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  • #257
Zitat von Mentalista:
Ist gezieles Lügen und Handeln also keine Böswilligkeit?
Nein, es kommt auf den Blickwinkel an. Davon hast Du ja geschrieben, verschiedene Blickwinkel zu betrachten und zu differenzieren, meine ich gelesen zu haben. (Muss ich nochmal nachlesen, wo Du es geschrieben hast)

Für ihn könnte diese Lüge keine Lüge sein. Sie könnte ihm zu seiner Lebensgrundlage dienen, nämlich z.B. sein Selbstwertgefühl zu erhöhen. Ob nun bewußt oder unbewußt genutzt, wir wissen es nicht. Die Bewertung einer Lüge liegt bei jedem selbst und wie ich damit umgehe und was ich daraus mache.
 
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  • #259
Liebe Marlene,
mir kommt es so vor, als seist Du ein wenig zu vertrauensselig, zu gutgläubig.
Vertrauen ist eine schöne Sache, doch sollte das Ziel nicht sein, sofort jedermann als vertrauenswürdig einzuordnen. Die Teiche sind voller aussortierter (zurückgebrachter) Frösche, da mal einen guten Fang zu machen grenzt an ein Wunder.
Dir sind jetzt in der Nachbetrachtung einige Widersprüche aufgefallen, und ich bin sicher, wenn noch ein bisschen Zeit vergeht, findest Du weitere Anhaltspunkte.
Für mich - und das ist jetzt sehr subjektiv- kommt ein Mann, der während seiner Ehe eine Affäre hatte, als Partner nicht in Frage. Ich vermute, was ein Mensch einmal tut, wird er wieder machen, denn ich gehe nicht davon aus, dass ich so eine supertolle Frau bin, dass er es bei mir unterlässt. Das ist ein wunder Punkt bei mir und dementsprechend bin ich hellhörig, wenn der Mann diese Dinge berichtet. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, wenn Menschen sich generell über Regeln hinwegsetzen oder diese für sich neu definieren. Wer sich z.B. damit brüstet, bei der Steuererklärung betrogen zu haben, dem fehlt grundlegend das Verständnis für Zusammenhänge.
Wann bei mir auch sämtliche Alarmglocken klingeln: Komplimente wie "So schön, wie mit Dir war es noch nie", "Ich hab noch nie jemanden so sehr geliebt wie Dich", "Noch nie habe ich mich so gut verstanden/geborgen gefühlt wie bei Dir"... Richtung ist klar.
Mit 15 Jahren mag das alles gestimmt haben, mit 50 erlebt man Wiederholungen. Deswegen kann es genauso schön sein, aber die einzig wahre Liebe ist es nicht.
Klar schmeichelt es zu hören, wie toll man sei. Meine Schlussfolgerung ist aber: Wer so was schnell in mein Ohr haucht, tut es ebenso bei anderen.
Vielleicht mache ich einen Fehler, indem ich zu streng aussortiere, wer mir unzuverlässig erscheint. Allerdings ist es nicht ganz soooo schlimm, wenn dann kein Partner mehr käme. Ich habe spannende Menschen um mich herum, kann mich austauschen, werde in den Arm genommen, kann mit den Enkeln kuscheln - fehlt fast nichts.
Für mich wäre es weitaus schlimmer, einem wankelmütigen Mann zu begegnen und dabei spielt es keine Rolle, ob er mit Vorsatz arbeitet, oder es ihm "passiert". (Persönlich gehe ich davon aus, dass Menschen, die mit dem Feuer spielen einen Brand in Kauf nehmen).
Mit dem Thema Fremdgehen/Affäre/Seitensprung habe ich mich eine zeitlang umfassend beschäftigt. Ich wollte wissen, wer besonders anfällig ist. Sind es die Großen, die Schönen, die Erfolreichen, die Reichen, die Extravertierten? Die Literatur ist da überraschend:
Fremd geht, wer die Gelegenheit dazu hat.
Eine meiner Schlussfolgerungen ist, diese Gelegenheiten nicht durch unangemessenes Vertrauen zu befördern.
Noch ein Schwank aus meiner Partnersuche bei Parship: Nach zweimonatigem Beziehungsversuch fährt er (eigene Wohnung) mit Exfrau und gemeinsamem Sohn in dreiwöchigen Urlaub. (Dem Kind zuliebe wird Heile Welt gespielt). Einen Tag vor der Abreise bittet er mich, ihn weder durch Anrufe noch durch Sms zu kontaktieren.
Der schwimmt jetzt wieder im Teich...

