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  • #31
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Freitag:
wenn euch diese allgemeine pathologisierung von führungskräften der oberen liga weiterhilft und ihr somit vom baum der erkenntnis genascht habt, was bringt euch dieses vermeintliche wissen in der praxis?
ich will darauf hinaus, wollt ihr zukünftig solche partnervorschläge ungesehen löschen oder was sind die konsequenzen?

Ok, ich präzisiere mal: soziopathische Züge sind mir sowohl bei Frauen als auch bei Männern schon begenet, in Top-Jobs oder «Normal¬»-Jobs. Mich interessiert diese Frage auch nicht besonders, sondern Ausgangsfrage war ja, ob jemand mit einem 10-Stunden-Job irgendwann den Kontakt zu sich selbst verliert und, daraus folgend, nicht attraktiv für potentielle Partner ist bzw. in einer Partnerschaft sich nicht vollumfänglich einbringen kann. Oder so.

Und einige hier stimmen dem ja durchaus zu. Was denkst Du denn darüber? Du suchst doch auch die Frau mit Nagellack und Nägel lackieren kostet Zeit (und kann auch nicht vom Butler übernommen werden, bzw. bliebe der zeitliche Einsatz derselbe).
 

Freitag

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  • #32
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Merle:
Mich interessiert diese Frage auch nicht besonders, sondern Ausgangsfrage war ja, ob jemand mit einem 10-Stunden-Job irgendwann den Kontakt zu sich selbst verliert und, daraus folgend, nicht attraktiv für potentielle Partner ist bzw. in einer Partnerschaft sich nicht vollumfänglich einbringen kann. Oder so.

Und einige hier stimmen dem ja durchaus zu. Was denkst Du denn darüber? Du suchst doch auch die Frau mit Nagellack und Nägel lackieren kostet Zeit (und kann auch nicht vom Butler übernommen werden, bzw. bliebe der zeitliche Einsatz derselbe).
wieviel Zeit dauert denn nägellackieren? frag mal die frauen in frankreich die alle vollzeit arbeiten und kinder haben wie sie es schaffen immer tiptop auszusehen!
ah ich weiß. die kaufen keine teelichter bei ikea. das spart ihnen eine satte zusätzliche freizeit in der sie sich pflegen können anstatt 2 studnden an der kasse zu stehen :)

ich bin der ansicht daß man nicht generell pauschalisieren kann. es gibt leute die gar nicht arbeiten oder teilzeit und dennoch nichts auf die reihe kriegen weil sie keine zeit haben.
es gibt leute die ackern 15 std am tag und kriegen trotzdem alles unter einen hut.
jeder mensch ist anders gestrickt. es hat mit organisation zu tun und inwieweit man ruhephasen braucht und worauf man priorität legt.
 

Else

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  • #33
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Freitag:
ich bin der ansicht daß man nicht generell pauschalisieren kann. es gibt leute die gar nicht arbeiten oder teilzeit und dennoch nichts auf die reihe kriegen weil sie keine zeit haben.
es gibt leute die ackern 15 std am tag und kriegen trotzdem alles unter einen hut.
jeder mensch ist anders gestrickt. es hat mit organisation zu tun und inwieweit man ruhephasen braucht und worauf man priorität legt.

Für mich gibt es auch keinerlei Anzeichen dafür, dass viel arbeiten uns Menschen daran hindert, sich auch in seinem Körper wahrzunehmen und auf diesen zu achten. Spätestens ab 40* fängt der nämlich an zu zicken, und zwingt uns automatisch zu achtsameren Umgang mit uns selbst. Körperpflege halte ich für eine Selbstverständlichkeit und eine Wohltat. Dass für manche Jobs eine gepflegte Erscheinung dazu gehört, vor allem in Führungspositionen, spricht auch sehr dafür, den Körper nicht außer Acht zu lassen. Wie weit man es dabei dann aber treibt, ob dazu regelmäßige Pedi-, Maniküre, Make-up, high heels ;.), Kosmetikerin, Schönheits-Ops oder einfach Wasser und Seife gehören, ist für mich vor allem eine Typfrage.
 

feelin

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  • #34
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Freitag:
wenn euch diese allgemeine pathologisierung von führungskräften der oberen liga weiterhilft und ihr somit vom baum der erkenntnis genascht habt, was bringt euch dieses vermeintliche wissen in der praxis?
ich will darauf hinaus, wollt ihr zukünftig solche partnervorschläge ungesehen löschen oder was sind die konsequenzen?
hoooo! Das war die Aussage eines Freundes -er auch in Top-Führungsposition- dem ich eine meiner Erlebnisse auf PS berichtet habe. Er stellte eine Verbindung zu meinem Erlebten her. Daher frage ich.

