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  • #121
In der Hinsicht, dass die AG moderner werden.
Ok, du fragst gezielt nach Modernität: Familienfreundliche Arbeitszeiten, Flexiblität in den Arbeitszeiten, gleiches Geld für gleiche Arbeit=Geschlechter unabhängig. Kein Karrierreknick für Mütter und Väter im Erziehungsurlaub, regelmässige Schulung der Führungsebene, was wertschätzende Kommunikation und Verhalten sowie Konflikösungsmanagement was zwischenmenschliche Beziehungen betrifft, keine Vetternwirtschaft usw.
 
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  • #122
Dass Teilzeitarbeit in Deutschland fast immer auch Karriereknick bedeutet, sollte klar sein. Bewußt gelebte gleichberechtigte Partnerschaft würde dies aber für BEIDE als notwendigen Preis akzeptieren. Erst auf dieser Basis lässt sich auch die Diskussion um die Bedeutung von Haus- und Familienarbeit auf Augenhöhe führen.
Ok, gehen wir mal die 30 Jahre zurück - oder vielleicht besser 40-50, das war die Zeit, in der sich mein beruflicher Werdegang anbahnte (schulischer Weg). Also die berühmten 68er.
Damals war ich in meiner Verwandtschaft das einzige Mädchen, das aufs Gymnasium ging. Ich war auf einer reinen Mädchenschule und aus meiner Klasse wechselten ganze 4 Mädchen aufs Gym, später noch 4 auf die Realschule. Der Rest: Hauptschule.
Vor ein paar Jahren hatten wir Klassentreffen. Ca. 2/3 der Frauen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung/Studium. So, und nun sage mir bitte, dass es ihre Schuld ist. Wir waren Kinder unserer Eltern, in vielen Elternhäusern war "du heiratest später doch" ganz selbstverständlich. Erst für die, von dir 68er-Nachfolge genannte Generation war Bildung selbstverständlich.
Ja, und was glaubst du, wie du Jungs erzogen wurden? Auch nicht anders.
 
D

Deleted member 21128

  • #123
Okay, schauen wir mal aus meiner Perspektive drauf.
Was bedeutet das? Ist familienfreundlich zur gleichen Zeit, wie die Kinder in der Schule sind? Oder eher abends, nachts und am Wochenende, wenn der andere Elternteil zuhause ist?
Sehe ich in vielen Unternehmen umgesetzt. In vielen ist es halt schlicht nicht möglich.
gleiches Geld für gleiche Arbeit=Geschlechter unabhängig
Ist in allen Unternehmen, in denen ich bisher tätig war, umgesetzt. Die Forderung ist freilich berechtigt.
Kein Karrierreknick für Mütter und Väter im Erziehungsurlaub
Dafür hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren viel getan. Einfach umzusetzen ist das allerdings nicht immer. Ein Beispiel: A bekommt Nachwuchs und entscheidet sich für drei Jahre Elternzeit. Der AG stellt B befristet ein. Nach drei Jahren kommt A zurück, B wird entlassen, wenn er/sie sich nicht zwischenzeitlich was anderes gesucht hat. Oder A bekommt noch ein Kind und verlängert um weitere drei Jahre. Und danach vielleicht noch einmal. Ist alles nicht so einfach, v. a. nicht in Berufen, die eine sorgfältige und intensive Einarbeitung voraussetzen. Und gegenüber den Vertretungen, die u. U. hinterher wieder in die Wüste geschickt werden, ist es auch nicht fair.
regelmässige Schulung der Führungsebene, was wertschätzende Kommunikation und Verhalten sowie Konflikösungsmanagement was zwischenmenschliche Beziehungen betrifft
Da machen viele Unternehmen einiges. Viel bringen tut's leider meistens nicht. Wir haben da ein gesellschaftliches Problem, das viel früher beginnt, wenn ich zB sehe, wie an der Schule mit Schülern umgegangen wird.
Okay, was willst du dagegen machen....
So wirklich neu sind diese Dinge nicht. Warum setzen die sich so schlecht durch, wo alle Welt glaubt, dass sie toll sind?
Ich glaube übrigens schon, dass sich in den letzten Jahren einiges verändert hat. Du nicht?
 
