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Claudi

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  • #1

"Never a failure, always a lesson" - Wie beeinflusst Online-Dating Eure Beziehungsfähigkeit?

Liebes Forum,
den Spruch oben gefällt mit ausgesprochen gut - gefunden als Tattoo auf dem Dekolleté einer jungen, Frau (etwa halb so alt wie ich), der ich im beruflichen Kontext vor Kurzem begnet bin. Ich staunte über ihre Weisheit. Und als ich damit fertig war, fragte ich mich, was sie wohl dazu gebracht hat, sich diese Weisheit unter die Haut stechen zu lassen. Der Spruch ist zweifellos ebenso wahr wie zeitlos, aber warum schon in dem zarten Alter? Und jetzt nehme ich das mal zum Anlass, Euch zu fragen, vor allem diejenigen unter Euch die Ihr schon so lange hier seid: Wie geht es Euch mit Euren Online- Datingerfahrungen/ (Schrägstrich) Euren theoretischen Erfahrung als Langzeitinsassen dieses Forums, falls Ihr bekennende Nicht-Dater seid? Verändern Sie Eure Einstellung zu Beziehungen, zum anderen Geschlecht, zu Euch selbst? Hilft es Euch, ein glücklicher Singel zu werden oder zu sein oder hindert es Euch eher daran?
Ich date jetzt schon fast genauso lange online, wie ich verheiratet war: bald sieben Jahre. Ich habe meinen eigenen Marktwert sinken sehen mit dem Alter. Mir Patchwork abgeschminkt. Beschlossen, nie wieder zu heiraten und nicht mehr mit einem Mann zusammen zu wohnen. Das war ein weiter Entwicklungs-Weg, zumal ich ein von Parship offiziell bescheinigtes besonders hohes Nähebedürfnis habe oder hatte. Sich freizuschwimmen war da nicht so einfach. Bin auch noch nicht fertig damit (ich werd nie fertig mit allem irgendwie...). Seit einem Jahr date ich nun nicht mehr mit der Priorität auf fester Beziehung sondern eher "unseriös". Und ich muss sagen: Das letzte Jahr war das, in dem ich am meisten über mich selbst gelernt habe, und das war zum Teil überraschend, irritierend und anstrengend, aber auch toll, witzig, schön und lehrreich. Vor allem erstaunt mich, dass ich erstmalig nach einem Jahr an derselben Börse noch keinen toten Punkt und das traurige Bedürfnis nach einer Pause habe. Im Grunde ist es so grotesk, dass ich selber darüber grinsen muss (an guten Tagen) oder mir die Haare raufen möchte (an schlechten Tagen): mein Leben ist ein verflixtes experimental-filmreifes roadmovie. Nie war es so Rock´n Roll wie jetzt, nicht mal mit 20. Das Problem ist bloß: ich bin gar nicht der Typ dafür eigentlich. Und zu alt. Dachte ich zumindest. Ich hab das alles nicht gewollt: meine Scheidung nicht, die 2-3 kaputten Kurzbeziehungen in der seriösen Datingphase nicht und jetzt bahnt sich das selbstgenügsame, leicht nerdige, beziehungsunfähige, weil eigenbrötlerisch-freiheitsliebende Singleleben als Dauerlösung an. Im Grunde fehlt mir nichts mehr, weil ich so gut Loslassen gelernt habe, dass ich nichts mehr festhalten will und kann. Ich hab gelernt und viel davon verstanden, warum die einen beziehungsunfähig werden (so ungefähr 234 Gründe dafür kann ich mir jetzt vorstellen) und dass sie deswegen keine "schlechten" Menschen sind, und warum die anderen fremd gehen (ist so eine fixe Idee von mir, das rauskriegen zu müssen, weil ich selbst betrogen wurde) und trotzdem immer in Langzeitbeziehungen sind (gibt Ihnen der Erfolg da nicht recht?).
Aus meiner Sicht kann ich Euch nur empfehlen: mehr Praxis, weniger Theorie. Reale Treffen statt verpixelter Fotos. Kassiert Körbe und verteilt welche. Schaut Euch einfach mal unterschiedliche Menschen an, auch ruhig mal nackt. Es steigert die Erkenntnis, und manchmal hebt es sogar die Laune. Eine der häufigsten Klagen hier sind zu wenige bis gar keine realen Kontakte. Mein Eindruck ist, dass beim Online Dating tatsächlich mehr mehr ist und nicht weniger: Wenn der Plan "Rein in die Börse, Partner schnappen und schnell wieder raus, um keinen Singel-Schaden davonzutragen" nicht funktioniert hat, muss man ja überlegen, was man macht. Und da kann nach meiner Erfahrung eine moderate Erhöhung der Schlagzahl und eine sagen wir mal "großzügigere" Definition der Zielvorstellung (muss ja nicht immer für immer...) eine ganz passable Lösung sein. Und das mit dem Angebot: den seriösen, echten Singles...naja...Meine Erfahrung: entscheidend ist nicht, was es kostet oder wie die Börse heißt, sondern man muss irgendwie dahin kommen, wo sich die Leute wirklich treffen wollen und es Leute gibt, die man selbst daten möchte. Manche sitzen da im richtigen Leben schon an der Quelle, in einer komfortablen "Hahn im Korb" Situation, als Chefin einer Spedition unter gut gebauten Muskelmännern und smarten Bürohengsten z.B. oder als Chirurgen-Halbgott in Weiß unter lauter Krankenschwestern und ehrgeizigen Anäthesistinnen :). Andere müssen das online bewerkstelligen und das für sie passende Angebot finden. Mir gefällts da ganz gut, in meiner "unseriösen" Börse. Was meint Ihr? Aus dem Alter wo "keine Erfahrungen" ein Qualitäts-Prädikat war, sind wir doch wohl raus, oder? Man muss nicht einmal das sprichwörtliche "böse Mädchen" sein, um wenn schon nicht überall hin zu kommen so doch wenigstens mal über den Tellerrand zu schauen und den Horizont ein bisschen zu erweitern? Was ist denn eigentlich bei Männern das Pendant zu dem "gute Mädchen - böse Mädchen" Spruch?
 