Du siehst das also nicht so. Gut. Und ja, ich schau bei Vorständen zukünftig dreimal hin. ;o) Und ich finde schon, dass der Aspekt Zeit auch in einer Partnerschaft und beim Kennenlernen wichtig ist. Ein learning für mich, für das ich immerhin mehrere Jahre gebraucht habe. Der spannenste, erfüllenste Top-Job kann einen so faszinieren, dass für ein Privatleben einfach KEINE Zeit und ENERGIE mehr übrig ist. Ging mir jedenfalls so.
 
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iceage

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  • #35
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von feelin:
Ein super spannendes Thema aus verschiedenen Perspektiven.Ich selber habe einen tollen Job (mehr als 10h), der sehr gut zu mir passt und mich ausfüllt und auch glücklich macht. Privatleben findet allerdings seid drei Jahren kaum statt, u.a. da eine Reisetätigkeit damit verbunden ist. Das ist die Kehrseite der Medaille...
Daher werde ich aus diesem tollen Job, zu Gunsten des Privatlebens in einen stationären Jobs wechseln.

Da ich sehr unabhängig bin, könnte ich überall hin gehen. Daher dachte ich mir, dass "der Richtige" auch ganz woanders leben kann.... Bin also bereit zu Gunsten eines glücklichen Privatlebens mir einen anderen glücklichen Job zu suchen, -wo auch immer-, der das private Glück möglich macht. In dieser Reihenfolge.... naiv?

Schade ist, dass Männer in PS üblicher Weise in ihrem Umkreis suchen....

Ansonsten beschäftigt mich die Frage, ob Männer in Top-Positionen zwangsläufig soziopathische Züge haben müssen ?! Ein Freund meinte letztens, dass "das Arschlochpotential" (sorry Heike, war ein O-Ton) mit der Hierarchie steigt.... Wie seht Ihr das?

"HoHoHo" - wir sind wieder einmal beim Thema "Pauschalverurteilung" - liebenswerte Menschen mit viel Empathie gibt es in allen Gehaltsklassen - vielleicht verschwenden die "oberen Klassen" die Lebenszeit eher mit "Karriere" und - gehen wir mal ans andere Ende - die Harz IV-Bezieher mit der Bierflasche und Kumpel in der Kneipe, als das Leben liebevoll mit einem Partner zu genießen, aber gute, wertvolle und liebesfähige Menschen sind überall dabei - viele in beiden "Klassen", sind vielleicht Opfer ihres mehr oder weniger frei gewählten Systems geworden, wo "Beziehung" Preis ist und schaffen den Absprung nicht mehr oder zu spät, aber jetzt den "Erfolgreichen" grundsätzlich abzusprechen beziehungswillen oder beziehungsfähig zu sein ist doch ein starkes Stück ...
 

feelin

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  • #36
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von iceage:
"HoHoHo" - wir sind wieder einmal beim Thema "Pauschalverurteilung" - liebenswerte Menschen mit viel Empathie gibt es in allen Gehaltsklassen - vielleicht verschwenden die "oberen Klassen" die Lebenszeit eher mit "Karriere" und - gehen wir mal ans andere Ende - die Harz IV-Bezieher mit der Bierflasche und Kumpel in der Kneipe, als das Leben liebevoll mit einem Partner zu genießen, aber gute, wertvolle und liebesfähige Menschen sind überall dabei - viele in beiden "Klassen", sind vielleicht Opfer ihres mehr oder weniger frei gewählten Systems geworden, wo "Beziehung" Preis ist und schaffen den Absprung nicht mehr oder zu spät, aber jetzt den "Erfolgreichen" grundsätzlich abzusprechen beziehungswillen oder beziehungsfähig zu sein ist doch ein starkes Stück ...