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  • #126
Okay, schauen wir mal aus meiner Perspektive drauf.

Was bedeutet das? Ist familienfreundlich zur gleichen Zeit, wie die Kinder in der Schule sind? Oder eher abends, nachts und am Wochenende, wenn der andere Elternteil zuhause ist?

Sehe ich in vielen Unternehmen umgesetzt. In vielen ist es halt schlicht nicht möglich.

Ist in allen Unternehmen, in denen ich bisher tätig war, umgesetzt. Die Forderung ist freilich berechtigt.

Dafür hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren viel getan. Einfach umzusetzen ist das allerdings nicht immer. Ein Beispiel: A bekommt Nachwuchs und entscheidet sich für drei Jahre Elternzeit. Der AG stellt B befristet ein. Nach drei Jahren kommt A zurück, B wird entlassen, wenn er/sie sich nicht zwischenzeitlich was anderes gesucht hat. Oder A bekommt noch ein Kind und verlängert um weitere drei Jahre. Und danach vielleicht noch einmal. Ist alles nicht so einfach, v. a. nicht in Berufen, die eine sorgfältige und intensive Einarbeitung voraussetzen. Und gegenüber den Vertretungen, die u. U. hinterher wieder in die Wüste geschickt werden, ist es auch nicht fair.

Da machen viele Unternehmen einiges. Viel bringen tut's leider meistens nicht. Wir haben da ein gesellschaftliches Problem, das viel früher beginnt, wenn ich zB sehe, wie an der Schule mit Schülern umgegangen wird.

Okay, was willst du dagegen machen....
So wirklich neu sind diese Dinge nicht. Warum setzen die sich so schlecht durch, wo alle Welt glaubt, dass sie toll sind?
Ich glaube übrigens schon, dass sich in den letzten Jahren einiges verändert hat. Du nicht?
Ich kann nicht alle Branchen beurteilen, ich kann nur das widergeben, was aus meinen Bereich ist, was ich aus dem Bereich meiner Tochter und aus den Bereichen meines Freundes-/Bekanntenkreis erzählt bekomme. Zudem in Berlin wenig Industrie vorhanden ist und mehr Dienstleistungsbereiche/Tourismus vorhanden ist.

Was ich allerdings immer wieder aus Berlin höre, die Unfähigkeit, der Mangel an fachlicher und sozialer Kompetenz von Führungskräften, die den Job nur bekommen haben, weil sie ein Studium gemacht haben, aber nie richtig gearbeitet haben. Siehe Flughafen BBI.

Sicherlich hat sich einiges getan, in manchen Branchen sehr vieles, sicherlich gibt es starke regionale Unterschiede, was auch die Gehälter betrifft, obwohl die gleiche Arbeit gemacht wird, siehe NBL.

Fairness im Arbeitsleben habe ich nur in der DDR erlebt, danach bis heute nie wieder. Dazu noch ein Gehacke untereinander, um Pille Palle, Eifersucht, Neid, erschreckend.
 

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Was ich allerdings immer wieder aus Berlin höre, die Unfähigkeit, der Mangel an fachlicher und sozialer Kompetenz von Führungskräften, die den Job nur bekommen haben, weil sie ein Studium gemacht haben, aber nie richtig gearbeitet haben.
Auch Führungskräfte sind nur Menschen.;)

Die Unbeweglichkeit und Trägheit der breiten Massen finde ich viel erschreckender.
Die Erwartung, dass alles "von oben" geregelt wird. So funktioniert das nicht. Da wo es Rechte gibt, muss es auch Menschen geben, die den Mut haben, die Umsetzung einzufordern und neue Wege zu gehen. Es gibt da noch enorm viel zu tun. Keine Frage. Aber zu (er)warten, dass es andere für einen richten, ist nicht die Lösung.
 
