D

Deleted member 23883

Gast
  • #1

Mit der Tuba den Marsch blasen..oder warum ich mein Cello trotzdem liebe!

Hallo an alle aktive Musiker hier im Forum, sei es beruflich oder als Hobby, so wie ich. Ich möchte euch alle herzlich einladen, euch mit mir hier auszutauschen. Der erotischen Komponente gewisser Instrumente wurde ja schon Beachtung geschenkt und auch die Piccolo-Flöte ist hier herzlich eingeladen! ;)

Viele liebe Grüße Lou
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Jan_1984 and Toaster
D

Deleted member 23883

Gast
  • #2
So, dann fange ich mal an hier: ich schlage mich momentan mit dem Problem rum, immer viel zu sehr an den Noten zu kleben. Ich würde mir so sehr wünschen, mehr improvisieren zu können und habe mittlerweile das Gefühl, das ich einfach zu wenig mutig bin, um einfach mal auszuprobieren. Wie ist es bei euch? Ich weiß, dass Autodidakten da weniger Probleme haben, da sie von Anfang an mehr nach Gehör spielen und eher Probleme mit dem von Blatt spielen haben. Wie habt ihr eher Instrument kennen gelernt?

Liebe Grüße Lou
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 23883

Gast
  • #3
P.S. Spielt ihr auch in einem Orchester oder einer Band? Wo liegt euer Schwerpunkt: Klassik oder anderes Genre?

Liebe Grüße Lou
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #4
So, dann fange ich mal an hier: ich schlage mich momentan mit dem Problem rum, immer viel zu sehr an den Noten zu kleben. Ich würde mir so sehr wünschen, mehr improvisieren zu können und habe mittlerweile das Gefühl, das ich einfach zu wenig mutig bin, um einfach mal auszuprobieren. Wie ist es bei euch? Ich weiß, dass Autodidakten da weniger Probleme haben, da sie von Anfang an mehr nach Gehör spielen und eher Probleme mit dem von Blatt spielen haben.
Kommt auf das Instrument drauf an. Auf dem Klavier oder der Gitarre zu improvisieren ist einfach. Auf einer Blockflöte sollte man das tulichst vermeiden, die sind auch wenn man nach Noten spielen kann, schon nicht besonders wohlklingend :D
 
D

Deleted member 23883

Gast
  • #5
Welche dieser Instrumente spielst du denn? Mir fällt es auf dem Klavier auch leichter, einfach wegen der Akkorde und weil ich das Klavier bewusst neben meinem Cello gewählt habe, um dort weniger Klassik und mehr Richtung Blues und Rock zu spielen. Ist also mehr mein "Spass-Instrument" und ich fühle mich da freier.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Deleted member 23883

Gast
  • #6
P.S. In meinem ehemaligen Orchester war eine Blockfloetistin, die konnte spielen wie der Teufel! 70 Jahre alt aber Luft für sämtliche Hoellenkreise. :D Seitdem sehe ich das Instrument mit anderen Augen...
 
  • Like
Reactions: ICQ
D

Deleted member 23883

Gast
  • #8
Ja, ich liebe mein Cello aber ich bin da eigentlich nur in der Klassik unterwegs. Beim Klavier such ich mir die Stücke aus. Ich habe damit angefangen, nachdem mein Orchester sich aufgelöst hat. Ich habe es so vermisst, die ganze Stimme zu hören. Als Cello biste ja nur Basso Continuo aber in der Gesamtheit hat es mir Gänsehaut verursacht. Also habe ich aus lauter Frust das Klavier dazu genommen, damit ich wenigstens da beide Stimmen, Bass und Melodie, habe. Ausserdem ist es echt schwer, Musikpartner fürs Cello zu finden, bevorzugt natürlich Klavier oder zweites Cello, da die Literatur das hergibt.

Studierst du Musik?
 
  • Like
Reactions: chava

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #9
Ja, ich liebe mein Cello aber ich bin da eigentlich nur in der Klassik unterwegs. Beim Klavier such ich mir die Stücke aus. Ich habe damit angefangen, nachdem mein Orchester sich aufgelöst hat. Ich habe es so vermisst, die ganze Stimme zu hören. Als Cello biste ja nur Basso Continuo aber in der Gesamtheit hat es mir Gänsehaut verursacht. Also habe ich aus lauter Frust das Klavier dazu genommen, damit ich wenigstens da beide Stimmen, Bass und Melodie, habe. Ausserdem ist es echt schwer, Musikpartner fürs Cello zu finden, bevorzugt natürlich Klavier oder zweites Cello, da die Literatur das hergibt.
Ich hab auch ein paar Jahre im Orchester gespielt. Durch mehrere Umzüge (meinerseits) in andere Städte, hat sich das dann etwas verlaufen.
Falls du es noch nicht probiert hast, kann ich dir den Tip geben, dass man die Begleitung auch oft auf CD bzw. als mp3 bekommt - meist sind mehrere Versionen vorhanden - langsamere zum Üben und schnellere.
Oh Gott, nein :D
Ich hab Naturwissenschaften studiert.
 