Hey, Du hast recht aus meiner Sicht, => bin ja selbst betroffen und würde mich weder für beziehung- noch liebesunfähig halten. Ich denke, das ist schon ein Thema der Prioritäten und daher der Entscheidung wieviel Lebenszeit wie sinnbringend und bewusst ausgefüllt wird. Pauschalisierung macht weder in die eine Richtung, noch in die andere Sinn.
 

iceage

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  • #37
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von feelin:
Hey, Du hast recht aus meiner Sicht, => bin ja selbst betroffen und würde mich weder für beziehung- noch liebesunfähig halten. Ich denke, das ist schon ein Thema der Prioritäten und daher der Entscheidung wieviel Lebenszeit wie sinnbringend und bewusst ausgefüllt wird. Pauschalisierung macht weder in die eine Richtung, noch in die andere Sinn.

JEP, und oft fehlt auch nur die verständisvolle Hand, um einen aus dem Strudel der Irrungen mit dem nötigen liebevollen Druck zu retten. Leider übernimmt stattdessen oft die "Eigendynamik" Regie und lässt Pflichtbewusstsein als Ablehnung und Desinteresse vom Partner interpretieren und wiederum mit Abweisung und Abwendung darauf reagieren ...

So g'scheit wir im Berufsleben sind, so dumm stehen wir oft den einfachsten Dingen im Leben gegenüber ...
 

feelin

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  • #38
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von iceage:
JEP, und oft fehlt auch nur die verständisvolle Hand, um einen aus dem Strudel der Irrungen mit dem nötigen liebevollen Druck zu retten. Leider übernimmt stattdessen oft die "Eigendynamik" Regie und lässt Pflichtbewusstsein als Ablehnung und Desinteresse vom Partner interpretieren und wiederum mit Abweisung und Abwendung darauf reagieren ...

So g'scheit wir im Berufsleben sind, so dumm stehen wir oft den einfachsten Dingen im Leben gegenüber ...

Allerdings! Naja, manchmal führt leider erst erhöhter Leidensdruck zum Impuls der Veränderung. Im Job ist es superleicht, weil professionell, -privat vergisst man sich und vor allem seine Bedürfnisse und den Blick für die Bedürfnisse des Anderen ggf. leicht. Das eine ist halt das bekannte Spielfeld, das andere .... naja, Reden und sich Offenheit trauen, bringt Abhilfe.
 
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  • #39
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von iceage:
So g'scheit wir im Berufsleben sind, so dumm stehen wir oft den einfachsten Dingen im Leben gegenüber ...

Und woran liegt das? Wir werden jahrelang fachlich geschult in einer Institution die uns zu Arbeitsdrohnen für die Industrie heranzüchtet. In der Schule lernt man tatsächlich kaum oder gar nichts über das eigentliche Leben - da muss man selbst rumwurschteln, Ratgeberbücher lesen oder wenn es nicht mehr anders geht professionelle Hilfe bei Psychologen holen.
Es ist eigentlich schon eine traurige Ironie, dass fast das ganze Leben primär auf diese ca. 25% Lebenszeit, genannt Arbeit, ausgerichtet ist... und dann wundern sich die Leute, dass Depressionen rasant zur Volkskrankheit Nummer ein wird.

Zitat von feelin:
.... naja, Reden und sich Offenheit trauen, bringt Abhilfe.

Das ist definitiv eine Grundvoraussetzung! Die meisten Menschen können jedoch ihre Gefühle weder artikulieren noch adäquat kommunizieren, u.a. weil sie häufig nicht selbst reflektieren (können) und damit nicht verstehen und wissen was in ihnen vorgeht, was sie eigentlich genau fühlen und denken und vor allem warum sie so ticken wie sie ticken. Wenn man nicht genau weiß was man fühlt und warum so fühlt, wie soll dann erst das Gegenüber das wissen?
Es brauch m.M.n. wesentlich mehr (verpflichtende) Angebote im Bereich Soziologie, Psychologie, Selbsterkenntnis, Beziehung, Kommunikation etc. und das schon von Kindesalter an. Ich bin überzeugt, dass würde viele gesellschaftlich Problem lösen und vielen Menschen das Leben und den Alltag erleichtern...