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  • #1

Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Liebes Forum,

in einerm anderen Thread hier wurde hier die These aufgestellt, dass Menschen mit verantwortungsvollen Jobs (z.B. Führungsposition), die mehr als 10 Stunden arbeiten müssen, meist das Gefühl (und auch die Zeit) für einen sinnlichen Umgang mit sich selbst verlieren, was kein wirklich gesundes Verhalten sei.

Wie seht Ihr das? Und gilt das für beide Geschlechter?
 
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  • #2
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Hi, gute Frage!

Natürlich kann man das schlecht verallgemeinern, weil jeder anders mit sich umgeht,
auch wenn sie oder er 10 Std. pro Tag arbeitet. Entscheidend ist denke ich einfach, das man nie die Fähigkeit verlieren darf abzuschalten und die Arbeit auch mal hinter sich zu lassen.
Wenn man keinen Ausgleich hat, keine Ablenkung, dann kann es durchaus ungesund werden.

Kommt auch ganz auf die Arbeit an: eher körperlich fordernd oder eher geistig ? Beides ermüdet auf eine andere Art und Weise und beeinflusst eben die Art und Weise wie man den Feierabend verbringt. Dann ist noch die Frage ob man seinen Job überhaupt mag? Geht man die 10 Std. arbeiten weil man es muss oder weil man es will? Beruf oder Berufung?

Anfang 2009 (wo es die Abwrackprämie gab) war ich bei VW im Neuwagenvertrieb tätig.
Das lief dann so: 7 Uhr Autohaus aufschließen, ab 8 Uhr die ersten Kunden abfertigen bis min 19 Uhr, an vielen Tagen auch bis sogar 21 Uhr. Es war unglaublich viel los. Hätte Fast im Autohaus übernachten können. Das ging ein paar Wochen so. Häufig täglich 12 Std, arbeiten Montag bis Samstag. Wenn man so belastet ist, so gefordert wird, da kann man gar nicht richtig auf sich achten: Man isst und trinkt kaum, man schläft zu wenig, man kann sich manchmal gar nicht richtig fangen oder konzentrieren, weil man ständig unter Strom steht.
Es fällt einem dann auch unglaublich schwer Sonntags mal zu Ruhe zu kommen.

Ich denke man muss einfach die richtige Balance finden und nicht immer permanent 365 Tage im Jahr 110 % geben sondern auch mal 80 % laufen dürfen ;)

gruß
 
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  • #3
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Das hört sich sehr pauschal an.
In den heutigen Zeiten ist es ja leider meistens so, dass man entweder keine Arbeit hat oder aber sich totschuften muss...

Sehr viel arbeiten zu müssen ist sicher eine besondere Situation, mit der man aber auch sehr unterschiedlich umgehen kann. Mein Beruf ist auch ein bisschen meine "Berufung" und in Teilen auch mein Hobby - da erlebe ich die Belastung nicht immer negativ. Wer einen unsicheren Job hat oder viel um seine Position kämpfen muss, hat da sicher mehr Sorgen.

Und es ist natürlich sehr unterschiedlich, wie man den Stress verarbeitet : sich aufs Sofa knallen und mit niemandem mehr reden wollen, das "richtige" Leben nur am Wochenende stattfinden lassen oder aber gerade auch in der Woche mal rausgehen, nett unter Leuten sein oder zum Ausgleich Sport treiben...

Wichtig ist sicher, dass man sehr bewusst guckt, was einem guttut und wo man zu weit über die eigenen Kräfte hinausgeht... Und das muss dann auch in einer Beziehung kompatibel sein... Ich war immer mit Männern zusammen, die beruflich auch sehr engagiert und erfolgreich waren - es ist dann einfacher, füreinander Verständnis zu haben und auf einen Nenner zu kommen...
 
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  • #4
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Ist vielleicht nur (m)ein Vorurteil - aber ich glaube, dass eine so lange Arbeitszeit bei einer Frau weniger Akzeptanz findet als bei einem Mann.
 
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  • #5
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Bei mir ist der Beruf durchaus auch Berufung, anders könnte ich mir es auch gar nicht vorstellen. Und in Beziehungen habe ich mein Arbeitspensum bisher auch nicht als Problem erlebt. Nur frage ich mich: Wie ist das als Single? Trägt man da ein Stigma mit sich rum, ohne es zu wissen? Denn gerade, wenn im Privatleben kein geeignetes Gegenüber vorhanden ist und der Beruf sowieso Berufung ist, genügt man sich dann nicht fast selbst? Bzw., was die eigentliche Frage ist: Strahlt man (insbesondere: Frau) das nicht aus und sendet sozusagen Signale: Danke, bin vollbeschäftigt?
 
