was weiss ich denn, wie die Hormone so fliegen.

So schwer nachzuvollziehen finde ich solche Profillügen jedenfalls nicht. Ob sich die Leute damit einen Gefallen tun, sei dahingestellt. Ich vermute, unterm Strich schon, solange sie entsprechende Frustrationstoleranz für die sicher deutlich erhöhte Grusel-Date-Quote haben.
 

faraway

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  • #53
AW: Nichtraucher?

Frustration, perfekte Wunschvorstellungen, Angstlügnerei... geht ja Hand in Hand, Ehrlich ist nicht gut genug.

Bin grad geschockt. In Profilberatung hat sich auf Anraten ein Verwitweter scheiden lassen.
 

SineNomine

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  • #54
AW: Nichtraucher?

Zitat von faraway:

Ehrlichkeit ist durchaus gut genug: Gut genug um als ehrlicher und offen mit sich selbst umgehender Mensch erkannt werden zu können. Der Preis den man dafür zahlt ist halt, dass man ab und an "durchs Raster fällt", es nicht jeder und jedem recht macht.

Mit Unehrlichkeit, bei zurechtgelogenen oder euphemistisch zurechtgeglätteten Profilen, fällt man zwar im Zweifel nicht an dieser Stelle aus dem Suchraster. Dafür fragt sich das Gegenüber dann aber, sobald die Lügen aufzufliegen beginnen, wie weit die Unehrlichkeit wohl so geht, wieviel vom bis dahin kommunizierten Lüge und was Wahrheit war. Die Lügner fallen schlicht durch ein anderes und oftmals wesentlich gröberes Sieb.

Schreiberin hat Rauchen hier als "kleine persönliche Schwäche" bezeichnet, und zumindest dem "persönliche Schwäche" im Sinne eines letztlich nicht sonderlich dramatischen Lasters können vermutlich die meisten hier gut zustimmen (darüber, wie klein oder groß diese Schwäche ist gäbe es vielleicht noch Diskussionsbedarf, aber das ist letztlich eine sehr persönliche Einschätzung und Bewertung), auch dann, wenn dieses Laster halt ein persönliches No—Go darstellt. Jeder von uns hat solche Schwächen, der eine raucht, die andere hat einen Schuhtick und beide zusammen greifen vielleicht häufig Junk--Food statt frisch zu kochen. Nichts, was uns zu schlechteren Menschen machen würde, eher schon ein Teil dessen, was uns von anderen unterscheidbar macht.

Interessant wird es bei der Frage wie wir jeweils mit diesen unseren Schwächen umgehen, sowohl ganz allgemein als auch in der konkreten Situation der Partnersuche. Wir können natürlich versuchen sie so gut wie möglich zu verbergen, sie mit verschleiernden Formulierungen zu übertünchen oder schlicht in Form einer glatten Lüge zu verleugnen. Aber gerade in Bezug auf die Partnersuche schreckt zumindest mich solches Verhalten eher ab. Nicht nur wegen der Unehrlichkeit selbst, sondern beispielsweise auch, weil sich mir dann immer sofort zwei Fragen aufdrangen: Wie ist es um das Selbstbild und das Selbstbewusstsein eines Menschen bestellt, wenn sie oder er es für nötig hält in Bezug auf solche Dinge wie das Rauchen im Zweifel eher zu lügen? Und wie verzweifelt ist die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner wenn ein ansonsten vielleicht eher recht ehrlicher Mensch das eigene Profil derart „glättet“ um bloß nirgends durch irgendein Suchraster zu fallen?

Zu seinen kleinen und größeren Schwächen, zu seinen Fehlern, stehen zu können strahlt für mich eine gewisse innere Stärke und ein gewisses Maß an Gelassenheit im Umgang mit sich selbst aus. Wenn das dann noch in einer Form im Profil thematisiert wird die mich zum Schmunzeln oder gar Lachen bringt, dann motivieren mich die meisten dieser Schwächen letztlich sogar noch zu einer Kontaktaufnahme und wirken keineswegs abschreckend. Und ich denke nicht, dass das nur bei mir so ist.

