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Marlene

  • #436
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass ich einige Anzeichen nicht gesehen bzw. verdrängt habe, da die gegensätzlichen dazu stärker waren. Zu dem Foto, was er mir mal als sein Beispiel für seinen Traum gesendet hatte: ein uraltes Ehepaar Arm in Arm. Darunter hat er geschrieben: verlieben geht ganz schnell, ob das dann aber auch hält......
Oder, an diesem letzten Wochenende, was wir gemeinsam verbracht haben, da ließ er sich plötzlich bei mir zu Hause gehen und ich nahm das als Anzeichen, dass er sich jetzt bei mir wohl fühlt. Und das Essen hatte ich sowieso nicht begriffen, mich hat es verwundert, dass er in ein so exklusives Restaurant geht und extra dafür feine Klamotten mitgebracht hat ohne vorher mit mir zu sprechen. Ich verstehe aber bis heute nicht, warum es diese Lokalität sein musste, in der ich zu früheren Zeiten an meinem früheren Heimatort oft saß, was er wusste. Und zwar so einen Tisch reserviert, dass ich von oben (das steht auf einem Berg) komplett meine Vergangenheit im Blick hatte. Warum dieser Ort? Ich wollte lieber in ein neues anderes gehen, aber er wollte unbedingt dorthin. Er sagte, jeder soll uns sehen.
Ich bin mir mittlerweile sicher, dass das sein Abschiedsessen war und ich glaube, dass er mir hintergründig weh tun wollte. Und andererseits sich mit dieser großartigen Einladung selber entlassen wollte.
Mit "Luftschloss" habe ich gemeint, dass er meine insgeheimen Wünsche komplett bedient hat, meine Sehnsüchte, und es so erschien, er würde meine Welt teilen und sie toll finden. Und dann, als die Eroberung zu Ende war, ließ er mich fallen. Genau dann, als ich bereit war und spürte, jetzt geht es auf eine andere Ebene bei mir.
Ich denke jeden Tag darüber nach, ich kann nicht anders, gottseidank waren es aber nur drei Monate. Seine Ehe hat er übrigens auch ohne großartige Kommunikation beendet. Er sagte, sie saßen schon stumm jahrelang nebeneinander und auch, als seine Affaire aufflog, sprachen sie nicht miteinander, es fiel wohl bloß dieser Satz von seiner Ex-Frau: dich nimmt doch keiner mit deiner Krankheit.
Vielleicht wollte er nur sehen, ob ihn jemand nehmen würde, das weiß er ja jetzt und jetzt kann er die Richtige finden.
 
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  • #437
Zitat von Marlene:
dich nimmt doch keiner mit deiner Krankheit.
Vielleicht wollte er nur sehen, ob ihn jemand nehmen würde, das weiß er ja jetzt
Er wollte dir weh tun? Warum?
Die Ebene - die neue Ebene, auf die du gerade Anlauf nehmen wolltest. Ja, ein unterschiedliches Tempo eben.
Meiner sagte dauernd "wenn ich mir sicher sein könnte, könnte ich mich dir auch öffnen" - bei mir ist es aber genau umgedreht. Nur durch vertrauensvolle Gespräche kann Vertrauen wachsen ... insofern wieder "der umgedrehte Linkshänder" - darüber komme ich auch nicht hinweg . Schere im Kopf!

Marlene, dass du auf deine ganze Vergangenheit zurückblicken solltest. Was wollte er denn deiner Meinung nach damit bezwecken?
 
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Marlene

  • #438
Zitat von Yvette:
Er wollte dir weh tun? Warum?
Die Ebene - die neue Ebene, auf die du gerade Anlauf nehmen wolltest. Ja, ein unterschiedliches Tempo eben.
Meiner sagte dauernd "wenn ich mir sicher sein könnte, könnte ich mich dir auch öffnen" - bei mir ist es aber genau umgedreht. Nur durch vertrauensvolle Gespräche kann Vertrauen wachsen ... insofern wieder "der umgedrehte Linkshänder" - darüber komme ich auch nicht hinweg . Schere im Kopf!

Marlene, dass du auf deine ganze Vergangenheit zurückblicken solltest. Was wollte er denn deiner Meinung nach damit bezwecken?
Wir haben sehr viel über "Früher" geredet. Und an meinem alten Wohnort ging es mir zum Schluss verdammt schlecht, deswegen bin ich dann auch umgezogen und es ging bergauf bis heute, wo es mir wieder gut geht. Mein alter Wohnort erinnert mich eben an diese sehr schlechte Zeit, spiegelt sie wieder und das wusste er. Ich kann heute dort rumlaufen, am Anfang ging es mir dabei nicht gut und es zog sich wie so ein grauer Schleier über mein Gesichtsfeld. Heute seh ich ihn schon klar, aber ich muss ihn mir nicht unbedingt antun. Ich fühle mich besser, wenn ich in meiner jetzigen Umgebung oder in einer neuen bin. Und das wusste er halt.
 