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  • #6
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Merle:
Wie seht Ihr das? Und gilt das für beide Geschlechter?
Ja, sehe das bei der überwiegenden Mehrheit genauso. Ich frage mich nur, ob man es genau an den 10 h festmachen kann. Jedenfalls zeigen die für die Arbeit aufgewendete Lebenszeit und Energie an, ob der Schwerpunkt bei der Arbeit oder beim sinnlichen Erfahren der Welt im Privatbereich liegt.

Ich glaube nicht mehr, dass es bei Frauen weniger akzeptiert wird als bei Männer. Das kann ich mir nur noch während der akuten Familienzeit mit kleinen Kindern vorstellen.
 
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  • #7
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Wenn man gerne arbeitet und dabei viel Befriedigung erfährt, strahlt man sicher Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und ähnliches aus und fühlt sich auch oft weitgehend vollständig. Ist doch wunderbar. Wenn dich jemand kennenlernt, sollte er dann zumindest so lange richtig hingucken, um realistisch beurteilen zu können, ob du emotionale und motivationale Kapazitäten "übrig" hast. Und du solltest da auch zu einer realistischen Einschätzung deiner selbst kommen : Will ich momentan oder ist es mir nicht so wichtig ? Wenn du stimmig bist, wirst du das ja dann wahrscheinlich auch vermitteln können...
 
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  • #8
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von Merle:
dass Menschen mit verantwortungsvollen Jobs (z.B. Führungsposition), die mehr als 10 Stunden arbeiten müssen, meist das Gefühl (und auch die Zeit)
das "müssen" wäre sicher schwierig. Ich arbeite viel und das gerne, das steht genauso in meinem Profil. Ich sehe mein Berufsleben nicht als Job, sondern als Berufung, die mir meistens Freude macht. Da bin ich wohl in einer glücklichen Lage? Das war bisher in keiner Beziehung eine problematishce Situation. Ich kann meine Zeit gut einteilen und finde genügend Freiraum. 60/70 Stunden Arbeit sind nicht ungewöhnlich. Ich habe keine Gefühlsdefizite im Umgang mit mir selbst.
 
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  • #9
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Liebe Merle, da ich diese Vorlage ja geliefert hatte, hierzu auch eine persönliche Aussage. 10-Stunden-Jobs als Dauereinrichtung halte ich für generell ein Problem, da sie – nicht nur, aber auf jeden Fall bei Führungstätigkeiten – nach 10 Stunden nie zu Ende sind und auch nicht sein können. Zur 10-Stunden-Beschäftigung kommen in aller Regel zumindest unzählige repräsentative Aufgaben außerhalb des eigentlichen Arbeitszeitfensters, bei denen nicht nur Anwesenheit, sondern meist auch persönlicher Input gefragt ist. Defakto bleibt da nur wenig Zeit für kontinuierliches Engagement mit persönlichem Einsatz auf anderen Feldern - zumindest dann nicht, wenn jemand als Single auch für Organisation des privaten Bereichs in der Pflicht ist. Schön, wenn du neben der Putzhilfe auch einen Butler und eine Köchin beschäftigst, bleiben einige Freiräume, aber diese Situation scheint mir doch eher Ausnahme.

Menschen, die dauerhaft erfolgreich einen 10-Stunden(plus)tag absolvieren, haben i.d.R. einen Partner (meist ist es ja eine Partnerin in Gestalt der Gattin), der ihnen den Rücken freihält und Sorge trägt, dass ihnen noch etwas freie Zeit für was auch immer übrig bleibt. Die brauchen sie nämlich durchaus als sportlichen, kulturellen, intellektuellen, emotionalen Ausgleich – je nach Tätigkeitsfeld.

Es gibt Gegenbeispiele, aber die sind rar und beschränken sich in der Tendenz auf Menschen, die in ihrem beruflichen Tun eine sie voll und ganz ausfüllende Berufung sehen. Nur, die Rahmenbedingungen für einen solch paradiesischen Zustand wird man heute kaum noch finden, welche Tätigkeitsfelder schließlich funktionieren nicht unter dem Diktat der Ökonomie? Und damit sind außengesetzte Zwänge immer eine Bedrohung des eigenen Anspruchs.

Zumindest in der Bundesrepublik haben m.E. Frauen noch immer mehr Probleme mit der Akzeptanz einer 10-Stunden(plus)-Tätigkeit. Das mag sich in den jüngeren Altersgruppen endlich ändern, aber in den Generationen, die mit dem konservativen Familienbild der Nachkriegsepoche sozialisiert wurden, ist das Bewusstsein geschlechtsspezifischer Aufgabenteilung leider ziemlich klebrig.