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HrMahlzahn

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  • #2
Aus den Berichten anderer Foristen und eigenen PS-Erfahrungen, bisher als bekennender Nichtdater;), bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass der Mensch in Singlebörsen zum Verbrauchsmaterial degeneriert. Da wird entweder ganz schnell oder nach längerem telefonieren oder gar mehreren Dates oder dem ersten Sex einfach der Ausknopf gedrückt. Keine Erklärungen, keine Entschuldigungen, schlichtweg Funkstille. Es wird nicht daüber nachgedacht dass der/die Andere verletzt wird. Es interessiert einfach nicht. Es herrscht der blanke Egoismus, Was interessieren mich meine Mitmenschen.
Claudi, du treibst dieses Verhalten doch auf die Spitze. Da werden vorher die Interessen abgesprochen und wenn sie kompatibel sind, ab in die Kiste. Einmal drüber gerutscht und das wars. Tschüß und Auf Nimmer Wiedersehn.
Immerhin wird bei dieser Methode niemand verletzt.
 
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fafner

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  • #3
Wie geht es Euch mit Euren Online-Datingerfahrungen...
Recht gut.
So ergibt die Frage überhaupt keinen Sinn. Oder gilt der Teil nur für die Langzeitinsassen hier? Was ist denn für Dich ein Nicht-Dater? Meinst Du jemanden, der einfach keine feste (monogame) Beziehung sucht? Ehrlich, ich komm nicht ganz draus, was Du wissen möchtest... o_O
Wie beeinflusst Online-Dating Eure Beziehungsfähigkeit?
Gar nicht. Oder zumindest nicht negativ.

Wenn ich jung wäre und meine Haut schädigen wollte, dann käme da eher drauf: failure is not an option... :D
 
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Claudi

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  • #4
Guten Morgen, fafner. Also, eine ganz famose Antwort auf meine Frage findest du bei HrMalzahn. Sowas in der Art. Ich meine, die Themen hier sind doch recht klar durch beschriftete Reiter markiert: Beziehung, Single-Leben, Dating Tipps. Von allem was dabei in meinem Eingangspost, und ich hoffe das von der Community zu allem was zurückkommt. Würde mich interessieren und freuen.
 

