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  • #1

Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Der Ursprungsthread ist ja geschlossen und ich hab dazu auch keine weiteren Fragen, aber den hier will ich euch nicht vorenthalten:

http://www.bild.de/politik/inland/sexismus/so-schrieb-die-stern-reporterin-ueber-ilse-aigner-28356354.bild.html

Mein Gott, wie mich diese Heuchelei und Bigotterie anwidert.
 
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  • #2
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

...bitte um Aufklärung ob des Inhalts, ich kann es gerade nicht öffnen...oder geht es in die Richtung "she is the one"...ein überaus interessantes Thema...
 
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  • #3
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“, soll Brüderle zu der Reporterin gesagt haben. Jetzt kommt heraus: Letztes Jahr, im „stern“ Nr. 39/2012, hat Laura Himmelreich selbst über Dirndltauglichkeit geschrieben! In einem Artikel über CSU-Ministerin Ilse Aigner heißt es: „Bodenständig ist sie geblieben, und dirndltauglich ist sie eh.“ Dazu zeigt das Magazin ein Foto von Aigner – im Dirndl."
 
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  • #4
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

...genauso sehe ich es, eine gute Journalistin hängt ihre Fahne nicht in den Wind...wie es gerade passt...auch in manchen foren passiert das leider....
 
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  • #5
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

...ich kann mich gerade nicht an irgendwelche Auswüchse von Herr Genscher und Herr Kissinger erinnern,

was der „shin bet“ aktuell preis gegeben hat...finde ich wesentlich interessanter als die Nachrichten einer drittklassigen Reporterin über eine bayrische Nationaltracht !!!

Ich würde diese Tussie aktuell nach Korea schicken...da gibt es der Zeit keine „dirndl“
 
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  • #6
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Ohne Herrn Brüderle in Schutz nehmen zu wollen, aber hat irgendjemand Zweifel gehabt, daß diese Geschichte inszeniert/aufgebauscht wurde? Ein Schelm, der wahlkampftaktische Gründe vermutet :) Und ja Andre, es ist natürlich Heuchelei. Gehört zum ein-mal-eins des Medienhandwerks/Showbusiness/Politik.
 
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  • #7
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nele5050:
... eine gute Journalistin hängt ihre Fahne nicht in den Wind...
Das ist in meinen Augen mehr als nur "Fähnchen in den Wind hängen", das ist schon Charakterlosigkeit. Manche Leute sind ohne Schamgefühl auf die Welt gekommen. -- Abgesehen davon, dass die Sache damit diskreditiert wird. Aber ich kann nichts dagegen tun, ich empfinde eine geradezu schamlose Schadenfreude.
 
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  • #8
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Andre:
Der Ursprungsthread ist ja geschlossen und ich hab dazu auch keine weiteren Fragen, aber den hier will ich euch nicht vorenthalten:

http://www.bild.de/politik/inland/sexismus/so-schrieb-die-stern-reporterin-ueber-ilse-aigner-28356354.bild.html

Mein Gott, wie mich diese Heuchelei und Bigotterie anwidert.

dass der vorwurf damals erst im wahlkampf gemacht wurde, hat einen unangenehmen nachgeschmack in richtung kalkulierte politintrige und tut der sache sicher nichts gutes.
.
dass fr. himmelreich allerdings jetzt im gegenzug an den medialen pranger (von der bild! andre!) kommt, ebenso. nur weil das wort "dirndl" gefallen ist, ist es mmn nicht das gleiche in seiner sexistischen bedeutung. fr. himmelreich hat anscheinend fr. aigner als "bodenständig und dirndltauglich" charakterisiert. das kann man auch als paraphrase der damaligen csu-parole mit "laptop und lederhose (sic!)" im sinne konservativer politischer werte verstehen. ein deutlicher unterschied zu der anspielung nach brüderle, dass fr. himmelreich eine dirndlbluse gut ausfüllen könne. letzteres bezieht sich wenig subtil und ziemlich eindeutig auf die oberweite.
 
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  • #9
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
Ja, ich weiß. Da aber ein "Scan" des Artikels abgebildet ist, gehe ich mal davon aus, dass der authentisch ist. In diesem Falle wäre es irrelevant, *wer* diese Nachricht bringt.

