equinox

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  • #1

Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – sind gemeinsame kulturelle Interessen nur Surplus oder essentieller Ausdruck geistiger Nähe und Übereinstimmung?

Meine ganz persönliche Antwort zu diesem Thema ist eindeutig (und durfte wohl auch bereits im einen oder anderen meiner Beiträge mehr als nur durchschimmern): ein Muss. Aber wie sehen das andere? Ist möglicherweise, bevor es um die Frage nach inhaltlicher Nähe und Ähnlichkeiten bezüglich kultureller Interessen geht, nicht zu klären, welche Priorität diese für den anderen überhaupt einnehmen?
 
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DiNo

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  • #2
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Für mich ist Kultur wichtig. Ich freue mich sehr darüber, einen Partner zu haben, mit dem ich da auf gleicher Wellenlänge bin: der mit mir in jede Art von Konzert geht, die Rezensionen von Büchern und Filmen im Blick hat und mit dem ich mich beim "Tatortreiniger" schimmlig lachen kann vor der Bettglotze.
Ich empfinde das als großes Geschenk, verzichten muss ich z.B. auf gemeinsame Wanderungen, Radtouren oder Kochevents.
Man kann nicht alles haben - der kulturelle Gleichklang macht Freude: im Alltag, an Wochenenden, bei der Planung von Evenst und Reisen.
 
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jolie_geloescht

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  • #3
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Natürlich wünsche ich mir einen Partner, der mit mir gemeinsamkeiten in Richtung Musik und Co hat. Alles andere wäre doch quatsch. Was soll ich mit einem Mann, mit dem ich Freizeitmäßig nichts anfangen kann. Kompromisse muss man zwar eingehen, aber in massen. Und seine politische Einstellung sollte auch stimmen.
 
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  • #4
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Musik und Bücher sind für mich sehr wichtig. Aber es wäre für mich bei der Partnerwahl keine Grundvoraussetzung. Probleme hätte ich eher damit, wenn jemand Fernsehen als Priorität hätte, oder wenn Urlaub als unwichtig eingestuft wird.
 
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  • #5
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – sind gemeinsame kulturelle Interessen nur Surplus oder essentieller Ausdruck geistiger Nähe und Übereinstimmung?

Ich weiß jetzt nicht genau was Surplus bedeutet und habe auch keine Lust Ongel-Gogel danach zu fragen, aber ich nehme an dass es das Gegenteil von essentiell ist.

Also ich würde diesem Thema gar nicht so hohen Wert beimessen. Ich bin leidenschaftlicher Kino- und Kabarett- Geher und höre sehr gerne (und lauter) Musik in Richtung Jazz, Blues, Country, Rock aus den 80er 90er aber auch Heavy Metall, gehe auch gern in eine Ausstellung oder besuche Museen. Was ich nicht haben kann ist Reggae, Meditationsmusik, Oper oder Musical oder auch Theater oder seichtes Pop-Gesäusel heutzutage.

Es war aber sehr selten, dass meine Kulturprämisse auch mit denen von meiner Partnerin übereinstimmt hätten. Meine letzte war sehr gern in die Oper gegangen (Oh Graus) oder auch zu einem Musical. Gelesen hatte sie In Style oder Bunte oder Brigitte (noch mehr Graus). Sie war immer aus der Wohnung gegangen wenn ich ganz laut Cure oder Black Sabbath oder Led Zeppelin oder Van Morrison oder Metallica, oder, oder aufgelegt habe. Es hat mich nicht gestört, später war es von mir ein gern angewendeter Trick um die Wohnung wieder mal alleine zu haben. :)

Ich denke, solange die anderen Sachen gut funktionieren, kann man mit solchen Differenzen gut leben.
 
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nuit

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  • #6
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – sind gemeinsame kulturelle Interessen nur Surplus oder essentieller Ausdruck geistiger Nähe und Übereinstimmung?