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  • #129
Das ist sicherlich richtig, aber neue Anforderungen in Sachen Flexibilität/Agilität stellen auch neue Anforderungen an Führungskräfte. Es geht immer mehr darum, den Rahmen für selbst organisierte Team zu schaffen und all die Charaktere, die das Team ausmachen, so zusammenzustellen und zu managen, dass das Team Leistung erbringen kann. Das ist aus meiner Sicht eine echte Herausforderung. Ich sehe da zunehmend soziale Kompetenz vor fachlicher gefragt.
 
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  • #132
Keine Ahnung. Weil Frauen weniger kämpferisch sind und bescheidener auftreten? Weil immer alle sagen, dass ein Mann ja eine Familie ernähren muss?
Was ist deine Erklärung?
Es gibt vermutlich viele - einer ist zb, dass Frauen häufiger Berufe wählen, wo es ohnehin schon viele Absolventen gibt und daher die Nachfrage (und damit der Druck mehr zu zahlen) gering ist. Ich denke da an all die Geisteswissenschafterinner.
Männer wählen angeblich ihren Beruf mehr nach späteren Chancen in puncto Einkommen /Aufstieg aus - Frauen nach Neigung
 

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  • #133
Männer wählen angeblich ihren Beruf mehr nach späteren Chancen in puncto Einkommen /Aufstieg aus - Frauen nach Neigung
Das auch. Die Folge ist, dass Frauen trotz schlechtem Einkommen diese Berufe wählen und sich die (immer noch existierende) Männer-Führungsriegen keinen Grund sehen, die Einkommen zu erhöhen. Es müsste erstmal ein Mangel entstehen. Aber dann holt man sich lieber die billigen Frauen aus dem Ausland (siehe Pflegeberufe).
Im Studienfach Soziale Arbeit sind mindestens 3/4 Frauen. Und nun schau mal, was ein Sozialarbeiter vierdient - bei einem echt harten Job.
Und außerdem gibt es eben immer noch die alte patriarchische Gesellschaft. Zwar etwas abgespeckt, aber es ist noch so, dass Männer Männer einstellen.
Und, dass Frauen immer noch die Kinder bekommen.
 
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  • #134
Frauen häufiger Berufe wählen, wo es ohnehin schon viele Absolventen gibt und daher die Nachfrage (und damit der Druck mehr zu zahlen) gering ist.
Das trifft auch auf Männer zu.
Männer wählen angeblich ihren Beruf mehr nach späteren Chancen in puncto Einkommen /Aufstieg aus - Frauen nach Neigung
In meinen Augen ein klassisches Geschlechterstereotyp. Ich kenne genug Männer die ihren Beruf nach Neigung wählen. Früher war das sicher so wie du vermutest. Ich sehe es wie @60+, es hat sich in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau viel getan, nachwievor sind allerdings die patriachalen Strukturen vorhanden, besonders in der Führungsebene wo Männern jene krude Ausrede recht ist Frauen als weniger qualifiziert hinzustellen. Mir kommt da das Kotzen, sorry, weil ich überzeugt bin, dass die Zeit längst für einen weiblichen Führungsstil reif ist, in der Politik und besonders in der Wirtschaft.
 
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  • #135
Das auch. Die Folge ist, dass Frauen trotz schlechtem Einkommen diese Berufe wählen und sich die (immer noch existierende) Männer-Führungsriegen keinen Grund sehen, die Einkommen zu erhöhen. Es müsste erstmal ein Mangel entstehen. Aber dann holt man sich lieber die billigen Frauen aus dem Ausland (siehe Pflegeberufe).
Im Studienfach Soziale Arbeit sind mindestens 3/4 Frauen. Und nun schau mal, was ein Sozialarbeiter vierdient - bei einem echt harten Job.
Und außerdem gibt es eben immer noch die alte patriarchische Gesellschaft. Zwar etwas abgespeckt, aber es ist noch so, dass Männer Männer einstellen.
Und, dass Frauen immer noch die Kinder bekommen.
Wobei man gerade beim Thema Pflege sieht, dass ein Mangel hilft, die Einkommen zu erhöhen.
Zumindest hier bei uns steigen Krankenschwestern mittlerweile mit einem Gehalt ein, das deutlich über ausbildungsmäßig vergleichbaren ist.
Wobei es schon stimmt, dass der Sozialbereich generell weniger gut bezahlt wird.