  • Like
Reactions: Deleted member 23883

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #12
  • Like
Reactions: Deleted member 23883
D

Deleted member 23883

Gast
  • #13
Liebe Julianna,

Vielen Dank für deine links. Die habe ich nach Snipes Erzählung jetzt gebraucht, um mich wieder zu fangen. Danke! Vor allem der zweite Link hat mir sehr gut gefallen!
Ich muss gestehen, dass ich ja eine Schwäche für die Russen habe:

https://www.bing.com/videos/search?...9F43F9D3ABE9B16DDCCA9F43F9D3ABE9&&FORM=VRDGAR

Heinrich Schiff, ein kleiner korpulente Mann mit Wurstfingern. Aber ich kenne keinen anderen Cellisten, der ein Cello so zum Singen bringen kann und seine ganze Leidenschaft so hervorruft.
 
Beiträge
6.062
  • #14
  • Like
Reactions: Julianna
D

Deleted member 23883

Gast
  • #15
Dann wird die das vielleicht auch gefallen

https://m.youtube.com/watch?v=zf2aIVKp1OY

Edit: so viel zum Thema Frauen und die Beine breit. :D Ich denke, diese Herren der Schöpfung werden diesem Instrument auch sehr männlich gerecht. Alle vier Finnen haben die Musikhochschule mit Abschluss verlassen. Ihre Pruefungsstuecke waren von Metallica...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #16
Zuletzt bearbeitet:

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #18
Ich muss gestehen, dass ich ja eine Schwäche für die Russen habe:

https://www.bing.com/videos/search?...9F43F9D3ABE9B16DDCCA9F43F9D3ABE9&&FORM=VRDGAR

Heinrich Schiff, ein kleiner korpulente Mann mit Wurstfingern. Aber ich kenne keinen anderen Cellisten, der ein Cello so zum Singen bringen kann und seine ganze Leidenschaft so hervorruft.
Ja man lernt viele klassische Stücke in der Musikschule.
Mein Geigenlehrer hat mich damals gefragt, was ich denn so privat für Musik höre, und ich antwortete Rock und Metal und Punk (inklusive pinker Haare und schwarzer Fingernägel - lang ist´s her). Und er lächelte und meinte "Find ich gut, hör ich auch am liebsten" und danach haben wir dann zusammen von Vivaldi Four seasons geübt :D - OHNE Cembalo versteht sich - nur zwei Violinen.
Ich mochte immer die Ungarn. Schnell, melodisch und tanzbar :)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: chava
D

Deleted member 23883

Gast
  • #20
Oh ja! Die Ungarn mag Ich auch. Aber besonders Schostakovitsch, Dvorak, Rostropovitch. :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Julianna
Beiträge
6.062
  • #21
D

Deleted member 23883

Gast
  • #23
Weiß nicht. Ich mag das Geräusch einfach nicht. Klingt wie ein Leierkasten.

Ich wollte als Kind immer Klavier oder Cello oder Geige spielen, weil ich auch damals schon Klassik mochte. Aber meine Eltern meinten, als ich neun Jahre alt war: Du spielst jetzt Akkordeon. War billig von Bekannten abzugeben. Dann habe ich eben fünf Jahre Akkordeon gespielt. Und ich habe es gehasst. Als mein Lehrer damals meine: Liebe Lou, du wirst niemals die Stücke spielen, die du spielen willst auf diesem Instrument (wohlgemerkt nach fünf!! Jahren!!), habe ich es beiseite gelegt und nie wieder angefasst. Erst jetzt im reiferen Alter wird mir bewusst, was für ein geiles Instrument das eigentlich ist.
Also erzähl mir nix über Leierkasten. Kann auch cool sein. Ich such dir was dazu raus.
 
  • Like
Reactions: chava

Julianna

User
Beiträge
10.289
  • #25
Ich wollte als Kind immer Klavier oder Cello oder Geige spielen, [...]
Ich nicht. Bin zur musikalischen Früherziehung gegangen. Und mit 5 -6 Jahren durfte man sich dann für ein Instrument entscheiden. Standard war, dass viele erst Blockflöte gelernt haben, als Einstiegsinstrument. Da ich aber eine ältere Schwester hatte, die ernst zu mir sagte "Lern bloß nicht Blockflöte" und ich es ebenfalls grauenvoll fand, sagte ich zu meiner Lehrerin "Ich spiele keine Blockflöte" , und sie meinte lächelnd "nein xy, DU spielst keine Blockflöte" (ich war ihr sehr dankbar dafür). Dann fragte sie mich, was ich denn für ein Instrument lernen wolle. Und ich antwortete "Schifferklavier" :D (kein Witz)
Leider, leider gab es dafür keinen geeigneten Musik-Lehrer an dieser Schule
Zum Glück! :D Dann durften wir Kinder Musikinstrumente in den letzten 3 Stunden Unterricht ausprobieren. Ich kann mich daran erinnern, als wäre es Gestern gewesen. Wir saßen im Stuhlkreis und die Geige wurde herumgereicht. Es schmerzte mir unsäglich in den Ohren, wie die einzelnen Kinder darauf herumquietschten. Und um mein Ohren-leid zu verringern, beschloss ich, nur eine Seite zu spielen, um meine Ohren zu schonen. Ich testete alle vier Seiten einzlen. Die Lehrerin nahm mir dann das Instrument ab, um es weiterzureichen und sagte "da haben wir wohl dein Instrument gefunden, xy" - überzeugt war ich davon in diesem Moment nicht.
Aber meine Eltern meinten, als ich neun Jahre alt war: Du spielst jetzt Akkordeon. War billig von Bekannten abzugeben. Dann habe ich eben fünf Jahre Akkordeon gespielt.
Umso erstaunlicher, dass du Akkordeon gelernt hast :D Wo ich das doch als 5-Jährige lernen wollte.