Dass jede/r in einer halbwegs qualifizierten Tätigkeit Phasen mit 10-und-mehr-Stunden-Belastungen kennt, ist selbstverständlich, ich weiß sehr wohl, von was ich rede. Aber wenn der Adrenalin-Kick zum Dauerzustand werden muss, damit man das durchhält, sollte der Spaßfaktor dabei dringendst zu Überprüfung anstehen. Etwas mehr Zeit für Kontemplation und Müßiggang schafft im Übrigen auch Platz für neue Horizonte.
 
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  • #10
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Ich denke, es liegt eher an der Grundeigenschaft eines Menschen selbst, ob er sinnlich mit sich umgeht, anstatt am 10 Stunden Job. Es kommt jedoch häufig dort zum Ausdruck. Es gibt Menschen, die viel arbeiten und trotzdem gut mit sich umgehen können. Diese haben z. B. eine gute Zeiteinteilung, ggf. mal länger mal kürzer, je nachdem. Dennoch sorgen sie gut für sich indem sie z.B. für einen „Ausgleich Sport“ treiben oder ähnliches. Genauso gibt es Menschen die viel arbeiten und nicht gut für sich sorgen können. Ich würde das deshalb nicht am Job festmachen wollen. Ich denke, dass Privatleben und das Umfeld eines Menschen spielt dabei eine viel größere Rolle. Wie das strukturiert ist bzw. ob überhaupt Privatleben vorhanden ist und wenn ja wie viel ? Des Weiteren spielt die eigene Lebenserfahrung ( Enttäuschungen in Beziehung/Arbeit etc) eine Rolle. Denn diese prägt den Menschen ja auch. All das spielt eine Rolle für den sinnlichen Umgang mit sich selbst. Denn darauf wird meistens das eigene Leben aufgebaut/strukturiert. Außerdem definiert jeder für sich sinnlichen Umgang mit sich selbst anders, nämlich so, wie es jeder für sich erlebt. Von daher kann für einen Außenstehenden sinnlicher Umgang anders wirken, als es für einen selbst ist. Und dieses gilt für mich für beide Geschlechter.
 
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  • #11
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von equinox:
Etwas mehr Zeit für Kontemplation und Müßiggang schafft im Übrigen auch Platz für neue Horizonte.
.... das finde ich auch. Der Ausgleich ist wichtig. Sehe aber, dass gerade das durch Arbeit vermieden wird.

--

Ich habe einen wirklich netten Mann kennengelernt. Er hat alles, nur keine Zeit für eine Frau. Vor einem Jahr waren die Vorsätze zur Änderung da. Für dieses Jahr ist auch leben statt funktionieren angesagt. Ihn plagt da auch das schlechte Gewissen, er schafft aber den (Ab)Sprung nicht. Seit Jahren - da kannten wir uns noch nicht - möchte er gerne eine Familie haben. Vielleicht wäre künstliche Befruchtung noch eine Möglichkeit............ für mich allerdings keine Lösung.
So habe ich letztes Jahr schon sehr schnell die Bremse gezogen. Zumal er nicht gerade nebenan wohnt.
 
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  • #12
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

10 Std Arbeitstag + 0,5 Std einfache Wegstrecke zum Arbeitsplatz + ausreichend Schlaf von 7 Std = 18 Std von 24, die so ein Tag hat. In den verbleibenden 6 Stunden muss man sich für die Arbeit fertig machen, kann Sport machen, einkaufen gehen und etwas Haushalt machen, Freunde treffen, vielleicht noch ein paar private Telefonate führen, Mails checken, was zum Abendessen kochen....... Hört sich für mich alles andere als wenn da noch wirklich Zeit für Sinnlichkeit da ist. Und zwar weder als Single noch als Paar noch als Mann oder Frau. Ich finde solche Tagesabläufe einfach nur erschreckend.
 
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  • #13
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Zitat von noemi:
10 Std Arbeitstag + 0,5 Std einfache Wegstrecke zum Arbeitsplatz + ausreichend Schlaf von 7 Std = 18 Std von 24, die so ein Tag hat. In den verbleibenden 6 Stunden muss man sich für die Arbeit fertig machen, kann Sport machen, einkaufen gehen und etwas Haushalt machen, Freunde treffen, vielleicht noch ein paar private Telefonate führen, Mails checken, was zum Abendessen kochen....... Hört sich für mich alles andere als wenn da noch wirklich Zeit für Sinnlichkeit da ist. Und zwar weder als Single noch als Paar noch als Mann oder Frau. Ich finde solche Tagesabläufe einfach nur erschreckend.
... bitte auch an eine Pause - und auch zwei - während der 10 Stunden denken.