Ist möglicherweise, bevor es um die Frage nach inhaltlicher Nähe und Ähnlichkeiten bezüglich kultureller Interessen geht, nicht zu klären, welche Priorität diese für den anderen überhaupt einnehmen?

na, das war nicht schwer zu erraten, wer diesen thread eröffnet haben könnte. :)

ich behaupte (ohne es belegen zu können :) ), dass sich bei hoher priorität kultureller aktivitäten (v.a. theater, tanz und kunst) inhaltliche nähe automatisch ergibt und wenn nicht, kann zumindest fundiert über die unterschiedlichen vorlieben diskutiert werden. dass man sich in die haare kriegt, weil der eine auf niederländische renaissance-malerei, die andere auf wiener werkstätte abfährt, kann ich zumindest nicht bestätigen :).
bei musik und literatur, beides quasi breitensport, setze ich auf inhaltliche nähe: schlager-, alternative- und opernfans unterscheiden sich mmn doch ziemlich in ihren lebenswelten.

und alles in allem: ja, kulturinteresse ist für mich ein muss, da sich für mich darin feinsinnigkeit, kultiviertheit, bildungsanspruch uvm. abzeichnen, aber am besten in kombination mit einem, im besten sinne, "soliden" beruf. keine chaotischen künstler mehr für mich, da hatte ich bereits meinen teil :).
 

dialogues

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  • #7
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Für mich vor allem was klassische Musik, vor allem Oper betrifft ein "muss", es ist mehr als ein Hobby, es ist ein Brennen, Leidenschaft. Die Vorstellung dies mit dem Mann den ich vielleicht mal liebe nicht teilen zu dürfen ......
 
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  • #8
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Mir liegt viel daran, mich mit meiner Partnerin über die kulturellen Vorlieben austauschen zu können. Dabei müssen wir nicht immer einer Meinung sein. Wenn wir nicht alle Leidenschaften teilen könnten, wäre das vielleicht sogar bereichernd. Doch wenn sie gar keine Antenne dafür hätte, würde mir etwas fehlen.

Es sind ja die gegenseitigen Anregungen, die das Leben interessant machen. So freue ich mich über jede Neuentdeckung eines Schriftstellers oder ein Konzert, bei dem ich vorher vielleicht noch nicht genau weiß, was mich erwartet.

Meine Frau habe ich gern mitgenommen, doch meistens ging der Anstoß von mir aus. Ich hätte mich über eine Einladung gewiss auch gefreut. Gelegentlich war sie ein wenig eifersüchtig, wenn ich für eine Sängerin oder Musikerin zu sehr geschwärmt habe. Zu Konzerten meiner Lieblingssängerin konnte sie nicht mehr mitkommen, weil sie auf die Stimme so heftig reagiert hat, dass man dies mit einem Nervenzusammenbruch vergleichen kann. Diese Musik habe ich dann natürlich nur noch dann gehört, wenn meine Frau nicht im Haus war.
 
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winzling_geloescht

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  • #9
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – sind gemeinsame kulturelle Interessen nur Surplus oder essentieller Ausdruck geistiger Nähe und Übereinstimmung?

Eindeutig ein Muss, wenn man Wert auf gemeinsame Erlebnisse und Gedankenaustausch legt. Gemeinsam etwas entdecken, (kontrovers) diskutieren oder einfach nur genießen können gehört für mich unbedingt dazu.

Es muss ja in den von dir genannten einzelnen Bereichen nicht die totale Übereinstimmung bestehen, da darf es durchaus auch spezielle Sachen geben, die ein Partner dann halt mit Freunden/Freundinnen oder so pflegt, das sollte einer dem anderen dann schon und gern auch zugestehen. Genauso wenig, wie ich selbst auf etwas verzichten möchte und ja auch nicht muss, würde ich Verzicht von meinem Partner erwarten.

Es muss aber bei allen persönlichen Vorlieben ganz viele Gemeinsamkeiten und somit gegenseitige Anregungen geben. Je gegensätzlicher die Auffassungen/Geschmäcker sind, desto schwieriger wird's. Für beide. Und ich glaube nicht, dass es auf Dauer funktionieren kann, wenn gar keine oder völlig verschiedene kulturelle Interessen vorhanden sind.
 