Claudi

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  • #5
Guten Morgen, HrMahlzahn, danke für Deine Antwort. Viel besser kann ein I Antwort Post nicht sein, da steckt viel Substanz drin, über die man trefflich diskutieren kann. "Niemand wird verletzt." Ist ein toller Wahlspruch für das Online Dating, so lange es sich auf der virtuellen Ebene abspielt. Der Preis für die Verletzungsfreiheit ist dann eben der Mangel an echten Emotionen, verlässlichen dauerhaften Kontakten... alles was einem die Online Geschichte dann auf Dauer so richtig verleiden kann. Das ist erst mal unabhängig davon, ob man auf einer seriösen oder unseriösen Börse unterwegs ist. Der Frust ist auf beiden der gleiche. Die Frage ist: wie kann man den vermeiden? Meine Antwort: echte Dates haben (und, wenn es das Angebot zulässt, radikal vorsortieren). Die andere Erfahrung ist: Du bekommst zurück, was du bereit bist zu geben. Du wirst zum Verbrauchsmaterial, wenn du andere als Verbrauchsmaterial behandelst. Du fängst an, andere als Verbrauchsmaterial zu behandeln, sobald du dem Rat gefolgt bist " Schätzchen, leg dir erstmal ein dickes Fell zu, wenn du hier bestehen willst." Und an dem Punkt kannst du ja den Hebel umlegen. Du kannst jemanden besser und individueller behandeln, und hoffen dass du das zurück kriegst. Wenn du Pech hast ,gerätst du damit gerade einmal an den Falschen/die Falsche. Da hilft dann nur mehr Dates, mehr Versuche, Stichprobengröße erhöhen sichert Wahrscheinlichkeiten ab. Alles ganz schön vertrackt...
 

HrMahlzahn

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  • #6
Noch was. Hier wird immer auf das andere Geschlecht geschimpft. Meist auf das männliche, da die Damen hier in der Überzahl sind. Ich finde die geben sich gegenseitig nix.
Nicht Männer sind Schweine. Menschen sind Schweine.

Passend zum Thema:
Aus einem Schüleraufsatz: Das Schwein trägt seinen Namen zurecht. Es ist auch eins.
 
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Sandbank

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  • #7
ohne dir zu nahe treten zu wollen, für mich klingt das fast gänzlich desillusioniert, pragmatisch und beliebig.
Euren theoretischen Erfahrung als Langzeitinsassen dieses Forums, falls Ihr bekennende Nicht-Dater seid?
?? versteh ich auch nicht wirklich..

Ich date jetzt schon fast genauso lange online, wie ich verheiratet war: bald sieben Jahre.
das läßt mich doch ein wenig aufhorchen. 7 Jahre lang intensives Daten ohne ' Erfolg'?
Aus meiner Sicht kann ich Euch nur empfehlen: mehr Praxis, weniger Theorie. Reale Treffen statt verpixelter Fotos.
Eines der wenigen Dinge, dem ich mich anschließen kann.
Manche sitzen da im richtigen Leben schon an der Quelle, in einer komfortablen "Hahn im Korb" Situation, als Chefin einer Spedition unter gut gebauten Muskelmännern und smarten Bürohengsten z.B. oder als Chirurgen-Halbgott in Weiß unter lauter Krankenschwestern und ehrgeizigen Anäthesistinnen :).
Ich geh mal davon aus, dass das von dir insgesamt als Ironie gemeint war?
Und da kann nach meiner Erfahrung eine moderate Erhöhung der Schlagzahl und eine sagen wir mal "großzügigere" Definition der Zielvorstellung (muss ja nicht immer für immer...) eine ganz passable Lösung sein.
wie gesagt, sehr pragmatisch für mein Empfinden. Allein das Wort Schlagzahl läßt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Aber gut, jeder Mensch ist halt anders.
Für eine Zeit kann man sicher eine solche Sicht haben, 'Meins' wäre es nicht.

dass der Mensch in Singlebörsen zum Verbrauchsmaterial degeneriert.
das lese ich immer wieder hier in diesem Forum und ist mir völlig unverständlich. Meine Erfahrungen waren da einfach grundsätzlich andere ( bis auf wirklich verschwindende Ausnahmen) ...und ich bin immer etwas konsterniert beim Lesen, ehrlich.
 