So, und nun muss ich meinen Post noch "gendern": Das alles kann für das jeweils andere Geschlecht ebenso zutreffen.
 
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  • #260
Zitat von Heppy:
Nein, es kommt auf den Blickwinkel an. Davon hast Du ja geschrieben, verschiedene Blickwinkel zu betrachten und zu differenzieren, meine ich gelesen zu haben. (Muss ich nochmal nachlesen, wo Du es geschrieben hast)

Für ihn könnte diese Lüge keine Lüge sein. Sie könnte ihm zu seiner Lebensgrundlage dienen, nämlich z.B. sein Selbstwertgefühl zu erhöhen. Ob nun bewußt oder unbewußt genutzt, wir wissen es nicht. Die Bewertung einer Lüge liegt bei jedem selbst und wie ich damit umgehe und was ich daraus mache.
Kontakt ist etwas beidseitiges. Wenn man sagt, man hat keinen Kontakt, bedeutet das strenggenommen, daß man nicht im Dialog ist. Insofern war es keine richtige Lüge.
 
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  • #261
Zitat von Mietzekatze:
Liebe Marlene,
mir kommt es so vor, als seist Du ein wenig zu vertrauensselig, zu gutgläubig.
Vertrauen ist eine schöne Sache, doch sollte das Ziel nicht sein, sofort jedermann als vertrauenswürdig einzuordnen. Die Teiche sind voller aussortierter (zurückgebrachter) Frösche, da mal einen guten Fang zu machen grenzt an ein Wunder.
Dir sind jetzt in der Nachbetrachtung einige Widersprüche aufgefallen, und ich bin sicher, wenn noch ein bisschen Zeit vergeht, findest Du weitere Anhaltspunkte.
Für mich - und das ist jetzt sehr subjektiv- kommt ein Mann, der während seiner Ehe eine Affäre hatte, als Partner nicht in Frage. Ich vermute, was ein Mensch einmal tut, wird er wieder machen, denn ich gehe nicht davon aus, dass ich so eine supertolle Frau bin, dass er es bei mir unterlässt. Das ist ein wunder Punkt bei mir und dementsprechend bin ich hellhörig, wenn der Mann diese Dinge berichtet. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, wenn Menschen sich generell über Regeln hinwegsetzen oder diese für sich neu definieren. Wer sich z.B. damit brüstet, bei der Steuererklärung betrogen zu haben, dem fehlt grundlegend das Verständnis für Zusammenhänge.
Wann bei mir auch sämtliche Alarmglocken klingeln: Komplimente wie "So schön, wie mit Dir war es noch nie", "Ich hab noch nie jemanden so sehr geliebt wie Dich", "Noch nie habe ich mich so gut verstanden/geborgen gefühlt wie bei Dir"... Richtung ist klar.
Mit 15 Jahren mag das alles gestimmt haben, mit 50 erlebt man Wiederholungen. Deswegen kann es genauso schön sein, aber die einzig wahre Liebe ist es nicht.
Klar schmeichelt es zu hören, wie toll man sei. Meine Schlussfolgerung ist aber: Wer so was schnell in mein Ohr haucht, tut es ebenso bei anderen.
Vielleicht mache ich einen Fehler, indem ich zu streng aussortiere, wer mir unzuverlässig erscheint. Allerdings ist es nicht ganz soooo schlimm, wenn dann kein Partner mehr käme. Ich habe spannende Menschen um mich herum, kann mich austauschen, werde in den Arm genommen, kann mit den Enkeln kuscheln - fehlt fast nichts.
Für mich wäre es weitaus schlimmer, einem wankelmütigen Mann zu begegnen und dabei spielt es keine Rolle, ob er mit Vorsatz arbeitet, oder es ihm "passiert". (Persönlich gehe ich davon aus, dass Menschen, die mit dem Feuer spielen einen Brand in Kauf nehmen).
Mit dem Thema Fremdgehen/Affäre/Seitensprung habe ich mich eine zeitlang umfassend beschäftigt. Ich wollte wissen, wer besonders anfällig ist. Sind es die Großen, die Schönen, die Erfolreichen, die Reichen, die Extravertierten? Die Literatur ist da überraschend:
Fremd geht, wer die Gelegenheit dazu hat.
Eine meiner Schlussfolgerungen ist, diese Gelegenheiten nicht durch unangemessenes Vertrauen zu befördern.
Noch ein Schwank aus meiner Partnersuche bei Parship: Nach zweimonatigem Beziehungsversuch fährt er (eigene Wohnung) mit Exfrau und gemeinsamem Sohn in dreiwöchigen Urlaub. (Dem Kind zuliebe wird Heile Welt gespielt). Einen Tag vor der Abreise bittet er mich, ihn weder durch Anrufe noch durch Sms zu kontaktieren.
Der schwimmt jetzt wieder im Teich...