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  • #10
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Hm, dieser Thread ist ja ganz schön langweilig... Ich versuche mal, ein bisschen Schärfe reinzubringen: Wenn ich auf PS angeschrieben wurde und sah «Schlager» oder «Musicals» im Profil, habe ich immer gleich abgesagt. Ich selbst habe nur Herren angeschrieben, die sich zu «Sinfoniekonzerten» oder «Kammermusik» bekannten.
 

iceage

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  • #11
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

ich finde es interessant, dass die Frage ein Mann stellt. Meiner Erfahrung nach, sind 100% der Frauen, kulturell sehr interessiert - und wenn ich so in meinen männlichem Freundeskreis herumblicke - naja ;)
 

iceage

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  • #12
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von Merle:
Hm, dieser Thread ist ja ganz schön langweilig... Ich versuche mal, ein bisschen Schärfe reinzubringen: Wenn ich auf PS angeschrieben wurde und sah «Schlager» oder «Musicals» im Profil, habe ich immer gleich abgesagt. Ich selbst habe nur Herren angeschrieben, die sich zu «Sinfoniekonzerten» oder «Kammermusik» bekannten.

Du findest diesen Thread langweilig und schreibst Herren an die Kammermusik mögen?
;)
 
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nuit

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  • #13

equinox

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  • #15
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von nuit:
ich behaupte .... dass sich bei hoher priorität kultureller aktivitäten (v.a. theater, tanz und kunst) inhaltliche nähe automatisch ergibt und wenn nicht, kann zumindest fundiert über die unterschiedlichen vorlieben diskutiert werden..

... sehe ich ebenso, aber eine fundierte Diskussion setzt eben doch ein Mindestmaß an Wissen voraus. Und das hat man nur, wenn man der Einfachheit halber aus einem klassischen bildungsbürgerlichen Familienambiente kommt (falls es das noch geben sollte) oder sich irgendwann die Zeit genommen hat, das entsprechende Hintergrund-Kow-How zu erwerben, ganz abgesehen von der (hoffentlich lustvollen) Beschäftigung mit einschlägig Aktuellem.

Sind wir beim Zeitfaktor. Nun werden Kulturangebote welcher Art ja immer also sog. „weiche Standortfaktoren“ gehandelt, aber wer sich vier Mal im Jahr wahllos in Wagner (den ich ja nicht mag) oder irgendeine Ausstellung (die ganz zufällig der OB eröffnet) schleppt, gilt zwar als kulturell interessiert (und versteht sich auch so), aber eine hohe Priorität für Kulturelles ...?! Es bedarf dazu auch der Bereitschaft, Zeit mit Kulturellem zuzubringen und dies eben nicht nur dann, wenn gerade ein Event ansteht, bei dem man gesehen werden sollte.

Oder anders formuliert: auch wenn sich jemand als kulturell interessiert charakterisiert, wie hoch ist die Bereitschaft, sich nach einem Theaterabend mit Partner oder Freunden mehrere Stunden über das Gesehene auseinanderzusetzen – geht natürlich ebenso nach einen Filmabend, einem Konzert oder auch einem Buch (das dann allerdings alle gelesen haben sollten...).

Dass Schlager- & Musical-Fans keine Chance auf mehr als einen Weg-Klick haben, das brauchen wir, glaube ich, nicht zu erörtern. Übrigens "Kammermusik" hätte ich gerne näher erläutert, angesichts der ziemlichen Unklarheit, welche Vorlieben sich dahinter verbergen könnten ...


Ad niederländische Renaissance: ich weiß ... kunsthistorisches Museum ... sehe ich auch keinerlei geschmacklichen Gegensätze zur Wiener Werkstätte, beides kann äußerst an- und aufregend sein ...
 
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equinox

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  • #16
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von iceage:
ich finde es interessant, dass die Frage ein Mann stellt. Meiner Erfahrung nach, sind 100% der Frauen, kulturell sehr interessiert - und wenn ich so in meinen männlichem Freundeskreis herumblicke - naja ;)

... wäre daraus der Schluss zu ziehen, dass Männer ausschließlich (mehr oder weniger zwangsweise) von ihren jeweiligen Partnerinnen ins Theater, ins Konzert, zu Ausstellungen geschleppt werden? Dass Kultur als solche ohne nachdrücklich weibliches Interesse dem Untergang geweiht ... ?
 