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HrMahlzahn

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  • #8
@Sandbank
Du bist boch nicht sehr lange hier. Wirf mal einen Blick auf den alten Thread von Claudi, dann wirst du einiges mehr verstehen.
Wenn du immer nur so gute Erfahrungen gemacht hast, hattest du wahrscheinlich ein Panzernashorn unter deinen Ahnen,

und wenn du mich weiter kritisierst, ruf ich meine Oma und die bewirft dich mit Sand:p
 
S

Sandbank

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  • #9
das stimmt. :)
Wirf mal einen Blick auf den alten Thread von Claudi, dann wirst du einiges mehr verstehen.
welcher ist das?
hattest du wahrscheinlich ein Panzernashorn unter deinen Ahnen,
;) sehr schön, aber trotzdem nicht, dass ich wüßte
Mahlzahn, du fühlst dich von mir kritisiert? :oops: Hab ich gar keinen Grund dafür!
Nur weil mir etwas nicht gefällt ( z.B. eine Acronymwortschöpfung, die ich ziemlich eklig fand :) ) ist es doch nicht zwangsläufig eine Kritik an deiner Person? :rolleyes:Du äußerst dich doch auch, wenn dir etwas nicht gefällt, oder nicht? :) also, lass mal gut sein mit deiner sandwerfenden Oma ;)
 

HrMahlzahn

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  • #10
wenn dich schon leckende Aschenbecher anekeln, solltest du nie einen Raucher küssen.
Was machst du eigentlich wenn dein Abfluß leckt.:D
und meine Oma wirft nicht nur mit Sand. Sie ist auch noch inkontinent.
 
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HrMahlzahn

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  • #12
Na, denn
A votre sanitaire, wie die Franzosen sagen
 

Hummele

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  • #13
.....bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass der Mensch in Singlebörsen zum Verbrauchsmaterial degeneriert. Da wird entweder ganz schnell oder nach längerem telefonieren oder gar mehreren Dates oder dem ersten Sex einfach der Ausknopf gedrückt. Keine Erklärungen, keine Entschuldigungen, schlichtweg Funkstille.
 

Hummele

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  • #14
Hallo,
Aus gerade eben gemachter Erfahrung möchte ich Mahlzahns Beitrag bekräftigen-
Nach intensiven Telefonaten einfach - aufzulegen und nicht mehr erreichbar zu sein ist charakterlos und menschenverachtend- ich werde wahrscheinlich nie erfahren woran es gelegen hat- und das ist eigentlich das traurigere dran- mit konstruktiver Kritik bzw. Klärenden Worten hätte ich die Chance es zu verstehen- aber so ist es einfach nur sehr herzschmerzbringend und hat mein mitunter romantisches Vertrauen erschüttert hier wirklich jemanden zu finden der sich wirklich auf mich einlassen will- ja ich fühle mich derzeit als Verbrauchsmaterial- Danke Herr Mahlzahn!
 

HrMahlzahn

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  • #15
@Hummele
Schöner Name.
Wollig, mollig, kuschelig, nektarsüß und mit wehrhaftem Stachel;)
 
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fafner

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  • #16
Guten Morgen, fafner. Also, eine ganz famose Antwort auf meine Frage findest du bei HrMalzahn. Sowas in der Art.
Ok. Du hast bei Henry die Bestätigung erfahren, daß Du Dich immer noch in einer Verbrauchsmaterialwelt fühlst. Meine Hoffnung und Frage zielte ja ein wenig dahin, ob Du mittlerweile den Absprung geschafft hättest. Sieht nicht danach aus... o_O
https://www.parship.de/forum/thema/...-sind-denn-gefaehrliche-bekanntschaften.7786/
 
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Hafensänger

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  • #17

HrMahlzahn

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  • #18
@auf Suche
ich habe mal eine volkskundliche Frage an dich.
Du hast als Mehrzahl von Korb Körber geschrieben. Ich habe diese Form schon einmal gehört. War das nur ein Schreibfehler, oder sagt ihr das wirklich so bei euch und wenn ja, aus welcher Gegend kommst du?
Danke
 