Zitat von nuit:
nur weil das wort "dirndl" gefallen ist, ist es mmn nicht das gleiche in seiner sexistischen bedeutung.
Kann sein, aber "Dirndl" steht nun mal (als *einzige* bekannte Tracht) landläufig auch für "Hochgewölbtes", sodass eine gewisse Koketterie hier schon mitschwingt.
 
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  • #10
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Andre:
Kann sein, aber "Dirndl" steht nun mal (als *einzige* bekannte Tracht) landläufig auch für "Hochgewölbtes", sodass eine gewisse Koketterie hier schon mitschwingt.
da geb ich dir recht. ich wär nur nicht so streng, fr. himmelreich als bigott zu bezeichnen. eher als sehr ungeschickt. ist die aigner-sache eigentlich vor der aufregung um brüderle gewesen? (ich mag nicht nachsehen und mich nicht nochmal vor der bild schrecken. ich weiß, ich snob, ich. :) )
 
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  • #11
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Ich fand und finde diese ganze Sexismus-Debatte mehr als nur lächerlich.
Es läuft halt den dem Motto: Männer sind schuld und Frauen die bedauernswerten Opfer

Mir ist schon klar, dass Frauen ein Monopol auf die Opfer-Rolle haben, aber Aussagen wie "Deine Augen sind schön." als sexistisch zu bezeichnen ist mehr als peinlich. Zu mind. was in diesem Twitter-Channel als gepostet wurde.

Und wenn ich mir einige Interview mit den Expertinnen durchlese oder anschaue wird mir noch übler. Dort werden Sätze wie "Jungs es ist vorbei...", "Männer hütet euch...", etc.. als Standard-Floskel verwendet.

Hier noch ein kleiner Artikel über die "Unschuld" von Frauen! :)
http://www.spiegel.de/panorama/weiblicher-sextourismus-immer-mehr-frauen-reisen-nach-thailand-a-887049.html
 
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  • #12
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

@ prinz

der kontext macht die musik. kontext = machtstrukturen. männer sind nicht per se "täter", aber immer noch häufiger in machtpositionen als frauen. ausgenommen in deinem beispiel des weiblichen sextourismus. hier: ökonomische macht.
der kontext macht definiert den spielraum den ich für eine zurückweisung habe. bei "na, süße" auf einer party, ist das ein anderer, als nächtens alleine auf der straße (potentielle körperliche macht) oder im beruf, sollte mein chef auf die glorreiche idee kommen.
mehr mut zur differenzierung! ;)

ps: ich lese aus vielen deiner bisherigen postings eine gewisse schadenfreude und kleine gehässigkeiten frauen pauschal gegenüber heraus. das gefällt mir nicht. daher wohl meine abschlussspitze.
 
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  • #13
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
ich wär nur nicht so streng, fr. himmelreich als bigott zu bezeichnen.
Das bezog sich auch auf die "Aufschreier" und überhaupt die ganze political-correctness-"Szene".

Zitat von nuit:
ist die aigner-sache eigentlich vor der aufregung um brüderle gewesen?
Schätzungsweise ja, wobei der eigentliche Vorfall (also nicht die ein Jahr verspätete Aufregung) anscheinend sogar noch *vor* dem Aigner-Artikel lag.
 
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  • #14
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
ps: ich lese aus vielen deiner bisherigen postings eine gewisse schadenfreude und kleine gehässigkeiten frauen pauschal gegenüber heraus. das gefällt mir nicht. daher wohl meine abschlussspitze.

Tja, ich fürchte es wird dir nicht viel nützen, wenn dir meine "Schadenfreude" nicht gefällt. :)

Ob es wirklich Schadenfreude ist sei es jetzt mal dahin gestellt, aber in den letzten paar Wochen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass man auf die Männer einfach drauf gehaut hat wo es nur ging. Ich will nur sagen, dass Frauen keine Heiligen sind und immer öfter Täterinnen statt Opfer sind, aber in den Medien wird so was gerne verschwiegen.