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winzling_geloescht

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  • #17
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von nuit:
bei musik und literatur, beides quasi breitensport, setze ich auf inhaltliche nähe: schlager-, alternative- und opernfans unterscheiden sich mmn doch ziemlich in ihren lebenswelten.

Ich glaub, in Sachen Literatur wär es noch zu verschmerzen. Wenn einer Courths-Mahler und der andere Scobel liest, kommen sich beide kaum in's Gehege.

Das wird mit Musik schon schwieriger bzw. unmöglich, für mich zumindest. DJ Ötzi gegen Stratovarius, Stefanie Hertel gegen the Dubliners, die Zillertaler Dingsbums gegen Seventh Key. Ich hatte da beispielsweise mal kurzen Kontakt zu einem Herrn, der einen großen Teil seiner Freizeit mit und in einem Spielmannszug verbrachte, in den eigenen vier Wänden Schlager, Volksmusik und Märsche und sonst gar nix. Mein Musikgeschmack schließt Schlager und Schunkelmusik definitiv aus, ist aber ansonsten wirklich breitgefächert. Das wurde eigentlich erst zur Kenntnis genommen, als ich den Karneval von Rio in die für mich angedachte Gruppe der Funkenmariechen :-D einbringen wollte.

Musik ist immer mit Bewegung verbunden, ob nun nur innerlich oder auch sichtbar. Ein Buch liest jeder für sich (gegenseitiges Vorlesen ist ja leider eher selten), selbst bei ähnlichen "Lesegefühlen" werden diese nacheinander empfunden. Musik aber kann gleichzeitig und in gleichem Maß gefühlt werden. Und das sind schon ganz besondere Momente, die dann verbinden und die ich ganz wichtig finde.
 
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  • #18
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Eifersucht bei kulturellen Interessen besonders bei Musik kenne ich, hat mir manches Konzert im Nachhinein verleidet. Mein Mann konnte nicht nachvollziehen, dass ich von einer besonderen Stimme verbunden mit einem sympatischen Auftritt und schlicht guter „Mucke“ angetan war, halt sofort gute Laune verspüre. Dabei habe ich eine Bandbreite von Pop, Jazz bis zur sogenannten ernsten Musik.

Mir gefallen sehr oft schon die Sprechstimmen von hochkarätigen weiblichen und männlichen Opernsängern, Respekt vor einem Kammerorchester von Weltruhm, das seine Proben in einen Stadtteil Bremens verlegt haben, der in New York einst die bronx war. Die Ästhetik einer gelungenen Ballett Inszenierung ist auch nicht zu verachten.

Wenn Michael Buble und Laura Pausini gerade meine erotische Vorstellung treffen, genieße ich das und gestehe, höre das dann rauf und runter. Ich habe mal gehört, dass es Kopfhörer gibt.

Bin von “a night like this”, “like like like” ganz angetan, sooooo schön weiblich,

Puh... ich könnte den Bogen jetzt noch weiter zu Literatur, Architektur etc. spannen, aber ganzlich ehrlich, die humorvolle Wahrnehmung und Annahme des jeweiligen Hobbies ist mir wichtig.
 
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  • #19
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
... wäre daraus der Schluss zu ziehen, dass Männer ausschließlich (mehr oder weniger zwangsweise) von ihren jeweiligen Partnerinnen ins Theater, ins Konzert, zu Ausstellungen geschleppt werden? Dass Kultur als solche ohne nachdrücklich weibliches Interesse dem Untergang geweiht ... ?

Weit gefehlt! In meiner letzten Beziehung war ich der "Mitschleppende". Und ich stelle fest, daß in sehr vielen weiblichen Profilen Schlager und Musicals favorisiert werden. Was mich auch davon abhält, selbige Damen anzuschreiben.
 