Insofern verstehe ich nicht mal ansatzweise, warum diese Dinge in vielen Profilen derart kaschiert werden. Spätestens beim persönlichen Kennenlernen fliegt das meiste davon doch eh auf, und wenn es für den anderen ein No—Go ist, dann ist oft die Enttäuschung auf beiden Seiten riesig. Wenn es aber kein No—Go ist, dann kann die Erwähnung der einen oder anderen Schwäche im Profil doch gerade die Anknüpfungspunkte für einen Einstieg in ein Kennenlernen liefern.
 
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  • #55
AW: Nichtraucher?

@SineNomine

Verzweifelt auf der Suche, das fiel mir zu der falschen Angabe ebenfalls ein. Oder auch wahllos auf der Suche oder hoffend darauf, auf diejenige zu treffen, für die man bereit wäre, das Rauchen bleiben zu lassen.
All diese Motive sind menschlich. Ist nur die Frage, ob ehrlich nicht langfristig zielführender ist.
 

Tlaloc

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  • #56
AW: Nichtraucher?

Zitat von SineNomine:
Wie ist es um das Selbstbild und das Selbstbewusstsein eines Menschen bestellt, wenn sie oder er es für nötig hält in Bezug auf solche Dinge wie das Rauchen im Zweifel eher zu lügen? Und wie verzweifelt ist die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner wenn ein ansonsten vielleicht eher recht ehrlicher Mensch das eigene Profil derart „glättet“ um bloß nirgends durch irgendein Suchraster zu fallen?

Der Witz ist ja, dass man diese Fragen im Prinzip genauso gut umdrehen könnte. Wie ist es um das Selbstbild und das Selbstbewusstsein eines Menschen bestellt, der nicht bereit ist, sich auf einen anderen Menschen einzulassen sondern stattdessen mit einem womöglich überdimensionierten Schutzschild namens No-Go-Liste hantiert? Und wieviel Bindungsangst hat eine Person, die sich dahinter verschanzt und auf Perfektion wartet, um ja nichts von sich "aufgeben" zu müssen?

Die Sache ist doch, es gibt nicht "das Laster" und dessen allgemeingültige Bewertung, wie du ja auch schreibst. Manche Laster sind gesellschaftlich verrufener als andere. Es gibt Laster, die sind in den Augen der Allgemeinheit eigentlich gar keine Laster, sondern machen eine Person vielleicht "interessant". Beim Rauchen verhält es sich so, dass uns seit Jahren eingehämmert wird, es sei schmutzig, widerlich, rücksichtslos und ganz allgemein sowieso nur was für willensschwache Menschen, die sich ihrer Sucht ergeben. Um zu einem solchen Laster offen gegenüber noch unbekannten Personen zu stehen, bedarf es demzufolge einer immer größeren Portion Selbstbewusstsein, denn man stemmt sich mehr und mehr gegen den gesellschaftlichen Trend, der mit einer Fülle von Vorurteilen verbunden ist.

Es ist schwieriger, zu einer allgemein als schmutzig betrachteten Schwäche zu stehen, als zu einer Schwäche, die vielleicht bei richtiger Darstellung sogar irgendwie charmant sein kann. Und vor allem: Die nicht automatisch mit anderen Schwächen verbunden wird. Raucher sind ja, wie wir alle wissen, ganz allgemein charakterschwach. Ein Schuh-Tick hingegen ist zum Beispiel irgendwie auch amüsant, nicht wahr?

Es kommt natürlich immer auf den Einzelnen an. Nicht jeder verurteilt Raucher direkt und verbannt sie in die neun Höllen der Sünde. Aber man wird gute Chancen haben, eine Wette zu gewinnen, die etwa wie folgt lautet: Innerhalb der ersten fünf Minuten nach der Offenbarung man sei Raucher, wird man gefragt werden, wieviel man denn so raucht. Die Implikation dieser Frage verrät schon eine ganze Menge über das gesellschaftliche Ansehen.
 

equinox

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  • #57
AW: Nichtraucher?