Claudi

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  • #20
@Sandbank: Desillusionierung kann ja mal vorkommen. Die Erfahrung, betrogen zu werden war z.b. sehr desillusionierend. Der gescheiterte Patchwork Versuch war eine anders gelagerte Desillusionierung. Das heißt ja aber nicht dass man grundsätzlich gefühlskalt wäre. Pragmatismus muss man zwangsläufig irgendwann entwickeln, wenn das Online Dating zu einem Dauerzustand wird. Aber auch da: das heißt ja nicht automatisch, dass man total abstumpft, das Wort wird hier ja oft und gerne bemüht. Ich rätsele immer noch darüber, warum Abstumpfung hier negativ besetzt ist und das sprichwörtliche dicke Fell positiv. Beliebig ist es beim "lockeren" Daten auch nicht wirklich, jedenfalls nicht, wenn man auf sein Bauchgefühl oder seine innere Stimme hört und auch mal einen nicht ganz so eleganten Rückzieher macht, der das Gegenüber dann verärgern kann. Die Erklärung ist dann sogar einfacher, als beim seriösen Dating: "Ich hab keine Lust gerade. In der netten Variante spart man sich dann das "auf Dich" und rundet mit einem:" das ist aber mein Problem, nicht Deins"ab. Meine Erfahrung ist: es ist gar nicht mal so viel einfacher, jemanden zu finden, mit dem man "nur" gern ins Bett gehen möchte und mit dem es dann auch richtig schön ist, als jemanden, mit dem man den Rest des Lebens verbringen will. Zwei unterschiedlich gelagerte Optima :). Dazwischen gibt es dann eben jede Menge Abstufungen in der Intensität. Und in der Grauzone manövriert man dann eben, wenn man keinen lückenlosen Beziehungs-Lebenslauf aufzuweisen hat. Schön wäre, wenn niemand dabei verletzt würde. Und bei den "kleinen Geschichten" ist das Risiko halt nicht so groß. Da geht es dann eher mal um gekränkte Eitelkeit, aber nicht mehr um dieses alles verschlingen schwarze Loch von einem Gefühl, das einen ins Bodenlose stürzen lässt. Und einerseits ist das ganz angenehm, die Dinge so unter Kontrolle zu haben, andererseits aber auch irgendwie... nicht die totale Erfüllung. Zumal man ja weiß dass der Fahrstuhl ins hoffnugslose, schwarze Liebeskummerloch einen in die andere Richtung schon auch auf Wolke Sieben katapultieren könnte...
Ich denke, es gibt da Unterschiede in der Einstellung, vor allem in der Risikobereitschaft und Begeisterungsfähigkeit, die ganz eindeutig damit zu tun haben, wie lange man sich beim Online Dating aufhält und welche Erfahrungen man dabei macht. Im Grunde hoffen wohl die meisten, dass das erste Date ein Treffer ist und sie die Tretmühle schnell wieder hinter sich lassen können. War zumindest bei mir so. Ich kenne auch ein paar solche Erfolgsstories, bei denen es so war. Und mehrere von denen sagen jetzt, nachdem Sie mindestens ein Jahr wieder in einer festen Beziehung sind, dass das ganze Single-Leben schon so unglaublich weit weg ist für sie und dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, dass sich ihre Gedanken mal ständig um das Thema Beziehung gedreht haben. Jetzt wo sie wieder eine haben, ist Beziehung eigentlich nicht mehr so ein wichtiges Thema, haben mir schon zwei Männer gesagt, und eigentlich möchten sie nur noch schnell vergessen und verdrängen, wie jämmerlich es Ihnen als Single ging. Verständlicherweise. Es ändert sich aber mit der Länge des Single-Daseins, weil das auch Lebenszeit ist, die einen prägt. Meine Beziehungserfahrungen, das Online Dating und das Leben als Single beeinflussen ganz erheblich meine Beziehungsfähigkeit und Einstellung zu Beziehungen. Und da ist auch immer Veränderung, was die Sache nicht einfacher macht. Und ich habe das Gefühl, dass es ganz gut sein kann, da über sich selbst Bescheid zu wissen und sich auch Dinge klarzumachen und einzugestehen. Und das kann ja z. B. sein: ich hätte gerade gerne körperliche Nähe, aber keine Beziehung.
 