Im Sinne der Gleichberechtigung packe ich Frauen nicht in Watte sondern behandle sie genauso wie Männer und wir wissen alle das Männer etwas direkter und schadenfroher sind. :)

Und im Falle Brüderle hat wohl die Journalistin ihre Macht missbraucht. Der Mann war betrunken, es war Mitternacht und das an einer Bar und da will die Frau ein ernstes Gespräch führen?? Sie hat ihre Macht ausgenützt um einen Mann zu schaden, sprich die Öffentlichkeit auf ihm zu hetzen.
 
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  • #15
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Prinz_im_Kuhstall:
Und im Falle Brüderle hat wohl die Journalistin ihre Macht missbraucht.
Also Brüderle ist natürlich auch jemand mit Macht und die Dirndl-Sache durchaus ein Machtspielchen. Allerdings finde ich, hat Brüderle unterm Strich deutlich mehr Schaden gehabt als Frau Himmelreich, der Spieß ist also eigentlich nur umgedreht worden. Auch Spießumdrehen ist in meinen Augen Scheinheiligkeit.
 
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  • #16
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Andre:
Kann sein, aber "Dirndl" steht nun mal (als *einzige* bekannte Tracht) landläufig auch für "Hochgewölbtes", sodass eine gewisse Koketterie hier schon mitschwingt.

Merkwürdige Vorstellung – aber als Tipp, einfach bei Wiki nachschlagen, wie „Dirndl“ definiert ist:
„... was man heute unter einem Dirndl versteht, sollte nicht mit einer regionalen Volkstracht verwechselt werden (....) Heute bezeichnet der Begriff Dirndl ein Kleid mit engem, oft tief rechteckig oder rund ausgeschnittenem Oberteil, weitem, hoch an der Taille angesetztem Rock, dessen Länge mit der herrschenden Mode wechselt, und Schürze.“

Da ist nix mit hochgewölbt ... die hochausgefüllten Wölbungen im Dirndl sind lediglich der (koketten?! Naja ...) Fantasie mancher Herren geschuldet ... Übrigens, wenn eine Frau von sich schreibt, dass sie auch im Dirndl eine gute Figur abgibt, darf sie das selbstverständlich – und auch mit Hinweis auf ihre Oberweite. So wie Schwarze sich selbstverständlich auch als N...... bezeichnen dürfen. Es bleibt eben immer ein gewaltiger Unterschied, wer was zu wem sagt.

Zitat von Prinz_im_Kuhstall:
Sie hat ihre Macht ausgenützt um einen Mann zu schaden, sprich die Öffentlichkeit auf ihm zu hetzen.

Mein Gott der Ärmste! Merke: ein Politiker ist NIE privat in der Öffentlichkeit unterwegs und schon gar nicht mit Journalisten. Es sei denn bei Strafe der Peinlichkeit.
 
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  • #17
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von equinox:
Na, dann versteh ich das Drama nicht.

Das Theaterle um Brüderles Dirndl-Spruch ergibt nur Sinn, wenn man Dirndl=hochgewölbt voraussetzt. Und der Aigner-Artikel ist nur dann harmlos, wenn man Dirnldhochgewölbt voraussetzt. Und das nenne ich "mit zweierlei Maß messen".
 
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  • #18
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Andre:
Und das nenne ich "mit zweierlei Maß messen".

Natürlich verändert sich der Maßstab in Relation zum dem, der die jeweilige Aussage macht. Das ist normal. Wie Frauen, Männer, *****, Juden untereinander kommunizieren ist eine andere Ebene als der offizielle Sprachgebrauch. Und Herr Brüderle ist Mann und öffentliche Person. Da gelten eben andere Regeln als wenn Frauen untereinander am Stammtisch debatieren.
 
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  • #19
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

was stand denn da nach Männern, was zensiert wurde?
 
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  • #20
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von equinox:
Und Herr Brüderle ist Mann und öffentliche Person. Da gelten eben andere Regeln als wenn Frauen untereinander am Stammtisch debatieren.
Oh, die Dirndl-Sache fand spät abends in einer Bar quasi als Privatgespräch statt, war also weder ein offizieller politischer Auftritt von Herrn Brüderle noch offizielle journalistische Tätigkeit von Frau Himmelreich. Auf den Aigner-Artikel trifft letzteres aber sehr wohl zu.