Zitat von Tlaloc:
(...) Manche Laster sind gesellschaftlich verrufener als andere. Es gibt Laster, die sind in den Augen der Allgemeinheit eigentlich gar keine Laster, sondern machen eine Person vielleicht "interessant".
(...)
Es ist schwieriger, zu einer allgemein als schmutzig betrachteten Schwäche zu stehen, als zu einer Schwäche, die vielleicht bei richtiger Darstellung sogar irgendwie charmant sein kann.
(...) Ein Schuh-Tick hingegen ist zum Beispiel irgendwie auch amüsant, nicht wahr?

Argumentative Übungen stehen nach wie vor an:

Eine "Schwäche" wird solange amüsant und charmant bleiben, wie andere dadurch nicht maßgeblich in ihrer eigenen Lebensführung und auch Gesundheit beeinträchtigt werden. Der zitierte extensive "Schuhtick" etwa wird erst dann zum Problem, wenn aufgrund dessen die Privat-Insolvenz vor der Tür lauert oder die Anmietung zusätzlicher Lagerflächen erforderlich wird. Rauchen beeinträchtigt dagegen unmittelbar, in der Wohnung ohnehin und als Ausdünstung der rauchenden Personen bei jeder körperlichen Annäherung. Ein wichtiger und zentraler Unterschied.

Wer etwa hochalpines Klettern (keine ganz risikofreie Freizeitaktivität) oder Drachenfliegen als persönliche sportliche Schwäche oder "Laster" pflegt - schädigt im Absturzfall zunächst nur sich selbst. Rauchen ist dagegen kein "verrufenes Laster", dessen Negativ-Image aufgrund böswilliger Zuschreibungen entsteht, sondern es bringt eindeutige Nachteile und Risiken für Dritte mit sich - daher die gesellschaftliche Ächtung. Gilt übrigens z.B. auch für Rasen auf der Autobahn, deshalb auch entsprechende Regelungen und Einschränkungen.
 

Tlaloc

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  • #58
AW: Nichtraucher?

Zitat von equinox:
Argumentative Übungen stehen nach wie vor an:

Lieber equinox, ich würde es begrüßen, könnten wir ohne diese Art der Herablassung diskutieren. Du gehst schlicht von anderen Prämissen aus - und in meinen Augen falschen Prämissen - als ich.

Eine "Schwäche" wird solange amüsant und charmant bleiben, wie andere dadurch nicht maßgeblich in ihrer eigenen Lebensführung und auch Gesundheit beeinträchtigt werden. Der zitierte extensive "Schuhtick" etwa wird erst dann zum Problem, wenn aufgrund dessen die Privat-Insolvenz vor der Tür lauert oder die Anmietung zusätzlicher Lagerflächen erforderlich wird. Rauchen beeinträchtigt dagegen unmittelbar, in der Wohnung ohnehin und als Ausdünstung der rauchenden Personen bei jeder körperlichen Annäherung. Ein wichtiger und zentraler Unterschied.

Der gemeine Raucher beeinträchtigt je nach seinen Gewohnheiten erst einmal niemanden außer sich selbst. Man mag es kaum glauben, aber es gibt Raucher (und sogar ziemlich viele), die auch in den eigenen vier Wänden zum Betreiben ihres Lasters auf den Balkon oder die Terrasse gehen. Auch soll es Raucher geben, die ihren Rauch nicht dem Gegenüber ins Gesicht pusten. Und sogar solche, die ihre aufgerauchten Stummel auf dem Gehweg einsammeln, um nicht das optisch bedingte Wohlbehagen der Mitbürger zu beeinträchtigen.

Die reine Ausdünstung bleibt natürlich bestehen. Bei nicht kettenrauchenden Individuen ist diese Ausdünstung aber nicht dauerhaft und ganz allgemein auch nicht per se schlimmer oder besser als jegliche andere Ausdünstung - beispielsweise die von Schweiß bei sporttreibenden Individuen, oder bei Leuten, die bei wärmeren Temperaturen schlichtweg schneller schwitzen.