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winzling_geloescht

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  • #20
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Dass Schlager- & Musical-Fans keine Chance auf mehr als einen Weg-Klick haben, das brauchen wir, glaube ich, nicht zu erörtern.

Weißt du eigentlich, dass das ganz viele "Weg-Klicks" sind? Also ich mein jetzt, wirklich viele :-D
 
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  • #21
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – sind gemeinsame kulturelle Interessen nur Surplus oder essentieller Ausdruck geistiger Nähe und Übereinstimmung?

Wenn ich mich z.B. über Musik ausdrücken kann, sie mir im Leben viel bedeutet, dann möchte ich auch, dass mein Partner ähnlich empfindet. Ich möchte nicht erleben, dass es irgendwann heißt "Du mit Deinem... , damit konnte ich nie was mit anfangen!". Es kann also mehr als ein Surplus sein.
 

equinox

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  • #22
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von winzling:
Weißt du eigentlich, dass das ganz viele "Weg-Klicks" sind? Also ich mein jetzt, wirklich viele :-D

... und es sind nicht nur die, bei denen es unübersehbar ist, sondern auch die, bei denen zwischen den Zeilen deutlich wird, dass bestimmte Interessen nur sehr oberflächlich aufgesetzt sind ...

Bloß: ist das wirklich so schlimm, wenn man/frau sich solche Mail-Kontakte oder gar Treffen erspart?
 
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Löwefrau_geloescht

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  • #23
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Ein "Muss" ist es nicht für mich, da ich zumindest an die bildende Kunst niemals heran gebracht wurde im Elternhaus. Ich lasse mich aber immer gern mitnehmen und finde es klasse, wenn mein Partner mir diese Dinge näher bringen kann.
Hintergrundwissen fehlt mir leider, aber ich weiß, wann mir z.B. ein Gemälde etwas gibt und mir gefällt - dann kann ich versinken darin.
Musikalisch ist es da etwas anderes. da ich selber Musik mache (Gesang), habe ich hier einen sehr schönen Bezug dazu.

Ich lernte mal eine Orchesterdirektorin kennen und war sehr beeindruckt. Irgendwann in der Unterhaltung sagte ich dann, dass ich leider nicht wirklich Ahnung habe, aber sehr wohl weiß, was ich mag und was nicht.
Darauf antwortete sie mir mit einem Satz, der mich sehr geprägt hat - auch für andere Situationen.
"Es wäre doch schade, wenn all diese schöne Musik nur für Leute gemacht worden wären, die wirklich Ahnung davon haben - vielleicht sogar Musik studiert haben. Wichtig ist, dass man sich berühren lassen will von ihr. Wenn man das kann, dann ist es gute Musik"
Wir sprachen über klassische Musik, die ich sehr mag.
Einen Partner, der nur Heavy Metal u.Ä. hört, kann ich mir nicht vorstellen. Ich hätte dann immer die Befürchtung, dass ich ihm z.B. mit Jazz hören (in der wohnung) nerven würde.
 

equinox

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  • #24
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von mare nostrum:
... stelle fest, daß in sehr vielen weiblichen Profilen Schlager und Musicals favorisiert werden. Was mich auch davon abhält, selbige Damen anzuschreiben.

... und das steht da nicht nur in den Profilen, sondern die gehen da auch wirklich hin. Ich musste mir neulich ein sog. "Musical" antun (aus beruflichen Gründen) und war doch reichlich entsetzt - sowohl über das Bühnengeschehen als auch über das Publikum.
 
L

Löwefrau_geloescht

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  • #25
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
... und das steht da nicht nur in den Profilen, sondern die gehen da auch wirklich hin. Ich musste mir neulich ein sog. "Musical" antun (aus beruflichen Gründen) und war doch reichlich entsetzt - sowohl über das Bühnengeschehen als auch über das Publikum.