Die Frage, ob bestimmte Begriffe nur bestimmten Leuten erlaubt sind, sehe ich außerdem kritisch.
 
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  • #21
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von equinox:
Und Herr Brüderle ist Mann und öffentliche Person. Da gelten eben andere Regeln als wenn Frauen untereinander am Stammtisch debatieren.

Ich habe es schon im damaligen Thread geschrieben und ich schreibe es gerne wieder. Es liegt mir fern ausgerechnet Herrn Brüderle, den ich für einen ziemlichen Unsympathen halte, verteidigen zu wollen, aber auch bei einem Politiker muss man im Zweifel nicht jeden spät abends an der Hotelbar herausgerutschten flapsigen Spruch zu einem Skandal aufbauschen. Nicht zuletzt auch deshalb nicht, weil das die wirklichen Skandale verharmlost, weil dadurch die wirklich üblen Gestalten, die, die sich sowohl verbal als auch körperlich weit mehr herausnehmen als eine vielleicht unpassende aber dann letztlich doch eher harmlose Bemerkung wie die des Herrn Brüderle, die Chance bekommen ihre Worte und ihre Taten kleinzureden, Motto „Sexist? So einer wie Brüderle? Ja, kann sein, dass ich auch mal was mit Dirndl gesagt habe…“.

Und wenn die zeitliche Abfolge die André angedeutet hat --- erst Brüderles Spruch an der Hotelbar, dann der Artikel über Frau Aigner und dann, gut ein Jahr nach Brüderles Spruch, dessen Veröffentlichung --- stimmt, dann gehört die gute Frau Himmelreich, mit Verlaub, in ein ziemlich tiefes journalistisches Höllenloch verbannt. Denn wenn sie, nachdem ihr der Spruch an der Hotelbar reingedrückt worden ist, in ihren eigenen Artikeln im Grunde den gleichen Spruch benutzt, dann kann dieser sie aus dem Mund von Herrn Brüderle wohl kaum nachhaltig gedemütigt oder sonstwie hart getroffen haben. Und wenn sie ihn dann ein gutes Jahr später aus der Mottenkiste ans Tageslicht und in ihr Blättchen zerrt, dann hat das so rein gar nichts mehr von Verletztheit o.ä. und im Grunde auch nichts mehr mit Sexismus zu tun, sondern ist ein ziemlich billiges Schmierentheater. Eines, welches Sexismus nicht bekämpft, sondern ihn, s.o., eher noch befördert und verharmlost.
 
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  • #22
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von SineNomine:
... Politiker muss man im Zweifel nicht jeden spät abends an der Hotelbar herausgerutschten flapsigen Spruch zu einem Skandal aufbauschen. Nicht zuletzt auch deshalb nicht, weil das die wirklichen Skandale verharmlost ...

Sehe ich genau so, mir ist diese ganze Sexismus Debatte eher so angekommen:
Ein paar frustrierte Frauen haben endlich ein Ventil gefunden um ihre eigenen Unzulänglichkeiten Luft zu machen.

Außerdem, da ich im Moment Single bin, habe ich auch keine Lust Frauen anzusprechen, eben weil jedes Wort oder jede Geste die von einem Mann kommt als Sexismus gewertet werden kann. Es trifft halt die Männer die eh anständig sind, aber diejenigen die eben wirklich sexistisch sind werden auch weiterhin so handeln und haben jetzt eine sehr gute Brüderle Ausrede.

Anders gesagt: Die Frauen schaden sich selbst mit ihren völlig überzogenen Gemecker.
 
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  • #23
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Obwohl sicher jeder den Artikel "Der Herrenwitz" von Laura Himmelreich gelesen hat, zitiere einfach mal zwei Stellen die mir zum Thema Sexismus relevant erscheinen:
"Ich möchte von ihm wissen, wie er es findet, im fortgeschrittenen Alter zum Hoffnungsträger aufzusteigen. Er will lieber über etwas anderes sprechen: mein Alter. Auf 28 Jahre schätzt er mich. Ich sehe ihn erstaunt an, weil das zu diesem Zeitpunkt stimmt. "Mit Frauen in dem Alter", sagt Brüderle, "kenne ich mich aus."