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  • #439
Zitat von Marlene:
Ich fühle mich besser, wenn ich in meiner jetzigen Umgebung oder in einer neuen bin. Und das wusste er halt.
Dann wäre es gut gewesen, deinem Bauchgefühl mehr Nachdruck zu verleihen, damit ihr das Lokal hättet wechseln können. Warum hast du ihm den Gefallen getan? Aber ok, die Frage hilft jetzt auch nicht mehr weiter ...
 
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Marlene

  • #440
Zitat von Yvette:
Dann wäre es gut gewesen, deinem Bauchgefühl mehr Nachdruck zu verleihen, damit ihr das Lokal hättet wechseln können. Warum hast du ihm den Gefallen getan? Aber ok, die Frage hilft jetzt auch nicht mehr weiter ...
Ja. Ich hätte nicht dorthin mitgehen sollen. Das stimmt. Ich hätte darauf bestehen sollen, dass wir woanders hingehen. Wo es unbeschwert ist.
Übrigens: vielleicht war seine Knickrigkeit Dir gegenüber ein Test? Und jetzt, wo er denkt, es ist eh vorbei, verhält er sich ungezwungen und so, wie er eigentlich ist. Ich kannte mal so einen Mann. Der hatte unheimlich Angst, dass er in einer Beziehung ausgenommen werden würde und stellte die Frauen erst einmal auf die Probe.
 
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  • #441
Zitat von Marlene:
Ja. Ich hätte nicht dorthin mitgehen sollen. Das stimmt. Ich hätte darauf bestehen sollen, dass wir woanders hingehen. Wo es unbeschwert ist.
Übrigens: vielleicht war seine Knickrigkeit Dir gegenüber ein Test? Und jetzt, wo er denkt, es ist eh vorbei, verhält er sich ungezwungen und so, wie er eigentlich ist. Ich kannte mal so einen Mann. Der hatte unheimlich Angst, dass er in einer Beziehung ausgenommen werden würde und stellte die Frauen erst einmal auf die Probe.
ad 1: Du hast ihm den Gefallen getan, wenngleich er wusste, dass es dir dort nicht so gut gehen würde - auch sehr strange finde ich!

ad 2:
Das Absurde ist, dass ich aus diesem und aus anderen Gründen (Kommunikation nicht möglich) immer die Exit-Bremse zog ... 4 Mal. Jetzt, wo er anders ist, habe ich mich verliebt, aber er hat mir gesagt, dass ich nicht weglaufen hätte dürfen! Das es vorbei ist, weil ich abgehauen bin! Absurd! "Mein verdrehter Linkshänder / Aquarius" - soll jemand anders mit ihm glücklich werden!
 
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Marlene

  • #442
Vielleicht hatte er auch das Gefühl, dass Du ihn umerziehen wolltest? Und er war resistent und dann hast Du Schluss gemacht. Und jetzt ist er so, wie Du es magst und jetzt mag er nicht mehr, weil Du zuvor ihn nicht mehr wolltest. Eigentlich warst Du schon von Anfang an im Zweifel, siehe "umerzogener Linkshänder" und Du wolltest ihn "coachen", damit er so wird, wie Du ihn haben möchtest. Umerziehen kann nicht gut ausgehen.
Wie anderes auch. Seufz.
Vielleicht triffst Du jemanden, bei dem es von Anfang an gut ist, Ihr zueinander passt. Das wünsche ich Dir. Wo es nicht so verwirrend und kompliziert abläuft.
 
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  • #443
Zitat von Marlene:
Wie anderes auch. Seufz.
Vielleicht triffst Du jemanden, bei dem es von Anfang an gut ist, Ihr zueinander passt. Das wünsche ich Dir. Wo es nicht so verwirrend und kompliziert abläuft.
Stimmt! Nach dem 2. Exit wollte er ne Affaire mit mir! Das habe ich abgelehnt! Aber dann nochmal weitergemacht. Früher hätte ich denjenigen, der mir nach einer Beziehung gelegentlichen Sex anbietet, in jedem Fall in den Wind gejagt. Ja, hast Recht, hat nicht gepasst. Und ja, ich habe ihn viel gecoacht auch beim Shoppen - er braucht eben ne Mama und das kann ich einfach nicht.

Danke Marlene, wünsche dir das auch! Doppelseufzer! Und nun? Freunde werden? Geht das noch? Ich warte jetzt mal ab, was von ihm kommt, das muss ich aushalten ... und das werde ich auch ...
 
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  • #444
Liebe Marlene,

dein Umgang mit Deiner Trennung berührt mich, weil auch ich zu denjenigen gehöre, die auf der Suche nach Antworten sind. Bislang habe ich nie eine gefunden oder nur mir mühsam selbst zusammengebastelt. Das "Schlechte" im Anderen dabei zu suchen, ist eine Möglichkeit, eine gute noch dazu, wenn es darum geht, sich überhaupt erst lösen zu können.