Und ich habe es gehasst. Als mein Lehrer damals meine: Liebe Lou, du wirst niemals die Stücke spielen, die du spielen willst auf diesem Instrument (wohlgemerkt nach fünf!! Jahren!!), habe ich es beiseite gelegt und nie wieder angefasst.
Das ist echt gemein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: chava and Deleted member 23883
D

Deleted member 23883

Gast
  • #26
Ich hätte mir damals sehr gewünscht, mir mein Instrume nt aussuchen zu dürfen und auch ausprobieren zu dürfen. Du hast die Gnade der späten Geburt. ;)
 
D

Deer One

Gast
  • #29
Ich würde mir so sehr wünschen, mehr improvisieren zu können und habe mittlerweile das Gefühl, das ich einfach zu wenig mutig bin, um einfach mal auszuprobieren. Wie ist es bei euch?
Von kleinauf musikbegeistert erreichte mich die Klassik erst recht spät im Alter von 21 Jahren. Wie ich da zu meiner ersten Klassik-CD kam, ist eine Geschichte zum Schreien! (Der Berliner Punker als Verkäufer im Virgin-Store am Ku'Damm bricht vermutlich heute noch zusammen vor Lachen...)

Von diesem Moment an aber spielte die Klassik die entscheidende Rolle, vor allem alles, was mit Klavier oder Chören zu tun hatte. So landete ich mit 30 zufällig bei Pachelbels Kanon in einer Klavier-Jazz Variante von George Winston:

https://www.youtube.com/watch?v=kllZlF6mB2s

Von diesem Moment an wiederum wusste ich, nie wieder etwas anderes tun zu wollen als Klavierspielen. Ergo nahm ich Klavierstunden und habe geübt, bis der Arzt kam. 1 1/2 Jahre habe ich gebraucht, um obiges Stück nahezu fehlerfrei nachspielen zu können und nochmal 1 Jahr, bis man mich nicht mehr von George hätte unterscheiden können.

10 Jahre hab ich Klavier anschließend gespielt bis zur förmlichen Vergasung und konnte ohne Übertreibung weit über 100 Stücke auswendig - alles Klavier-Jazz (keine Klassik, dafür fing ich einfach viel zu spät an). Aber - und jetzt kommt's: Nach all den Jahren und schon eckigen Fingern war ich NICHT in der Lage, auch nur ein einziges Stück zu improvisieren. Es gelang mir trotz all meiner Leidenschaft für das Klavier und die Musik und allem Üben einfach nicht, nach Hause zu kommen und irgendetwas aus dem Bauch heraus auf dem Klavier zu trällern, was irgendwie eine Melodie oder einen Rhythmus gehabt hätte, und habe deswegen nach 10 Jahren exzessiven Spielens mit dem Klavier wieder aufgehört.

Kennst Du die Szene in Forrest Gump, in der er einfach aufhörte zu laufen, weil er nicht mehr wusste, wozu? So ging es mir mit dem Klavier. Ich vermisse es wirklich sehr sehr und muss mich mit unzähligen Klavier-CDs oder -Streams trösten. Wenn ich wenigstens noch den zweiten und dritten Satz aus Beethoven Klavierkonzert No 5 gelernt hätte, aber daran verzweifelte ich auch nach Jahren noch... :(
 
  • Like
Reactions: chava
D

Deleted member 23883

Gast
  • #30
Nach all den Jahren und schon eckigen Fingern war ich NICHT in der Lage, auch nur ein einziges Stück zu improvisieren. Es gelang mir trotz all meiner Leidenschaft für das Klavier und die Musik und allem Üben einfach nicht, nach Hause zu kommen und irgendetwas aus dem Bauch heraus auf dem Klavier zu trällern, was irgendwie eine Melodie oder einen Rhythmus gehabt hätte, und habe deswegen nach 10 Jahren exzessiven Spielens mit dem Klavier wieder aufgehört.

Das ist für mich kein Grund aufzuhören, im Gegenteil! Ich kann dich sehr gut verstehen, aber ich habe in meinem Leben schon so viele Pfade spät beschritten, wo alle meinten: ach, das willst du jetzt auch noch machen, dass ich die Erfahrung gemacht habe: Ja! Mit Mut zum Scheitern und Hingabe ist soviel möglich. Wobei immer der erste Gedanke sein sollte, dass du es für dich tust und nicht für andere oder eine perfektionistische Aussenwirkung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • Like
Reactions: Deer One