Ich frage, was er in seiner Rede wenige Stunden zuvor meinte, als er beklagte, Deutschland verändere sich nicht schnell genug. Brüderle möchte wissen, woher ich komme. "München", antworte ich.

Dort seien die Frauen eigentlich trinkfest, sagt er und blickt skeptisch auf die Cola Light in meiner Hand. Ich sage ihm, dass ich privat, zum Beispiel auf dem Oktoberfest, durchaus Alkohol trinke. Brüderles Blick wandert auf meinen Busen. "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Zitatende

Dieser Teil des Artikels hat den #aufschrei losgetreten. 60000 Tweets in kurzer Zeit. Viel mehr erfährt man nicht.
Ich hätte mir gewünscht, dass man mit dem Thema differenziert umgeht. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand die 60000 Tweets statistisch auswertet.
Wieviele tweets beschreiben sexuelle / sexistische Übergriffe auf Frauen. Wieviele davon sind Unhöflichkeiten, wieviele sind Beleidigungen, wieviele sind Belästigungen in strafrechtlichem Sinn. Lena Schimmel ist mit ihrem Projekt #aufschreistat sehr euphorisch gestartet, aber obwohl sie viel Hilfe bekam liegt noch immer kein Ergebnis vor. Sie selbst hat das Projekt zurückgestellt um ihre neu entdeckte Polyamorie zu erforschen. Schade eigentlich. Man könnte insistieren, dass ihr das Ergebnis nicht spektakulär genug war oder anderweitig ihre Erwartungen nicht erfüllt hat um es zu veröffentlichen.

Hier mal das zweite Zitat aus Himmelreichs Artikel: "Rainer Brüderle verhält sich nicht immer wie ein Sexist. Er ist mehr als 30 Jahre mit einer erfolgreichen Volkswirtin verheiratet. Enge Mitarbeiterinnen und langjährige Parteifreundinnen reagieren überrascht, wenn man sie fragt, ob ihr Geschlecht bei der Zusammenarbeit eine Rolle spiele. Sie verneinen es und wirken glaubhaft. Wenn es ernst wird, hat Brüderle sich im Griff. Die restliche Zeit ist er so verliebt in seinen Charme, dass er sich nicht vorstellen kann, welche Wirkung seine Sprüche haben." Zitatende

So. Das ist er also der typisch deutsche Sexist. Der bad Ass of Frauenfeindlichkeit. Der Unmann. Der Alptraum der Frauenbewegung. Alice Schwarzers Nemesis.

Letzten Freitag war Weltfrauentag. Ein Tag der unter anderem dem Kampf für das Frauenwahlrecht gedenkt. Ein Recht das heute von der Hälfte der Wahlberechtigen nicht mehr wahrgenommen wird und von einem beträchtliche Teil für irgendwelche Spaß- oder Protestwählereien vergeudet wird. Zum Beispiel fielen 14,6% der Zweitstimmen in der letzten Bundestagswahl einer Partei zu, die unter dem Motto "Mehr Brutto vom Netto" für die Abschaffung der kalten Progression angetreten war. Die Partei wurde Teil der Regierungskoalition. Die kalte Progression gibt es immer noch. 6,3 Millionen Wählerinnen und Wähler die sich betrogen fühlen könnten. Kein Aufschrei.

Was wohl Helene Lange oder Clara Zetkin zu alldem sagen würden? Ich wette es wäre etwas, das aus dem Munde eines Mannes sexistisch klingen würde.
 
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  • #24
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

soweit ich informiert bin, blieb es bei hr. brüderle nicht nur bei diesem ausspruch, sondern er versuchte auch körperlich zudringlich zu werden. seine pressesprecherin ging anscheinend dann dazwischen. (ich hab jetzt keine quellenangabe zur hand.) wobei auch der spruch alleine ist an sich schon daneben genug. (dass es immer schlimmeres geben könne, ist dabei ein "killerargument", sine nomine ). die zeitliche abfolge von aktion und reaktion ist unsauber und erscheint heuchlerisch. der dirndl-sager von himmelreich ist - so er später kam, anscheinend im stern 39/12 von 09/12 - in diesem kontext geschmacklos, allenfalls auch respektlos, aber nicht (zumindest nicht eindeutig) sexuell konnotiert. (siehe "laptop und lederhose").