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Dr. Bean

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  • #21
Die Form, wie Online-Dating im Moment funktioniert, ist für mich noch nicht ausgereift. Betrachtet man das Geschäft, dass sie hier mit Sehnsüchten machen, bekomme ich auch viel zu wenig Leistung für mein Geld. Ich sehe Online-Dating in der Zukunft mehr als kleinen Teil eines größeren Angebots, einer kompletten Online-Welt. So etwas wie Second Life nur u.U. verbunden mit richtigen Computerspielen, wo ich mehr Herausforderung und Inhalt habe in der Welt. In dieser Welt begegnen sich dann Menschen zufällig, was das Kennenlernen erleichtert und nicht so bittstellerich gestaltet wie in der jetzigen Form.
 

Claudi

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  • #22
@Dr. Bean: ich finde die Form, wie Männer und Frauen Beziehung führen überhaupt noch nicht ausgereift :))). Das ginge doch alles noch viel schöner, da steckt noch so viel Potenzial drin.
Das ist ja auch so ein Nebeneffekt des Singledaseins: solange man keine Beziehung hat, kann man schön vom hohen Ross aus das Bild der optimalen Beziehung entwerfen und ihm hinterherrennen. Oder wie die beiden Opas in der Muppet Show vom Balkon aus alle Beziehung um einen herum sezieren und ironisch kommentieren. Bei mir ist es inzwischen auch so, dass die Verwirrung darüber, wie so eine Beziehung funktioniert und am besten läuft, schon so groß ist, dass ich in meinem Umfeld keine einzige Beziehung mehr kenne, bei der ich gerne anstelle der Frau wäre. Übrigens auch nicht anstelle des Mannes :))). Interessant finde ich übrigens Deine These über die deutschen Frauen als gute Buddies, das meine ich in einem anderen Thread gelesen zu haben. Ich habe da so eine Theorie, das es wichtig ist in einer Beziehung, dass Mann und Frau gute Buddies sind, weil es jenseits von Geschlechterrollen die Loyalität erhöht und es quasi unmöglich macht, sich zu betrügen oder schlecht zu behandeln. Aber mit der Frage:"Wie sähe denn ihre ideale Beziehung aus?", auch gern in der Variante: "Wie stellen Sie sich Ihren idealen Partner vor?" können mir sämtliche Therapeuten die Schweißperlen auf die Stirn und die Tränen in die Augen treiben...;)
 
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Dr. Bean

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  • #23
Ich mach mir darüber keine Gedanken, ich führ einfach. :)
Hatte aber auch noch nie ne deutsche Frau, die denken mir zu viel :).
 

Claudi

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  • #26
@fafner: du gehst doch hier echt als pfiffiges Kerlchen durch sonst. Ich habe den Eindruck, du stellst Dich nur in meinen Threads extra ein bisschen dumm. Was soll das sein? Ein Kommunikationsblocker?
Niemand möchte betrogen oder schlecht behandelt werden in einer Beziehung. Nichtsdestotrotz passiert das aber oft. Dann nimmt es doch nicht Wunder, dass jeder versucht das Problem zu lösen und Strategien zu entwickeln, damit das nicht mehr passiert. Und das Buddietum ist nur eine Idee von mir, wie man das Problem angehen könnte. Ich habe dazu noch keine empirischen Daten vorzuweisen, ob es funktioniert. Nur zwei vielversprechende Prospektivstudien laufen gerade.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass du es anders versuchst, nämlich schon bevor überhaupt irgendeinen Kontakt zustande kommt? Indem du Matchingpunkte vergleichst und an Deiner Auswahl-Strategie für das nächste Date in ferner Zukunft feilst? Körperloses Spiel also. Aber wo ist das nun besser oder schlechter?
 
D

Dr. Bean

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  • #27
So viele Fragen, ich brauch jetzt erstmal nen Schnaps :)
 

HrMahlzahn

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  • #28
@fafner: du gehst doch hier echt als pfiffiges Kerlchen durch sonst. Ich habe den Eindruck, du stellst Dich nur in meinen Threads extra ein bisschen dumm. Was soll das sein? Ein Kommunikationsblocker?
er?
Das hat er in der letzten Zeit öfter. Entweder liegts am Gletscherschwund oder am Liebeskummer. Vielleicht brauch er einfach ein paar Streicheleinheiten oder man muß mal seinen Vergaser reinigen,
 