Über die gesundheitlichen Gefahren für Passivraucher könnte ich auf tatsächlich wissenschaftlicher Ebene auch noch einiges schreiben, aber das würde einerseits viel zu viel und andererseits spielt es auch keine Rolle für meinen Standpunkt. Meine Aussage ist: Angesichts der mit dem Rauchen verknüpften Vorurteile (und von mir aus völlig berechtigten Urteilen, wenn es dir weiterhilft), ist es *verständlich*, dass manch ein Raucher sein Laster zunächst verschweigt. Vielleicht nicht "klug", aber eben nachvollziehbar. Du wiederum sagst, es sei nicht nachvollziehbar, darüber hinaus unverzeihlich und es würde lediglich tiefgreifende charakterliche Mängel offenbaren. Ohne Berücksichtigung der Gründe für das mögliche Verschweigen, ist deine Ansicht allerdings schlichtweg eines: radikal. Was wiederum dein gutes Recht ist, wie gesagt. Und nebenbei den vielleicht ohnehin zweifelnden Raucher in seiner Ansicht bestärkt, nicht damit hausieren zu gehen, denn er weiss schließlich aus Erfahrung: Nur verhältnismäßig wenige von denen, die sich auf dem Papier oder allgemein über Rauch echauffieren, reagieren ähnlich schroff und absolut, wenn sie einem Raucher gegenüber stehen. Oder, anders gesagt, es wird nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.
 

equinox

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  • #59
AW: Nichtraucher?

Zitat von Tlaloc:
Der gemeine Raucher beeinträchtigt je nach seinen Gewohnheiten erst einmal niemanden außer sich selbst. (...) Die reine Ausdünstung bleibt natürlich bestehen.(...) Nur verhältnismäßig wenige von denen, die sich auf dem Papier oder allgemein über Rauch echauffieren, reagieren ähnlich schroff und absolut, wenn sie einem Raucher gegenüber stehen.

... und du vergisst leider immer wieder: Es geht hierbei um die Anbahnung einer (hoffentlich) auch sehr intimen Partnerschaft, nicht darum, interessante Menschen kennenzulernen. Da gelten schlichtweg "härtere" Regeln, deshalb meine Forderung nach Offenheit.

PS: ich hatte mehrfach Gelegenheitsraucherinnen gedatet, spannende Gespräche, ein interessanter Abend oder Nachmittag, fraglos, aber alles Weitere ...? Schon ein Kuss zum Abschied war nicht wirklich lecker.
 

Tlaloc

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  • #60
AW: Nichtraucher?

Zitat von equinox:
... und du vergisst leider immer wieder: Es geht hierbei um die Anbahnung einer (hoffentlich) auch sehr intimen Partnerschaft, nicht darum, interessante Menschen kennenzulernen. Da gelten schlichtweg "härtere" Regeln, deshalb meine Forderung nach Offenheit.

Das vergesse ich nicht. Aus eigener Erfahrung weiss ich aber, dass, wenn die Schmetterlinge erstmal flattern, man über so einige "Unzulänglichkeiten" hinweg zu sehen bereit ist. Für einige ist der Ekel gegenüber dem Gestank von Rauch theoretisch wie praktisch absolut, für andere aber vielleicht nur theoretisch absolut und praktisch relativ. Und immerhin sind da ja auch eine ganze Menge Kompromisse denkbar, man hockt schließlich auch in einer Beziehung nicht die ganze Zeit aufeinander herum.

Es ist eben ein zweischneidiges Schwert. Du machst es dir zu einfach, wenn du pauschal allen Rauchverschweigern Rücksichtslosigkeit bzw. Schwäche unterstellst. Ich will das eigentlich auch gar nicht verteidigen, sondern eher erklären. Raucher verschweigen ihr Laster halt nicht aus einer Laune heraus, oder weil sie die Naivität ihres Dates ausnutzen wollen, sondern sie haben dafür womöglich gute Gründe, die sich aus Erfahrungen speisen. :)