@ prinz: ich verstehe nicht, warum es dir (und manch anderen) so schwer fällt zwischen einem flirt und einer sexuellen belästigung zu unterscheiden und stattdessen über die "wehleidigen" frauen zu lamentieren.
Zitat von Prinz_im_Kuhstall:
Außerdem, da ich im Moment Single bin, habe ich auch keine Lust Frauen anzusprechen, eben weil jedes Wort oder jede Geste die von einem Mann kommt als Sexismus gewertet werden kann.(...)
Anders gesagt: Die Frauen schaden sich selbst mit ihren völlig überzogenen Gemecker.
ich versuche mich nochmal in einer erklärung:
flirt = subtiles (!) erotisches spiel
anzüglichkeit/ zote = unverhohlene anspielungen auf geschlechtsmerkmale oder geschlechtsakt
sexuelle belästigung = anzüglichkeiten bis handgreiflichkeiten im kontext eines machtgefälles
sexismus = zuschreibung bestimmter eigenschaften und verhaltensweisen an das jeweilige geschlecht, im abwertenden sinne gebräuchlich

schade, wenn du mit deinem flirtverhalten anscheinend auf so viel ablehnung stößt und sich bei dir frust aufgebaut hat. nachdem du den frauen künftig aber wohl nicht gänzlich abschwören willst (oder?) wäre es vermutlich effektiver dein flirtverhalten zu reflektieren als die erfolglosigkeit pauschal der weiblichen arroganz, wehleidigkeit,.. zuzuschreiben. mit letzterem wirst du dich bloß schleichend zum frauen"hasser" entwickeln. ob das sinn macht?
 
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  • #25
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
soweit ich informiert bin, blieb es bei hr. brüderle nicht nur bei diesem ausspruch, sondern er versuchte auch körperlich zudringlich zu werden. seine pressesprecherin ging anscheinend dann dazwischen. (ich hab jetzt keine quellenangabe zur hand.)

Der Spruch mit und ohne körperliche Annäherung unter 0,5 Meter: Wenn es ihr unangenehm war, warum hat sie dann noch ein weiteres Jahr mit ihm Termine wahrgenommen?
Sie hat doch genug Klappe am Kopf, ihm und ihrem Chef klar zu machen, dass das in Zukunft anders läuft.
 
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  • #26
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

@ polly, schrieb ich ja, dass ich ihr aufgrund des zeitlichen abstands ihre haltung nicht ganz abnehme. das hebt aber dennoch nicht das verhalten von brüderle auf.
generell, und nicht auf fr. himmelreich eingeschränkt, ist es allerdings in bestimmten kontexten (v.a. beruflichen abhängigkeiten) schwer oder mit unangenehmen konsequenzen verbunden, sich gegen sowas zur wehr zu setzen. und letztendlich sollte es auch mal bei allen endlich soweit sickern, dass es diese wehrhaftigkeit gar nicht braucht.
 
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  • #27
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von Andre:
Die Frage, ob bestimmte Begriffe nur bestimmten Leuten erlaubt sind, sehe ich außerdem kritisch.

nö, das find ich schon ok. macht einen unterschied, ob ich über mich selbst oder meine z.b. ethnische gruppe spreche oder ob andere das tun und vor allem in welchem sinne ich bzw. "die anderen" das meinen. bestimmte begriffe, von gruppenzugehörigen verwendet, können selbstironisch gemeint sein bzw. ausdruck der verachtung gegenüber der ursprünglich negativ diskriminierenden intention und der umkehrung in pride to be ...