fafner

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  • #29
Was soll das sein? Ein Kommunikationsblocker?
Geh mal zunächst einfach davon aus, daß ich nicht über solch reichhaltige Beziehungserfahrung verfüge wie Du. Also wenn ich mal Deinen Referenzwert von 14 Jahren nehme, dann genau zwei. In keiner bin ich betrogen oder schlecht behandelt worden. Dazu rund ein Jahr Singlezeit.
Niemand möchte betrogen oder schlecht behandelt werden in einer Beziehung. Nichtsdestotrotz passiert das aber oft.
Das mit dem "oft" wage ich halt zu bezweifeln. Bei Dir liest es sich so, als sei es der Normalfall und auch irgendwie noch das ganze Onlinedating daran schuld.
Dann nimmt es doch nicht Wunder, dass jeder versucht das Problem zu lösen und Strategien zu entwickeln, damit das nicht mehr passiert. Und das Buddietum ist nur eine Idee von mir, wie man das Problem angehen könnte. Ich habe dazu noch keine empirischen Daten vorzuweisen, ob es funktioniert. Nur zwei vielversprechende Prospektivstudien laufen gerade.
Ich möchte Dich ausdrücklich ermutigen, es so zu versuchen.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass du es anders versuchst, nämlich schon bevor überhaupt irgendeinen Kontakt zustande kommt? Indem du Matchingpunkte vergleichst und an Deiner Auswahl-Strategie für das nächste Date in ferner Zukunft feilst?
Nicht in "ferner" Zukunft. Und nicht vergessen: schriftlichen Kontakt aufnehmen, ggf. telefonieren, wenn jemand das möchte, sich treffen und was unternehmen. Reden. Und noch mehr Reden. Ja, so "funktioniert" das bei mir. Hab jedenfalls noch keine echt schrägen Vögel auf die Art "abbekommen".
Körperloses Spiel also. Aber wo ist das nun besser oder schlechter?
Also erst ins Bett zu steigen und dann mal zu sehen, was sonst noch geht, ist definitiv nicht meine Strategie und das ist ja wohl auch bekannt. Und irgendwie kann ich auch nicht sehen, daß Du mit Deiner (bisherigen) Methode erfolgreicher bist. Und ich bin in der Tat begriffstutzig: wie genau funktioniert denn das mit dem Buddietum bei Dir? Wie es bei mir geht, gehen soll, hab ich ja eben beschrieben.

Schon allein, daß Du sagst, Du habest zwei "Studien" laufen, sicher beide mit Sex, nehme ich doch an, läßt mir die Augenbrauen hochsausen... o_O
 
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Jack555

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  • #30
Als Jugendlicher dachte ich: "wenn ich mal eine Wohnung habe, eine Frau, und Kinder, sprich' eine Familie - dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt."
Ich konnte nicht nachvollziehen, warum meine Oma+Opa kaum ein Wort miteinander sprachen, er am Tisch saß, sie am Herd, und wehe es war um 12.00 Uhr das Essen nicht auf dem Tisch, dann hat er gleich getobt. Das war der Alltag. Ich habe meine Eltern vielleicht, bis jetzt, 5x im Leben "umarmen" sehen. Das konnte ich damals alles nicht nachvollziehen.

Wer ist/war glücklich in der Liebe? war es Romy Schneider? Prinzessin Diana? Lothar Matthäus? Boris Becker?
Nicht mal Altkanzler Helmut Schmidt hat es "sauber" gepackt.

Ich weiß nicht, was Online-Dating mit Beziehungsfähigkeit zu tun hat. Wenn es klick macht, und das kann durchaus auch beim Online-Dating passieren, dann kann ich genauso glücklich sein, wie jemand der auf anderem Wege jemanden kennengelernt zu haben. Aber Glück ist halt nicht dauerhaft.

Beziehungsunfähigkeit liegt an einem selber, und nicht an anderen, und daran sollte man arbeiten.

Das Leben war noch nie das Paradies. Das ist nichts Neues.
Vielleicht ist zu viel "Freiheit", wie wir heutzutage haben (dann geh' ich halt), auch nicht das idealste.
Das Sensible tut sich hart, derjenige tut sich leichter wo sagt:" wir hatten eine schöne Zeit, und jetzt ist es halt vorüber.

Wer das Paradies im Leben sucht, wird scheitern, denn niemand hat das.

Entweder ich wage es wieder, oder ich lass' es bleiben. Das Leben ist halt mal nun so.
 
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