--

Ich habe vor Jahren so einen Job gemacht. Neu in der Firma, super interessante Arbeit! und bei der 35 Stundenwoche hätte ich donnerstags schon zu Hause bleiben können. Es war easy, nach der Arbeit unter die Dusche zu springen und ab zum Date zu brausen. Die halbe Nacht im Schlosspark verbracht. Morgens war ich wieder frisch auf der Arbeit.
Bis der Punkt kam, an dem ich nicht mehr abschalten konnte. Das war eine Nacht. Die Rädchen drehten sich unaufhörlich. Das war beängstigend. Was tun? Ich bin dann ins Wohnzimmer, habe eine schöne Musik CD eingelegt und nach einiger Zeit ging es wieder. Ab da habe ich gedacht, dass es anders werden muss. Auf eine Wiederholung konnte ich gut verzichten. Ich habe 1/4 Jahr meine Arbeitszeiten und was ich gemacht habe notiert und bei der GF eingereicht und da konnte man dann über eine Prämie nachdenken und auch auszahlen. War ja nett, aber ich habe mir einen neuen Job gesucht.

Von den Joberfahrungen profitiere ich bis heute. Da bin ich dankbar für. Ich arbeite nach wie vor gerne, habe aber andere Prioritäten entdeckt. Heute würde ich da auch schon viel früher reagieren, aber die Lebenserfahrung hatte ich damals noch nicht.
 
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  • #14
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Ich denke ob ein Mensch ausgeglichen ist, hängt weniger von der Arbeitszeit ab, sondern eher wie er damit umgeht. Wenn man eine Arbeit wirklich mag empfindet man sie auch nicht als belastend - allerdings muss man trotzdem aufpassen ob man nicht Raubbau an sich betreibt bzw. sich raffiniert ausbeuten lässt. Auf der anderen Seite gibt es ja auch genug Leute die nach einer 35h Woche nur noch vor der ollen Flimmerkiste vor sich hin vegetieren - Ausgleich, Fitness, Weiterbildung, Erweiterung des geistigen Horizonts - Fehlanzeige.
Meine derzeitige Arbeit mache ich gerne, investiere auch immer wieder zusätzliche Zeit, aber ich schau immer auf mein seelisches Wohl dabei.
Meine Villa, mein Luxusauto, meine Yacht - von diesem leeren perversen materiellen Prestigedenken bin ich vollkommen weg - Ich arbeite darauf hin, eher halbtags zu arbeiten und dafür mehr Zeit für mich und meine Familie haben zu können. Denn selbst wenn mir die Arbeit Spaß und sogar Erfüllung bringt, die Beziehungskomponente bringt mir persönlich mehr.
 
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  • #15
AW: Menschen mit 10-Stunden-Jobs?

Mein Arbeitspensum in einem anspruchsvollen Arbeitsgebiet beläuft sich auf 12 Stunden pro Tag + Wegzeit von 2 Stunden. Und ich empfinde dies keineswegs als Belastung, denn meine Tätigkeit ist abwechslungsreich, hält mich geistig fit, beinhaltet einen vielfältigen Austausch mit verschiedenen Menschen und ist so kurzweilig, dass die Stunden immer im Flug vergehen.

Da ich zum Pendeln die Bahn benütze, kann ich bereits auf dem Nachhauseweg abschalten und die Wochenenden halte ich mir ebenfalls frei. Das heisst, wenn ich zu Hause bin, dann bin ich auch geistig nicht mehr in der Firma und konzentriere mich auf meine privaten Interessen. Dafür leiste ich mir eine Haushalthilfe, denn zugegebenermassen habe ich keine Lust, in meiner Freizeit zu putzen, waschen und bügeln.

Für Sinnlichkeit, gemeinsame Aktivitäten und eine bereichernde Partnerschaft bleibt ausreichend Zeit, den die Zeit, die man miteinander verbringt, ist bewusster und intensiver, als wenn man einfach routinemässig nebeneinander her lebt. Wenn beide zufrieden sind mit ihrer beruflichen Tätigkeit, wirkt sich dies auch positiv auf die Beziehung aus, auch dann wenn man ein hohes Arbeitspensum bewältigt. Denn ich sehe eine Partnerschaft nicht als gegenseitiges Unterhaltungsprogramm, weil man sich selber nicht beschäftigen kann, noch als Blitzableiter für Unzufriedenheit. Ein ausgewogenes Miteinander und Nebeneinander (sprich Freiräume für beide) halte ich ohnehin für die bessere Lösung als permanente Zweisamkeit.