Zitat von equinox:
Natürlich verändert sich der Maßstab in Relation zum dem, der die jeweilige Aussage macht..
Zitat von equinox:
Übrigens, wenn eine Frau von sich schreibt, dass sie auch im Dirndl eine gute Figur abgibt, darf sie das selbstverständlich – und auch mit Hinweis auf ihre Oberweite. Es bleibt eben immer ein gewaltiger Unterschied, wer was zu wem sagt.
Zitat von equinox:
Mein Gott der Ärmste! Merke: ein Politiker ist NIE privat in der Öffentlichkeit unterwegs und schon gar nicht mit Journalisten. Es sei denn bei Strafe der Peinlichkeit.
schön, das von einem mann zu lesen! :)
 
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  • #28
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
schade, wenn du mit deinem flirtverhalten anscheinend auf so viel ablehnung stößt und sich bei dir frust aufgebaut hat. nachdem du den frauen künftig aber wohl nicht gänzlich abschwören willst (oder?) wäre es vermutlich effektiver dein flirtverhalten zu reflektieren als die erfolglosigkeit pauschal der weiblichen arroganz, wehleidigkeit,.. zuzuschreiben. mit letzterem wirst du dich bloß schleichend zum frauen"hasser" entwickeln. ob das sinn macht?

Weißt du, jetzt finde ich dich sehr sexistisch. :-(
Nur weil ein Mann nicht flirten will, hat er gleich keinen Erfolg bei Frauen und wird zum Frauenhasser?
Gehts noch?
Dir ist wohl absolut nicht in den Sinn gekommen, dass ich vielleicht ein glückliches Leben habe, auch ohne einer Frau an meiner Seite?

Ich bin zu allen Menschen nett und freundlich, auch zu Frauen, liegt an meiner ehrenamtlichen Arbeit (Rettungssanitäter), ist quasi ein ungewollter Nebeneffekt. :)

Du als Frau solltest es doch am Besten wissen, dass wenn ein Mann einer Frau gefällt der sich mehr leisten kann, sei es jetzt dämliche Sprüche oder "Berührungen". Ist jedoch der Mann völlig unsympathisch ist ein "Hallo" schon eine sexuelle Belästigung.
Ein Freund von mir hat zu einer neuen Kollegin in einem humorvollen Ton "Hallo Rotkäppchen!" gesagt (es war Winter und sie hatte eine rotes Käppchen auf) und sie ist gleich zum Chef gelaufen und hat ihm sexuelle Belästigung angedichtet. Er hat dann ein paar Monate später gekündigt, weil er dauernd das Gefühl hatte von der Seite schief angeschaut zu werden.
 
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  • #29
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Zitat von nuit:
Zitat von Andre:
Die Frage, ob bestimmte Begriffe nur bestimmten Leuten erlaubt sind, sehe ich außerdem kritisch.
nö, das find ich schon ok. macht einen unterschied, ob ich über mich selbst oder meine z.b. ethnische gruppe spreche oder ob andere das tun und vor allem in welchem sinne ich bzw. "die anderen" das meinen. bestimmte begriffe, von gruppenzugehörigen verwendet, können selbstironisch gemeint sein bzw. ausdruck der verachtung gegenüber der ursprünglich negativ diskriminierenden intention und der umkehrung in pride to be ...
Ist mir schon klar. Deswegen schrieb ich auch, dass ich das kritisch sehe, nicht, dass ich es generell ablehne. Du schriebst ja selbst, dass es u.a. auf die Intention des Sprechers ankommt. Und da gibt es halt solche und solche, da ist nicht automatisch alles edel und gut, und es existiert auch keine automatische Kritik-Immunität -- weder von innen (aus der "Gruppe") noch von außen.
 
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  • #30
AW: Nachtrag zu "Sexismus in Deutschland"

Ich möchte zu dieser ganzen beinahe globalen Sexismus-Hysterie anmerken, dass sie mich total nervt, dass ich das Gefühl habe, hier ereifern sich irgendwelche Verlierer(innen), die sonst keine Aufgaben haben oder keinen Sinn in ihrem Leben sehen. Eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und stolz ist, Frau zu sein, genießt doch auch die Aufmerksamkeit des Mannes - oder ist das nicht mehr so??? Ein bißchen Erotik schwingt doch immer mit! Wenn man das verbietet - und jedes Wörtchen, das vielleicht einmal etwas zu weit gegangen ist - berauben wir uns doch am Ende selbst der kleinen Freuden. Welcher Mann wagt dann noch eine Frau anzusprechen - oder gar noch anzuschauen? Am Ende verhüllen wir uns in die Burka - dann gute Nacht.