So, und nun muss ich meinen Post noch "gendern": Das alles kann für das jeweils andere Geschlecht ebenso zutreffen.
Super-Statement!!!! Sollten alle lesen.
 
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  • #263
Zitat von FAZ:
Ich bereue meine Zeit mit meinem Exfreund nicht, denn sie war so schön, daß ich sie nicht missen will. Auch wenn danach eine lange Zeit des Leidens kam, als er sich trennte.
Wer es braucht?

Erfahrung macht klug und je älter ich wurde, desto mehr achte ich (auch vorausschauend) auf eine ausgewogene Balance/Bilanz in meinem Leben.

Dazu ein Buchtipp: Alles für ein bißchen Liebe...? (oder so ähnlich)
 
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  • #264
Zitat von Mietzekatze:
. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, wenn Menschen sich generell über Regeln hinwegsetzen oder diese für sich neu definieren.
...
Die Literatur ist da überraschend:
Fremd geht, wer die Gelegenheit dazu hat.
Ja wie nun, Persönlichkeitsmerkmal oder einfach Gelegenheit?

Wer Mißtrauen sät, wird es ernten.
Vermutlich ist das das Resonanzprinzip.
Ich bin weiterhin für die gute und helle Seite der Macht, nciht die mißtrauische und niederträchtige.
 
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  • #265
Ich gebe Miezekatze hinsichtlich des Überschwenglichen (Beispiele zitiert sie) recht.

Und was die helle und dunkle Seite der Macht betrifft, die gibt es nur im All. Dualismus als Thrill. Die Macht ist jedoch eher grau und schwierig.
 
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  • #266
Zitat von Mentalista:
Wer es braucht?

Erfahrung macht klug und je älter ich wurde, desto mehr achte ich (auch vorausschauend) auf eine ausgewogene Balance/Bilanz in meinem Leben.

Dazu ein Buchtipp: Alles für ein bißchen Liebe...? (oder so ähnlich)
ICH brauche es. Ob du mich nun dafür verachtest oder nicht, mir ist ein Leben mit einigen Monaten Paradies im Jahr lieber als ein gleichförmiges, monotones ohne Höhen und Tiefen. Auf die Tiefen kann ich natürlich gut verzichten, aber das ist dann der Preis.
Die Zeit mit diesem Mann war die beste für mich seit vielen Jahren. Jeder Tag war unglaublich bereichernd, amüsant und hat mir ganz neue Welten gezeigt.
Das war weitaus mehr als etwas Sex und sich begehrt fühlen.
 
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  • #267
Zitat von FAZ:
ICH brauche es. Ob du mich nun dafür verachtest oder nicht, mir ist ein Leben mit einigen Monaten Paradies im Jahr lieber als ein gleichförmiges, monotones ohne Höhen und Tiefen. Auf die Tiefen kann ich natürlich gut verzichten, aber das ist dann der Preis.
Die Zeit mit diesem Mann war die beste für mich seit vielen Jahren. Jeder Tag war unglaublich bereichernd, amüsant und hat mir ganz neue Welten gezeigt.
Das war weitaus mehr als etwas Sex und sich begehrt fühlen.
Was war der Grund, dass ihr kein Paar mehr seid?
 
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  • #270
Zitat von Mentalista:
Wer es braucht?

Erfahrung macht klug und je älter ich wurde, desto mehr achte ich (auch vorausschauend) auf eine ausgewogene Balance/Bilanz in meinem Leben.
Stimmt Erfahrung macht klug. Nur ist es klug, ständig vorausschauend und achtend auf eine ausgewogene Balance zu achten? So ohne weitere Höhen und Tiefen im Leben? Das eine lebt doch vom anderen.

Ein Beispiel:
Stell Dir vor, als Du laufen lerntest, das klappte ja auch nicht auf Anhieb. Du bist hingefallen und immer wieder aufgestanden, bis Du es konntest. Wäre es da auch klug gewesen, hocken zu bleiben und sich vorausschauend durch das Leben von jemanden tragen zu lassen, weil Deine Erfahrung "hingefallen" so schlimm war? Hast Du da auch schon drauf geachtet?
Ich denke nein, denn Du hast Dir vertraut, dass es gutgehen wird.
 
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