Warum? Weil andere Menschen anders sind und an anderen Dingen Spaß haben?
Ich schaue bestimmt nicht DSDS oder andere dieser Art Unterhaltung im Fernsehen, aber mich so auf ein hohes Roß zu setzen.....nein, liegt mir nicht.
Leben und leben lassen

Es gibt das ein oder andere Musical, die durchaus Qualität beweisen - da musst Du Dich nicht so echauffieren. Du klingst sehr eingebildet dadurch :-(
 
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  • #26
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von equinox:
Übrigens "Kammermusik" hätte ich gerne näher erläutert, angesichts der ziemlichen Unklarheit, welche Vorlieben sich dahinter verbergen könnten ...

Was ich mit Kammermusik meine? Da geht es ja zunächst mal um die Grösse der Besetzung. Und die ist relativ klein. Die Vorlieben können da ähnlich breit gefächert sein wie bei sinfonischen Werken und ich bin da ziemlich offen, vermutlich gerade auch deshalb, weil ich mich nicht sooo gut auskenne (musiktheoretisch). Kammermusik reicht bei mir von Haydn über insbesondere Beethoven und Schubert, hin zu Schönberg, Berg, Prokofiev,Schostakowitsch etc. Sinfonisch immer und immer wieder Mahler, Mahler und Mahler, aber auch Beethoven, Bruckner, sogar Wagner (!), Lutoslawski etc.
 

faraway

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  • #27
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Das ist für mich ein brenzliges Thema.

Für mich ist "Kultur" absolut essentiell, since ever, ich widme mich, huldige sozusagen der Kultur, daily
bin aber seit ein paar Jahren kein wirklicher Konsument,
vielleicht war ich nie wirklich ein "Konsument"
sondern habe mich "nur" genährt.

über dieses Thema denke ich viel nach
denn ich konsumierez Zt. nicht einmal von mir schweissreich geschaffene Szenarios
das ist mir manchmal fast peinlich, aber nur fast.

für mich fällt Kultur unter aktiv
unter leben
und z.Zt lebe ich still und denke eigentlich nur nach als "Aktivität")
und das wirkt sich überall aus.

Das ist jetzt nur einmal ein Ansatz.... ich muss weiterdenken, wie ich das formulieren kann
aber danke Equinox für den thread
 

faraway

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  • #28
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von Löwefrau:
Darauf antwortete sie mir mit einem Satz, der mich sehr geprägt hat - auch für andere Situationen.
"Es wäre doch schade, wenn all diese schöne Musik nur für Leute gemacht worden wären, die wirklich Ahnung davon haben - vielleicht sogar Musik studiert haben. Wichtig ist, dass man sich berühren lassen will von ihr.

Daran arbeite ich sehr z.Zt., was Kunst anbelangt.
 
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equinox

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  • #29
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von Löwefrau:
Es gibt das ein oder andere Musical, die durchaus Qualität beweisen - da musst Du Dich nicht so echauffieren. Du klingst sehr eingebildet dadurch :-(

.. mag sein, vielleicht. Aber das, was z.B. Unternehmen wie Stage Entertainment auf die Bühne bringen (z.B. Mama Mia, Sister Act usw. ), halte ich persönlich auch für ausgesprochen niveaulos. Dass es z.B. gelungene und sehr gute Inszenierung von Cabaret gibt, würde ich keinesfalls bestreiten, aber das sind dann Produktionen, die du gelegentlich im Theater-Kontext finden kannst. Und das meinen die allerwenigsten, die von "Musical" reden.
 
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  • #30
AW: Musik, Literatur, Theater, Kunst, Film – ist Kultur nur Surplus oder essentiell?

Zitat von Löwefrau:
"Es wäre doch schade, wenn all diese schöne Musik nur für Leute gemacht worden wären, die wirklich Ahnung davon haben - vielleicht sogar Musik studiert haben. Wichtig ist, dass man sich berühren lassen will von ihr. Wenn man das kann, dann ist es gute Musik"

Da hat sie, finde ich, verdammt recht! Ich war mal einige Jahre mit einem Musiker (Klassik) zusammen und der hat mich beinahe beneidet für meinen naiven Zugang, weil ich Musik anders hören konnte als er.

Zitat von Löwefrau:
Ich hätte dann immer die Befürchtung, dass ich ihm z.B. mit Jazz hören (in der wohnung) nerven würde.
Das geht mir auch so.