Aber auf Dauer? Müsste ich mir dann nicht eingestehen, völlig "danebengegriffen" zu haben? Könnte ich dann noch meiner Menschenkenntnis trauen, wenn ich "ständig mit schlechten Menschen" versucht habe, mich ihnen zuöffnen und mein Leben mit ihnen zu teilen?

Wenn ich richtig gelesen habe, hast Du Dich in dieser viel zu kurzen Zeit wohlgefühlt, vielleicht warst Du glücklich.

Ich selbst habe meiner Beziehungszeit viel zu lange hinterhergetrauert, habe nur das gesehen, was ich nicht mehr hatte. Eine Geliebte, Freundin und Vertraute habe ich nicht mehr, das stimmt. Aber ich hatte eine Zeit mit ihr. Die sehr intensiv war. Erst als ich so etwas wie "Dankbarkeit" fühlen konnte, konnte ich auch tatsächlich loslassen und mich wieder öffnen.

Ich weiß nicht, ob Du damit etwas anfangen kannst. Aus meiner Sicht würd ich Dir Kraft zu diesem Blickwechsel jedenfalls wünschen..... :)
 
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Marlene

  • #445
Danke Dir für Deine Zeilen, troubadix, sie sind sehr einfühlsam geschrieben. Ich kann damit viel anfangen und hoffe, dass ich diesen Blickwinkel auf Dauer hinbekommen werde. Dankbar zu sein für eine schöne Zeit, was sie ja war.
 
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Gast

  • #446
Zitat von Marlene:
Wir haben sehr viel über "Früher" geredet. Und an meinem alten Wohnort ging es mir zum Schluss verdammt schlecht, deswegen bin ich dann auch umgezogen und es ging bergauf bis heute, wo es mir wieder gut geht. Mein alter Wohnort erinnert mich eben an diese sehr schlechte Zeit, spiegelt sie wieder und das wusste er.
Bist du dir sicher, daß er das auch so auf dem Schirm hatte? Andere Leute haben da oft eine ganz andere Wahrnehmung als wir und man kann nicht davon ausgehen, daß sie die Problematik verknüpfen können.
 
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  • #447
Zitat von Marlene:
Warum?

Ich weiss inzwischen, dass ich bei Gerede von früher inzwischen selber sehr vorsichtig bin, so früh mich nicht völlig "nackt" mache und differenziert zu höre. Manchmal reicht nur ein Satz, um sofort zu wissen, wie ein Mann drauf ist = "Einer sagte mir mal, alle Frauen in seiner Stadt wären doof..." ,wortwörtlich!, nachdem ich ihn fragte, wie es sein kann, dass so ein interessanter und attraktiver (äußerlich) Mann wie er Single wäre.

Ich musste nur kurz abwarten, dann hat ER seine doofen Seiten gezeigt, ich brach dann den Kontakt ab, wo er richtig fies wurde.

Ergänzung: er war chronisch krank und nahm Tabletten wegen Depressionen.
 
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  • #448
Zitat von Yvette:
Dann wäre es gut gewesen, deinem Bauchgefühl mehr Nachdruck zu verleihen, damit ihr das Lokal hättet wechseln können. Warum hast du ihm den Gefallen getan? Aber ok, die Frage hilft jetzt auch nicht mehr weiter ...
Oder ihn zu fragen, warum er ausgerechnet in dieses Lokal gegangen ist, sie hätte ihm doch erzählt, was da an negativem dran hängt.

Entweder hat er es nicht auf dem Schirm gehabt, Depressive vergessen auch viel bzw. haben eine ganz, ganz andere Wahrnehmung, aber es kann auch sein, dass er aufgrund seiner Erkrankung gewisse "boshafte" und ambivalente, manipulative Verhaltensweisen drauf hat.

Auf der einen Seite viel Geld für das Essen ausgeben, obwohl er es sich nicht leisten kann, auf der anderen Seite vielleicht doch zu wissen, was für Marlene an sehr negativen Erinnerungen dran hängen. Ein Mann/Frau, der/die dazu wirklich verliebt ist und Empathie hat, sollte das doch nicht egal sein, oder?

Ja, spielt keine Rolle, wie nun genau, man kann sich da im Kreis drehen. Fakt ist, Marlene soll dankbar sein, diesen Menschen kennengelernt zu haben, hat er ihr viel zum lernen mitgegeben, damit sie in Zukunft vorsichtiger ist, mehr auf ihre Bauchgefühle hört, dementsprechend auch umgehend agiert, zu ihrem Wohl und nicht zu viel zu schnell vertraut. Vertrauen muss man sich erarbeiten und nicht durch viele schöne Worte, sondern durch beständiges positives Handeln.
 
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  • #450
Zitat von Yvette:
Danke Marlene, wünsche dir das auch! Doppelseufzer! Und nun? Freunde werden? Geht das noch? Ich warte jetzt mal ab, was von ihm kommt, das muss ich aushalten ... und das werde ich auch ...

So einen Mann, der sich so verhält, als Freund zu nehmen? Ginge für mich gar nicht, no no never.